Suche Hilfe Familien und Sorgerecht

By Dori | Archiv: Smalltalk

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Hallo,

ich weiß mir nicht mehr anders zu helfen als hier mal zu Posten, vielleicht weiß ja noch jemand Rat.

Ich trennte mich ende März vom Vater meiner Tochter (2) und zog gleich aus mit Ihr. Ich habe das alleinige Sorgerecht. Wir einigten uns, dass er die kleine nahezu täglich vom KiGa abholen kann, zwei bis drei Stunden mit Ihr spielen kann und sie dann auch Samstags abholen und Abends wieder bringen kann. Weiterhin einigten wir uns auf 200 Euro Unterhalt. Er hat eine neue Partnerin und ich habe auch wieder einen neuen Mann mit wundervollem Familienanschluss.

Nun gab es immer wieder Unstimmigkeiten, die mir dann zu viel wurden und ich eine klarere Regelung wollte. Es lief dann auf jedes 2. Wochenende von Freitag Nachmittag bis Sonntag Nachmittag, da er auf 48h bestand hinaus. ich forderte, dass er nicht ständig zu seiner neuen Beziehung mit Ihr gurkt, weil das ne sehr weite Wegstrecke ist, wurde akzeptiert.

Nun sieht es folgender Maßen aus: Er holt sie ab, gurkt mit ihr 2 Stunden zu seiner Partnerin, macht richtig Halli Galli mit ihr, jedes mal ein riesen Event, meist sogar beide Tage richtig Bespaßung, steckt sie Sonntagsmittags in Auto, wo sie auf der Fahrt Ihren Mittagsschlaf hält und schmeißt das völlig fertige Kind bei uns raus.
Er ist bisher jedes mal, wenn sie bei Ihm war, regelrecht auf Party gegangen. Das Wochenende an dem er die Kleine nicht hat fährt er grundsätzlich nie zu seiner neuen Partnerin.
Weitere Probleme sind, dass sie bei Ihm regelrecht mit Süßigkeiten gestopft wird: Papa hat das Tic Tac- Auto und ist der Schokomann. Wenn es um ihren Vater geht nur um Süßigkeiten oder Fast food. Seine Wohnung ist vollgestopft mit Süßigkeiten, in jedem Schrank fallen einem die Tüten beim Öffnen entgegen.
Wir haben die Kleine Maus „trocken gelegt“. Hat alles ganz gut und schnell geklappt. Wenn sie bei Ihm war kommt sie mit Windel zurück und Pullert die ersten Tage, manchmal eine ganze Woche ein.
Ich gebe Ihm immer einen Koffer mit sauberen Sachen für jeden Tag mit, zurück kommt sie meist in den Sachen, die sie am Freitag schon anhatte inkl. der Unterwäsche.
Die letzten Mal kam sie total erkältet zurück.
Er wurde (auch von mir) schon erwischt, wie er mit Ihr unangeschnallt, vorne sitzend und auch auf der Bundesstraße gefahren ist. Wenn sie bei mir mitfährt will sie auch vorne sitzen und schon gar nicht anschnallen.
Der Unterhalt fehlt schon seit 2 Monaten, für diesen gab es nur die Hälfte.
Sie mag oftmals gar nicht zu ihm fahren.

Ich hatte mehrfach versucht mit Ihm darüber zu sprechen, er blockt ab, lügt mich an oder verspricht Dinge, die er nicht vorhat einzuhalten.
Das Jugendamt verweist nur aufs Familiengericht.

Ich weiß nicht genau was ich mir hier verspreche, ich fühle mich etwas ohnmächtig, würde gerne einen großen Krieg sparen. Hat jemand Tipps, was ich tun kann, dass die Situation besser wird?

Ich will sie ihm eigentlich nicht wegnehmen, aber ich halte sein Verhalten für absolut unverantwortlich und habe immer ein schlechtes Gefühl, wenn sie bei ihm ist.

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Nicht böse sein, wenn ich gleich so direkt werde, aber wenn ich ein Kind hätte, und würde meinen Ex-Partner erwischen, dass das Kind vorne unangeschnallt im Auto mitfährt, war es das letzte Mal, dass er das Kind hat!
    Scheinbar hat er 0,0 Verantwortungsbewußtsein.
    Das spiegelt sich in solchen Dingen wieder.
    Auch die richtige Ernährung ist wichtig, genau wie saubere Kleidung.

    Näää….. keinen Tag würde der länger mein Kind „beaufsichtigen“! :thumbdown: :thumbdown:
    Das ist grob fahrlässig, was er da treibt.
    Mit welchen Werten soll denn die Kleine aufwachsen? ?(
    Ich darf alles, ich krieg alles, ich kann alles?
    Körperhygiene, wie geltende Vorschriften sind sowieso nicht einzuhalten? ?(

    :no:

  • Dori Dori sagt:

    du brauchst dich nicht zu entschuldigen, deine Worte treffen es genau!

