Mineralfutter durch Leckstein ersetzen ?

By testadmin | Fütterung

Hallo Pforgler,

ich wollte mal in die Runde hören, eine Bekannte von mir füttert kein Mifu, sondern bietet den Pferden Minerallecksteine an. Wohl aus Kostengründen :nix: sei günstiger bei 7 Pferden.
Wer kennt sich damit aus?

Meine haben einen Salzleckstein, bekommen Hafer und Mifu.

Lg,

Sabrina 😉

  • Helios Helios sagt:

    Legolas,

    ich biete beides an, meiner hat einen Mineralleckstein und bekommt 1 x pro Tag eine Handvoll Mifu zum Kraftfutter. Allerdings brauchen die zwei Pferde und 9 Schafe ca. 6 Monate bis sie den Mineralleckstein alle haben, der Salzstein dagegen ist auf ca. 6-8 Wochen aufgebraucht. Da hängen aber auch die Schafe viel dran.

  • Avatar Fintan sagt:

    Ja das funktioniert schon wenn…….

    das Pferd bei einem durchschnittlichen Mineralleckstein ca. 1,5 Kilo pro Tag frisst. Dann hat es aber wahrscheinlich eine Selenvergiftung und ein paar andere Probleme.

    Ich denke mal das ist eine bequeme Alibilösung. Man hat was getan, muss aber nicht nachdenken. Ich denke mal, wenn Pferde den ganzen Tag nichts tun, Jahr ein und Jahr aus, als auf der Koppel rumstehen, einfach nur hübsch aussehen, die zusätzlich groß genug ist, also minimum 1,5 Hektar pro Pferd und zusätzlich ökologisch bewirtschaftet wird, dann kann das sehr lange gut gehen.

    Ich vertrete die These, das 80% aller Arthrosen mangelbedingt sind, bei Futtermittel unterscheidet man Bau und Reglerstoffe.

    Baustoffe sind dinge wie Stärke, Protein oder Fett. Reglerstoffe sind die Stoffe die als „Softwareprogramm“ den Einbau und die Synthese von weiteren Stoffen ermöglichen.

    So ist als Idee Zink maßgeblich an über 200 enzymatischen Prozessen beteiligt. Stell diese Prozesse mal ab, was passiert dann. Reduziere sie was passiert dann?

    Ich spreche Zink ganz gerne an, weil es in vielen Bereichen auftaucht, oder auftauchen muss damit diese Funktionieren.

    Reduziere bei Zuchtpferden mal Zink, Kupfer, Vitamin A. Es ist interessant was dann passiert. Die gleichen Pferde dann wieder kontrolliert und ausgewogen gefüttert, es ist beeindruckend.

    Es gibt viele Beispiele.

  • Avatar Legolas sagt:

    Fintan, Danke für diese ausführliche und informative Antwort :thumbsup:

  • Avatar penelope sagt:

    Da du immer wieder auf Kupfer und Zink zu sprechen kommst, hab ich auch mal eine Frage: Mein Pferd bekommt zusätzlich zu frisch gequetschten Hafer ein ganz ganz schlichtes Mineralfutter ( http://www.vilomix.com/start.html ). Dieses enthält nun weder Kupfer noch Zink. Andereseits wurde mir wiederum von meinem Hautarzt gesagt, dass ich (ich hab öfter mal Probleme mit meiner Haut), viel Haferflocken und so was essen sollte, da Hafer so einen hohen Kupfer und Zink Gehalt hat. Deckt Hafer (ca 3 Liter am Tag), dann immer noch nicht den Bedarf an diesen Mineralien für Pferde? Muss ich das noch mal extra geben?

  • Avatar Fintan sagt:

    Hm, ein viel diskutiertes Thema.

    Im Grunde ist es so wenn du dein Pferd nicht belastest, so ist der Bedarf an Mikronährstoffen geringer als unter Belastung. Daneben ist der Begriff zu viel zum sterben und zu wenig zum Optimum ein weiter Begriff.

    Der Gehalt an Zink liegt bei einem Hafer (Durchschnitt) bei ca. 15 mg pro KG.

    Bei Heu ist es ungefähr 11 mg pro KG.

    Bei einem Pferd mit 550 KG und normaler Bespassung also eine Stunde leichter Arbeit wird der sinnvolle Tagesbedarf unter Berücksichtigung aller Dinge inkl Prophylaxe und Reserve mit 660 mg pro Tag angegeben.

    Steigere ich die Arbeit dieses Pferdes auf GP Level so steigt der Bedarf auf gut 825 mg.

    Man kann es auch so sehen, Übungen wie Levaden oder Kapriolen sind sehr schwere Arbeit.

    Ein anders Beispiel mit einer gewissen Logik ist Mangan. Dieser Stoff ist zuständig für die körpereigene Proteoglycansynthese. Simpel ausgedrückt Chondroitnsulfat also Gelenkregeneration.

    Füttert man zu wenig, so kommt früher oder später, meist früher der Zeitpunkt wo man anfängt ein Mittelchen für die Gelenke zu füttern weil es vorne klemmt und hinten kneift.
    Man hätte das aber umgehen können, denn der Körper ist auf Eigenregeneration eingestellt oder Selbstheilung wenn man Ihm die Chance dazu lässt.

    Ernähre ich aber im unteren Level also Abteilung zum sterben zu viel, so steigt der Verschleiss und adaptiert sich.

    Man sieht das sehr schön im Sport, Sport ist eine Situation die binnen kurzer Zeit das zeigt was im normalen Leben erst im Laufe von Jahren auftritt. Eine Art Zeitraffer oder Prozessbeschleuniger.

    Kalorien bekommen die meisten Pferde eher zu viel als zu wenig. Schlechte Hufe, Haut, Fell, neurologische Auffälligkeiten, oder Degeneration nebst Muskulatur und Funktion sind aber in der Regel Mikronährstoff oder „Software“ bedingt.

  • Avatar Haflinger sagt:

    ich biete beides an, meiner hat einen Mineralleckstein und bekommt 1 x pro Tag eine Handvoll Mifu

    Besser ist wen du einen Salzleckstein hast und Mifu fütterst, den wen du einen Mineralleckstein hast und das Pferd aber schon genug Mineralien aufgenummen hat und den Meinung ist das es jetzt eigentlich nur Salz möchte dan muß es Zwangsweiße wieder Mineralien aufnehmen.

