Wie Wohnung für Pflegebedürftige umgestalten

By wednesday | Archiv: Smalltalk

Moin,

sind hier zufällig Fachkräfte der Altenpflege hier? Stehe gerade vor dem Problem, eine Wohnung für einen Pflegebedürftigen (ziemlich eingeschränkte Mobilität, Demenz etc.) umzurüsten und weiss nicht so genau wie man das am geschicktesten plant, wo man entsprechende Einrichtungsgegenstände her bekommt etc.

IKEA hat jedenfalls nichts Entsprechendes im Angebot :S Das Klinikpersonal ist auch nicht wirklich hilfreich – das wurde bereits interviewt.

Bett, Rollator etc. würde ich aus dem medizinischen Fachbedarf (z.B. Krauth Medical) besorgen. Aber der Rest einer Wohnungseinrichtung ist mir unklar: welche Stühle, welcher Tisch etc. Alles was bisher in der Wohnung steht ist eher auf Design gemünzt als auf Funktion 🙁

  • Avatar Granado sagt:

    wed, sollen wir am wochenende telefonieren?

    haste meine festnetznummer?

  • Avatar wednesday sagt:

    Granado

    SEHR GERNE :hug: Festnetznummer habe ich nicht und würde mich über entsprechende PN freuen :friend:

    (Dann kann ich Dir auch gleich noch nachträglich zum Geburtstag gratulieren :red: )

  • Avatar Granado sagt:

    :post: :post:

  • Avatar wednesday sagt:

    DANKE für die PNs und Erfahrungsberichte. Ihr seid die besten :hug:

    Vielleicht sollte ich noch schreiben, dass die Pflegebedürftigeperson 24-Stundenpflege von privat (ordnungsmäßig angemeldet) bekommt und daher schon immer ein Auge auf ihr ruht.

  • Avatar Geisterlicht sagt:

    Wie sieht denn das Bad aus? Im Zweifelsfall ist das noch nicht barrierefrei. Wenn der oder die Pflegebedürftige noch alleine das Bad benutzen kann, würde ich auf alle Fälle neben dem WC Klappstützgriffe anbringen. Damit fällt das Aufstehen leichter. Evtl. muß das Bad aber komplett umgebaut werden. Ist z.B. nur eine Badewanne vorhanden, dann ist es dem Pflegepersonal auf Dauer auch nicht zuzumuten, die Person immer rein- und rauszuheben. Das ist für alle Beteiligten schwierig.

    Wenn das Bad umgebaut werden muß, solltet ihr auf unterfahrbare Waschtische, bodentiefe Dusche (auch gerne mit Haltegriffen und Klappsitz), Klappstützgriffe neben dem WC und ein verhältnismäßig hoch gehängtes WC und ausreichend Bewegungsfläche achten.

  • Avatar Werano sagt:

    Als jemand, der 8 Jahre in der Pflegekasse gearbeitet hat, kann ich Dir sagen, dass Du für jemanden, der eine Pflegestufe hat, ganz viele Hilfsmittel und den Umbau zu einem Teil von den Pflegekassen bezahlt bekommst.

    Lass Dir Anträge dafür geben!

  • anchy anchy sagt:

    Wed. , das Pflegebüro der Städte berät in allen Fragen rund um die Pflege. Es könnte allerdings sein, dass das „Kind „in Eurer Stadt einen anderen Namen hat. Dann geht man über das Altendezernat.

    Anlaufstelle für Pflegehilfsmittel und Umbau sind die Sanitätshäuser, für die Kostenübernahme die Pflegekassen.
    In Fragen der Pflegestufe,sowie Hilfe zur Pflege informieren die Pflegekassen, sowie bei sozial Bedürftigen die Sozial- und Grundsicherungsämter.Ein Antrag lohnt häufig, da die Einlommensgrenzen ca. 703 Euro zuzüglich Miete und Nebenkosten oft unterschritten wird.

