Mein 28-jähriger Westfale hat etwa im Juni angefangen, sich Mähne, Schweif und Hals wegzuschubbeln. Nachdem ich mir das eine Zeitlang angesehen habe und vermehrtes Putzen nicht half, hatte ich den TA da. Der tippte auf Sommerekzem und organisierte mir eine Flasche Ichto-vet Sommerekzem.

Damit wurde es tatsächlich besser. Die Stellen am Hals wurden besser, am Schweif scheuerte er sich weiter, aber nicht mehr so stark. Nach 6 Wochen habe ich eine Pause gemacht, danach wurde es allerdings wieder deutlich schlimmer.

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Dieses Ichto-vet stinkt wie die Pest, ist auch nicht ganz billig (ca. 30 Euro für 250 ml und die Flasche läßt sich schlecht entleeren). Mir stellt sich die Frage, ist das wirklich Sommerekzem bzw. wie wahrscheinlich ist das, daß ein 28-jähriger ein Sommerekzem entwickelt? Oder sollte ich besser noch mal in die Richtung Milben, Hirschlausfliege etc. untersuchen lassen?

Viele Grüße
Geisterlicht

  • Christl sagt:

    Hallo Geisterlicht,

    Woody hat sich letztes Jahr auch total blutig gescheuert. Die Mähne war komplett weg, der Schweif, naja, nicht mehr schön halt.

    Er wurde über Monate gegen Sommerekzem behandelt bis ich herausgefunden habe, dass der ganze Stall mit Vogelmilben verseucht war vom Hühnerstall daneben.
    Ich hab den Stall gesäubert, neu gekalkt, alles desinfiziert und ausgesprüht und Woody mit Wellcare behandelt (2x komplett, glaub ich). Seit dem scheuert er nicht mehr.

    Ich würde auf jeden Fall schauen, ob er Milben oder sonstige Parasiten hat. Sonst verlierst du viel Geld und Zeit. Wurmbefall kann sich auch durch Juckreiz äußern.

    Liebe Grüße,

    Christl

  • Geisterlicht sagt:

    Christl, wie habt ihr herausgefunden, daß es Vogelmilben waren? Über ein Hautgeschabsel? Angeblich sind in unserem Stall die Kriebelmücken sehr aktiv und zahlreich, aber ich könnte mir Milben irgendwie eher vorstellen. Der TA war nur so zielsicher ?(

  • Christl sagt:

    Bei uns war das eindeutig.
    Ich wollte neues Futter abwiegen, hab mir einen Eimer aus dem Stall geschnappt, Futter rein und ab in die Wohnung zum abwiegen. Dann hat’s mich schon angefangen am Kopf zu jucken. Beim wiegen wurd’s immer schlimmer. Als würde mir was an der Stirn krabbeln. Ich, ab ins Bad vor den Spiegel und :panik1: :panik: :flucht: mir krabbelt’s auf dem Kopf!!!!!!! :panik1: :panik:
    Das Waschbecken krabbelt, meine Hände krabbeln. Winzige Viecher ca. 0,5mm groß. Anscheinend hatte ich die an den Händen und hab mir durch’s Haar gefasst.

    Ich in die Küche, Eimer angeschaut: es krabbelt!!!!! :flucht:

    Eimer raus geschmissen. Küche sauber gemacht (Arbeitsplatte krabbelt!!!!!), unter die Dusche, fast verbrüht, Haare mit Essig gewaschen, fast :kotz: .

    Dann war es eigentlich recht einfach. Ich hab mit einem Tesastreifen die Milben festgeklebt und zum Tierarzt gebracht. Unterm Mikroskop hat man sie dann sehr gut identifizieren können. Der Stall war schon so verseucht, dass es wirklich eindeutig war.
    Wie man das bei einem leichten Befall herausfindet weiß ich nicht genau. Ich würde auf jeden Fall mal auf die Haut bei dem Pferd schauen. Evtl. auch mit einem Tesastreifen an mehreren Stellen abklatschen. Auf weißem Untergrund sieht man sie ganz gut.
    Wenn nicht wird der Tierarzt abschaben müssen.

