Wieviel Abwechslung in der Arbeit braucht ein Pferd?

By Lotte F | Archiv: Allgemeine (Pferde)Themen

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Frage steht ja schon in der Überschrift – wie seht ihr das? Wie handhabt ihr es mit Euren Pferden?

Ich habe nämlich derzeit den Eindruck, dass ein Pferd gar nicht so viel Abwechslung in der Arbeit braucht – sondern sich eher sicher und wohl fühlt, wenn der tägliche Ablauf in der Arbeit gleich und überschaubar ist. Ähnlich, wie ein strukturierter und immer gleicher Tagesablauf für Pferde wohltuend ist.

Bedingt durch die wiedrigen Wetterverhältnisse ziehe ich es derzeit vor, mein Pferd in der Halle zu reiten – und das bedeutet, dass ich nach einem ziemlich gleich gestrickten Ablauf mein Pferd arbeite und gymnastiziere:10 Minuten Schritt, Übergänge Galopp – Schritt, Galoppwechsel, Trabarbeit, Übergänge in und zwischen den Gangarten, Abtouren mit Auspendeln im Trab und Galopp, Schritt. Natürlich kommt hier und da eine Lektion hinzu oder wird weiter ausgebaut etc., aber ernsthaft mehr Abwechslung in der Arbeit biete ich derzeit nicht. Und ganz gegen alle Erwartungen wird mein Pferd von Tag zu Tag besser, arbeitet motiviert mit und kann sofort – beim ersten Galopp-Schritt-Übergang beispielsweise – sich „einfühlen“ und aktivieren. Eigentlich bin ich auch Verfechter der Abwechslung: ab Ende Februar kommt das Springen hinzu ( das Pferd hatte bewußt seit Oktober „springfrei“, da unter der Saison genügend Springen absolviert werden), bei gutem Wetter geht es ins Gelände, Wechsel zwischen den 5 Reitplätzen etc..Von Bodenarbeit halte ich in diesem Fall nichts (Pferd ist gehorsam, gut zu händeln und zeigt keine Auffälligkeiten), da ich 1. keine Ahnung davon habe und 2. keine Veranlassung sehe. Ich longiere selten (oft nach einem anstrengenden Turniereinsatz zum Entspannen), da ich nie so ernsthaft den Eindruck habe, dass das zwingend gut für die Ausbildung ist – und bei seinen 19 Jahren setze ich ihn eben nur mit Bedacht ein.

Die Haltung ist sicherlich nicht superoptimal ( aber immer noch das beste, was ich in meinem Umkreis finden konnte), aber i.O.: täglicher Koppelgang gewährleistet die Bewegung, guter Sozialkontakt mit seinen beiden Kumpels, gutes Futter, ordentliche Boxen.

Mein RL arbeitet seine Pferde nach diesem Konzept – häufig nur in der Halle, keine Ausritte, dafür aber Ganztageskoppel – und bevor nun alle aufschreien: die Pferde sehen zufrieden aus, sind weder abgestumpft noch Verhaltensauffällig (eher das Gegenteil!) und sind sehr motiviert und engagiert während des Reitens …

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