    Wenn ich Ihm die kleine Verweigere, dass droht er mit anwalt und Gericht und ich weiß nicht warum, aber ich hab da Sorge! Man weiß ja nicht wie und warum ein deutsches Gericht entscheidet. Da hat man ja schon die dollsten Dinge gehört

  • Avatar Briana sagt:

    July, ein Kumpel von mirhat ne Tochter die er alle 14 Tage sehen durfte. Diese hatte so schlimme Neurodermitis das sich die Haut fast komplett gelöst hatte. Da die Mutter nichts unternahm fuhr er sie ins Krankenhaus, der Doc sagte das war allerhöchste Eisenbahn. Die Mutter war sauer, sagte dem JA Bescheid und er bekam riesen Ärger und durfte die Tochter nur noch unter Aufsicht besuchen 8o weil sie das Aufenthaltbestimmungsrecht hatte. Das das Kindswohl gefährdet war, war dem JA egal :kowa:

    Von daher würd ich an deiner Stelle Dori direkt mal einen Anwalt aufsuchen.

  • GidranX GidranX sagt:

    Hm. Wenn er sich so absolut uneinsichtig zeigt sowie eindeutig das Kindswohl gefährdet, wäre bei mir der Bart ab. Du sagst Du hast das alleinige Sorgerecht, das beinhaltet auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich würde ihm die Kleine nicht mehr geben, soll er klagen! Ist sehr zeitaufwändig und kostenintensiv für ihn, und er hat seeeeeehr schlechte chancen!

  • patch patch sagt:

    Dori, wart ihr nicht verheiratet, als das Kind kam?
    Seid ihr schon geschieden?
    Wurde dabei das Sorgerecht geregelt?
    Oder habt ihr euch nur intern auf Sorgerecht geeinigt?
    Normalerweise hat er relativ gute Karten weiterhin auf Umgang, das Sorgerecht wird heutzutage sehr, sehr schwierig zu übertragen sein auf einen einzelnen.

    Wenn das Jugendamt nix tut, geh zum Anwalt.
    Nur, so elend das auch ist: Deine Tochter hat das Recht, ihren Vater zu sehen und Du die Pflicht, den Kontakt zu unterstützen.

    Wenn ihr euch tatsächlich vor Gericht trefft, wird das Kind mit ziemlicher Sicherheit bei Dir bleiben und Dein Ex ermahnt werden,
    den Umgang kindgerecht zu gestalten. Wenn es an die Gesundheit geht, wird der Umgang wahrscheinlich eingeschränkt werden auf kürzere Zeiten.

    LG, Patch

  • Avatar ambra sagt:

    Dori,

    das ist ein Sack an Problemen…

    1. Kannst Du das unverantwortliche Verhalten beweisen? Sonst sieht es mit rechtlichen Massnahmen schlecht aus.
    2. Du hast das alleinige Sorgerecht. Würde bedeuten, er müsste sein Umgangsrecht oder Besuchsrecht erst einmal einklagen.
    Damit bist DU eigentlich in einer recht komfortablen Situation… rechtlich, nicht emotional und schon gar nicht moralisch. Aber Du kannst ihm (als Schuss vor den Bug) zur Warnung mal die Besuchstage für die nächsten 4 Wochen streichen.

    Ich würde das klärende Gespräch mit ihm suchen, auf neutralem Boden (Restaurant) und mit evtl. einem neutralen Vermittler (bloss kein neuer Partner!!!!). evtl. eine gemeinsame Freundin??

    Wie schaut das Verhältnis zu seinen Eltern aus? Ist dieses gut, würde ich die mit einbeziehen. Aber immer sachlich und zum Wohl des Kindes. Auch seine Eltern sind NUR Eltern, nämlich seine!!
    Aber vielleicht sehen die das Verhalten des Sohnes zur Enkelin ähnlich? Versuch ist es wert.

    Versuch es friedlich zu regeln, zum Wohl deiner Tochter!! Nichts, absolut nichts ist schlimmer, als wenn eure Tochter zwischen euch gerät.

    Letzte Frage: Wie alt ist dein Ex eigentlich?

    Halt die Ohren steif!!

  • Dori Dori sagt:

    Nein wir waren nie verheiratet.

    Es gäbe Zeugen, die das unangeschnallte Fahren bestätigen würden.

    Seine Eltern sind ne einzige Katastrophe, sieht er aber meist auch so.

