Wie Kopfkino in den Griff kriegen?

By Geisterlicht | Archiv: Allgemeine (Pferde)Themen

Ich traue mich mal, dieses Thema anzusprechen. Ich habe im Moment ein riesiges Thema mit meinem Kopfkino. Heißt konkret, ich warte praktisch drauf, daß mein Pferd Quatsch macht und traue mich kaum, ihn richtig vorwärts zu reiten. Seit unserem Stallwechsel ist es wirklich extrem. Meine neuen Mitreiter haben fast alle Pferde, die entweder sehr elektrisch sind oder bewußt Quatsch machen. Der eine neigt dazu, immer mal wieder fies anzutesten und mehr oder weniger unkontrollierbar durch die Halle zu pesen, um dann von seiner RB entweder vor der Wand oder den Strohballen gestoppt zu werden. Die M– und S-Pferde haben auch immer mal wieder einen Hau und springen auch schon mal mit allen 4en 1,40 m in die Höhe.

Dazu kommt, daß die Halle bei uns fast immer offen ist und man problemlos rein und raus kann. Die Seiten (bis auf eine Stirnseite) sind nur mit Wetterschutznetzen versehen und gerade die eine Seite ist für mein Pferd immer wieder besorgniserregend. Teilweise erschreckt er sich wirklich, teilweise veräppelt er mich da, um mehr laufen zu können, als ich gerade will.

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Im Moment komme ich damit überhaupt nicht klar. Ich sehe mich alle 5 Minuten im Dreck liegen und mein Pferd aus der Halle flitzen. Dabei weiß ich, daß ich das alles ziemlich gut sitzen kann. Gestern ist er so richtig fies mit mir durch die Halle gebuckelt, ohne daß ich auch nur ansatzweise in Wohnungsnot gekommen wäre. Das Geheimnis, um ihn wieder ruhiger zu bekommen, ist in der Regel Hand vor.

Habt ihr Tipps für mich, wie ich mich da wieder in den Griff kriege? Die Lösung ist nicht zwingend, besser reiten zu lernen. Theoretisch und praktisch kann ich alles, was ich in solchen Situationen brauche. Ich lasse mich nur von meiner eigenen Angst völlig einschüchtern und sitze dann auch genau so drauf. Ich kriege das zwar noch mit, kann aber nur begrenzt in der Situationo was dagegen tun.

  • fichtefucht sagt:

    Oh, mein Gott, Geisterlicht, das kenne ich nur zu gut von mir :hug:
    ich komm auch nicht mehr in Wohnungsnot, meine Rl sagt auch, ich soll mir einfach mehr zutrauen, denn mein Sitz sei gut, aber ich bekomm mein Kopfkino auch nicht in den Griff.
    Was wäre, wenn…..
    Man macht sich selber damit völlig fertig, die Unsicherheit überträgt sich aufs Pferd, der Teufelskreis ist da. ;(
    Wie ist dein Pferd denn im Gelände? Kannst du da erstmal wieder Vertrauen bekommen?
    Hat mir bei Theo gut geholfen..
    Auch, dass am Anfang die Rl drauf ist, um mir zu zeigen, dass er in der Halle gar nicht immer blöd tut, dann erst ich.
    jetzt macht sie das aber nicht mehr, sie meint, jetzt wär ich gut genug, ich muss es alleine schaffen.

    Kannst du zu absoluten Randzeiten ( zur Not nachts) in die Halle, wenn keine anderen da sind, die ihn aufheizen können?Hilft vielleicht auch, und zur Unterstützung ne gute einfühlsame Rl dazu, das hat bei mir ne Menge ausgemacht. Ich trau mich mit Theo viel mehr, wenn sie dabei ist, obwohl das ja Schwachsinn ist,aber gegen Gefühle ist man hat machtlos.
    Langsam fang ich wieder an, ihm zu vertrauen, dauert halt seine zeit.
    reite einfach nur in Situationen, wo du meinst,
    alles unter Kontrolle zu haben.
    Die Hauruck- Methode bringt bei unsicheren Reitern wie dir und mir gar nichts, hab ich zumindest bei mir festgestellt. :bite:
    Anfangs bin ich mit ihm in der Halle nicht an der kurzen Seite zum Parkplatz raus vorbeigeritten, hab immer vorher abgekürzt, weil er mir da ein paarmal abgespackt ist. :flucht:
    Nichts passiert, ich konnte es gut sitzen, trotzdem hatte ich Schiss inne Büx :kowa: :tuete:
    Meine Rl hat es akzeptiert. :ja:
    Dann nach einer Woche wurde der Abstand zur Bande immer kürzer, mittlerweile reite ich dran vorbei :attack:
    Wir brauchen halt Vertrauen, und das lässt sich nicht erzwingen, aber erarbeiten.
    Kopf hoch, du schaffst das :hug:

  • wurm wurm sagt:

    So wirklich kann ich da auch nicht helfen…wie ist er denn im gelände? oder draussen auf dem platz? Vielleicht findest du dort eine möglichkeit, wo er immer recht ruhig ist, das vertrauen in dich und dein pferd wiederzufinden…

  • Geisterlicht sagt:

    Wie ist dein Pferd denn im Gelände? Kannst du da erstmal wieder Vertrauen bekommen?

    Nein, definitiv nicht. Im Gelände bin ich ja noch bescheuerter. Und seitdem wir einige üble Durchgehattacken im Gelände hatten, ist das Vertrauen noch geringer. Er hat die Angewohnheit, wenn er sich erschreckt, alle Viere irgendwie zur Seite zu strecken, gerne einen Abstecher nach links zu machen, sich dabei einen halben Meter tiefer zu legen und dann wieder zurück. Danach geht er relativ ruhig weiter und ich bin hinüber.

    Kannst du zu absoluten Randzeiten ( zur Not nachts) in die Halle, wenn keine anderen da sind, die ihn aufheizen können?

    Solange keiner von hinten richtig an ihm vorbei oder gar noch auf ihn drauf brettert, findet er das alles höchstens interessant. Da kann ruhig einer so richtig Schaukelpferd spielen, interessiert ihn kaum. So eine Mini-Stampede (also 1 – 2 von hinten) findet er dann schon attraktiv. Auch da bin ich die Blöde, die unsicher wird. Man sieht bei ihm dann die Öhrchen nach vorne gehen, der Kopf geht etwas höher und der Blick ist so ganz leicht fasziniert „Interessant! Was macht der da???“

    Hilft vielleicht auch, und zur Unterstützung ne gute einfühlsame Rl dazu, das hat bei mir ne Menge ausgemacht. Ich trau mich mit Theo viel mehr, wenn sie dabei ist, obwohl das ja Schwachsinn ist,aber gegen Gefühle ist man hat machtlos.

    RL am Boden hilft auf alle Fälle, schon alleine, um mich zu beschäftigen und abzulenken. Derzeit bekommen wir aber nicht mehr als 1x wöchentlich hin. Letzte Woche fiel wegen Krankheit ihrerseits aus, diese Woche wegen Taubenschießaktion. Im Moment wechseln wir uns auch ab, 1x reitet sie, 1x reite ich.

    reite einfach nur in Situationen, wo du meinst,
    alles unter Kontrolle zu haben.[/quote)
    Und da beginnt die Krux an der Sache – der Herr bekommt so zu wenig Bewegung und Auslauf. 3 h Paddock alleine reichen ihm nur begrenzt und longieren kann ich entweder auf dem völlig matschigen Longierzirkel oder Sonntags nach 16 Uhr in der Halle. Oder auf deutsch gesagt, so gut wie gar nicht. Da hätte er nämlich mal die Möglichkeit, sich etwas auszutoben. Es kann auch sein, daß er 2 Tage steht und dann das netteste Pferd der Welt ist und am nächsten Tag hast Du ein Pulverfaß unter Dir.

    Kopf hoch, du schaffst das :hug:

    Danke Dir. Im Moment bin ich ziemlich am Ende.

    oder draussen auf dem platz? .

    Tja, das wird die Frage. Im Moment ist das alles noch supermatschig, da brauche ich gar nicht drauf zu gehen. Der Platz ist genau zwischen Halle, Silo (mit furchterregender Plane) und Mistplatz. Wenn dann noch ein LKW zur Futteranlieferung kommt, ist alles vorbei oder der Trecker rumfährt, vor dem er sonst nie Angst hatte.

  • fichtefucht sagt:

    Im Moment bin ich ziemlich am Ende.

    Auch das kenne ich :seufz:
    Glaub mir einfach, es wird :ja:

  • Cubano9 sagt:

    Zwar habe ich konkrete Lösungen für Dein Problem auch nicht, aber: Wenn es Dich tröstet – damit bist Du nicht allein.
    Bei mir war das ganz schlimm, als Frax vor gut anderthalb Jahren seine Flegelphase hatte. Da kamen zwei Dinge zusammen:Erstens WAR er bisweilen unberechenbar und zweitens hat meine Unsicherheit das ganze Problem noch verstärkt. Was mich angeht, neige ich da immer zum vermehrten festhalten. Dabei weiß ich genau,dass nix ihn mehr auf die Zinne bringt, wie das…
    Was tatsächlich geholfen hat: Reiten. Ganz egal, wie man drauf ist und ob man sich schon im Krankenhaus wähnt. Bei mir kam übrigens erschwerend hinzu, dass ich als Freiberufler darauf angewiesen bin,möglichst nicht auszufallen und dass ich immer mutterseelenallein auf der Finca war. Trotzdem habe ich mich immer wieder draufgequält. Nach einer besonders fiesen Attacke des Pferdes hat das allerdings drei Tage lang gedauert. Da war ich so stocksauer auf mich selbst, dass ich wieder rauf bin –und erst NACH der Einheit gemerkt habe, dass ich die ganze Zeit im Sturm geritten bin :doh: Und: Gemacht hat das Pferd rein gar nix. Ach ja – auch wenn es lapidar klingt: Singen hilft mir in solchen Situationen immer. Weil man nicht so gut verspannen kann, wenn man singt…

  • Geisterlicht sagt:

    Im Moment bin ich ziemlich am Ende.

    Auch das kenne ich :seufz:
    Glaub mir einfach, es wird :ja:

    Im Moment weiß ich es wirklich nicht. Ich reite jetzt seit 26 Jahren und je älter ich werde, umso blöder werde ich. Technisch zwar besser, aber vom Kopf her immer „irrer“

  • Cubano9 sagt:

    Das geht uns allen so,Geisterlicht –je älter man wird, desto bewusster wird einem nämlich, dass man eben nicht jedes Risiko gefahrlos eingehen kann. Die Folgen eines schweren Unfalls werden zudem auch immer plastischer, je älter man wird.

  • Talimeth sagt:

    Hi,
    beobachte Dich enmal: verändert sich Deine haltung,wenn Du unsicher wirst? Dies geschieht meist, da wir Primaten dazu neigen unsere Bauchfläche zu schüzten. In dieem Moment kommt es dann auch zur harten Hand (ist physologisch so-will ich jetzt nicht erklären).

    Was kann frau tun? erste mal: Geh die Sache ruhig an. Kennst Du Charly Brown? es gibt eine herrllchen Cartoons , da steht er mit hängendem Kopf da und meint, dass dies die Haltung sei, die er hat, wenn er deprimiert ist., Seine Freundin Sally richtete ihn dann auf. darauf meint er, dass er in dieser neuen haltung er seine Depression gar nciht mehr richtig genießen kann.
    D.h. unsere Körperhaltung spiegelt unsere Seele wieder und umgekehrt. Also können wir über die Körperhaltung auch die Psyche beeinflussen.

    Ich habe jetzt zwar ene Reihe von Übungen dafür zur Hand, doch sind die so abstrakt und im Forum schwierig zu beschreiben. Aber mach mal folgendes ganz Einfaches: Visiere mal Punkte an beim reiten, die in Deiner Augenhöhe liegen oder etwas höher. Und dann schaue die punkze so an, dass Du möglichst viel anderes dazu siehst. (Also das ganze Gegenteil von Tunnelblick).

    Probiere mal.-
    Gruß Talimeth
    PS: Atmen ist auch eine gute Idee- meine Idee mit Singen.

  • Ennah2 sagt:

    je älter ich werde, umso blöder werde ich. Technisch zwar besser, aber vom Kopf her immer „irrer“

    je älter man wird, desto bewusster wird einem nämlich, dass man eben nicht jedes Risiko gefahrlos eingehen kann.

    Stimmt. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich mit 16 (vor 40 Jahren :red: :tuete: ) in einem wilden Haufen im Jagdgalopp durch die finstere Nacht gedüst bin, wird mir nachträglich schlecht.
    Ich glaube, Jaleo ist momentan (durch die reduzierte Weidezeit, die Jahreszeit un d das etwas „einseitige“ Programm) nicht ausgelastet und wartet (natürlich) auf jede gute Gelegenheit, etwas Abwechslung in seinen/euren Alltag zu bringen. Hinzu kommt seine Krankengeschichte und die Tatsache, dass ihr – möglicherweise als Folge dessen – schon eine Weile lang miteinander ein wenig im Clinch liegt. Wann bist du das letzte Mal mit einem glücklichen Lächeln von ihm abgestiegen? Ist wohl schon eine Weile her – oder? Und dieses ungute Gefühl „da läuft etwas nicht so richtig“ nimmst du mit aufs Pferd (verständlicherweise!), und da baut es sich dann noch weiter auf. Eine blöde Situation :friend: ! (Und die durchknallenden Mitreiter-Pferde komplettieren das dann noch in wunderbarer Weise X( )
    Kannst du deine Reitzeit evtl. so legen, dass (fast) kein anderer Reiter in der Halle ist ? Dann deine Lieblings-CD in den Player einwerfen und ohne besondere Ansprüche an das Gereit losreiten. Sing ruhig mit – das macht locker! Ich hoffe, dass sich dann deine positive Stimmung auf das Pferd überträgt und ihr beide die Freude an der Bewegung empfinden könnt. Einfach locker, fröhlich, schwungvoll losreiten! Nicht an irgendwelche ehrgeizigen Ziele (Serien-Einerwechsel, etc. 😉 ) denken, nicht an „Arbeit“ oder an „K(r)ampf“ denken, sondern sich nur daran erfreuen, das ihr beide Spaß miteinander habt. Es geht NUR um euch beide – und der Rest der Welt interessiert euch einen feuchten Dr… Und glaub an das Pferd- er macht das nicht, um dich zu ärgern. Glaub daran, dass er gerne mit dir zusammen was Nettes machen möchte!
    Wenn ihr dann wieder Freude aneinander habt und entspannt (gelöst) seid, könnt ihr auch wieder konzentrierter arbeiten. Ich drück dir die Daumen :thumbsup: !

  • sabrell sagt:

    Das Problem, Geisterlicht, liegt darin, dass Dein Pferd sich wie ein Pferd verhält und Du Dich wie ein Mensch. Blöderweise kann das nicht zusammenkommen.

    Stimmt, das klingt banal – und ja, ist es auch.
    Das Pferd „denkt“ in Herden- und somit in Rangstukturen, d. h. Dein Pferd sucht, genetisch bedingt, Sicherheit in der Herde. Hat der Herdenführer seiner Ansicht nach nicht die nötige Qualifkation dafür, wird es versuchen, diesen „Job“ an sich zu reissen. In der „Zweierherde“ Reiter/Pferd funktioniert das nach dem gleichen Prinzip, genauso übrigens, wie es in der Kombi Fußgänger/Pferd funktioniert – und das Pferd unterscheidet diese beiden Kombinationen sehr wohl und sehr genau. So kann das Bodenhandling absolut problemlos sein, das Reithandling aber zur Katastophe ausarten.

    Zu Deiner Situation:
    Der Status Quo sieht so aus, dass Dir Dein Pferd die Rolle als Ranghöhere nicht wirklich abnimmt, weil Du diese Rolle aktuell nicht glaubhaft vermitteln kannst. Der Grundstein dafür ist vermutlich zu einem früheren Zeitpunkt – und das sehr wahrscheinlich völlig unbewußt – gelegt worden, Dein Pferd hat die Konstellation dann sicher einige Male angetestet, und hat im Zuge dessen herausgefunden, dass es schlechte Karten in Sachen Sicherheit hat, wenn es sich auf Dich verlässt. Für Dein Pferd also ein völlig normaler Vorgang.
    Genauso normal für Dein Pferd, sind die Konsequenzen, die es daraus gezogen hat – wenn DIE es nicht tut, dann tu‘ ICH es eben. Für Sicherheit sorgen nämlich. Und das in erster Linie für sich selbst. DU bist ihm in diesem Moment vergleichsweise egal – entweder Du folgst ihm auf der Flucht, oder eben nicht. Dein Pferd überlässt diese Entscheidung Dir.

    Nun hängt aber im Einzelfall die Reaktion Deines Pferdes von zwei Faktoren ab: a) ist es eher der ängstliche oder b) der selbstbewusste Typ.
    Ängstliche Typen gestalten ihr zukünftiges Verhalten in der Form, dass sie vor jedem Bandenfloh Reißaus nehmen, vor Allem und Jedem in mehr oder weniger großem Entsetzen davon laufen. Wer kennt nicht die berüchtigte Abschwitzdecke auf der Bande?
    Selbstbewusste Typen machen liebend gerne einen auf dicke Lippe, werden aufmüpfig und widersetzlich udn streiten dauernd mit Dir rum, ob sie DAS jetzt grade wirklich tun sollen oder ob man nicht doch lieber nochmal drüber diskutieren sollte.

    Den Schwarzen Peter hast in beiden Fällen Du.
    DEIN Job ist es nämlich, in welchem auch immer gearteten Umgang mit Deinem Pferd, für euer BEIDER Sicherheit zu sorgen – und zwar in den Augen Deines Pferdes (für Deine Sicherheit zu sorgen, fällt Dir ja nicht schwer). Das heißt, DU musst Deinem Pferd glaubhaft machen können, dass Du in der Lage bist, in jeder (und hier gilt die Einschätzung des Pferdes) Situation absolut und zweifelsfrei die Lage im Griff zu haben. Dann, und NUR dann, wird Dein Pferd nach einer gewissen „Überzeugungszeit“ den Job des Aufpassers wieder Dir übergeben.

    In der Praxis bedeutet das, dass Du Dir in für Dich brenzlichen Situationen, blitzschnell selbst klar machen musst, dass DAS DING gerade absolut nichts ist, wovor „man“ Angst haben müsste. DU hast ja auch keine Angst vor Abschwitzdecken und DU hast auch keine Angst vor anderen Reitern hinter Dir, genausowenig wie DU Angst vor Windnetzen und den vermeintlich dahinter lauernden „Gefahren“ hast.
    Nachdem Du Dir also blitzschnell selbst klar gemacht hast, dass Du ja ein tapferes Mädchen bist, kannst Du beginnen, das Deinem Pferd klar zu machen – indem Du lernst, solche Situationen souverän an Dir vorbeiziehen zu lassen. Deinem Pferd kannst Du solche Situationen leichter machen, wenn Du in weiser Voraussicht schon ein bisschen vorher anfängst, z. B. ein simples Schenkelweichen zu reiten, vorzugsweise mit der HH zum Feind. Bleib gelassen sitzen und wirke gelassen und möglichst nebenbei ein. Oder reite Volten, völlig unverkrampft, weil es auf die Linienführung gar nicht ankommt. Es kommt nur darauf an, dass sich Dein Pferd auf DICH konzentriert, was Du gut an seinen Ohren erkennen kannst – „guckt“ es Dich mit den Ohren an, hast DU seinen Kopf. Und lächle, das machts leichter 🙂

    Der Rest ist nur noch eine Zeitfrage.

  • waikiki sagt:

    bei mir liegts am älterwerden. :daumen:

    ist wahrscheinlich normal, dass man sich da mehr gedanken über die konsequenzen macht.

    ich habe ein absolutes verlaßpferd und eine knalltüte. der will einfach einen anlaß finden um zu toben.

    nach einer reitpause seit ostern(so eine zeitverschwendung!) ist er natürlich jetzt besonders lustig!

    morgen will ich da aber endlich wieder drauf. deshalb wird er seit einigen tagen wieder longiert und am boden gearbeitet, heute zweimal plus freiheit auf dem platz, da kann er mit seinem kumpel toben.somit ist er dann hoffentlich von stallmut befreit und entsprechend relaxt.

    morgen dann erst longe und in der zweiten einheit ein ruhiges reitprogramm.

    außerdem reite ich den mit kappe und weste, dann fühle ich mich wohler……….

  • Talimeth sagt:

    @sabrell: Das kann nur ein Mann geschrieben haben. Wenn ich Angst habe, habe ich Angst und dann muss ich die Angst in den Griff kriegen. Nicht verleugnen-denn Angst ist eine große Unfallgefahr. Deswgen muss neues Selbstvertrauen aufgebaut werden.
    Außerdem: Bin ich in die Sache versunken, fast meditativ, dann nehme ich mein Pferd darin mit. Und dann stört auch keine Abschwitzdecke. Reiten ist eine Frage des Geistes. Und dann habe ich auch keine Angst. D.h. ist auch eine Frage des Mandelkerns, d.h. eines der ältesten Hirnregionen.

    Gruß Talimeth

  • sabrell sagt:

    Nee, Talimeth, als ich das geschrieben habe, war ich nicht der Kerl, da war ich das Pferd.

  • Ennah2 sagt:

    Also, ich habe Geisterlicht im vergangenen Jahr auf diesem Pferd erlebt. Mein Eindruck: 1. Das Pferd wirkte nicht besonders ängstlich. 2. Geisterlicht selbst machte ebenfalls keinen erkennbaren ängstlichen Eindruck.
    Dennoch: In der momentanen Situation IST G. unsicher. Fragt sich bloß, woher diese Unsicherheit herrührt.
    Wie gesagt, ich hab die Beiden nur 1 x gesehen. Mein damaliger Eindruck: Das Gereite wirkte irgendwie angestrengt, mühsam. Das Pferd wirkte etwas triebig und die Reiterin hatte „viel zu arbeiten“. Ursache KÖNNTE die Krankengeschichte des Pferdes damals sein. G. hatte davon hier im Pforg berichtet.
    MÖGLICHERWEISE hat sich das Ganze hochgeschaukelt: Reiterin hat das Gefühl, das da was nicht so ganz stimmt (zumindest glaube ich, dass das Ergebnis ihrer Bemühungen auf diesem – nur diesem??? – Pferd nicht dem entspricht, was sie sich wünscht/vorstellt). Mit diesem negativen Gefühl „vorbelastet“ (und wahrscheinlich mit Selbstzweifeln /warum läuft das nicht so richtig, wer/was ist die Ursache?) steigt man dann wieder auf das Pferd, und das Pferd bemerkt diese negative/unsichere Ausstrahlung natürlich, fängt an zu kaspern etc. Das wiederum verstärkt die Unsicherheit bei der Reiterin. Das Ganze ist eine Spirale…
    Sigi, ich weiß nicht ob die von dir vorgeschlagene Autosuggestion hier so greift. Sicher ist, dass G.ihre positive Ausstrahlung (Souveränität) (wieder-) erlangen muss. Ob da allerdings ausreicht, dass man sich vergegenwärtigt, dass Abschwitzdecken keine Monster sind, wage ich zu bezweifeln. Die Zweifel/UNsicherheiten liegen da doch tiefer. Daher würde ich in solch einem Fall Stressfaktoren minimieren (durchknallende Pferde etc.) und Komponenten suchen, die bei mir (der Reiterin) eine positive Grundstimmung erzeugen/bzw. fördern. Daher: Angenehmes Ambiente (Musik, keine anderen Reiter, u.ä.), Erwartungen herunterschrauben, gemeinsame Bewegung erfühlen. Aus dieser Grundstimmung kann dann die reiterliche Souveränität erwachsen, die dem Pferd signalisiert: – bei mir bist du sicher
    – ich mag dich
    => es ist ertrebenswert, bei mir zu sein.

  • Cubano9 sagt:

    @Wenn ich Angst habe, habe ich Angst und dann muss ich die Angst in den Griff kriegen. Nicht verleugnen-denn Angst ist eine große Unfallgefahr. Deswgen muss neues Selbstvertrauen aufgebaut werden.
    Außerdem: Bin ich in die Sache versunken, fast meditativ, dann nehme ich mein Pferd darin mit. Und dann stört auch keine Abschwitzdecke. Reiten ist eine Frage des Geistes. Und dann habe ich auch keine Angst. D.h. ist auch eine Frage des Mandelkerns, d.h. eines der ältesten Hirnregionen.

    Gruß Talimeth

    Moins,
    stimmt, Talimeth: Ich muss meine Angst in den Griff bekommen und somit neues Selbstvertrauen aufbauen. Das gelingt mir aber nur dann, wenn mein Pferd sich tatsächlich auf mich verlässt und ich es souverän führen kann. Mit verleugnen hat das in meinen Augen nichts zu tun – ich kann wissen, dass ich Angst habe, und dieser Angst aktiv begegnen. Zum Beispiel, in dem ich konsequent vorwärts reite, anstatt festzuhalten.
    Was das meditative Reiten angeht: Das funktioniert in meinen Augen ganz sicher nicht, wenn ich Angst habe. Beide Gemütszustände stehen sozusagen diametral gegenüber. Es gibt mit Sicherheit meditative Trainingsmöglichkeiten, mit denen man den Zustand des versunken-seins erreichen kann. Aber ein Reiter mit Angst wird mit der Hilfe: „reite meditativ“ mit Sicherheit komplett überfordert sein. Die Souveränität kommt dann Stück für Stück zurück, wenn ich merke, dass meine Strategien gegenüber dem Pferd auch funktioniere; z.B. wenn die Autos auf der Straße uninteressant werden, wenn ich mein Pferd konstruktiv beschäftigte.

