Sattel rutscht nach hinten: Sattelgurt? Vorderzeug? Was tun?

By Sookie73 | Ausrüstung

Wenn ein Sattel nach hinten rutscht kann das mehrere Gründe haben, diese sind ähnlich wie die Gründe dafür, dass ein Sattel nach vorne rutscht, siehe hierzu auch: Sattel rutscht nach vorne >>

Der Vorteil beim nach hinten Rutschen: Ein Vorderzeug kann zumindest die Symptome heilen und das ohne große Behinderung für das Pferd, ganz anders als beim Schweifriemen gegen nach vorne Rutschen.

Aber warum rutscht ein Sattel nach hinten?

Oft liegt es an der fehlenden Haftung des Sattels:

Falsche Passform des Sattels

Brückenbildung

Brückenbildung - also wenn der Sattel in der Mitte nicht gut aufliegt - führt zu weniger Kontakt auf dem Pferd, das Reitergewicht wird einseitig verteilt und dadurch sinkt die Stabilität des Sattels. Der Sattel kommt leicht ins Rutschen!

Falscher Schwerpunkt

Das Gleiche gilt für einen falschen Schwerpunkt: Der Sattel kippt in eine Richtung ab, das Reitergewicht wird ungleichmäßig verteilt und die Stabilität des Sattels sinkt.

Beim "nach hinten Rutschen" des Sattels ist der Sattel nicht selten zu in der Kammer zu weit. Der Reiter kippt nach vorne ab und schiebt den Sattel nach hinten.

Lösung: Bei Brückenbildung und einem falschen Schwerpunkt ist die Lösung einfach, der Sattel muss angepasst werden. Dann sollt es sich mit dem Rutschen auch erledigt haben.

Pferd mit stark nach hinten abfallendem Bauch

Bei vielen Pferden ist ein stark abfallender Bauch das Problem: Der Gurt rutscht mit der Bewegung immer weiter nach hinten und zieht den Sattel mit sich mit.

In diesem Fall kann häufig auch ein perfekt angepasster Sattel das Rutschen nicht beheben.

Einzig verbleibende Lösung daher oft: Vorderzeug

Weitere Ideen die helfen können:

  • Asymmetrisch geformter Bauchgurt (funktioniert nach unserer Erfahrung bei diesem Problem eher selten)
  • Anti-Rutsch-Pad

Pferd das vorne deutlich höher ist als hinten

Manche Pferde sind vorne deutlich höher als hinten. Dadurch kann der Sattel deutlich leichter uns Rutschen kommen als bei einem geraden Rücken.

Verstärkt wird dieses Problem, wenn bei der Anpassung des Sattels nicht auf die Ungleichheit eingegangen wird und der Reiter ebenfalls nicht mehr im Schwerpunkt sitzt. Ein Rutschen ist dann praktisch vorprogrammiert.

Lösung wenn der Sattel nicht passt: Anpassen lassen

Lösung wenn der Sattel passt aber durch den abfallenden Rücken nach hinten rutscht: Vorderzeug

Was sind Deine Erfahrungen bei nach hinten rutschenden Sätteln?

Schreib uns einen Kommentar und sag uns Deine Erfahrungen!


Beiträge aus unserer Community zum Thema "Sattel rutscht nach hinten":

Hallo ihr Lieben!

ich habe einen dreieinhalbjährigen PRE, eher ein sportlicher Typ mit einem ausgeprägten Widerrist(der relativ breit ist)und einem langen Schulterblatt. Der Rücken hat einen leichten Schwung, eine Gurtlage ist durchaus vorhanden. Ich hoffe, ihr könnt ihn euch so in etwas vorstellen.

jetzt meine Frage: wer kennt das Problem, dass der Sattel nach hinten rutscht? Ich kannte bisher nur vorrutschende Sättel …und was habt ihr gemacht?

r Sattel wird 2 Finger breit hinter dem Schulterblatt aufgelegt und gegurtet, wo er sehr gut liegt (Strippen im Lot) Wenn ich ihn nicht festknalle, wandert er umgehend, schon im Schritt ein- zwei Handbreit nach hinten.

Der Sattel passt exakt in der Länge. Der Sattel rutschte auch, als er viel enger war ( vor dem Anpassen) . Der Sattelgurt bleibt am Platz…

kann es sein, dass das Pferd durch den Schultermuskel/trapezmuskel den Sattel nach hinten schiebt?

der Sattel ist übrigens ein Passier Optimum…

liebe Grüsse Katja

mein bisheriger Sattler meines Vertrauens fällt krankheitsbedingt längere Zeit aus, der neue Sattler hat alles gut gemacht, wie ich finde, nur rutscht -)

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  • Avatar littlesheep sagt:

    Bei meiner Stute rutscht alles nach vorn, das ist ganz übel, weil man da nicht wirklich viel machen kann (Sattel paßt, sie schiebt aber wahnsinnig vom Grundschwung her). Bei nach hinten rutschen würde ich sagen ist es nicht so kompliziert, da kann man ein Vorderzeug anbauen, gibt ja so einfache Brustriemen, die nur um den Hals gehen (finde ich nicht so gut), oder diese vom Springen, wo man auch eine Martingalgabel einklinken kann (die braucht man dann ja nicht.

  • Avatar Asterix sagt:

    Das hatte ich bei meinem Warmblut auch, wie er jung war. War ganz blöd. Musste nach dem bergauf reiten immer absteigen und Sattel wieder in Position bringen. Mit einem Vorderzeug wurde es etwas besser. Das ganze hat sich aber mit der Zeit gelegt, vielleicht hat sich die Sattelage und Muskulatur besser ausgebildet.

