Rätselhafte Erkrankung

By testadmin | Kolik, Verdauung

Gestern, Freitag, bat mich eine Bekannte ihr Pferd (Wallach, freizeitgeritten)
in die Klinik zu transportieren. Das Pferd hatte am vergangenen Mittwoch alle Anzeichen einer Kolik
und wurde durch den Tierarzt behandelt. Daraufhin begann er auch wieder zu fressen und die Darmtätigkeit
setzte wieder ein. Freitag früh konnte er sich allerdings in seiner Box kaum mehr
bewegen und hatte offensichtlich starke Schmerzen. Der behandelnde Tierarzt hat
nochmals Blut abgenommen und Schmerzmittel gespritzt.

Als ich nun gestern Mittag das Pferd sah, stand es zitternd (eingedeckt) in der Box.
Es konnte sich nur mühsam und schwankend bewegen. Der Transport verlief dann ohne Probleme.
Bei der Untersuchung in der Klinik war die extreme Schmerzempfindlichkeit der gesamten
Hautoberfläche zu erkennen. Am Bauchnabel wurde dann noch Flüssigkeit zur Untersuchung
aus dem Bauchraum entnommen, welche aber dem ersten Anschein nach nicht auf
eine Entzündung im Bauchraum/Darmbereich schließen lässt. Die erste Blutuntersuchung
ergab auch keine besonderen Auffälligkeiten. Nur leicht erhöhte Leberwerte
wurden festgestellt. Leichtes Fieber wurde auch gemessen. Weitergehende
Untersuchungsergebnisse sollen Montag vom Labor kommen.

Nun meine Frage.

Hat jemand schon einmal einen ähnlichen Fall erlebt oder
davon gehört, wenn ja, zu welchem Ergebnis hat das geführt?

  • Watson Watson sagt:

    Hallo,
    erlebt habe ich so was (zum Glück) noch nicht, aber es hört sich sehr unheimlich an. Ich wünsch dem Kerlchen viel Glück und der Besi viel Kraft!

  • Avatar Salinera sagt:

    edit Tibatong: auf Userwunsch gelöscht

  • Avatar Gismor sagt:

    Kolik (wobei das eher nur das allererste Symptom war, das was nicht stimmt) und Gangstörungen (schwanken, steife HH) waren bei meiner die ersten Anzeichen der Borreliose. Lasst das vielleicht in der Klinik gleich mal durchtesten. (Evtl einmal Rundumschlag – Borna, Borreliose, Herpes). Im normalen Blutbild war das einzig auffällige die leicht erhöhten Muskelwerte.

    Ansonsten drück ich die Daumen, dass es dem Pferdchen bald besser geht.

  • anchy anchy sagt:

    Am Stall meiner Freundin hatte ein Pferd ähnliche Symptome.
    Es hatte Borna.

    Drücke die Daumen, daß es DAS nicht ist. ABER, es hat überlebt, es geht ihm jetzt Monate nach dem Schub mit Amatandine wieder gut.

    Liebe Grüße
    Anchy

  • Avatar MerlijnCH sagt:

    Ziemlich aktuell wieder, Saison für: http://www.ipf-nord.de/Neues/Rhabdomyolyse-Weidemyopathie.pdf 8o

  • Avatar catania sagt:

    War auch mein erster Gedanke. Betrifft aber doch eigentlich keine Boxenpferde?

  • Avatar Agente sagt:

    Er konnte Unebenheiten im Boden nicht mehr abschätzen

    Genau das ist uns bei dem Pferd auch aufgefallen. Er versuchte in der Klinik in die Box zu springen, obwohl nur eine kleine Schwelle dort ist. Über feuchte Stellen am Boden hat er sich auch nicht „getraut“.

    Nur in der Box stand er übrigens nicht, Stundenweise (oder auch länger?) steht er schon auf der Koppel.
    Ein sehr interessanter (und erschreckender) Artikel über die Muskelfasernekrose.
    Das mit der Muskelzersetzung ist aber eher unwahrscheinlich,
    da laut Blutbild die Muskelwerte ok sein sollen. Auch eine Vergiftung, durch
    was auch immer, müsste eigentlich deutlich erhöhte Leberwerte ergeben.

    Der Tierarzt hat wohl auch schon einige Kollegen gefragt, da
    ihm so etwas auch noch nicht untergekommen ist.

