Nachlässige Ausbildung bei Barockpferden?!

By Lissy | Andalusier Forum

Diese Seite bewerten

so nach ewigen Zeiten habe ich auch nochmal den Weg hierher gefunden ;)…

Ich habe immer öfter das Gefühl, dass spanische oder generell Barockpferde sehr nachlässig ausgebildet werden.

Wie oft sieht man Reiter in Kostümen auf Pferden mit langen Mähnen, die zwar wie Wahnsinnige (mehr oder weniger richtig) piaffieren können aber es nichtmal schaffen im Takt zu traben- und das nennt sich dann noch Barockreiten.

Alle möglichen Menschen kaufen sich Spanier weil die so schön aussehen, verstehen aber nicht, dass ihre Ausbilldung etwas spezieller und langwieriger ist (vorallem in der Basis).

Auf Barockturnieren oder Veranstaltungen sieht man ähnliche Bilder leider auch sehr oft.

Ich rege mich da manchmal wirklich drüber auf und finde es sehr traurig, da so oft sie Qualität dieser Pferde garnicht zum Vorschein kommt und die üblichen Vorurteile gegen diese Rassen auch immer weiter bestehen bleiben 🙁

So jetzt habe ich meinem Ärger mal ein wenig Platzt gemacht und würde gerne mal eure Meinungen zu diesem Thema hören 🙂

Lg Lisa 🙂

  • Avatar Unico sagt:

    Also ich seh das nicht so eng wie du. Im Gegenteil es geht mir langsam auf den Keks – diese Klische. Klar, es gibt sie – die Wallamähne Reiter. Aber es gibt auch soche bei der FN die, wenn sie könnten, ihren „Weltmayer/Rubinstein oder weiss der Geier“ Nachkommen eine Ahnentafel um den Hals hängen würden. Wie oft sieht man schlecht gerittene Warmblüter? Vorne Hui und hinten Pfui? Ich finde es anmassend den Barockpferde Besitzer vorzuwerfen, dass sie ihr Pferde nur auf die Mähne reduzieren und keine Kompetenz in Sachen Ausbildung haben. Genauso schwierig wie es ist einen grossrahmigen Warmblüter zu versammeln, ist es bei einem Spanier schwierig zb. einen vernüftigen Mitteltrab zu erarbeiten. Der Weg ist das Ziel, wer das nicht erkennt, ist kein Pferde Mensch, egal ob Barock, isländisch oder was auch immer. Ich finde die Barockszene hat auch etwas schönes, es ist nicht so verbissen und leistungsorientiert. Was ist an einem traditionellem Kostüm auszusetzen? ist etwa der schwaz/weiss Traueranzug schöner? Ich sehe an Barockturnieren mehr etspannte und fröhliche Gesichter. Du erwähnst die Quallitäten dieser Pferde, aber sind es nicht gerade die versammelnde Lektionen wie zb. die Piaffe die den Typ dieser Pferde unterstreichen? Klar, die Basis muss stimmen, klar, darf das Pferd nicht verspannt sein usw. Aber mir sind die Pferde Besitzer symphatischer, die die Talente ihrer Pferde fördern, als die die monatelang eine Trabverstäkung versuchen rauszuwürgen.

    Aber jedem seine Meinung

  • Avatar Talimeth sagt:

    Ich sehe eher die Gefahr, jedenfalls mittel- und langfristig, dass auch das Barocke stark professionalisiert und komerzialisiert. UNd dann macht es eben weniger Spass, wenn es nicht mehr um die Freude sondern ums Geld geht. So z.B. der Barockpferdecup auf der Equitana. Der hat mit früher mehr Spass gemacht, obwohl sicher häufig nicht so dolle geritten wurde.
    Umgekehrt habe ich mit Barockleuten zu tun, die genial reiten und arbeiten und eine von denen trainiert sogar eine Olympiateilnehmerin. Gerade von ihm habe ich sehr sehr viel gelernt. Mehr als von vielen FN-Turnierleuten, mit denen ich gearbeitet habe. Aber Könner und Dummschwätzer gibts halt überall.
    Gruß Talimeth

  • Avatar Juliafientje sagt:

    Ich denke auch, egal in welcher Sparte, sei es Barock, FN, Western usw. gab es und wird es immer gute und schlechte Reiterei geben.
    Ebenso Leute die ihre Pferde als Freunde wahrnehmen oder eben als Mittel zum Zweck :nix:

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Also ich weiß nicht: Mittlerweile kenne ich mehr Leute, die ihre Spanier nicht auf Pi und Pa trainieren, sondern die die „Schwachstellen“ dieser Pferde gut erkannt haben und dementsprechend mit ihnen arbeiten. Dazu gehören vor allem Takt, Anlehnung und Schwung. In den letzten Jahren hat da in meinen Augen schon eine gewisse Kehrtwende stattgefunden. Das kann aber auch daran liegen, dass sich mittlerweile kaum noch jemand vom Gezappel der Iberer täuschen lässt und das für eine korrekte Piaffe hält 🙂
    Aber: Wenn ich Bilder von Barockturnieren sehe, unterscheiden sich die in meinen Augen nur sehr mäßig von denen bei FN-Turnieren. Bei beidem gibt es zu viel Ehrgeiz und zu wenig Spaß. Aber das ist eine höchst subjektive Wahrnehmung. Nur dieSchwerpunkte liegen halt anders: Bei den Barocken sieht man bisweilen noch zu viel „Versammlung“, die keine ist, bei den FNlern sind es die gelaufenen Verstärkungen.

  • anchy anchy sagt:

    Aber: Wenn ich Bilder von Barockturnieren sehe, unterscheiden sich die in meinen Augen nur sehr mäßig von denen bei FN-Turnieren. Bei beidem gibt es zu viel Ehrgeiz und zu wenig Spaß

    Ja, so sehe ich das auch. SObald sportlicher Ergeiz mit Geld verbunden ist, geht es leider häufig auf Kosten der Pferde, was ja an sich nichts neues ist.
    Schlecht Bilder, Pferde ohne Grundausbildung, hüben wie drüben. Bei dem einen sind es die Beinhebepassagen, bei den anderen ist es der nach hinten rausschiebende Mittelrab oder auch gerne mal die Piaffe mit hüppender HH.

    Das ist alles für mich auch kein Aufreger mehr :nix:

  • Avatar nisenase sagt:

    also auf den Barockturnieren, an denen ich schon teilgenommen habe, sassen auch häufig FN Richter und ich denke, dass die das schon unterscheiden können. Mitunter sehe ich meine eigenen Ritte meist kritischer als mancher Richter. Also bei meiner letzten Prüfung hätte ich mir die WN, die ich bekam, nicht gegeben…..
    Generell gibt es auch auf diesen Turnieren Reiter, die sich und ihr Pferd oft überschätzen. Die haben sich nen Iberer gekauft, der eben was kann, aber das wurde oft nicht gut eingearbeitet, also über die Basis, sondern eher hopp hopp. Dann kommt noch hinzu, dass der Reiter dies dann meist nicht nachreiten kann, aber sich in ner L oder M angemeldet hat, weil er denkt, dass das Pferd das schon schaukelt. Meist kommt noch ein schnell schnell zusammengepuzzeltes Kostüm hinzu und Musik, die nicht passend zum Takt oder generell zur Choreo passt. Aber auch diese Leute werden meist sehr nett bewertet und bekommen gute Ratschläge schön verpackt formuliert. Es gibt viele, die verbessern dies dann auch mit der Zeit, aber dann gibt es welche, die finden das Ganze noch ungerecht und melden nicht mehr.
    Ich selbst bin sehr gespannt auf dieses Jahr. Ich reite ja seit letztem Jahr parallel, wobei ich bei FN noch keinen Blumentopf gewinnen konnte. Dieses Jahr brauche ich auf jeden Fall ne Platzierung. Das erste FN T ist am 07.04. gemeldet….bin gespannt…..
    Generell ist eine Prüfung eine Prüfung. Stimmt schon, dass es bei den Barocken lockerer ist und der Spaß im Vordergrund steht……aber man findet auch bei der FN ganz nette Leute;)

  • Avatar dat_julschen sagt:

    Pauschal sagen kann man das so nicht. Denke das überall schlechtes und gutes Reiten gibt. Allerdings haben „Wallemähnen“ im der den letzten Jahren einen ziemlichen Run erlebt. Heißt man sieht jetzt öfter auch barocke Pferde, die von ihren Besitzern einfach besser nicht gekauft worden wären. Dazu kommt das Bild, das vor einigen Jahren noch in Köpfen der Leute war…… Spaniokel versammeln sich von alleine, Hengste sind allesamt grottenbrav und anfängergeeignet…… etc Ausserdem kommt immer noch der Exotentouch zum Tragen. Heißt ein schlecht gerittener PRE fällt eher auf, als ein schlecht gerittenes Deutsches Reitpferd, ganz einfach, weil man letzteres schon drölfzigtausendmal gesehen hat.

