Takt erarbeiten

By Honeybear | Archiv: Ausbildung

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Huhu, Takt steht ja als erster Punkt in der SdA. Klar. Einer Miteinstellerin, die mir ihr Pferd an der Longe vorführte, sagte ich, bei der (also der Stute :rolleyes: ) würde ich als erstes am Takt arbeiten. Das haben wir (meine Trainerin und ich) auch bei meinem gemacht.

Sie fragte mich, wie ich das machen würde und schon stand ich da. ?( Ja, wie macht man denn das? Meine Trainerin sagt, dass alle vom Takt reden und kaum irgendwo steht, wie man den erarbeitet.

Wie sieht das bei euch aus? :blinzel: Muss man den überhaupt erarbeiten oder laufen die meisten schon wie ein Glöckchen? Also bei meinem war das trotz fortgeschrittenem Alter nicht der Fall (was aber nichts heißen soll, denn der ist ja eh eine Negativausnahme :huh: ).

Freue mich über Anregungen. 😉

  • Avatar Monty sagt:

    Ich lernte mal, dass man Takt nicht erarbeiten, sondern nur erhalten muss. :denk:

  • Avatar Pelle sagt:

    Ich glaube schon, dass man den erarbeiten muss. Sobald der Mensch in den natürlichen Ablauf eingreift (Reiten, Longieren) kommt das schiefe Pferd aus dem Takt.
    Da werden die Pferde ja eher untertourig oder übereilt. Und dann den natürlichen Takt wiederzufinden, dass muss erabeitet werden.

    Geradeaus, grosse Bögen, möglichst im Trab, Anlehnung sucht dann das Pferd (nicht der Reiter, der das Pferd wieder aus dem Takt bringen würde).

    Edit: Monty, dann wären wir ja doch beim „erhalten“ ..

  • Avatar cando sagt:

    lösen, lösen, lösen und wieder lösen!!!

    ein pferd welche körperlich oder „geistig“ verspannt ist kann nicht taktmäßig gehen… es ist erstmal der zustand der zwanglosigkeit ( siehe bei seunig ) herzustellen…

    auch ungerittene pferde haben meistens keinen takt, die wenigstens kommen als taktmäßig vollendete reitpferde auf die welt und bleiben das…
    man darf den takt auch nicht nur auf das gleichmäßige fußen des pferdes beschränken, takt ist eine schwingung und diese soll harmonisch durch den ganzen körper des pferdes laufen…

    vg

  • Avatar pequeno Querida sagt:

    Für mich geht das alles einher. Einen korrekten Takt erhalten, selbst das ist für mich eine Arbeit am Takt. Machen wir das nicht alle täglich indem wir allein nur eine korrekte Anlehnung erarbeiten, die Bewegungen „in uns aufnehmen“ und mitgehen oder eben das optimale Grundtempo unserer Pferde unterstützen und fördern?
    Meiner hat nicht die besten GGA, fängt an zu schlurfen und dadurch schleichen sich Taktfehler im Trab ein oder er ist nicht im klaren Dreitakt im Galopp. Alles mal mehr, mal weniger. Speziell bei dem Problem schlurfen (und die damit verbundenen Taktfehler) greife ich zu Trabstangen um ihn mehr zu aktivieren und aus Folge dessen verbessert sich sein Takt.
    Ich finde eine ganz akurate Abgrenzung der einzelnen Anforderungen der SdA nicht möglich. Lösende Übungen erarbeiten sowohl Losgelassenheit , als auch Takt und Schwung :nix: Usw. und so fort…
    Beim Thema Takt ist für mich persönlich die Losgelassenheit das Schlüsselwort 😉

  • Honeybear Honeybear sagt:

    auch ungerittene pferde haben meistens keinen takt, die wenigstens kommen als taktmäßig vollendete reitpferde auf die welt und bleiben das…

    Na eben. Und wie erarbeitest du den? Rein übers Lösen? :blinzel:

    Ich finde eine ganz akurate Abgrenzung der einzelnen Anforderungen der SdA nicht möglich.

    Nein, natürlich nicht. Da gehen einige in andere über und hängen auch zusammen. Man keinen Punkt einzeln für sich sehen, geschweige denn erarbeiten. 🙂

    Wir haben z. B. mit einer Handgerte leicht touchiert im Schritt. Mal von vorne an den Hinterbeinen Höhe Sprunggelenk, mal von hinten, gleiche Höhe. Das aktivierte ein wenige die HH und gab den Rhythmus (Takt) vor. Wobei touchieren falsch ausgedrückt ist. Hingehalten ist vielleicht besser zu verstehen. 🙂

  • Avatar Monty sagt:

    Ich würde jetzt gerne mehr hier schreiben, muss aber jetzt nochmal los.

    Auch ungerittene pferde haben meistens keinen takt, die wenigstens kommen als taktmäßig vollendete reitpferde auf die welt und bleiben das…

    Aber… diesen Satz oben verstehe ich nicht. Du schreibst erst von ungerittenen PFerden und dann von vollendeten Reitpferden. Beziehst du den ersten Teil von dem Satz auf ungerittene Pferde, wenn sie auf der Weide laufen oder auf die Zeit, wenn man anfängt sie zu reiten?

  • Avatar pequeno Querida sagt:

    Wir haben z. B. mit einer Handgerte leicht touchiert im Schritt. Mal von vorne an den Hinterbeinen Höhe Sprunggelenk, mal von hinten, gleiche Höhe. Das aktivierte ein wenige die HH und gab den Rhythmus (Takt) vor. Wobei touchieren falsch ausgedrückt ist. Hingehalten ist vielleicht besser zu verstehen. 🙂

    Bei deinem Pferd oder bei dem, das dir vorgeführt wurde?
    Mmh und dann? Also was genau soll das bringen?
    Ein aktivieren der HH, ok, verstanden. Meinst du dann die Folgen der aktivierteren HH (um den Takt zu verbessern) oder wirklich den Takt touchieren? Letzteres macht für mich gar keinen Sinn.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Bei deinem Pferd oder bei dem, das dir vorgeführt wurde?

    Bei meinem.

    Das war vor 2 Jahren. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich das nicht mehr sooo genau vor Augen habe. Deswegen ja auch meine Frage hier. :red:

  • Avatar pequeno Querida sagt:

    Verstehe, ok 😀

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Wieso lachst du??? :blinzel:

  • Avatar cando sagt:

    da ich jetzt auch gleich los muss, mach ich es kurz… @ Honeybear ja, nur ein körper oder ein „wille“ der den hilfen des reiters keine wiederstände entgegen setzt kann geformt werden… wobei der „wille“ des pferdes an erster stelle stehen sollte… @ Monty ich meinte das so, das zum einen nicht jedes pferd was auf die welt kommt auch als reitpferd geeignet ist, sei es jetzt exterieur oder interieur bedingt, aber das von den als reitpferd geeigneten auch nur wenige den takt mitbringen…

  • Avatar pequeno Querida sagt:

    Och du gibst deinen als Bsp.an, nennst ein konrektes Bsp- das mit dem Touchieren und auf Nachfragen (weil es für mich unklar ist) hast du es nicht vor Augen. Entlockt mir ein Schmunzeln, weil mir das auch passiert.

    Vielleicht erzählst du uns noch ein bisschen mehr über den Ausbildungsstand des hier angesprochenen Pferdes. Wie weit ist es bei den anderen Punkten der SdA? Geht es um ein gerade angerittenes Pferd oder eines was älter ist und derzeit Taktprobleme zeigt? Weißt du was ich meine?

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Jo, das ist eine KB-Stute, mit der nie viel gemacht wurde, 13 J. alt ist und sehr unregelmäßig an der Longe läuft. Ist sehr schief und hat Balanceprobleme.

    Ich wollte aber eigentlich grundsätzlich über den Takt reden. Aber wenn das hilft, nehmen wir gerne auch Beispiele zur Hand. 🙂

  • gitana gitana sagt:

    Als wichtigstes sollte vor allem mal der Reiter im Takt sein, das sind nämlich die wenigsten :wacko: . Ist so wie beim Paartanz. Wenn der Herr (Reiter)nicht im Takt tanzt, kann es die Dame (das Pferd) auch nicht, selbst wenn sie es wollte.

    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie viele Leute von ihren Pferden was verlangen, was sie selbst nicht annähernd im Stande sind zu leisten. Aber unter diesen Voraussetzungen das Pferd korrigieren wollen :doh: .

    Das gilt auch für das Longieren übrigens 😉 .

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Aber unter diesen Voraussetzungen das Pferd korrigieren wollen :doh: .

    Das gilt auch für das Longieren übrigens 😉 .

    Falls du mich damit meinst: ich will hier niemanden korrigieren; das traue ich mir nämlich gar nicht zu.

    Ich habe das Thema hier eröffnet, weil ich etwas dazu lernen mochte. Also vielen Dank für den Tanzkurs. 🙂

  • gitana gitana sagt:

    Nein, ich hatte dabei gar nicht speziell an dich gedacht :friend: , nur daran, daß hier auch was von Longieren stand und damit dann niemand schreibt, hier wäre ja nicht nur von Reiten wie in meinem Tanzbeispiel, sondern auch von Longieren die Rede und da sitzt man ja nicht drauf.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Ok, ich dachte schon … :friend:

    Aber so wirklich Meldungen kommen hier nicht. Ist es doch so kompliziert oder zu umfangreich? :denk:

  • Avatar kuwi sagt:

    Ich verlange von meinen neuen RB am Anfang meistens nur, daß sie das Pferd locker aber im Takt vorwärts reiten in einem dem Pferd angenehmen Tempo.
    Die Reiter müssen sich nur darauf beschränken, das Pferd punktgenau und wohldosiert zu Treiben wenn es langsamer wird und mittels Sitz und halben Paraden zurückzunehmen, wenn es eiliger wird.
    Gerne lasse ich sie dazu ein Lied summen oder pfeifen ( was ja auf Grnd der lockeren Gesichtsmuskulatur zwangsläufig auch den restlichen Körper entspannt ) um den Takt nicht nur mit den eigenen Pobacken zu erfühlen und um auch wirklich IM Takt zu bleiben. Zeitweise habe ich auch schon Metronome in Reithallen erlebt 😀
    Läuft das Pferd auf großen Linien weitgehendst im Takt, gehen wir zu kleineren gebogenen Linien über – mit dem Hauptaugenmerk daß das Pferd in seinem Rhythmus auch wirklich alle Figuren durchläuft, ohne mal langsamer und dann wieder schneller zu werden.
    Geht der Rhythmus mal verloren, wird wieder auf lange Linien zurückgegriffen und dann erst wieder an kleineren Volten usw. gearbeitet, so lange, bis der Reiter ( und auch das Jungpferd, was bei mir derzeit aber nicht der Fall ist ) das Gefühl ganzheitlich erfaßt und für die ganze Einheit durchhalten kann.
    Es muß vor allem dem Reiter sozusagen in Fleisch und Blut übergehen, wie man den Takt erhält. Solange der Reiter noch an die Hilfen dazu denken muß, ist an weitere Arbeit nicht zu denken 😉