    Mein Hafi bekommt nur Hafer (hat sich seit Jahren bewert und den Pferden nie geschadet) und einmal am Tag einen Löffel Mega Base von Equistro.

    In diesem Sinne, alles liebe vom Haflinger

  • Avatar Savannah72 sagt:

    Hallo. 😉

    Welches Mineralfutter ist denn ideal für ein Pferd? Ich besitze einen im Winter etwas schwerfuttrigen Araber und er bekommt ein Seniorfutter und Möhren, ne Menge Heu und Stroh, aber kein Mineralfutter. Dafür Malzbier und einen Himalaja(?)-Salzleckstein. Auf Grund der schlechten Witterung und somit einen kaum reitbaren Platz steht er im Winter viel auf dem Paddock oder Winterweide. Ich stehe vor solch einem Mineralfutter immer wieder und bin völlig überfordert bei der großen Auswahl. Welches ist für mein Pferd das richtige Mineralfutter? :nix: Jeder Händler und Vertreiber bietet natürlich immer sein beliebtes und teures Futter an. Es gibt soviele Unterschiede, vom Preis und vom Inhalt her, so dass ich dann oft denke, dann eben nicht. :motz:
    Mein Araber sieht gut aus vom Fell her und ist auch nicht zu dünn, aber ich muß da schon dran bleiben das sich das nicht ändert.
    Ich hatte mir mal einen Mineralleckstein in einem großem Speißfass gekauft. Dieser wurde von meinen Pferden, zu der Zeit hatte ich Viere bei mir stehen, regelrecht rausgefressen. Ich habe den Speißkübel dann nur noch rausgeholt, wenn ich in der Zeit Pferdeäppel vom Paddock aufgesammelt habe. Der große Bottich war dann ruckzuck leer und ich meine der war auch noch sauteuer gewesen. Die Pferde haben sich regelrecht darum gestritten und es ging um diesen Bottich enorm nach Rangfolge. :attack: Aus diesem Grund habe ich ihn nie wieder gekauft.

    Welches Mineralfutter könnt ihr denn empfehlen? So das ein Pferd rundherum versorgt ist aber ich mich finanziell nicht übernehme. Ich kenne eine Reiterin die für ein bestimmtes Mineralpulver in einem drei Liter Gefierbeutel 120,- € bezahlt und das ist mir definitiv zu teuer. :ja:

    Liebe Grüße Silke

  • Avatar Haflinger sagt:

    Also ich kann die Firma Equestro empfehlen. Mein Hafi bekommt das Mega Base, das man aber nur bis zum 6 Lebensjahr füttert. Aber es ist gut konzentriert und der 3 kg Kübel (Eimer) kostet 35 € und man kommt 3 Monate aus.

    Schau doch mal auf die Seite der Firma, da findest du bestimmt das richtige für deinen Araber.

    Alles liebe vom Haflinger :thumbsup:

  • Helios Helios sagt:

    ich biete beides an, meiner hat einen Mineralleckstein und bekommt 1 x pro Tag eine Handvoll Mifu

    Besser ist wen du einen Salzleckstein hast und Mifu fütterst, den wen du einen Mineralleckstein hast und das Pferd aber schon genug Mineralien aufgenummen hat und den Meinung ist das es jetzt eigentlich nur Salz möchte dan muß es Zwangsweiße wieder Mineralien aufnehmen.

    Wir haben beide Steine im Stall, er muß ja nicht an den Mineralstein, wenn er nicht will und wie Fintan schon beschrieben hat, er müßte täglich 1,5 kg Mineralstein fressen, um den Bedarf zu decken. Von dem her denke ich, daß keine Gefahr der Überversorung besteht. Wie bereits gesagt, unser Mineralstein hält ca. 6 Monate (bei 2 Pferden und 9 Schafen, die Zugang haben)

  • Avatar Fintan sagt:

    Das Mega Base ist extrem zu Calciumlastig und Vitamin A lastig, aber es bringt untenrum in den Bereichen Spurenelement zu wenig.

    Man könnte es für ein Fohlen nehmen, aber selbst hier wird es von diversen Veterinären kontrovers diskutiert. Der Vitaminbereich fehlt nahezu völlig, besonders die für den Muskelstoffwechsel und Leberstoffwechsel relavanten Werte.

  • Avatar Savannah72 sagt:

    Hallo Haflinger.

    Wie ich schon beschrieb bekommt mein Araber ein „Seniorfutter“. Wohl aus dem Grund das er langsam ein Senior wird, denn im April hat er Geburtstag und wird bereits 17 Jahre alt und aus diesem Grund paßt das mit den sechs Jahren schon mal gar nicht. 😉 Ihm bekommt das Seniorfutter sehr gut. Trotzdem finde ich es besonders jetzt in seinem Alter wichtig das auch die Mineralien nicht zu kurz kommen, denn ich möchte ihn noch lange behalten und reiten können.
    Nur die Qual der Wahl erschwert mir die richtige Entscheidung. Da ich hier lesen kann das einige hier verdammt viel Ahnung haben, wende ich mich gerne an die Erfahrung anderer. :ja:
    Ich habe zuvor eine eigene Wiese gehabt und wenig geritten, denn es ging immer ne Menge Zeit für die Wiese und meine anderen Hottis drauf, die noch bei mir standen. Da ich meine kleine Ponystute vor einem viertel Jahr verkauft habe und mein Hotti inzwischen in einem Pensionsstall steht bleibt mir in Zukunft mehr Zeit für mein Pferd und ich möchte mehr reiten. Aus diesem Grund möchte ich mein Pferd nicht überbelasten und die mehr Beanspruchung mit entsprechendem Futter auffangen und da gehört ein vernüftiges MF dazu.
    Da im März wieder die Equitana ist und ich dort hinfahren werde, möchte ich mich auch dort umschauen. Nur wird mir da definitiv jeder Händler sein besonders guten MF anbieten und jeder wird mir dort sagen das alles in deren Futter drin ist was ein Araber so braucht. :motz: Nur dann stehe ich entweder mit fünf Eimern bepackt dort oder gehe wieder frustriert ohne MF nach hause und das möchte ich nicht. :doh: Ich möchte gerne wissen, was ist wichtig in einem Mineralfutter? Was muß auf jeden Fall im MF sein? Mehr Vitamine oder doch lieber mehr Minaralstoffe oder doch mehr Spurenelemente?
    Ich stehe da wie ein Ochs vorm Berg, da mir die Erfahrung fehlt. :outlaugh: Ich habe hier schon sehr viel über Fütterung gelernt und mich entsprechend auch umgestellt. Nur fehlen mir die wirklich wichtigen Zutaten für ein sehr gutes MF. Ich finde Fintan`s Erfahrung sehr hilfreich und ich möchte nicht jedes viertel Jahr hier einen TA auf dem Hof haben der Blut abnimmt, nur damit ich weiß wo ich mehr zufüttern muß.

