"Meines Pferdes erste Schritte": Schulkinder 2014-2015

By jaara2008 | Ausbildung

Anchys Anduryn, Honeys Jelte, vielleicht Lodoherz' neues Pferd – ja, und meine Joya, sie alle werden in diesem Jahr drei Jahre alt und kommen in die (Vor-) Schule. Ich bin schon wahnsinnig gespannt darauf, wie es sein wird, wenn wir uns gemeinsam ans “Reitenlernen” begeben. Und ich nehme an, Euch geht es genauso! Also habe ich mir gedacht, wie schön es wäre, wenn wir hier gemeinsam von allen vorbereitenden Übungen erzählen, von allen Freuden und Träumen, aber auch von den Unsicherheiten oder Sorgen.

Ich mache einfach mal den Anfang:

Joya hat bei ihrer Züchterin in der Eifel eine gute Kinderstube inmitten einer Zuchtstutenherde und dem jeweiligen Nachwuchs genossen. Nun verbringt sie seit gut eineinhalb Jahren ihre “Kindergartenzeit” bei mir. Da sie von Anfang an sehr, sehr neugierig und interessiert an allem war, bin ich entgegen meiner Einstellung und meines vorherigen Planes sehr früh mit ihr unterwegs gewesen, alleine oder zu zweit. Dies waren sporadische und immer sehr kurze Ausflüge in die nähere Umgebung – mal auf den Nachbarhof, wo wir den Trecker inspizierten, mal im Dorf ein Stück die Straße rauf, wo eine abgestellte Mülltonne ihr Interesse geweckt hatte. Nach und nach wagten wir uns an eine ganze Dorfrunde (5 min zu gehen), auf der sich dann natürlich auch eine Vielzahl an weiteren Attraktionen bot: spielende Kinder, Autos (fahrend oder geparkt), Leute mit Hunden und noch vielerlei mehr. Joya war begeistert! Was ist die Welt doch bunt! Tooolll!!!

Mit der Zeit erweiterten wir unseren Radius und wagten uns an erste Erkundungen des angrenzenden Waldes. Auch hier schaute sie sich alles an, bestaunte manches mehr als anderes, speicherte jedoch alles schlussendlich als “ungefährlich” ab. Wirklich beeindruckt und ängstlich war sie erst zwei Mal: Kühe auf der Weide – was sind das denn für merkwürdige Geschöpfe?!?!??? Und das andere: Leute, die einen Drachen steigen lassen. Beide Male war sie fluchtbereit und seeeehr aufgeregt. Letztlich aber mit guten Worten und Leckerlie zum Weitergehen zu bewegen. Ich bin soooo stolz auf sie!!! Und auch sehr erleichtert und beruhigt, weil ich denke, dass sie mit der Zeit sicherlich ein sehr zuverlässiges und vertrauensvolles Pferd werden wird. Das ist sie, im Verhältnis zu ihrem jungen Lebensalter, ja jetzt schon.

Bis Joya zweieinviertel Jahre alt war, blieb es bei ein bis zwei Ausflügen dieser Art pro Woche. Seit im November hier die Weidesaison zu Ende ging und die langweilige Winter-Paddock-Zeit angebrochen ist, unternehmen wir etwas mehr: Ich bringe allerlei Spielzeug mit auf den Reitplatz (unser Paddock ist leider in diesem Jahr extrem matschig, deshalb steht sie immer ein paar Stunden des Tages mit den anderen auf dem Reitplatz), zum Beispiel unseren Gymnastikball, den Klappersack, einen Regenschirm, eine Löschdecke und was es nicht sonst so alles Lustiges zum Spielen gibt. Auch hier zeigt sie sich stets vorsichtig und neugierig zugleich. Manchmal ist sie auch skeptisch, kommt aber letztlich immer gucken, und weiß auch ganz genau, dass es für “Angucken” und Anstupsen ein Lob oder gar ein Leckerlie gibt.

Unsere Spaziergänge sind etwas größer geworden. Wir gehen ein oder zwei Mal pro Woche eine etwas weitere Runde durch den Wald (15 min oder ca. 30 min, je nach dem, wo wir lang gehen). Unterwegs gibt es dann auch schon mal “Schwierigkeiten” zu bewältigen: Slalom zwischen den Bäumen, Kraxeln durchs Unterholz oder Durchschreiten einer Riesenpfütze. Sie macht das alles in großer Ruhe und schaut sehr genau, wo ich bin oder was ich ihr “sage” bzw. zeige. An anderen Tagen bummeln wir einfach so durch den Wald und genießen das schöne Wetter und die Zeit miteinander. Ein Mal hat sie beim Spaziergang sogar schon einen Kappzaum anstelle des sonst üblichen Stallhalfters getragen.

Seit kurzem sind auf dem Reitplatz erste “gezielte” Übungen dazugekommen: Ich habe sie an die Aufstieghilfe gestellt und bin auf selbige draufgeklettert. Rübergebeugt über ihren Rücken (ohne Gewicht) gibt es auf der anderen Seite ein Leckerlie: “Braaav, schön warten! Gut gemacht!” Gezieltes Bewegen von Schulter bzw. Popo, um sie an etwas heranzudirigieren, haben wir angefangen. Außerdem ergab sich neulich abends zwei oder drei Mal die Gelegenheit, sie aus dem Toben heraus auf den Zirkel zu schicken (sie läuft auch frei ohne Longe auf dem Zirkel – zumindest wenn meine Körpersprache stimmt). Hier zeigt sie allerdings meist recht schnell ihr Missfallen, weil sie lieber wieder zu mir hereinkommen möchte. Klar, da gibt es ja auch Streicheleinheiten und Belohnungen. Aber das hat ja auch alles noch Zeit und ist nichts, was ich jetzt schon forcieren möchte.

Auch andere Übungen wie tatsächliche “Bodenarbeit” sowie die Gewöhnung an Sattel und Trense stehen erst nach ihrem Geburtstag an: Sie wird am 3. Juni drei Jahre alt. Bis dahin machen wir weiter, wie es sich ergibt: Wenn Zeit ist, machen wir irgendwelche lustigen und interessanten Sachen, gehen mal spazieren oder auch nicht, alles ohne Stress und ohne “Muss”. Die nächste Weidesaison wird sie wie im letzten Jahr in der großen Gruppe komplett draußen verbringen, und ich werde sie wahrscheinlich im gleichen Rhythmus ab und zu holen und etwas mit ihr machen. Ab dem Herbst plane ich dann, wirklich ans Reiten zu denken, bzw. die Vorbereitungen dazu zu intensivieren.

Bis jetzt macht es jedenfalls alles eine Riesenfreude und ich bin unendlich glücklich, dass ich dieses tolle kleine Pferd mein Eigen nennen darf!!!

Anbei ein paar aktuelle Fotos von ihr (ich hoffe, das mit dem Hochladen klappt jetzt):

So, jetzt seid IHR dran! Ich würde mich freuen, von Euren ersten Schritten zu hören! :ja:

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