wie schlimm ist ein Karpfenrücken wirklich für das Freizeitreiten?

By spacemausy | Rückenprobleme, Wirbelsäule, Rückenmuskulatur

Hallo!
Ich überlege für mich und meine Tochter einen 9jährigen Wallach mit Karpfenrücken zu kaufen. Er ist seit 6 Jahren in diesem Stall und wurde diese 6 Jahre als Schulpferd genutzt. Jeden den ich frage – die, die schon so lange im Stall sind – bestätigt mir, das er noch nie Probleme mit dem Rücken hatte. Er hat einen für ihn super sitzenden Sattel und arbeitet sehr gerne. Da meine Tochter gerade mal seit 2 Monaten reitet und ich eher ein Freizeitreiter bin, hat man mir gesagt, das sollte problemlos funktionieren. Vor vier Jahren wurden Bilder von seinem Rücken gemacht und im Bericht steht lediglich, das er für den „Reitsport“ nicht geeignet wäre. Meine Frage nun: soll ich es riskieren und was sollte ich max. inkl. Sattel bezahlen?
Danke

  • Avatar Monty sagt:

    9jährigen Wallach

    Er ist seit 6 Jahren in diesem Stall und wurde diese 6 Jahre als Schulpferd genutzt.

    Der geht also seit er dreijährig ist im Schulbetrieb? Wie alt war er als er angeritten wurde? :denk:

    Meine Frage nun: soll ich es riskieren und was sollte ich max. inkl. Sattel bezahlen?

    Ohne das Pferd zu kennen kann das wohl keiner reell beurteilen. Hast du denn niemand neutralen dort im Stall, der dir helfen kann?

    Per Ferndiagnose würde ich aber von dem Pferd abraten. Grund: siehe oben. :rolleyes:

  • Avatar Gambassi sagt:

    Du sagst, du bist ’nur‘ Freizeitreiter. Was bedeutet das, gehst du nur ins Gelände, oder kannst du ein Pferd auch korrekt Gymnastizieren und seine Muskulatur trainieren, d.h. ein bisschen dressurmäßige Arbeit mit ihm machen? Ich danke, das ist bei einem Pferd, das einen nicht idealen Rücken hat, wichtig.

    Ansonsten kommt es drauf an, wie extrem der Karpfenrücken ist und wie das Pferd sonst gebaut ist.

  • Avatar Ploco sagt:

    Per Ferndiagnose würde ich aber von dem Pferd abraten. Grund: siehe oben.

    Ich auch! Grund siehe unten!

    Vor vier Jahren wurden Bilder von seinem Rücken gemacht und im Bericht steht lediglich, das er für den „Reitsport“ nicht geeignet wäre.

  • Avatar missregina sagt:

    Wenn man kurz bei Wikipedia reinschaut findet man folgenden Satz:
    Karpfenrücken, eine Aufwölbung des Rückens, die dem Pferd die notwendige Flexibilität nimmt und es damit ebenfalls fürs Reiten unbrauchbar macht
    Ich würde mir persönlich nie ein Pferd mit Senk- oder Karpfenrücken kaufen. Ich frage mich auch warum man ein Pferd mit diesem Leiden 6 Jahre im Schulbetrieb laufen lassen muss :nix:
    Abgesehen davon, dass das Pferd sicher nicht viel kosten darf, ist es damit ja lange nicht getan. Die Tierarztkosten können ins Unermessliche gehen. Es gibt so viele Pferde auf dem Markt, warum suchst du dir nicht eines, dass zumindestens beim Kauf gesund ist?

  • Avatar Castellano sagt:

    Ein Pferd von mir hatte auch einen leichten Karpfenrücken und eine freiliegende Wirbelsäule. Er hatte damit nie Probleme, ist mittlerweile 7jährig und geht Dressur/Springen im A-L Bereich.

  • Avatar Diana sagt:

    Wir hatten mal ein Pferd mit Karpfenrücken und das war unbedenklich.
    Kommt sicher auch auf den Schweregrad an.
    Grundsätzlich macht ein Karpfenrücken ein Pferd nicht unbrauchbar.
    Und wenn er schon sechs Jahre damit im Schulbetrieb läuft, wird das wohl ein unbedenklicher Fall sein. :nix:

  • Avatar spacemausy sagt:

    Hallo Monty,

    sorry, da habe ich mich vertippt. Er geht seit 4 Jahren dort als Schulpferd!!!! (Hatte die Zahl 6 einmal unter dem Finger!!!!!!)