    Ennah:Nein, ich finde das Beispiel mit der Abschwitzdecke gar nicht zu kurz gedacht. Das Problem ist doch schlussendlich immer das Gleiche. Reiter denkt: Oh Mann, da vorn die Abschwitzdecke (oder der Trecker, die Plane, die Bandentür), gleich macht das Pferd bestimmt einen Satz. Folge: Reiter sitzt sofort anders (das können übrigens Nuancen sein), Pferd denkt sich: Oh, wenn die sich da oben verspannt – MUSS da was sein. Und reagiert exakt so, wie die Reiterin vorausgesehen hat. Wobei sie Ursache und Wirkung verwechselt. Das ist auch immer wieder schön bei einem Reiterwechsel zu beobachten. Hat der neue Reiter die Abschwitzdecke gar nicht auf dem Zettel, geht das Pferd im Allgemeinen völlig problemlos daran vorbei…

  • Ennah2 sagt:

    Ich muss meine Angst in den Griff bekommen und somit neues Selbstvertrauen aufbauen. Das gelingt mir aber nur dann, wenn mein Pferd sich tatsächlich auf mich verlässt und ich es souverän führen kann.

    = die Quadratur des Kreises 😀 Das Eine bedingt das Andere, daher verhindert das Fehlen des Einen auch das Andere. Wenn die Angst aber andere, tieferliegende, Gründe hat als die Befürchtung, vom Pferd zu fliegen, kann man das Problem nicht so simpel auflösen. Deshalb meine Idee, über die äußeren Rahmenbedingungen an die Sache heranzugehen.
    Möglicherweise ist die Angst, vom Pferd zu fallen, nur ein Ventil, um eine tieferliegende Angst (z.B., ich bin dem Pferd nicht gewachsen, finde nicht den richtigen Draht zu ihm, o.a.) auszudrücken.

    PS. :Interessantes Thema :ja:

  • Cubano9 sagt:

    Moins,
    @Ennah, über veränderte Rahmenbedingungen an die Sache heranzugehen, kann als Übergangslösung helfen. Nach meinen Erfahrungen aber verlagert das das Problem nur nach hinten. Beispiel: Frax war auf dem kleinen Reitplatz der Finca wunderbar zu reiten. Nur auf dem großen Platz machte er dieses Theater. Das war auch nur bedingt Renitenz. Die Autos fuhren direkt an dem Platz vorbei, und kamen teilweise auch sehr unvermittelt, weil die Straße vom Platz aus nicht gut zu sehen sehen war. Dazu kam: Auf der anderen Seite fuhren die Autos quasi oberhalb von ihm. Da ich aber den großen Platz nutzen wollte, half es mir gar nichts, übergangsmäßig auf den kleinen auszuweichen. Im Gegenteil. Da war alles prima, oben ging das Drama nahtlos weiter. Bis ich dann irgendwann gesagt habe: Okay, wir reiten jetzt nur noch oben. So lange, bis das braune Pferd das akzeptiert hat. Ging auch, hat aber halt etwas gedauert.
    Ach: Und Angst vorm runterfliegen ist es selten allein. Was mich angeht, mache ich mir z.B. viel mehr einen Kopf darum, was dem Pferd bei einem Sturz passieren könnte.

  • Talimeth sagt:

    @cubano: Ist richtig, ich habe etwas unzulässig verkürzt. Es gibt aber tatsächlich bestimmte Strategien, die man als Lehrer anwenden kann und die dann auch funktionieren. Bin grad dabei, über ähnliche Thematiken einen Riesenaufsatz zu schreiben.
    Mir geht es darum, dass es tatsächlich professionelle und hilfreiche Methoden gibt, damit umzugehen. Dazu zählt eben auch die Körperarbeit, die in der Summe einen sehr großen auch psychologischen Ertrag hat. Ich habe das selbst erlebt durch immerhin fast einem Jahrzehnt z.T. sehr intensiven Trainings. Dadurch bin ich selbst zu einem anderen Menschen geworden (oder zu mir zurückgekehrt?). IN bezug auf dieses Konzepts bin ich ein absoluter Hardliner, einfach weil es mir selbst so unendlich viel geholfen hat und nicht nur reiterlich. Das „meditative“ Reiten als Steigerung dessen ist auch für mich nicht immer erreichbar aber sicher die höchste Trainingsstufe. Ich habe sie aber bei einigen sehr guten Reitern beobachten könnenl. Sollte aber das Ziel sein und ist eigentlich vor allem das Reiten mit der beiden aber vor allem der rechten Gehirnhälfte. Hatte übrigens dieses Erlebnis vor kurzem einmal bei einer Handarbeitsdemonstration.

    Gruß Talimeth

  • ambra sagt:

    Ein wirklich interessantes Thema!!!

    und leider genau meins…

    Ich bin ja (nach Stürzen und dem gebrochenen Knie) die absolute Schissbuxe im Sattel. Ambra weiss das ganz genau, sie entspricht Sigis nicht ängstlichem Pferd und fragt bei jeder Anforderung nach.

    Unsere Situation hat sich so verfahren, dass wir miteinander einfach nicht mehr können… zu meiner Ehrenrettung sei gesagt, dass Ambra eine echte Rampensau sein kann und ich ein solches Pferd einfach nicht verkaufen kann und will. (so hat sie jetzt das grosse Los der Frührente gezogen und ist seitdem das entspannteste Pferd des Stalls).

    Ich steh mir selber im Weg… die stoischen ruhigen Pferde machen mir keine Angst! Die mag ich aber reiterlich nicht. Die mich reiterlich reizenden Pferde, machen mir Angst.

    Ich bin also so weit, dass ich erst mal wieder den Zugang finden muss und meine Angst (egal ob bewusst oder unbewusste Angst) in den Griff kriegen muss.

    Ich halte mich im übrigen auch für sattelfest (Ambra hat doch was gebracht 8) ), aber Verstand und Gefühl müssen sich halt nicht decken.

  • Cubano9 sagt:

    @Talimeth: Ich denke, jeder, der schon eine Zeitlang im Sattel saß, kennt solche meditativen Momente – um genau zu sein, machen sie einen Teil der Faszination Reiten aus. Auch, wenn man mir in solchen Augenblicken gern nachsagt, dass ich mit einem autistischen Lächeln auf dem Pferd sitze (wink zu Patti 😉 )
    Zum Kopfkino fällt mir übrigens gerade noch eine Episode ein, die ich bei Dominique Barbier gelesen habe: Er hatte mal eine sehr schwierige Stute, mit der er überhaupt nicht klarkam. Die ältere Besitzerin des Pferdes verordnete ihm daraufhin eine ebenso einfache, wie wirkungsvolle Kur: „Reiten sie um das Feld, und hören sie den Vögeln zu“. Und in dem Augenblick, wo Barbier eben nicht mehr ständig darauf fokussiert war, was in der nächsten Sekunde wieder passiert, wurde die Stute auch gelassen. Ich denke, in solchen Situationen kann es sehr hilfreich sein, so zu denken, wie ein Pferd. Und das dann umzusetzen.
    @Ambra: Mir ging das lange auch so wie Dir. Heute aber bin ich sehr froh, dass mein Brauner mittlerweile ein sehr verlässliches und souveränes Pferd ist. Allerdings hat der deshalb nicht weniger Temperament als früher, es ist nur einfach kanalisierbarer.

  • Geisterlicht sagt:

    beobachte Dich enmal: verändert sich Deine haltung,wenn Du unsicher wirst?

    Ich brauche mich gar nicht zu beobachten, ich weiß ganz genau, was in solchen Situationen abgeht. Ich sitze dann oben drauf wie ein verängstigter Affe auf dem Schleifstein und reiten schön von vorne nach hinten in bester Manier. Daß das völlig nach hinten losgeht, ist ja wohl klar. Ich kriege es meistens auch noch mit. Schultern gehen nach vorne, Beine dito, Oberschenkel machen dicht, ich ziehe am Zügel. Vom Feinsten, klassisches Lehrbeispiel.

    D.h. unsere Körperhaltung spiegelt unsere Seele wieder und umgekehrt. Also können wir über die Körperhaltung auch die Psyche beeinflussen.

    Wenn ich es schaffe, sauer auf den Kerl zu werden, schaffe ich es auch, mich wieder in die richtige Position zu bringen. Oberkörper zurück, Beine liegen ruhig am Pferd, ich komme zum Treiben. Nur dahin zu kommen… Dein Ansatz über Körperarbeit interessiert mich aus anderen Gründen auch sehr. Kannst Du mir dazu mehr erzählen, evtl. Literatur?

    wartet (natürlich) auf jede gute Gelegenheit, etwas Abwechslung in seinen/euren Alltag zu bringen.

    Aber sowas von… Ich habe ihn heute endlich mal wieder an die Longe nehmen können. Innerhalb von 3 Minuten schraubte er sich aus einer vergleichbaren Situation – oh Gott, da ist das Nichts, jetzt muß ich mich erschrecken – mit allen Vieren bis auf Bandenhöhe (ca. 1,30 – 1,40 m) und ab ging die Luzie. Nach 45 Minuten war alles nicht mehr ganz so dramatisch, aber erschrecken konnten wir uns immer noch und ich lasse den Kerl wirklich arbeiten. Bis dahin hatte er die Buckel-Spring-Aktion noch 5x gemacht. Einmal so heftig, daß er die äußere Longe der DL auf dem Rücken hatte…

    Wann bist du das letzte Mal mit einem glücklichen Lächeln von ihm abgestiegen? Ist wohl schon eine Weile her – oder?

    Dienstag. Da hatte er 2 Tage gestanden und war oberbrav und locker, ging sofort an den Zügel und war angenehm zu reiten – für seine momentanen Verhältnisse. Im Moment läuft allerdings wenig gut, außer daß wir wieder gut rechts angaloppieren können. Er ist hart in der Hand, schwer nach unten zu reiten, sehr wenig konstant, links bretthart, rechts völlig überstellt ohne daß ich irgendwas tue. Das macht alles noch schwieriger. Eigentlich müßte ich dann noch mal die Osteopathin drübergucken lassen. Da kriege ich als Hausaufgabe aber sicher wieder 1 – 2 Wochen longieren und das kann ich nicht.

    Kannst du deine Reitzeit evtl. so legen, dass (fast) kein anderer Reiter in der Halle ist ? Dann deine Lieblings-CD in den Player einwerfen und ohne besondere Ansprüche an das Gereit losreiten. Sing ruhig mit

    Unberechenbar. Du weißt nie vorher, wer wann da ist, ob noch Unterricht läuft oder wer spät nach Hause gekommen ist. Wenn ich erst nach 8 reite, ist es auch nicht sicher, daß ich alleine bin und obendrein kriege ich dann weder den Kerl trocken vor 10 noch was zu essen.

    Singen ist so ne Sache. Mein Pferd mag meine Liedauswahl nicht besonders :red: Das einzige, worauf er gut reagiert, ist „Von guten Mächten“ und dafür fehlt mir derzeit die Luft :doh:

    Nicht an irgendwelche ehrgeizigen Ziele

    Wenn es ein ehrgeiziges Ziel ist, daß mein Pferd vorwärts-abwärts am Zügel geht, ähnlich wie Du es in Bad Oldesloe gesehen hast, dann habe ich in der Tat ein riesiges Problem.

    der will einfach einen anlaß finden um zu toben.

    Im Moment ist das so.

    @sabrell: Das kann nur ein Mann geschrieben haben.

    Stimmt. Sigi, Du hast nicht den Hauch einer Ahnung, wovon ich spreche. Freu Dich, ist nämlich wirklich ein ätzendes Gefühl. Das ist weder ein Problem von self-fullfilling prophecies noch primär ein Autoritätsproblem. Ich mache mir mein Problem da selbst.

    Nein, ich finde das Beispiel mit der Abschwitzdecke gar nicht zu kurz gedacht.

    Doch, in gewisser Weise schon. In der Regel gibt es nämlich keinen für mich erkennbaren Grund, warum er zur Seite springt, wenn er es denn tut. Also kann ich mich gar nicht drauf vorbereiten, daß er ja genau da springen könnte.

    Gestern hatte ich eine Situation, wo ich dachte, so jetzt wird er ruhiger, jetzt können wir anfangen, Tempounterschiede im Trab reiten (zu seiner Beschäftigung ohne Anspruch an Schönheit oder Korrektheit). Für weniger als eine Sekunde habe ich mich entspannt und schwups sprang der Kerl wieder zur Seite. Das ist doch sch… Was hilft mir da das Beispiel von Dominique Barbier, wenn ich sofort eine solche Quittung bekomme?

  • sabrell sagt:

    Stimmt. Sigi, Du hast nicht den Hauch einer Ahnung, wovon ich spreche. Freu Dich, ist nämlich wirklich ein ätzendes Gefühl.

    Natürlich freue ich mich, nicht immer ist Ahnung haben ein Segen.
    Ich gehe dann mal in mich und denke angestrengt darüber nach, woran es gelegen haben könnte, dass es, in vergleichbaren Situationen in den letzten paar Vierzehntagen, immer funktioniert hat. Ich bin zuversichtlich, das herausfinden zu können. Danke für den Hinweis 🙂

  • Ennah2 sagt:

    Gestern hatte ich eine Situation, wo ich dachte, so jetzt wird er ruhiger, jetzt können wir anfangen, Tempounterschiede im Trab reiten (zu seiner Beschäftigung ohne Anspruch an Schönheit oder Korrektheit). Für weniger als eine Sekunde habe ich mich entspannt und schwups sprang der Kerl wieder zur Seite. Das ist doch sch… Was hilft mir da das Beispiel von Dominique Barbier, wenn ich sofort eine solche Quittung bekomme?

    Das hört sich aber doch danach an, dass es um Positionskämpfe geht. Er ist offensichtlich nicht bereit und/oder in der Lage, dir zuzuhören, sondern will /muss seine Action haben (wohl momentan besonders heftig, weil er nicht richtig ausgelastet ist.) Er hat deine Entspannung als Führungsschwäche interpretiert und sofort für seine „lustigen Spielchen“ ausgenutzt. Sprich: Ihr belauert euch gegenseitig. Du ihn auch, weil du immer befürchtest, dass die nächste Explosion unmittelbar bevorsteht. Eine unschöne Situation! Rein theoretisch würde ich sagen: Rahmenbedingungen ändern: viel Weidegang, viel abwechslungsreiche Beschäftigung (eine neue RB hast du wohl auch noch nicht gefunden unter diesen Voraussetzungen, oder? ). Wie ist er denn drauf, wenn du Reitunterricht hast? Setzt sich der /die RL auch auf ihn drauf, wie verhält er sich dann?

  • waikiki sagt:

    die denk an die vöglein-theorie ist mit verlaub blödsinn.

    ein pferd bringt gewisse eigenheiten einfach mit. in grenzen kann man über gute arbeit tatsächlich was erreichen und sicher spürt ein pferd die stimmung seines reiters, aber eine rakete wird eine rakete bleiben und die schlafmütze wird eher nicht zur schwebenden elfe.

    aus einer günstigen umgebung,der optimalen haltung und fütterung dem idealmaß an bewegung und beschäftigung sowie gekonntem reiten, üben und fleiß- lässt sich schon was zaubern, doch oft sind eben die gegebenheiten nicht so.

    die frage ist ja auch welche prioritäten man hat und wieviel zeit/geld/einsatzfreude,um sein ziel zu erreichen.

    ich z.b. konnte heute wunderbareweise den schwarzen peter an meinen mann weitergeben, der einfach sicherer sitzt, im notfall auch mal nachdrücklicher ausbremst, keinen schiß, aber dafür viel ruhe hat.

    da zuckt der schwarze bomber und hüpft vielleicht 1m weg, wo er mit mir ggf. unter der decke klebt und ich im sand.

    schön fröhlich sind die beiden durch die halle gejoggt und für das feintuning bin ich dann zuständig, wenn herr pferd sein persönliches sportprogramm beendet hat und bereit ist mir zuzuhören.

    am langen zügel ist es genau andersherum, da bin ich besser als mein mann, also mach ich die heiklen sachen und er longiert ihn einfach nur.

    jedenfalls eins ist sicher- an zwitschernde vögelchen denkt keiner von uns! trotzdem sind wir nicht verkniffen und können freudig mit diesem lustigen pferd arbeiten.

    ich kann mich jedenfalls gut in die situation hineinversetzen, wie fies es ist den kontrollverlust zu fürchten!!

    die frage ist letzlich inwieweit veränderungen praktikabel sind.

  • Cubano9 sagt:

    Stimmt. Sigi, Du hast nicht den Hauch einer Ahnung, wovon ich spreche. Freu Dich, ist nämlich wirklich ein ätzendes Gefühl. Das ist weder ein Problem von self-fullfilling prophecies noch primär ein Autoritätsproblem. Ich mache mir mein Problem da selbst.

    Guten Morgen,
    doch, hat er – Kerl hin oder her. Denn genau die Strategie, die er hier beschreibt, habe ich bei Frax angewandt. Und bei dem völlig irren Faraòn. Jeweils mit Erfolg. Und ich bin nun eindeutig kein Kerl 🙂
    Aber Du hast einen Fehler in der Denke: In dem Moment, wo Du Dir das Problem selbst machst, HAST Du auch schon ein Autoritätsproblem. Weil Pferde deutlich schneller im Entschlüsseln unserer Körpersignale sind. Und weil Dein Pferd genau in dem Moment an Deiner Führungsqualität zweifelt und sich diese Zweifel in allerlei Unsinn entladen. Und auch das, was Du gestern noch zu Deiner Problematik geschrieben hast, erzählt genau DIESE Geschichte. Vielleicht wäre der Ansatz über Körperarbeit tatsächlich was für Dich.

  • Wattreiter Wattreiter sagt:

    Wie wäre es denn, wenn du mit ihm Dinge übst, die er bis dahin noch gar nicht kannte?
    Er muß sich dann auf völlig neue Anforderungen konzentrieren, die ihn beschäftigen.
    Wenn du also dein übliches Dressurprogramm einmal ganz bei Seite nimmst, das Tempo völlig rausnimmst und stattdessen z.B. Übungen aus dem Westernreiten machst!
    Ist dein Pferd schon rückwärts durch ein Stangen-L gegangen? Rückwärts in Schlangenlinien durch eine reihe Pylonen gezierkelt?
    Hinterhandwendungen Schritt-Pause-Schritt-Pause?
    Es gibt eine ganze Reihe langsamer Übungen, die der Kontrolle und Konzentration dienen.
    Vielleicht geben dir solche Übungen etwas mehr Vertrauen zurück und du kannst danach dein Pferd auch wieder loben!
    Ich habe festgestellt, daß sich die Reiter-Pferd Beziehung und das Vertrauen zueinander extrem verbessert, wenn man einen positiven Abschluß der Trainingseinheit erzielen kann. Dabei ist es eher unerheblich, wie schwierig oder anspruchsvoll die Übungen sind.
    Ein dickes Lob fördert die Freude am Pferd!

  • Quidam sagt:

    Kopfkino… :rolleyes:

    Kasimir stolperte immer recht viel zu Anfang – einmal bin ich sogar deshalb geflogen. Bei einem weiteren Mal war ich froh einen Helm zu tragen, weil er so schnell wieder hoch kam, das unsere Köpfe sich guten Tag sagten…

    Ich hatte ziemlichen Stress Kasimir am langen Zügel gehen zu lassen, weil ich bei jeder kleinsten Unregelmäßigkeit am Boden Angst hatte, das er wieder stolpert. Naja, über kurz oder lang hatten wir uns deshalb nen netten Unterhals antrainiert, weil ich das Gefühl hatte ich muss ihn vorne halten – völliger Schwachsinn :doh:

    Aber genau der Unterhals und das Gespräch über diesen mit meinem RL haben mich dazu gebracht mich zu zwingen NICHT an das Stolpern zu denken. Auch mein Sitz wurde intensiv korrigiert, nämlich bequem zu sitzen und nicht immer im „Jungpferde-Entlastungssitz“ :ja: Somit hing ich weniger auf der Vorhand, gab Kasimir die nötige Sicherheit und das Stolpern wurde von mal zu mal weniger. Mittlerweile kann ich am langen Zügel reiten ohne ständig ans Stolpern zu denken 🙂

  • JAusten sagt:

    Du hast Angst und daneben wächst m.M.n. kein Kraut. Das Verhaltes Deines Pferdes beruht auf eben Deiner Angst bzw. wenn der zur Seite hüpft löst das offenbar bei Dir eine regelrechte Panik aus. Ferndiagnosen können nicht hilfreich sein, da wirst Du Dir sozusagen vor Ort selbst helfen müssen. Gibt es dann niemanden, der Dich in Deinem Stall mit Deinem Problem unterstützen könnte? Jemand der keine Angst vor hüpfenden Pferden hat und Dein Pferd abreitet bevor Du in den Sattel steigst. Der bei Dir bleibt (in der Halle) und Dir immer wieder Anregungen gibt und ggfs. sofort in den Sattel steigt, wenn Du Dich unwohl fühlst?

  • Geisterlicht sagt:

    @Ennah: Ich habe noch nicht mal den Hauch einer RB in Sicht. Hier ist die Auswahl so groß, daß man sich nicht unbedingt auf einen kleinen Spanier, der auch noch außerhalb und fast nur mit dem Auto erreichbar steht, rumärgern muß. Die nächsten 3, max. 4 Wochen wird ihn 2x die Woche Peters RB mitreiten, vor allem, um mir zeitlich Entlastung zu verschaffen. Zu allem Überfluß bin ich nämlich arbeitstechnisch die 6. Woche alleine, Ende nicht in Sicht, und muß mich um die komplette Bande kümmern. Da ich da auch noch ein paar Baustellen aufgemacht habe, ist das gerade nicht ohne. Eine Dauerlösung ist Peters RB auf alle Fälle nicht.

    Im Unterricht haben wir auch immer wieder unsere Diskussionen, schaffen es aber schneller, uns zu fokussieren. Bei meiner RLin versucht er so gewisse Dinge natürlich auch immer wieder, aber sie hat ihn wesentlich schneller wieder und kann über seine Attacken eher lachen. Dafür ist sie aber auch Pferdewirtschaftsmeisterin. Sie rät mir im Moment dazu, ihm mehr im Nacken zu sitzen und ihn nicht wegzulassen, wenn er mal wieder seine Eskapaden treibt.

    Mehr Weidegang ist leichter gesagt, als getan. An der Stelle verweise ich mal auf meinen Stallsuchthread aus dem letzten Jahr.

    @Cubano: Wer noch nie wirklich in der Situation gewesen ist, kann das nicht wirklich nachfühlen. Das hat mit Mann sein oder nicht verhältnismäßig wenig zu tun. Und Sigi war vermutlich noch nie an der Stelle.

    @Wattreiter: unser übliches Dressurprogramm besteht derzeit aus Schritt, Trab, Galopp, vielen Übergängen, Tempowechsel innerhalb der Gangart und das ganze auf mehr oder weniger großen Linien. Gelegentlich garniert mit Schenkelweichen, Ansätzen von Traversalen und auch mal eine Hinterhandwendung. Der ist weit davon entfernt, überfordert zu sein. Über Stangen fällt er gerne, egal in welcher Höhe, egal, wie er davor kommt. Rückwärts legen wir uns wahrscheinlich gemeinsam auf die Nase :doh: Vorwärts haben wir das schon gemacht, auch Schenkelweichen über die Länge der Stange. Fordert mich mehr als ihn, ihm scheint das relativ egal zu sein, ob er auf die Stange tritt oder nicht. Solange ich mit anderen in der Halle bin, habe ich auch Schwierigkeiten, mir da Stangen hinzulegen. Das wird kaum toleriert, wenn man gerade versucht, Pirouetten und 3er-Wechsel zu erarbeiten. Da wir quasi 3 Stallgassen haben, weißt Du auch nie, wer wann da ist und reiten will. Ich werde mal sehen, was sich da noch an Abwechslung organisieren läßt.

  • Geisterlicht sagt:

    @JAusten: Nein, da gibt es im Moment definitiv keinen. Diejenige, die das könnte und die sehr genau weiß, wovon ich spreche, weil selbst mehr als einmal in der Situation gewesen, hat derzeit selbst 4 Pferde, um die sie sich kümmern muß. Einer schwieriger als der andere. Der Rest ist nicht sicher bzw. gut/erfahren genug, um das Thema in den Griff zu kriegen.

    Natürlich habe ich auch darüber nachgedacht, ihn in Beritt zu geben, um mal einige Dinge nachhaltiger zu klären. Das löst allerdings mein ureigenes Problem nicht.

  • Geisterlicht sagt:

    Bleib gelassen sitzen und wirke gelassen und möglichst nebenbei ein. Oder reite Volten, völlig unverkrampft, weil es auf die Linienführung gar nicht ankommt. Es kommt nur darauf an, dass sich Dein Pferd auf DICH konzentriert, was Du gut an seinen Ohren erkennen kannst

    Es ist fast unmöglich, wirklich gelassen zu sitzen, wenn Du in dem Moment echte Angst schiebst. So tief kannst Du gar nicht atmen, um blitzschnell wieder runterzukommen.

    Mein Pferd ist auch nicht der ängstliche Typ. Natürlich erschreckt er sich mal wirklich, aber der kriegt definitiv keine Panik. Letzte Woche fiel auf der Stallgasse neben ihm eine Heugabel um und landete mit dem Stielende ca. 20 cm neben seinen Hufen. Der hat nicht mal mit den Ohren gezuckt! Der ist derzeit eher renitent und ich kriege das gerade überhaupt nicht gewechselt, weil ich sofort – auch gerne grundlos – Angst bekomme.

  • sabrell sagt:

    Und Sigi war vermutlich noch nie an der Stelle.

    Wo denkst Du hin – natürlich nicht. Ich hatte 35 Jahre und aktuell 909 Pferde lang, einfach ein scheiß Glück 😀

    LG Sigi – der jetzt mal gucken geht, was der Mandelkern unserer Gäule so treibt.

  • JAusten sagt:

    Und Sigi war vermutlich noch nie an der Stelle.

    Wo denkst Du hin – natürlich nicht. Ich hatte 35 Jahre und aktuell 909 Pferde lang, einfach ein scheiß Glück 😀

    LG Sigi – der jetzt mal gucken geht, was der Mandelkern unserer Gäule so treibt.

    Tja, das glaube ich nicht *gg*. Jeder ist im Laufe seines „Reiter“lebens schon mal an seine persönliche Grenze gestoßen (pferdetechnisch). Bei Dir ist das Problem ja auch gar nicht das Pferd, sondern Du und Deine Angst. Beritt und RU zusammen, da könnte Dir geholfen werden. Soll heißen, erst der RL druff, dann Du, dann wieder die RL. Beritt allein würde Dir gar nichts bringen. Der Bereiter wird die von Dir genannten Probleme nicht haben und das Pferd wird funktionieren. Der Bereiter hat keine Angst und somit Dein Pferd auch nicht.