    Liebe Grüße

  • Avatar wednesday sagt:

    Danke erstmal allen Schreiberlingen :friend: – wir kennen uns mit sowas gar nicht aus und die Pflegebedürftigkeit kam ziemlich plötzlich 🙁

    Werden uns beraten lassen und ggf. auf das Sozialsystem hoffen. Hätte nicht gedacht, dass es da staatliche Hilfe gäbe…

  • Avatar Werano sagt:

    Ich weiß nicht, ob es schon jemand gesagt hat:

    Ab diesem Jahr gibt es mindestens 2 so genannte Pflegestützpunkte, die eine Rundum-Beratung anbieten. Fragt mal bei Euch bei der Stadt nach!

    L.G.

  • Avatar Talimeth sagt:

    Stehe grad vor dem gleichen Problem. Was ich gemacht habe bzw. grad mache ist, die ganzen Sanitäreinrichtungen wie oben beschrieben umzubauen und zu schauen, dass ich auch eine 24h-Kraft angemessen unterbringen kann. Wichtig übrigens: Türen 1m breit für Rolli.

    Gruß Talimeth, der nichts erspart bleibt

  • Avatar ambra sagt:

    Na, dann Mädels… Willkommen im Klub!

    Haltete die Ohren steif. Wed, frag in der Klinik nach dem „sozialen Dienst“, dies sind Mitarbeiterinnen die eigentlich in diesen Fällen unterstützen sollen. Viel Glück!

    Noch ein Tip, wenn möglich die gewohnte Umgebung nur leicht modifizieren. Meist kommt man mit Pflegebett, Rollstuhl, Dusch- und Toilettenstuhl und Badumbauten schon ganz gut zu Rande. Größere Umbauten können von den Patienten negativ aufgenommen werden. Aber was sein muss, muss sein…

  • Avatar wednesday sagt:

    Hier überschlagen sich die Ereignisse gerade! Tut mir leid, dass ich jetzt erst richtig zum Antworten komme. Plötzlich musste alles ganz, ganz schnell gehen…

    @Carina. Vor lauter Planung habe total verpennt, Dich Sonntag anzurufen :red: :red: :red: Sorry, das war kein böse Wille – ich fand Dein Angebot total lieb :friend:

    Wed, frag in der Klinik nach dem „sozialen Dienst“, dies sind Mitarbeiterinnen die eigentlich in diesen Fällen unterstützen sollen. Viel Glück!

    Danke für den Tipp. Sozialen Dienst haben wir gefunden und auch eine private Einrichtung, die uns bei den Umgestaltungsmaßnahmen hilft und mit der Kasse abrechnen kann. Ich hoffe nun einfach, dass die schon wissen was sie tun.

    Noch ein Tip, wenn möglich die gewohnte Umgebung nur leicht modifizieren.

    Das wollten wir eh so machen. Es handelt sich nämlich nicht um Eigentum, so dass wir nicht umbauen können sondern nur umgestalten. Das hoffen wir jedenfalls einigermaßen ordentlich hinzubekommen.

    zu schauen, dass ich auch eine 24h-Kraft angemessen unterbringen kann. Wichtig übrigens: Türen 1m breit für Rolli.

    Da sagst Du was *Zollstock zücken geht*. Die Unterbringung der Pflegekraft ist auch noch ein offener Punkt, den wir schnell klären müssen. Talimeth, wenn Du Zeit und Muse hast, magst du mir mal eine PN schreiben, was für Erfahrungen zu bisher mit solchen Kräften gemacht hast?

    n Fragen der Pflegestufe,sowie Hilfe zur Pflege informieren die Pflegekassen, sowie bei sozial Bedürftigen die Sozial- und Grundsicherungsämter.

    Pflegestufe 1 hat das Krankenhaus bereits vergeben. Für eine Einstufung in 2 werden dann noch Hausbesuche nötig werden.

    Allen fleissigen Schreiberlingen erstmal vielen, vielen Dank!

  • anchy anchy sagt:

    Wenn die Pflegestufe zur Finanzierung des Pflegedienstes nicht ausreicht kann das Sozial-Grundsicherungsamt ergänzende Hilfe zur Pflege leisten. Dann melde Dich ruhig mal bei mir.

    Liebe Grüße

  • Avatar ambra sagt:

    Tja, bei uns ist es jetzt auch soweit.