  • Avatar spacemausy sagt:

    Du sagst, du bist ’nur‘ Freizeitreiter. Was bedeutet das, gehst du nur ins Gelände, oder kannst du ein Pferd auch korrekt Gymnastizieren und seine Muskulatur trainieren, d.h. ein bisschen dressurmäßige Arbeit mit ihm machen? Ich danke, das ist bei einem Pferd, das einen nicht idealen Rücken hat, wichtig.

    Ansonsten kommt es drauf an, wie extrem der Karpfenrücken ist und wie das Pferd sonst gebaut ist.

    Du sagst, du bist ’nur‘ Freizeitreiter

    Also, ich bin – nachdem ich durch Reitunterricht mit 7 Jahren sattelfest war – im Gelände groß geworden. Habe nach 16 Jahren Reitpause vor einem halben Jahr wieder angefangen und schon einiges dazu gelernt. Wir haben dort eine sehr gute Bereiterin und Reitlehrerin, die mich dann zusammen mit dem Pferd unterrichten würde, damit ich ihn ergonomisch reiten kann. Die Frau die ihn seit 3 Monaten reitet (der Schulbetrieb wurde geschlossen) macht das auch super mit ihm und ich würde sie als RB behalten, damit sie ihn Korrektur reiten kann. Ich habe ihn schon mehrfach laufen sehen und er geht richtig gut. Man kann ihn sogar super aussitzen – trotz des Rückens. Die Meinungen die ich mir eingeholt habe, waren unabhängig von einander.

  • Avatar spacemausy sagt:

    Hallo Monty,

    sorry, da habe ich mich vertippt. Er geht seit 4 Jahren dort als Schulpferd!!!! (Hatte die Zahl 6 einmal unter dem Finger!!!!!!)

    Ach so, die Aussage das er für den „Reitsport“ nicht geeignet ist war darauf bezogen, das man mit ihm nicht von einem Turnier zum anderen gehen kann/sollte.

  • Avatar dat_julschen sagt:

    Grundsätzliches finde ich es ein gute Idee, ein ehemaliges Schulpferd zu kaufen.
    Zu dem Karpfenrücken kann man eigentlich erst was sagen, wenn man den gesehen hat. Es kommt halt auf den Grad an.

    Ich, für mich, würde so ein Pferd nicht kaufen wollen, dafür gibt es zuviele „gesunde“ Pferde auf dem Markt.
    Wenn ich euch aber in den jungen Kerl verguckt habt, ein RB sowie guter Reitunterricht vorhanden ist und das Pferdchen beschwerdefrei seit einigen Jahren Schüler getragen hat, dann steht dem Kauf wohl wenig im Weg.

  • Avatar spacemausy sagt:

    Abgesehen davon, dass das Pferd sicher nicht viel kosten darf, ist es damit ja lange nicht getan. Die Tierarztkosten können ins Unermessliche gehen. Es gibt so viele Pferde auf dem Markt, warum suchst du dir nicht eines, dass zumindestens beim Kauf gesund ist?

    Das ist eben die Frage – was darf er kosten inkl. seinem Sattel?
    Ich spiele halt mit dem Gedanken, weil ich weiß wo er her kommt, ich kenne die Besitzer, das gibt mir irgendwie ein gutes Gefühl. Klar gibt es eine Menge gesunder Pferde – aber so ist es z. B. das die Frau, die die Bilder von seinem Rücken hat machen lassen ihn deshalb nicht gekauft hat, hat sich einen 3jährigen gekauft (obwohl sie das Pferd mit dem Karpfenrücken abgöttisch liebt) und der hat seit einem Jahr sowas wie einen Bandscheibenvorfall.

  • Avatar Ploco sagt:

    Wenn Du das Pferd so gerne kaufen möchtest lass eine Ankaufsuntersuchung machen (incl. röntgen … auch Rücken nach 4 Jahren) und dann kostet er so viel wie er Dir Wert ist bzw. Du bereit bist zu bezahlen.

  • Avatar spacemausy sagt:

    Wenn ich euch aber in den jungen Kerl verguckt habt, ein RB sowie guter Reitunterricht vorhanden ist und das Pferdchen beschwerdefrei seit einigen Jahren Schüler getragen hat, dann steht dem Kauf wohl wenig im Weg.