    Deshalb freue ich mich über weitere Erfahrungen. :hug:

  • Avatar Legolas sagt:

    Ich schliesse mich Silkes Frage mal an, das Angebot an Mifu ist ja wirklich reichlich, nur welches wäre am sinnvollsten z.B. für Pferde die ca. 4-5 x pro Woche 45 Minuten arbeiten?

  • Helios Helios sagt:

    Savannah, ich glaube, wenn Du Dich da direkt an Fintan wendest, fährst Du am besten. Ich denke, er kann Dir sicher sehr gute Info’s bzgl. Mineralfutter geben. Abgesehen davon wäre ich auch sehr interessiert, wie genau denn ein gutes Mifu zusammengesetzt sein sollte. Gibt es da eine prozentuale Aufschlüsselung von Inhaltsstoffen, nach der man sich beim Kauf von Mifu richten kann?

    @Legolas, zwei Dumme, ein Gedanke 😀

  • schwarztier schwarztier sagt:

    Sage mal Fintan, machst Du auch einen allgemeinen Futtercheck, natürlich gegen Bares, wenn man dir diesen Anamnesebogen zu schickt, ob zB. Mineralfutter ok und ausreichend ist, bzw allgemeine Fütterung? Berätst Du neur eigene Futtermittel oder auch Fremdhersteller?

  • Avatar Fintan sagt:

    @ schwarztier

    man kann beides machen. Nur führt es im Endeffekt dahin das Lücken geschlossen werden sollen oder müssen. Du kannst so vorgehen, das du dein Grundfutter über die Lufa checken läßt, also auf Inhalt und Werthaltigkeit. Dann hast du die Möglichkeit das ich dir wenn du es willst einen Privat Mix schnitze, auf deine Analyse aufgebaut. Wir haben die Möglichkeit so gut 50 Werte in die Tiefe zu gehen. Entsprechend könnte dann von der Lufa die Analyse abgefordert werden, halt jeweils für Heu und Kraftfutter

    Du kannst den einfachen Weg gehen und einfach nur querrechnen / lassen und sagen bitte schliesse die Lücken mit einer passablen oder funktionellen Lösung welche Brieftaschenkompatibel ist.

    Oberen Weg gehen an und ab Leistungsställe oder Gestüte die Ihr eigenes Grundfutter produzieren. Dort werden dann halt bei Futterwechsel oder Erntewechsel neue Grundfutteranalysen gefertigt und auf die jeweilige Ernte der Zusatz angepasst. Das kann dann in Kooperation mit dem betreuenden Veterinär erfolgen wenn er bestimmte Idee mit einbringen will oder eben im Vollauftrag.

    Aktuell umfasst unsere Datenbank ca. 1.600 Analysen diverser Grundfutter, Mischfutter und Zusätze.

    Die Standardlösung High Performance Balancer (Standard klingt so ordinär) ist die Konsequenz aus einer Analyse diverser Heusorten, Hafer und Öl. Abgestimmt auf Vollfunktion unter extremen Belastungen. Aber das ist dann eine Doiserungsfrage, im normalen Bereich funktioniert es ebenfalls. Passt auch für Gerste, nur denke ich da soll sich jeder selbst aussuchen wie er glücklich wird und ob er der Wissenschaft Glauben schenkt wenn sie sagt Gerste ist suboptimal.

    Die Auswertungen die wir machen laufen nicht auf einer von uns dafür geschriebenen Software, sondern wahlweise entweder nach den Werten der Uni in Gent oder wer es will auch TiHo Hannover. Ich bevorzuge Gent. Das heißt wir hatten nicht die Möglichkeit die Bilanz so zu fälschen das unsere Mittel glänzen, wir mussten uns damit nach den Vorgaben der Uni richten.

    Es gibt ja den Spruch traue keiner Bilanz die du nicht selbst gefälscht hast. Um das zu vermeiden führte kein Weg an dieser Lösung vorbei. Und da wir in der Regel am messbaren Erfolg beurteilt werden und damit felxibel bleiben müssen und nicht am coolen Marketingspruch, ist das auch ganz gut so.

    Das Ding ist eher das, wenn ich dir sage Futterzusatz XY ist aus dem und dem Grund trotz toller Werbung suboptimal, so wirst „du“ mir unterstellen das ich das aus einer Niederträchtigkeit heraus tue.

    Stimmt jedoch nicht, da ich binnen kürzester Zeit (Stunden) jegliches Produkt kopieren könnte wenn es einen Sinn macht.

  • Avatar Fintan sagt:

    @ Legolas & Helios

    Man könnte es so ausdrücken, es ist generell nicht gewünscht das der Konsument einen tiefergehenden Einblick hat oder eine tiefergehende Erkentnis entwickelt.

    Schon lange wird nicht mehr der Sinn eines Futtermittels, oder die Qualität dessen in den Vordergund gestellt. Das gilt für alles egal ob nun Ergänzer oder Hauptfuttermittel.

    Es ist auch gar nicht gewünscht, das man auf den Punkt füttert, weil wenn das der Fall wäre, dann wären Reparaturzusätze wie für die Hufe, die Haut, Blutbildung, und was noch es alles auf dem Markt gibt völlig unnötig.

    Man muss das Pferd mal von der anderen Seite aufzäumen. Ein Pferd das gesund ist oder perfekt darsteht wird nicht mit Additiven versorgt werden, damit fällt dieses Pferd für die Kasse der Unternehmen aus.