  • Avatar nisenase sagt:

    aber was noch mehr auffällt ist ein GUT gerittener Iberer 🙂
    Wobei die dann gar nimmer so arg auffallen zwischen den WB, da sie sich auch dementprechend bewegen;)
    Mir fällt auch immer übrigens ein gut gerittenes WB auf und meist sehen die auch sehr schön aus, haben Hals und ne tolle Oberlinie:)

  • Avatar nisenase sagt:

    Der Xerez zB. von der K. Koslowska oder Teimoso von M. Lippmann, die sind schön geritten. Aber wenn man den Xerez sieht, muß man echt zweimal gucken um den Lusi rauszusehen…..vor allem weil da komplett die Wallemähne fehlt;) Trotzdem ein TRAUM

  • Avatar dat_julschen sagt:

    Mir fällt auch immer übrigens ein gut gerittenes WB auf und meist sehen die auch sehr schön aus, haben Hals und ne tolle Oberlinie

    Alte Weisheit: ein gut gerittenes Pferd sieht immer gut aus!

    Ich kenn sogar Pferde, sie sind wirklich hässlich, wenn sie in der Box stehen……unter einem guten Reiter sehen die plötzlich aus, wie ein anderes Pferd und sind schön.

  • anchy anchy sagt:

    Ich kenn sogar Pferde, sie sind wirklich hässlich, wenn sie in der Box stehen……unter einem guten Reiter sehen die plötzlich aus, wie ein anderes Pferd und sind schön

    So sieht es aus.
    Schlimmer allerdings, wenn ein schönes Pferd unter dem Reiter schäbbig wird!
    Auch gern genommen!

  • GidranX GidranX sagt:

    Nääää Silke, ich sehe öfter schäbbige Reiter auf schönen Pferden als umgedreht.. :look:

  • Avatar pequeno Querida sagt:

    Mmh Lisa also ehrlich? Ich mag das auch nicht mehr hören :no: Unico und Talimeht, ich unterschreib sofort bei euch!! Besonders die Sache mit den Ausbildern, die hier beschrieben wurde, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich weiß nicht woran es liegt, aber jeder Ausbilder der klassisch iberischen Reitweise, hat mir bisher deutlich mehr geholfen, als wer anders. Wie sagte meine RL mal, als sie auf ihrem PRE Hengst im Mitteltrab durch die Bahn ritt „Und da soll nochmal einer sagen, PREs können nicht anständig traben!“ Negativbeispiele findet man bei jeder Rasse, jedem Reitstil…

  • Avatar Ilustre sagt:

    Man kann zu diesem Thema so viele Klischees bedienen..
    Viele Leute merken leider nicht, das sie ihren Iberer falsch reiten, weil die aufgrund ihres kurzen Rückens mit einem „verkrochenem“ Kopf so schön „lügen“ können. Reiterlein glaubt es reitet schick, in Wirklich keit ist die HH zu Haus geblieben, der Rücken eine Hängebrücke usw. Aber schick isser trotzdem..
    Viele Warmblutreiter glauben noch immer, das ein Pferd mit angezogener Handbremse und zügelarretiertem Kopf im Stechtrab durch die Bahn geschrotet eine Trabverstärkung ist..
    Gutes und schlechtes reiten gibt es auf allen Seiten der Reiterei, egal ob Englisch, Spanisch, Western, Französisch, Elektrisch oder oder oder..

  • Avatar winterquell sagt:

    In einem anderen Forum haben wir mal darüber diskutiert,ob man 10 oder 15% der Reiterei als „in Ordnung“ ansehen kann-und das ist noch sehr wohlwollend…und unabhängig vom Reitstil!
    Ein guter Reiter und ein guter Musiker sind eben eher selten zu finden…….der Rest?……..naja.Wenn die Pferde vor Schmerz heulen würden,wären viele Ställe überschwemmt!

  • Avatar dat_julschen sagt:

    da fehlt die Definition von „in Ordnung“

  • >