  • Geisterlicht sagt:

    Ja, JAusten, das sehe ich genauso. Leider kriegen wir mehr als einmal wöchentlich nicht hin.

  • JAusten sagt:

    Dachte ich mir schon, darum ja auch die Frage, ob Du keinen hast, der Dir helfen kann. Muss ja kein RL sein, kann auch eine Freundin sein, die auch reitet oder in dem Stall steht. Sozusagen jemand aus dem persönlichen Pferdenetzwerk. Habe ich z.B., ich habe ein Pferdefreundinnennetzwerk und somit immer Hilfe, egal wobei.

  • Geisterlicht sagt:

    Hier halten Pferdefreundschaften bis 1 Monat nach Stallwechsel und unser Stall ist sehr klein. Es gibt neben mir nur 3 Einsteller + 3 Reitbeteiligungen. Die eine davon habe ich noch nie bewußt gesehen, die zweite kann wirklich nicht reiten und die dritte wäre ebenfalls überfordert.

  • Dinah sagt:

    Moin.
    Auch ich bin eine seit Jahren immer wieder angstgebeutelte Reiterin, mit einem sehr selbstbewussten Pferd, für das ich auch keine RB finden würde, weils keiner reiten mag.
    Nachdem es vom Boden zwischen der Stute und mir, nach viel Training an mir um souveräner zu werden, schon deutlich besser wurde, gab es immer wieder beängstigende Situationen im Sattel, so dass sich im Laufe der Zeit (auch bedingt durch in paar Stürze) ein „Angstknubbel“ im Bauch verfestigt hatte und mir massiv im Weg stand.
    In den letzten 3 Jahren hatte der sich durch meine damalige RL schon gelockert und war teilweise in den Hintergrund getreten, krabbelte mir aber bei der kleinsten Kleinigkeit immer wieder ins Bewusstsein.
    In der Bahn unter „Aufsicht“ ging vieles, da konnte (und kann) ich beängstigende Dinge ausprobieren, wie z.B. im Galopp auch mal „Gas geben“. :doh: Da meine RL wegzog, stand ich fast ein Jahr ohne Unterricht da und alle Probleme kamen wieder aus den Löchern gekrochen…. in der Bahn kommt uns ein Pferd entgegen – wir kleben fast an der Wand…. draussen hustet ein Floh – Stute dreht blitzschnell um und nimmt mich mit viel Glück dabei mit…. alleine im Gelände grosses Drama bei pferdefressenden, raschelnden Büschen u.ä., so dass ich abgestiegen bin und geführt hab…
    Seit einigen Monaten versuche ich mich an dem, was Sigi beschreibt, und ich kann mittlerweile sagen, dass es dem Pferd und mir damit deutlich besser geht und der Angstknubbel sich momentan verflüchtigt hat. :hurra: Sogar alleine ausreiten hat manchmal schon fast entspannte Züge und in kritischen Situationen falle ich nicht mehr gleich in Schreckstarre, sondern versuche dem Pferd klar zu machen, dass ich die „Gefahr“ auch erkannt hab, aber als nicht lebensbedrohend für uns beide eingestuft hab.
    Der Weg dahin war und ist für mich sehr anstrengend und nervenaufreibend, aber im Moment bin ich glücklich und habe wieder viel öfter Spass am reiten, als noch vor ein paar Monaten. 😀

  • Tibatong sagt:

    Wo denkst Du hin – natürlich nicht. Ich hatte 35 Jahre und aktuell 909 Pferde lang, einfach ein scheiß Glück 😀 LG Sigi – der jetzt mal gucken geht, was der Mandelkern unserer Gäule so treibt.

    Tja, das glaube ich nicht *gg*.

    Ich beantrage mal wieder die Einführung des Ironiesmilies

  • JAusten sagt:

    Jep, der Reiter muss das A-Tier sein, sonst funzt es nicht. Kann der Reiter das nicht, weil er z.B. Angst hat, übernimmt der Gaul die Führung und macht was er will und dem Reiter noch mehr Angst. Ich würde versuchen mir Hilfe zu besorgen, kann mich aber nicht wirklich in ängstliche Reiter reinversetzen. Ich hatte noch nie Angst und weiß somit auch keinen guten Rat.

  • Tibatong sagt:

    Ich hatte noch nie Angst und weiß somit auch keinen guten Rat.

    Hm, ist glaube ich auch immer die Frage, wie man „Angst“ definiert… Die einen bezeichnen es schon als Angst, wenn einem in bestimmten Situationen auf dem Pferd mal das Adrenalin hoch geht, die anderen sagen, sie hätten nie Angst. Ich nenne es gerne positiv ausgedrückt „Respekt“ und ich bin definitiv schon öfter mit sehr großem Respekt auf einige Pferde gestiegen und war auch manchmal froh, wenn ich wieder heile runter war. Aber – und das lässt mich hoffen – es wird besser, je öfter ich mich einer solchen Situation aussetzte, umso souveräner wurde ich – in meinem reiterlichen Rahmen.

    Sehr geholfen hat mir dabei auch die Zeit im Rennstall, das härtet ziemlich ab und nimmt einem die Angst vor Kontrollverlust :tuete:

  • JAusten sagt:

    Ja, natürlich ist das für jeden unterschiedlich. Ich habe keine Angst, wenn ein Pferd zur Seite springt oder versucht abzuhauen/durchzustarten. Sicherlich schaue ich, dass ich mich erst gar nicht in riskante Situationen bringen und versuche den Gaul und mich im Griff zu haben. Grundsätzlich aber steige ich in den Sattel und reite los, ohne mir vorher Gedanken über x-verschiedene Situationen zu machen, die eintreten könnten. Ich bin schwer gestürzt und war 2 x damit im KKH, einmal eine Nacht auf Intensiv. Ich steige nach wie vor ohne irgendeinen ängstlichen Gedanken in jeden Sattel, auf jedes Pferd.

  • Watson Watson sagt:

    Jeder geht anders damit um. Nach meinem Unfall damals mit 2 Wochen KKH und insgesamt 7 Wochen zu Hause fragte auch jeder „aber zum Pferd gehst du ja wohl nicht mehr“. Die haben mich alles für verrückt erklärt. Aber ich hab ja auch nicht drauf gesessen, dann wäre mir ja nix passiert 😀

    Mir kommen immer nur dann dinge in den Sinn, die passieren könnten, wenn ich auf dem Pferd sitz und unterbeschäftigt bin. Dann geht das Kopfkino los. Versuch doch einfach nicht das Pferd vorwärts zu reiten, sondern DICH zu fordern. Deinen Kopf anderweitig zu beschäftigen und wenn es gar nicht geht, dann absteigen und vom Boden arbeiten. Sonst wirds nur schlimmer. :hug:

  • Ielke sagt:

    Ich finde die Idee mit dem „Vogelzwitschern“ gar nicht so daneben. Meine Variante in einer unsicheren Phase war auch, mich „abzulenken“, indem ich mir ne Choreographie zu ner Kür ausgedacht und geritten habe. Ich dachte dann weniger an all die äußeren Bedingungen, sondern „jetzt musst du diese-oder-jenen Kringel reiten“ oder „jetzt kommt diese-oder-jene Gangart“. Wie es aussah, war egal – teilweise nicht wirklich schön. Aaaaber: Ich habe zunächst mein Programm durchgezogen, und je öfter ich dies gemacht habe, umso besser wurde es.

  • kuwi sagt:

    Ich hatte vor Jahren eine ungarische Stute ( 3 Jahre aufgewachsen in „freier Wildbahn“ und dann sehr traumatischen Einreiterlebnissen ), mit der ich wirklich mehr als heftige Erlebnisse hatte.

    Weil ich damals noch ziemlich jung war 😀 hatte ich nie „Angst“ als solches empfunden – aber es war jedes Mal beim Umgang mit ihr diese winzig kleine, hauchzarte Idee im Hinterkopf: „uuups – da hinten könnte sie wieder losfetzen / durchgehen / sich losreissen usw…“
    und das brave Pferd hat mich auch nie enttäuscht: kaum war der Gedanke zu Ende gedacht, passierte auch schon was und der (unberechigte ) Zorn auf das Pferd wuchs – gepaart mit steigender Unlust, sich mit dem „doofen Bock“ ständig in solche unlustigen Gefahrsituationen zu begeben.

    Geholfen hat zum Teil die Einsicht, daß das Verhalten der Stute eine reine Reflexion des hypersensiblen Pferdes auf meine „Ängste“ war. Kaum entstand im Kopf auch nur die Idee eines möglichen Zwischenfalles, veränderte sich meine Körperspannung, Atmung oder Haltung. Sowohl am Boden als auch im Sattel. Und obwohl das Pferd absolut nicht den Eindruck machte, war es dermassen aufmerksam und reagierte auf absolut minimalistische „Hilfen“ – nur leider immer so, wie sie es für gerechtfertigt hielt auf meine Unsicherheit.

    Mit Menschen, die ihre „Auszucker“ nicht kannten, passierte auch nix. Bei Kindern und Anfängern war es eines der aufmerksamsten Pferde – aber wehe sie sollte richtig arbeiten…. oder es saß wer drauf, der eben ihr unmögliches Verhalten kannte und das ebenso antizipierte und faktisch auf Knopfdruck abrief. Besser war es, wenn wir uns bewußt auf dem Pferd Bilder visualisierten, die sozusagen im Kopf „korrektes Verhalten“ der Stute vorspiegelten.
    Also statt „da vorne geht sie gleich explosionsartig durch, weil der leicht ansteigende Wiesenweg kommt“ dachte ich daran, wie nervenstark das Pferd in ganz anderen Situation cool und ruhig blieb, pfiff mir ein Liedchen oder tratsche absichtich über irgendwelchen Blödsinn mit den Mitreitern um ja die Zügel schön lang zu lassen und nicht unbewußt um 10 Gramm fester zuzugreifen oder die A***backen zusammenzukneifen.
    So wurde es besser und das Vertrauen in das Pferd wurde etwas besser.

    Letztlich trennten sich aber unsere Wege, weil ich die perfekte Besitzerin für die Stute fand – und die beiden sind seit fast 15 Jahren ein absolutes Traumpaar, da die neue Besitzerin eben nie schlechte Erfahrungen mit ihr hatte und diese auch nicht von ihr erwartet hat 😉

  • Talimeth sagt:

    Leute, es geht nicht darum, mit ein paar kleinen Tricks hier etwas wegzuschaffen, vielleicht nur ein Symptom, sondern ein bestimmtes Muster zu verändern. Dies geht nur mit einer ganz gezielten Arbeit wie auch immer. Ich möchte hier für keine- Werbung machen (um die Forumsregel zu beachten). Häufig ist die Ursache in Bildern zu suchen, die im Mandelkern eingeprägt sind. M.E. ist eine gezielte Körperarbeit ein Mittel, es gibt aber auch andere Methoden.
    Eines ist klar: Da hilft weder reiten noch wie ein Pferd denken noch den Vögeln zuhören.
    Für mich war das Ganze auch ein Thema, weil ich als kleines Kind maßlos reiterlich überfordert wurde und Pferde reiten musste, die weit über meine damalige Kraft gingen. Kleines Kind acht Jahre alt auf mehr als munterren und untereinander aggressiven Großpferden. Aber, so dachte man damals, ich sei ja so begabt. Und was uns nicht umwirft macht uns noch härter. Und dann gab es noch Eltern (nicht meine) denen es nicht passte, dass ich gefördert wurde und ihr Mädel nicht so sehr. Die nahmen mich dann beiseite, um mir zu erklären, wie gefährlich und schwierig die Pferde sind, die ich da reiten sollte. Letztendlich geholfen hat mir da auf der einn Seite eine Clique mit Isländern und dabei sehr sehr guite Ausbilder, die auch nebenbei eine enorme Sozialkompetenz hatten (vor allem Bruno Podlech – Gott habe ihn seelig(ich hoffe, dass ich ihn hier nennen darf-er ist ja auch leider schon tot) und später dann das lange lange Training mit Körperarbeit und die entsprechenden Ausbilderinnen, die ebenfalls von Können und Sozialkompetenz einmalige Spitzenklasse sind. Und wenn ich heute unterrichte, oder noch besser, ich unterrichte heute deswegen, um genau diese Schuld, in der ich diesen Menschen gegenüber stehe, abzuarbeiten. (und natürlich der Pferde wegen). Und was mir vielleicht auch geholfen hat, ist ein inneres Bild davon wie ich reiten möchte und wie meine Beziehung zum Pferd aussehen soll und mit welchem Gefühl zu reiten ich reiten möchte. Alles in allem hat dau geführt, dass ich deises Kapitel für mich weitestgehend abgeschlossen habe. Was aber dabei wichtig ist: Das Ganze kann nicht rational logisch angegangen werden. Hier geht es letztendlich um Traumata. Für mich entscheidend summa summarum war sicher die Körperarbeit, die ich seit vielen vielen Jahren anwende. Daraus habe ich für mich gelernt geerdet und zentriert zu reiten in heiterer Gelassenheit.
    Gruß Talimeth

  • Geisterlicht sagt:

    Sehr geholfen hat mir dabei auch die Zeit im Rennstall, das härtet ziemlich ab und nimmt einem die Angst vor Kontrollverlust

    Ich glaube Dir das gerne und würde für mich als „Abhärtungsmethode“ gerne etwas anderes wählen.

    Hier geht es letztendlich um Traumata.

    Irgendwie scheint es das zu sein, auch wenn ich nicht weiß, woher ich nun wieder dieses Trauma habe. Über Logik und Ablenkung kriege ich das nicht (mehr) aufgelöst. Daher interessiert mich der Ansatz über Körperarbeit. Gerne auch per PN, Talimeth, denn um zum Unterricht zu Dir zu kommen, bist Du leider zu weit weg.

    Um mal zu erläutern, wie bescheuert im Kopf ich derzeit bin: Peters RB ist Jaleo heute geritten, um auch noch mal ein paar Sachen mit mir abzuklären. Weil die Halle noch gezogen werden mußte, sie aber schon drauf saß, sind wir zusammen eine Mini-Runde rausgegangen. An einer Stelle arbeitete jemand mit einer Art kleinen Trecker und auch noch etwas versteckt. Weder Pferd noch Reiter hat das übermäßig interessiert, Jaleo hat etwas geguckt und ging ruhig weiter, während sich bei mir schon wieder alles angespannt hatte :doh: Dabei saß ich noch nicht mal drauf… :kowa:

    @Watson: Da war irgendwas mit einem Virus :ja: Ich gehe auch so ziemlich jeden Tag zum Pferd, reite mit mehr oder weniger Erfolg und Kopfkino meine Runden und steige mit den Worten „Morgen ist ein neuer Tag, da wird es besser!“ ab, wenn es mal doof lief. Und wenn ich mal 2 Tage nicht reiten konnte, fehlt mir schon am 2. Tag was.

  • -Tanja- sagt:

    Liebes Geisterlicht,

    ich hab mich hier heute extra – wieder – wegen Deinem Thread angemeldet, weil ich Dir gerne schreiben möchte, wie es mir ging und wie ich das in den Griff bekommen habe. Vielleicht hilft es Dir.

    Ich hab einen Hafi. Einen typischen Hafi. Zwischenzeitlich 18 Jahre alt, rotzfrech, sehr neugierig (zu einem gerade im Aufblasen befindlichen Heißluftballon will er hin, weil das so interessant ist -> kein Witz!), sehr ökologisch veranlagt, ein Gewerkschafter. Er geht mit Dir nur bis dahin, wo er es für gut befindet. Will man über dieses Pensum hinaus, wird er – trotzdem er wesentlich mehr geistig bzw. körperlich leisten könnte – motzig und buckelt rodeomäßig. Mich hat es schon oft runtergehauen.

    Jedenfalls: Sommer bis Herbst 2010 hat sich das ganze ziemlich gesteigert. Ich hole mir meinen RU ausschließlich auf Kursen. Und auf diesen Kursen wird mit Unterstützung des Trainers natürlich mehr gefordert, als ich Herrn Hafi sonst zu Hause alleine abverlange. Also hat er gerade auf Kursen immer gerne losgelegt. Das hat sich bei mir bis in’s Frühjahr 2011 hinein so gesteigert, daß ich schließlich nur noch Angst hatte. Angst vor dem Runterfallen, Angst vor dieser geballten Ladung Kraft, die das Pferd mir da frech entgegenwirft, Angst vor Schmerzen, Angst vor dem Kontrollverlust, usw. Letzten Endes ging er daraufhin dann auch zweimal im Gelände böse mit mir durch, was er – eigentlich DAS Energiesparpony schlechthin – noch nie gemacht hatte.

    Ich war mental so fertig, daß ich wirklich sehr ernsthaft darüber nachgedacht habe, ihn zum Schlachter zu bringen. Ich traute mich nicht mehr drauf, guten Gewissens kann man so ein Pferd ja auch nicht verkaufen. Es waren sehr, sehr schwere Tage für mich.

    Dann hatte ich zufällig zwei Reitstunden. Eine bei David de Wispelaere, eine bei Talimeth *wink*. Und beide sagten mir innerhalb einer Woche das gleiche: „Tanja, was hast Du denn, der ist doch ganz ruhig und entspannt, der Schweif pendet, er ist losgelassen!!??!!“ Und ich hatte immer nur das Gefühl: ich sitze auf einem Pulverfaß, das gleich explodiert. Das war mir früher schon aufgefallen: ich dachte: bitte, bitte, nicht buckeln. Pferd: buckelt.

    Also habe ich angefangen, mental an mir zu arbeiten. Ich hab mir einige Bücher gekauft und viel darüber gelesen, wie ich mich innerlich umpolen könnte. Zunächst habe ich mal die negativen Wörter wie „Nein“ oder „nicht“ gestrichen und gedanklich nur noch positive Formulierungen benutzt, habe aufgehört „Bitte nicht buckeln!“ zu denken, sondern dafür „Wir reiten vorwärts!“ gedacht und mir das auch schön vorgestellt. Vor allem diese geistigen Bilder haben mir sehr weitergeholfen. Ich habe mir sehr genau vorgestellt, wie ich meinen Hafi reite und wie schön es ist und diese Bilder immer mehr sehr explizit ausgeschmückt.

    Dann habe ich mir eine Strategie für meine Angstattacken zurecht gelegt. Zunächst habe ich überlegt, was wohl eine sehr entspannende Situation für mich wäre. Ich in der Hängematte am weißen Karibikstrand, blaues Meer, unter Palmen mit einem Caiphi in der Hand, Sonne, usw. Auch dieses Bild habe ich immer weiter gedanklich ausgeschmückt. Und dieses Bild habe ich immer genau dann hervorgeholt, wenn ich merkte, daß ich Angst auf dem Pferd bekomme. Dieses „Bild-herholen“ hat sich sehr schnell verselbständigt: ich mußte nach einiger Zeit nicht mehr daran denken, es herzuholen, sondern es kam von alleine und hat mich sehr entspannt. DAS hat sich dann wiederum auf mein Pferd übertragen.

    Schließlich habe ich anfangen, sehr genau auf mein Bauchgefühl zu hören. Wenn ich raus zum Stall kam und hatte nur ansatzweise das Gefühl, daß ich mich der Situation nicht stellen könnte, habe ich was anderes gemacht: Pferd geputzt, spazierengehen, Bodenarbeit, Zirkuslektionen. Irgendwas, was mir in jedem Falle ein positives Erlebnis bescherte. Sagte mein Bauch: „Ja, heute reiten wir.“ bin ich geritten – manchmal auch nur 10 Minuten. Allerdings habe ich auch da situativ gehandelt: ich habe einen Western- und einen Barocksattel. Im Westernsattel fühle ich mich sicherer. Im Barocksattel ist er die zweimal mit mir durchgegangen. Vielleicht liegt’s daran. Ich bin auch schon aus’m Westernsattel böse von ihm abgestiegen worden. Trotzdem fühle ich mich da sicherer. Ich weiß, daß das blöd ist. Aber wenn mir das hilft, mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu bekommen, dann nehme ich halt den Westernsattel.

    So hab ich mich aus dem ganz tiefen Loch rausgeholt. Ich bin recht kleine Schritte gegangen. Und es war hart, außenrum bei den anderen immer zu sehen, welche Fortschritte sie machen und mein Zosse und ich mußten zurück, ganz zum Anfang.

    Letztes Wochenende bin ich nun, nachdem ich im November 2011 einen Kurs im Westernsattel absolviert habe, einen Kurs mit Barocksattel geritten. Hafi hat auch zweimal blöd gebuckelt. Ich hatte auch ein wenig Angst, aber sie ist nicht mehr so maßlos wie zuvor, und sie war sehr schnell wieder weg.

    Was der Grund bei uns war, wie ich im nachhinein festgestellt habe: ich habe zu viel von meinem Pferd verlangt und war gleichzeitig nicht bereit, auch viel zu geben. Vereinfacht gesagt: er sollte traben, ich gab die Trabhilfe und ließ ihn dann alleine, habe in diesem Moment aufgehört zu reiten. Da hat er sich gesagt: also mach‘ ich halt was anderes. Seitdem ich nun so viel mental an mir gearbeitet habe und mehr „reite“ und zwar jede Sekunde, die ich im Sattel sitze, klappt vieles besser. Wir haben in den letzten Wochen Fortschritte gemacht und sind nun wesentlich weiter als vor dem tiefen Loch.

    Was auch immer es bei Dir ist: ich wünsch Dir viel Kraft. Die kostet es zwar, aber Du kannst das. Das eine ist zwar das Reiten, aber wesentlich mehr braucht man dazu die innere, mentale Einstellung. Das ist vielleicht auch das, was Sigi gemeint hat. Allerdings bekommt man diese mentale Einstellung nicht von heute auf morgen und auch nicht einfach geschenkt.

    Uff, lang.

  • Juni sagt:

    Toller Beitrag! :thumbsup:

  • Geisterlicht sagt:

    Ich danke Dir, Tanja, für Deinen Bericht und Deine Offenheit.

  • Cubano9 sagt:

    Leute, es geht nicht darum, mit ein paar kleinen Tricks hier etwas wegzuschaffen, vielleicht nur ein Symptom, sondern ein bestimmtes Muster zu verändern. Dies geht nur mit einer ganz gezielten Arbeit wie auch immer. Ich möchte hier für keine- Werbung machen (um die Forumsregel zu beachten). Häufig ist die Ursache in Bildern zu suchen, die im Mandelkern eingeprägt sind. M.E. ist eine gezielte Körperarbeit ein Mittel, es gibt aber auch andere Methoden.
    Eines ist klar: Da hilft weder reiten noch wie ein Pferd denken noch den Vögeln zuhören.

    Sorry Talimeth, dem widerspreche ich mal aus eigener Erfahrung. Und nicht etwa, weil ich nicht an Körperarbeit etc. glaube. Wie heute Morgen schon geschrieben, halte ich das sogar für durchaus sinnvoll.
    Nur: Wenn ich Angst-Probleme beim Reiten habe, werde ich die auch nur beim Reiten lösen können. Alles andere sind für mich – durchaus sinnvolle– flankierende Maßnahmen. Das Blöde am Kopfkino war für mich nämlich, dass der Film immer bunter wurde, je länger ich nicht aufs Pferd gekommen bin. Nach drei Tagen hätte ich mit dem Kopfkino einen Oscar gewinnen können. 😀
    Für mich hat es auch rein gar nichts damit zu tun, Angst zu negieren oder zu verdrängen, sondern sich der Angst zu stellen. Und dabei spielt das Pferd eine wesentliche Rolle. Ich MUSS denken, wie ein Pferd, um Ursache und Wirkung analysieren zu können. Und ich muss reiten, damit ich Situation für Situation merke, dass nicht automatisch etwas passiert, wenn das Pferd mal buckelt oder losstartet.
    Und glaub mir eins: Mit Angst auf dem Pferd kenne ich mich aus. Ich war bereits über 40 (mithin also in einem Alter, in dem man durchaus anfängt, sich über seine Knochen Gedanken zu machen), als ich nach längerer Reitpause wieder ein eigenes Pferd hatte. Das hatte dummerweise die Angewohnheit, völlig unmotiviert zu steigen (besonders gern an Straßen) und solche Nettigkeiten zu veranstalten wie die, im vollen Galopp durch den Reitplatz-Zaun zu brechen und mir mir einen ca. 4 m hohen Sandhügel runterzurasen. Das Pferd war übrigens keineswegs ein Verbrecher, sondern einfach extrem sauer geritten. Der Schimmel im Avatar entpuppte sich sechs Wochen, nachdem ich ihn gekauft hatte, als fulminanter Durchgeher. Übrigens ausschließlich im Kreuzgalopp. Beide Pferde habe ich ohne Hilfsmittel wieder „hinbekommen“ und ich reite irgendwo auf E/A-Niveau bin also meilenweit entfernt von einem guten Reiter. Mein großer Vorteil war in meinen Augen damals der: Wenn ich die Pferde nicht geritten habe, hat es gar keiner getan. In Spanien gab es schlicht niemanden, den ich da drauf gelassen hätte. Genau das hat mir seinerzeit auch bei Fraxens Flegelphase den A…gerettet – auch da gab es niemanden, den ich hätte drauflassen wollen.
    Natürlich ist der Umgang mit Angst etwas, was auch von der eigenen Persönlichkeitsstruktur abhängt – nur: bei mir hat Reiten halt am Besten geholfen.

  • ambra sagt:

    Geisterlicht, als erstes Dicken Drücker!!!!

    Ich kenne das Gefühl so genau (gell Waikiki??) und ich drücke Dir die Daumen, dass Du es überwindest.
    Ich habe es mit Ambra nicht mehr hinbekommen und aufgegeben… wir bekamen keine gemeinsame Ebene mehr hin.
    Auf anderen Pferden fühle ich mich z.Zt. auch nicht super wohl, aber es geht.

    Ambra ist schlicht kein Reitpferd. Absolut renitent bei geringsten Anforderungen, gesundheitlich besser gecheckt als sämtliche Fussballspieler der Bundesliga zusammen. Gesundheitliche Gründe haben wir für diese Aussetzer nie gefunden. Heute bin ich soweit, dass ich akzeptieren kann, dass das Pferd entweder eine gesundheitliche Beeinträchtigung hat, die man mit heutigen Diagnosemitteln einfach nicht findet oder schlicht sauer ist oder einen an der Waffel hat.