  • Avatar Pelle sagt:

    Honeybear, möchtest du gezielt Übungen für den Takt, oder wie soll ich das verstehen? :denk:

  • Avatar jaara2008 sagt:

    Hmmm, es wurde hier gesagt, dass das (junge) Pferd keinen Takt mitbrächte und man diesen erst erarbeiten müsste. :denk: Das sehe ich anders. Was mir bei Merlin, den ich seit ca. einem Dreivierteljahr reite, als erstes auffiel, war, dass er sehr taktmässig läuft, seit er die Balance einigermaßen gefunden hat. Im nächsten Schritt habe ich versucht, mehr und mehr Anlehnung zu erarbeiten, und erst da begannen die Schwierigkeiten: Es fiel ihm zunächst schwer, in Anlehnung zu laufen, und daher kam es zu leichten Taktfehlern. Also habe ich die Anforderung zurückgeschraubt, habe weiter erst mal an der Erhaltung von Takt und Losgelassenheit gearbeitet und die Anlehnung immer wieder nur stückweise gefordert, immer nur kurz mit immer wiederkehrenden Pausen. Man muss dazu wissen, dass Merlin einen kaltbluttypisch kurzen dicken Hals mit wenig Ganaschenfreiheit hat. Es fällt ihm also nicht leicht, (dauerhaft) in Anlehnung zu laufen. Mittlerweile kann man die Reprisen steigern, allerdings zeigt er immer wieder auch, wenn er nicht mehr kann. Nur brauche ich ihm mittlerweile nicht mehr eine richtige Pause zu geben (Anhalten, Zügel lang), sondern es reichen ein paar Schritte/Tritte in Dehnung, und danach kann ich wieder mehr verlangen.

    Kurz gesagt: Ich glaube, der Takt ist da! Und meine Aufgabe als Reiter ist es, ihn nicht zu versauen. :look:

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Also doch so, wie Monty schrieb, dass man den Takt eher erhalten muss.

    Wenn Takt doch der 1. Punkt der Skala ist … geht man dann automatisch davon aus, dass der Takt gestört wird, sobald der Mensch dazwischen funkt? :denk:

    Übungen wären natürlich auch interessant. :ja:

  • anchy anchy sagt:

    Ich finde eine ganz akurate Abgrenzung der einzelnen Anforderungen der SdA nicht möglich. Lösende Übungen erarbeiten sowohl Losgelassenheit , als auch Takt und Schwung Usw. und so fort…

    Ist sehr schief und hat Balanceprobleme

    Ein schiefes Pferd kann eigentlich keinen gleichmässigen Takt zeigen, oder?!
    Also hieße das im Umkehrschluß, die SDA nicht in der Reihenfolge zu erarbeiten, sondern die ersten Punkte ineinander greifend.
    Also, auch an der Schiefe arbeitend, wie z.B durch Seitengänge, sobald die Anlehnung funzt, alternativ vom Boden aus.

    Ich meine im Bürger hätte ich das gelesen, bin mir aber nicht sicher. Takt läßt sich sehr gut im Gelände erarbeiten, da die meisten Pferde hier sehr schnell ihr Tempo und Losgelassenheit erreichen.

    Außerdem denke ich schon, dass es Pferde gibt, die einen sehr guten Takt von Geburt aus mitbringen, das Resultat guterZuchtergebnisse.

    Anchy

  • Avatar Talimeth sagt:

    Ich habe mir noch nie bewußt die Frage nach dem Takt gestellt oder wie man ihn erarbeitet. Gehört doch zum Großen Ganzen dazu. UNd geht ein Pferd nciht taktrein, dann ist ja sowieso was nicht in Ordnung. Was allerdings in meinen Augen mindestens so wichtig ist (und deswegen in den Richtlinien nicht erwähnt), ist das Tempo. Da verwende ich dann meist mehr Gedankenschmalz.

  • Avatar dat_julschen sagt:

    Als wichtigstes sollte vor allem mal der Reiter im Takt sein, das sind nämlich die wenigsten :wacko: . Ist so wie beim Paartanz. Wenn der Herr (Reiter)nicht im Takt tanzt, kann es die Dame (das Pferd) auch nicht, selbst wenn sie es wollte.

    Ich finde es immer wieder erschreckend, wie viele Leute von ihren Pferden was verlangen, was sie selbst nicht annähernd im Stande sind zu leisten. Aber unter diesen Voraussetzungen das Pferd korrigieren wollen :doh: .

    Das gilt auch für das Longieren übrigens 😉 .

    Amen!

    Ein schiefes Pferd kann eigentlich keinen gleichmässigen Takt zeigen, oder?!
    Also hieße das im Umkehrschluß, die SDA nicht in der Reihenfolge zu erarbeiten, sondern die ersten Punkte ineinander greifend.

    Auch ein schiefes Pferd kann Takt zeigen. Allerdings sollte man immer mit einem Pferd arbeiten und nicht nur mit Teilen davon.
    Wenn ein junges Pferd in Arbeit kommt, arbeite ich automatisch an mehreren Punkten der Skala.

    Ich hab, wie Monty auch, mal gelernt, der Takt ist zu erhalten.
    Wichtig ist also wie Gitana schrieb, der Takt des Reiters.

  • Avatar Tibatong sagt:

    Ein schiefes Pferd kann eigentlich keinen gleichmässigen Takt zeigen

    Dann dürfte kein Pferd auf der Weide taktmäßig laufen, denn sie sind alle mehr oder weniger natürlich schief. Ohne Reiter kompensieren die das problemlos. Jedes gesunde Pferd läuft prinzipiell taktmäßig.

    Kommt der Reiter ins Spiel, kann der Takt beim jungen Pferd schon mal gestört sein. Das sollte bei vernünftiger Ausbildung aber schnell Geschichte sein (deshalb auch erster Punkt der Skala).

  • anchy anchy sagt:

    Naja, so alleine steh ich mit meiner Meinung nicht, ist ja auch nicht auf meinem Mist gewachsen. „Taktunreinheiten, Widersetzlichkeiten bis hin zum Verlust der Einsatzfähigkeit haben nun mal auch ihren Ursprung, eben in der Schiefe, die sich durch die nicht genügende Vorbereitung des Leistungsträgers Pferd mehr und mehr zum Problemfaktor entwickelt. Das Geraderichten am Boden, bevor das Pferd das erste Mal das Reitergewicht aufnehmen soll, ist nach der Erfahrung mit einer großen Anzahl von Pferden der richtige Weg zum gesunden Pferd. Die Alternative ist die ständige Behandlung, deren Kosten ins Unermessliche steigen, ohne einen wirklichen Erfolg zu verbuchen. Das kann und darf nicht das Endziel sein“ Quelle: http://www.arr.de/de/schiefen-therapie/information.html Schöneich hat dazu ja auch ein paar interessante Ansätze, wenn man sich mal durchwühlen will

  • Avatar Tibatong sagt:

    Naja, so alleine steh ich mit meiner Meinung nicht, ist ja auch nicht auf meinem Mist gewachsen. „Taktunreinheiten, Widersetzlichkeiten bis hin zum Verlust der Einsatzfähigkeit haben nun mal auch ihren Ursprung, eben in der Schiefe, die sich durch die nicht genügende Vorbereitung des Leistungsträgers Pferd mehr und mehr zum Problemfaktor entwickelt. Das Geraderichten am Boden, bevor das Pferd das erste Mal das Reitergewicht aufnehmen soll, ist nach der Erfahrung mit einer großen Anzahl von Pferden der richtige Weg zum gesunden Pferd. Die Alternative ist die ständige Behandlung, deren Kosten ins Unermessliche steigen, ohne einen wirklichen Erfolg zu verbuchen. Das kann und darf nicht das Endziel sein“ Quelle: http://www.arr.de/de/schiefen-therapie/information.html Schöneich hat dazu ja auch ein paar interessante Ansätze, wenn man sich mal durchwühlen will

    Ja, das gilt aber für das als Reitpferd zu nutzende Pferd und die dadurch bedingte zusätzliche Belastung… Ein gesundes Pferd ohne Reiter kann mit seiner natürlichen Schiefe hornalt werden, taktmässig laufen und nicht mal wissen, wie Geraderichten geschrieben wird 😉

  • Avatar sabrell sagt:

    Wenn ich eine „Therapie“ zu verkaufen hätte, würde ich auch solchen Unsinn erzählen 🙂

    Jedes Pferd hat ab Werk Takt, Schiefe hin oder her .. Taktfehler gehen IMMER zu Lasten des Piloten, der oben drauf sitzt. Vom ersten Aufsitzen bereits. Oft unabsichtlich, was aber nichts an der Ursächlichkeit ändert.

  • Avatar Pelle sagt:

    Anchy, ich finde Arbeit an der Hand ja auch gut, sehe es aber eher als unterstützend. Und wer sich z.B. mit Schöneich beschäftigt, weiss, wie schwierig das schon ist.
    Jedes Pferd findet unter dem entsprechenden Reiter seinen natürlichen Takt wieder, behaupte ich mal.

  • Avatar Talimeth sagt:

    und jedes Pferd hat seinen eigenen Takt, den es zunächst zu erkennen und zu respektieren gilt….

