Miscanthus als Einstreu?

By Tadei | Archiv: Haltung und Pflege

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Hallo 😉

Angeregt durch die Erfahrungsberichte hier spiele ich schon länger mit dem Gedanken, mein Pferd in Zukunft auf Holzpellets zu stellen. Wir hatten gestern im Reitverein Weihnachtsfeier und da habe ich die Gunst der Stunde genutzt, eines der Mitglieder, der Agrar-Lohnunternehmer ist, zu befragen. Wie es scheint, ist es bei uns in der Gegend enorm schwer, Holzmist zu entsorgen. Kein Bauer will den so recht nehmen. Und auch die Biogasanlagen lassen sich das teuer bezahlen. Ich würde aber gern weg von Stroh, hin zu etwas sehr saugfähigem mit wenig Mistvolumen. Nun hat er mir geraten, gehäckseltes Miscanthus zu probieren. Pelletform gibt es wohl leider nicht mehr. Taugt das? Hat da jemand Erfahrung?

LG

  • Avatar maurits sagt:

    Du hast bei den Pellets ja kaum Holzanteil, mein Verpächter holt mir das Zeugs kostenlos ab, das ist gar kein Problem.

    Miscanthus habe ich noch nie gehört, aber mal gegoogelt, das ist ja auch extrem teuer, im Vergleich zu Spänen, Leinstroh und Co, finde ich. :denk:

  • Avatar Akascha sagt:

    Der Mist, der entsteht, wenn Du Holzpellets streust, ist der nach gut 3 Monaten so weit verrottet, dass Nichts mehr von Holz zu sehen ist. Ich denke es geht den Bauern eher darum, dass sie eine gewisse Menge an Stroh dem Boden wieder zu führen müssen und daher wollen sie lieber Mist mit Stroh 😉

  • Avatar MerlijnCH sagt:

    Du hast bei den Pellets ja kaum Holzanteil, mein Verpächter holt mir das Zeugs kostenlos ab, das ist gar kein Problem.

    Diese Aussage vestehe ich nun wirklich nicht.

    Wenn Holzpelletts nicht aus Holz sind, aus wann dann ?( :denk: xmas

    Und ja das Entsorgen kann ich betone kann ein Problem sein (übrigens ob Holz oder nicht Holz), viele Bauern wollen einfach den „Holzmist“ nicht.
    Da kannst du nix machen. Das hat übrigens glaub ich nicht mit Strohresten zu tun, sondern mit Uebersäuerung des Bodens :denk:
    Abklären würde ich die Entsorgung sowieso immer vorher :ja:
    Ist dann sonst plöde, wenns funktioniert aber niemand will die Resten :panik1:

  • Avatar wednesday sagt:

    Liebe Tadei,

    wieso versuchst du es nicht mit Strohpellets? Kosten auch nicht mehr und machen (nach meinem Eindruck) sogar eine etwas bessere Konsistent als Holzpellets. Sie zerfallen nicht ganz so doll zu Mehl, sind größer, bieten mehr Struktur und haben sonst die gleichen Saug-Eigenschaften.

    Der Champignon-Züchter, der den Mist unseres Stalles entsorgt, mochte auch keine Holzpllets. Strohpellets in Verbindung mit Knabberstroh oder Heuresten toleriert er gut.

    Wenn Du willst, kann ich den Stallbesitzer nach seinen Kontaktdaten fragen.

    Liebe Grüße
    wed

  • Avatar MerlijnCH sagt:

    Der Champignon-Züchter, der den Mist unseres Stalles entsorgt, mochte auch keine Holzpllets.

    Champignonszüchter, das ist nochmals eine andere Liga.
    Champignonszüchter nehmen gar kein Holz 8o 8o

    Ich erinnere mich an meine Jahre als Pensionärin im NPZ Bern.
    Da wurde der Mist wöchentlich vom regionalen (riesigen)Champignonsproduzenten mit dem Kranwagen abgeholt.
    Die Pferde die auf Späne standen hatten einen eigenen Misthaufen und wehe irgendein Azubi warf Spänemist auf den andern Mist…das gab RiesenmegaMecker :panik1:

    Mittlerweile brauchen glaube ich auch Champignonsproduzenten nicht mehr Pferdemist in dem Masse….leider.
    Die züchten jetzt so auf Substraten, ganz ohne Erde und Mist

  • Avatar Red Setter sagt:

    Du hast bei den Pellets ja kaum Holzanteil, mein Verpächter holt mir das Zeugs kostenlos ab, das ist gar kein Problem.