    Achso: hätte ich das nicht entdeckt wäre Woody einfach Ekzemer geblieben. Der TA war sich auch ganz sicher. Da hat niemand an Milben o.ä. gedacht.

  • Diana sagt:

    Bei Hühnernmilben handelt es sich um die Rote Vogelmilbe.
    Das ist was anderes, als die Milben, die sich in die Haut graben und dann dort leben. Die Vogelmilbe krabbelt und das juckt unglaublich.
    Zudem sind sie im Normalzustand hellgrau und sehr winzig, dadurch auf Haut fast nicht zu sehen.
    Diese Vogelmilben sitzen in Holzritzen oder an der Unterseite von Flächen, wo Vögel sind (auch in Nestern) und kommen im Dunkeln hervor, um von den schlafenden Vögeln Blut zu saugen.
    Erst bei starkem Befall verschleppt man sie und findet sie dann auch woanders.
    Ich habe das Problem momentan auch sehr akut durch meine Hühner und verzweifel fast.
    Denn die Rote Vogelmilbe ist durch Insektizide fast nicht zu packen.

  • Christl sagt:

    @Diana: genau die waren es. Woody ist ja jetzt in einem anderen Stall. Somit hat sich das für uns eh erledigt. Die Hühner haben die Milben aber immernoch, weil der Besitzer der Hühner (Ex-Besitzer von Woody) sich geweigert hat chemisch dagegen vor zu gehen.
    Bei den Hühnern soll Kieselgur helfen, da das die Milben aufschlitzt und austrocknet. Und ausreichend Sandplätze zum „Baden“.
    Ich hätte die Hühner damals vorübergehend woanders untergebracht und den Stall mit was wirklich scharfem behandelt. Das hatte ich sogar schon gekauft. Er wollte es aber nicht.
    Diana, ich hab das Zeug noch, falls du es willst, sag Bescheid.

  • Geisterlicht sagt:

    Durch die rechts und links liegenden Paddocks haben wir ziemlich viel „Flugverkehr“. Hühner gibt es auch, aber die wohnen eigentlich recht weit weg (sicher 100 m) und dürften ca. 10 Stück sein.

    Ein massiver Befall dürfte das nicht sein. Aber er ist nicht der einzige, der sich schubbelt. Nur bei den anderen 2 oder 3 ist das nicht ganz so schlimm. Bei meinem Oldie kommt noch dazu, daß er (aus Altersgründen?) eine relativ trockene Hat hat. Bis vor 1,5 Jahren hatte er immer ohne Ende Hautschüppchen im Mähnenkamm. Das ist zur Zeit wesentlich besser. Eine Wurmkur wird so oder so noch mal fällig sein. Der Stall betreibt zwar Weidepflege und entwurmt deshalb nur 2x im Jahr, aber mir ist das zu wenig.

    Mal sehen, was Tesa so hergibt, sonst muß ich den TA mal nötigen 🙂

  • Christl sagt:

    Die Hühner werden von den Vogelmilben immer wieder befallen, weil darüber hinweg fliegende wilde Vögel die Milben fallen lassen oder die Hühner sonst irgendwie mit wilden Vögeln in Kontakt gekommen sind. Das ist also ein immer wiederkehrendes Problem von Hühnerhaltern.
    Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Vogelmilben von einem 100m entfernten Hühnerstall zu euch kommen. Aber der Tesatest ist ja schnell und einfach gemacht. Probieren würd ich’s mal.

  • Diana sagt:

    Diana, ich hab das Zeug noch, falls du es willst, sag Bescheid.

    Danke Christl, ich habe auch welches.
    Wie heißt denn das, was Du hast?