    Genauso wenig wie sich ein Pharmakonzern leisten kann, das alle Menschen gesund sind, genauso wenig ist es erwünscht (seitens der Futtermittelindustrie) das ein Pferd keine Probleme hat, denn das ist unwirtschaftlich.

    In der heutigen Zeit werden Marktanteile dadurch generiert, dass man mit „Kunstprodukten“ und Kunstnamensschöpfungen den Kunden neurolinguistisch programmiert um Ihm zu suggerieren das er auf keine Fall ohne eine bestimmte Sache auskommen kann.

    Noch mal zur Erinnerung, wenn man sein Pferd, egal welche Rasse oder welches Alter optimiert füttert, dafür reichen Heu, Hafer evtl. ein wenig Öl und eben ein vollwertiges Mineral in ausreichender Menge, dann ist die Wahscheinlichkeit das man sich mit Zusätzen für Hufe, benehmen, Haut und Haar, Kondition und Regeneration etc. beschäftigen muss äußerst unwahrscheinlich.

    Eine Ausnahme, eine medizinische Abnormalität.

    Eine optimierte Fütterung verursacht keine medizinischen Ausfälle, jedoch ist die Fehlfütterung für ca. 80% aller Probleme der gesundheitlichen Art verantwortlich.

    So ein alter Grieche sagte mal: Die Nahrung sei Eure Arznei, denn aus Nahrung seid Ihr geschaffen / beschaffen. Wird leider prophylaktisch einfach sehr oft falsch interpretiert.

    Ein 550 KG Pferd mit 2 Stunden Schritt auf Koppel und einer Stunde leichter Arbeit

    hat wenn es gesund ist einen Bedarf von 44.000 I.E. Vit A, 4.400 Vit D, 550 Vit E, plus einige weitere, und 275 mg Eisen, 198 Kupfer, 660 mg Zink, 660 mg Mangan, 1,65 Selen, 16,5 mg Schwefel und weitere.

    Wenn du nun auf einem Müslisack schaust, so stellst du fest, meist ist pro KG um die 12.000 I. e. Vit A enthalten. Übersetzt heist das du brauchst 3,5 KG von dem Müsli allein für diesen Bereich. Damit hast du einen Anhaltspunkt oder einen Faktor wie viel Müsli du füttern musst oder wie viel Mineral du füttern musst.

    Wenn du alle Werte erfüllen willst, auch hier ausgeblendete, dann muss dein Müsli oder Mineral ganz schön was können. Ein weiterer Punkt ist die Qualität in Bezug auf Reinheit und Verfügbarkeit der Rohstoffe. Zink in Futtermittelqualität ist gerne mal ein toller Lieferant für Blei, das will man aber nicht unbedingt im Pferd haben. Es gibt hier einiges an Spielraum. Es gibt 4 Hauptqualitäten für Vitamin E. Der Unterschied ist in der Bioverfügbarkeit. Das zieht sich durch das gesamte Gefüge.

    Es ist üblich, mit Futtermitteln bestimmte Dinge so anzusteuern, dass Abhängigkeiten entstehen. Ich entziehe ein paar Spurenelemente und kann die Uhr danach stellen wann es bei den meisten pferden zu Hufproblemen kommt. Ich kann diese Spurenelemente auch so entziehen das es auf den ersten Blick nicht auffällt, ich wähle einfach eine Form die eine geringere Bioverfügbarkeit hat.
    Und dann schüttel ich ein Wundermittel für Hufe aus dem Ärmel, schreibe riesengroß Biotin oder Kieselgur drauf um von den wirklich aktiven Substanzen abzulenken.
    Schon war das NLP erfolgreich. Man verkauft ein weiteres Produkt.

    Ah, sorry ich kann mich hier ereifern.

    Mir geistert seit einiger Zeit ein Buchtitel im Kopf rum :Füttern bis der Arzt kommt. Aber ich glaube dann hätte ich richtig Ärger.

    Aber stellt euch mal die Frage wenn Ihr in einen Laden kommt und da stehen ganz viele Futtermittel von einer Firma rum, ob die es nicht schaffen ein richtiges zu machen?

    Lieber ein Sack als 1.000 Flaschen

  • Helios Helios sagt:

    Fintan, ereifer Dich ruhig 😉 Wenn ich sehe, was es alles an Zusatzmittelchen und Ergänzungsnahrung gibt wird mir :panik:

    Nun, daß ein Pferd ausreichend mit Vitaminen und Minerlien versorgt sein muß, ist mir klar, ich hatte mich bislang nur noch nicht so weit vorgelesen, wie die Mengen pro Pferd im Einzelnen (prozentual) sein sollten. Mein Herr hat eben diesen Leckstein zur Verfügung und bekommt am Tag eine handvoll Mifu (dessen genaue Zusammensetzung ich demnächst unter die Lupe nehmen werde). Ansonsten ca. 10-12 kg Heu und etwas Müsli (2 x ca. 300-400 g/Tag), dazu Karotten, Äpfel, trocken Brot und wenn gearbeitet wird, Hafer dazu. Beim Fellwechsel geb ich Leinöl dazu.

    Wie Du schon sagst, mir kommt es auch so vor, daß es nicht unbedingt gewünscht ist, wenn sich Käufer näher mit der Materie beschäftigen, wahrscheinlich eben aus diesem Grund, daß sie sonst auf ihren Futterzusätzen sitzen bleiben würden.

    Danke Dir für Deine Ausführungen!

  • Avatar Fintan sagt:

    Klar wie sonst kommt man auf Arabermüsli, Isimüsli, Kaltblutmüsli, Rehemüsli und was noch so alles?

    Ich kenne nur drei Hauptnährstoffe, Kohlehydrate, Protein, Fett. Daneben noch die unerlässliche Hauptnahrung Heu und davon viel.

    Gibt Studien die belegen das ein Kolikrisiko mit 5 Kilo Kraftfutter um 500% ansteigt. :denk: Nur gibt es keinen Futterhändler der das gerne hört. Na ja ich denke hier füttern nur ganz wenige erhebliche Mengen an Kraftfutter.

  • Avatar penelope sagt:

    Fintan, danke für die vielen ausführlichen Antworten. Eine echte Bereicherung.