    Er ist jetzt 34, hat im Oktober die Fachschule mit dem Techniker beendet und macht jetzt noch ein Jahr zum technischen Betriebswirt, bezieht Bafög und wohnt noch im Hause meines Vaters.
    Mein Vater hält sich da aber komplett raus, da er Konfrontationen generell aus dem Wege geht.

  • Avatar dat_julschen sagt:

    Ich kann schon verstehen, das du dich davor scheust zum RA zu gehen.
    Ich denke aber, das es ohne wohl kaum besser werden wird.

    Kleiner Tip, für eine Art Tagebuch, wann dein Ex was gemacht hat mit der Kleinen. Welche Klamotten du mitgeben hast, welche sie getragen hat, welche ungewaschen zurück kamen, alles was du mitbekommst, einfach in ein Heft schreiben, mit Datum und eventuellen Zeugen.

  • patch patch sagt:

    Wenn das Jugendamt nix tut, gibt es noch andere Stellen, die Ihr aufsuchen könntet.
    Kinderschutzbund, Elternberatung usw.
    Frage: sieht er ein, dass er unverantwortlich ist?
    Ich würde nicht allein versuchen, auf ihn einzuwirken, sondern einen professionellen Berater hinzuziehen,
    wenn Dir an einer friedlichen Regelung gelegen ist. Am besten, Du bietest ihm an, er soll eine Beratungsstelle aussuchen,
    das zeigt schon mal Deinen guten Willen und setzt ihn unter Zugzwang, denn eigentlich will er Eurer Tochter ja was Gutes, oder?

    Also, das mit dem Autofahren meine ich nicht, aber dass er mit ihr Party macht, bedeutet doch nur, dass er ihr gefallen will.
    Vielleicht gelingt es jemand völlig neutralen, ihm klarzumachen, was er da anrichtet?

    Ich drücke Däumchen.

    Ach so, auch wenn Du in der rechtlich besseren Position bist: ich weiß, wie man hin und her überlegt und sich fragt, was wohl besser für das Kind ist…

    LG, Patch

  • Dori Dori sagt:

    Nein Einsicht zeigt er keine. Er kommt dann immer mit „Du machst das auch“ — Mach ich auf dem Acker bei Schrittgeschwindigkeit und im Traktor schnell es sich schlecht an

  • Avatar ambra sagt:

    Ehrlich, ich hatte gehofft, dass der Knabe in den 20igern ist…

    Aber mit Mitte 30 ist das Verhalten ein NoGo.

    Gibt es niemanden, der Dir einfällt, der Einfluss auf ihn hat? Oder jemanden den er respektiert?

    Ehe Du „offizielle“ Stellen einschaltest, versuch lieber noch einmal im Gespräch mit ihm diese Dinge zu klären! Freundlich aber bestimmt. Und zeig ihm klar Konsequenzen auf, sollte er weiter unverantwortlich mit eurer (!!!) Tochter umgehen, ergo ohne verantwortlichen Umgang keine Besuche mehr. Oder nur noch Besuche bei Dir oder mit Dir.

    Leider ist es so, dass alles was ihr im Streit macht zu Lasten des Kindes geht. Und die Kleine liebt ihren Papa doch… auch wenn sie natürlich nicht sieht, dass dieser ihr nicht gut tut.

    Es ist einfach super schwierig. Ich glaube, ich würde erst einmal den Besuch auf „bei mir“ einschränken und versuchen ein gütliche Lösung zu erzielen.

    Du schaffst das schon!!

  • patch patch sagt:

    Grmpf.
    Erwachsene Männer erzieht man nicht mehr, ist das Übel.
    Ich würde unter diesen Umständen tatsächlich den Umgang einschränken, vielleicht wacht er davon auf.
    Wenn er dann was gegen Dich unternehmen will, wird er zur Beratungsstelle geschickt werden. Machen zumindest
    die hiesigen Amtsgerichte so. Da bekommt ihr beide die Chance, was dazu zu sagen und er hört die professionelle Sicht.
    Manchmal gehen dann auch solchen Leuten die Augen auf.

    LG, Patch

  • Avatar Solli sagt:

    Hallo Dori,
    ich befinde mich gerade in einer ähnlichen Situation und würde folgendes in Deiner Lage tun:

    • Beratung beim Anwalt holen, eine Beratungsstunde kostet nicht die Welt und man erhält rechtlich vielleicht einen besseren Überblick!
    • Den Unterhalt vom Jugendamt FESTSETZEN lassen! Das hat den „Vorteil“, dass Du bei Nichtzahlung des Unterhaltes sehr schnell pfänden lassen kannst! Außerdem steht dem Kind ein Mindestunterhalt von 225 Euro zu! :na:
    • Wie schon erwähnt – alles aufschreiben und eventuelle Zeugen benennen, falls es doch in einem Prozess enden sollte.
    • Mit Ihm reden – ja! Aber nur in Begleitung von Familienberatung oder ähnlichem. Sollte er dennoch besonders renitent sein, dann würde ich
    • mit Kindesentzug drohen. Gutmütigkeit hin oder her, aber bei Gesundheitsgefährdung sehe ich rot, dann bespasse ich mein Kind lieber selber!