    Diese Aussage vestehe ich nun wirklich nicht.

    Ich glaube Mau meinte, dass man bei den Pellets ja in erste Linie nur die Äppel ‚raussammelt. Dementsprechend hat man hinterher auf dem Misthaufen viiiieele Äppel und wenig Holzpellets.

  • Avatar MerlijnCH sagt:

    öhmmm….aber das Nasse wird ja auch entsorgt, wenn gleich nicht täglich, und das ist dann Holz pur :ja:

    Das verflüchtigt sich ja deswegen nicht ins Nirwana 😀

  • Avatar tadei sagt:

    Da kannst du nix machen. Das hat übrigens glaub ich nicht mit Strohresten zu tun, sondern mit Uebersäuerung des Bodens :denk:

    So wurde mir das auch erklärt. Durch den konzentrierten Urin in Verbindung mit dem Holz soll der Mist den Boden stark übersäuern. Da gedeiht nachher der „Mais für die Biogasanlage“ nicht so gut :wacko: Das andere Getreide natürlich auch. Von den Kosten wär das jetzt nicht so schlimm. Bei uns in der Gegend wird anscheinend relativ viel Miscanthus angebaut (muss ich mal drauf achten) und ich könnte was von nem Feld bekommen, das 3 km weg ist. Der Eigentümer, ein guter Bekannter, heizt damit sein Hotel (per Holzhackschnitzelanlage, 2/3 Holz, 1/3 Miscanthus). Strohpellets sind natürlich auch eine Alternative. Aber stauben die nicht viel mehr? Kannst mir aber gerne mal die Kontaktdaten senden Wed, danke. Ich hab eine „Studie“ über Miscanthus gefunden. Im Gestüt Schwaiganger wurden damals Strohtaler, Sägemehl und Miscanthus verglichen. http://web13.vs151147.vserver.de/downloads/a1.pdf Das Ergebnis überzeugt mich jetzt aber nicht so. LG

  • Avatar wednesday sagt:

    Ich erinnere mich an meine Jahre als Pensionärin im NPZ Bern.
    Da wurde der Mist wöchentlich vom regionalen (riesigen)Champignonsproduzenten mit dem Kranwagen abgeholt.
    Die Pferde die auf Späne standen hatten einen eigenen Misthaufen und wehe irgendein Azubi warf Spänemist auf den andern Mist…das gab RiesenmegaMecker :panik1:

    Ganz so schlimm ist es bei uns nicht. Die 2-3 bestehenden Späneboxen bei den ca. 90 Einstellerpferden dürfen auch auf den normalen Misthaufen geworfen werden. Nur sollte Stroh halt der Hauptbestandteil sein uns genügend lange Halme enthalten, weil es sonst zu sehr verdichtet für die kleinen Pilzchen…

    Strohpellets sind natürlich auch eine Alternative. Aber stauben die nicht viel mehr? Kannst mir aber gerne mal die Kontaktdaten senden Wed, danke.

    Stauben war und ist bei uns aktuell kein Problem :denk: Wenn ich drüber nachdenke, müsste es sogar im Vergleich weniger stauben als vergleichbare Holzpellets, da die Partikel der Strohpellets eindeutlig größer sind als bei entsprechenden Holzpellets. Ich frage meine Stallbesitzer gleich mal nach seinem Händler :friend:

  • Avatar maurits sagt:

    mein Bauer holt den Mist ab und braucht den. Der Lohnunternehmer der sonst kam, nahm den auch. ich zahlte da nur die Fahrtkosten, die Entsorgung war umsonst.
    Und ja, ich habe durch die Pellets noch weniger Mistaufkommen als vorher.

    Ein Gärtner aus dem Bekanntenkreis hat mir mal erzählt dass die „Übersäuerung“ des Bodens ein Märchen ist, Holzspäne sind genau so organischer Abfall wie Blätter oder Stroh. Ob das stimmt weiss ich nicht, kann ich mir aber vorstellen.