  • anchy anchy sagt:

    Ja, das gilt aber für das als Reitpferd zu nutzende Pferd und die dadurch bedingte zusätzliche Belastung… Ein gesundes Pferd ohne Reiter kann mit seiner natürlichen Schiefe hornalt werden, taktmässig laufen und nicht mal wissen, wie Geraderichten geschrieben wird

    Das kann ich so stehen lassen, wobei ich denke, dass es schon Extreme gibt, Pferde, die auch ohne Reiter ungleichmässig laufen. Wie auch wenn eine Seite extrem schief ist, da ist ja nur kurz/lang treten möglich.

    und jedes Pferd hat seinen eigenen Takt, den es zunächst zu erkennen und zu respektieren gilt….

    Das ist für viele Reiter sehr schwiergi, zu viele sind man unter,noch mehr über Tempo geritten.

    Anchy

  • Avatar Ielke sagt:

    Ein schiefes Pferd kann eigentlich keinen gleichmässigen Takt zeigen, oder?!
    Also hieße das im Umkehrschluß, die SDA nicht in der Reihenfolge zu erarbeiten, sondern die ersten Punkte ineinander greifend.

    Jupp, genau das steht auch in den Richtlinien… Takt, Losgelassenheit und Anlehnung bilden die „Gewöhnungsphase“, sind die Basis für weitere Stufen und nicht isoliert zu betrachten.

    Hab mal mein Referat vom letzten Abzeichenlehrgang rausgesucht, da hatte ich zum Punkt „Takt“ folgendes rausgesucht:

    Takt: räumliches und zeitliches Gleichmaß aller Schritte,
    Tritte und Sprünge, dieser muss in allen Tempi (Arbeitstempo, Verstärkung,
    Versammlung) gleich bleiben

    Taktfehler = Unregelmäßigkeiten in der Fußfolge, entstehen
    z.B. durch zu starke Handeinwirkung, zu wenig treibende Hilfen, Taktstörung
    durch den Reiter), kann korrigiert werden durch Lösende Übungen mit vielen
    Übergängen, Longieren, Cavalettiarbeit, Springgymnastik, Geländereiten

  • Avatar Monty sagt:

    Sodele, gerade mal ein bißchen zuviel Zeit habe. 😉

    Ja, wie macht man denn das? Meine Trainerin sagt, dass alle vom Takt reden und kaum irgendwo steht, wie man den erarbeitet.

    Also wie schon geschrieben, ich denke Takt muss erhalten, nicht erarbeitet werden. Jedes gesunde Pferd geht, solange es nicht vom Reiter/ Longenführer „aus dem Takt gebracht wird“ erstmal taktklar. Meine Aufgabe ist es das Pferd so zu arbeiten, dass ich es nicht in eine Form zwänge oder durch meinen eigenen unkontrollierten Körper störe, so dass es aus der Balance kommt.

    Ich glaube schon, dass man den erarbeiten muss. Sobald der Mensch in den natürlichen Ablauf eingreift (Reiten, Longieren) kommt das schiefe Pferd aus dem Takt.

    Da der Takt ja vorher da war, sehe ich das als erhalten, nicht als erarbeiten.

    auch ungerittene pferde haben meistens keinen takt, die wenigstens kommen als taktmäßig vollendete reitpferde auf die welt und bleiben das…

    Meinen wir das Gleiche? Hier bei uns am Stall stehen ca. 10 ungerittene Pferde. Sie gehen alle taktklar über die Wiese. Würden sie nicht taktklar gehen, hätte das in dem Fall nichts mit Gleichgewicht etc. zu tun. Die wären schlicht und ergreifend lahm. :whistling:

    man darf den takt auch nicht nur auf das gleichmäßige fußen des pferdes beschränken, takt ist eine schwingung und diese soll harmonisch durch den ganzen körper des pferdes laufen…

    Takt ist als das räumliche und zeitliche Gleichmaß der Schritte definiert. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Was Du meinst ist doch eher Schwung?

    aber das von den als reitpferd geeigneten auch nur wenige den takt mitbringen…

    DEN Takt? Was meinst du damit? Für mich hört sich das an, als meinst du damit den „Gang“ des Pferdes. Ich habe ein über 20 Jahre altes Shetty, der hat Gänge wie eine Nähmaschine. Trotzdem geht er vollkommen taktklar. :ja:

    Sicher hat Takt auch etwas mit Geraderichten zu tun. Wenn ein gesundes Pferd aber völlig losgelassen und ausbalanciert daher geht, sind die „Taktfehler“ die allein die natürliche Schiefe ausmacht so minimal, dass sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Dann muss ich aber auch davon ausgehen, dass ein Pferd in der Wenudung niemals 100 % taktklar gehen kann. Dadurch dass das innere Beinpaar den kürzeren Weg beschreibt, kann das absolute Gleichmaß der Schritte nicht gegeben sein. :nix:

    Oh Mann, soviel Theorie, wie gut das ich beim Reiten keinen Kopf für sowas habe. 😉

  • Avatar Pelle sagt:

    [quote=’Monty‘,index.php?page=Thread&postID=721958#post721958 Zitat von »Pelle«

    Ich glaube schon, dass man den erarbeiten muss. Sobald der Mensch in den natürlichen Ablauf eingreift (Reiten, Longieren) kommt das schiefe Pferd aus dem Takt.

    Da der Takt ja vorher da war, sehe ich das als erhalten, nicht als erarbeiten.

    Deswegen hatte ich noch editiert, du warst aber schneller :look:

  • Avatar waikiki sagt:

    beim gesunden pferd sollte der takt kein problem sein.

    stellen sich taktfehler ein,z.b. beim umbiegen von einer biegung in die andere kommt es besonders bei den schiefen oder etwas unsportlichen pferden oft zu taktsörungen, die durch die nat.schiefe bedingt sind.

    durch „geraderichten “ (im sinne von jederzeit die gewünschte längsbiegung problemlos und durch das ganze pferd-eben“durchlässig“- herstellen ) sind sie zu beheben.

    oft sind takstörungen ein „umfallen“ statt „umbiegen“. statt des neuen inneren hinterbeins stützt das pferd auf dem vorderbein.

    ein ruhiges tempo, bei dem das pferd lernt in ruhe zu fußen,statt seiner eigenen bewegungsrichtung hinterher

    zu hechten ist meiner meinung nach besonders wichtig.

  • Avatar cando sagt:

    wenn es hier so viele user gibt, die von so vielen auf der koppel taktmäßig laufenden pferden umgeben sind, wird es doch bestimmt einen geben, der hier ein video davon einstellen kann, wenn ihr das schafft, dann lass ich bei unserem nächsten stammtisch eine runde springen…
    bedingung dafür ist, das die aufnahme auch enge wendungen und wechsel der gangart enthalten muss…

    ich persöhnlich habe noch nie ein pferd auf der koppel gesehen welches z.b. im galopp auf den zaun zu galoppiert, sich dort selber aufnimmt, eine wendung galoppiert und im galopp zurück kommt und wie gesagt das alles im gleichem takt

    den takt darf man nicht als mechanische fußfolge sehen, der takt betrifft immer das ganze pferd. das heißt, das die komplette muskulatur im takt an und abspannen muss, die wirbelsäule im takt mitschwingen muss und das von vorn bis hinten…

  • Avatar sabrell sagt:

    den takt darf man nicht als mechanische fußfolge sehen,

    Stimmt, darf man nicht. Vielmehr MUSS man das so sehen.

    der takt betrifft immer das ganze pferd. das heißt, das die komplette muskulatur im takt an und abspannen muss,

    Losgelassenheit also.

    und das von vorn bis hinten…

    Ich bin sicher, Du meinst Durchlässigkeit.

    Irrtum vorbehalten 🙂

    Achja …

    welches z.b. im galopp auf den zaun zu galoppiert, sich dort selber aufnimmt, eine wendung galoppiert und im galopp zurück kommt und wie gesagt das alles im gleichem takt

    Solange es das alles im Dreitakt tut, sehe ich das Problem nicht.

  • Avatar Monty sagt:

    Ab ca. 2:46 Takt oder nicht?

  • Avatar Monty sagt:

    das heißt, das die komplette muskulatur im takt an und abspannen muss, die wirbelsäule im takt mitschwingen muss und das von vorn bis hinten…

    Heißt das nicht korrekterweise von hinten nach vorn? *klugscheißermodusaus*

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Ab ca. 2:46 Takt oder nicht?

    Taktmäßig umfallen kann das Ding auf jeden Fall! 😀 😉

  • Avatar sabrell sagt:

    Ab ca. 2:46 Takt oder nicht?

    Die Diagonale? Lupenrein 🙂

  • Avatar Monty sagt:

    Taktmäßig umfallen kann das Ding auf jeden Fall! 😀 😉

    Hehe und das nicht nur einmal. 😀

  • Avatar cando sagt:

    @ sabrell ich stell dir hier mal die def. zu deinen antworten rein, kannst ja dann vergleichen ob diese auf das auf der koppel laufende pferd zutrifft.. „„ Zwanglos geht das Pferd auch ohne noch auf den lang hingehaltenen Zügel getroffen zu sein, losgelassen aber erst dann, wenn es, infolge der treibenden Hilfen sich streckend, diesen aufgesucht hat.““ „Seunig definiert Durchlässigkeit als „die Fähigkeit und Bereitschaft des Pferdes, auf vortreibende, verhaltende und seitwärtstreibende Hilfen einzugehen, sie von rückwärts nach vorn und umgekehrt sowie in seitlicher Richtung ‚durchzulassen“.“ “ Bei einem taktmäßig gehenden Pferd bleibt das Gleichmaß nicht nur auf gerader Linie, sondern auch in allen Übergängen und Wendungen erhalten. Der Takt muss der jeweiligen Gangart entsprechen.

  • Avatar sabrell sagt:

    Diese Definitionen sind mir geläufig – trotzdem, danke 🙂

    Und ich ergänze noch …

    „Der Takt muss der jeweiligen Gangart entsprechen.“ .. und den jeweiligen Tempi.

  • gitana gitana sagt:

    man darf den takt auch nicht nur auf das gleichmäßige fußen des pferdes beschränken, takt ist eine schwingung und diese soll harmonisch durch den ganzen körper des pferdes laufen…

    Takt ist in erster Linie mal schon nur das gleichmäßige fußen. Es heißt „Takt, Losgelassenheit, Anlehnung“. Wenn das erreicht ist, kommt als Punkt 4 der Schwung dazu.

    Ich hab das so gelernt: Takt kann schwunglos sein, aber Schwung kann niemals taktlos sein.