    Heute kann ich das akzeptieren… es hat aber super lange gedauert und ich habe mich die meiste Zeit im Stall wie der letzte Vollhonk gefühlt… irgendwer schrieb es… alle kommen vorwärts, nur ich nicht.
    Ich habe immer gedacht, es läge nur an mir… ich wäre zu blöde, kein Stück talentiert, ein Reit-Legastheniker.
    Mein letzter Versuch war, meine (sehr bodenverhaftete) Tierärztin Probereiten zu lassen (Bereiterausbildung, Military-Erfahrung, eine wirklich gute und sichere Reiterin)… es war ernüchternd. Ambra lief 15 Minuten wie am Schnürchen und hatte dann komplette Aussetzer, Kopfschlagen, Bocken, einfach überhaupt nicht mehr ansprechbar.
    Sie stieg ab und riet mir, wenn mir mein Leben lieb sei, es jetzt einfach gut sein zu lassen. Ambra in Ruhe lassen, kein Arbeit mehr und bitte nie nicht weiterverkaufen… (was ich eh nicht wollte). Dieses Pferd sei ein todsicherer Kandidat für die Schlachter-Reise nach Italien oder würde irgendwann einen umbringen / gefährlich verletzen.

    Äh, ok zurück zur Angst…

    Nach Buckeln, Steigen, 180 Grad Kehren und im Trab überspringen der 1,60m Bande plus Zertrümmerung meines linken Knies war ich fertig… total fertig und bin es eigentlich heute noch!

    Ich glaube, dass Körperarbeit oder ähnliches die Bereitschaft zur Problemlösung (Ablegen der Angst) ermöglicht. An der Angst selber kann ich aber nur in der Situation des Reitens arbeiten.
    Bei mir geht das z.B. nicht mehr mit Ambra, diese Angst bekomme ich nicht mehr in den Griff. Ich muss einen Neuanfang mit einem anderen Pferd wagen. Und selbst das macht mir Angst… Angst, dass ich über meine Angst vielleicht wieder ein Pferd versaue.

    Geisterlicht, könntest Du vielleicht noch ein ruhiges und nettes anderes Pferd reiten? Nur für Dich und damit Du Dich mal wieder wohl und glücklich auf einem Pferd fühlst?

    Und wer noch nie Angst auf dem Pferd hatte…
    Stellt euch vor, ihr seid ganz alleine im dunklen Parkhaus… hinter euch Schritte, da vorne ist dein Auto und Du hechtest da hin. Türe auf und rein, da siehst Du, die Schritte kamen von der Frau, die 2 Autos neben Dir parkt…
    So ungefähr fühlt es sich an… Du weisst, dass deine Angst nach logischen Massstäben nicht gerechtfertigt ist.. aber man kann sich so schwer dagegen wehren.
    Wenn Buckeln, Steigen oder Durchgehen losgehen, dann hat man überhaupt keine Zeit mehr für Angst… aber dieses Scheissgefühl danach und das unbewusste Lauern auf das nächste Mal… das ist sooo gemein.

  • waikiki sagt:

    es ist ja garnicht gesagt, dass im verlauf einer reiteinheit auf rennsemmelxy überhaupt ein schreckmoment entstehen muss.

    wenn doch, bedeutet schrecksekunde nicht auch unbedingt kontrollverlust,sturz, verletzung(von reiterund/oder pferd),oder weiteren quatsch/ungehorsam des pferdes.

    dennoch schwirrt genau das in meinem kopf herum.-und zwar schon immer. -anerzogen.

    es gibt leider solche erziehungsmuster, die nachhaltig wirken! in verbindung mit der durch alterung/erfahrung automatisch verringerten risikobereitschaft kann das für den reiter durchaus ungünstig sein.

    verbunden mit erhöhter wachsamkeit auf dem pferd, um vorausschauend den möglichen schreck-und-hüpf-anlaß vor dem pferd zu bemerken(was natürlich wie bereits oben von jemandem geschrieben jedes pferd sofort durchschaut und in erhöhte alarmbereitschaft bringt) ist man so natürlich kein „guter reiter “ für sein pferd.

    es fehlt dann eben an souveränität.

    dennoch muss ich feststellen, dass die letzten stürze die ich gesehen habe alle daraus resultierten, dass die reiter nicht vorausschauend/vorsichtig genug waren.

    heute z.b. wusste ich schon bei der bodenarbeit, dass unsere knalltüte frech ist.testmäßig drauf, sozusagen

    und jawohl- mein mann hatte zu tun. -nämlich hand dran bein dran vorwärts- aus die maus.

    schlicht und eigentlich unergreifend unspektakuär.

    das pferd war entspannt atmend gerade mal leicht aufgewärmt, männe etwas überwärmt…..(von der konzentration 😀 )

    anschließend durfte das gute tier raus auf den platz(55×60). in ruhe trottete er mit mir rum, abäppeln.

    bis-ja, bis ihm einfiel, dass er ja frech- lustig ist! gefühlte 30 runden voll stoff knallgas. :kowa: -keine bremse.

    wohlgemerkt: offenbox 5x9m mit 70m paddock, jeden tag weide oder platz in pferdegesellschaft………

    dennoch unterfordert.

    da muss ich nicht einfach nur meine angst überwinden, sondern das pferd soweit weiter vorbereiten,dass ich es ansprechen kann und auch gehört werde.

    dazu braucht es dann wohl diszipliniertes dranbleiben und durcharbeiten.

  • -Tanja- sagt:

    Mir sind noch ein paar Beispiele eingefallen, die so ähnlich sind, was hier schon zur Sprache kam:
    Im letzten Frühjahr traf ich von einem Ausritt auf dem Nach-Hause-Weg meinen Mann, der mit unserer Stute spazieren war. Wir wechselten die Pferde, und er ritt ganz selbstverständlich auf das Stoppelfeld nebenan, trabte los. Freies Stoppelfeld, Richtung Heimat!!! :panik: Ich hielt mir schon reflexartig die Augen zu, mein Mann galoppierte an. :irre: Ich sah Amor schon buckeln und meinen Mann im Dreck liegen. Aber: Fehlanzeige. Der galoppierte ganz locker heim. 😀
    Anderes Beispiel: wenn ich unsere Stute früher eingesprüht habe, war das immer voll das Theater. Ich bin immer sehr vorsichtig an sie ran, weil ich genau das vermeiden wollte. Trotzdem ging das nicht. Irgendwann hab ich meinen Mann mal beobachtet, der ging an die Stute einfach ran und sprühte, fertig. Ich war ganz perplex und fragte, wie er denn das gemacht habe. Er: „Hä, was denn?“
    Und noch ein Beispiel: wir waren mal zum Zuschauen auf einem Kurs von Mike Geitner. Die Besitzerin einer großen Schimmelstute berichtete, daß sie das Pferd nicht satteln kann, weil es sich dann dauernd schüttelt. Mike ging hin, legte die Satteldecke auf, ging um’s Pferd rum, legte den Sattel auf, ging drum herum, holte den Gurt, machte ihn fest und zog ihn an. Die Besitzerin wäre am liebsten im Erdboden versunken.
    Will heißen: unsere Gedanken und unsere Einstellung wirkt sich bei Lebewesen, die darauf ausgerichtet sind, Verhalten und Ausdruck zu lesen, weil sie sonst gefressen werden könnten, so immens aus, daß es für uns schwierig wird. Manche Pferde zeigen das deutlicher, manche nicht. Und manche nutzen das eher aus als andere. Komme ich nach einem anstrengenden, blöden Bürotag zum Stall und bin nicht bei der Sache, brauche ich mich also nicht wundern. Mein Hafi ist da sehr genau. Ein anderes Pferd würde das vielleicht nicht so „verübeln“ oder „ausnutzen“. Ich schreibe das in „“, weil ein Pferd das ja so nicht denkt, sondern sich halt einfach die bequemere Richtung sucht.
    Im nachhein habe ich dadurch auch erkannt, wie wichtig es ist, ein Pferd eben dauernd an den Hilfen zu haben. Das ist ein großer Sicherheitsaspekt. Aber dieses An-den-Hilfen-Stehen kommt nicht von alleine, das muß man sich in jeder Sekunde auf einem Pferd – mal mehr, mal weniger – erarbeiten. Nur einen Knopf kurz drücken geht nicht.

  • JAusten sagt:

    Aus etlichen Gesprächen mit ängstlichen Reitern meine ich immer wieder herausgehört zu haben, dass solche Reiter mehr mit dem Kopf bei der Sache sind/an die Sache herangehen, als einfach loszulegen. Entweder wegen extrem gemachter Erfahrungen oder auch, weil sie es nie so erlernt haben, dass sie selbstbewusst genug sind und sich diese Gedanken einfach gar nicht machen würden. In einem möchte ich dem Beitrag von „-Tanja-“ widersprechen. Ich finde nicht, dass man Pferde während eines Ausrittes ständig „an den Hilfen“ haben muss/soll wie auch immer. Ich reite 2 h-2 1/2h aus und lasse Zügel immer lang und los und strecke meine Beine gerne mal weg. Klar, Aufmerksamkeit muss man dem Pferd immer widmen, aber die ganze Zeit zu 100 % auf „Beobachtungsposten“ – och nö, das wäre mir zu anstrengend.

  • ambra sagt:

    Ich wollte hier mal DANKE sagen!

    Dafür, dass wir hier offen über dieses Thema schreiben können und keine dummen Kommentare kommen, man sich hier eben nicht wie der Vollhonk vorkommt, dafür, dass hier auch noch andere Schissbuxen sind, die selbstbewusst sagen „ja, ich bin eine Schissbuxe“.

    Reiter-Angst ist halt total blöde… man liebt ja eigentlich das was man tut und möchte auch Reiten, aber die Angst vergällt einem das, war man eigentlich so liebt. Ein Teufelskreis…
    Und selbst wenn man erkannt hat, dass man Angst hat, hat man noch nicht die Antwort wie man diese wieder los wird… ich kann ja schlecht ein Pillchen Tavor vorm Reiten einwerfen… (obwohl… FICHTE??? Rezept??? 😀 )

    JAusten, das mit dem Kopf kann gut sein… aber wie schaltet man den denn ab?

    Ich (jetzt meine Angst) bin schon selbstbewusst genug… habe aber über Ambra erfahren müssen, wie ohnmächtig ein technisch schlechter Reiter (grade am Anfang mit ihr) mit einem übermässig selbstbewussten Pferd ist und wie gefährlich die Kiste werden kann…

  • JAusten sagt:

    Naja, das weiß ich nicht, wie man den Kopp abschaltet oder mit der Angst umgehen kann, ich kenne es halt nicht. Ich bin ein „Bauch“reiter (falls es sowas gibt). Ich lege einfach los ohne nur 5 sek. darüber nachzudenken, was passieren könnte.

    Warum sollte man denn nicht offen darüber diskutieren können? Mal ehrlich, wenn man (ich) sich so im Stall umschaut, dann muss ich immer öfter feststellen, dass die sog. Schissbuxen in der Mehrzahl sind. Klar, viele sagen es nicht so offen, aber man merkt es an den geschiedenen Ausreden. Finde ich überflüssig. 1.) Dauerhaft lässt es sich sowieso nicht verbergen und 2.) Einfach die Leute in der Stallumgebung mal ansprechen und um Hilfe bitten. Vielen Schissbuxen fällt das aber schwer und so erfinden sie weiterhin Ausreden warum, weshalb, wieso und überhaupt sie heute wieder nicht wirklich zum reiten kommen konnten. Die Ausreden sind dann kontraproduktiv für das Pferd, weil: wenig geritten, schlecht ausgelastet entstehen immer mehr Unarten und der Reiter ist immer weniger in der Lage seine Angst in den Griff zu bekommen.

  • Watson Watson sagt:

    Ich habe in meinem Stall ganz deutlich gesagt, wenn wir in der Gruppe raus gehen, dann nur schritt. Mein ach so braver Zosse bekommt nämlich sonst nen hasch mich und darauf hab ich keinen Bock, mal abgesehen davon, dass ich den nicht halten kann. 750 Kilo purer Wahnsinn. Das wird genau so akzeptiert. Auch eben, wo er verletzt ist, gehen die gern mit mir raus, auch wenns nur 30 Minuten schritt sind. Ebenso nehmen wir auch ängstliche Reiter mit und Nuri nimmt ihnen die Angst. Wir haben eine recht junge Stute, die noch nicht viel kennt. Die Besi wird dann halt hektisch, wenn was auftaucht, wo sie erschrecken könnte. Na geh ich mit Nuri ran, beruhige die Besi, sie soll einfach schauen lassen und einfach drüber reiten und alles lief wie von selbst. Stuti orientierte sich an meinem und gut. Aber die sagen das auch ganz offen. Nur dann kann man helfen.

  • JAusten sagt:

    Genau, warum also nicht gleich zu Anfang offen sprechen? Damit bleibt allen diese Ausredenkiste erspart und die anderen Reiter im Stall hören recht bald auf mit der Lästerei.

  • fichtefucht sagt:

    Ich wollte hier mal DANKE sagen!

    Dafür, dass wir hier offen über dieses Thema schreiben können und keine dummen Kommentare kommen, man sich hier eben nicht wie der Vollhonk vorkommt, dafür, dass hier auch noch andere Schissbuxen sind, die selbstbewusst sagen „ja, ich bin eine Schissbuxe“.

    Da stimme ich voll zu, ich bin ja auch der ängstliche Reitertyp :tuete: und habe leider auch ein sehr selbstbewusstes Austest- Exemplar :daumen:
    hab ich aber auch schon früher geschrieben, aber da hagelte es auch viel dämliche Kommentare :motz:

    jetzt ist es viel angenehmer.

    Ambra: Tavor? Wirkt wirklich wunder 😀

  • JAusten sagt:

    @Fichte – Jep, das mit diesen extrem „selbstbewusstem Exemplar“ denken alle ängstlichen Reiter. Jedes Pferd wäre selbstbewusst, was bleibt ihm denn anders übrig? Der ängstliche Reiter trifft aus Angst keine oder eine falsche Entscheidung und so muss das Pferd halt selbst die seiner Meinung nach richtige treffen. Das bleibt einem Pferd nur dann erspart, wenn der Reiter ein A-Tier sein kann.

  • -Tanja- sagt:

    Wie man das Kopfkino umpolen kann, hab ich ja oben beschrieben. Das ist aber sicherlich nur (m)eine Variante.

    Ich finde nicht, dass man Pferde während eines Ausrittes ständig „an den Hilfen“ haben muss/soll wie auch immer. Ich reite 2 h-2 1/2h aus und lasse Zügel immer lang und los und strecke meine Beine gerne mal weg. Klar, Aufmerksamkeit muss man dem Pferd immer widmen, aber die ganze Zeit zu 100 % auf „Beobachtungsposten“ – och nö, das wäre mir zu anstrengend.

    Da sollte man natürlich differenzieren, hätte ich dazuschreiben können, ok. Ich meinte das eher so: Mit An-den-Hilfen-Stehen meine ich nicht, daß man als Reiter ständig in Hab-Acht-Stellung geht. Man stelle sich das mal auf einem Wanderritt vor. Das wäre anstrengend! Uff! So meine ich das natürlich nicht. Aber das Pferd sollte durchlässig sein und der Reiter in jeder Situation angemessen auf das Pferd einwirken können – gerade, um Gefahrensituationen schnell entschärfen zu können.

    Wenn ich nun gerade in solch einer Angst-Periode stecke, kann ich mir selbst Sicherheit geben, indem ich eben umso expliziter darauf achte, daß das Pferd an den Hilfen steht. Ich fühle doch dann viel schneller, wenn sich was unter mir verspannt -> man fühlt also schon im Vorhinein, daß das Pferd gleich zur Seite springt! Das soll aber nicht in Knechtschaft des Pferdes enden. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß mir ein Pferd, das durchlässig an den Hilfen steht eben mehr Sicherheit gibt, ich mir diese Durchlässigkeit und das An-den-Hilfen-Stehen aber erarbeiten muß.

    Hoffe, es ist klar geworden, was ich meinte?

  • waikiki sagt:

    vor allem ist es sicherer! nichts, aber auch garnichts bewegt mich dazu, etwas zu tun, um irgendwem etwas zu beweisen!

    reiten tut man sein eigenes pferd für sich selbst. also ist man für sein glück und den spaß auch selbst zuständig.

    aufbauend an sich und dem pferd arbeiten, beiden den spaß erhalten und sich aneinander erfreuen ist meine devise.

    oft ist weniger(anforderung) mehr! das hat hier bisher bei einigen pferden bestens funktioniert und zuverlässige pferde „werden“ lassen.

  • Talimeth sagt:

    Nur eine Anmerkung, um Mißverständnisse auszuräumen: Wenn ich von Körperarbeit spreche, dann findet die zu ca. 60% auf dem Pferd und beim Reiten statt. Allerdings arbeite ich auch am Boden, um erst einmal die Dinge isoliert zu betrachten und um ein neues Bewußtssein zu entdecken, das dann oben auf dem Pferd umgesetzt wird. Außerdem ist es nciht nur die reine körperarbeit, bei der ich mit taktiler Arbeit (übrigens sollte man das richtig gelernt haben, um dem Schüler keine Schaden zuzufügen) sondern auch ein weit$ergehendes Körperbewußtsein. Und natürlich gibt es dann auf dem Pferd auch Sequenzen, bei der sich der Schüler in aller Ruhe sich selbst vergewissern kann, dass sie alles im Griff hat.
    Natülich besteht dann eine enge Verbindung von Körper und Geist und die Tradition der Körperarbeit beruht auf einem uralten Wissen der Ostasaiten, die damit zum Teil auch zu mystischer Erfahrung kommen. Bitte deswegen aber nciht glauben, dass ich einer reiterlichen Esoterik das Wort rede. Allerdings hat die moderne Hirnforschung wie dann im Gefolge auch die Sportwissenschaft die grundsätzliche Wirksamkeit bestätigt.
    Gruß Talimeth

  • Talimeth sagt:

    kann wikiki nur beipflichten: Draußen, das habe ich schon als Jugendliche gelernt, muss das Pferd aus Sicherheitsgründen immer an den Hilfen sein, auch beim „Bummeln“ im Gelände. Und noch etwas (assoziative Bemerkung): Voraussetzung der Losgelassenheit ist Gehorsam.

  • Friesenfrau sagt:

    Und noch etwas (assoziative Bemerkung): Voraussetzung der Losgelassenheit ist Gehorsam.

    Dafür gibts einen dicken, fetten Applaus :bravo:
    DARAN denkt kaum jemand :thumbsup:
    Lg Jenny

  • ambra sagt:

    Bei mir hat sich das langsam aufgebaut und natürlich bin ich selber dran schuld…

    Die Kombi aus jungem Pferd und (dafür) nicht genug erfahrenen Reiter war fatal. In Kürze:
    Ex-Mann schenkte mir Jungpferd von Freunden, die in Scheidung lebten, also Pferde abstossen mussten. Freunde versprachen Ambra anzureiten (hätten das auch gekonnt), taten es nicht. Sabine und Ambra auf sich gestellt. Bereiter gesucht, falschen gefunden… Pferd sauer geritten und nie wieder hinbekommen.
    Als das Kind schon im Brunnen war, Stall gewechselt, Haltung verändert, Pferd verweigert bis heute bei leichten Anforderungen die Mitarbeit.
    Anfangs war ich noch mutig und ohne Angst… nach wirklichen fiesen Abgängen schlich sich die Angst ein und irgendwann blieb sie.
    Vielleicht bekäme ich das noch mal in den Griff… aber ich will einfach nicht mehr. Und Ambra? Die ist seit 2 Jahren ohne richtige Arbeit so etwas von entspannt… das es mir in der Seele weh tut, was ich ihr (selbst ohne es zu wollen) angetan habe.
    Hätte sie mehr Glück gehabt und einen wissenden Besi gehabt, wäre das sicherlich ein tolles Reitpferd geworden… so habe ICH es versaut.

    Mit Ambra fehlt es halt an aller Vertrauensbasis. Abgeben war nie eine Option, entweder es ist ein Superglück den richtigen Besitzer zu finden, der auch noch wirklich GUT Reiten sollte, oder das Pferd ist einem egal… konnte ich nie.

    Ich glaube schon, dass ich meine Angst wieder in den Griff bekomme… ich muss halt neu anfangen und mit einem ruhigen Pferd wieder Vertrauen fassen. (dass eben nicht alle Pferde, reitermordende Ungeheuer sind :attack: )

    Das wirklich Dumme ist, dass man sich selber so unter Druck setzt… mein Verstand sagt mir ja ganz klar, dass nicht alle Situationen gefährlich sind und die Angst in 99% unbegründet ist… das dumme Gefühl macht aber was es will. In diesen Momenten streiten dann Verstand und Herz, der Körper spannt an, das Pferd denkt „Gefahr“ und schon hat man das, was man ja fürchtet…

    Im Nicht-Reiter-Leben bin ich im übrigen extrem unängstlich und auch Selbstbewusst…

    Hey Fichte, stell hier mal ne Couch rein… das sollten wir analysieren! :red:

  • jaara2008 sagt:

    Hätte sie mehr Glück gehabt und einen wissenden Besi gehabt, wäre das sicherlich ein tolles Reitpferd geworden… so habe ICH es versaut.

    Liebe Sabine, Du hattest an anderer Stelle schon mal über Dich und Ambra geschrieben. In etwa kann ich mir also Eure Geschichte vorstellen – und vor allem Deine Gefühle bei alldem. Ich bin auch jemand, der gerne alles auf sich selbst bezieht und die Ursache für alles mögliche in mir selber sucht. Grundsätzlich ja auch nicht die schlechteste Herangehensweise, weil man im Reflektieren bleibt.

    Aaaaber: Ein Pferd, das andere charakterliche Grundvoraussetzungen mitbringt, verzeiht den einen oder anderen Fehler sicherlich auch. Und das wiederum ist Ambras Teil in der ganzen Geschichte? Oder?

  • casper109 casper109 sagt:

    Ich hatte mal ein Pferd, welches von seiner Reitbeteiligung engagiert gepflegt und geritten wurde. Alles abgestimmt auf diese Stute.

    Sie kam aus schlechter Hand und es war nur mit viel Zeit etwas mit ihr zu machen.
    Als Alex für eine Woche weg war, fragte Sie ob ich das Pferd für sie versorgen könnte. Ich sagte ja ohne wirklich zu wissen auf was ich mich einließ.

    Ich sollte und wollte sie nicht reiten, da ich das Pferd ja kannte. Sollte sie aber fertig machen, damit die Reitlehrerin sie ein wenig beschäftigt.

    Den ersten Tag bekam ich sie noch aus der Box mit einer Möhre, denn in die Box ging gar nicht.

    Am 2. Tag bekam ich sie nicht aus der Box und als ich mich langsam näherte, da hatte ich noch keine Angst, fing sie an ihr Gesicht zu verziehen bishin zu einer grauseligen Fratze, sorry anders kann ich es nicht beschreiben. Ich habe weiter vorsichtig versucht sie aus der Box zu locken, doch irgendwann stand ich da und war tiefen traurig ob der Geschehnisse die dieses Pferd erlebt haben muss und habe mich auch nicht getraut mich weiter zu nähern, schon gar nicht in der Box.
    Aus lauter Verzweifelung bin ich dann die RL holen gegangen, die die Stute dann mit viel Geduld doch noch aus der Box bekam.

    Sobald sie aus der Box war, konnte man relativ normal mit ihr umgehen.

    Und ja ich hatte irgendwann tierische Angst, ich habe nie wieder so ein Hassverzerrtes Gesicht bei einem Pferd gesehen ;(

    Bei Alex zu der sie vollsten vertrauen hatte, hatte sie den 6er im Lotto. Denn sie hatte ganau die Mischung aus Geduld, Selbstbewusstsein und einschätzen können, was sie machen kann mit ihr. Trotzdem war es nicht einfach und ich hatte sehr großen :resp: vor Alex Einsatz für dieses Pferd.
    Ich habe zum Glück ruhige Pferde, aber auch die können mal austicken, so geschehen letztes Jahr mit dem Großen, Full speed durchgehen auf Asphalt :wacko: da mir klar war, mit schreien ziehen an den Zügeln und sonstigen Überreaktionen, nicht s bewirken zu können, saß ich auf einmal ganz ruhig auf diesem Pferd trotz Zügel den ich bei dem Ansprung verloren hatte, hangelte ich in einigermaßen Ruhe danach und war :nix: wie auch immer ich das gemacht habe innerlich ganz ruhig und sagte zu meinem Pferd immer nur ruhig und nach ca 20 m war mein Pferd wieder bei mir und ich konnte durchparieren, dies hat mir so sehr gezeigt wie sehr die innere Ruhe hilft und es war für mich ein gutes Erlebnis.

    Sorry wenn ich das nicht so umschreiben kann. Ich bin auch schon von dem Dicken geflogen und er ist mit mir durchgegangen, wo ich dann zwangsabgestiegen bin. Aber es wurde bei ihm nicht zur Regel.

    Ich hatte auch schon ein Pflegepferd von dem ich böse abgestiegen bin im Gelände und danach erst mal nicht mehr reiten wollte auf IHM und mich erst langsam wieder rantasten musste, aber unsere Wege trennten sich, weil die Besitzerin ihn verkauft hat, da sie ihn nicht mehr reiten wollte.

    Manchmal ist dieser Weg dann der Bessere wenn man das Kopfkino bei dem Pferd gar nicht mehr in den Griff bekommt und die Angst nicht mehr weichen will, egal wie man an sich arbeitet. :nix:

  • Geisterlicht sagt:

    @ambra: Danke, Du hast das Gefühl sehr gut beschrieben. In der Situation ist nichts mehr rational.