    Kleiner Tip, ein Pony von uns war mal kurze Zeit bei Nachbarn in einem Stall untergebracht, wo auch schon mal Geflügel und anderes Getier drin war.
    Der hatte sich auch Viechzeuch von da mitgebracht.
    So konnte man da auch nichts erkennen, aber als das Fell (Rappe) nass war, konnte man überall kleine graue Krabbeltiere sehen. Von weitem sahen die aus wie Hautschuppen, von nahem konnte man sehen, dass die Schuppen Beine hatten. :panik1:

  • Christl sagt:

    Das ist ein Vernebler, den man rein stellt und sich dann schleunigst aus dem Staub macht. Muss, glaub ich, 6 Stunden einwirken, danach 6 Stunden durchlüften. Dann ist alles hin. Also ne richtige Chemiekeule. Mir fällt der Name nicht mehr ein, muss nachschauen. Hat damals 50 Euro gekostet und ich hab’s versäumt zurück zu bringen. Ich schreib dir dann ne PN, wenn ich nachgeschaut habe.

  • Pepe sagt:

    Hi,

    auch ich habe mein Pferd zwei Sommer lang als Sommerekzemer wahrgenommen und behandelt, mit Allergietest (gering positiv!), Schmiermittelchen, Decke und allem Pipapo für viel, viel Geld!
    Im ersten Jahr war das Scheuern so schlimm, dass ich, falls keine Besserung im Jahr darauf eingetreten wäre, ernsthaft über den letzten Schritt nachgedacht hatte.
    Der Stall lag an einem Standort mit extrem hohen Insektenaufkommen!

    Der letzte Versuch war ein Stallwechsel – und der hat es gebracht!!!!
    :hurra: Die Decke ist runter, die Schmiermittelchen im Müll. Hier gibts immer noch ein paar Insekten, aber weniger und – was meiner Meinung nach die Hauptursache war – KEINE SCHWALBEN.
    Im alten Stall haben einige Schwalben genistet und fleißig Mücken gefangen. Es müssen nicht immer Hühner sein!

    Aber grundsätzlich kann auch ein altes Pferd SE bekommen, passiert nicht soo häufig, aber passiert.
    Für mehr Infos gibt es ein Sommerekzemforum!

    Viel Erfolg!

  • EddieTB EddieTB sagt:

    Bei Vogelmilbenbefall im Stall hilft auch aussprühen des Stalls mit Ardap. Das Zeug ist ziemlich heftig. – In einem Stall, in dem meine Pferde mal standen, waren die Viecher im Sommer auch da, weil sehr viele Schwalben dort nisteten, überall krabbelte es, einfach gruselig. :flucht:

  • Zarina sagt:

    Unheimlich viele „Ekzemer“ werden sofort als „Ekzemer“ abgehandelt…

    Ich würde an deiner Stelle erstmal Allergietest und Blutbild machen. Und dann weiter schauen. Die ganzen Schmiermittel, Zusatzfutter etc. kosten wirklich viel Geld, dass du dir vielleicht sparen kannst. Vielleicht ist es einfach nur ein Zinkmangel oder sonstiges. Das würde ich an deiner Stelle erst abklären lassen.

    Das mit den Vogelmilben ist interessant. Chiquita ist starke Ekzemerin, aber seitdem ich ein gutes Zusatzfutter und das richtige Schmiermittel gefunden habe, ist weitestgehend Ruhe. Allerdings bekommt sie gerade nochmal einen richtigen Schub. Aber sie ist auch im Fellwechsel und das macht die Sache natürlich auch nicht einfacher mit der Juckerei.

    Allerdings ist in Ihrer Box ein Schwalbennest… Aber da das Nest schon seit Frühsommer da ist, würde ich da jetzt erstmal keinen Zusammenhang sehen.

  • maurits sagt:

    ZInkmangel ist gut und schön, aber die Wunderheilungen passieren dadurch nicht.
    Eine Zufütterung von Zink allein hat noch keinen Ekzemer beschwerdefrei gemacht, das glaube ich einfach nicht.

    lg
    maurits

  • Zarina sagt:

    Nein, einen Ekzemer sicher nicht. Das meinte ich so auch nicht. Ich würde halt einfach nicht drauflosschmieren… Würde da erstmal sicher gehen, ob es wirklich eine Allergie bzw. Ekzem ist, bevor ich so viel Geld für Schmiermittel, Zusatzfutter etc. ausgebe.