    Bin ja mal gespannt, ob Montag bei den Laborergebnissen etwas Neues herauskommt.

    Wenn es mein Pferd währe, hätte ich bis dahin wahrscheinlich schlaflose Nächte.

  • Avatar Akascha sagt:

    Hattest Du nicht was geschrieben von leicht erhöhten Leberwerten?
    Jakobskreuzkraut?
    Naja, es ist eh müßig zu spekulieren, bin sehr gespannt was dabei raus kommt und drücke natürlich die Daumen, dass man es in den Griff bekommt!

  • Avatar Xili sagt:

    @Agente @Salinera: Einen ähnlichen Fall hatte ich vor zwei Jahren bei meinem Schecken: Ich habe ihn morgens fit auf die Weide gebracht, und abends torkelte er wie besoffen neben mir her als ich ihn von der Weide holte. Er konnte kaum ein Bein vor das andere setzen und hatte mit allen Bodenunebenheiten erhebliche Probleme. Danach zeigte er leichte Anzeichen einer Kolik. Es war damals auch Herbst und Ende Oktober :denk: Ich hatte sowas noch nie vorher gesehen. Intuitiv gab ich ihm Nux Vomica und rief den TA. Er fragte mich ob das Pferd was anderes zu Fressen bekommen habe, nein, ich überlegte – die Eicheln :S …. Unsere Weide befindet sich in einem Wald, die umsäumt von Eichen ist und es liegen dementsprechend viele Eicheln im Herbst auf der Weide. Die Eicheln enthalten Gerbsäure = Tannine, die bei Pferden ab einer bestimmten Menge toxisch wirken. Der kleine Schecke hatte wohl sehr viel von den Eicheln aufgenommen – der war regelrecht süchtig danach :wacko: – und hatte einen entsprechend hohen Harnstickstoffgehalt im Blut. Er bekam ebenfalls u. a. Nux Vomica gespritzt und kam nicht mehr auf diese Weide. Zwei Tage später war er wieder der „Alte“ :hurra: In Jahren wo es sehr viele Eicheln gibt, wird diese Weide nicht mehr von den Pferden frequentiert. Wir haben auch schon versucht die Weide ab zu sammeln… das dauert allerdings Monate 8| Vielleicht wäre das ja noch eine Überlegung? Ich wünsche Deiner Bekannten alles Gute für ihr Pferd! Hier mal ein Link dazu: http://www.pferdchen-online.de/Forum/viewtopic.php?f=7&t=12873

  • Avatar Lescue sagt:

    Es könnte auch Strongylus vulgaris sein, eine Wurmart, auch „Horse Killer“ genannt, wo sich bei starkem Befall die Larven über die Blutbahn und die Blut-Hirn-Schranke v.a. ins Kleinhirn einnisten und dort zentrale Ataxie auslösen können – wir hatten bei den Junghengsten vor ein paar Wochen so einen Fall. Eines der Pferde (welches aus ganz schlechten Aufzuchtbedingungen stammte) zeigte plötzlich massive Ataxie (Wegsacken der HH, Torkeln, verletzte sich selber, knallte auf den Boden), dabei aber auch zentralnervöse Symptome (Nystagmus, fixierte nicht mehr) sowie Durchfall. Nach Dexamethason-Gabe rasche Besserung, Transport in die Klinik – dort alles paletti, Blutbild ok, keine Symptomatik mehr. Das einzige was zu finden war, war massiver Befall mit diesem Wurm, von daher wird vermutet, dass es daher kam. Dies wurde natürlich behandelt, seitdem bis jetzt nicht mehr aufgetreten….

  • Avatar Agente sagt:

    Das mit den Eicheln kann man wohl ausschließen, da auf den
    Weiden nur ein paar Obstbäume stehen. Ein Wurmbefall müsste dann auch andere
    Pferde (ca. 15 in diesem Stall ) betreffen. Das Pferd steht nun auch schon ca. 5
    Jahre in diesem Stall.

  • Avatar Agente sagt:

    Leider kommt manches anders als man denkt.

    Die Laborergebnisse brachten nichts Neues.
    Dem Pferd ging es aber offensichtlich tagtäglich besser.