    Ende der Woche wird mein Vater von der palliativen Station nach Hause entlassen. Pflegebett, Rollstuhl, Dusch-und Toilettenstuhl und der ganze Kram ist bestellt. jetzt fehlt uns nur noch eine Pflegekraft für ca. 5 Stunden am Tag. Eine 24-Stunden-Pflege lehnen meine Eltern ab, sie wollen über Nacht keine fremden Leute im Haus.

    Wir werden wohl eine Anzeige schalten und nach einer Altenpflegerin oder Krankenschwester suchen, die stundenweise nach Hause kommt. Zusätzlich kommt der Pflegedienst einmal am Tag und so sollte es dann gehen…

    Hat einer Erfahrungen mit „angestellten Pflegepersonal“??

    Viele Grüße

    Sabine

  • Avatar Granado sagt:

    @Carina. Vor lauter Planung habe total verpennt, Dich Sonntag anzurufen :red: :red: :red: Sorry, das war kein böse Wille – ich fand Dein Angebot total lieb :friend:

    kein thema :friend:

    Pflegestufe 1 hat das Krankenhaus bereits vergeben. Für eine Einstufung in 2 werden dann noch Hausbesuche nötig werden.

    der MDK hat die pflegestufe vergeben, nicht die klinik :friend:
    beschreib mal bitte, wie genau es deinem vater (?) geht, wo er hilfe benötigt, wie diese aussieht, wie oft und wie sein geistiger zustand ist… gern per pn.

    @ ambra, ich weiss, eine doofe frage jetzt, aber wie wollt ihr eine feste pflegekraft die 5 stunden am tag kommt, bezahlen?
    vom pflegegeld? ich denke nicht, dass sich da eine examinierte finden wird. ist nicht bös gemeint – weisst du, wie ich es meine?

  • Avatar wednesday sagt:

    @granado,
    Die Erkrankung hat einen erstaunlichen Auslöser (den gibt es aber nur per PN) und zeigt ein sehr heterogenes Krankheitsbild: mal geistig klar, mal völlig verwirrt, mal unfähig zu gehen, dann wieder so fit, dass freies Gehen möglich ist.

    Eigentlich ist die ganze Geschichte so unglaublich schnell abgelaufen, dass ich es selbst kaum glauben kann.

    Weihnachten war alles prima – keinerlei Anzeichen motorischer oder geistiger Einschränkungen. Autofahren, Haushaltsführung, Sozialkontakte – alles war problemlos möglich.

    Zu Ostern fällt auf, dass der Patient sich absondert und viel alleine in der Wohnung sitzt. Wohnung aber immer noch top in Schuß. Erste Wahnanzeichen zeichnen sich ab.

    Juni: wir haben einen Pflegedienst für 2 Stunden am Tag. Patient kann aber noch gehen, einkaufen etc. Wahn wird schlimmer und schlimmer.

    Mitte Juli: Einlieferung in Spezialklinik zur Behandlung des Wahns. Patient erkennt eigene Kinder nicht mehr, vermutet aber überall Verbrechen und ist gewillt, diese mit Leib und Leben zu verhindern. Leider keine nennenswerte Besserung durch Psychopharmaka. Nebenwirkungen der Medikamente aber deutlich: starke Einschränkung der Motorik. Verlassen des Bettes oft nicht möglich.

    Ende September: Wahn auch ohne Medikamente deutlich gedämpft. Körperlicher Grund für Demenz und Wahn bekannt – keine Behandlungsmöglichkeit mehr. Kinder werden plötzlich wieder erkannt. Motorische Beweglichkeit unterliegt starken Schwankungen. Ist aber meistens stark eingeschränkt.

    Die Heimlösung wollen wir aus verschiedenen Gründen erstmal vermeiden. Der Patient WILL nach Hause und formuliert das glasklar. Wir hoffen, dass er ausserhalb der Klinik wieder beweglicher und motorisch fitter wird.

    @ambra
    wir haben uns für eine 24 Stundenlösung bei der Betreuung plus medizinischer Pflegedienst entschieden. Ganz legal angemeldet – günstig ist das aber nicht. Natürlich muss die Familie dann noch Pausen- und Freizeiten abdecken.

    Nächste Woche kann ich Dir sagen, wie es klappt. Insgesamt eine sehr aufwändige Lösung, die viel Organisation bedarf.

