Train- /Ablaufplan Pferdeausbildung

By jasmin97 | Ausbildung

Hallo 🙂

Es gibt zwar schon einige Threads in diesem Bereich, dennoch bitte ich euch um Hilfe.

Ich werde mir Ende nächsten Jahres ein Pferd aus Spanien kaufen. Mein Plan ist es, voraussichtlich ein rohes Pferd zu kaufen und dieses selbst auszubilden. Habt ihr Erfahrungen mit sowas? Wie alt waren eure Pferde, als ihr sie bekommen habt?

Ich habe an ein Alter zwischen zwei und drei Jahren gedacht. Vom Plan her würde ich dann zunächst mit Bodenarbeit, Spaziergängen und Zirzensik anfangen. Ab 3 Jahren oder ein wenig drüber würde ich mit dem Longieren anfangen, zunächst nur mit Kappzaum und ohne Gebiss. Das dann nach und nach steigern, bis irgendwann auch Hilfszügel verwandt werden können (Körperbandagen etc.) und ein Gebiss. Dann wollte ich langsam mit dem Longiergurt beginnen und das erste aufsatteln dann kurz vor dem vierten Lebensjahr. Kurz darauf wollte ich dann auch mit der Doppellonge beginnen. Das erste Anreiten wollte ich dann mit vier machen. Ab viereinhalb Jahren würde ich dann beginnen, das Training unter dem Sattel zu steigern und langsam zu intensivieren. Das Arbeiten an der Hand soll dann auch dazu kommen. Zwischen all diesen Trainignsschritten werde ich natürlich weiterhin abwechselnd auch wieder Bodenarbeiten usw. machen.

Was meint ihr? Ist dies eine gute Vorgehensweise, was kann ich besser machen, was sagt ihr zu meinen gesteckten Zeitperioden?

Liebe Grüße und Danke im Voraus!

Jasmin 🙂

  • anchy anchy sagt:

    Hallo Jasmin,

    das ist ein sehr optimistischer Zeitplan, den Du da hast, aber Du wirst sehen, das Tempo bestimmt am Ende Dein Pferd. Ein wenig Gelassenheit bei der Sache, pack nicht zuviel rein und vor allem, ICH würde einen 2-3 jährigen für die Zirsensik nicht mehr anpacken. Habe ich vor vielen Jahren aber auch so gehandhabt.
    Meine Anchy habe ich mit 2 bekommen und schon in diesem Alter mit spanischen Schritt und allerlei Kapereien angefangen. Die war ja auch so dermassen interessiert und motiviert neues zu lernen. Heute sehe ich das anders. Für mich gehört die Zirsensik ( wenn es denn überhaupt sein muss, erst nach oder parallel zur Grundausbildung.
    Vieles geht schlicht und ergreifend auch mal schnell auf die Knochen, Bänder, Sehnen und ach…. die sollen doch auch einfach noch Pferdekind sein dürfen.
    Spazieren gehen ist schön, das muss man dann auch nicht noch zusätzlich Antischreck und so was einbauen, das gibt es dann im Gelände genug.

    Zu allererst, würde ich Longe setzen, vorausgesetzt MAN kann es. Da fängt es schon an, also manchmal dann vielleicht auch weglassen, sollte man sich seines Könnens nicht wirklich sicher sein oder einfach an einen Profi abgeben oder mit ihm zusammen arbeiten. Bei Doppellonge kräuseln sich bei mir mittlerweile immer mehr die Fussnägel. Da sollte man wirklich und gaaanz ganz ehrlich sein Können kritisch hinterfragen. Also ICh zum Beispiel lasse die Finger davon, bin ja schon froh, mit einer Longe klar zu kommen. Früher hätte ich mir da tatsächlich mehr zugetraut, aber irgendwie habe ich schon zuviel gesehen.
    Bei der Auswahl des „Profis“ und das wirst Du dann auch ganz schnell merken, wird es dann auch schon schwierig 😀 Da läuft einfach jede Menge Trainervolk rum, die sich die Krone der Reitkunst aufgesetzt haben, aber nicht mal wirklich geradeaus im Schritt ohne Bande reiten können. 8)
    Und auch die FN hat tatsächlich schöne Söhne und Töchter hervorgebracht, da muss man sich einiges anschauen, vor allem auch die Pferde.