    Das wirklich Dumme ist, dass man sich selber so unter Druck setzt… mein Verstand sagt mir ja ganz klar, dass nicht alle Situationen gefährlich sind und die Angst in 99% unbegründet ist… das dumme Gefühl macht aber was es will. In diesen Momenten streiten dann Verstand und Herz, der Körper spannt an, das Pferd denkt „Gefahr“ und schon hat man das, was man ja fürchtet…

    Genau so ist es oft. Self-fulfilling phrophecy vom Feinsten. Und man weiß das auch noch! Kann es aber trotzdem in der Situation erstmal nicht ändern. Ich weiß ganz genau, die Buckler meines Pferdes kann ich sitzen und wenn er Gas gibt läuft er max. 2 Zirkelrunden deutlich schneller. Das ist allerdings ein Tempo, was ich zeitweise auch so von ihm verlange. Bei mir ist das ganz klar die Angst vor Kontrollverlust, die ich leider auch z.B. auf vereistem Untergrund habe.

    @all: Dem Dank für die ruhige Diskussion kann ich mich nur anschließen. Leider ist es oft so, daß man als Volldepp oder schlimmer dargestellt wird, wenn man sagt, daß man Angst hat. Gerne artet das in Lästereien aus, mit denen man wunderbar von den eigenen Schwächen ablenken kann. Oder es wird beschwichtigt: „Du reitest doch gut genug, Du kriegst das schon in den Griff!“

    Ich habe mich in den letzten Monaten etwas mit Mentaltechniken beschäftigt, habe das aber noch nicht ausreichend verinnerlicht. Den Grundsatz „Du bist, was Du denkst!“ werde ich zukünftig öfter auf dem Pferd anwenden. Ein liebes, ruhiges Pferd habe ich derzeit nicht zur Verfügung. Ich könnte mich zwar auf Peter schwingen, der in der Halle sehr ruhig ist, aber ich komme mit seinen Bewegungen nicht klar. Ich bin so lange keine Warmblüter mit vergleichbarem Schwung mehr geritten, daß ich mich auf ihm wie nach der 10. Reitstunde fühle. Außerdem ist er technisch gerade etwas anspruchsvoller (treiben, parieren, treiben, parieren, sonst liegt das ganze Pferd auf der Hand) und das ist als „Gegenmaßnahme“ für mich im Moment kontraproduktiv. Von den Rössern bei mir am Stall ist meiner noch der harmloseste und unerschrockendste :bite: Als Alternative könnte ich wieder in eine Reitschule gehen und ein mehr oder weniger nettes Schulpferd reiten. Unterricht mit 7 – 8 anderen bringt mich da wohl leider auch nicht weiter.

    Talimeth, bietest Du auch Kurse über mehrere Tage an :blinzel: Für ein paar Tage stelle ich mein Roß auch für ein paar 100 km auf den Hänger :ja: Gerne auch per PN.

  • ambra sagt:

    Jaara DANKE!!

    Ein weniger charakterstarkes Pferd wäre sicher einfacher… aber jetzt ist es, wie es ist.

    Rückblickend war ich DUMM, NAIV und habe mich gnadenlos selber überschätzt… ändert jetzt aber nix mehr. Das war ich mir immer sage ist, dass ich ehrlich immer nur das Beste für mein Pferd wollte, aber das Sauerreiten im Beritt nicht erkannt habe und auch nicht gegengesteuert habe.
    Ein weniger starkes Pferd hätte man vielleicht noch mal hinbekommen, aber Ambra hat glasklar erkannt, dass sie bei 99% der normalen Reiter die Oberhand hat.
    Die verbleibenden 1% haben entweder auf so ein Pferd keinerlei Lust, weil sie bessere Pferde, einfachere und ungefährlichere Pferde reiten können oder sind die absoluten Vollhonks, denen ich mit gutem Gefühl kein Pferd geben würde.
    Ausserdem hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, jemanden wissentlich in Gefahr zu bringen… und ungefährlich waren die Korrekturversuche nie. (uh, Anja erinnerst Du Dich noch?)
    In jedem Fall habe ich mein Lehrgeld bezahlt… und ich habe echt lange gebraucht um „loszulassen“. Heute kann ich Ambra so akzeptieren, wie ich sie halt hingebastelt habe.

    Im übrigen trägt sie meinen Schatzi (absoluter Nicht-Reiter, Anfänger!!) im schaukeligsten Schritt durch die Halle. Wie ein Kirmes-Karussel-Pferd, aber wehe der könnte Reiten.
    Auch im „normalen“ Umgang ist sie vollkommen normal, nur Reiten lehnt sie für sich ab. :nix:

    Aber ich wollte hier nicht Geisterlichts Thread volljammern… 8)

  • Geisterlicht sagt:

    Aber ich wollte hier nicht Geisterlichts Thread volljammern…

    Tust Du nicht. Der Fall ist bei Dir zwar etwas anders zumindest hinsichtlich der Entstehungsgeschichte, aber das Gefühl ist so ziemlich das Gleiche und darauf kommt es ja hier an.

    Daß mein Pferd im Moment so ist, wie er ist, habe ich mir zum Großteil natürlich auch selbst zuzuschreiben. Ich war zu unerfahren in Bezug auf junge Pferde und hatte nicht die richtigen Reitlehrer.

  • Cubano9 sagt:

    Jaara DANKE!!

    Ein weniger charakterstarkes Pferd wäre sicher einfacher… aber jetzt ist es, wie es ist.

    Rückblickend war ich DUMM, NAIV und habe mich gnadenlos selber überschätzt… ändert jetzt aber nix mehr. Das war ich mir immer sage ist, dass ich ehrlich immer nur das Beste für mein Pferd wollte, aber das Sauerreiten im Beritt nicht erkannt habe und auch nicht gegengesteuert habe.
    Ein weniger starkes Pferd hätte man vielleicht noch mal hinbekommen, aber Ambra hat glasklar erkannt, dass sie bei 99% der normalen Reiter die Oberhand hat.
    Die verbleibenden 1% haben entweder auf so ein Pferd keinerlei Lust, weil sie bessere Pferde, einfachere und ungefährlichere Pferde reiten können oder sind die absoluten Vollhonks, denen ich mit gutem Gefühl kein Pferd geben würde.
    Ausserdem hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, jemanden wissentlich in Gefahr zu bringen… und ungefährlich waren die Korrekturversuche nie. (uh, Anja erinnerst Du Dich noch?)
    In jedem Fall habe ich mein Lehrgeld bezahlt… und ich habe echt lange gebraucht um „loszulassen“. Heute kann ich Ambra so akzeptieren, wie ich sie halt hingebastelt habe.

    Im übrigen trägt sie meinen Schatzi (absoluter Nicht-Reiter, Anfänger!!) im schaukeligsten Schritt durch die Halle. Wie ein Kirmes-Karussel-Pferd, aber wehe der könnte Reiten.
    Auch im „normalen“ Umgang ist sie vollkommen normal, nur Reiten lehnt sie für sich ab. :nix:

    Aber ich wollte hier nicht Geisterlichts Thread volljammern… 8)

    Huch, Ambra scheint mit unserem Fuchs verwandt zu sein. Als der von Spanien nach Deutschland kam, war der lange so durch den Wind, dass er komplett wieder in alte Verhaltensmuster verfiel. Nur bei Sigis Tochter (die seit Ewigkeiten nicht auf dem Pferd war) war er die Ruhe selbst – eben Karussell-Pony. Was mich angeht, habe ich genau zu dieser Zeit einen Schlussstrich unter mein Reiten mit Cubano gezogen. Ich habe seine Durchgeherei auf Teneriffa in den Griff bekommen, noch mal muss ich das nicht haben. Und ich habe bei mir selbst gemerkt, dass mich das mittlerweile schon stocksauer macht, wenn er nur anfängt, schon beim Aufsitzen loszuschießen. Zwei, drei Mal habe ich noch draufgesessen, aber da kommen halt drei Dinge zusammen: Sein Charakterschädel gepaart mit den Strategien aus der Vergangenheit und meine Erinnerungen daran. Allerdings: Wenn Sigi den Fuchs nicht übernommen hätte, würde ich ihn wohl auch noch reiten. Aber so genieße ich es einfach, nicht mehr zu müssen.

  • GidranX GidranX sagt:

    Der ängstliche Reiter trifft aus Angst keine oder eine falsche Entscheidung und so muss das Pferd halt selbst die seiner Meinung nach richtige treffen.

    Verstehe ich nicht.. wieso trifft ein ängstlicher Reiter keine Entscheidungen? Natürlich hat er doch erstmal die Entscheidung getroffen, an der Bande mit der doofen Decke vorbeizureiten.. Wenn das Pferd dann hüpft, hat das ja nix mit fehlender Entscheidungsfreudigkeit des Reiters zu tun.
    Und er entscheidet dann noch mal, nämlich ob er es wieder versucht oder eben nicht.. Ich für meinen Teil glaube sogar, dass es den intelligenten Reiter auszeichnet, wenn er dann nicht sein Pferd versucht mit allen Mitteln da vorbei zu zwingen.. sondern vielleicht erst mal die „böse Bande“ meidet, bis Pferd sich beruhigt hat, oder es über einen Handwechsel versucht, oder absteigt und es vom Boden aus von der Ungefährlichkeit überzeugt – und im schlimmsten Fall die doofe Decke eben wegräumt.. Der Reiter hat im Vorfeld soviele Entscheidungsmöglichkeiten, statt sich auf „Kampf“ einzulassen.. :huh:

  • Cubano9 sagt:

    Gidran: Das ist eben so eine Sache mit der bösen Decke, die man dann wegräumt. Das gehört für mich zum Beispiel zu den Dingen, die ich ganz persönlich als Konfliktvermeidung sehe und auch für falsch halte (also: falsche Entscheidung eines ängstlichen Reiters 😀 ). Man verlagert damit auf sicher die Problematik nur zeitlich nach hinten. Darüber hinaus ist es auf jeden Fall der bessere Weg, mit dem Pferd zu trainieren, überall dran vorbei zu gehen. Ich kann im Wald eine Rückmaschine auch nicht mal eben zur Seite räumen. 😀
    WIE man das allerdings macht, hängt für mich entscheidend vom Pferd ab. Bei eher ängstlichen Naturen würde ich auch keinesfalls versuchen, das Problem frontal anzugehen, und nun auf Biegen und Brechen an der Abschwitzdecke vorbei zu reiten. Da würde ich eher auf die Strategie setzen, mich durch Zirkelarbeit und ähnlichem mehr nach und nach der „bösen Decke“ zu nähern. Bei selbstbewussten Pferden allerdings, die durchaus auch mal die Decke als willkommenen Anlass sehen, Reiterlein zu testen, mache ich das anders: Da wird dran vorbeigeritten, im Krebsgang, im Schritt, meinethalben auch mit einem Satz. Aber vorbei muss das Pferd (Frax ist so ein Exemplar, der dieses Spielchen in der Heide zu und zu gern mit der offenen Hallentür versucht hat).
    Aber generell hat JAusten völlig recht: Ein Pferd, was merkt, das der Reiter ängstlich ist und keine Entscheidungen trifft (völlig erstarrt oben drauf sitzen), oder die falschen (an den Zügeln zerren), wird immer seine eigenen Entscheidungen treffen. Das ist bei einem Pferd genetisch nun mal so vorgesehen. Kann es sich auf den Chef nicht verlassen, verlässt es sich halt auf sich selbst.

  • Tierra sagt:

    In den Griff wird man aber die Angst nicht bekommen, indem man das Gefühl an sich bekämpft, sondern das Verhalten und/oder die Gedanken, die zu diesem Gefühl, hier Angst, führen. Dh., für sich Techniken erlernen/herausfinden, sich der Angst zu stellen (das Verhalten zu ändern) und die Gedanken zur Angst umstrukturieren. Bei manchen geht das alleine, manche brauchen einen „Anleiter“, da sich die Angst schon zu „verfestigt“ hat.

    Ich hatte/habe ebenfalls richtig Bammel vor einem Pferd, dies Tier stürzte immer mit mir zusammen. Ging durch und ,peng, Beine weg, Überschlag, lagen wir da. Als es einmal fast auf mich draufgefallen wäre, war es vorbei. Nur noch Kopfkino schon beim Holen von der Weide. Also Weggegeben. Da ging es dann nach 3 Monaten (ging noch durch, stürzte aber nicht mehr), erlöste Heularie, als ich es schaffte, 20 Min in allen GGA durch die Halle zu kommen. Nach 4 Wochen zu Hause fing es wieder an: bocken, durchgehen, Überschlag. Also wieder weggestellt. Neuer Beritt. Irgendwann war mir das dann zu doof und ich sagte mir, ich kann das, ich konnte das doch vorher auch und ich hatte NIE Angst, bin auf jedes Pferd, da wird mir dies kleine Ding doch wohl nicht den Schneid abkaufen. Ich hab‘ erstmal nur longiert, bestimmt 3 Monate, jeden Tag. Dabei lernte ich das Pferd kennen, konnte in Ruhe beobachten, Reaktionen vorher sehen, einschätzen lernen. Und das Pferd lernte mich kennen, meine Reaktionen, mein Verhalten, es sah mich ja da stehen, hört meine Stimme. Und Pferd machte mit der Zeit nichts, drehte artig Runde um Runde an der Longe. Eines Tages dann Kappe auf, neue Weste an, mit der ich mich ein paar Mal hab‘ fallen lassen, war bequem, störte nicht, gab Sicherheit und Schutz. Und dann bin ich rauf da nach ein paar Runden Longe. Mir selbst Mut zugesprochen, mich sieht keiner, ging die letzten Wochen auch ohne buckeln und durchgehen, ich kann sofort runter, wenn mir mulmig wird, ich KANN das. Bin gar nicht lange Schritt, paar Tritte nur, dann Zügel kurz und angetrabt. Als der Knoten im Bauch nachließ und Pferd nichts machte, runter, geklopft, Schweiß abgewischt, die angehaltene Luft rausgelassen und ab da jeden Tag drauf, immer mit Kappe und Weste. Ich hab dann nach zwei Tagen (vorher Longe), da ich vom Luftanhalten Seitenstechen bekam, dem Pferd immer was erzählt, Kaugummi gekaut oder leise vor mich hingepfiffen. Kam wer zum Platz und Pferd riss die Birne hoch, um zu gucken, rutschte mir auch das Herz in die Büx, aber nur kurz, abgestellt, wird nicht geglotzt und weiter. Wollte sie mal los (also zulegen, lospreschen), habe ich mich energisch richtig reingesetzt, ein lautes Brrr!, Beine zu und Zügel dran, Pferd stand augenblicklich wie eine eins. Je länger das gut ging, desto mutiger wurde ich und Pferd merkte wohl, dass es keine Angst/Panik mehr haben muss. Ich „ritt“ das Pferd für mich neu an. Mit der Zeit habe ich mich „eingefummelt“ und Pferd sich auf mich.
    Seit vier Jahren ist es ein Verlasspferd par exelance, es macht gar nichts mehr. Mein Vertrauen geht aber nur soweit, dass ich auf dem Viereck keine Weste mehr trage, die Kappe hab‘ ich noch öfter auf. Im Gelände ist es dann die volle Sicherheitsmontur inkl. Westernsattel, der nochmal „Sitz“-Sicherheit gibt. Ich reite allerdings auch sehr oft alleine aus – wenn der Kopf (meine Einstellung) und mein „Wohlsein“ es erlauben, sonst eben nicht. Oder ich sitze ab und führe, wenn ich merke, uiii, da spannt sich aber wer an – meine Güte, bricht mir doch kein Zacken aus der Krone, sieht mich auch niemand und wenn, Wumpe, ich muss mich ja nicht erklären. Ich mach‘ das jetzt so mit diesem Pferd, fertig, mein Leben.
    Ich denke schon, dass auch von Außen oft viel Druck kommt bzw. denkt man das ja selbst: wozu hat man das Pferd, wenn man es dann nicht reitet, es ist auch noch kerngesund. Also setzt man sich drauf, obwohl man weiß, dass es keinen Spaß machen wird, da einen die Angst lähmt oder zumindest das Handeln bestimmt.
    Im übrigen geht es mir nur mit DIESEM Pferd so, ich reite nach wie vor andere Pferde, kenne die nicht, und da bin ich entspannt, keine Kappe, keine Weste, sitze auf und reite los.
    Evtl. lernst Du Dein Pferd einfach nochmal neu kennen, gehst nur spazieren, machst aber so fertig, als wolltest Du reiten. Sagt der Bauch rauf, sitzt Du auf, sagt er nein, dann eben nicht, dann evtl. morgen oder nächste Woche oder in einem Monat. Wer hetzt Dich denn, das Pferd jedenfalls nicht….

  • fichtefucht sagt:

    Nö, sowas mache ich nicht. ich räume weder Decken weg noch irgendwas anderes .
    Bei anderen Pferden bin ich auch nicht anders ängstlich, habe mit denen aber beim reiten absolut überhaupt keine Probleme. :nix: Ich gehe mit Theo auch draussen überall vorbei, mal von oben, mal von unten, aber wir gehen. :attack:
    Meine Bereiterin meint aber auch, dass Theo eine ehr selbstbewusstes, extrem diskutierfreudiges Pferd ist, denn bei ihr macht er es auch.
    DAVOR hab ich Angst, vor dem Kontrollverlust, wenn ich ihn nicht mehr beherrschen kann, weil er einfach nicht WILL.
    Es liegt bei ihm also nicht daran, dass ich ein eher ängstlicher Reiter bin, denn davon merkt er nichts.
    Er verhält sich auch keinen Deut anders bei der Bereiterin oder bei mir.
    Er geht mit ihr genauso gut oder schlecht an für ihn schrecklichen Dingen vorbei, der einzige Unterschied ist, dass sie ihn schneller wieder unter Kontrolle hat,
    weil ich noch zusätzlich mich dann kontrollieren muss, was sie ja instinktiv und automatisch drin hat. Ansonsten zeigt er vom Verhalten absolut keinen Unterschied zwischen einem Profi und mir, egal in welcher Hinsicht :nix:
    Also liegt es bei ihm definitiv nicht an meiner “ vorsichtigen Zurückhaltung“

    Ach so: Grad gelesen: nein, ich gehöre nicht zu der Fraktion, die dann völiig erstarrt oben drauf sitzt, ich ziehe auch nicht ( mehr) an den Zügeln,meine Rl meint, ich mache das richtig, soll mir einfach nur mehr zutrauen, aber das ist eben das Kopfkino. ;( Angst vor dem Kontrollverlust, sonst vor nichts, denn ich kann den Sack ja sitzen :bite:

  • GidranX GidranX sagt:

    Wir hatten mal eine Stute am Stall die konnte zählen.. :wacko: Ob eine Decke dazu kam oder eine weg genommen wurde, wurscht, es fiel ihr auf.. und manchmal steigerte sie sich eben da rein, dann war eigentlich so wirklich reiten nicht möglich, manchmal aber auch nicht. Ganz wie es ihr gerade beliebte. Wenn sie sogar nicht zu überzeugen war, wurden die Decken eben weg geräumt. Fertig. Die Besi sah ihr in der Box schon an, wie sie tickte. Da fand ich das eher vorausschauend.. 😀
    Klar, befinde ich mich in einer Situation in der es diese Option gar nicht gibt muss ich mir eben was anderes einfallen lassen.. :nix:
    Ich denke es ist sicher auch von Bedeutung, wie sehr das Verhalten des Pferdes dann im Alltag einschränkend wirkt. Ein anderes Pferd geht partout nicht ins Wasser. Niemand hat das bisher geschafft und viele haben sich daran versucht. Jetzt ist es natürlich kein Problem für die Reiterin, die Durchquerung von Seen/Flüssen/Bächen eben vom Plan zu streichen, da ja nicht allzu häufig vorkommt.. Mit Decken auf der Bande sieht das schon anders aus, die liegen da ja häufiger rum.. und auch da ist es ganz sicher von der Reiterin, die ihr Pferd nach Sehnenschaden jetzt im Winter wieder 5 Minuten reiten „darf“ schlauer, die Decke weg zu räumen, statt sich auf einen explosiven Kampf einzulassen.. :whistling: Ist aber für mich auch ein ziemlich abstraktes Thema, da die Trulla genug Mut für uns beide hat.. 😀

  • Cubano9 sagt:

    Steffi: Dein Beispiel hinkt an dieser Stelle in meinen Augen ein wenig. Denn Du hattest keine Angst vor Deiner Stute, die nur die üblichen Sperenzchen, wie mal weghüpfen oder mal buckeln oder durchstarten veranstaltet hat. Du hast Angst vor Deiner Stute bekommen, NACHDEM das brandgefährlich wurde. Und mal ehrlich: Das war ja nun auch ein Extremfall :hug:
    Oft genug ist es aber so – und da schließe ich mich bei Frax überhaupt nicht aus, nachdem Faraòn und Cubano mir durchaus gehörig Schneid abgekauft haben – dass man Angst hat, OHNE dass irgendwas los ist. Selbst in der Flegelphase des Braunen war der objektiv gesehen, noch harmlos. Heute ist er eines der coolsten Pferde, die ich kenne (ich erinnere Dich mal an die Episode mit Susanne und dem Laubsauger 😀 ). Dennoch gibt es Tage, vor allem nach langen Pausen wie jetzt im Winter, wo ich ein ungutes Gefühl, also Kopfkino, habe, ohne dass irgendwas passiert. Das habe ich allerdings mittlerweile ganz gut im Griff, nicht zuletzt auch durch Singen oder ganz bewusstes Atmen. Dennoch falle auch ich immer noch mal in alte Muster zurück. Unterschied: Ich erkenne sie und trete mir dann selbst in den Hintern 😀

  • Mumpitz sagt:

    Singen, Geschichten erzählen, Atemübungen machen usw., alles prima! Aber bitte KEIN Kaugummi, Bonbon o.ä., DAS ist nämlich wirklich gefährlich wegen der Gefahr, es einzuatmen, wenn man tief Luft holt. Ich habe schon früher im Reit-Unterricht den Gören immer die Kaugummis weggenommen. Grundsätzlich soll man keinen Sport machen mit irgendwas Verschluckbaren im Mund! *klugsch****

  • ambra sagt:

    DAVOR hab ich Angst, vor dem Kontrollverlust, wenn ich ihn nicht mehr beherrschen kann, weil er einfach nicht WILL.
    Es liegt bei ihm also nicht daran, dass ich ein eher ängstlicher Reiter bin, denn davon merkt er nichts.
    :

    Ja, bei mir ist es auch der Kontrollverlust, weniger die Angst vor dem wirklichen Sturz. Obwohl noch so ein kaputtes Knie muss echt nicht sein… ;(
    Ich habe jahrelang gedacht, ich wäre zu blöde ;(

    Cube so wie mit Cubano ist es fast mit Ambra. Ich ritt ja bis vor der Kniesache auch noch, zwar mit Angst und vorsichtig, Risiken vermeidend, aber ich ritt.
    Danach war dann endgültig Feierabend, ich habe es noch einige Male probiert aber es war sowohl ein Krampf für mich als auch für Ambra.

    Seitdem ich gar nicht mehr reite (Schritt mit Halfter und ohne Sattel zählt nicht) ist Ambra total entspannt, schon mal etwas bewegungslustig aber nicht unterfordert. Sie geniesst die reitfreie Zeit und brummelt seit Jahren wieder, wenn ich in den Stall komme (ich schwöre, sie hat während der „Reitzeit“ niemals gebrummelt). Reiten ist für dieses Pferd einfach nicht nötig. Dann und wann longieren, tüddeln, ein wenig am Boden und den Schatz durch die Halle schaukeln, dann ist dieses Pferd zufrieden.
    Wäre sie im normalen Umgang genauso schwierig wie beim Reiten… dann ab in die Wurst. Da sie aber im Umgang eine Liebe ist, bleibt sie eben als 700kg-Hund mit dabei.
    … und ehrlich manchmal bin ich heute noch ganz neidisch auf die anderen Reiter bei mir am Stall… die eben REITEN und nicht solche Probleme haben, manchmal tut das doch noch weh.
    Trotzdem habe ich meine kleine Sau-Ambra lieb und behalte sie bis zum Ende (sollte ich sie noch mal reiten, wäre zu klären, ob mein oder ihr Ende :flucht: )

  • Tierra sagt:

    Steffi: Dein Beispiel hinkt an dieser Stelle in meinen Augen ein wenig….Du hast Angst vor Deiner Stute bekommen, NACHDEM das brandgefährlich wurde.

    Was der Auslöser der Angst ist, ist vollkommen egal, dass kann eine minimale Situation gewesen sein, die sich bei der nächsten, ähnlichen Situation noch steigert oder eben doch ein heftiges Erlebnis, dass sich nicht wiederholen soll. Egal, ob das Pferd einen Satz macht, buckelt, oder nur den Kopf runter nimmt, um zu schnauben, jedesmal fällt man „in sich zusammen“ und wird ganz klein, das Herz bleibt einem stehen.
    Die Angst besiegen kann man nur, indem man eben versucht, seine Gedanken dahingehend zu verändern, dass man positiv an die Dinge herangeht und das eigene Angstverhalten versucht, zu durchbrechen, indem man sich der Situation stellt und mit positive Erlebnissen versucht zu „überdecken“.
    Ich hatte als Kind bei jeder Reitstunde einen „Knoten“ im Bauch, der wuchs, wenn ich nicht vom Pferd fiel. Mit jeder Reitstunde nahm der Knoten an Umfang zu. Ich dachte dann schon auf dem Weg zum Stall, dass es heute bestimmt soweit sein wird, dass ich einen Abflug machen. Der Knoten war immer sofort weg, WENN ich vom Pferd gefallen war und es dauerte dann auch wieder 10-15 Reitstunden, bis sich der Knoten, ganz winzig, erneut bildete und wieder wuchs. Irgendwann war der Knoten dann ganz weg, je sicherer ich wurde und auch merkte, ich kann Buckler jetzt sitzen und ich falle nicht mehr so schnell und leicht.

    …Aber bitte KEIN Kaugummi, Bonbon o.ä., DAS ist nämlich wirklich gefährlich wegen der Gefahr, es einzuatmen, wenn man tief Luft holt….