  • Avatar Monty sagt:

    wenn es hier so viele user gibt, die von so vielen auf der koppel taktmäßig laufenden pferden umgeben sind, wird es doch bestimmt einen geben, der hier ein video davon einstellen kann, wenn ihr das schafft, dann lass ich bei unserem nächsten stammtisch eine runde springen…

    Ab ca. 2:46 Takt oder nicht?

    Schade, erst forderst du Videos ein und wenn eins kommt, dann wird das einfach übergangen. :nix: Ich denke nämlich das du viel mehr unter Takt verstehst, als es tatsächlich ist. Wie Gitana schon schreibt, Takt kann schwunglos sein, aber Schwung kann niemals taktlos sein. Das sollte auch das Besispiel von meinem Shetty wiedergeben. :ja:

    Das man den Takt nie isoliert betrachten darf steht wohl außer Frage. Trotzdem darf man ihn nicht mit den anderen Punkten der Ausbildungsskala verwechseln.

  • Avatar Cubano9 sagt:

    ich persöhnlich habe noch nie ein pferd auf der koppel gesehen welches z.b. im galopp auf den zaun zu galoppiert, sich dort selber aufnimmt, eine wendung galoppiert und im galopp zurück kommt und wie gesagt das alles im gleichem takt

    Das konnte mein damals 3jähriger ganz wunderbar, ebenso fliegende Wechsel und Volten im Galopp ohne nur einmal aus dem Takt zu geraten. Tja, unter dem Sattel war er vor allem in der Phase des Anreitens eines der taktunsichersten Pferde, die ich geritten bin. Unter dem Reiter musste der Takt also tatsächlich wieder hergestellt werden. Durch viel Traben auf möglichst langen Geraden, vorgeben des Takts im LT und dergeichen mehr.

  • Avatar JAusten sagt:

    Ok, ich dachte schon … :friend:

    Aber so wirklich Meldungen kommen hier nicht. Ist es doch so kompliziert oder zu umfangreich? :denk:

    Ja und Nein. Es ist schwierig über ein GEFÜHL zu schreiben. Takt muss ein Reiter auch fühlen. Ein im Takt laufendes/gehendes Pferd bewegt sich in einem Gleichmaß der Schritte, Tritte, Sprünge (Viertakt, Zweitakt, Dreitakt (durchschnittlich im Galopp)). Wie soll man das beschreiben? Man kann es sehen und fühlen. Der Reiter sollte in der Lage sein zu fühlen, wo sich die Beine wann befinden. Wann fußt das Pferd unter/ab. Damit fängt es an. Während das Pferd steht (Halt) frage ich den Schüler, wo sich die einzelnen Pferdebeine befinden. Der Reiter kann bestensfalls den Takt zählen. Kannst ja mal in Deinem Stall fragen wie viele das können – Du wirst Dich wundern!

    Besser kann ich es nicht beschreiben.

  • Avatar JAusten sagt:

    ich persöhnlich habe noch nie ein pferd auf der koppel gesehen welches z.b. im galopp auf den zaun zu galoppiert, sich dort selber aufnimmt, eine wendung galoppiert und im galopp zurück kommt und wie gesagt das alles im gleichem takt

    Das konnte mein damals 3jähriger ganz wunderbar, ebenso fliegende Wechsel und Volten im Galopp ohne nur einmal aus dem Takt zu geraten. Tja, unter dem Sattel war er vor allem in der Phase des Anreitens eines der taktunsichersten Pferde, die ich geritten bin. Unter dem Reiter musste der Takt also tatsächlich wieder hergestellt werden. Durch viel Traben auf möglichst langen Geraden, vorgeben des Takts im LT und dergeichen mehr.

    @cando – Tja, dann solltest Du entweder grundsätzlich öfter und länger Pferde auf einer Weide beobachten oder Dein eigenes mal auf eine Weide stellen. Ein Pferd wird im räumlichen und zeitlichen Gleichmaß (Takt) mit Deinem Beispiel keinerlei Probleme auf der Weide haben, aber durchaus Probleme mit einem schlecht reitenden/sitzenden Reiter. Dazu kann man durchschnittlich in einer Reithalle sehr anschauliche Beispiele „reiten“ sehen.

  • GidranX GidranX sagt:

    Ein Pferd das sichbar taktunrein auf der Weide läuft, hat vermutlich ein gesundheitliches Problem..
    Takt, Rythmus, Losgelassenheit, Balance – das alles gehört für mich zusammen. Und wird ich insgesamt nur in dem ureigenen Tempo des Pferdes vereinen lassen. Eins gehört zum Anderen. Ein Pferd das seinen Takt unter dem Reiter wieder gefunden hat, sich im Rythmus mit dem Reiter befindet hat zumindest in diesem Moment auch eine entsprechende Balance und Losgelassenheit vorzuweisen. Das kann dann in der nächsten Ecke schon wieder anders aussehen.
    Takt wird nicht erarbeitet. Er findet sich mit der Zeit. Genauso wie ein Kind seine Balance auf dem Fahrrad, den taktmäßigen Tritt in die Pedalen erstmal finden muss, so gilt das doch auch für das Pferd. Genauso wenig wie man ein Kind gleich durch einen Slalomparcour schleudert, lässt man dem Pferd ebenso Zeit durch einfache Dinge wie geradeausreiten das Gleichgewicht und somit den Takt wieder zu finden..erst wenn es beim geradeausreiten klappt steigert man die Anforderungen. Ansonsten sollte man wieder einen Schritt zurück gehen.
    Das richtige Tempo für das Pferd zu finden, ist für mich tatsächlich auch die Aufgabe gewesen, und ist es immer noch. Nicht der Takt an sich. Der schloss sich daran an.
    Während ich nämlich auf der Trulla sass und MIR das Tempo gefühlt zu wenig war, sah das von unten nämlich ganz anders aus.. Ich musste MICH erstmal entschleunigen, damit wir einen guten gemeinsamen Rythmus finden konnten und somit auch der Takt dazu kam..Es ist immer ein bisschen eine Gratwanderung. Es benötigt genug Tempo damit es dem Pferd leichter fällt. Bewegungen sehr langsam auszuführen ist immer sehr schwierig. Man benötigt viel mehr Kraft und Balance. Kann man an sich selbst testen in dem man mal versucht im Zeitlupentempo einfach nur zu gehen..Da kommen die meisten schon schnell an ihre Grenze. Gleiches gilt doch auf wieder für´s Pferd.

  • Avatar carnacat sagt:

    Hm.

    Ich bin überzeugt dass der Takt bei einem gerittenen Pferd sehr viel mit der Schiefe des Pferdes zusammenhängt.

    @ Sigi
    Dein Fuchs :na: schiebt von hinten rechts auf vorne links im Schritt. Und zwar so sehr, dass böse Zungen behaupten könnten das Pferd sei lahm. Ist er aber nicht. Er ist einfach nur grottenschief. Und deswegen macht er massive Taktfehler, sowohl im Schritt als auch im Trab (auf den Galopp hab ich a) nicht geachtet und kann es b)da auch selber ehrlicherweise nur schlecht sehen) .
    Und die Aussage vom Schöneich (für oder wider den ich nichts habe) als Unsinn abzuwatschen vor diesem Hintergrund finde ich …. naja Sigi-typisch halt :rolleyes: :eye:
    Ich sehe da durchaus einen Zusammenhang zwischen Takt beim gerittenen Pferd und dem Geraderichten. Und ich finde den Ansatz das Pferd bereits am Boden via bestimmter Longenübungen in ein Gleichgewicht zu bringen absolut richtig. Zumal ich den Erfolg solcher Bemühungen bereits mehrfach verfolgen konnte.
    Das heisst ja nicht dass man das nicht auch anders erreichen kann.

  • Avatar JAusten sagt:

    das heißt, das die komplette muskulatur im takt an und abspannen muss, die wirbelsäule im takt mitschwingen muss und das von vorn bis hinten…

    Heißt das nicht korrekterweise von hinten nach vorn? *klugscheißermodusaus*

    Danke, so sollte es sein.

    @cando – Nein.

  • Avatar sabrell sagt:

    Richtig, Tascha, tut er, wobei das ohne Reiter wiederum nur marginal in Erscheinung tritt, was wieder den Beweis erbringt, das es Pilotenfehler sind 🙂
    Der beste Fuchs von allen tut das nämlich hauptsächlich wegen seiner Schiefe (nicht nur, da kommen noch diverse arthrotische Details dazu) und weil er meine Bemühungen, das zu verbessen, nicht wirklich nachvollziehen kann.
    In der Praxis sieht das aus wie immer, in solchen Situationen – in den Momenten, in denen er auf der festen Halsseite gegen den Zügel stemmt (weil ich das gleichseitige starke Hinterbein UNTER mir und nicht an mir vorbei haben möchte), tut er das, was in seinen Augen das Naheliegenste ist, weil einfach: er stemmt in exakt diesem Tritt vorne dagen und tritt mit dem gleichseitigen Hinterbein exakt in diesem Moment kürzer. Wohlgemerkt: die Fußfolge bleibt erhalten, da das entsprechende Vorderbein korrespondiert. Der Takt wird in diesem Augenblick fehlerhaft.

    Bring ich nun das Füchslein dazu, auf der anderen (der hohlen) Seite besser an die Hand zu treten und diese (schwach bemuskelte) Halsseite mehr zu dehnen, gibt das Füchslein zwangsläufig auf der festen Halsseite nach und tritt auch besser nach vorne unter den Schwerpunkt. Zugegebenermaßen fällt ihm das leichter, wenn’s wärmer ist. Und mir auch 🙂

    An der Longe tritt dieser Effekt bei Weitem nicht so stark auf, schon alleine deshalb, weil Füchslein ein bisschen mehr Gelegenheit hat, zu schummeln – was den sauberen Vortritt jedes Hinterbeines in Richtung des gleichen Vorderbeines angeht.
    Was das Gleichgewicht „am Boden“ angeht : da hast Du schon recht .. es ist schon sehr hilfreich, wenn das Pferd schon ohne Reiter senkrecht stehen und Laufen kann. Wobei das Pferd ja, sagen wir mal bis zum Anreiten, mehr als 3 Jahre Gelegenheit hatte, das Laufen ohne Umfallen zu üben, sich also mit seinem ureigensten Gleichgewicht bestens auskennt.
    Blöderweise ist das in gleichen Augenblick Makulatur, in dem sich der Reiter drauf schwingt, egal wieviel gleichgewichtsbildende Maßnahmen ich bis dahin am Boden vollzogen habe. Das ist übrigens auch der Grund dafür, das das Prinzip „Balance vor Bewegung“ gewisse Schwächen hat. In dem Augenblick, in dem der Reiter durchs schiere Aufsitzen (Sitzqualität aussen vor gelassen) die Balance des Pferdes durcheinander bringt UND dann noch Bewegung dazu kommt, nützt mir die Balance des Pferdes OHNE Reiter auch nicht mehr viel.

