Mineralfutter für Silage- Fütterung

By Mia | Fütterung

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Hallo Ihr,

mein Pferd steht nun in der Herde auf der Winterweide mit Silage/Heulage ad lib. Zusätzlich gibt es einen Mineralstein im Eimer, an den die Pferde gehen können, wenn sie wollen oder eben auch nicht. Ich kann also nicht überprüfen wieviel mein Pferd eigentlich frisst und ob es an den Mineralstein geht oder nicht. Kraftfutter bekommt sie zur Zeit zusätzlich nicht. Ich bin nur nicht sicher, ob ich ihr nicht doch noch ein Mineralfutter zusätzlich geben sollte oder besser nicht. Und wenn ja welches :denk: . Gibt es ein Min-Futter für Silage-Fütterung, so wie es das für Heu-Fütterung gibt?

  • yemus yemus sagt:

    Ich denke nicht, daß es ein solches Mineralfutter gibt, da Silage auf dem Speisezettel eines Pferdes eigentlich nix zu suchen hat…

  • Gandi Gandi sagt:

    da Silage auf dem Speisezettel eines Pferdes eigentlich nix zu suchen hat…

    Jep, hab ich jetzt auch mal was gegoogelt gehabt…führt wohl zur Übersäuerung des Pferdestoffwechsels. Pferde sind nicht auf die Verdauung von „Kuhfutter“ ausgelegt…evtl. find ich das noch mal.

  • Avatar penelope sagt:

    Na, man muss schon zwischen „Kuh-Silo“ und für Pferde hergestellte Heulage unterscheiden. „Silo“ beschreibt eigentlich nur eine bestimmte Art der Konservierung. Was da in welcher Qualität wie stark siliert wird, kann sehr unterschiedlich sein.

    Meine beiden Pferde leben hervoragend mit guter trockener Heulage vom ersten Schnitt. Das Krippenfutter ist allerdings ein regional vertriebenes, daher wird dir mein Tip wohl eher nichts bringen (bzw. wo wohnst du?): Meine Stute bekommt in die Krippe reinen Hafer mit Vilomix Mineralfutter, mein junger Wallach bekommt ebenfalls das Mineral mit einer klitzekleinen Hand voll von einem guten Müsli, ebenfalls aus der örtlichen Mühle (damit er das MiFu frisst).

    Beiden Pferden geht es blendend.

  • Gandi Gandi sagt:

    Vor- und Nachteile der Silagefütterung!

    Die Silagefütterung (Grassilage) bei den Pferden ist schon öfter in den Fachzeitschriften der Reiterei erwähnt worden. Deshalb möchte ich auch nicht auf die allgemein bekannten Analysen einer Grassilage eingehen.

    Grassilage statt Heu bietet einige Vorteile. Ein großer Vorteil ist für den Landwirt die entschieden stärkere Witterungsunabhängigkeit. Das Gras wird geschnitten und nur einen Tag etwas angetrocknet. Dann kann es schnell in Folie verpackt werden. Beim Heu braucht man schon mindestens drei trockene und sogar sonnige Tage. Ein wenig Wind ist natürlich auch noch wichtig für ein qualitativ hochwertiges Heu. Hinzu kommt noch der Vorteil der Lagerung bei der Silage. Da sie in Folie verpackt ist, kann sie an irgend einem Platz draußen lagern. Das Heu muss trocken in einem Gebäude lagern. Besonders Reitanlagen haben oft nicht die ausreichenden Gebäude zur Einlagerung. Es muss dann im Winterhalbjahr mit einem Aufpreis Heu nachgekauft werden.

    In der letzten Zeit setzt sich eine sogenannte Heusilage (Heulage) mehr durch. Dieses Gras, meistens im Mai, trocknet bei normaler Witterung zwei Tage. Es gärt dadurch im Darmtrakt nicht so stark wie die Grashalme, was sich beim Vieh, besonders aber bei den empfindlicheren Pferden, als mindernde Kolikanfälligkeit bemerkbar macht.

    Beide Silagen haben aber eins gemeinsam. Sie besitzen einen hohen Anteil an Eiweiß. Die Leber des Tieres hat Schwerstarbeit zu leisten dieses Eiweiß aufzuschließen, damit es dem Organismus zur Verfügung steht. Bei einem Pferd wird diese Menge an Eiweiß fast nie gebraucht, außer vielleicht bei einem Pferd, welches permanent Hochleistung bringen muss

    Überfütterung an Eiweiß führt im günstigsten Fall zu den unansehnlichen Gallen. Was man aber nicht sehen kann und was auch am Anfang keine Schmerzen zur Warnung verursacht, ist die Übersäuerung im gesamten Organismus. Zu viele “Harnsaure Kristalle” befinden sich im Blut, um sich dann im Gewebe und in den Gelenken abzulagern. Die Nieren schaffen es nicht, diese Kristalle frühzeitig auszuscheiden. Sogar im Nierengewebe lagern sich diese harnsauren Kristalle ein und schädigen das Nierengewebe nachhaltig. Es entsteht eine Filtrationsschwäche, so das auch andere Schadstoffe (Stoffwechselgifte) nicht schnell genug ausgeschieden werden können.