    Eine Frage ist mir dennoch offen geblieben:
    Du hast oben geschrieben, dass die angegebenen Bedarfsmengen inklusive Reserven gerechnet werden.
    Gehe ich richtig in der Annahme, dass also diese Mengen nur gefüttert werden müssen, wenn das Pferd einen Mangel hat und diese Reserven neu aufzufüllen sind? Wenn noch Reserven vorhanden sind, muss nur das „aufgefüllt“ werden, was auch verbraucht wird? Wie viel wäre das denn so etwa?

    Darüber hinaus habe ich vor einigen Jahren einen Artikel zum Sommerexemen gelesen (in einer ganz alten Levade Ausgabe), in der ein Tierarzt agumentiert hat, dass es überhaupt nicht gut sei, ein normal belastetes Pferd ständig am Optimum zu füttern. Eben da die Reserven dann nie „genutzt“ würden. Ein Organismus müsse auch lernen, mit nicht optimalen Situationen ungehen zu können, sonst reagiert er im Fall einer Krankheit nicht optimal. Ich war der Argumentation gegenüber eher kritisch eingestellt, fand den Gedankengang jedoch ganz interessant.
    Wie ist denn deine Sicht zu der Sache?

  • Avatar Fintan sagt:

    Ich denke das ist eher differnziert zu betrachten. In Bezug auf Mikronährstoffe immer eine Volldeckung, denn auch ein schleichender Mangel führt hier regelmässig zu Dingen wie Ekzem, schlechte Hufe, arthrose etc. Oft erst Jahre später und man weiß dann nicht mehr warum weil es ja lange Jahre gut ging.

    Die Volldeckung ist hier auch pekuniär deutlich günstiger wie später dann Ersatzteile einbauen oder von einem Futter zum nächsten zu hüpfen.

    Was die restliche Ernährung angeht, also die Menge des Futters im eigentlichen so bin ich eher einer asketischen Meinung. Heu bis zum Abwinken das auf jeden Fall.

    Der Rest ist für mich ein Gaspedal und richtet sich danach wie schnell das Pferd fahren muss. Jegliches Gramm zu viel auf den Rippen belastet den Kreislauf, den Stoffwechsel und die Gelenke.

    In Irland hast du eine Klasse im Sport, das sind die sogenannten Show Hunter. Dieses Pferd wird gerne recht prominent oder fleischig gesehen. Gesundheitlich ein vollkommener Blödsinn.

    Dann habe ich oft die Klasse der Besitzer die Ihr Pferd durch den Magen lieben. Ohne zu wissen wo für wird ein BCS von 6 oder 7 angestrebt und man glaubt wenn das Pferd einen 5er hat, dann ist es krank oder wird es gleich. Da wird der arme Gaul gefüttert wie zu Hause der Gatte im Fernsehsessel bei der Sportshow.

    Habe das auch früher bei den barocken Pferden häufig gesehen oder auch bei Dressurreitern.

    Jetzt passiert aber häufig was lustiges. Denke das kann der Tierarzt gemeint haben. Je mehr ich einem Pferd ohne einem konkreten Bedarf füttere, um so schlechter fängt er an das Futter zu verwerten.

    Darm wird träge oder schafft den Job nicht mehr, die Leber schwenkt die weisse Fahne und so weiter.

    Das Pferd fängt an trotz Überfütterung abzunehmen. Der Besitzer bricht in Panik aus, kippt noch mehr Futter ins Pferd und es nimmt weiter ab. Dann rennt er los und kauft Spezial High Energie Futter und probiert es damit.

    Was tun?

    Ich entziehe den Pferden Futter. Ich rechne sie runter auf Messers Schneide. Und nun passiert was doofes. Körper bekommt Signal.

    Achtung Futterverknappung, auf maximale Verwertung umschalten. Er schaltet um, das Pfed lernt wieder neu zu verdauen und fängt mit reduzierter Fütterung an zu zu nehmen. Sinngemäß macht das Pferd dann Hamsterkäufe aus Angst es gibt nichts mehr.

    Viele Frauen kennen das auch. Der Jojo Effekt nach einer Diät.

    Jetzt kommt aber wieder das Mineral ins Spiel. Diverse Inhaltsstoffe steuern hauptursächlich Stoffwechselfunktionen, enzymatische Prozesse und hormonelle Prozesse. Das heißt das funktioniert nur dann, wenn man diese Prozesse die man fördern will auch unterstützt.
    Geht mit Müsli nicht, denn wenn du Müsli entziehst, so entziehst du auch immer diese Stoffe.

    Stell dir ein Pferd mit Boxenhaft und einer Sehnenverletzung vor. Der Kerle braucht Stehfutter, der Darm wird mit mangelnder Bewegung träge und damit steigt bei hoher Fütterung das Kolikrisiko.

    OK man will auch kein Pferd mit 10.000 Umdrehungen in der Box stehen haben, der Spaßfaktor daran ist gering. Finde ich zumindest.

    Nur und das ist wichtig, das Mineral oder besser die Software die diese Heilungsprozesse unterstützt, als Radikalfänger dient, für die Regeneration sorgt, das darf nicht reduziert werden. Der Krankheitsfall ist ein Stressfall, Stress im Sinne von Heilung und auch mental. Der Verbrauch steigt sogar unter umständen.

    Ich meine man braucht eine schlecht heilende Wunde nicht mit Zinksalbe zu bepinseln wenn über den Organismus genügend angeliefert wird. Geht aber nur wenn genug da ist, dann heilt sie auch nicht schlecht.

    Wenn ich nun versuche dem Pferd zu erklären, Kollege du hast ne Kolik OP hinter dir oder deine Sehne ist schrott, jetzt braucht es kein Futter weil du stehst ja eh rum, so würde mir ein vernünftiges Pferd wenn es das könnte den Vogel zeigen.

    Es braucht Software in bestmöglicher Form, keine Fresspappe oder Alibiwurst, es braucht das volle Gedeck, aber reduzierte Kalorien.

    Dann verläuft die Heilung schneller und das Pferd kann schneller wieder antrainiert werden, es baut schneller wieder auf und bleibt stabiler.