  • Avatar Fröschchen sagt:

    Da kannst du nix machen. Das hat übrigens glaub ich nicht mit Strohresten zu tun, sondern mit Uebersäuerung des Bodens :denk:

    So wurde mir das auch erklärt. Durch den konzentrierten Urin in Verbindung mit dem Holz soll der Mist den Boden stark übersäuern. Da gedeiht nachher der „Mais für die Biogasanlage“ nicht so gut :wacko: Das andere Getreide natürlich auch. Von den Kosten wär das jetzt nicht so schlimm. Bei uns in der Gegend wird anscheinend relativ viel Miscanthus angebaut (muss ich mal drauf achten) und ich könnte was von nem Feld bekommen, das 3 km weg ist. Der Eigentümer, ein guter Bekannter, heizt damit sein Hotel (per Holzhackschnitzelanlage, 2/3 Holz, 1/3 Miscanthus). Strohpellets sind natürlich auch eine Alternative. Aber stauben die nicht viel mehr? Kannst mir aber gerne mal die Kontaktdaten senden Wed, danke. Ich hab eine „Studie“ über Miscanthus gefunden. Im Gestüt Schwaiganger wurden damals Strohtaler, Sägemehl und Miscanthus verglichen. http://web13.vs151147.vserver.de/downloads/a1.pdf Das Ergebnis überzeugt mich jetzt aber nicht so. LG

    Was sind Strohtaler????

  • Avatar Monty sagt:

    Was sind Strohtaler????

    Ich denke da ist sowas: Klick mit gemeint.

  • Avatar Trissa sagt:

    Ich habe in meinem Ministall mit zwei Pferden gerade einen Versuch mit Miscanthus laufen.

    Ein Landwirt hier aus der Ecke (Nordbayern) baut das an und häckselt/schrotet es mir ganz fein, fast so wie Sägemehl. Er hat ein dafür uralt Gerät aus DDR-Zeiten gefunden, der Landwirt einer Bekannten in Südbayern arbeitet mit einem Maishäcksler. Ganz fein muss der Miscanthus auf jeden Fall zerkleinert sein, sonst sieht es nur am Anfang schön aus, saugt aber nicht und lässt sich auch nicht abäppeln, weil mit den Äppeln die ganze Einstreu mitgenommen wird.

    Ganz wichtig: Das Zeug MUSS „entstaubt“ werden, sonst ist es die Hölle. Nicht mal unbedingt in der Box, solange es ohne Verwirbeln liegt, aber beim Arbeiten damit. Sobald beim Häckseln zB Rapsöl (ungefähr fünf Liter pro Kubikmeter) mit dazu läuft, wird der Staub gebunden, dann passt es.

    Miscanthus ist bei viel Masse relativ leicht, ähnlich wie Stroh, und saugt supergut. Es bindet auch Ammoniak sehr gut. Lässt sich, wenn feinst gehäckselt, ähnlich gut wie Sägemehl (nicht die abgepackten Hobel-Späne) misten. Ich hatte auch schon Strohhäcksel aus Ungarn, die waren ähnlich vom Saugen her, aber ließen sich nicht so gut abäppeln.

    Meine Bekannte hat es im Offenstall, ich in Boxen.

    Im Großraum München kostet der Doppelzentner für Großabnehmer als grober Richtwert etwa 25 Euro, ich zahle für Kleinmengen 15 Euro für den Doppelzentner.

    Wie viel ein Pferd im Schnitt im Monat braucht, kann ich noch nicht sagen. Hab grad den ersten Bigpack „entstaubt“ geliefert bekommen. Davor waren alles frühe Versuchsstadien, die man z.T. mit Sägespänen mischen musste.

    Ich finde Miscanthus bis jetzt eine prima Alternative. Es gibt halt so gut wie nichts Fertiges zu kaufen, man muss sich selber umschauen, einen Lieferanten finden und begeistern. In Bayern gibt es aber evtl über den Miscanthus-Verein (findet man auch so bei google) weitere Infos.

    Gruß,
    Eva

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