    Und was Schöneich angeht: Ganz abgesehen davon, was ich im Allgemeinen von den Machenschaften dieses Herrn halte .. den Reitern in den glühendsten Farben der Hölle zu prophezeien, ihre Pferde werden zu tragischen Pflegefällen, wenn sie nicht geradegerichtet werden – am Besten natürlich von ihm – halte ich jetzt schon für ein wenig grenzwertig.

  • Avatar carnacat sagt:

    Na dann simma uns ja nahezu einig 😀

    Was den Herrn Schöneich angeht kann ich insofern nicht mitreden weil ich mich mit seinen Äusserungen so viel garnicht befasst habe. Er ist mir zu weit weg und ich halte mich da lieber an die Leute die ich hier vor Ort habe 😉

  • anchy anchy sagt:

    Na, jaaa ich habe den auf der Euqitana gesehen, was mich nicht wirklich überzeugt hat, aber dennoch finde ich seine Ansätze sehr interessant zu lesen und nur weil mich die Reitvorführungen nicht überzeugt haben muß er nicht mit seiner ANsicht über Takt und Schiefe falsch liegen.

    Aber Schöneich ist hier ja auch nicht Thema, sondern Takt allgemein.

    Takt zu spüren finde ich eigentlich nicht sooo schwer, aber schwierig auszudrücken.
    Es nimmt den eigenen Körper in den Bewegungen des Pferdes mit, sobald meineaus dem Takt gerät, werden z.B meine Schenkel unruhig, sie stellt das Kauen ein.
    Dann heißt es, erstmal mich selbst wieder locker zu kriegen und einzufinden.

    Anchy

  • Avatar Patti sagt:

    Ein sehr erfolgreicher Ausbilder hat mir mal vor gut 25 Jahren was erzählt:
    Er bekam einige Jungpferde in den Stall und wir liessen die in der Halle laufen. Er nahm mich an die Seite und sagte:
    Schau dir genau an, wie die laufen.
    Vor allem, wenn die sich mal kurz erschrecken.
    Die Pferde, die nach so’nem kleinen „Stutzen“ die halbe lange Seite brauchen um ihre Beine zu sortieren und dann erst wieder taktklar weiter laufen, kannst du für den Sport nicht gebrauchen.
    Die anderen, die während des Laufens mal Stocken, mal zur Seite hüpfen, dann aber sofort im Takt weiterlaufen, DAS sind die, die du im Sport gebrauchen kannst.

    Was ich damit jetzt sagen will, weiss ich auch nicht so recht…
    Fiel mir nur gerade ein 😉

  • Avatar JAusten sagt:

    Ein sehr erfolgreicher Ausbilder hat mir mal vor gut 25 Jahren was erzählt:
    Er bekam einige Jungpferde in den Stall und wir liessen die in der Halle laufen. Er nahm mich an die Seite und sagte:
    Schau dir genau an, wie die laufen.
    Vor allem, wenn die sich mal kurz erschrecken.
    Die Pferde, die nach so’nem kleinen „Stutzen“ die halbe lange Seite brauchen um ihre Beine zu sortieren und dann erst wieder taktklar weiter laufen, kannst du für den Sport nicht gebrauchen.
    Die anderen, die während des Laufens mal Stocken, mal zur Seite hüpfen, dann aber sofort im Takt weiterlaufen, DAS sind die, die du im Sport gebrauchen kannst.

    Was ich damit jetzt sagen will, weiss ich auch nicht so recht…
    Fiel mir nur gerade ein 😉

    Ja, ich denke, ich weiß wie Du das meinst. Habe ich irgendwo geschrieben. Ich kann es fühlen und sehen, aber ein GEFÜHL beschreiben kann ich nicht.

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Das konnte mein damals 3jähriger ganz wunderbar, ebenso fliegende Wechsel und Volten im Galopp ohne nur einmal aus dem Takt zu geraten. Tja, unter dem Sattel war er vor allem in der Phase des Anreitens eines der taktunsichersten Pferde, die ich geritten bin. Unter dem Reiter musste der Takt also tatsächlich wieder hergestellt werden.

    Dieses Phänomen beobachte ich bei meinem jetzt vierjährigen Ostfriesen (Beppo) bereits im Zusammenhang mit dem Auflegen des Gurts bzw. inzwischen des Sattels. Dieses Pferd zeigt „von Natur aus“, d.h. im Freilauf und auf der Weide einen (für mich) erstaunlichen Takt in allen drei Gangarten. Unter Gurt oder Sattel war dieser zunächst fast komplett verloren gegangen. Erst mit zunehmender Gewöhnung und Losgelassenheit stellt sich der Takt allmählich wieder ein. Ich werde auch erst draufklettern, wenn der Takt mit Sattel, aber ohne Reiter, vollständig wieder da ist. Bin mir aber sicher, daß der unter dem Reiter auch erstmal wieder ziemlich verloren gehen wird.

  • Avatar nisenase sagt:

    Ich habs beim Springen deutlich gemerkt wie wichtig Takt und Rhytmus ist und nun zähle ich beim reiten. Hilft ungemein…..also in der Springeinheit zähle ich. Bei Herrn Neindorff wurde auch gezählt, da mußte man traben und vorzählen und irgendwann war das Pferd dann in diesem Takt. War sehr anschaulich, dass man eher den Reiter in den Takt bringen muß.
    Gerade bei meinem Pferd habe ich bei der Stangenarbeit bemerkt, ist es schwierig den Takt im Rhytmus zu reiten wenn es nicht Losgelassen ist. Aber das haben hier ja auch schon Andere geäußert.

  • Avatar JAusten sagt:

    Ich habs beim Springen deutlich gemerkt wie wichtig Takt und Rhytmus ist und nun zähle ich beim reiten. Hilft ungemein…..also in der Springeinheit zähle ich. Bei Herrn Neindorff wurde auch gezählt, da mußte man traben und vorzählen und irgendwann war das Pferd dann in diesem Takt. War sehr anschaulich, dass man eher den Reiter in den Takt bringen muß.
    Gerade bei meinem Pferd habe ich bei der Stangenarbeit bemerkt, ist es schwierig den Takt im Rhytmus zu reiten wenn es nicht Losgelassen ist. Aber das haben hier ja auch schon Andere geäußert.

    Was ich immer labere.

    Pferde hatten und haben immer nur ein wirkliches Problem: den Reiter.

  • Avatar nisenase sagt:

    genau;)

  • Avatar cando sagt:

    man darf den takt auch nicht nur auf das gleichmäßige fußen des pferdes beschränken, takt ist eine schwingung und diese soll harmonisch durch den ganzen körper des pferdes laufen…

    Takt ist in erster Linie mal schon nur das gleichmäßige fußen. Es heißt „Takt, Losgelassenheit, Anlehnung“. Wenn das erreicht ist, kommt als Punkt 4 der Schwung dazu. Ich hab das so gelernt: Takt kann schwunglos sein, aber Schwung kann niemals taktlos sein.

    das was du hier meinst ist der reiterliche schwung, den darfst nicht verwechseln mit dem von mir gemeinten schwingen des pferdekörpers beim gehen… @ JAusten stimmt, der takt ist das räumlichen und zeitlichen gleichmaß. jetzt kannst mir doch bestimmt auch sagen wie das pferd dieses räumliche und zeitliche gleichmaß auf der koppel in der wendung erhält, wenn das innere beinpaar einen kleineren kreisbogen gehen muss wie das äußere beinpaar? richtig, indem es sich in die kurve legt und zum balanceausgleich den kopf nach außen stellt… kannst du das in der reiterlichen ausbildung gebrauchen? nein, also hat der „takt“ den du auf der koppel siehst nur sehr wenig mit dem takt zu tun den du in der reiterlichen ausbildung brauchst… hier komme ich zur balance, ohne diese kann das pferd den takt nicht finden, verliert es diese, kommt es ins eilen, also außer takt ( natürlich kann es auch im räumlichen und zeitlichen gleichmaß eilen 😀 wie oft zu sehen ist, aber immer nur bis zur nächsten wendung ) oder es fängt an sich zu halten, weil es angst hat die balance zu verlieren und somit komm ich bei meinem vorschlag des lösens an… nur ein gelöstes pferd kann in balance sein und somit auch im takt gehen… @ monty erstmal danke für das video 🙂 super schönes pferd :blinzel: meine meinung zum takt hast ja bestimmt gelesen… vg ps.: ich glaube das wird ein trockener stammtisch :daumen:

  • Avatar JAusten sagt:

    Sicherlich greift eins ins andere und alles zusammen genommen ergibt ein sich geschmeidig bewegendes Pferd – Takt usw. gehören zusammen. Da widerspreche ich nicht, ich kann es mir nur so erklären, dass ICH ganz offenbar mit Deiner Ausdrucksweise nicht zurecht komme. Ich verstehe ganz offenbar nicht wie Du es meinst. Ich finde beim Durchlesen Deiner Beiträge vieles total unsinnig.

  • Avatar cando sagt:

    ja, sehr oft liegte esja nur an den verständigungsschwierigkeiten, sei es zwischenmenschlich oder zwischenmenschpferdisch…

    wenn du da mehr erfahren willst kannst ja auch mal zu einen der zahlreichen kurse meines reitlehrers als zuschauer fahren, da geht es hauptsächlich ums lösen, ausbalancieren und eintakten des pferdes…

  • Avatar JAusten sagt:

    Prima Idee, wenn Du mir dazu noch seinen Namen verräts.

