Multitool beim Ausritt mitführen

By Fluppel | Ausrüstung

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Beim Berittführer lernt man es, irgendwann in der Reitschule hat man es auch schon mal gehört, aber kaum einer macht es: Werkzeug beim Ausritt mitführen.

Seit ich schon mal mit zwei Freunden im Taunus ein sehr unschönes Erlebnis hatte, bei dem Werkzeug dringend gebraucht worden wäre, habe ich tatsächlich immer ein Multitool dabei. Ihr wisst schon, klein zusammenklappbar, im Täschchen, mit dutzenden Funktionen. Meines hängt mit einem dicken Karabiner an der linken Sattelöse oder am Mariahilf und wird dort vor jedem Ausritt, egal wohin und mit welchem Pferd eingehakt.

Heute – hat dafür gesorgt, dass mein Pferd noch ein intaktes linkes Hinterbein hat!

Ich war mit meiner Jungstute alleine ausreiten und habe mich im nahegelegenen Wald verritten, sprich den falschen Grasweg eingeschlagen. Dieser endete dann als Sackgasse vor engstehenden Tannen. Kein Problem, ich drehte mein Pferd um und – es hing fest. Am Ende dieses Grasweges, für mich optisch nicht auszumachen lag im Gras eine niedergetrampelte halbe Rolle Maschendrahtzaun. Und da hinein trat mein Füchschen, sie hatte ihr Bein somit durch ca. 7-8 dieser Drahtquadrate durchgetreten und steckte da drinnen fest und zog die Drahtquadrate durch ihr Rumschlagen zu. Im Leben nicht, hätte ich sie ohne Werkzeug da heil wieder rausbekommen!
Sie schlug hektisch aus, doch sobald ich aus dem Sattel geglitten war und an ihrem Bein stand, hielt sie völlig ruhig. Ich schnappte mir also mein Multitool, klappte es auf und schnitt mit dem Drahtschneider, der in der Zange integriert ist, die ganzen Zaundrähte durch und konnte sie dann problemlos da rausbasteln. Das ging alles sehr schnell, sie hat nicht einen Kratzer abbekommen!

Ich bin so gottfroh, dass ich das Ding dabei hatte (und dass mein Pferd bereits so cool und vertrauensvoll ist!) und möchte einfach nach dieser Erfahrung eindringlich darauf hinweisen, dass so ein kleines Teil, dass einen beim Ausritt überhaupt nicht stört, soooooo wichtig sein kann.

Mir sitzt der Schreck immer noch in den Gliedern, ich weiß nicht genau wie es ohne das Werkzeug ausgegangen wäre, ich weiß nur, dass es SCHLECHT geendet hätte.
Deswegen kann ich es nur ans Herz legen, sofern man nicht nur auf fest präparierten Wegen dahinreitet (und selbst da kann der Teufel die Hand im Spiel haben!), kann und muss man mit sowas im schlimmsten Fall rechnen!

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