Wie weiter machen? Rentner mit Athrose

By oxford | Bewegungsapparat, Lahmheiten

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Liebes Pferde-forum,

ich würde gerne eure Meinung zu folgender Sachlage hören.

Mein Pferd (Hannoveraner, 23 Jahre, wird im April 24) hat vorne rechts Athrose im Fesselgelenk. Seit letztem Sommer macht ihm das immer mehr zu schaffen. Anfang September hat er eine Hyaloronsäurespritze bekommen. Erst ging es ihm echt super damit, aber schon ende November ließ die Wirkung deutlich nach. Leider konnten wir uns auch nicht wirklich gut an den Bewegungsplan des TA (langsam aufbauen, viel Schritt, mal ne Runde Trab) halten, da wir neuen Sand bekommen haben und der war einfach zu tief. Dann haben wir Ab Anfang November eine Teufelskralle Kur gemacht (ohne sichtlichen Erfolg) und füttern seitdem auch Hyaloral (bisher auch ohne Erfolg) Laut Herstellerangaben, soll man das mindestens 3-4 Monate füttern, empfohlen wird eine 6 monatskur. Ich überlege ob ich es weiterfüttern soll, oder auf ein Produkt von Iwest umsteige oder ganz mit der Fütterung aufhöre. Sollte man nicht nach zwei Monaten nicht wenigstens in Ansätzen eine Besserung feststellen?
Seit Mitte Dezember habe ich Equipalazzone im Spind liegen, für die schlimmen Tage. Wir haben das eine Woche jeden Tag gegeben, um die Entzündung zu bekämpfen. Danach war er auch richtig fit, jetzt bekommt er es ca.1 mal die woche, mal nach 8,9 Tagen, mal nach 6 Tagen. Ich möchte es nicht öfters füttern, weil es ja auch nicht grad magenschonend ist und ich ihn nicht dauerhaft unter Schmerzmittel stellen will. Jetzt habe ich ihm noch zum Verwöhnen und weil Wärme bei Athrose ja auch wichtig ist, Back on Track Stallgamaschen bestellt. Die sind aber noch nicht da und er wird sich auch erst dran gewöhnen müssen, von daher weiß ich noch nicht ob die was helfen.
Dann habe ich noch von Steirocall N gehört, dass ist eigentlich ein hömopathisches Mittel für Menschen, soll aber auch Pferden helfen. Kennt ihr das?
Beschlagen ist er an allen vier Beinen, vorne mit Steg. Rechts hat er noch so ein Polster unter dem Steg. Nun sagte mir eine Freundin heute, dass er eingerollte Trachten hätte und dass würde zeigen, dass er das Bein nicht mehr aufsetzen mag. Nun haben ich bisschen gegoogelt und das eher so verstanden, dass eingerollte Trachten selbst ein Problem sind und nicht die Symptome für eins. Die Trachten sind eher leicht eingerollt, würde ich sagen.

Ich würde gerne mal hören, was ihr machen würdet bzw. weiter vorgehen würdet. Ich weiß, dass ist schwer aus der Ferne, aber ich bin ziemlich ratlos und habe kaum jemanden, mit dem ich da wirklich drüber sprechen kann. Ich möchte ihn nicht wieder voll reiten können, er soll einfach noch gut auf der wiese stehen können und sein leben geniessen. Vielleicht auch mal eine Runde mit abspacken.
Er ist jetzt auch noch voll agil, tobt mit anderen Pferden auch bisschen mit. Hierbei wechselt er aber nach zwei, drei Tritten direkt in den Galopp und trabt kaum. Abrupt stoppen, auskeilen macht er auch mal. Eben das was ein Pferd beim Toben so macht, natürlich nicht mehr so ausgeprägt wie ein junges, aber er macht es noch ab und an. Im Stall (er hat eine recht große box), macht er auch noch ordentlich randau wenn er sein Futter bekommt. Da keilt er schonmal bis ans Gitter oder buckelt auch, so dass ich manchmal angst vor anderen verletzungen habe :doh:
Im Frühjahr möchte ich die Haltung soweit optimieren, dass er den ganzen Tag rauskommt. Leider ist er nicht so dass wiesenpferd, wenn er rein möchte, will er rein. Dann ist er auch schonmal über den Zaun gesprungen :maul: daher hoffe ich mal, dass er viel Wiese mitmacht. Das braucht er ja eigentlich bei Athrose. Im Moment ist mit draußen stehen bei uns recht blöd wegen dem Schnee.
Freitag bekommt er die Zähne gemacht. Einmal müssen die wieder gemacht werden und zum zweiten habe ich mal gelesen, dass lahmheiten durchaus auch von den zähnen beeinflusst werden können. Glaube zwar nicht, dass das der Fall ist, aber wer weiß. Wäre auf jeden Fall super.

Vielleicht habt ihr ja ein paar Gedanken, wie ich weiter vorgehen könnte um ihm noch ein schönes leben zu ermöglichen.

glg oxford

  • Avatar maurits sagt:

    Was sagt der Schmied zu dem Beschlag?

    lg
    mau

  • Avatar oxford sagt:

    Der Tierarzt und der Schmied hatten sich über den Beschlag erst im September erneut abgestimmt, danach hat er das spezielle Polster drunter bekommen. Das hat auch nen Namen, der mir grad entfallen ist. Luvex oder so? dadurch soll das Bein entlastet werden, indem es bisschen höher gestellt wird.
    Zu den Trachten konnte ich ihn noch nicht befragen, weil mir das ja erst heute aufgefallen ist. Und sowas bespreche ich immer lieber persönlich als am Telefon.
    Empfinde seine Hufe auch als eng, und habe da mal meinen Schmied drauf angesprochen, aber da meinte er, dass man das bei jungen Pferden ändern könnte und auch würde, sich das aber im Alter nicht mehr korrigieren lässt. Ideal wäre das nicht, aber auch nicht schlimm und hätte bei ihm auch keine Auswirkung aufs Gangbild.

    Was vielleicht noch zu erwähnen wäre ist, dass er hinten beidseitig extrem dreht. Das hat er aber schon immer gemacht und er wurde dadurch nie beeinträchtigt und ich habe auch nicht das Gefühl, dass sich das geändert hätte.

  • gitana gitana sagt:

    Man kann zu enge Hufe bzw. eingerollte Trachten in jedem Alter korrigieren, aber man muß es wollen und es ist mit Mehraufwand verbunden. Wahrscheinlich hat dein Schmied da keinen Bock drauf. Solche Sachen enstehen überhaupt erst durch falsche Hufbearbeitung.

    Für eine Korrektur ist es nie zu spät und sie ist immer wichtig, weil es Pferde gibt, die schon allein aufgrund zu enger Hufe lahmen. Das ist wie ein zu enger Schuh und irgendwann, auch wenn es Jahre dauert, tut das dann richtig weh. Solche Pferde kann man dann untersuchen und behandeln, so lange man will, da wird sich nichts ändern, so lange der Huf nicht geweitet wird. Vielleicht lahmt deiner wirklich nur aufgrund der Arthrose, aber vielleicht auch nicht, und es wäre zumindest eine Chance, daß sich was verbessert.

    Ein Eisenbeschlag noch dazu mit Steg ist aufgrund des Gewichtes und der Prellwirkung leider auch Gift für Arthrosebeine, da rettet auch die Luwexeinlage nicht mehr viel. Such dir mal einen richtig guten Huforthopäden. Wenn er nicht mehr oder nur noch ganz wenig geritten werden soll, braucht er ohnehin keine Eisen mehr.

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