    @anchy
    Die Vermögens- Finanz- und Ertragslage deckt die Pflege noch ein paar Jahre ab. Aber Danke für das Angebot :friend:

  • Avatar Granado sagt:

    mhm.
    wed, heute telefonieren?
    bin ab ca. 17 uhr zuhause.

    also ich persönlich halte pflegestufe 1 für nicht ausreichend.
    aber zum glück ist es nicht pflegestufe 0 geworden… (denn die gibt es auch)…
    die persönliche einstufung und die des MDK korrelieren leider nur allzu oft.

    wichtig wäre es für euch zu wissen, wie man einen wahn erkennt, und wie man richtig handelt.
    und vor allem, wie man handelt, ohne dass einem was passiert. denn agressivität ist da ein großes thema!

  • Avatar ambra sagt:

    Hallo Wed,

    halt die Ohren steif! Wir werden es auch so in der Art versuchen zu organisieren. Mit 3x tgl. Pflegedienst plus angestellte Krankenschwester bzw. Altenpflegerin. GsD ist mein Vater noch absolut geistig auf der Höhe, obwohl ob dies Segen oder Fluch ist wird sich erst rausstellen.

    Im bin echt froh, daß die zusätzliche Pflege bei uns nicht am Geld scheitert… schlimm wenn man in solchen Situationen finanziell total überlastet ist. Es sind so schon genug Sorgen die man hat.

    Wir müssen uns jetzt mit dem Abschiednehmen auseinandersetzen, ob die Zeit noch wenige Wochen oder doch vielleicht noch 3 Monate ist, kann bislang keiner sagen oder einschätzen. In diesen Situationen merkt man erstmal wie privilegiert wir hier in Deutschland sind, Klinik, Pflegedienst, palliative Mediziner, Beratung durch die Krankenkasse, dies alles gibt es bei uns. Ich mag mir nicht vorstellen, wie man diese Situation in Ländern regeln könnte, in denen der Versorgungsstandard sehr viel schlechter ist…

    In solchen Zeiten merkt man erstmal wieviel Kraft in einem wohnt und was man in Kriesenzeiten mobilisieren kann. Neben all dem Schmerz und der Trauer, ein beruhigendes Gefühl von „wir schaffen das“.

    Ach Kinners, vielleicht mach ich in den nächsten Tagen mal einen Jammer-und-Heul-Thread auf… dann können wir da in Ruhe heulen und Wunden lecken.

    Haltet die Öhrchen steif, irgendwann wird es auch wieder besser! (muss doch irgendwann…)

    Sabine

  • Avatar wednesday sagt:

    Hallo Sabine,

    tut mir sehr leid für Deinen Vater :hug: Ich hoffe, dass sich Euer privates „Pflege-Arrangement“ gut entwickelt und ihr noch schöne letzte Tage mit Euren Vater verbringen könnt. In einem Interview mit Sepp Daxenberger (der beliebte bayrische Politiker (grün), der kurz nach seiner Frau an Krebs verstarb) habe ich diesen Satz gelesen:

    „Es geht nicht darum, das Leben mit Tagen zu füllen sondern die noch verbleibenden Tage mit Leben“.

    Das fand ich eine sehr treffend formulierte Erkenntnis.

    Aus der jetzigen Erfahrung kann ich nur raten, mit den Eltern oder Verwandten noch vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit deren Vorstellungen und Wünsche zu erfragen. Auch wenn diese meist Abwinken und denken „dann falle ich eines Tages um und bin tot“. So schnell geht es meistens dann doch nicht.

    Gute Erfahrungen haben wir damit gemacht, den Pflegedienst, die medizinischer Leitung und den Patienten zusammen bekannt zu machen und offen über die Fakten zu sprechen. So hat man ehesten die Chance, eine geeingete Pflegekraft zu finden.

    Sehr gut auch der Tipp von Carina: bei der Umgestaltung der Wohnung sich vorstellen, man würde die Wohnung „kindersicher“ machen. Es gibt doch sehr viele Kleinigkeiten, an die man erst mal nicht denkt und die trotzdem Gefahrenpotential (Sturzprävention etc.) mit sich bringen…

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