    Ich mußte meinem Ex auch neulich erst erklären, dass meine Kinder bei 40km/h auf der Strasse und vollem Fahrtwind auf der Frontladergabel nichts zu suchen haben!!! :panik: Manchmal frage ich mich echt, wo da das Hirn abgeblieben ist! :kotz:Auch wenn ER kein Einsehen hatte, zumindest hält er sich dran.
    Was mir mehr Sorgen bereitet, ist die unterschwellige Beeinflussung meiner Kinder gegen mich! Wenn es erst mal damit losgeht, kannste Dich bedanken! :thumbdown:

  • patch patch sagt:

    Nein wir waren nie verheiratet.

    Er ist jetzt 34, hat im Oktober die Fachschule mit dem Techniker beendet und macht jetzt noch ein Jahr zum technischen Betriebswirt, bezieht Bafög und wohnt noch im Hause meines Vaters.

    Solli, das stimmt so nicht mit dem Mindestunterhalt.
    Wenn jemand nicht leistungsfähig ist, muss er auch nicht zahlen.
    Man muss den Unterhalt auch nicht festsetzen lassen, er könnte freiwillig beim Jugendamt einen Titel errichten,
    aus dem kann man auch vollstrecken, wenn es denn was zum vollstrecken gibt.
    Ich bin mir nicht so sicher, inwiefern sich für Dori Unterhaltsvorschuss lohnen würde, wäre aber sicher sinnvoll, darüber nachzudenken.

    Ein „Tagebuch“ zum Umgang zu führen ist prinzipiell eine gute Idee.

    LG, Patch

  • Avatar Binchen sagt:

    Ich bin kein Experte, aber Du schreibst gleich zum Anfang, dass Du das alleinige Sorgerecht hast, dann dürfte es doch kein Problem sein ihm den Umgang zu entziehen oder es zumindest so zu Regeln, dass Du die Art des Umganges bestimmst.
    Unangeschnallt Autofahren geht natürlich garnicht, allerdings denke ich, ist alles andere nicht ganz so dramatisch.Nicht schön, aber dennoch verkraftbar. Das Wichtigste ist, das Deine Tochter auch das Recht hat, ihren Vater zu sehen, gerade wenn sie größer wird. Ich hoffe Du findest eine akzeptable Lösung für alle beteiligten.
    Versuch es mal bei einer Rechtsauskunft, bzw. bei einem Familiengericht. Da gibt es es auch Beratungstermine. Viel Glück.

  • Avatar Solli sagt:

    Solli, das stimmt so nicht mit dem Mindestunterhalt.
    Wenn jemand nicht leistungsfähig ist, muss er auch nicht zahlen.

    Wird die Differenz nicht vom JA übernommen?

    Außerdem ging es ja nicht um KEINE Zahlung, sondern um mal zahlt er und mal nicht …

  • Avatar Monty sagt:

    Ich kann eigentlich alles, was Patch sagt unterschreiben.

    Gibt es bei euch nur das Jugendamt? Es sollte auch die Jugendhilfe geben, versuche es dort oder bei einer Erziehungsberatungsstelle (die beraten nicht nur in Erziehungsfragen, sondern sind auch für sowas zuständig). Wenn ich das richtig verstehe bist du nicht generell gegen den Umgang, sondern nur über seine Art wie er den Umgang gestaltet (sehr allgemein ausgedrückt und damit meine ich auch die Gesundheits- und Hygienesachen)? Mach das den zuständigen Stellen klar!!!

    mit Kindesentzug drohen. Gutmütigkeit hin oder her, aber bei Gesundheitsgefährdung sehe ich rot, dann bespasse ich mein Kind lieber selber!

    Mit Kindesentzug solltest du niemals drohen und ganz besonders nicht schriftlich. Das kann sich letztendlich sogar gegen dich und deine „Erziehungsfähigkeit“ wenden.
    Solche Sachen wie unangeschnalltes fahren sind für die Gerichte nicht gesundheitsgefährdend genug, um daraufhin Umgang auszuschließen.