  • Avatar cando sagt:

    darf ich das denn? nicht das ich hier gleich fliege… schau mal da: http://www.mein-pferd.de/service/reitlehrer/index.php?plz=1 und in einer der letzten dressurstudien steht er auch drinn, ich glaube das war die mit der diagonalen hilfengebung..

  • Avatar pequeno Querida sagt:

    Ich hab das so gelernt: Takt kann schwunglos sein, aber Schwung kann niemals taktlos sein.

    Ganz genau so ist es doch, deswegen steht eben der Takt auch so weit oben in der SdA. Zu Anfang hätte ich eher gesagt den Takt muss man erarbeiten, nach Montys Argumentationen erkenne ich, dass wir prinzipiell das selbe meinen. Ein Pferd bringt Takt mit, dieser geht (kann) durch den Reiter verloren gehen und dann erarbeite ich diesen wieder…also ist die Aufgabe erhalte den Takt.

    Das man den Takt nie isoliert betrachten darf steht wohl außer Frage. Trotzdem darf man ihn nicht mit den anderen Punkten der Ausbildungsskala verwechseln.

    Und das macht Honeybears Frage für mich so kompliziert. Verwechseln nein. Aber jetzt speziell sagen wie, kann ich nicht ohne auch die anderen Punkte der SdA mit einzubeziehen.

    Ein Pferd das sichbar taktunrein auf der Weide läuft, hat vermutlich ein gesundheitliches Problem..

    Das kann ich so stehen lassen, da gibt es für mich auch keine andere Möglichkeit.

    Wie verhält es sich aber bei dem Bsp. der Threaderstellerin? Taktstörung an der Longe?

  • Avatar ambra sagt:

    Ok, ich versuchs mal als Reitdepp, rein aus der Logik heraus…

    Ohne Balance kein reiner Takt und ohne Takt keine Balance. Bitte immer im Kontext „Bewegung“ sehen, Balance in Stillstand ist ein anderes Thema.

    Habe ich jetzt ein Pferd ohne Balance, weil der Reiter diese verhindert (Beispiel: tragt mal als Erwachsene ein Kleinkind auf den Schultern und das rudert da oben noch heftig rum, dann will ich von demjenigen mal Takt und Balance sehen!), so kann ein gut trainiertes Pferd dies im kleinen Rahmen sicher noch ausgleichen. Ohne Reitergewicht hat das Pferd nur die Eigenbalance zu halten, kann also wesentlich einfacher Taktrein laufen. (Schaffen wir Menschen ohne Kleinkind ja auch.)

    Und im übrigen die natürliche Taktklarheit eines Pferdes ohne besondere Anforderung (Trab auf der Weide z.B.) damit zu vergleichen, dass es dies bitte auch noch in engen Wendungen, Kehrtwenden etc. zeigen soll, halte ich für blödsinnig.
    Der natürliche Takt des Pferdes in der Natur dient einem energieschonenden Bewegen auf Zeit. Enge Wendungen MÜSSEN in der Natur gar nicht taktklar sein, ist für die Flucht vorm Tiger total egal, ob dies im Takt geschieht… einfach weg ohne Gefressen zu werden ist hier wohl der Anspruch.

    Nur der Mensch will TAKT in (für das Pferd) unwichtigen Situationen.

    Will man jetzt Takt noch mit für das Pferd schwierigen Balancesituationen (enge Wendung und Reitergewicht) erhalten, so muss man doch wohl an der Tragemuskulatur arbeiten, damit das Pferd überhaupt muskulär in der Lage ist, die Anforderung zu bewältigen.
    Ich muss hier also Balance und Takt als gegenseitige Bedingungen sehen und das Muskeltraining darauf anpassen.

    Und sicher gibt es jetzt noch die begabten Pferde, welche bereits ein gutes Gangmuster auch in schwierigen Situationen zeigen, und die Depp-Pferde, die es so grad schaffen im Trab gradeaus nicht über die Hufe zu stolpern.

    So, und jetzt die Reit-Experten… weil umsetzen kann ich das nicht. 😀

  • Avatar cando sagt:

    bei ambra unterschreib, das gangbild, bewegungsmuster den takt den das pferd von sich aus oder der koppel mitbringt ist für das reiten nur bedingt verwertbar, somit sage ich, das der takt erarbeitet und nicht erhalten werden muss…

    es ist doch logisch das sich das pferd in seiner natürlichen umgebung energie sparend vortbewegen muss, aber in der reitbahn wollen wir (zumindest ich) das gegenteil… woher soll denn sonst mal der ausdruck in der bewegung unterm reiter kommen… sicher nicht von den gesteiften gängen in schräglage…

  • Avatar Cubano9 sagt:

    bei ambra unterschreib, das gangbild, bewegungsmuster den takt den das pferd von sich aus oder der koppel mitbringt ist für das reiten nur bedingt verwertbar, somit sage ich, das der takt erarbeitet und nicht erhalten werden muss…

    es ist doch logisch das sich das pferd in seiner natürlichen umgebung energie sparend vortbewegen muss, aber in der reitbahn wollen wir (zumindest ich) das gegenteil… woher soll denn sonst mal der ausdruck in der bewegung unterm reiter kommen… sicher nicht von den gesteiften gängen in schräglage…

    Moins,
    Du hast offensichtlich eine andere Def. von Takt, als beispielsweise meiner einer. Der natürliche Takt, den das Pferd von sich aus oder auf der Koppel mitbringt, ist in meinen Augen einer der GRUNDLAGEN für alles unter dem Sattel. Und dabei rede ich persönlich jetzt erst mal nur vom bereits erwähnten Gleichmaß der Schritte, Tritte und Sprünge.
    Und zum Energiesparmodus: Es mag sein, dass sich Pferd ein freier Wildbahn nur so fortbewegen. Wenn ich aber das Beispiel meines Dreijährigen von gestern noch mal anführe – da rede ich vom Rennen und Toben beim Freilaufen – und das geschah, wie erwähnt total taktmäßig.
    Das wir beim Reiten keine steifen Gänge in Schräglage wollen, ist völlig logisch. Aber das betrifft in Takt in seiner ursprünglichen Definition nicht. Sondern berührt weitere Punkte der Ausbildungsskala.
    Daher: Kannst Du mal in ein, zwei Sätzen zusammenfassen,wie Du Takt definierst?

  • Avatar Ennah2 sagt:

    den takt den das pferd von sich aus oder der koppel mitbringt ist für das reiten nur bedingt verwertbar

    Falsch: Die Art (Körperform, Bewegungsmuster), wie ein lediges Pferd den Takt erhält, ist für ein gerittenes Pferd nicht besonders geeignet, denn: das Gleichgewicht der „Gebildes“ Pferd + Reiter ist durch die veränderte Form des Gesamtgebildes auch verändert/erst einmal gestört (und dazu kommen noch erschwerend die -oft wenig hilfreichen – Eigenbewegungen des Reiters). Wir als Reiter müssen dem Pferd zeigen, wie es die durch uns entstandene Disbalance durch eine veränderte Formgebung kompensieren kann. (Frei nach Oliveira: Gib dem Pferd die Form und lass es gewähren…) Wir erarbeiten also nicht den Takt, sondern sorgen (im Idealfall :rolleyes: ) dafür, die Voraussetzungen zu schaffen, die dem Pferd ein taktmäßiges Bewegen unter dem Reiter ermöglichen.

    Das wir beim Reiten keine steifen Gänge in Schräglage wollen, ist völlig logisch. Aber das betrifft in Takt in seiner ursprünglichen Definition nicht.

    Genau!

  • Avatar ambra sagt:

    So, meine Reithelden…

    und WIE mache ich Dumm-Reiter das jetzt??? Zähle ich meinem armen Pferd die Schritte vor? Eins-Zwei-Drei-Vier- Eins-Zwei-Drei-Vier…

    Ich geb ja zu, bislang hatte ich Glück, meine Pferde liefen einfach (und ich glaub der Takt war ganz ok), sobald die nicht mehr im Takt liefen, habe ich den TA angerufen…
    Aber meine Anforderungen gingen jetzt über 3 Gangarten in 2 Richtungen nicht hinaus (vermutlich konnte meine arme Ambra meine Unfähigkeit noch kompensieren 😀 )

    Also, wie gebe ich als Reiter dem Pferd den Takt vor :attack: ??

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Im LT ist das am leichtesten: Verzögert aufstehen und hinsetzen. Im Schritt und Galopp findet das Pferd seinen Takt am besten, wenn der Reiter da oben drauf nicht stört…:-)))

  • Avatar ambra sagt:

    Cube, das würde ich unter Tempo regulieren verstehen…

    Aber wie den Takt vorgeben? ?(

  • Avatar fichtefucht sagt:

    Talimeth, dein Postfach ist voll :motz:

  • Avatar cando sagt:

    @ Cubano9 da kann ich nur schreiben was ein hr. seunig schon schrieb… nachzulesen in „von der koppel bis zur kabriole“ bei mir ab der seite 117 in der ausgabe 1943 auch er schreibt da vom unmittelbaren zusammenhang von takt und zwanglosigkeit und deren wichtigkeit als grundstein der gesamten weiteren ausbildung des pferdes… darum war ja, etliche seiten weiter vorn mein vorschlag das“ lösende reiten“ bis der zustand der zwanglosigkeit erreicht ist und erst dann kann man an einem geregelten takt arbeiten… um fragen gleich mal vorzubeugen: das lösende reiten hat nix mit der losgelassenheit zu tun(unmittelbar), sondern soll erst die grundstufe, die zwanglosigkeit erreichen, daraus wird dann erst, durch reiterliche einwirkung die losgelassenheit… nachzulesen „von der koppel bis zur kabriole“ ab seite 122 in der ausgabe 1943 vg

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Oh feine Beiträge hier. Sorry, konnte heute nicht hier reinschauen. :thumbsup:

    Ich sehe da durchaus einen Zusammenhang zwischen Takt beim gerittenen Pferd und dem Geraderichten.

    Schöneich sagt, dass ein Pferd, welches nicht anständig oder falsch geradegerichtet wird, mit Taktfehlern beginnt bishin zur Lahmheit. :ja:

    den Reitern in den glühendsten Farben der Hölle zu prophezeien, ihre Pferde werden zu tragischen Pflegefällen, wenn sie nicht geradegerichtet werden – am Besten natürlich von ihm – halte ich jetzt schon für ein wenig grenzwertig.