  • Geisterlicht sagt:

    Wie gut, daß die ganzen Untersuchungen so schnell gemacht und ausgewertet sind und der Juckreiz dann sofort weg ist und das auch alles überhaupt nichts kostet. :rolleyes: Und noch besser, daß man immer als völlig unkritisch und Arzthörig hingestellt wird.

    Ich bin noch nicht dazu gekommen, meinem Haustierarzt weiter auf die Füße zu treten. Mit dem Ichtovet-Zeug juckt er sich zumindest nicht mehr so stark, aber das halte ich auch nicht für die Dauerlösung. Entwurmt wird er am WE, wenn ich meinen Kleinen und die Wurmkuren aus der Tierklinik abgeholt habe. Das ist wenigstens ein Aufwasch.

  • Zarina sagt:

    Wie gut, daß die ganzen Untersuchungen so schnell gemacht und ausgewertet sind und der Juckreiz dann sofort weg ist und das auch alles überhaupt nichts kostet. :rolleyes: Und noch besser, daß man immer als völlig unkritisch und Arzthörig hingestellt wird.

    So meinte ich das nicht und ich hab dich weder als unkritisch noch arzthörig hingestellt. :denk: Versteh ich jetzt gar nicht.

    Natürlich braucht das Zeit und ist dann auch nicht von heute auf morgen weg, wie du schon schreibst. Aber es wäre für mich der erste Schritt. Wenn du mit dem Schmierzeug gute Erfahrungen machst, dann schmierst du halt weiter, bis du die Ergebnisse hast.

    Nur mal so als Hintergrund: Eine Freundin von mir hat einen Isländer. Sie war sich ganz sicher, dass das Pferd Ekzem hatte und hat sämtliche Schmiermittel ausprobiert.. Über Jahre. Nichts hat wirklich lange geholfen. Irgendwann war er dann eben einfach eingedeckt. Der Juckreiz war trotzdem noch da, jedoch konnte er sich eben mit Decke nicht blutig scheuern. Jahre später hat sie ihn mal auf den Kopf stellen lassen. Rausgekommen ist, dass er gegen eine bestimmt Zusammensetzung im Kraftfutter allergisch war. Futter gewechselt und Ruhe war :nix: Und sowas ist eben kein Einzelfall. Nicht jedes Pferd, welches sich scheuert ist zwangsläufig auf den Speichel der Kriebelmücke allergisch 😉

    Ich wünsch dir viel Glück und hoffe, dass du das Problem schnell in den Griff bekommst. 😉

  • Geisterlicht sagt:

    Mittlerweile habe ich ein paar Untersuchungsergebnisse. Das Hautgeschabsel war negativ. Toll, das heißt nicht wirklich viel. Ein Ergebnis der Blutuntersuchung war, daß er offensichtlich auf Schimmelpilze reagiert. Hm, das wirft mich ziemlich aus der Bahn, weil ich den Stall schon für knapp am Optimum halte. Paddockboxen gegenüberliegend, nicht zu groß, tägliches Misten, eigentlich gute Qualität von Heu und Stroh. In der letzten Zeit gab es ein paar Heuballen, die nicht so toll waren, aber er scheuert sich ja nicht erst seit einem Monat.

    Auffällig ist nach wie vor, daß er nicht der einzige im Stall ist, der sich scheuert und im Winter gerne einige Pferde husten, wenn die Paddocktüren zugemacht werden. Das Pferd steht jetzt seit über einem Jahr da, hat aber erst diesen Sommer damit angefangen. Jaleo ist diesen Sommer nachgezogen und hustet auch gerne beim Antraben in der Halle. Das hat er vorher nie gemacht. Ich befürchte, da gibt es irgendwo einen Zusammenhang. Merkur ist allerdings nie in der Halle, die auch ca. 150 m entfernt von seinem Stall, aber nur 20 m von seiner Weide liegt. Irgendjemand irgendeine Idee?

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