    Richtig, nicht zur Nachahmung empfohlen, liebe Kinder und alle Erwachsene , keine Bonbons und Kaugummies beim Reiten – hier wurde es ausdrücklich angeordnet, da ICH dazu neige, bei Angst extrem die Kiefer zusammenzupressen und das bei einem Sturz ebenfalls supergefährlich ist, wenn man die Zähen derart fest aufeinander beißt. Und mit einem Kaugummi bin ich dann locker, bekomme aber, da ich dann meist Kampfkaue, Kopfschmerzen vom Kauen, so dass ich das auch lasse und mir lieber matramäßig „nichtdieZähneaufeinanderbeißen, lockerlassen* vorbete. Ist auch blöde für den Sitz, das Zusammenbeißen der Zähne, man zieht dabei auch noch die Schultern hoch und klemmt den Kopf zwischen diesen ein.
    Das Beste wär‘, man geht zu Fuss

  • waikiki sagt:

    gute vorbereitung kann die angst schon lindern und schlechte vorbereitung ist unvernunft.

    heute wieder aus der praxis von unserem herrn lustig: mein mann meinte es sei zeit mal ein kreuzchen zu hüpfen

    (mein gedanke :tuete: :irre: ) hab ich natürlich nicht gesagt……..

    schön sahen die beiden aus :herz:

    einmal wurde es etwas „groß“ herr pferd kann sich ja auch noch nicht im galopp versammeln/verkürzen etc. -jung halt.

    tja,-in der landung blieb er dann bei groß-größer -heia :party: endlich rodeo. :hurra: :hurra: :hurra: (zwei zuschauer an der bande konnten garnicht verstehen“was denn jetzt in den gefahren ist“- nichts-lustig halt)

    mich hätte es unter die decke gepfeffert! mein mann kam zwar echt in beträchtliche not, konnte aber erfreulicherweise gerade noch erfolgreich -energisch und nachdrücklich-die reißleine ziehen. emotionslos, aber wirkungsvoll.

    die nächsten drei aus dem trab, dann wieder drei aus dem galopp loben fertig -ende.

    wenn mir das passiert wäre hätte mir der bursche den schneid abgekauft und bei diesem pferd bedeutet das, dass er das SOFORT als gutes spiel wiederholt. soweit kenn ich den jetzt.-genau das macht mir angst. denn er wird ein super pferd werden, wenn er lernt was gutes benehmen bedeutet und eine wildsau, wenn er das nicht kapiert.

    folglich schraube ich meinen anspruch zurück und werde nur das machen, was mein gefühl mir gebietet.

    systematisch taste ich mich vor und versuche bestimmte situationen zu vermeiden- für den moment! sicher nicht für immer und ewig! bisher hat das immer gut funktioniert.in dem sinne wie talimeth es beschrieb- gehorsam und losgelassenheit bedingen sich gegenseitig

  • gitana gitana sagt:

    Tavor? Wirkt wirklich wunder 😀

    Gibt es das eigentlich auch für Pferde, die immer Kopfkino haben? :daumen:

  • -Tanja- sagt:

    Was der Auslöser der Angst ist, ist vollkommen egal, dass kann eine minimale Situation gewesen sein, die sich bei der nächsten, ähnlichen Situation noch steigert oder eben doch ein heftiges Erlebnis, dass sich nicht wiederholen soll. Egal, ob das Pferd einen Satz macht, buckelt, oder nur den Kopf runter nimmt, um zu schnauben, jedesmal fällt man „in sich zusammen“ und wird ganz klein, das Herz bleibt einem stehen.
    Die Angst besiegen kann man nur, indem man eben versucht, seine Gedanken dahingehend zu verändern, dass man positiv an die Dinge herangeht und das eigene Angstverhalten versucht, zu durchbrechen, indem man sich der Situation stellt und mit positive Erlebnissen versucht zu „überdecken“.

    Kann ich nur bestätigen. Ich hatte letzten Endes schon Angst, wenn mein Pferd nur schnaubte. Weil sich für mich das so anhörte wie: „Bäh, keine Lust.“ Ich hab das dann so für mich gelöst, daß immer, wenn er abgeschnaubt hat, ich das auch gemacht habe. Sah bestimmt witzig aus, wenn das jemand gesehen hat. Aber egal. Dadurch habe ich für mich gemerkt, daß ich mich durch das Abschnauben entspannt habe. Ergo konnte ich irgendwann annehmen, daß mein Pferd durch das Schnauben nicht seinen Unwillen, sondern auch seine Entspannung ausdrückt.

    Ich hatte als Kind bei jeder Reitstunde einen „Knoten“ im Bauch, der wuchs, wenn ich nicht vom Pferd fiel. Mit jeder Reitstunde nahm der Knoten an Umfang zu. Ich dachte dann schon auf dem Weg zum Stall, dass es heute bestimmt soweit sein wird, dass ich einen Abflug machen. Der Knoten war immer sofort weg, WENN ich vom Pferd gefallen war und es dauerte dann auch wieder 10-15 Reitstunden, bis sich der Knoten, ganz winzig, erneut bildete und wieder wuchs. Irgendwann war der Knoten dann ganz weg, je sicherer ich wurde und auch merkte, ich kann Buckler jetzt sitzen und ich falle nicht mehr so schnell und leicht.

    Das habe ich bei mir auch gemerkt. Gerade, als ich am letzten Wochenende auf einem Dressurlehrgang war. Ich saß zwar recht locker, aber immer noch ein wenig in Hab-Acht-Stellung auf Herrn Hafi. Als er dann das erste mal gebuckelt hatte, konnte ich schon während des Bucklers plötzlich freier sitzen.

  • JAusten sagt:

    Der ängstliche Reiter trifft aus Angst keine oder eine falsche Entscheidung und so muss das Pferd halt selbst die seiner Meinung nach richtige treffen.

    Verstehe ich nicht.. wieso trifft ein ängstlicher Reiter keine Entscheidungen? Natürlich hat er doch erstmal die Entscheidung getroffen, an der Bande mit der doofen Decke vorbeizureiten.. Wenn das Pferd dann hüpft, hat das ja nix mit fehlender Entscheidungsfreudigkeit des Reiters zu tun.
    Und er entscheidet dann noch mal, nämlich ob er es wieder versucht oder eben nicht.. Ich für meinen Teil glaube sogar, dass es den intelligenten Reiter auszeichnet, wenn er dann nicht sein Pferd versucht mit allen Mitteln da vorbei zu zwingen.. sondern vielleicht erst mal die „böse Bande“ meidet, bis Pferd sich beruhigt hat, oder es über einen Handwechsel versucht, oder absteigt und es vom Boden aus von der Ungefährlichkeit überzeugt – und im schlimmsten Fall die doofe Decke eben wegräumt.. Der Reiter hat im Vorfeld soviele Entscheidungsmöglichkeiten, statt sich auf „Kampf“ einzulassen.. :huh:

    Nö, so gehe ich nicht vor. Ich ignoriere so ein Verhalten total und reite weiter meine Übungen in der Halle. Der Gaul kann sich dann überlegen, ob er sich wie Du schreibst „beruhigen“ möchte oder nicht. „Beruhigt“ er sich nach x-maligem vorbeireiten immer noch nicht, dann bekommt er mal mit Schwung einen auf die Mütze und nein, ganz bestimmt wird die „doofe Decke“ nicht weggeräumt. Ich verlange von meinen Pferden, dass sie mir folgen und zwar dahingehend, dass ICH entscheide, ob z.B. Decken rumliegen dürfen oder nicht. Ich steige auch nicht ab und wenn ich z.B. Turniere/Jagden mitreiten möchte, dann kann/will ich nicht vorher darüber nachdenken müssen, ob ggfs. und evtl. irgendetwas herumliegen würde, was mein Pferd beunruhigt – wie peinlich/unangenehm/aufwändig/zeitraubend ist das denn?! Nach dem Motto: sorry, aber könntest Du bitte Deine Decke (was auch immer) aus dem Weg räumen, mein Pferd ängstig sich davor. Nee, ich reite nicht im Konjunktiv. Alles braucht seine Zeit und die haben meine Pferde. Ich bin ein sehr ruhiger Mensch im Sattel, aber ich verlange schon, dass Pferde mitmachen. Natürlich habe ich immer Unterstützung von entsprechenden RL gehabt und frage auch, wenn ich nicht weiter komme.

    @Geisterlicht – Du kannst auch Einzelunterricht buchen und ein WB ist technisch nicht anspruchsvoller als jedes andere Pferd. Paraden, treiben usw. musst Du bei jedem Pferd egal welcher Rasse machen, sonst laufen sie alle nicht wirklich gut.

  • Geisterlicht sagt:

    @Geisterlicht – Du kannst auch Einzelunterricht buchen und ein WB ist technisch nicht anspruchsvoller als jedes andere Pferd. Paraden, treiben usw. musst Du bei jedem Pferd egal welcher Rasse machen, sonst laufen sie alle nicht wirklich gut.

    Ich glaube, Du hast da etwas falsch verstanden. Es ging nicht darum, daß ein WB technisch anspruchsvoller ist als eine andere Rasse, sondern es ging um ein spezielles WB. Der hat ein Stockmaß von 1,73 m, ist lang und wuchtig und schmeißt sich mit seinen Minimum 700 kg mit Vorliebe auf die Hand, wenn man nicht dauernd pariert, treibt, pariert, treibt – wirklich bei jedem Schritt. Dazu kommt, daß er einen Schritt wie ein Chamäleon hat, man im Trab der Decke deutlich näher kommt und der Galopp nur auf das erste Gefühl wie ein Schaukelpferdgalopp sich anfühlt, bis man ihn dann wirklich schließen will, da wird es dann schon schwieriger. Für den beabsichtigten Zweck – nämlich wieder mehr Vertrauen zum Pferd zu bekommen – ungeeignet.

    Gute Reitschulen sind hier auch rar gesät und die brauchbareren haben eben diese Gruppenstärke. Die Reitschule, die ich präferieren würde, bietet auch Einzel- oder Kleingruppenstunden an. Das aber nur auf dem eigenen Pferd und insbesondere bei einem Ausbilder, mit dem ich nicht kann. Leute wie mich hält er für völlig unwürdig auf dem Rücken eines Pferdes. Zur Angstbekämpfung so ziemlich die schlechteste Voraussetzung überhaupt. Und Einzelunterricht bzw. zu zweit auf meinem Pferd habe ich bereits.

  • sweltsje sweltsje sagt:

    Uff, geisterlicht, weisst du das klingt alles ganz schön aussichtslos bei Dir. So ähnlich habe ich den Stallsuch-Thread in Erinnerung… und inzwischen frage ich mich, ob Du vielleicht ein Mensch bist, der so strukturiert ist, dass er keine Lösungen sehen will. Ich war auch so, oder ich kann auch so.. habe mir aber sehr eindringlich versucht das abzugewöhnen, weil das Leben so einfach zu kompliziert ist! 🙂

    Ich hatte Kopfkino und wirklich krasse Angst im Sattel, nachdem ich von meinem bockenden Seppelchen abgeflogen, unters Pferd gefallen und er über mich drüber galoppiert war. Ich hab riesen-Glück gehabt, hatte nur Prellungen, aber die Angst sass mit im Sattel, und das war völlig neu für mich.

    Das ist auch nachzulesen in meinem Seppe-Tagebuch. es war ein langer Weg. Verschiedene hier schon erwähnte Ansätze hab ich genutzt. Hilfe von Aussen. Niemals alleine mit dem Pferd arbeiten. Immer mit Helm und Schutzweste. Immer wieder drauf, keine langen Pausen. Immer wieder in die Situation der Angst bewusst reingehen. In der Situation vorher trainierte und zurechtgelegte Denk- und Verhaltensmuster üben.
    Meine RL ist auch als Mental-Coach ausgebildet, und das war sehr gut so.
    Ich habs geschafft! Es waren viele kleine Schritte, aber ich bin überglücklich, dass ich mein geliebtes Pferd behalten konnt. Denn ich hatte mir ein Ultimatum gesetzt, und hätte ihn verkauft, wenn ich es nicht in den Griff bekommen hätte.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    und hätte ihn verkauft, wenn ich es nicht in den Griff bekommen hätte.

    Kannten wir uns da schon??? :blinzel: :fies: 😀

    Nee, was sind wir doch masochistisch. :irre: Haben Schiss und doch begeben wir uns immer wieder freiwillig in Situationen, die uns Angst machen. :doh:

    Was treibt uns nur dazu? Doch eigentlich nur, dass wir hoffen, irgendwann das Reiterleben da oben so zu genießen, wovon alle anderen immer reden. Sonst würde es ja nicht so viele machen …

    Ich habe gut Reden. Ich hab ’nen alten Sack, den ich in- und auswendig kenne. Und der macht so gemeine Sachen zum Glück nicht. Ich saß die Tage aber auf einer jungen Stute, die sich kurz von einem bockenden anderen Pferd anstecken lassen wollte. Der Schreck fuhr sogleich in meine Glieder – ich verkrampfte mich, Beine zu, Zügel angezogen und aufgerissene Augen. :flucht:

    Da ich aber weiß, dass das das Dümmste ist, was machen kann, zwang ich mich sofort wieder zur Ruhe und zum Entspannen. So wie Geisterlicht kann ich so Sachen eigentlich recht gut sitzen. Aber man weiß ja nie. :rolleyes:

    Ich habe heute schon Schiss, wenn ich mal wieder ein junges Pferd unter mir habe und mich damit öfters auseinandersetzen muss. Ich sollte dieses Fred besser abspeichern. :denk:

    @Geisterlicht:Ich würde es erst mal auf der mentalen Ebene versuchen. Oder auch mal Rescue-Tropfen vorher mal einschmeißen. Vielleicht hilft es dir ja.

    Ansonsten bin ich ganz bei Sigi. Ich persönlich finde den Lösungsansatz am sinnigsten. :nix:

  • Geisterlicht sagt:

    ob Du vielleicht ein Mensch bist, der so strukturiert ist, dass er keine Lösungen sehen will.

    Nein, bin ich nicht. Wäre das so, würde ich mir ja nicht noch Ideen holen.

    Was dieses mein Problem angeht, habe ich vorher natürlich auch schon das eine oder andere ausprobiert wie z.B. Liedchen singen. Das funktioniert leider nicht bzw. nicht nachhaltig. Also muß ich andere Ansätze wählen wie z.B. Talimeths Ansatz über Körperarbeit. Und klar ist auch, in solchen Fällen gibt es keine Pforg-Wunderheilung. Auch nicht, wenn ich mich gestern schneller in den Griff bekommen habe, in einer Situation, wo das 2. Pferd in der Halle mit seiner Reiterin über den Sinn der Übung diskutierte und ich mir bewußt gesagt habe „Der da macht Quatsch am anderen Ende der Halle und nicht DEIN Pferd! Also reite locker weiter!“

  • JAusten sagt:

    Sicherlich ist klar, dass man seine Probleme selber lösen muss. Bei Dir sehe ich aber wirklich wenig Möglichkeiten. Im Gegenteil, ich frage mich ernsthaft, warum solche Leute wie Du überhaupt reiten wollen. Ich meine, Du scheinst nur, aber wirklich nur, Angst, Bedenken, Angst, Stress, Bedenken, Angst usw. bzgl. Pferd zu haben. Um Ausreden bist Du auch nicht verlegen. Diesen RL nicht, diesen RU nicht, dies und das nicht. Bist Du zu zweit in der Halle, hast Du sofort Bedenken, weil die andere Reiterin sich mit ihrem Pferd streitet. Das würde ich noch nicht einmal registrieren, mir doch egal, ob irgendwer mit seinem Pferd nicht klarkommt. Worüber Du Dir Gedanken machst, sorry, ich kann das überhaupt nicht verstehen. Schon mal drüber nachgedacht, nicht mehr zu reiten? Falls Du die Reiterin auf Deinem Ava bist, solltest Du wirklich über RU nachdenken.

  • Cubano9 sagt:

    und ich mir bewußt gesagt habe „Der da macht Quatsch am anderen Ende der Halle und nicht DEIN Pferd! Also reite locker weiter!“

    Aber das ist doch schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ein Gutteil der Angst-Situationen entsteht ja wirklich, wenn man sich ständig darauf konzentriert, was jetzt gleich wieder passieren könnte.
    @JAusten: Dummerweise funktioniert nicht jeder Reiter gleich – persönlich halte ich Deine hier gepostete Idee, dem Gaul eine auf den Frack zu geben, wenn er z.B. Schiss vor der Abschwitzdecke hat, auch nicht unbedingt für cleveres Reiten. Aber wenn die Strategie für Dich funzt, prima. Das ist aber echt kein Grund, hier jemandem, der Tipps sucht, so über den Mund zu fahren.

  • Geisterlicht sagt:

    @JAusten: Ja, die Reiterin auf dem Avatar bin ich. Und das ist im übrigen eine Aufnahme aus einer Reitstunde. Ich nehme, wenn es zeitlich irgendwie geht (und das betrifft sowohl meine RL als auch mich selbst), einmal wöchentlich Reitunterricht. Wir hatten seit Ende letzten Sommers krankheitsbedingt wenig Unterricht. Neben dem Unterricht bei meiner regulären Reitlehrerin fahre ich mit Jaleo 1 – 3x jährlich auf einen mehrtägigen Reitkurs bei meinem zweiten RL, zu dem ich auch fast jedes Jahr für eine Woche fahre, um Unterricht auf seinen Pferden zu nehmen. Auf einer Sitzschulung nach Eckart Meyners war ich bereits 2x mit entsprechenden Aha-Erlebnissen.

    Die ersten 8 Jahre meines Reitunterrichtlebens bin ich in einer kleinen Reitschule geritten, wo die Pferde fast nie auf die Weide kamen, der Reitlehrer nachmittags um 3 gerne mit einer Flasche Bier auf den Cavalettis saß oder für 20 – 30 Minuten die Halle verließ, um zu telefonieren. Alle Pferde wurden grundsätzlich nur mit Ausbindern geritten und wenn wir mal nach draußen aufs Viereck oder gar auf die Wiese gingen, wurde es natürlich lustig, weil die das einfach nicht gewohnt waren. Gesprungen wurde einmal im Jahr. Die Fehler, die ich mir da angewöhnt habe, habe ich bis heute noch nicht wieder vollständig raus.

    Warum ich reite? Weil ich das Gefühl liebe, wenn etwas ganz einfach klappt. Wenn das Pferd auf den Punkt angaloppiert, nur weil ich daran denke. Wenn fliegende Wechsel und Traversalen sich nur über minimale Gewichtsverlagerungen reiten lassen und wir zum „tanzen“ kommen. Oder auch, wenn wir mal ein Kreuzchen gut springen können. Mit meinem Oldie hat das immer sehr viel Spaß gemacht.

    Daß sich mein Kopfkino derzeit so aufgebaut hat, macht mich gleichzeitig irre, wütend und traurig. Ich möchte einfach nur entspannt und zufrieden meine Runden ziehen und kriege es trotzdem nicht auf die Reihe, weil ich mir im Wege stehe.

  • JAusten sagt:

    @Cubano9 – Sorry, aber seit nunmehr 10 Seiten wird alles mögliche an Anregungen, Tipps usw. gepostet und immer wieder kommt die so ziemliche gleiche Antwort: nee, so nicht, nö, auf gar keinem Fall etc.pp.. Über den Mund fahre ich keinem, ganz im Gegenteil. Ich meine das wirklich ernst sich doch mal zu überlegen, ob ein anderes Hobby nicht sinnvoller wäre. Natürlich funktionieren nicht alle gleich, habe ich auch nicht behauptet. Aber Geisterlicht ist unbestritten ein Bedenkenträger und immer sind andere Schuld – RU, RL, das WB, welches sich so doll auf die Hand legt uswusw.. Pferde liegen nur „auf der Hand“, wenn Reiter unfähig sind, sie von hinten nach vorne schwungvoll unter ihren Schwerpunkt treten zu lassen, aber nicht, weil sie groß und lang sind. Jaaa, es gibt einen auf die Mütze, wenn ich nach dem zehnten Mal an einer auf der Bande liegenden Decke vorbei reite und mein Pony macht immer noch einen Satz zur Seite. Gehorsam verlange ich von einem Lebewesen mit ca. 600 kg Gewicht.

  • JAusten sagt:

    @JAusten: Ja, die Reiterin auf dem Avatar bin ich. Und das ist im übrigen eine Aufnahme aus einer Reitstunde. Ich nehme, wenn es zeitlich irgendwie geht (und das betrifft sowohl meine RL als auch mich selbst), einmal wöchentlich Reitunterricht. Wir hatten seit Ende letzten Sommers krankheitsbedingt wenig Unterricht. Neben dem Unterricht bei meiner regulären Reitlehrerin fahre ich mit Jaleo 1 – 3x jährlich auf einen mehrtägigen Reitkurs bei meinem zweiten RL, zu dem ich auch fast jedes Jahr für eine Woche fahre, um Unterricht auf seinen Pferden zu nehmen. Auf einer Sitzschulung nach Eckart Meyners war ich bereits 2x mit entsprechenden Aha-Erlebnissen.

    Die ersten 8 Jahre meines Reitunterrichtlebens bin ich in einer kleinen Reitschule geritten, wo die Pferde fast nie auf die Weide kamen, der Reitlehrer nachmittags um 3 gerne mit einer Flasche Bier auf den Cavalettis saß oder für 20 – 30 Minuten die Halle verließ, um zu telefonieren. Alle Pferde wurden grundsätzlich nur mit Ausbindern geritten und wenn wir mal nach draußen aufs Viereck oder gar auf die Wiese gingen, wurde es natürlich lustig, weil die das einfach nicht gewohnt waren. Gesprungen wurde einmal im Jahr. Die Fehler, die ich mir da angewöhnt habe, habe ich bis heute noch nicht wieder vollständig raus.

    Warum ich reite? Weil ich das Gefühl liebe, wenn etwas ganz einfach klappt. Wenn das Pferd auf den Punkt angaloppiert, nur weil ich daran denke. Wenn fliegende Wechsel und Traversalen sich nur über minimale Gewichtsverlagerungen reiten lassen und wir zum „tanzen“ kommen. Oder auch, wenn wir mal ein Kreuzchen gut springen können. Mit meinem Oldie hat das immer sehr viel Spaß gemacht.

    Daß sich mein Kopfkino derzeit so aufgebaut hat, macht mich gleichzeitig irre, wütend und traurig. Ich möchte einfach nur entspannt und zufrieden meine Runden ziehen und kriege es trotzdem nicht auf die Reihe, weil ich mir im Wege stehe.

    Entschuldige, das hier soll überhaupt kein Angriff auf Deine Person sein, aber jemand der so sitzt und so wenig Unterricht hat, der reitet keine Trav. oder fliegende Wechsel. Das glaube ich Dir nicht bzw. jemand der in der Lage ist, auf diesem Niveau unterwegs zu sein, hat nicht Deine Probleme. Der hat keine Angst, jedenfalls nicht auf Deinem Level.

  • Cubano9 sagt:

    Aber Geisterlicht ist unbestritten ein Bedenkenträger .

    Yep. Und genau das gehört eigentlich untrennbar mit einem Angstreiter zusammen. Das ist nämlich ein Bestandteil der Mentalität. Leute, die sich null Kopf beim Reiten machen und auch sonst relativ bedenkenlos durchs Leben gehen, werden dieses Problem nicht haben.

  • JAusten sagt:

    @Cubano9 – Jap, aber für mich wäre genau so, als hätte ich einen FS und traue mich nicht, Auto zu fahren. Es könnte ja soooo viel passieren und jaaa, auf der Straße passiert bestimmt tägl. mehr als in einer Reithalle. Oder andersherum: ich ekele mich total vor Ratten, habe Panikanfälle, so ich einer begegne. ABER: ich züchte auch keine – mmmmh! Soll heißen, wenn ich Angst vorm reiten habe, warum reite ich dann?

  • Watson Watson sagt:

    Leute, jetzt aber nicht eklig werden :fies: Sonst hol ich nen Wasserschlauch.

    Geisterlicht, wie ist es denn bei den anderen Pferden? Du hast doch noch welche, oder?

  • JAusten sagt:

    HÄ? Verstehe ich nicht, wo wird es eklig?

  • Watson Watson sagt:

    Ich kenn dich und ich kenn Cubi :fies: Zwei Meinungen treffen aufeinander…

    und bevor hier wieder der Admin kommt…

  • Geisterlicht sagt:

    Entschuldige, das hier soll überhaupt kein Angriff auf Deine Person sein, aber jemand der so sitzt und so wenig Unterricht hat, der reitet keine Trav. oder fliegende Wechsel. Das glaube ich Dir nicht bzw. jemand der in der Lage ist, auf diesem Niveau unterwegs zu sein, hat nicht Deine Probleme. Der hat keine Angst, jedenfalls nicht auf Deinem Level.

    Tja, das ist wohl das Schizophrene an der Sache. Ich kann diese Sachen tatsächlich. Nicht mit jedem Pferd und natürlich nicht immer perfekt, aber das geht. Gibt sogar Beweisvideos davon, die letzten von Juni 2011. Womit ich richtig Probleme habe, ist die Piaffe und das liegt zu 100 % daran, daß ich diese Bewegung nicht sitzen kann/will und die Oberschenkel dann zumache. So komme ich natürlich nicht zum Sitzen. Ich muß dringend mehr an Sitz und Balance arbeiten.

    Sag mir doch mal bitte, wo ich gesagt habe, daß andere Schuld sind? Das ist doch völliger Quatsch und nur Deine Interpretation. Ich sage ganz klar, daß ist mein Problem, ich stehe mir selbst im Weg und mache mir meinen Streß selbst. Jeder kann sich mit seinem Pferd soviel streiten, wie er will, nur ich komme damit derzeit nicht besonders gut klar und suche Mittel und Wege, mich da wieder in den Griff zu bekommen. Talimeths Ansatz finde ich besonders interessant, weil er mir ganzheitlicher zu sein scheint. Das ist hier ja kein isoliertes Problem. Und der Weg über Mentaltechniken scheint auch ein guter Ansatz zu sein, den ich mir in den letzten beiden Tagen mit mehr oder weniger Erfolg auf dem Pferd auch wieder ins Gedächtnis gerufen habe. Wie ich aber weiter oben schon schrieb: hier gibt es leider, leider keine Pforg-Wunderheilung.