    Heute Nachmittag sollte er sich nun (unter Aufsicht der Tierärzte)
    auch mal die Füße vertreten können. Leider ist er dann noch auf der Stallgasse
    zusammengebrochen und konnte nur unter großer Anstrengung wieder aufstehen.
    Er wurde wieder in die Box gebracht, wo er erneut zusammenbrach.
    Er zeigte nun wohl völlig unkontrollierte Bewegungen und konnte
    sich auch nicht mehr auf den Beinen halten.
    Nach Rücksprache mit der Besitzerin wurde das Pferd dann erlöst.

    Noch steht nicht fest, an was das Pferd erkrankt war.

    Danke an alle, und besonders an Salinera,
    die uns freundlicherweise Unterstützt haben.

  • Avatar catania sagt:

    Ich habe oft an das Pferd gedacht.
    Schrecklich.

  • Avatar carnacat sagt:

    Das tut mir sehr leid 🙁

    Das einzige was mir dazu einfällt ist Clostridium Septikum.
    Das ist ein anaerober Erreger der wie Botulismus und Tetanus in die Familie der Clostridien gehört.
    Hochgiftig.
    Ich habe ein Pferd an diesem Erreger verloren und kenne noch drei weitere Fälle aus Schleswig-Holstein, die an diesem Erreger gestorben sind.
    Die Symptome waren immer ähnlich: Kolikartige Anzeichen, Fieber, Zittern und Schwächeanfälle. In jedem Fall waren sämtliche Behandlungen erfolglos.
    Die Amtsveterinärin mit der ich wegen meines Pferdes telefonierte, meinte das sei eher als Rauschbrand bekannt und sei eine Rinderseuche. In Schleswig-Holstein seien jährlich etwa fünf Pferde davon betroffen.
    Der Erreger kann durch Mäuseleichen etc im Heu ins Pferd gelangen.

    Natürlich bin ich kein TA – aber die Symptome sind so ähnlich dass ich an den Septicum denken musste.
    Wird deine Bekannte das Tier nochmal untersuchen lassen um die Ursache für die Krankheit zu finden?
    Würde mich interessieren ob das Pferd möglicherweise wirklich an oben genanntem Erreger gestorben ist.

    Soweit ich weiss ist übrigens bei Feststellung eines Befalls alle Mühe umsonst. Das Tier stirbt garantiert, da es wohl keine Mittel gegen den Erreger gibt.

    Und nochetwas – bisschen pragmatisch, aber hätte ich das damals gewusst dann wäre vielleicht einiges anders gewesen:
    Wenn ein Pferd an diesem Erreger stirbt und in der Tierseuchenkasse gemeldet ist dann ist diese Verpflichtet den Wert des Pferdes zu erstatten, da es ja an einer Rinderseuche gestorben ist.
    Jedenfalls ist das in Schleswig-Holstein so. Ich hätte das Geld damals gut brauchen können – wenn es natürlcih auch meinen heissgeliebten ersten Lusitano nicht hätte zurückbringen können… das steht natürlich ausser Frage.

  • Avatar Xili sagt:

    Ach Du meine Güte, wie schrecklich! Das tut mir sehr leid, ich hoffe dass die Ursache gefunden wird!

  • Helios Helios sagt:

    Agente, das tut mir ehrlich leid für Deine Bekannte und auch Dich, man fühlt da doch immer mit.

  • Avatar Agente sagt:

    Wird deine Bekannte das Tier nochmal untersuchen lassen um die Ursache für die Krankheit zu finden?

    Das ist noch nicht sicher, da alles auch eine Kostenfrage ist.
    Aber der Tierarzt möchte selbst gerne die Ursache kennen.
    Gibt es denn eine spezielle Untersuchung wegen diesem Rauschbrand?
    (Es wurde heute noch einmal Blut genommen.)

  • Avatar carnacat sagt:

    Ich kann die Telefonnummer von dem Labor mal raussuchen, die das festgestellt haben – ich weiss nicht wie das getestet wird.
    Kümmere ich mich morgen früh gleich drum.

  • Avatar Saro sagt:

    Agente, das ist eine furchtbare Geschichte, tut mir leid für die Besitzerin.
    Weiss man denn inzwischen mehr?

  • Avatar Salinera sagt:

    edit Tibatong: auf Userwunsch gelöscht

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