    Versuche ein vernünftiges Gespräch mit ihm zu führen und frage ihn nach seinen Beweggründen für das ein oder andere Verhalten. Am Besten mit Unterstützung der Jugendhilfe. Die sind für sowas zuständig und müssen dich unterstützen!!!

    Wird die Differenz nicht vom JA übernommen?

    Nein wird sie nicht, da der Unterhaltsvorschuss vom JA noch deutlich unter dem Mindestunterhalt liegt. Nur wenn der Unterhalt noch weniger sein sollte, als der Unterhaltsvorschuss übernimmt das JA die Differenz.

  • Avatar JAusten sagt:

    du brauchst dich nicht zu entschuldigen, deine Worte treffen es genau!

    Wenn ich Ihm die kleine Verweigere, dass droht er mit anwalt und Gericht und ich weiß nicht warum, aber ich hab da Sorge! Man weiß ja nicht wie und warum ein deutsches Gericht entscheidet. Da hat man ja schon die dollsten Dinge gehört

    Ein Gericht entscheidet immer nach Rechtslage und wenn die Eltern eines Kindes unverheiratet sind, hat immer die Mutter automatisch das alleinige Sorgerecht. Es gibt Hilfseinrichtungen wie z.B. Sozial- oder Jugendamt, die auch gerne weitere entsprechende Adressen bekannt geben. Sich hier Rat holen zu wollen, ist schlicht unmöglich. Familienrechtsangelegenheiten sind so individuell wie komplex. Hier kann Dir keiner einen „wirklichen“ Rat geben.

  • Avatar Reikja sagt:

    Hallo Dori,

    ich kann dir empfehlen, dass du dich an eine Erziehungsberatungsstelle wendest, die sind meistens im Jugendamt integriert, bzw. bekommt man Termine übers Jugendamt.

    Du musst keine Angst vor deutschen Gerichten und dem Jugendamt haben. Denen geht es um das Wohl des Kindes. Das bedeutet allerdings auch, dass ein Kind seinen Vater sieht. Aber es bedeutet eben auch, dass es richtig ernährt wird, sauber ist und angeschnallt Auto fährt.

    Ich kenne das ganze Prozedere, weil mein verstorbener Mann großes Theater mit seiner ersten Frau und der gemeinsamen Tochter hatte. Dort war es nur umgekehrt: die Mutter hat das Kind nicht sehr gut versorgt. Das Mädchen musste zweijährig selber zusehen, wie es sich wäscht, anzieht und ins Bett bringt. Wir bekamen alle 14 Tage ein völlig dreckiges Kind in schmutziger Kleidung mit einer kleinen Tasche voller dreckiger Lumpen ins Wochenende.
    Es sah so aus, dass wir Freitags mittags erstmal beim Kinderarzt aufliefen, weil das Kind chronische Blasenentzündung hatte und darum nicht einhalten konnte. Sie wischte sich den Po falschherum ab, duschte nicht und hatte daher alle 14 Tage eine behandlungsbedürftige Blasenentzündung. Wir badeten das Kind dann immer erstmal, ich entfilzte die Haare und schnitt teilweise die Zopfgummibänder raus, die ich 14 Tage vorher reingemacht hatte, sie war damals meistens 14 Tage nicht geduscht, das wurde erst besser, als sie zum Schwimmunterricht ging, dann hatte sie einmal die Woche Schwimmen, aber trotzdem Filzhaare…

    Wir richteten einen Kleiderschrank ein und kauften Kleidung für „hier“, weil alles was wir an guten Sachen dem Kind mitgaben, in der Annahme, sie hätte nichts anzuziehen, sahen wir nie wieder.
    Als dem Kind dann verboten wurde mit mir zu sprechen und sich von mir ein Brot schmieren zu lassen oder einschenken zu lassen, war das maß entschieden voll und wir sind zum Jugendamt gegangen.

    Dort geht es, wie gesagt, um das Wohl des Kindes. Der Mutter wurde versucht zu vermitteln, wie das Kind leidet, wo es gesundheitlich gefährdet ist und wie die Dauerblasenentzündung behandelt werden muss. Es geht auch darum, dem Kind beide Eltern zu erhalten. Ich persönlich war damals sehr getroffen, dass dem Kind verboten wurde mit mir zu sprechen. Wenn neue Partnerschaften bestehen, sollte gleiches Recht für alle bestehen und die Partner dem Kind bekannt sein, bzw. Alltag mit dem neuen Partner gelebt werden.

    In der Erziehungsberatung setzten sich die Eltern erstmal in Einzelgesprächen mit dem Berater auseinander, dann setzt man sich zusammen hin und bespricht alles, der Berater ist als Vermittler dabei, er vertritt das Kind.