    Ich halte viel von Schöneich und seiner Arbeit, aber hier gebe ich dir recht. Alles, was nicht von ihm kommt (sei es Sattel, Arbeitsweise, Tierärzte, etc.), das taugt nix. :irre: Finde sehr schade, dass er da so tickt.

    Wie verhält es sich aber bei dem Bsp. der Threaderstellerin? Taktstörung an der Longe?

    Ganz klar: die ist wirklich grottenschief. Ich vermute, dass bei ihr daran nie gearbeitet wurde.

    Aber wie den Takt vorgeben?

    Ich zähle mich ja auch zu den „Dumm-Reitern“: Wie erkenne ich das denn nun alles und vor allem, welches Tempo nun das richtige ist. :nix:

  • Honeybear Honeybear sagt:

    in der ausgabe 1943

    Ich habe die von 1967, da scheint es etwas anders zu sein. X(

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Cando: Sorry, das beantwortet meine Frage nicht. Die war nämlich nicht der Zusammenhang zwischen Takt und Zwanglosigkeit, sondern ich wollte wissen, wie genau DU Takt definierst. Sonst reden wir hier ggf. nämlich aneinander vorbei.
    @Ambra: Doch, im LT kann man so ein taktunsicheres Pferd eintakten, sofern es eilig wird. Das war das Beispiel, was ich vorm inneren Auge hatte, Aber auch bei Dir bin ich mir nicht sicher, ob Du wirklich den Takt meinst.
    Also vielleicht einigen wir uns erst mal auf eine gemeinsame Definition.
    @Honeybear: Ehrlich? Mich stört schon der Name „Schiefen-THERAPIE“ ganz gewaltig. Die Schiefe eines Pferde ist ganz natürlich, Therapie klingt für mich wie ein Krankenzustand. Mal davon abgesehen, kann man ein Pferd durch falsche Ausbildung natürlich zu Taktfehlern reiten. Aber auch das hat erst mal mit dem natürlichen Takt beim Pferd rein gar nichts zu tun.

  • Avatar cando sagt:

    @ Honeybear das ist das problem mit der literatur, sobald der ursprüngliche Autor gestorben ist wird das draus gemachrt was einem am besten ins konzept passt… darum besorge ich mir immer die bücher die noch zu lebzeiten aufgelegt worden…

  • Avatar cando sagt:

    @ Cubano9 ich mache es mal kurz: der takt ist das räumlichen und zeitlichen gleichmaß in der gesamten und zwanglosen bewegung des pferdes vg

  • Honeybear Honeybear sagt:

    @Cubano: ja ehrlich. Was aber nicht heißt, dass er der einzig wahre Gott in der Reiterwelt ist. 😉 Natürlich gibt es noch andere Wege nach Rom, doch einigen Ansätze finde ich echt gut. Z. B. setzt er das Geraderichten an erster Stelle und erarbeitet erst so viel Tragkraft beim Pferd, sodass es den Reiter beim Anreiten problemlos tragen kann.

    Wenn man beim Seunig liest, wie viel Probleme das Pferd zu Anfang bekommt (Balanceprobleme, Muskel- und Dehnungsschmerzen), dann mag ich mich vor lauter Mitleid doch schon fast nicht darauf setzen.

    Ich denke, mit entsprechender Vorarbeit werden diese Probleme ziemlich minimiert.

  • Avatar carnacat sagt:

    Doch, im LT kann man so ein taktunsicheres Pferd eintakten, sofern es eilig wird.

    Jep. Kann man. Hab ich schon fühlen dürfen. Geht prima 🙂

    Mich stört schon der Name „Schiefen-THERAPIE“ ganz gewaltig.

    Ist doch wurscht wie einer seinen Kram nennt. Und letztlich ist der Schiefenfritze doch derjenige der sich ins eigene Knie schiesst wenn er eine Begrifflichkeit verwendet die bei anderen gewisse Assoziationen hervorruft, die dazu führen dass man sich damit nicht beschäftigen will. 😉
    Wie gesagt ich kenn den nicht, ich hab den nie selber arbeiten sehen aber die Theorie die dahinter steht ist nicht seine eigene Erfindung. Da gibts halt noch mehr Leute die völlig unabhängig von ihm zu dem gleichen Ergebnis gekommen sind und Pferde auf ähnlichem Weg wie er es beschreibt erfolgreich aufs Reitpferdeleben vorbereiten. Unterschied ist dass die halt nicht so auf die Werbetrommel kloppen. 8)

  • Avatar sabrell sagt:

    ich mache es mal kurz:

    der takt ist das räumlichen und zeitlichen gleichmaß in der gesamten und zwanglosen bewegung des pferdes

    Stand das mit dem „zeitlichen und räumlichen Gleichmaß in den Gangarten“ nicht irgendwo auf den letzten 5 Seiten schon mal?

    😉

  • Avatar nisenase sagt:

    so wie man es bei der FN fürs Abzeichen lernt;) ja sabrell:)
    Takt ist das räumliche und zeitliche Gleichmaß aller Schritte, Tritte und Sprünge.

    und für mich ist es auch nix anderes, alles andere gehört dazu und/oder folgt, Zwanglosigkeit, Losgelassenheit, Anlehnung die darauffolgt und der Rest der SkdA…
    ich verstehe hier nicht, weswegen eine neue ? Definition gesucht wird…..

    schritt 4 Takt
    Trab 2 Takt
    Galopp 3 Takt
    oder gibts was Neues ? (von den Gangpferden mal nicht zu sprechen;))

    Ich denke, die Eingangsfrage war, wie kann man einem taktgestörten Pferd, den Takt wieder finden lassen? und es wurde nach Übungsvariationen gefragt, oder? Hierfür wurden aber bisher relativ wenig Vorschläge unterbreitet…..
    Erstmal würdeich mich fragen WOHER kommt die Taktstörung, ist es ein körperliches Problem, ab wann zeigt das Pferd die Taktstörung, was könnte es auslösen usw….manche Pferde gehen auch „Zügellahm“ usw…es gibt doch hier erstmal genug abzuklären bevor man den Takt neu erfinden will….

  • Honeybear Honeybear sagt:

    und es wurde nach Übungsvariationen gefragt, oder? Hierfür wurden aber bisher relativ wenig Vorschläge unterbreitet…..

    😀

    Trotzdem sehr interessant hier. :thumbsup:

    @niesenase: es handelt sich bei mir quasi um zwei verschiedene Pferde. Bei meinem wurde der Takt wieder hergestellt und die KB-Stute läuft nicht ganz taktklar, weil sie nie geradegerichtet wurde.
    Also zwei verschiedene Ausgangspositionen. Das, was ich beschrieb mit der Gerte usw., das wurde bei meinem Pferd gemacht. Auch haben wir viel mit Gassen gearbeitet.

    Mir ging es grundsätzlich um die Arbeit am Takt und einiges kam ja hier schon auf den Tisch. Bishin zur fast neuen Taktdefinition. 😉

  • Avatar Ennah2 sagt:

    Stand das mit dem „zeitlichen und räumlichen Gleichmaß in den Gangarten“ nicht irgendwo auf den letzten 5 Seiten schon mal?

    Brav Sigi, gut aufgepasst.
    Setzen, Note:2 😉 *OTaus*

  • Avatar nisenase sagt:

    also läuft das Pferd, dieses KB, also nur taktunrein wenn es ohne Gebiss auf dem Zirkel longiert wird? Läuft es in allen 3 GGA dann taktunrein oder nur in einer bestimmten? Wie ist es, wenn ihr das Pferd dann an der Longe mal ein paar Meter an der Band auf ne Gerade rauslasst? LIst der Takt dann auch noch gestört? Oder taktet sie nur falsch, wenn sie ausgebunden wird? Entweder wurde es hier nicht genau geschrieben, oder ich habs überlesen;)
    vor lauter neuen Definitionen des Takts….

  • Avatar JAusten sagt:

    Ein sauberer Takt = sauberes abfußen des Pferdes. Der Reiter verfolgt das Ziel, dass das Pferd beim reiten die HH energisch zum abfußen/unterfußen benutzt. HH-Aktivität wird immer kontrolliert und weiter daran gearbeitet. Je älter das Pony wird, desto höher sollte die Versammlungsbereitschaft sein, durch bis dahin richtiges Reiten, und der richtige Takt sollte der Gangart entsprechen (z.B. Arbeitstrab = abfußen der HH über die VH-Spur, starker Trab = deutliches abfußen der HH über die VH-Spur). Gleichmäßiges treiben ist eine Voraussetzung für den richtigen Takt.

    Neue/andere Definitionen mag es ja geben, nutzt aber nüscht.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    also läuft das Pferd, dieses KB, also nur taktunrein wenn es ohne Gebiss auf dem Zirkel longiert wird? Läuft es in allen 3 GGA dann taktunrein oder nur in einer bestimmten? Wie ist es, wenn ihr das Pferd dann an der Longe mal ein paar Meter an der Band auf ne Gerade rauslasst? LIst der Takt dann auch noch gestört? Oder taktet sie nur falsch, wenn sie ausgebunden wird?

    Also noch mal, nicht, dass das hier falsch verstanden wird: Ich möchte keine Tipps, um DIESES KB zu korregieren. Ich war nur baff, dass ich ihr so keine Antwort geben konnte. Ich werde NICHT mit ihr arbeiten. Dazu bin ICH nicht qualifiziert.

    Ich wollte nur ein paar grundsätzliche Tipps hören, weil ich keine Antwort hatte. Gar keine. 🙁 Und das hat mich gewurmt und zu diesem Thread hier bewogen.

    @nisenase: deswegen kann ich dir das auch gar nicht beantworten, weil ich sie nur kurz unausgebunden an der Longe sah. Unterm Sattel habe ich sie schon lange nicht mehr gesehen und kann es nicht beurteilen. :nix:

  • Avatar sabrell sagt:

    Ich wollte aber eigentlich grundsätzlich über den Takt reden.

    Sie fragte mich, wie ich das machen würde und schon stand ich da.

    und es wurde nach Übungsvariationen gefragt, oder? Hierfür wurden aber bisher relativ wenig Vorschläge unterbreitet…..