    Auf ihm haben 4jährige Kinder sowie Erwachsene gelernt – er hat noch nie irgendwas gehabt und hat immer Freunde am Arbeiten.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Wie einige hier schon erwähnten, man kann dir nicht sagen, was er kosten darf/dürfte. Dazu gibt es für’s Internet zu viele unbekannte Faktoren, die beim Pferdekauf mit einfließen (sollten). Wenn deine RL doch vielleicht erfahren ist und ihn kennt, dann kann sie dir sicher auch einen ungefähren Wert nennen. Vielleicht hast du ja auch ein Foto und mehrere Angaben, dann könnte man vielleicht etwas dazu sagen.

  • Avatar spacemausy sagt:

    Vielen Dank an euch!
    Am Wochende wird meine Tochter mal Probereiten und dann ist es vielleicht auch ein Bauchgefühl.

  • Avatar HaffiAnni sagt:

    Hallo!

    Hm, ich habe keine Ahnung von Karpfenrücken.

    Ich persönlich würde dieses Pferd nicht kaufen. Aber auch nur, weil ich weiß wie Aufwendig ein krankes Pferd sein kann. Dann würde ich mir nicht von vornherein ein krankes Pferd holen. Auch wenn es momentan noch keine Probleme hat – irgendwann kommen sie vielleicht.
    Klar, ein Pferd was heute top gesund ist kann auch irgendwann mal krank werden. Aber die Chancen bei einem vorbelasteten Pferd sind halt höher.

    Andersherum hat es in meinen Augen auch jedes Pferd verdient geliebt zu werden, auch kranke.

    Von daher ziehe ich den Hut vor Menschen die wissentlich kranke Tiere aufnehmen und sich darüber im klaren sind, dass sich einiges verändern kann.

    Ich denke auch, dass du das so machen musst wie dein Bauchgefühl dir das vorgibt. Dabei würde ich aber dennoch den evtuellen Kostenfaktor nicht außer Acht lassen. Kannst du dir später ein evtl. krankes Pferd leisten und dann noch ein zweites (eines braucht man ja schließlich zum arbeiten 😀 ) und und und

    Hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber all zu viel würde ich jetzt nicht für das Pferd bezahlen. Schließlich werden die einen Kostenfaktor los und du lädst dir einen auf. Das war jetzt krass gesagt. :hug:

    Bin gespannt wie ihr euch entscheidet!

  • Avatar spacemausy sagt:

    Bin gespannt wie ihr euch entscheidet!

    ICH auch!!!!!!
    Was mir halt auch an ihm so gefällt ist, das er jeden Fehler verzeiht und meine Tochter reitet nun mal erst seit Monaten. Dabei ist er so geduldig und verschmust – und das bei seiner Größe. Im Gelände ist er zwar zur Zeit noch ein „Weichei“ aber erstmal würde ja nur ich mit ihm raus gehen und ihn an alles gewöhnen. Das man aber auch immer soooo schwere Entscheidungen treffen muss……….

  • Avatar Diana sagt:

    Ein Pferd mit einem Karpfenrücken ist kein krankes Pferd, sondern ein Pferd mit einem Gebäudefehler.
    Ein Karpfenrücken ist dabei belastbarer als ein Senkrücken.

  • Avatar Fiorella sagt:

    Ein Pferd mit einem Karpfenrücken ist kein krankes Pferd, sondern ein Pferd mit einem Gebäudefehler.
    Ein Karpfenrücken ist dabei belastbarer als ein Senkrücken.

    Genau so ist das.

    Mein jetzt 25-jähriger Rentner hat einen leichten Karpfenrücken.
    Er ist wegen diverser Blessuren im Ruhestand.

    Der Rücken ist allerdings bis heute einwandfrei. 😀

    Wenn euch das Pferd gefällt würde für mich nichts gegen einen Kauf sprechen. Zum Preis kann man aus der Ferne wenig sagen, denn er gibt ja auch noch andere wertbildende Faktoren.

    Gruss, Fio

  • Avatar Monty sagt:

    Hallo Monty,

    sorry, da habe ich mich vertippt. Er geht seit 4 Jahren dort als Schulpferd!!!! (Hatte die Zahl 6 einmal unter dem Finger!!!!!!)