    Ich sage mal ganz platt: du kann dem Vater sein Kind nicht wegen „solcher“ Dinge entziehen, dann bist du ganz schnell „dran“. Da müssen massive Dinge vorfallen, wie Alkoholmissbrauch, Drogen, Schläge und Demütigungen oder Sex vor dem betreffenden Kind. Bei allen anderen Dingen muss man eine Lösung finden.

    Es gibt allerdings so Vorgaben, die die Ämter manchmal haben. Dass man Sonntags das Kind um 17 Uhr abliefern muss, damit es noch vor dem Schulbeginn wieder „runter“ kommen kann oder Kinder im Alter xy nur eine Nacht beim Vater schlafen sollten. Dafür aber in der Woche mal für ein paar Stunden zu Besuch kommen sollten.

    Bei ganz schlimmen Meinungsverschiedenheiten gibte s auch die Möglichkeit, dass der andere Elternteil sein Kind nur in den Räumen der Erziehungsberatung sehen darf und noch schlimmer, nur unter Aufsicht.

    Wir haben damals halbwegs durchbekommen, dass dem Kind meines Mannes eine Dauermedikation an Antibiotika verabreicht wurde, damit sie mal mehrere Wochen am Stück ohne Dauerblasenentzündung herumläuft, weil wir nicht durchbekamen das Kind zu uns zu nehmen bzw. der Mutter aufzuerlegen, dass sie ihre Hygienestandards überdenkt und hebt. Sie hat dann mit 11 Jahren noch nach Urin gerochen und demnach in die Hose getröpfelt. Schade, aber weil nicht lebensbedrohlich vom Jugendamt so abgesegnet.

    Was Unterhalt angeht, würde ich an Deiner Stelle schnellstmöglichst einen Titel beim Jugendamt erwirken! Bestehe auf den Unterhalt für Dein Kind und erwirke Titel. Zur Not kann man Unterhaltsvorschuß beim Jugendamt beantragen und bekommen und man bekommt dann 6 Jahre lang den Unterhaltsvorschuß von denen und die treiben das Geld beim Vater ein. Das spart Stress. Ich glaube auch nicht, dass 200 Euro angemessen sind, es müsste mehr Geld sein, wenn man von der Düsseldorfer Tabelle ausgeht.

    Nachtrag weil ich bei JAusten gelesen habe: nein, die Mutter hat nicht mehr automatisch das alleinige Sorgerecht. Bei Vaterschaftsanerkennung im Jugendamt oder Standesamt wird ein Formblatt vorgelegt, wo die Mutter unterschreiben muss, dass sie mit dem Vater das Sorgerecht teilt. Der Trend geht zum gemeinsamen Sorgerecht. Und wenn man das unterschrieben hat, dann kann nur ein Gericht das Sorgerecht wegnehmen und dem einen, meist der Mutter, ganz zusprechen. Ist heutzutage aber nicht mehr ganz so üblich, die Väter sollen und wollen mehr Rechte haben.

    Der erste Weg sollte wirklich immer erstmal ins Jugendamt führen. Das kostet auch nichts. Erst wenn da alles in die Hose geht, sollte man einen Familienrechtsanwalt bemühen.

    Uns wurde vor Jahren übrigens auch mal das Kind meines Mannes verweigert, die Mutter spielte dann das Spiel, ich habe ganz viele Termine mit der Tochter und ihr kriegt sie nicht. Mein Mann holte sich zweimal „Einstweilige Verfügungen“, dass er seine Tochter sehen will, die kommt man innerhalb weniger Stunden und der andere ist dann verpflichtet das Kind rauszugeben. Ist nicht schön, fühlt sich scheiße an, aber machbar.

    Daher wäre ich auch vorsichtig damit, dem Vater das Kind einfach so zu entziehen, das kann auch ein Boomerang werden.

    LG
    Reikja

  • Dori Dori sagt:

    vielen dank für die vielen Antworten. Ich habe das alleinige Sorgerecht. Wir haben zwar die ateschaftsanerkennung gemacht vor der Geburt und hätten nach der Geburt zum Jugendamt gemusst und das dann da beantragen. Da hat er sich aber nicht drum gekümmert, bzw keinen Bock draf gehabt und so ist es beim alleinigen geblieben.

    Was mich noch so ärgert ist, dass er zu seiner neuen Partnerin nur fährt, wenn er die kleine bekommt und wenn man Mäuschen dann fragt, was sie gemaht hat, dann heißt es immer nur Caro hat hier, Caro hat da, mit Caro schlfen gegangen, mit ihr gespielt. Nie Papa.

  • patch patch sagt:

    Ein Gericht entscheidet immer nach Rechtslage und wenn die Eltern eines Kindes unverheiratet sind, hat immer die Mutter automatisch das alleinige Sorgerecht.