    Na denn … das Meiste stand auf diesen 5 Seiten ja schon …

    Fest steht, das Pferd – welches auch immer – hat von Natur aus Takt, in allen Gangarten. Mir ist noch kein Pferd untergekommen, das zu blöd zum Laufen gewesen wäre. Und fest steht auch, dass es meist der Reiter ist, der diesen Takt stört – indem er falsch einwirkt oder aber, indem er richtig einwirkt, das Pferd diese Einwirkungen aber (noch) nicht umsetzen kann. Weil es von den zwei Möglichkeiten die es IMMER hat, noch die schwierigere ist und es sich durch Taktstörungen entzieht.
    Passiert das und das Pferd zeigt Taktfehler, z. B. Zügellahmheit (immer gerne genommen), sorge ich als Reiter dafür, in aller erster Instanz, dem Pferd nicht im Weg rum zu stehen. Das heißt, ich sitze entspannt und völlig (!) im Gleichgewicht. Was wiederum heißt, meine Hacken befinden sich unter meinem Hüftgelenk – senkrecht darunter. Und ich treibe auch nicht wie irre, sondern lasse die Schenkel locker am Pferd pendeln. Und ich schiebe auch nicht.

    Dadurch gebe ich dem Pferd die Möglichkeit, von sich aus in den ruhigen Takt zu finden, völlig unerheblich, ob Schiefe vorhanden ist oder nicht.
    Im nächsten Schritt treibe ich behutsam nach, d. h. immer wenn ein Hinterbein vortritt, fällt der betreffende Schenkel an den Rumpf (noch besser: das gesamte Bein) und dieses „Ansaugen“ des Beines seitens des Pferdes verstärke ich ein bisschen, indem ich das Bein für einen kurzen Moment mehr anlege, ohne zu pressen. Das mache ich aber nicht bei jeden Schritt/Tritt/Sprung, sondern nur dann, wenn das Pferd im Raumgriff nachlässt.

    Nun gilts nur noch die Übergangszeit zu überbrücken, die das Pferd braucht, um

    a) sich an das neue, raumgreifendere und fleissigere Grundtempo zu gewöhnen,
    b) zu merken, dass der Pilot nicht mehr doof im Weg rum steht.

    Und der Reiter braucht die Übergangszeit, um

    a) seine fummelden und unsteten Pfoten in den Griff zu kriegen und
    b) um festzustellen, dass eine stete, weiche und doch rahmengebende Verbindung zum Maul immer besser ist.

    Das war’s … den Rest besorgt das Pferd.

  • Avatar carnacat sagt:

    Und ich treibe auch nicht wie irre, sondern lasse die Schenkel locker am Pferd pendeln. Und ich schiebe auch nicht.

    AMEN

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Danke Sigi … 😉

    Das mit dem gesamten Bein verstehe ich allerdings nicht so ganz. Der Oberschenkel liegt doch schon am Sattel … wie kann ich da das ganze Bein zum Treiben verwenden, ohne zu pressen? Oder redest du nur von einem kurzen Anspannen als Impuls? :denk:

  • Avatar Monty sagt:

    Und ich schiebe auch nicht.

    Die Schiebe- Diskussion hatten auch letztens erst am Stall. :S Da werden Ansichten verbreitet. :panik1:

  • Avatar sabrell sagt:

    Danke Sigi … 😉

    Danichfüür 🙂

    Das mit dem gesamten Bein verstehe ich allerdings nicht so ganz.

    Das ist recht einfach – gelegentlich 😉

    Nimm Dir mal die Zeit und achte auf DICH, nicht aufs Pferd. Fühl mal, was GENAU Du tust, wenn Du die Schenkel zum Treiben benutzt.
    Ohne Dir was unterstellen zu wollen, gehen wir mal davon aus, dass Du, wie viele Reiter, das Bein am Knie anwinkelst und Dein Schenkel somit leicht von unten nach oben ans Pferd kommt. Das Knie legt sich dabei ein bisschen deutlicher am Sattel an und hebt sich dabei auch geringfügig an.
    So soll es NICHT sein, denn dadurch „hebst“ Du Dich quasi aus dem Sattel oder reitest Dein Pferd auf die Schulter.

    Also .. nachdem Du gefühlt hast, was sich da „an“ Dir abspielt, achtest Du nebenher auf die Schrittqualität Deines Pferdes. Völlig objektiv.
    Tritt es fleissig und raumgreifend? Sucht es Deine Hand, wenn Du mit beiden Händen zwei/drei Fingerbreiten nachgibst, ohne die Verbindung aufzugeben? Fühlt es sich so an, als wollte Dein Pferd sich Dir in Hand dehnen? Mit der kompletten Wirbelsäule? Laufen die Tritte durchs ganze Pferd, oder fühlt es sich hölzern und stakselig an? Ok – Status festhalten – merk Dir dieses Gefühl.

    Und nun gehst Du her und sorgst dafür, dass Du im Gleichgewicht sitzt. Also, die Oberschenkel bei locker senkrecht nach unten hängenden Unterschenkeln so weit zurück nehmen, dass Dein Hacken unter Deinem Po zu liegen kommt. Wenn Du gedanklich mit den Hacken auf des Pferdes Hinterfüsse zielst, sollte das machbar sein. Dabei belastest Du ein wenig die hintere Kante der Steigbügelauflage.
    Und jetzt wird’s ein bisschen esoterisch 🙂 ..
    Du legst das GANZE Bein so leicht ans Pferd, als wolltest Du es es auf einem sehr dünnen Luftpolster schweben lassen – papierdick. Deine treibenden Schenkelhilfen legst Du jetzt so an, dass Du das Pferd vom Zwickel der Reithose an, das Bein ganz (!) leicht nach aussen drehend (gefühlt reicht aus) ans ganze Bein nimmst. So, als hättest Du das Pferd an der Hinterseite Deine Beine. Dabei achtest Du wieder auf DICH, resp. auf das, was Deine Beine tun möchten. Sorge dafür, dass die „Zielrichtung“ Deiner Hacken nach hinten/unten erhalten bleibt und lass die Unterschenkel locker hängen.
    Und NICHT schieben. Nur die Bauchmuskulatur leicht unter Spannung halten.

    Das machst Du ein paar Pferdelängen und dann fühl mal, ob und wie sich der Gang des Pferdes verändert. Vergleiche das mit dem voher gemerkten Gefühl.

    Und berichte 🙂

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Und ich schiebe auch nicht.

    Die Schiebe- Diskussion hatten auch letztens erst am Stall. :S Da werden Ansichten verbreitet. :panik1:

    😀 😀 😀 Ich erinnere an einen Beitrag, den ich schon mal irgendwo im Pforg geschrieben hatte. Ganz kurz: Reitlehrerin zum Reitschüler, nachdem sie schon im Schritt und Trab den Schüler immer wieder angewiesen hatte, ordentlich zu schieben zwecks Takt und überhaupt, und der Schüler nun angaloppieren sollte, lautstark durch die ganze Halle: „Schieb ihn Dir rein!“
    Daß ich nicht vom Pferd gefallen bin, grenzt an ein Wunder….

  • Avatar Mumpitz sagt:

    @ sabrell

    Sehr spannend! Morgen muss ich leiden, meine Pferde wohl eher weniger…

  • Avatar Patti sagt:

    lautstark durch die ganze Halle: „Schieb ihn Dir rein!“

    :resp:
    😀 😀

    DA hätte ich, glaube ich, auch kurzfristige Schwierigkeiten auf’m Pferd zu bleiben…l

  • Avatar Ennah2 sagt:

    @ sabrell

    Sehr spannend! Morgen muss ich leiden, meine Pferde wohl eher weniger…

    Ja, ich fand den Beitrag von Sigi auch sehr gut :thumbsup: . Wollte ihn ausdrucken – und prompt streikt mein Drucker ! Vielleicht ist der Inhalt zu gewichtig für einen HP Officejet :nix: ?
    @Mumps: Nach der Behandlung morgen dürftest du kaum in der Lage sein, die Pferde zu bewegen :friend: (was bin ich froh, dass ich nicht an deiner Stelle da hin muss! Ich liebe friedliche Zähne – je weniger man von ihnen merkt, desto besser :ja: !)

  • Avatar Mumpitz sagt:

    @Mumps: Nach der Behandlung morgen dürftest du kaum in der Lage sein, die Pferde zu bewegen (was bin ich froh, dass ich nicht an deiner Stelle da hin muss! Ich liebe friedliche Zähne – je weniger man von ihnen merkt, desto besser !)

    Zahnarzt war heute und gestern, Kieferchirurg kommt nächsten Dienstag. Nein, ich meinte mein Leiden eigentlich eher bezogen auf meine Versuche, von Sabrell Geschriebenes umzusetzen.

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Lou, mein Mitgefühl ist Dir gewiss. Ich habe ja nun ein halbes Jahr Sitzschulung hinter mir. Anfänglich habe ich echt gedacht, das klappt nieeee. Dabei war ich – und das wurde mir übrigens auch durchaus so bescheinigt – der Meinung, dass ich schon mit recht lockerem Bein auf dem Pferd sitze. Kapitaler Irrtum kann ich dazu nur sagen 😀 Aber es funktioniert wirklich klasse und man merkt das den Pferden auch sofort an.
    Ennah: Grins, freudscher Verleser meinerseits: Hier „Ich liebe friedliche Zähne – je weniger man von ihnen merkt, desto besser“ habe ich natürlich gelesen …je weniger man hat, desto besser“

  • Avatar Ennah2 sagt:

    Cubi, du solltest deine Schnapsflasche nicht so exzessiv benutzen – ohne die bunten Kringel vor den Augen liest es sich viel besser (und Onkel Freud bleibt dann auch brav in seinem Grab liegen :ostern: )

  • traumel traumel sagt:

    vielleicht könnte man das „Sitzthema“ alles in einen thread zusammen fassen ?

  • Avatar nisenase sagt:

    wer weiß, wies geht?

  • Avatar admin sagt:

    vielleicht könnte man das „Sitzthema“ alles in einen thread zusammen fassen ?

    Nach hier: Überlegungen zum Sitz des Reiters verschoben

  • AppiReiter AppiReiter sagt:

    Weiß nicht aber vielleicht ist hier etwas http://www.pferdewissen.ch/hallo.php . Wenn der Link gesperrt wir oder so dann einfach nachfragen. Lissy :thumbsup:

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