    @Watson: Merkur, mein Oldie, ist seit fast 4 Jahren nicht mehr unter dem Sattel gewesen und geht auf Grund seines Sehnenschadens vorne auch nicht mehr sauber in Wendungen. Nächsten Monat wird er 30 :love: Ich glaube, da muß ich ihn nicht mehr reaktivieren. Und der andere, den ich zur Verfügung hätte, wäre Peter, der das oben beschriebene WB ist. Da fühle ich mich im Moment noch unwohler drauf, als auf Jaleo ;(

  • Geisterlicht sagt:

    Leute, die sich null Kopf beim Reiten machen und auch sonst relativ bedenkenlos durchs Leben gehen, werden dieses Problem nicht haben.

    Eine Freundin von mir sagt gerne: „Manchmal wäre es einfacher, doof durchs Leben zu gehen, dann muß man sich nicht soviele Gedanken machen!“ :fies: 😉

  • Watson Watson sagt:

    hmmm und wenn du dann erst mal nur mit RL oder anderm „Bodenpersonal“ reitest und sonst auf Bodenarbeit/Longieren umsteigst? Wettermäßig müsste das doch bald wieder hinhauen.

    Man soll sich schon klar sein, was man denn möchte. Warum hat man ein Pferd und wenn da reiten dazugehört, dann Po zusammen kneifen und durch. Was soll er denn machen? Ich hab eben auch bei jeder Kleinigkeit Angst, dass mein Zosse losschießt (da er ja schon 2 Monate Boxenruhe hat und nur die Stunde mit mir raus kommt. Schritt, festen Boden). Nuja, wenn er wirklich mal was findet zum aufregen, lach ich ihn aus. Das entspannt mich, ich sitz lachend auf einem piaffierenden Etwas und er regt sich schnell wieder ab. Es ist schwer den Kopf auszuschalten, aber das wirst du nur mit hilfe hinbekommen. Hilfe die dich vom Boden aus so unterstützt und dir auch mal in den Hinter tritt.

  • JAusten sagt:

    Ich kenn dich und ich kenn Cubi :fies: Zwei Meinungen treffen aufeinander…

    und bevor hier wieder der Admin kommt…

    Ööööhm, also Watsie, da hast Du jetzt aber Unrecht. Wir sind sicherlich nicht zu 100 % einer Meinung, aber wir unterhalten uns sehr demokratisch darüber. Ist jedenfalls mein Eindruck. Überhaupt wäre es doch langweilig, wenn sich immer alle zu 100 % einig wären, oder? Eine vernüftige verbale Auseinandersetzung kann (finde ich) sehr lehrreich sein, weil man immer wieder neue Blickwinkel/Meinungen/Erfahrungen kennenlernt.

  • JAusten sagt:

    Leute, die sich null Kopf beim Reiten machen und auch sonst relativ bedenkenlos durchs Leben gehen, werden dieses Problem nicht haben.

    Eine Freundin von mir sagt gerne: „Manchmal wäre es einfacher, doof durchs Leben zu gehen, dann muß man sich nicht soviele Gedanken machen!“ :fies: 😉

    Tja, das stimmt. Oder etwas so gut ausüben zu können, dass man sich zwangsläufig weniger Gedanken machen muss.

  • Tibatong sagt:

    als hätte ich einen FS und traue mich nicht, Auto zu fahren

    Hast du eine Ahnung, wie viele es davon gibt….. :ja:

    JAusten, die Angstgeschichte ist recht vielschichtig. Hättest du mich vor 10 Jahren gefragt, hätte ich genau wie du geantwortet, Angst kenne ich nicht, was uns nicht tötet, macht uns nur härter, einfach losreiten und machen etc. Das hat auch immer funktioniert. Und das war unabhängig davon, dass ich mir auch schon ziemlich wehgetan habe beim Reiten (gebrochene Handgelenke, gebrochene Rippen…). Aber damals hatte ich auch noch viel Praxis, habe viele unterschiedliche Pferde geritten, und war Single ohne Familie im Hintergrund. Wenn ich ausfiel, war das halt einfach Pech…

    Heute habe ich Familie und zwei kleine Kinder, nicht mehr soviel Routine, da ich nur noch meine Pferde reite und ich bin älter. Wenn ich ausfalle, ist das für den Rest der Familie organisatorisch ein ziemlicher Supergau. Trotzdem habe ich in den letzten 3 Jahren zwei junge Pferde angeritten (der erste ist jetzt Frührentner, die zweite ist noch aktuell…). Ich ziehe zwar das Programm immer noch so durch, wie ich es gelernt und erfolgreich angewendet habe, aber ich bin deutlich vorsichtiger geworden (…übrigens auch beim Autofahren :whistling: ) und ich versuche, Risiken zu minimieren, nicht in dem ich sie umgehe, aber indem ich mich entsprechend verhalte. Dennoch habe ich nicht „Angst“ in dem Sinne wie Geisterlicht es schildert, aber ich kann mir ansatzweise vorstellen, wie es ist. Und auch, dass man trotzdem da durch will und weitermachen….

  • Watson Watson sagt:

    Ich kenn dich und ich kenn Cubi :fies: Zwei Meinungen treffen aufeinander…

    und bevor hier wieder der Admin kommt…

    Ööööhm, also Watsie, da hast Du jetzt aber Unrecht. Wir sind sicherlich nicht zu 100 % einer Meinung, aber wir unterhalten uns sehr demokratisch darüber. Ist jedenfalls mein Eindruck. Überhaupt wäre es doch langweilig, wenn sich immer alle zu 100 % einig wären, oder? Eine vernüftige verbale Auseinandersetzung kann (finde ich) sehr lehrreich sein, weil man immer wieder neue Blickwinkel/Meinungen/Erfahrungen kennenlernt.

    es war auch nur eine Wahrnung, dass es genau so bleibt. Ich bin lange genug hier und hab oft genug erlebt, wie ein eigentlich sachlicher Erfahrungsaustausch böse umgeschlagen ist.

    Tiba, das kann ich gut verstehen. Bin ich doch früher auch ohne nur mit der Wimper zu zucken mit einem total verrittenen und höchst dominanten Pony ins Gelände gezogen, habe ich über 3 Wochen gebraucht, bis ich mich das erst mal mit Nuri raus traute. Und der war wesentlich kooperativer

  • Geisterlicht sagt:

    @Watson: Peters RB unterstützt mich während der nächsten Wochen und reitet ihn 2x die Woche. Das gibt mir zeitlich etwas Freiraum, den ich beruflich gerade brauche, und hilft mir etwas, den Kopf auch wieder freier zu bekommen. Sie ist Jaleo früher schon geritten und kommt gut mit ihm klar. Wo ich sauer oder ängstlich werde, lacht sie. Wenn das Wetter paßt, wird sie auch mal mit ihm ins Gelände gehen. Ich denke, das wird uns beiden gut tun. Und Unterricht geht natürlich weiter.

    U.a. durch den verbalen Anschiß hier, habe ich mir bewußt gemacht, daß ich mal wieder viel zu sehr von vorne nach hinten reite (eine Unsitte aus alten Reitschulzeiten) und lasse ihn jetzt vorne länger, reite wieder mehr mit Gewicht und Bein. Das funktioniert grundsätzlich deutlich besser und führt, oh Wunder über Wunder auch dazu, ein kontrollierbareres Pferd zu haben.

    Longieren kann ich in der Halle nur Sonntags nach 16 Uhr. Seitdem es wieder wärmer ist, regnet es bei uns wieder mit Vorliebe und so ist der Longierzirkel draußen schön matschig. Als ich das letzte Mal vor dem großen Frost dort longiert habe, ist er mir 4x hinten ordentlich weggerutscht. Auf der einen Seite selbst schuld, wenn er meint, da Quatsch machen zu müssen, auf der anderen Seite möchte ich keine ernsthaften Verletzungen provozieren.

  • Watson Watson sagt:

    Wo ich sauer oder ängstlich werde, lacht sie.

    nimm dir das als Beispiel! Ich lache meinen Zossen auch aus, wenn er ein Huibuh sieht. Wird deiner denn gefährlich im Sinne von Rodeoeinlagen, wenn mal was sein sollte? Wenn nicht, was soll denn passieren? Dann schießt er mal los, du lachst ihn aus, setzt dich odentlich ihn und parrierst ihn wieder durch. Wenn du ruhig bleibst und die Situation als „lächerlich“ abtust, was soll er denn dann noch machen? Nur Mut!

  • GidranX GidranX sagt:

    Im Gegenteil, ich frage mich ernsthaft, warum solche Leute wie Du überhaupt reiten wollen.

    Naja, der Wunsch zu reiten ist eben immer noch stärker als die Angst.. und solange das so ist, denke ich bestehen auch gute Chancen, dass alltagstauglich in den Griff zu bekommen. Wobei ich ja sowieso in keinster Weise daran glaube, dass sich die Gemütslage des Reiters auf´s Pferd überträgt.. Wenn das so wäre, warum schiessen soviele Pferde TROTZDEM ständig ab und dann auch noch oft in den gleichen Situationen? Oder eben nicht, selbst wenn dem Reiter im Vorfeld schon die Hose flatterte? Und Jausten, bei dem Selbstbewusstsein das Du vor der Brust trägst, müsstest Du doch eigentlich nie Probleme mit Pferden haben?
    Ich bin mit meinem Pferd mal im Winter mit ein paar anderen Reitern in einer Reithalle gewesen, die von allen Seiten verglast ist. Plötzlich begann regelrecht die Scheiben zu klirren! Mir stieg sofort das Adrenalin in den Kopp, weil es sich im ersten Moment GENAUSO anfühlte wie das Erdbeben, dass ich Anfang der 90er hier in Deutschland miterleben durfte.. Es war aber nur ein riesiger Schneeräumer der anfing Schnee zu räumen. ALLE Pferde die in der Bahn waren, schossen ab wie blöde.. Nur meins nicht. 😀 Obwohl ich mich in der ersten Sekunde richtig fies erschrocken hatte und auch ein paar Momente brauchte mich wieder einzukriegen.. :nix:
    Dafür konnte der die abrutschenden Dachlawinen überhaupt nicht ab.. da fanden wir uns in der Regel schneller auf der andern Seite der Bahn wieder als ich Piep sagen konnte. ER hörte das nämlich schon einen Bruchteil von Sekunden vor mir! Ich hatte also gar keine Zeit Angst zu übertragen, weil ich gar keine hatte.
    Oder mein erstes Pferd. Ich hatte noch nie ein Pferd verladen oder auch nur dabei zugesehen. War erst seit ein paar Wochen Pferdebesitzerin, dazu Späteinsteigerin mit 33, war als Kind zuletzt auf einem Pony rumgerutscht und hatte mir nach 6 Wochen gleich mein erstes Pferd zugelegt.. :rolleyes: Ausser die Geschichten der Vorbesitzerin von den schrecklichen, mehrstündigen Verladeaktionen kannte ich nix davon.. Ich hatte richtig Schiss davor! Malte mir die schlimmsten Dinge die geschehen aus, hatte kaum geschlafen, nix gegessen und mir zitterten die Hände als ich ihn aus der Box holte.. :huh: Nach 3 oder 4 Anläufen (die wohl eher ich brauchte) war er drauf! Und so erging es mir und ergeht es mir noch bis heute..Verladen und mit einem Pferd fahren ist mein persönlicher Horror. Warum auch immer, persönlich ist mir noch nix schlimmes passiert, aber man bekommt im Laufe der Zeit ja einiges mit. Und man kommt ja leider nicht drum herum.. ;( Als ich die Trulla 2,5jährig kaufte hatte sie ein halbes Jahr zuvor die Mittelwand in einem Hänger zerlegt, die Fahrt musste abgebrochen werden und wurde auch nicht wiederholt, was mein Glück war weil ich sie dadurch bekam.. Sie hat bisher noch nie nicht auch nur gezögert, OBWOHL ich immer Angst davor habe und sie ja nun oft verladen musste..
    Eine Freundin von mir hat keine Angst. Höchstens Wut. Und bekommt ihr Pferd deswegen trotzdem nicht unter 1,5 Stunden verladen.. und das auch nur mit vieler Hände Unterstützung.. Und so sehe ich das oft, die Reiter haben keine Angst und trotzdem diese Problem mit ihren Pferden.
    Wie passt das alles zusammen? Wie wird da ein Schuh draus? Das die Angst angeblich den Zügel runterläuft? Das die Pferde jede kleinste Unsicherheit sofort ahnden?
    Das ein klemmiger Reiter im Ergebnis kein losgelassen schwingendes Pferd unter sich haben kann, erschließt sich mir natürlich.. aber ob ein Reiter klemmt weil er Angst hat oder er klemmt weil er einfach körperlich nicht anders kann momentan oder dauerhaft, ist dem Pferd glaube ich erstmal ziemlich wumpe.. :nix: Auch Geisterlicht schreibt ja nicht davon, dass IHR Pferd fiese Sachen macht, abschiesst bockt oder sonstwas, dass sie hierdurch ständig in bedrohliche Situationen gerät.. die anderen Pferde sind so drauf, und das macht ihr Angst das es ihr gleich ergehen könnte. Tut es aber ja nicht wenn ich das nicht falsch verstanden habe.
    Es müssten die anderen Reiter die wahren Angsthasen sein, wie man an deren Pferden ja erkennen kann.. 😀 Die reden vielleicht nur nicht drüber. :huh: Sobald jemand das Wort Angst laut in den Mund nimmt wird das als bequemer Grund für alle bestehenden Probleme gesehen. So einfach ist es aber in meinen Augen überhaupt nicht. Wenn die Angst besiegt ist hilft das dem Reiter sicherlich ungemein mehr Spass an seinem Hobby zu haben oder ihn überhaupt wieder zu finden, aber an den Eskapaden der Pferde ändert das nicht unbedingt was. Es lebt sich nur besser damit.. 😀

  • JAusten sagt:

    @Tiba – Ok, kann ich mir für mich wirklich aktuell nicht vorstellen. Ich habe aber auch keine Kinder.

    @Watsie – Mag sein, aber die Initiative wird kaum von mir ausgehen.

    @Geisterlich – Siehst Du, das meine ich. „Wenn das Wetter passt“ – Was ist denn am Wetter unpassend? Es ist warm und windig, na und? Ich reite täglich draußen. Muss ich, meine Reithalle ist im Nachbardorf.

  • Watson Watson sagt:

    Siehst Du, das meine ich. „Wenn das Wetter passt“ – Was ist denn am Wetter unpassend? Es ist warm und windig, na und? Ich reite täglich draußen. Muss ich, meine Reithalle ist im Nachbardorf.

    JAusten, das kannst du nun aber nicht vergleichen. Es ist nicht jeder so ein Hardcorereiter. Ich hab das auch 5 Jahre lang gemacht und nun, da ich eine Halle hab, überleg ich mir das auch einmal mehr, ob ich durch den Regen muss. Und nun ins Gelände zu gehen, wo man eh schon ängstlich ist, halte ich für Kontraproduktiv.
    Geisterlicht, was ich gut finde, du stellst dich deiner Angst und gibst zu, dass du welche hast. Wir haben hier Reiter, die gehen nur in die Halle, nicht mal auf den eingezäunten Platz. Als Ausrede kommt immer was anderes. Mal zu feucht, dann ist der Zosse zu „wild“, dann will man nicht so in die Sonne, oder es windet zu sehr… Die haben aber keine Angst, niemalsnicht!!! Werd selbstbewusster, denn du traust dich zu sagen, dass dir das Bauchweh macht. UND mit dieser Einsicht kannst du daran arbeiten.

  • ambra sagt:

    Eigentlich tendiere ich auch in Richtung JAusten… das Pferd muss machen, was ich möchte, ich möchte ja nicht unmögliches oder bin tierquälerisch unterwegs.
    Und auch die Frage „Warum reitet man oder möchte reiten, wenn es einem doch Angst macht?“ ist vollkommen berechtigt, weil es eigentlich total unlogisch ist.

    Und darauf wird hier keiner, der Angst hat antworten können. Es ist einfach unlogisch. Man möchte ein Gefühl (Zufriedenheit auf dem Pferd, Wohlfühlen auf dem Pferd) wieder erreichen, das man ja mal hatte. Wäre es von Anfang an doof gewesen, hätte man ja direkt aufgehört, oder?

    Und auch Angst ist mit Logik nicht zu fassen, nehme man nur mal Menschen mit Flugangst… frag die doch mal ob die fliegen wollen, da sagt keiner nein.
    Beim Pferd ist es noch komplizierter… Du liebst dieses Wesen, es macht Dir nur in bestimmten Situationen Angst und Du weisst auch noch ganz genau, dass deine Angst übertrieben ist. Das nach gesundem Menschenverstand die Situationen regelbar sind und auch (nicht immer) so gefährlich sind, wie man selber meint.

    und btw… Bedenkenträger… das nehme ich jetzt mal für mich nicht an! Im Berufsleben bin ich Selbstständig mit erheblichem finanziellen Risiko, wäre ich Bedenkenträger würde ich wohl eher einen Beamtenjob mit Sicherheit bevorzugen.
    Wenn Angst beim Reiten so einfach wäre, dann müssten hier alle Reiter doch im Leben wesentlich risikofreudiger sein…
    Nein, Angst ist eine Summe aus schlechten Erfahrungen und der jeweiligen Reaktion darauf.

    Ich wehre mich nur erheblich dagegen, wenn man die Ecke „Stell Dich nicht so an“ gestellt wird. Das ist unfair…

    Meine Angst bezieht sich z.B. ausschliesslich auf mein eigenes Pferd (und mir bekannte Pferde mit „Macken“)…
    Bei „braven“ Fremdpferden bin ich am Anfang angespannt, kann mich aber dann beruhigen.

    Was mich noch sehr verunsichert, ist die Frage „Was passiert, wenn mich mein nächstes Pferd in „Angstsituationen“ bringt?“ Durch z.B. Erschrecken. Verfalle ich dann in alte Muster und „versaue“ mir mein nächstes Pferd?
    ein Gedanke, der mich sehr beunruhigt und dem ich wissentlich nur durch Reiten verschiedenster Pferde begegnen kann… die muss man aber erst mal zur Verfügung haben…

    Naja, kommt Zeit kommt Rat. 🙂

  • JAusten sagt:

    @GidranX – Ja, das glaube ich gerne, nur vorstellen kann ich es mir nicht. GsD ist mein Ekel/meine Angst vor Ratten größer als der Wunsch, welche zu züchten -schüttel-. Danke, aber ich habe täglich Probleme mit Pferden, nur andere würde ich meinen. Bei mir geht es nicht darum, dass mein Pony evtl. zur Seite springt oder wegläuft. Bei mir geht es darum, dass ich mein Pferd in der Dressur „vor mir habe“ und nicht „unter mir“. Das hinzubekommen ist sehr schwierig und somit eines meiner Probleme. Die Aufrichtung, das Unterfußen etc., kurzum: DRESSUR -würg-. Da fangen meine Probleme an und darum werde ich schon lebenslang (mit einigen Unterbrechungen) von RL begleitet. Ich habe eigentlich alle Reiter-Probleme dieser Welt, nur keine Angst. Ich reite seit meinem 5. Lebensjahr bzw. sitze im Sattel seit dieser Zeit. Ich gebe aber zu, dass ich beim Ponykauf schon Wert auf eine gewisse Rittigkeit lege und die kann ich ganz gut testen, bevor ich den Vertrag unterschreibe. Ich habe mir noch nie Gedanken um meine Gesundheit gemacht, während ich im Stall rumkrieche. Wie schon geschrieben: dann darf ich auch nicht tägl. in ein Auto steigen.

  • GidranX GidranX sagt:

    @Jausten: Naja, Ekel ist ja nochmal eine eigene Komponente.. Bei mir sind es Spinnen und Zecken, und davon gibt es ja leider auch im Stall und am Pferd immer genügend von.. 8o Ich wundere mich auch immer wie ich das erneut überlebe.. 8o Ekel vor Ratten und Mäusen kann ich wiederum überhaupt nicht nachvollziehen.. :nix: Ich find die niedlich, was aber nicht heisst das ich vor denen keinen Respekt habe oder mich nicht erschrecke, wenn mir unverhofft aus dem Stallregal eine entgegen springt.. Gebissen werden möchte ich auch nicht. :bite:

    Das Du keine Angst bekommst/hast, weil Dein Pony mal hüpft habe ich schon verstanden. Aber eigentlich dürfte Dein Pony gar nicht erst hüpfen.. :nix: und schon gar nicht wiederholt..

  • JAusten sagt:

    @ambra – Naja, ich nehme am Straßenverkehr teil und ein Lebewesen, was mal gut 600 kg wiegt oder mehr nicht im Griff zu haben, ist höchst gefährlich und ja, darum muss der Bock funktionieren. Auch vom Reiter erwarte ich das (von mir). (M)einem Pferd gegenüber bin ich verpflichtet, so gut wie möglich zu sitzen/zu reiten, um evtl. körperliche Unannehmlichkeiten für das Pferd einzuschränken. Daher ist RU Pflicht. Ja, für MICH ist es unlogisch, eine ordentliche Summe Geld Monat für Monat in die Hand zu nehmen, um etwas zu machen, was mir nur eines bringt: Angst.

  • JAusten sagt:

    @Jausten: Naja, Ekel ist ja nochmal eine eigene Komponente.. Bei mir sind es Spinnen und Zecken, und davon gibt es ja leider auch im Stall und am Pferd immer genügend von.. 8o Ich wundere mich auch immer wie ich das erneut überlebe.. 8o Ekel vor Ratten und Mäusen kann ich wiederum überhaupt nicht nachvollziehen.. :nix: Ich find die niedlich, was aber nicht heisst das ich vor denen keinen Respekt habe oder mich nicht erschrecke, wenn mir unverhofft aus dem Stallregal eine entgegen springt.. Gebissen werden möchte ich auch nicht. :bite:

    Das Du keine Angst bekommst/hast, weil Dein Pony mal hüpft habe ich schon verstanden. Aber eigentlich dürfte Dein Pony gar nicht erst hüpfen.. :nix: und schon gar nicht wiederholt..

    Kommt auf’s Pony an. Meinen Rappe kaufte ich, als der 5 J. war und nach dem Umzug in meinen Stall weigerte der sich mit mir ins Gelände zu gehen. 10 min. in eine Richtung, umdrehen, nach Hause. Noch in der Drehung drehte ich den Gaul wieder in die ursprüngliche Richtung und versuchte es erneut. Hat der im alten Stall auch immer gemacht und so sind sie nicht mehr ausgeritten. Der hat es eine Woche probiert, täglich, versuchte auch zu steigen und so schöne Sache wie wegrennen usw.. Jeden Tag musste er mit mir durch’s Gelände und jeden folgenden Tag das gleiche Spiel von vorn. Tja, am 6. Tag hatte ich eine Gerte und wartete bis er auf dem Feld am Stall wieder loslegte. Seit 13 J. hat der das nicht mehr versucht. Irgendwann ist meine Geduld aufgebraucht und dann reicht es mir. Hilft. Sagen wir es so, wenn ich mich mit einem Pferd anlege, dann muss ich wissen, dass ich „gewinnen“ kann. Sonst ist es sinnlos.

  • ambra sagt:

    Gidrans Ansatz finde ich im übrigen mal sehr verfolgenswert…

    Ich gehe mal von mir aus…
    Erst kamen Ambras Attacken und danach erst meine Angst. Ab irgendeinem Punkt hat sie vermutlich gemerkt, dass meine Angst mich in der Reaktion auf eine Widersetzlichkeit lähmt, ab da hatte sie es sozusagen geschafft und musste nur noch Widersetzlichkeit antäuschen… die grossen Attacken mussten nicht mehr gefahren werden, Ziel erreicht… ich war konditioniert! (und wie 8) )

    Mal eine Geschichte, wie ich darein gerutscht bin:
    Ambra 6-jährig, buckelte bei nichtigen Anlässen z.B. Angaloppieren. Ich ahndete dieses Verhalten mit einem beherzten Klatsch auf den dicken Hintern, sie ahndeten den Klatsch mit noch mehr buckeln, ich wiederum mit Klatsch auf den Hintern, sie siegte, indem sie mich mit Buckeln und einer 180Grad Kehre in der Ecke absetzte. Wieder auf das Tier rauf. Ha, wäre doch gelacht, wenn mich das 700kg-Erbsenhirn klein kriegt… angeritten, auf die Mittellinie abgebogen, angetrabt… irgendwo auf dem Weg merke ich, dass Bremse, Lenkung und Gas klemmen. Ambra, das Gebiss fest zwischen den Zähnen, auf nix mehr reagierend, marschiert ihres Weges.
    Ok, denke ich noch, vor der Hallenbande (locker 1,60m, ich gucke so grad drüber) wird die wohl stoppen.
    Äh nä, 1,5m vor der Hallenbande schraubt sich das kleine Biest aus dem Trab in die Höhe und übespringt die Bande ganz einfach. Aus dem offenen Tor raus, perfekte Landung, weiter im ruhigen Trab…
    DA hatte ich Köttel in der Reithose und war nur noch froh wieder UNTEN zu sein (freiwillig und ohne Nachhilfe des braunen Drecksacks).
    Und ja, danach ritt ich total gerne und ohne jede Hemmung auf der Mittellinie Richtung Hallenbande / tor… echt total entspannt… 😉

  • GidranX GidranX sagt:

    Sabine.. 8o Ich musste wegen Deiner Schreibweise trotzdem herzlich lachen.. :daumen: 😀 😀 😀

  • ambra sagt:

    Sagen wir es so, wenn ich mich mit einem Pferd anlege, dann muss ich wissen, dass ich „gewinnen“ kann. Sonst ist es sinnlos.

    Ok, dann mal zu mir… ich hab mich angelegt, weil ich echt dachte, ich könne gewinnen… habe ich aber nicht! Im übrigen auch andere Reiter nicht. Und für die Sorte Reiter, die bei ihren „Aktionen“ das Hallentor schliessen müssen und dies erst des Nachtens tun, war ich einfach nicht zu begeistern (sprich ich konnte es mit meinem Herzen nicht vereinbaren).

    So wat nu?

  • ambra sagt:

    Sabine.. 8o Ich musste wegen Deiner Schreibweise trotzdem herzlich lachen.. :daumen: 😀 😀 😀

    Du im Nachhinein muss ich selber grinsen… nur wenn ich da drauf hock, dann vergeht mir das wieder….
    Ab und zu, habe ich in stillen Minuten gedacht, das Biest ist die Reinkarnation von Albert Einstein, soviel planvolles Vorgehen kann eigentlich kein Pferd zu Wege bringen… 😀

  • Geisterlicht sagt:

    @Geisterlich – Siehst Du, das meine ich. „Wenn das Wetter passt“ – Was ist denn am Wetter unpassend? Es ist warm und windig, na und? Ich reite täglich draußen. Muss ich, meine Reithalle ist im Nachbardorf.