    Kristalline Ablagerungen im Gewebe führen zu rheumatischen Schmerzen, die dann wieder für Verspannungen im Muskelgewebe sorgen. Es entwickelt sich Rheuma (Arthritis). Wie sich so etwas sehr negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann, werden viele Menschen genau wissen, da sie selbst davon betroffen sind.

    Kristalline Ablagerungen an und in den Gelenken führen zu Deformationen. Die schützenden Knorpelschichten werden zerstört. Entzündungen der Gelenke folgen, und es kommt zu Deformationen und Knochenwucherungen. Das nennt man dann Arthrose. Dieses ist meistens noch schmerzhafter als die Arthritis. Das Pferd ist nicht mehr zur Arbeit zu gebrauchen. Im fortgeschrittenen Zustand hat das Pferd auch während der Ruhe Schmerzen. Ein frühzeitiges Ende ist in Sicht.

    Meines Erachtens gibt es keinen vernünftigen Grund (außer Bequemlichkeit) ein Pferd mit Grassilage zu füttern.

    Sogar bei einem dämpfigen Pferd sind die Nachteile höher, als der Nutzen durch weniger Staub. Durch die Übersäuerung im Organismus wird sogar das Immunsystem geschwächt. Infektionskrankheiten können die Folge sein. Man sollte das Heu lieber etwas anfeuchten und dann dem dämpfigen Pferd geben. Eine längere Wässerung entzieht dem Heu wertvolle Bestandteile und ist deshalb zu vermeiden.

    Noch etwas spricht gegen die Fütterung von Gras- oder Heusilage: BOTULISMUS! Eine bei Pferden oft tödlich verlaufende Vergiftung durch den Botulismus-Erreger. Tote Kleintiere auf den Weiden hinterlassen Bakterien, auch Clostridienkeime. Die luftdichten Silagepackungen bieten diesen Keimen besonders gute Bedingungen, um sich massenhaft zu vermehren. Das von den Clostridium botulinum-Bakterien gebildete Gift ist eins der gefährlichsten Giftstoffe, die wir kennen. Gesunde Pferde sind zwar weniger anfällig gegen eine Botulismusinfektion, aber Tiere mit offenen Wunden, besonders in einem Schleimhautbereich (Maul, Rektalverletzungen, Kastration) oder durch Krankheit herabgesetzte Immunabwehr sind eher gefährdet. Durch die vermehrt eingesetzte Fütterung mit Silage kann der bisher selten vorkommende Erreger sich gefährlich vermehren und eine Gefahr für den gesunden Pferdebestand werden. Wir Menschen können übrigens auch mit diesem Erreger infiziert werden, der bei uns ebenfalls tödlich wirken kann.

  • Avatar penelope sagt:

    Botulismus ist tatsächlich eine Gefahr bei silierten Futter. Man kann das durch sorgfälte Herstellung eindämmen und die Gefahr ist auch bei Heulage gegenüber anderen Silo-Formen (es gibt übrigends noch mehr als Gras- und Heusilage) eher gering, aber komplett weg zu reden ist sie nicht. Stimmt.

    Die Heulage, die ich fütter liegt übrigends genau so lange wie Heu. Daher ergibt sich auch ein niedriger Eiweißgehalt, als in der jüngeren. Die Nachteile, die in dem kursiven Text aufgeführt sind, beziehen sich alle auf eine „überdosierung“ an Eiweiß. Das man das vermeiden muss (ob durch zuviel Rauhfutter oder zuviel Kraftfutter) sollte eh klar sein.

  • Avatar Campera sagt:

    Unsere Offenstallpferde bekommen dieses Jahr zum ersten Mal so ein Zusatzfutter für Robustpferde.
    Da die Heuqualität nicht ans letzte Jahr herankommt, hat der Stallbesi das Futter nun dazu gekauft.
    Allerdings weiß ich nicht wie es heißt und von welchem Hersteller es ist.
    Ist wohl für Isländer gemacht das Futter. Es steht jedenfalls was mit Isi auf dem Sack.
    Ach so Kraftfutter bekommen unsere im Offenstall auch nicht. Nur Heu ad lib.

