Und noch ein Neuzugang aus (31688) Schaumburg- Lippe

By nadschen | PLZ-Bereich 2-3

Hallo an Alle und ein frohes neues Jahr (da es noch so jung ist)!

Ich habe mich nun auch endlich dazu entschlossen mich hier anzumelden, nach meiner Ansicht endlich mal ein Forum in dem man sich vernünftig austauschen kann. Also seid gewarnt – von mir gibt es in Zukunft mehr zu lesen 😉

Ich möchte mich nun einmal ordentlich vorstellen – zu unserer Geschichte, oder zu jedem Reiter passt ein Pferd (Christiane W. mal ausgeschlossen) …

Nanuk und das Nadschen….

Für alle die uns nicht kennen jetzt erst mal “unsere” Geschichte. Da der “Esel” sich immer zuerst meldet fange ich mal bei mir an. Ich bin 31 Jahre jung (gefühlt 27) und meine Reiter”karriere” begann mit 7 – natürlich nicht mit reiten, sondern mit dem Voltigieren. Als ich 9 war durfte ich dann in den Sattel. In der Reitschule war ich dann bis ich 14 war. Ich hatte dort 1 mal in der Woche normalen Unterricht, durfte aber auch mit den Schulpferden gegen Mithilfe im Stall, kostenlos ins Gelände.

Danach hätte ich auf einem anderen Hof ein Pflegepferd (damals hieß das noch so ;-), aber leider auch keinen Unterricht mehr. Das Pony wurde dann ohne mein Wissen von dem einen auf den anderen Tag (aus wirtschaftlichen Gründen) verkauft. Ich wurde leider nicht gefragt 🙁

2 Jahre habe ich es ohne Pferd ausgehalten. Mit 18 hatte ich ein Angebot eine 4jährige anreiten zu können – ich habe es angenommen, allerdings habe ich mich damit restlos übernommen, nach 3 Monaten habe ich diese Verantwortung abgetreten, da ich dem Pferd nichts falsches vermitteln wollte.

5 Jahre Pause!!! Danach habe ich mich wieder auf dem Rücken von jungen Wilden wiedergefunden, allerdings diesmal mit einem Ausbilder in der Mitte der Bahn. Alle 2 – 3 Monate hatte ich so ein anderes Pferd unter mir. Nach dem Dritten habe ich die Segel gestrichen. Denn der Abschied fiel mir jedes mal unendlich schwer.

4 Jahre Pause. Mit 27 bin ich bis jetzt zum letzen Mal zurück zum Pferd gekommen. Pflegepferde gibt es nicht mehr habe ich gelernt, die heißen nämlich jetzt Reitbeteiligungen. Eine solche hatte ich dann also, allerdings nur für ca. 4 Monate. Wir gründeten einen Verein und meine RB wurde Schulpferd und ich hatte fortan kaum noch Zeit überhaupt noch auf eins der Pferde zu kommen. Es gab immer super viel zu tun und die Vereinsmitglieder wollten auch betüddelt werden. Wenn ich Glück hatte bin ich 1 mal im Monat auf einem der privaten Pferde unterwegs gewesen.

Seit Anfang 2008 habe ich nun mein eigenes Traumpferd. Zu dem bin ich allerdings eher wie die “Jungfrau zum Kind” gekommen. Nanuk hat mir schon immer sehr am Herzen gelegen. Er ist einer der “Privaten” aus dem Stall gewesen, wurde aber für den Unterricht zu Verfügung gestellt. Die Vorbesitzer haben sich hauptsachlich auf das Zahlen der Stallmiete und das anschaffen von Equipment konzentriert, darüber hinaus haben sie oft mit Abwesenheit geglänzt – Quasi ein Pferd als Statussymbol.