  • Christiane Christiane sagt:

    Hi,
    ich würde dir auch zu Vorderzeug raten, dein Pferd ist noch so jung dem fehlt noch eine vernünftige Rückenmuskulatur um dem Sattel richtig halt zu geben.

  • Avatar littlesheep sagt:

    Würde in so einem Fall dann auch ein festes nehmen, bzw so eins, was man quer vor die Brust schnallt und dann seitlich am Gurt festmacht, oben geht dann noch ein Riemen quasi von Seite zu Seite über den Widerrist. Glaube das hält mehr als die andere Variante. Vor allem logischerweise keins aus Gummi (Elastik), da rutscht und zieht es dann hin und her.

  • Sookie73 Sookie73 sagt:

    Hm, ein Vorderzeug hab ich dann genommen, das natürlich das Symptom bekämpft, mich würde aber auch die Ursache interessieren.
    Ich kann auch sehen, das der dicke Oberarmmuskel immer an den Sattel dotzt.

    frag mich halt, ob das so gesund ist auf Dauer. Ich lasse die Vorgurtstrupfe etwas lockerer und überlege, kurze Strupfen anbringen zu lassen…vielleicht hat dadurch der Muskel mehr Platz…hmmm

  • Avatar littlesheep sagt:

    Ist schwierig, grad beim jungen Pferd, die verändern sich im Wochenrhythmus (meine ist jetzt 6 und baut immer noch ständig um, weil wir inzwischen die Arbeit mehr intensivieren und umstellen können – haben spät und sehr schonend angefangen). Nach der letzten Anpassung sagte die Sattlerin auch (weil ich nicht so ganz sicher war, ob das so richtig und passend ist), erstmal abwarten und eine Zeit so arbeiten wenn’s nicht völlig daneben ist (mein Sattel schiebt wie gesagt immer ziemlich nach vorn) und momentan geht’s auch grad wieder. Aber fertig sind wir mit der Nummer auch noch längst nicht…

  • Avatar AndalusierHaller sagt:

    Wenn der Sattel an sich passt, kann man ein Stück Teppichstopper (dieses Gummigewebe) drunterbasteln. Bei dem 3,5 jährigen PRE würde ich regelmässiges Reiten noch aufschieben und den Winter über longieren, Bodenarbeit und andere Bespassungsmethoden probieren. Einfahren ist auch super, es baut die Muskulatur auf, ist aber viel schonender fürs Pferd. Im Frühjahr erkennt man das Pferd dann kaum wieder, der Sattel rutscht vermutlich auch nicht mehr und man hat in 20 Jahren auch noch seine Freude dran. Immer langsam mit den jungen Spaniern. 🙂

  • Avatar Ginger sagt:

    Ich kann den Anderen nur zustimmen. Da das Pferd sich noch am Entwickeln ist, würde ich auch schauen nach einem guten Vorderzeug. Am genialsten wäre sowohl seitliche Befestigung und vielleicht auch noch oben.

    Das Gegenteilige Problem kenne ich auch. Und woran lag es?
    Der Sattler hat im Stehen den Sattel angepasst. Und da die Buben, wenn sie Entspannt sind, gerne den Bauch raushängen und einen auf Hängerücken machen, ist das erst mal nicht aufgefallen.
    Aber siehe da, kaum angetrabt und dat Ding saß Rucki-Zucki auf dem Hals!!!! 😀
    Tja, der Sattler hat nicht beachtet, daß ein gut gerittenes Pferd spätestens ab dem Trab dem Bauch einzieht und dann den Rücken aufwölbt°°!!
    Also umgepolstert und siehe da, er passt jetzt der Sattel :thumbsup:
    Im Notfall kann da dann noch ein Schweifriemen helfen. Aber das ist nicht so doll.

  • Avatar littlesheep sagt:

    Im Notfall kann da dann noch ein Schweifriemen helfen. Aber das ist nicht so doll.

    Ich glaub da würde mir meine „Prinzessin auf der Erbse“ was husten… 8o 😀 Nee, beim jungen Pferd muß man schon in kürzeren Abständen immer mal wieder nachjustieren und zwischendurch halt dann doch mal tricksen mit Pads und weiß ich was (alle drei Wochen kann man den Sattler ja nun auch nicht kommen lassen und die bauen durchaus so schnell um).

  • luischen luischen sagt:

    Hallo,

    ich hab jetzt nicht alles gelesen, aber wenn es tatsächlich am Trapezmuskel liegt könntest Du mal ein TEP (Trapezmuskelentlastungspad) probieren.
    Kostet um die hundert Euronen und soll bei manchen Pferden Wunder bewirken. Hat so ovale Aussparungen für den Muskel.

    Ich hab auch eins, konnte jedoch leider bisher bei keinem meiner Pferde große Veränderung beim Reiten bemerken.

    Gibt es bei Deinem Sattelhersteller, evtl. bekommst Du es ja auch gebraucht irgendwo…
    LG

  • Avatar littlesheep sagt:

    Glaube aber eher nicht, daß das gegen Zurückrutschen hilft. Wir haben auch so eins im Stall bzw. eine Miteinstellerin hat eins und hatte mir gesagt, ich solle das mal ausprobieren gegen das Vorrutschen. Fand meine Stute total doof, hat total blockiert (und das, obwohl ich dem Teil jetzt keine große Funktion zugestanden hätte…). Da hat’s zumindest nicht funktioniert.

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