  • Avatar Ploco sagt:

    Nur und das ist wichtig, das Mineral oder besser die Software die diese Heilungsprozesse unterstützt, als Radikalfänger dient, für die Regeneration sorgt, das darf nicht reduziert werden. Der Krankheitsfall ist ein Stressfall, Stress im Sinne von Heilung und auch mental. Der Verbrauch steigt sogar unter umständen.

    Ich meine man braucht eine schlecht heilende Wunde nicht mit Zinksalbe zu bepinseln wenn über den Organismus genügend angeliefert wird. Geht aber nur wenn genug da ist, dann heilt sie auch nicht schlecht.

    Wenn ich nun versuche dem Pferd zu erklären, Kollege du hast ne Kolik OP hinter dir oder deine Sehne ist schrott, jetzt braucht es kein Futter weil du stehst ja eh rum, so würde mir ein vernünftiges Pferd wenn es das könnte den Vogel zeigen.

    Es braucht Software in bestmöglicher Form, keine Fresspappe oder Alibiwurst, es braucht das volle Gedeck, aber reduzierte Kalorien.

    Dann verläuft die Heilung schneller und das Pferd kann schneller wieder antrainiert werden, es baut schneller wieder auf und bleibt stabiler.

    DAS habe ich jetzt aber gerne gelesen und freue mich, daß ich doch nicht total verblödet bin, auch wenn ich diese Fütterung rein intuitiv gemacht habe :whistling: 🙂

    Danke, für all diese guten Informationen !!! :ja:

  • schwarztier schwarztier sagt:

    Fintan: Danke für die Infos, werde mich melden!

  • Avatar Fintan sagt:

    @ Ploco

    Das Phänomaen wird ebenfalls ganz bewußt im Bodybuilding eingesetzt. Man trainiert wie der Teufel, frisst auf gut Deutsch gesagt und nimmt bis zu einem gewissen Grad zu.

    Dann geht man auf Reduktionsdiät, baut Fett ab und erklärt dem Körper so auf maximale Ausbeute aus der Nahrung zu gehen.

    Was übrig bleibt ist gesteigerte Muskelmasse. Nun fängt man wieder an zu fressen, packt noch mehr Gewicht drauf und reduziert wieder.
    Man nutzt hier den Jojo Effekt ganz bewußt um sich die Strickleiter hoch zu hangeln

    Dieser kann jedoch nur genutzt werden wenn ich den Stoffwechsel aktiviere und nicht einschläfere. Das machen die Damen mit Ihren Diäten, 2 Pfund abnehmen und dann wieder 3 Pfund zunehmen. Nur ist dieses dann in der Regel keine funktionale Masse.

    Geht irgendwie nur mit gesteigerter körperlicher Aktivität und einem damit erhöhten Grundumsatz bei balancierter „Fütterung“.

  • Avatar penelope sagt:

    Ich bleibe dennoch etwas Hartnäckig 😉 :

    Wie kommst du auf die angegebenen Zink Werte in Heu und Hafer? Nachdem ich fast bleich vom Bürostuhl geklappt bin als ich mal überschlagen habe, was für ein Mangel bei meinem Pferd nun vorherrschen müsste, hab ich an verschiednen Stellen geschaut und bekomm in etwa immer 30 mg in Heu und 35 mg in Hafer pro Kilo aus (Unter anderem bei Meyer – Pferdefütterung). Dazu der Bedraf von etwa 280 mg pro Tag für ein mittelgroßes Freizeitpferd in leichter Arbeit.

    Demnach sollte ich immer noch ein Zinkhaltiges Zusatzfutter für mein Pferd besorgen, allerdings in ganz anderen Dosierungen als nach deinen Angaben. Und da mit Überdosierungen von Mineralstoffen ja auch nicht zu spaßen ist …. was nun? :nix:

  • Avatar Fintan sagt:

    @ penelope

    du hast Recht und irgendwie doch nicht. Zum Einen hast du je nach Gegend unterschiedliche Werte in Heu und Hafer und zum anderen kommt es darauf an was letztendlich davon im Pferd ankommt.

    Wenn ich meine (von der Lufa gemachten) Heuanalysen anschaue, so habe ich Werte zwischen 9 mg und den einen oder anderen Ausreisser mit 35 mg. Wenn du nun einen Mittelwert nimmst von nur als Idee 25 mg und dann davon ausgehst das 60% davon im Pferd ankommen so bist du bei 15 mg.

    Jetzt kommt Situation 2, ein Mineralfutter. Da steht nun als Beispiel drauf 5.000 Zinkoxid pro KG und du fütterst davon 100 Gramm. Dann verfütterst du 500 mg Zinkoxid. Klingt toll.

    Von den 500 mg Zinkoxyd sind aber bei normaler Qualität nur ca. 74,2% Zink, der Rest ist eben Oxyd. Damit kommen also 375 mg Zink ins Pferd.

    Nun werden davon 60% aufgenommen, der Rest geht zum Auspuff wieder raus. Es verbleiben also 225 mg Zink im Pferd.

    Verrechnest du jetzt die Werte aus als Idee 10 KG heu, 2 KG Hafer und den 500 mg Zinkoxiyd, so bist du mit den Werten irgendwo zwischen Hartz IV und gut bürgerlich. Je nach dem wie du dein Pferd belastest, ob es ein Hengst ist, ein Sportpferd oder eine Zuchtstute.

    Damit kommt es dazu, das diverse Pferde trozt einer gutgemeinten Versorgung nach Gebrauchsanweisung dennoch in den Mangel laufen.
    Eine gewisse Schutzfunktion mit Reserve hat man dann also, wenn man mit Minimumwerten im Grundfutter rechnet.

    Eine Überdosierung wenn sie nicht übertrieben wird ist keinesfalls kritisch. Im Humanbereich ist die letale Dosis mit 2 – 4 Gramm Zink Reinsubstanz angegeben. Man hat noch nicht probiert Pferde damit zu vergiften, zumindest ist mir ein solcher Versuch nicht bekannt.

    Rechnerisch wäre dann die angenommene letale Dosis beim Pferd bei 17 – 34 Gramm Zink, also eine Überdosierung von 2.400% bis 4.800%.

    Um das zu erreichen müsstest du oben genannte Menge Mineralfutter als Hauptmahlzeit in kräftiger Menge füttern, also so 7,5 Kilo bis 15 Kilo von dem Mineral auf einmal.