Es ist gekommen wie es kommen musste – die Vorbesitzer haben sich getrennt und Nanuk wurde ein “Scheidungskind”. Ich hatte die Wahl, entweder er geht zum Händler, oder ich würde mich erbarmen. Nach fast 4 Jahren ohne gescheite Förderung und 13jährig ohne belegte Abstammung, wäre Nanuk sicher über kurz, oder lang in der Wurst gelandet. Er kam zu mir 🙂 Bis dato weiß ich von 4 Vorbesitzern die er schon hatte.

Wir hatten einige Anlaufschwierigkeiten. Es ist verständlich das Nanuk sich nicht so leicht davon überzeugen lassen wollte das nun ich sein neuer Mensch sein sollte. Nach so vielen Besitzern nun auch irgendwie kein Wunder… Aber wir hatten vor allem das Problem dass der Stall für mich in 25 km Entfernung lag, kein Problem wenn man am Wochenende hinfährt, aber unmöglich unter der Woche, wenn man berufstätig ist.

Da mich allerdings aus verschiedenen Gründen auch nicht mehr viel auf dem Hof hielt (die Vereinsziele entfernten sich auch immer mehr von den ursprünglich festgelegten) und auch für Nanuks Kumpel ein Stallwechsel anstand, habe ich mich dafür entschieden Nanuk zu mir in die Nähe zu holen. Die beste Entscheidung die in dieser Situation treffen konnte.

Ich bin in 5 Minuten bei ihm, er hat im Sommer täglichen Weide- und in der “Schlammsaison” täglichen Paddockgang, reichlich gutes Stroh und anselliertes Heu, es wird jeden Tag reichlich eingestreut, eine Selbsttränke (dafür hat er ein wenig gebraucht ;-), 2 Rationen Kraftfutter und wir haben neben einem Reitplatz auch noch eine Halle in der wir uns austoben können.

Da dort alle Pferde und die entsprechenden Besitzer sehr zufrieden sind ist die Atmosphäre auch sehr entspannt. Alle sind super nett und hilfsbereit, man muss schon sehr aus der Art schlagen um dort mit jemandem anzuecken. Wir sind sehr glücklich.

Besonders erfreulich ist allerdings das Nanuk sich um 180 Grad “gedreht” hat. Er verhält sich jetzt tatsächlich wie ein Pferd!!! Er ist neugierig, fast übermütig und aufmerksam. Ich kannte ihn aus dem anderen Stall eher “schlaftablettig” und lethargisch-teilnahmslos.

Er versucht jetzt alles um es mir recht zu machen ist sogar fast etwas zickig (für ca. 5 Minuten), wenn ich es mal an einem Tag nicht geschafft habe zu ihm zu fahren. Ja, ich habe das Gefühl er freut sich richtig auf die täglichen Arbeitseinheiten, die ich so Abwechslungsreich wie möglich zu gestalten versuche. Neben dem Reiten arbeite ich ihn an der Doppellonge, wir machen Bodenarbeit, ein wenig Zirzenik und wenn die Halle frei ist lasse ich in ausgebunden laufen.

Momentan arbeiten wir an den Seitengängen, Gangwechseln und an den Verstärkungen, auch für die Stangenarbeit konnte ich ihn, nach einigen Anlaufschwierigkeiten begeistern. Nanuk hat ja seit fast 4 Jahren nicht mehr viel in dieser Richtung abliefern müssen. Damit auch nichts schief läuft nehmen wir beide Einzelunterricht und machen gute Fortschritte.

Anfangs hatte ich Angst ich könnte zu schnell die Lust daran verlieren mich täglich, neben der Arbeit auch noch um ein Pferd zu kümmern, aber das Gegenteil ist der Fall. Ich bin richtig unzufrieden wenn ich es mal einen Tag nicht zu meinem “Stinker” schaffe. Nanuk ist das beste Pferd das mir je passieren konnte.

Nanuk, ich danke Dir für jeden Fehler den Du lächelnd akzeptierst, aber hey Du machst auch nochgenug 😉

To be continued…..

So, nun bin ich mal gespannt wen unsere Geschicht interessiert hat…

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