  • Avatar Mia sagt:

    Was genau das für eine Silage/Heulage ist, weiß ich leider nicht, da ich mich damit zu schlecht auskenne. Allerdings ist mein Pferd ja nicht das einzige, dass mit dem Rauhfutter über den Winter kommt ohne Verdauungsprobleme oder sonstige Krankheiten zu kriegen. Bisher habe ich auch noch keine Beeinträchtigungen erkennen können (wie stumpfes Fell, Müdigkeit, Durchfall, oder so), allerdings steht sie dort auch erst seit 2,5 Wochen. @Penelope: Wenn das die Firma aus Neuenkirchen ist, dann bringt mir das tatsächlich nichts. Ich habe ja auch schon ein wenig gegoogelt und bin bei der Firma Lexa immerhin insofern fündig geworden, dass die dort ein Min-Futter bei Fütterung ohne Kraftfutter mit einem C-P-Verhältnis von 2:1 bis max. 3:1 empfehlen und darauf hinweisen, dass im Winter mehr Vit. A und D3 drin sein soll als im Sommer. Die Frage ist nur, wieviel Vit. A und D3 ist denn „mehr“. In deren Winterfutter http://www.lexa-futter.de/index.php?sortiment_winter_mineral_cobs#dataprotection sind z.B. 250.000 I.E./kg Vit A, während in dem Vilomin von Vilomix sogar 800.000 I.E./kg Vit A drin sind. Und gerade bei Vit A und D muss man doch vorsichtig wegen möglicher Überdosierung sein, da die beide fettlöslich sind. Oder gilt dies nur für Menschen aber nicht für Pferde :nix: . Edit: Von beiden angeführten Futtermitteln sollen ca. 100g (Kleinpferd) verfüttert werden.

  • Avatar penelope sagt:

    Genau die Firma ist das.

    Das MiFu ist deutlich höher dosiert als das von Lexa, dafür soll man nach der Fütterungsempfehlung auch nur höchstens die halbe Menge geben. Es kommt also über kurz oder lang ungefähr auf das gleiche raus.

    Als ich noch in Oldenburg gewohnt hab, gab es abwechselnd Salvana und Eggersmann fürs Pferd. Auch mit den beiden MiFus bin ich gut gefahren.

    Ja ja, eine Wissenschaft für sich, das Elend mit dem richtigen Futter. Am besten macht man sich damit nicht all zu verrückt und guckt einfach, womit das Pferd gut aussieht und fertig.

  • Avatar maurits sagt:

    Der Eiweissgehalt ist abhängig vom Schnittzeitpunkt, nicht von der Art der Konservierung.
    Eine Heulage, die Mitte Juni geschnitten und hergestellt wird, ist eiweissärmer, als die, die man im Mai gemacht hat, ebenfalls gilt das für das Heu.

    Bei gleichem Schnittzeitpunkt unterscheidet sich der Eiweissgehalt von Heulage und Heu nur minimal.

    Das Märchen vom hohen Eiweissgehalt ist allerdings auch nicht auszurotten, scheint mir.

    Richtige „Kuh-Silage“ hat im Pferd nichts zu suchen.

    lg
    maurits

  • Avatar penelope sagt:

    OK, ich hätte dazu schreiben sollen: vom Volumen das man füttert macht es einen Unterschied ob es sich um relativ früh eingewickelte Heulage oder um sehr trockene handelt, natürlich nicht von dem Eiweiß auf die Trockensubstanz gerechnet.
    Je trockener, desto „fluffiger“ ist die Heulage und ist von der „Haufengröße“ ähnlich zu dosieren wie Heu. Je mehr Feuchtigkeit, desto weniger kann man Heulage aufschütteln: die Menge sieht also in der Box nach weniger aus, obwohl dem von den Nährstoffen nicht so ist.

    Möglichst trockene Heulage ist natürlich dennoch besser für’s Pferd: Da gibt’s mehr zu kauen, mehr zum einspeicheln und entsprechend längere Fresszeit.

  • Avatar Pelle sagt:

    Kann ich nur bestätigen 🙂

    Auf dem ersten Blick sieht unsere Heulage wie Heu aus (wirkt aber etwas länger im Halm) und riecht auch nicht fermentiert .

    Insgesamt ist Heulage griffiger (mehr Feuchtigkeit?). Nur zum Unterschied, es gibt „griffig“ und „halbgriffig“.

    Seit diesem Winter füttere ich Heulage a.l. ohne Probleme.

    Ich trenne es von typischer Silage (Kuh), frage mich, wer das noch füttert..

    Zu Hülf, der neue Explorer (8) treibt mich zum Wahnsinn…

  • Avatar Pelle sagt:

    Neee, Explorer 8, bitte… :panik1:

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