    Dann ist auch mein Grund, warum ich vom Kauf abraten würde nicht mehr da. Wie andere schon schrieben, lass eine AKU machen, dann weißt du schon mehr.

    Ich habe meiner Tochter vor ein paar Wochen ein Pony gekauft, was auch einen leichten Ansatz eines Karpfenrückens hat(te). Da um die Wirbelsäule keine Muskulatur vorhanden war, sah das schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist. Es war aber zum Zeitpunkt des Kaufs nicht so schlimm, dass es einen Kauf für mich ausschloss. Inzwischen hat dieses Pony schon etwas zugelegt und ich bilde mir ein, das er auch schon anfängt Muskulatur aufzubauen. Der Rücken sieht jetzt fast normal aus.

    Ein Pferd mit einem extremen Karpfenrücken würde ich ablehnen (ich sah mir vor zwei Jahren mit Kasch ein Shetty an, was so einen runden Rücken hatte, das der Sattel am Besten auf dem Hals zu leigen kam :panik1: ), wenn es aber nicht zu doll ist, wäre das für mich kein Grund so ein Pferd nicht zu kaufen.

    Hast du nicht mal ein Foto von dem Rücken da?

  • Avatar ines sagt:

    ich habe ein pony gekauft trotz seines (leichten) karpenrückens, wegen seines charakters. zu sehen http://www.stall-takenberg.de/tierisch/tierisch.htm Puschkin, klick macht das bild groß. zur zeit des bildes kurz nach seiner ankunft. zweijähriger (noch :fies: ) hengst. überbaut, aber ich denke man kann den karpfenrücken erkennen(LWS) . Wir vermuten, dass er aus einer hohen raufe gefressen hat und daher seinen heftigen unterhals hat. hier verhält er sich trotz rossiger stuten auf der anderen seite des zaunes völlig unhengstig, er schreit nicht. hier frisst er zufrieden seinn gras und steht in einer herde mit einem shettywallach und zwei stuten (eine tragend) seit er tief gefüttert wird, die ostheopathin da war und wir ihn nicht wie die vorbesitzer vor der schleppe gehen lassen sieht der rücken schon besser aus 😀 so eine verändern wirst du bei deinem pferd aber vermutlich nicht mehr bewirken können. gruß

  • Avatar HaffiAnni sagt:

    Ein Gebäudefehler „kann“ aber dazu führen, dass es mal ein krankes Pferd sein wird. Ich selbst habe auch einen bzw. zwei Gebäudefehler. 24 Jahre habe ich prima damit gelebt ohne das überhaupt zu wissen und Leistungssport betrieben. Dennoch sind meine Knie nun schrott. Mit entsprechendem Muskeltraining kann man jeden Gebäudefehler unterstützen, aber auf Dauer ist immer irgendwo ein Verschleiß da. Leider…

    Im Moment wäre ich halt egoistisch und würde dieses Pferd (glaube ich!) nicht kaufen. Mag sein, dass ich da anders drüber denken würde wenn ich in space’s Situation wäre. Wohl eher wahrscheinlich, aber so nüchtern betrachtet eher NEIN. :nix:

  • Avatar ines sagt:

    wenn der 24 jahre damit lebt und dann nicht mehr voll geritten werden kann…

  • Avatar spacemausy sagt:

    Hallo Zusammen!
    Erstmal vielen Dank für die vielen Feedback´s. Meine Entscheidung ist gefallen!!!!!
    Zunächst haben wir ihn ein paar Mal geritten – und er hat meiner Tochter und mir viel viel Spaß bereitet. Dazu kommt, das er wirklich wirklich ein ganz toller Kerl ist. Nach weiteren Recherchen, halte ich den Rücken vorerst für unbedenklich. Was in 10 Jahren ist weiß natürlich niemand – genauso wie bei einem gesunden Pferd. Ab Freitag ist er nun uns – und wir freuen uns riesig auf ihn!!!!!!!!!! Drückt mir die Daumen, das wir laaaaaange Freude an ihm haben werden. :hurra:

  • Avatar Binchen sagt:

    Hallo, na dann mal herzlichen Glückwunsch und ich drück die Daumen, dass Du das nicht bereust. Viel Spaß mit eigenem Pferdchen

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