    Das ist so nicht wahr.

    Es gibt ganz viele unverheiratete MÜtter, die eine gemeinsame Sorgeerklärung errichten.

    Selbst wenn es die nicht gibt, sollte man sich immer beim Jugendamt eine Bescheinigung darüber holen, dass man das alleinige Sorgerecht hat.

    LG, Patch

  • Avatar Talimeth sagt:

    Du musst keine Angst vor deutschen Gerichten und dem Jugendamt haben.

    würde ich aus meiner langjährigen anwaltlichen Erfahrung überhaupt nciht unterschreiben. Wollte mal zu Anfang ins Familienrecht, habe es dann aber gelassen. Habe deswegen auch keine besonderen Kentnisse.

    Aber: Vertrauen ist gut, Anwalt ist besser, hier Fachanwalt /Fachanwältin für Familienrecht. Dort die Möglichkeiten durchgehen und Entscheidungen treffen. Vielleicht kann eine Mediation helfen, kommt auf den Fall drauf an.

    Außerdem und da gebe ich einer Vorredneriin Recht: Ist der andere Teil geschickt und anwaltlich gut beraten, dann kann sich auch viel gegen Dich wenden, auch Äußerungen etc. Auch deswegen, so schnell wie möglich zum Anwalt.

    Außerdem sollte das Forum kein Forum zur Rechtsberatung sein. Da kommt selten Gutes bei rum.

    Gruß Talimeth

  • patch patch sagt:

    Talimeth:

    Argh, Rechtsberatung will hier ganz bestimmt niemand erteilen, oder? :panik1:
    Kann ja auch fast niemand… 😀
    Es haben ja eh fast alle geraten, fachliche Stellen aufzusuchen! :thumbsup:

    LG, Patch

  • Avatar JAusten sagt:

    Ein Gericht entscheidet immer nach Rechtslage und wenn die Eltern eines Kindes unverheiratet sind, hat immer die Mutter automatisch das alleinige Sorgerecht.

    Das ist so nicht wahr.

    Es gibt ganz viele unverheiratete MÜtter, die eine gemeinsame Sorgeerklärung errichten.

    Selbst wenn es die nicht gibt, sollte man sich immer beim Jugendamt eine Bescheinigung darüber holen, dass man das alleinige Sorgerecht hat.

    LG, Patch

    Ledige Mütter haben das alleinige Sorgerecht, wenn sie sich vorher NICHT um das gemeinsame bemüht worden ist. HIER ist das wohl nicht der Fall. Trotzdem glaube ich nach wie vor, dass wir keine richtige/befriedigende/fachliche/wie auch immer geartete Auskunft werden geben können. Sie braucht fachliche Beratung z.B. in Form eines RA f. Familienrecht.

  • casper109 casper109 sagt:

    du brauchst dich nicht zu entschuldigen, deine Worte treffen es genau!

    Wenn ich Ihm die kleine Verweigere, dass droht er mit anwalt und Gericht und ich weiß nicht warum, aber ich hab da Sorge! Man weiß ja nicht wie und warum ein deutsches Gericht entscheidet. Da hat man ja schon die dollsten Dinge gehört

    Lass dir nicht drohen, er als Vater ohne Sorgerecht muss richtig kämpfen um auch nur einen 100derstel mm recht zu bekommen.
    Suche dir einen guten Anwalt der auf Familienrecht spezialisiert ist.

    Schreibe dir genau auf, damit du wenn etwas ist weißt wann wie was und wo passiert ist.

    Er wird sich das schnell überlegen.

    Wende dich auch an das Jugendamt so blöde das klingt, aber auch da kann geholfen werden. Vielleicht solltet ihr euch mit Unterstützung auch zu einem gemeinsamen Gespräch treffen, wenn nötig auch mit allen Beteiligten.

    Ich kenne das von meinem Ex der um seinen Sohn kämpfen musste wie ein Löwe um auch nur ein Sückchen Recht auf seinen Sohn zu bekommen und durfte die ersten Jahre den Kleinen (der ist jetzt 5) nur 2 Stunden an jedem 2. Sonntag sehen.

    Allerdings war da die Mutter derart verbort und unkooperativ, er hatte Glück das er beim Jugendamt eine gute Sachbearbeiterin hatte.

    Du bist ihm ja schon sehr entgegengekommen und wenn er dann kein Verantwortungsgefühl hat ist das am Ende sein Problem und da wird ihm auch keiner Recht zusprechen. :no:

    Falls du noch Fragen hast gern per PN

  • casper109 casper109 sagt:

    würde ich aus meiner langjährigen anwaltlichen Erfahrung überhaupt nciht unterschreiben. Wollte mal zu Anfang ins Familienrecht, habe es dann aber gelassen. Habe deswegen auch keine besonderen Kentnisse.