    Also wenn du 200 mg Zink „zu viel“ fütterst, so wäre das eher positiv als 200 mg zu wenig. Das Pferd würde allenfalls besser aussehen, da es dann genug Reserven hat.

  • Avatar penelope sagt:

    Nun hab ich weder Hengst, noch Sportpferd, noch eine tragende Stute, sondern wohl wie die allermeisten Pferdehalter einfach „nur so“ ein Pferd mittleren Alters, mit dem ich jetzt im Winter etwa drei mal, im Sommer vier bis fünf mal, die Woche leicht trainiere. Und nicht dass ich geizig bin, aber das Argument, dass ein an Zink hoch dosiertes MinFu meinem Pferd nicht schadet, überzeugt mich alleine noch nicht, dass ich los gehe und was kaufe. Ich möchte bitte von einem speziellen Futter nicht nur keinen Schaden, sondern auch schon einen Nutzen haben 😉 Vor allem, wenn ich noch mal die Meyer „Futterbiebel“ heranziehe: http://books.google.de/books?id=0a4I1TIirqAC&pg=PA58&dq=zink+hafer+f%C3%BCtterung+pferde#PPA59,M1 (Seite 59) Demnach sind Pferde zwar gegen Zink sehr tolerant, in bestimmten Situationen kann er jedoch sehr wohl in Überdosierung Schaden anrichten. Ein Mangel sei bisher nur unter Testbedingungen vorgekommen. Nur mal zur Erklärung, warum ich hier so rum krittel: Du schreibst, dass du Pferde für den hohen Sport betreust. Ein Pferd im hohen Sport kann man bestimmt nicht so füttern wie meinen Freizeitzossen, der leidet sicherlich einen Mangel und bringt dann nicht mehr die Leistung. Aber ich bin da kritisch, ob es dann gut sein kann, Leistungsfutter an Freizeitpferde zu geben. Wenn ich mir überlege, dass ich das gleiche essen sollte, wie ein Michael Phleps und mich dann wie gewohnt in mein Büro hocke, dann krieg ich ja bei den Gedanken alleine einen Kollaps.

  • Avatar Fintan sagt:

    Ich denke wir haben hier einen Verständnisfehler.

    Ich sage ja nicht das du billig fütterst oder was auch immer. Und mit ein paar Aussagen hast du recht. Ein Sportpferd hat einen anderen Bedarf als ein Pferd welches eine Stunde am Tag ein wenig ins Gelände geritten wird. Der Bedarf steigt dann an.

    Daneben füttere ich auch nicht ausschliesslich Sportpferde oder Hengste und Zuchtstuten, das ist mittlerweile Gott sei Dank ein gesunder Mix. Sehr viele normale Pferde oder als schwierig verschrieene Pferd mit den normalen Alltagsproblemen wie eben Ekzem oder was auch immer man haben kann. Also das Vorweg, ich denke ich kenne den Unterschied.

    Dröseln wir es noch mal von der anderen Seite auf. Meyer schreibt ein normales Pferd toleriert bis zu 500 mg Zink pro KG Trockenmasse Futter bevor es komisch wird.
    Wenn du als Idee 12 KG Heu fütterst, so verfütterst du im Durchschnitt 10,8 KG Trockenmasse. 500 mal 10,8 ist 5.400 mg Zink als Grenzwert.

    Ich rede hier aber von 660 mg Zink als Bedarfswert. Damit bist du aber starke 700% von dem Grenzwert oder kritischen Wert entfernt, also absolut im grünen Bereich.

    Daneben hast du den Schwund dadurch, das nicht alles Zink aus dem Futter aufgenommen wird.

    Nehme ich jetzt aber die 600 KG Pferd und setze sie in der Arbeit nach oben auf S Niveau, dann steigt der Zinkbedarf auf ca. 900 mg.

    Gleichzeitig steigt aber der Futterbedarf und damit die Relation zugeführte Trockenmasse kräftig an, das heißt ich bewege mich immer noch sehr sehr weit vom Grenzwert entfernt.

    Egal wie ich es drehe und wende, ich bin immer absolut in der Sicherheitszone. Und grundsätzlich ist es sinnvoll mit 20% Reserve zu rechnen. Dann hast du im Grossen gesehen weniger Probleme.

    Dankbare Beweise sind Isis, Tinker und auch Friesen. Diese zeigen aus welchen Gründen auch immer realativ schnell Haut- und Fellprobleme bei ungenügender Zufuhr. Andere sind da toleranter.

    Und wenn du nun 20% Reserve in Relation zum Grenzwert rechnest, so bist du immer noch fast geanu so weit vom Grenzwert wie ohne. Du legst ja nicht 20% vom Grenzwert als Reserve an sondern vom Bedarfswert.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Sind die 20% jetzt allgemein auf die ganzen Futterbestandteilbefürfnisse gemeint und gerechnet oder gibt es da auch Unterschiede?

    Und gibt es bestimmte Stoffmängel, die auf Mauke beim Friesen hinweisen? Kämpfe seit längerem damit, aber laut Berechnung scheint er gut versorgt. Oder habe ich etwas übersehen?

  • Avatar penelope sagt:

    Ich bezweifel ja nach wie vor, das Friesen für Mauke besonders anfällig sind. Eher nehme ich an, dass Friesenbesitzerinnen eine starke Anfälligkeit dafür aufweisen, unendlich viel an den Puscheln rumzutüddeln und damit die Haut unnötig viel zu reizen 😛

    Ansonsten kommt bei Hautprobleme wie gesagt am ehesten der ewig hier thematisierte Zink in Betracht. Wie gesagt: nach der Literatur die ich habe ist allerdings ein Zink-Mangel bei einer ganz normalen Fütterung nicht sehr wahrscheinlich. Im Zweifelsfall schafft ein Blutbild Klarheit bevor man lange rumexperimentiert. Allerdings sind Blutuntersuchungen in Bezug auf Zink nicht soooo wahnsinnig aussagekräftig, da der Gehalt im Verhältnis zu anderen Stoffen ermittelt wird, so weit ich informiert bin.

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Ich weiß nicht, ob Friesen nun mehr oder weniger anfällig dafür sind. Ich frage explizit nach meinem, denn der hat Mauke. Allerdings bis auf eine kleine neue Stelle nur einseitig und auch nicht in der Fesselbeuge, sondern von da an aufwärts.