    Nach der Sattelgewöhnung an der Longe kann es dann lustig werden, zu dem Sattel kommt dann der Reiter.
    Mein Anduryn war ja ein Schatz, genau bis zu dem Zeitpunkt wo er sich mal erschrocken hat und mich in schönster Rodeomanier in den Sand beförderte. Das war es dann auch erstmal mit meinen Plan. Den dann ging es einige Zeit nur darum, ihm verständlich zu machen, dass ich ihn a) nicht fresse, wenn ich ihm beim Kickstart in den Rücken knalle und b) er bitte seinen Futterspender am Leben lassen muß :thumbsup:

    Und wenn man das dann glücklich überlebt hat und glaubt, jetzt geht es an die Skala der Ausbildung, da macht aufeinmal vielleicht dein Sattel schlapp. Zack aus, Monate Pause bis der neue und eventuell auch nicht passende vor Ort ist.
    Und ist das schöne Teil dann da und man sieht sich nun endlich kurz vor den Höhenflügen der Reitkunst, dann stehen sie gerne mal mit dicken Bein da und ehe man sich versieht, sind sie 6 geworden und können immer noch kein Pi und Pa und man ist glücklich so was schnödes wie eine halbwegs stabile Anlehnung hinzukriegen 8|

    Zu viel Vielfalt in der Ausbildung entspringt oft der Einfalt im Können und das meine ich jetzt echt nicht böse.
    Erstmal vielleicht einfach nur froh sein, dass der Jungspund Dich nett in allen Gangarten trägt, im Takt und losgelassen läuft, die Anlehnung sucht und das auf ganz reelle Art und Weise.

    Deine Vorgehensweise hat für mich schon ein wenig was vom chinesischen Leistungsschüler 8o
    Der muß dies und jenes, in den Zeitabständen…

    Das ist schön, dass Du Dir soviele Gedanken machst und Dich anscheinend auch sehr auf die Ausbildung freust, aber schalte innerlich einen Gang zurück, lass auch etwas auf Euch zukommen, guck was Deinem Pferd Freude macht und konzentriere Dich erstmal nach dem Kindergarten auf das Wesentliche.
    Sonst könnte es passieren, dass der Youngster mit dieser Reizüberflutung mal komplett dicht macht.

    Bis Ende nächsten Jahres geht ja noch vieeeel Wasser über den Rhein sich Gedanken über eine korrekte Grundausbildung zu machen und schon mal Kontakte zu knüpfen.

    Viel Spaß

  • AppiReiter AppiReiter sagt:

    Hallo Jasmin,

    also ich finde du solltest einfach alles erstmal auf dich zukommen lassen. Und erstmal das Vertrauen von deinem zukünftigen Pferd gewinnen anschließend kannst du über die nächsten Schritte nachdenken. Meistens kommt es sowieso anders als man denkt 😉 .

    Viele Spaß und Viel Erfolg 🙂

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Das Pferd hat die Uhr an. 😉

  • Avatar jasmin97 sagt:

    Vielen Dank für die Antworten 🙂 Okay ich werde es auf jeden Fall beherzigen 🙂 Ja es dauert wirklich noch etwas. Ihr habt mir wirklich weiter geholfen ^^

  • Christiane Christiane sagt:

    Hallo jasmin,
    super das du dir einen Rohling holen willst, meiner kam 3 jährig auch roh ,dafür bin ich jeden Tag dankbar.
    Wir haben noch 5 Spanier im Stall, kamen alle mit Ausbildung, nur vernünftig reiten ist meist schwierig. Keiner ohne vernarbten Nasenrücken 🙁
    Bis auf einen für Freizeitreiter nicht reitbar, die drehen relativ schnell am Rad wenn man nur etwas schief sitzt :/ 8|

    Habe allerdings nicht so lange rumgemacht, anreiten lassen ( hätte ich mich nicht getraut ) , 4Wochen Longe mit Kappzaum ,draufgesetzt ein Paarmal für 20 -30 min. in die Halle . Und ein paar Tage später ins Gelände , hat gut funktioniert und offensichtlich auch nicht geschadet :thumbup:
    Basisausbildung auf Platz / Halle hab ich erst Monate Später angefangen.
    PI und PA kann er auch jetzt mit 8 Jahren nicht. Dafür ist er mein bester Kumpel. ^^

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