Wallach mutiert zum wilden Hengst

By CasiPRE | Archiv: Allgemeine (Pferde)Themen

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Ich bin etwas ratlos und könnte den einen oder anderen Input brauchen. Mein Grosser ist vielleicht nicht immer gerade der Einfachste, aber im Grossen und Ganzen anständig und sehr gut handelbar. Bisher haben ihn andere Pferde nicht interessiert bis genervt. Auch Stuten. Er ist ein richtiger Einzelgänger. Immer mal wieder hatte ich gehofft, dass sich dies ändert – aber doch nicht so… :flucht:

Ausgangslage:

Pferd ist seit Mitte Januar in Beritt. Er hatte dort eine grosse Weide ganz für sich alleine zur Verfügung, die er auch aus vollen Zügen genoss. Vor ca. 3 Wochen zog eine Stute in die Nebenbox ein. Kein Problem, wenn Stütchen nicht angefangen hätte, auf der gegenüberliegenden Weide im roten Bereich zu drehen, weil ihr, für ihren Geschmack, Casimir zu weit weg stand. Das Ganze wurde so dramatisch, dass wir Besitzer angefragt wurden, ob es für uns okay wäre, wenn man die beiden zusammen auf die Weide stellen würde. Waren wir, allerdings habe ich nicht damit gerechnet, was nun folgen wird.

Stute ist derart auf den Grossen fixiert, dass man die beiden mittlerweilen nicht mehr getrennt von der Weide führen kann. Casimir zeigt den Hengst und greift alles an, was sich seiner Stute nähert und sie reisst sich ganz einfach los. Ich muss sagen, ich habe das noch nicht live gesehen, denn er war meist – wenn ich kam – bereits in der Boxe. Bis auf eine Ausnahme: Da war ich mit unserer Mitreiterin da. Uns wurde gesagt, das Casimir problemlos zu führen, die Kleine aber extrem frech und wild sei. Also nahm ich die Stute und drückte der RB Casimir in die Hand. Doch irgendwas lief schief. Während Stutchen wie eine treue Seele neben mir hertrottete, führte sich der Grosse voll daneben auf. Es war unmöglich, ihn am Putzplatz anzubinden, er hätte alles zu Kleinholz geschlagen. Also nahm ich ihn selbst und führte ihn erstmal in die Box, wo sich die Situation rasch beruhigte.

Nun hat sich das Ganze aber immer noch mehr hochgeschauckelt. Weil die Situation mit den beiden für Menschen und andere Pferde immer gefährlicher wurde, hat man vor einigen Tagen die Stute umgestellt, sie steht jetzt nicht mehr neben, sondern gegenüber von Casimir. In der Nebenbox steht eine andere Stute. Davon wusste ich nichts.

Gestern nun traf mich schier der Schlag. Ich kam nichts ahnend in den Stall. Casimir war auf 180, das ganze Pferd vibrierte und war total verspannt. Man sieht ihm den Stress an. Er sieht grottenschlecht aus, sein ganzer Körper ist steinhart.

Die Stute nebenan „hasst“ er und verhält sich ihr gegenüber extrem aggressiv. Er versucht zu seinem „Mädchen“ zu kommen – was natürlich nicht geht, findet keine Ruhe und tigert umher. Er dreht durch, sobald er keinen Sichtkontakt mehr zu ihr hat und sie ruft, sobald er sich entfernt.

Mein erster Gedanke: Sofortiger Übungsabbruch, ich nehme ihn umgehend nach Hause, das bringt alles nichts mehr. Ich erkenne meinen Grossen nicht wieder. Offenbar ist gemäss Ausbildnerin auch kein vernünftiges Arbeiten möglich (geritten wurde er aus diesem Grunde bisher nicht). Er steht sowas von neben den Schuhen und fällt in alte und ganz tierisch unangenehme Verhaltensmuster zurück.

Ich weiss nicht wirklich, ob ich überreagiere. Eigentlich denke ich nein. Casimir ist in Beritt, weil ich beruflich so eingespannt bin, das ich eigentlich keine Zeit habe für ihn. Geplant war bis Mitte/Ende März. Mein Bauch sagt: Sofort nach Hause holen. Meine Vernunft flüstert: Sauber zurechtgelegt, aber nicht zu Ende gedacht. Was machst du mit ihm hier? Zwangsurlaub? Andererseits habe ich Angst davor, dass er, je länger er bleibt, umso nachhaltiger in die alten Verhaltensmuster verfällt.
:nix:

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