    Tu Dir und mir doch mal bitte den Gefallen und lies genau, was ich geschrieben habe. Da stand was von „sie geht mit ihm ins Gelände, wenn das Wetter paßt“. Das heißt nichts anderes, als daß ich nicht von ihr verlange, bei strömendem Regen oder Glatteis ins Gelände zu gehen. Die muß nämlich anschließend nocht 2,5 km mit dem Rad zum Bahnhof fahren und ich möchte nicht, daß sie sich erkältet. Und unendlich passende Klamotten hat sie als Studentin nun auch wieder nicht.

  • ambra sagt:

    Äh, Cubi Sigi…

    könnte Sigi da mal was zu schreiben, also jemand der solche Pferde beruflich sieht… das würde mich sehr interessieren (ohne dass ich dem armen Sigi Ambra vor die Haustür karre 😀 , Gott was bin ich ein guter Mensch… 8) )

  • sweltsje sweltsje sagt:

    Natürlich gibts immer Gründe warum ein Pferd auch bei einem unängstlichen Reiter „blöd“ ist. Das Problem ist doch, dass man wenn man Angst hat, (und das kann einen guten Grund haben, wie die Geschichte von Ambra oder ein Sturz etc.) nicht so reagiert, dass man ein „blödes“ Pferd einnorden kann. Dazu muss man die Angst bekämpfen… oder aber lieber (dieses Pferd) nicht reiten (oder verkaufen).
    Habe es im Bekanntenkreis erlebt. Eine beherzte Reiterin, mit einem fitten Pferd immer flott unterwegs, auch auf Springkursen, im Gelände auf Jagden etc. Kauft sich ein Fohlen als Nachwuchspferd. Schon in der Aufzucht trägt sie eine Gehirnerschütterung davon, weil ihr Kopf mit dem des Zossen kollidiert. Aua. Als der Zosse groß ist, hat sie von Anfang an Schiss. Das ist ein totenbraves Pferd, aber sie kann den nicht händeln. Und der fängt an bei ihr durchzugehen. Und ich behaupte, anders als Gidran, dass sie das verursacht mit ihrer Angst, die schon an Hysterie grenzt. Wir haben sie in der Stallgemeinschaft versucht aufzufangen. Mitgenommen mit ruhigem Pferd ins Gelände, mitgenommen in RU. Verschiedene andere Reiter, die auch keine Profis sind, konnten den Gaul ganz normal reiten. Die besitzerin konnte zum Schluss das Pferd nichtmal mehr normal übern Hof führen … vor Angst. Der war nicht gefährlich! Der war ganz normal. es hat einfach nicht gepasst, und sie hat ihn verkauft, sich ein kleines süßes Quarterpony gekauft, und konnte von einem auf den anderen tag angstfrei reiten. Überall hin!
    Mit dieser Geschichte im Hinterkopf habe ich mir bei meinen Angstattacken nach dem Sturz mit Seppi ein Ultimatum gesetzt. Und ich hätte den verkauft, wenn ich meine Angst nicht in den Griff bekommen hätte! Weil es manchmal einfach auch dem Pferd gegenüber fairer ist. Find ich.

  • Cubano9 sagt:

    Äh, Cubi Sigi…

    könnte Sigi da mal was zu schreiben, also jemand der solche Pferde beruflich sieht… das würde mich sehr interessieren (ohne dass ich dem armen Sigi Ambra vor die Haustür karre 😀 , Gott was bin ich ein guter Mensch… 8) )

    Sage ich ihm, wenn er wieder da ist. Und: beschrei es nicht – solche Pferde LIEBT der Kerl von ganzem Herzen
    Übrigens habe ich heute endlich das Ende der Reitpause einläutet, wurde auch Zeit. Ich hab mal ganz bewusst darauf geachtet, was ich mittlerweile mache, wenn bestimmte Situationen auftreten: Die beiden Hengste hier stehen ja auf dem Paddock, der direkt an den Reitplatz grenzt. Das ist natürlich immer erst mal ein Mords-Bohei, wenn wir da mit unseren Pferden raufgehen. Da mache ich: gar nix. Nur drauf achten, dass ich auf dem zweiten Hufschlag bleibe. Und dann hat unser Nachbar nebenan heute seine Quarter auf die Koppel gelassen, als ich gerade am Reiten war – eine tierische Galoppiererei. Was mache ich: Nix, außer mich mal kurz tiefer reinsetzen. Ansonsten reite ich stur weiter. Mit dem Erfolg, dass Frax außer Ohren aufstellen auch nichts macht.

  • JAusten sagt:

    Sagen wir es so, wenn ich mich mit einem Pferd anlege, dann muss ich wissen, dass ich „gewinnen“ kann. Sonst ist es sinnlos.

    Ok, dann mal zu mir… ich hab mich angelegt, weil ich echt dachte, ich könne gewinnen… habe ich aber nicht! Im übrigen auch andere Reiter nicht. Und für die Sorte Reiter, die bei ihren „Aktionen“ das Hallentor schliessen müssen und dies erst des Nachtens tun, war ich einfach nicht zu begeistern (sprich ich konnte es mit meinem Herzen nicht vereinbaren).

    So wat nu?

    Das ist von fern schwer zu sagen. Reiten, anschauen muss man schon dürfen, bevor man eine Meinung zu anderen Pferden abgeben kann. Auch der Reiter (Du) müsste mal beim hoppeln beobachtet werden. Nur so kann sich jemand eine Meinung bilden. Wat nu? Keine Ahnung, ich müsste Dich reiten sehen bzw. das Pony unterm Sattel sehen.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    So wat nu?

    Und: beschrei es nicht – solche Pferde LIEBT der Kerl von ganzem Herzen

    ich müsste Dich reiten sehen bzw. das Pony unterm Sattel sehen.

    Jetzt wird’s spannend. 😀 *ChipsundColaindieRundestellt*

  • JAusten sagt:

    Bitte sachlich bleiben (Admin2)

  • Tibatong sagt:

    Sagen wir es so, wenn ich mich mit einem Pferd anlege, dann muss ich wissen, dass ich „gewinnen“ kann. Sonst ist es sinnlos.

    „Kann“ ist das wichtige Wort hier. Kann aber auch schiefgehen. Recht selten, zugegeben, aber kann – siehe Ambra’s Geschichte

    Mit meinem Oldie-Tier hatte ich, als der damals ein voll trainierter 3j Hengst war, auch mal eine Situation, die durchaus das Potential gehabt hätte, zu entgleiten. Eines Tages erschrak er sich mal richtig beim Rausgehen zur Bahn zum Galoppieren. Am nächsten Tag stand er da abdrehenderweise kerzengerade in der Luft, ich bekam ihn aber wieder in Gang. Am nächsten Tag das selbe Spiel. Ich habe ihm dann gepflegt einen oder zwei übergebraten, mit dem Effekt, dass er dann richtig sauer wurde und ich erst mal schauen musste, drauf zu bleiben…. (es war übrigens keine Angst vor der ursprünglichen „Schreckstelle“, denn vorbeiführen oder vorbeigeführt werden oder auch da ruhig stehnbleiben war kein Problen, es war reine Widersetzlichkeit).

    Es hätte nun die Möglichkeit gegeben, die nächsten Tage einen von den Profi-Jungs draufzusetzen, die das sicher durchgezogen hätten, ihn da vorbeizudrücken und draufzubleiben. Wollte ich aber nicht, weil es mein Problem nicht gelöst hätte. Ich besann mich drauf, dass Pferde zwar die größeren Köpfe haben, aber mitnichten schlauer sind. Ich ritt dann etwa zwei Wochen konsequent einen anderen Weg zur Bahn UND steigerte das Arbeitspensum fürs Pferd deutlich. Nach zwei Wochen war der alte Weg kein Thema mehr, steigen war seither auch ad acta.

    Vielleicht war das nicht die eleganteste Lösung, es hätte sicher auch andere Wege gegeben, aber für MICH und mein Selbstverständnis mit diesem Pferd war es das richtige.

  • ambra sagt:

    Äh, Cubi Sigi…

    könnte Sigi da mal was zu schreiben, also jemand der solche Pferde beruflich sieht… das würde mich sehr interessieren (ohne dass ich dem armen Sigi Ambra vor die Haustür karre 😀 , Gott was bin ich ein guter Mensch… 8) )

    Sage ich ihm, wenn er wieder da ist. Und: beschrei es nicht – solche Pferde LIEBT der Kerl von ganzem Herzen
    Übrigens habe ich heute endlich das Ende der Reitpause einläutet, wurde auch Zeit. Ich hab mal ganz bewusst darauf geachtet, was ich mittlerweile mache, wenn bestimmte Situationen auftreten: Die beiden Hengste hier stehen ja auf dem Paddock, der direkt an den Reitplatz grenzt. Das ist natürlich immer erst mal ein Mords-Bohei, wenn wir da mit unseren Pferden raufgehen. Da mache ich: gar nix. Nur drauf achten, dass ich auf dem zweiten Hufschlag bleibe. Und dann hat unser Nachbar nebenan heute seine Quarter auf die Koppel gelassen, als ich gerade am Reiten war – eine tierische Galoppiererei. Was mache ich: Nix, außer mich mal kurz tiefer reinsetzen. Ansonsten reite ich stur weiter. Mit dem Erfolg, dass Frax außer Ohren aufstellen auch nichts macht.

    Ich lieb das Biest ja auch… 😀 aber Sigi mag ich mittlerweile auch und ich glaube, Du kommst und bringst mich um, wenn der Kerl mit Halsbruch nach Hause kommt. :red:
    Das war im übrigen irgendwann dann mein Problem… sie wurde so renitent, dass ich Angst um andere Reiter bekam und da nicht in der Verantwortung stehen wollte.

    JAusten… der Ansatz ist gut und richtig. Genau so habe ich es dann auch gemacht, erfahrene Reiterin (meine TA, gelernte Bereiterin Warendorf, Military, extrem unerschrocken) schauen lassen und reiten lassen.
    Fazit: gefährlich, nicht verkaufen, wenn weg dann Wurst… (Schluck)

    Für mich fand ich es im Nachhinein total schwierig zu erkennen, WO genau war der Punkt an dem ICH verloren habe und wo war der Punkt an den auch alle anderen verloren haben. Ambra war im übrigen niemals hysterisch Widersetzlich (ich hoffe, ihr versteht was ich meine), sie war ruhig und fast schon planvoll Widersetzlich (wirklich ein wenig wie ein pferdischer Albert Einstein).

    Geisterlicht, bitte sag, wenn ich hier deinen Thread sprenge, dann teilen wir das irgendwie… :friend:

  • Honeybear Honeybear sagt:

    @JAusten: Ruhig Braune. 😀 Nee, echt, bitte nicht ausarten lassen. Finde es hier auch sehr interessant. Muss doch nicht sein. Dann schreib halt nicht mehr. 😉

  • JAusten sagt:

    Ja, es ist schwer, keine Frage. Einerseits das Verhalten des Pferdes, andererseits die Angst des Reiters. Eine pauschale Lösung kann ich nicht bieten. Zeit, Geduld und immer wieder jeden Tag, Ruhe bewahren (so lange es geht). Die Entscheidung was weiter passieren soll, kann nur der Besi treffen und wenn die Entscheidung lautet, der Gaul geht in die Wurst, tja, dann ist so. Auch dazu kann ich mich nicht wirklich äußern.

    @HB – HÄ? Was’n los? Ich bin ruhig. Ooooch, dann schreibe ich halt nicht mehr. Du bist gemein.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Du weißt genau, wie ich das meine. 😉 :friend:

  • GidranX GidranX sagt:

    Falsches Handling versaut die meisten Pferde, erst Recht wenn die noch nicht gefestigt sind.. auch wenn gar keine Angst im Spiel ist. Dabei muss man ja noch nicht mal grundsätzlich was falsch machen, es ist eben für dieses spezielle Pferd falsch. Habe ich meinen Körper nebst Stimme nicht unter Kontrolle – und es gibt einfach so Menschen! – dann kann ich das bravste Pferd wuschig machen. Hat aber eben mit Angst nix zu tun. Ein ehemaliger Stallkollege hatte z. B. eine sehr deftige Art und Weise an die Pferde ran zu gehen, bollerig, sehr vehement in seinen Bewegungen. Die Pferde zeigten entsprechend ihrem Charakter ganz unterschiedlich, dass ihnen das nicht gefiel. Seine Stute liess sich nicht mehr satteln, die zweijährigen machten Probleme beim führen. Oder liessen sich plötzlich nicht mehr Verladen. Der älteste Wallach machte gar nix, der war gefestigt genug. Die Probleme hörten immer dann schlagartig auf, wenn ihm jemand bezüglich seiner Körpersprache auf die Sprünge half. Angst war niemals sein Problem.
    Sicher liegt es am Menschen, wenn mit dem PFerd was falsch läuft. Aber ich glaube, dass der Angst an sich ein zu großer Stellenwert eingeräumt wird. Natürlich macht Angst krampfig in der Körpersprache. Aber man kann auch ohne Angst krampfig sein, das was beim Pferd ankommt ist dann aber das Gleiche und es folgt die dem Charakter des Pferdes entsprechende Reaktion.
    Bei den einen könntest Du dir Krampfadern kreischen und da passiert nix.. bei Anderen geht die Luzi ab.
    Letzten Endes, wenn ich mich so gar nicht unter Kontrolle bekäme, würde ich auch immer das Pferd verkaufen und mir eins suchen, dass mich besser „ab“ kann.. 😉 Damit beiden die Freude am Umgang nicht dauerhaft vergällt wird.

  • Geisterlicht sagt:

    Geisterlicht, bitte sag, wenn ich hier deinen Thread sprenge, dann teilen wir das irgendwie…

    Nein, das müssen wir definitiv nicht, denn für mich geht es hier nicht nur um mein ureigenstes Problem, sondern auch generell um das Thema Angst und Kopfkino. Offensichtlich bin ich ja mit dem Thema nicht alleine 😉 Ich finde es gut, hier die unterschiedlichen Facetten auch andiskutieren zu können.

    Mein Pferd läßt sich selten durch Unfug anderer wirklich anstecken, aber er hat natürlich auch so seine Varianten drauf. Wenn er sich erschreckt, streckt er gerne alle Viere von sich, sinkt gefühlt 50 cm tiefer und springt dabei gerne 1 m nach links, um kurz darauf wieder in die ursprüngliche Position zurückzukommen. Wenn er mal losschießt, läuft er selten weit. Mehr als 1 Runde durch die Bahn wäre schon zu viel. Dafür buckelt er liebend gerne – entweder, wenn er sich überfordert fühlt oder wenn er klemmt. Dagegen hilft nur vorwärts, vorwärts, vorwärts. Letzten Samstag packten ihn Renitenz und Übermut und er buckelte von kurz vor C bis fast X mit mir im Galopp. Läßt sich recht gut sitzen und die Lösung lautet in der Regel in solchen Fällen immer Hand weg.

    Wir haben aber auch schon wirklich blöde Erlebnissse gehabt. Als 6-jähriger beim Aufsteigen in der Halle im Winter. Ich war noch nicht ganz oben, da schoß er quer mit mir durch die Halle und war kaum wieder einzufangen. Und 2x im Gelände ist er mir richtig übel abgeschossen. Wie ich heute weiß, kam das aufgrund gesundheitlicher Probleme. Das zweite Mal war ich mit einer Bekannten draußen gewesen, die mit mir explizit das Ausreiten geübt hat. Wir sind locker 500 m Asphalt runtergebrettert ohne Chance irgendwo abwenden zu können, über eine Dreieckskreuzung drüber und dann hatte ich ihn wieder. Zurück konnten wir im Schritt am langen Zügel… Leider konnte meine Bekannte danach nicht weiter mit mir üben, weil ihr Pferd das nicht mitmachte. Seitdem ist ein gutes Stück Vertrauen einfach weg ;(

  • McFlower sagt:

    Mal so ganz pragmatisch:

    Du sagst, mit Reitunterricht geht es besser. Ich würde den Teufelskreis also mit RU unterbrechen. Kannst du nicht mit deiner RL vereinbaren, über einen begrenzten Zeitraum öfters als 1 x pro Woche Unterricht zu nehmen? Vielleicht gepaart mit Beritt? Erstmal für 4 Wochen?

    2 x pro Woche reitet die RB
    2 x reitest du mit Unterricht
    1 x Beritt
    1 x longieren
    1 x nur Weide / Paddock / laufen lassen

    Und schon ist die Woche um.

    Du hast zwar gesagt, dass du mehr als 1 x pro Woche RU nicht hinbekommst, aber ich meine wirklich, dass es eine gute Idee wäre, wenn du es zumindest für ein paar Wochen möglich machen würdest. Das würde dich vermutlich einen Riesenschritt weiterbringen.

  • Geisterlicht sagt:

    Wäre meine RLin alleine, würde das sicherlich gehen. Sie hat aber noch 2 kleine Kinder und einen Mann, der gerne rumzickt, wenn sie ihrer Arbeit nachgeht, und überdies fährt sie für einen Weg ca. 35 km/35 Minuten. Wenn ich zu ihr fahre, brauche ich 4 Stunden insgesamt. Das schaffe ich abends nicht, weil ich nebenbei auch noch einen Job habe. Ich werde aber Samstag mal mit ihr sprechen, was bei ihr überhaupt zeitlich noch so geht.

    edit: Ach so, das ist übrigens weder eine Ausrede noch eine Entschuldigung. Ich habe ihr jetzt mal eine SMS geschrieben, ob sie unter der Woche noch Zeit hat. Und ich habe noch zwei Leute, wo ich mal vorsichtig bzgl. Unterricht oder Ideen persönlich nachfragen kann.

  • McFlower sagt:

    Das finde ich gut, denn so geht es nicht weiter. Du musst was ändern und zwar schnell. Und der Weg über mehr Unterricht scheint mir wirklich sehr erfolgsversprechend.

    Wenn das für deine Reitlehrerin nicht für ein paar Wochen möglich ist, würde ich wirklich da temporär auf einen anderen Reitlehrer zurückgreifen. Du brauchst keinen Reitgott für die feinen Künste, sondern einen normalen Reitlehrer, der dir Sicherheit vermittelt und bei Bedarf in den Allerwertesten tritt. Vielleicht kann dir deine RL ja sogar jemanden vermitteln oder du kennst selbst jemanden.

    Du hast ja mittlerweile schon gelernt, dass du mit der Angst nicht alleine bist. Ich schätze mal, dass höchstens 10% aller Reiter noch niemals Angst auf dem Pferd verspürt haben.

  • waikiki sagt:

    meiner meinung nach ist es wichig, dass der mensch sich der situation anpasst, d.h. unbedingt sein nicht funktionierendes system ändert.

    die reiter ändern in der regel jedoch erst einmal die „bewaffnung“ gerte,sporen,gebisse,sättel.

    es fällt vielen menschen unglaublich schwer.die analyse der situation(objektiv und emotionslos).sowie die umsetzung des daraus resultierenden plans,das durchbrechen des bestehenden musters, sowie den „vermeintliche“ rückschritt,das sich schwäche eingestehen, oder die gefühlte blamage vor anderen- in kauf zu nehmen, um etwas zu verbessern.

    am beispiel:

    weltmeyer-stute ,7j, 5 vorbesitzer :doh: – das pferd war etwas durch den wind…

    die neue besi ließ mich das pferd reiten und fragte- wann galoppierst du denn?

    antwort- das muss ich erst vorbereiten.

    runden später:

    wie lange denn noch?

    antwort: etwa sechs wochen 😀

    es ist ein ausgesprochen sensibles,verrittenes,stutenzickiges,irritiertes, angenervtes etwas gewesen.

    dieser zustand hat sich der neuen besi nach einigen recht unfruchtbaren reitversuchen relativ schnell erschlossen :attack: ,so dass sie sich dann doch auf das system der kleinen schritte eingelassen hat,(in diesem fall: stehen üben, nur auf und absteigen üben, eine ganze weile nur schritt und lenkung zu üben.(zzgl longe/bodenarb.etc.etc.)

    sie hat wesentlich bewußter,reflektierter über das zusammenspiel ihrer hilfengebung und deren wirkung nachgedacht

    jeder nächste schritt fand unter aufsicht statt, jeder rückschritt wurde analysiert und verbessert.

    mittlerweile ist die stute bildschön, sehr selbstbewußt, geht an ganz feinen hilfen,übt schwierige lektionen, geht ins gelände und lässt sich springen.

    oder:

    friesi. 7j, kann nix, bewegt sich permanent zwischen flucht und angriff.

    die neue besi konnte sie zunächst nicht alleine ohne „fastkapriole“ bis zur halle führen! -leider schlimm, das raubte ihr schon den nachtschlaf!und hat echt gestresst!eigentlich wollte sie doch „nur reiten“ :(, hatte dann jedoch schon angst beim longieren!

    mit dem system der kleinen schritte ist sie gestern zum ersten mal alleine(ohne longe) geritten. nur zirkel, schritt,trab,halten,-sehr schön.beide ganz zufrieden.

    o.k. das hat jetzt acht wochen gedauert, aber es waren schöne und interessante acht wochen.

    die knöpfe die man haben will, sollte man- ggf. mit hilfe-selbst installieren!

    wenn der angstauslöser ein übermütges pferd ist, hilft vielleicht schon der souveräne bereiter, der einfach sicherer sitzt.

    bei einem verrittenen pferd sehe ich das anders. dieses wird sofort unterscheiden, wer draufsitzt und testen.

    je schwächer der reiter umso kleiner die schritte.so lange üben, bis sich routine einstellt, dann nächster schritt, bis man den ursprünglichen angstpunkt nicht mehr fürchten braucht.

    leider ist das für manchen menschen nicht so leicht!das gefühl der angst macht den menschen dem pferd unterlegen,andererseits fühlt er sich gerade weil er mensch ist überlegen.mit diesem zwiespalt wirken wir vor dem pferd inakzeptabel.

    ich vermeide angstsituationen und taste mich fröhlich vorwärts.

    schade ist es natürlich, wenn man die äußeren umstände nicht ändern kann, die ein pferd schwierig machen(boxenhaft,bewegungsmangel,stressiges umfeld)

    definitiv weiß ich, dass ich mit unserm herrn lustig auch nicht umgehen wolllte, wenn ich ihn bewegungsmäßig nicht auslasten könnte.

  • Tanna sagt:

    Hallo,

    habe jetzt lange überlegt, ob ich hier schreiben soll, denn es wurde schon so viel gesagt und viele Tipps gegeben. Aber ich möchte Dir von meiner Erfahrung erzählen.

    Also ich bin auch so ein Angstkandidat. Meine Ängste gründen in einem Reitunfall mit einem anderem Pferd und liegen schon einige Jahre zurück. Aber dies war mir lange nicht wirklich bewusst. Vor 5 Jahren kaufte ich mir mein kleines Traumstütchen, damals 2,5 Jahr und roh. Als dann die Arbeit mit ihr begann, kamen plötzlich Ängste hoch. Sie hat sich wie jedes normale Pferd verhalten, will heißen, sie ging bei den ersten longierversuchen schon mal ab wie Schmitzkatze. Das Problem war, dass ich das Gefühl hatte die Kontrolle zu verlieren und das hat bei mir Panik ausgelöst (aufgrund Reitunfall mit unkontrollierbar durchgehenden anderen Pferd vorher, Sturz , KH usw.). Langer Rede kurzer Sinn, die Angst war eigentlich bis vor einiger Zeit mein ständiger Begleiter. Diese Angst hat sich bei jedem Kontakt natürlich auf mein Pferd übertragen und irgendwie hab ich sie die ganze Zeit blockiert. Aber meine Mati ist ein absolut cooler Feger und dafür schulde ich ihr wirklich :resp: .

    Sie ist klar im Kopf geblieben. Aber in dieser Zeit der Angstübertragung ist sie natürlich oft erschrocken, sie lief eher „zuckelnd“ als fließend und hat nach einiger Zeit deutlich ihren Unwillen gezeigt. Ich hab alles probiert um meine Ängste loszuwerden, Beritt, Reitunterricht, Gelassenheittraining (für mich 😀 ), nichts half wirklich und so stand ich vor gut einem Jahr vor der Entscheidung – entweder ich pack das jetzt oder ich verkaufe mein Pferd, da ich ihr ja augenscheinlich nicht gerecht werden konnte. Auch aus Kostengründen habe ich alles (Beritt, RU usw.) storniert und stand plötzlich ganz alleine da.

    Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir gesagt, ich lasse mir von niemanden mehr Druck machen, auch nicht von mir selber. Ich höre immer auf mein Bauchgefühl und vor allen Dingen, ich gehe absolut offen mit meiner Angst um. Im Nachhinein kann ich sagen, dass war genau der richtige Weg für mich. Ich mache kleine Schritte und erarbeite mir kleine Erfolge für mein Ego hart, aber es hat sich gelohnt, ich habe wieder Spaß am reiten (und an der Geschwindigkeit 😀 😀 ).

    Ich habe mich gewappnet für dumme Kommentare, wenn ich sage, ne ich gehe heute nicht mit ausreiten, denn ich habe Angst. Aber was soll ich sagen, die blieben aus, ich wurde sogar eher bestärkt von meinen Miteinstellern und Freunden und ich merkte wie ich selbst immer positiver wurde. Durch dieses befreite Gefühl ist auch das Kopfkino irgendwann in den Hintergrund getreten und heute kann ich sagen, Angst oder Panik hatte ich schon längere Zeit nicht mehr, ab und an kommt eine leichte Unsicherheit auf, aber das ist im Vergleich harmlos und schnell aus der Welt geschafft.

    Ich denke, der erste und wichtigste Schritt zur Angstbekämpfung ist, sie sich offen einzugestehen und zu hinterfragen. Geisterlicht diesen Schritt hast Du getan, ich glaube Du musst nun auch noch aufhören, Dir selbst Druck zu machen. Du hast hier viele gute Ratschläge bekommen, ich hoffe Du findest für Dich den richtigen Weg.

    LG

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