    Aber: Vertrauen ist gut, Anwalt ist besser, hier Fachanwalt /Fachanwältin für Familienrecht. Dort die Möglichkeiten durchgehen und Entscheidungen treffen. Vielleicht kann eine Mediation helfen, kommt auf den Fall drauf an.

    Außerdem und da gebe ich einer Vorredneriin Recht: Ist der andere Teil geschickt und anwaltlich gut beraten, dann kann sich auch viel gegen Dich wenden, auch Äußerungen etc. Auch deswegen, so schnell wie möglich zum Anwalt.

    Außerdem sollte das Forum kein Forum zur Rechtsberatung sein. Da kommt selten Gutes bei rum.

    Hier mal ganz unterschreibe, suche dir einen guten Anwalt.

  • Avatar Solli sagt:

    Ledige Mütter haben das alleinige Sorgerecht, wenn sie sich vorher NICHT um das gemeinsame bemüht worden ist.

    Ich wollte nur mal drauf hinweisen, das mit dem Urteil des BVG im Juni 2010 das Sorgerecht für nicht verheiratete Väter gestärkt wurde, falls das keiner mitbekommen hat. Dies hat zB. die Änderung zur Folge, dass das Sorgerecht ab 2011 bei der Geburt eines Kindes automatisch auf beide Elternteile übergeht! Für alle davorgeborenen kann das alleinige oder Mitsorgerecht vom Vater unabhängig vom Willen der Mutter beim FG beantragt werden.

    Mit Kindesentzug solltest du niemals drohen und ganz besonders nicht schriftlich. Das kann sich letztendlich sogar gegen dich und deine „Erziehungsfähigkeit“ wenden.

    Von schriftlich war hier nie die Rede, aber wenn alles andere nicht fruchtet und das Kind „gefährdet“ ist – was bei Nicht anschnallen SEHR WOHL so ist – sind mir sämtliche Gerichte egal!!! :kowa: :kowa: :kowa:

    Hast Du schon mal erlebt, wie es ein Kind nach vorne schleudert, wenn man NUR aus einer Anfahrsituation heraus auf die Eisen tritt? Ich hab das mal bewusst gemacht, um meinem Kind zu vermitteln, wie wichtig anschnallen ist und war selbst über die Heftigkeit sehr erschrocken! Sitzt das Kind dazu noch vorn, reichen 30km/h völlig aus, das das Kind bei einer Vollbremsung durch die Frontscheibe fliegt, da bin ich mir TOTsicher! Selbst eine normale Bremsung reicht schon aus, dass das Kind mit dem Kopf auf den Amaturenbrett aufschlägt!

    Aber hier ist wirklich dringende Fachberartung angesagt!

  • Avatar Monty sagt:

    Von schriftlich war hier nie die Rede, aber wenn alles andere nicht fruchtet und das Kind „gefährdet“ ist – was bei Nicht anschnallen SEHR WOHL so ist – sind mir sämtliche Gerichte egal!!! :kowa: :kowa: :kowa:

    Hast Du schon mal erlebt, wie es ein Kind nach vorne schleudert, wenn man NUR aus einer Anfahrsituation heraus auf die Eisen tritt? Ich hab das mal bewusst gemacht, um meinem Kind zu vermitteln, wie wichtig anschnallen ist und war selbst über die Heftigkeit sehr erschrocken! Sitzt das Kind dazu noch vorn, reichen 30km/h völlig aus, das das Kind bei einer Vollbremsung durch die Frontscheibe fliegt, da bin ich mir TOTsicher! Selbst eine normale Bremsung reicht schon aus, dass das Kind mit dem Kopf auf den Amaturenbrett aufschlägt!

    Ich habe auch nie geschrieben, dass du von schriftlich gesprochen hast. :doh: Trotzdem ist es ungefähr das Schlimmste, was man machen kann, dem Vater mit Kindesentzug zu drohen. Wenn man ganz viel Pech hat, kann das ein Grund sein, dass die Gerichte dich als erziehungsunfähig ansehen. Und das dann wirklich mit allen Konsequenzen. :seufz: Daher sollte man niemals nie jemanden raten so etwas auszusprechen.

    MIR brauchst du auch nicht zu erzählen, wie gefährlich es ist ein Kind unangeschnallt mitfahren zu lassen, aber für die Gerichte reicht das i.d.R. nicht als Grund um das als Gefährdung des Kindes oder des Kindeswohl zu deuten und somit den Umgang zum Vater einzustellen.

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