    Was mich auch interessieren würde: Ich habe mal Fintans Bedarfs-Angaben über die Spurenelemente mit den Bedarfs-Angaben für meine Futterberechnung eines Herstellers/Beraters verglichen. Da sind doch teilw. enorme Unterschiede festzustellen. :denk:

    Nur als kleines Beispiel sagt Fintan, dass der Eisenbedarf 275 mg beträgt, meine Tabelle, die auch andere hier benutzen, sagt über 800 mg. Was ist nun falsch und was richtig. Heu hat einen Eisenanteil von 217 mg/kg. und wenn ich das mal 8-10 nehme (so viel füttert man ja ca.), dann komme ich schon auf eine Eisenversorgung von über 1700 mg. Kommen jetzt wieder die 20% Reserve ins Spiel, die aber ja auch nicht mehr ausreichen würden?

    *mächtigverwirrtbin* ?(

  • Avatar Fintan sagt:

    Man kann es evtl. im allgemeinen so ausdrücken:

    Eine perfekte Fütterung ist nicht möglich. Das deshalb weil du zum einen Schwankungen in deinen Grundfuttermitteln hast und zum anderen Schwankungen in der Fähigkeit zur Verstoffwechselung.

    Das einzige was funktioniert, ist eine optimierte Fütterung, jedoch wird es auch hier Ausreisser geben. Stell dir vor du kaufst im Landhandel deinen Hafer und der hat jetzt im Februar eine Nährstoffbillanz x.

    Im April brauchst du neuen Hafer, jetzt hat der Landhandel aber eine andere Charge aus einem anderen Anbaugebiet. Wieder andere Werte.

    Nun hast du noch Pferd Nr. 1 der ist ein kleines Chemielabor und zieht aus jeglichem Futter den letzten Krümel raus. Dann hast du Pferd Nr. 2 der ist faul in der Umsetzung und verwertet einfach weniger.

    Das Einzige was du beim normalen Pferd tun kannst, ist das Optimum zu suchen. Optimum in der Form, als das du dich rechnerisch in den Grundfutterwerten im unteren Bereich bewegst und dann über deinen Zusatz aufs Optimum ergänzt.

    Nun heist es beobachten. Sieht das Pferd im allgemeinen nach einem halben Jahr immer noch so fusselig aus wie ein altes Handtuch, so muss die Ration noch mals überdacht werden.

    Meine Arbeitsweise ist hier ein wenig sehr eigenartig oder aufwändig. Ich führe wenn es um Einzelpferde geht (Gestüte aussen vor) eine Akte.
    Ich verweise jeden der kaufen will darauf, das es mir nicht wirklich recht ist einfach ein Paket zu verschicken ohne zu wissen um was es geht. Jeder der hat die Möglichkeit zu seinem Pferd eine Anamnese auszufüllen die recht intensiv ist, und darauf wird dann entweder nach Durchschnittswert optimiert, oder aber wenn gewünscht nach diversen Analysen der Lufa oder wer auch immer in dem Land das macht.

    Dann erhält er einen Futterplan. Dieser Futterplan ist für Kunden kostenlos und damit auch das Recht jederzeit Rückfragen zu halten. Und er erhält den Hinweis das er mich bei Veränderungen bitte informieren möchte, gegebenenfalls auch dann wenn sich nichts verändert. Mein Wunsch ist es nach 6 Wochen eine kurze Info zu dem Pferd zu bekommen, was funktioniert und was nicht. Dann am besten nach 12 Wochen nochmals und wieder nach einem halben Jahr. Wenn dann was nicht passt, so wird Korrektur gefahren.

    Das aber geht nur mit einer „Akte“ zu dem Pferd und der Eingangsanalyse. Für viele ist das unbequem, denn sie wollen die Instandlösung. Aspirin aus dem Schrank. Sich hinzusetzen, einen 3 Seiten Fragebogen auszufüllen, Futtermittel abzuwiegen und gegebenenfalls Zusammensetzungen zu kopieren und zu mailen ist unbequem. Manch einer schreibt lieber in 5 Foren die gleiche Story und hofft auf die Eingebung die in 5 Sekunden wirkt.

    Tabellen sind schön, es sind aber nur rote Fäden. Vor allem muss man sie Anhand des Zustandes des Pferdes in Relation zur Fütterung interpretieren können. 50% aller Leute wissen nicht wie schwer Ihr Pferd ist.

    Deshalb gehe ich gerne in einige Bereichen in den Überschuss, denn selbst ein Überschuss von 100% wird (Selen mal aussen vor) besser tolleriert, als eine Unterdeckung von 25%.

    Das moderne Springpferd der gehobenen Klasse ist ein sportlicher Typ, aber es bringt zwischen 600 und 700 KG auf die Waage. Einige noch mehr.
    Bei Dressurpferden ist es noch mehr. Ich habe welche mit gewogenen 890 KG auf GP Niveau. Also durchtrainiert und keine Reitschweine.

    Bedingt durch den „Überschuss“ in der Berechnung werden aber ein paar KG Mehrgewicht ganz gut über die Versorung ausgeglichen.

    @ Penelope

    wieder etwas wo wir fast einer Meinung sind. Es mag Pferde geben die sind in Bezug auf einige Umstände so auch Fütterung sensibler als andere. Im Grunde ist ein Pferd jedoch ein Pferd und bleibt eines.
    Ein extra Friesenfutter gibt es nicht, es gibt nur passt oder passt nicht.

    Beim Friesen fällt nur auf Grund Ihres Behanges und auch dem Wunsch nach perfekten Fell einiges schneller auf. Friesen werden vom Haarkleid her mehr gepflegt als normale Reitpferde.

    Also ich brauche zum Putzen im Alltag 3 bis 5 Minuten. Die Sattellage muss sauber sein. Der Rest? :sleep:

    Die Blutuntersuchungen kann man in der Regel knicken. Wenn du bei einem und dem selben Pferd am Tag 4 Blutproben nimmst, so hast du eher keinen Wert wie den anderen. Nach dem Fressen höher als davor, nach der Arbeit einige Werte höher als davor und andere niedriger usw.
    Wenn du über blut einen Zinkmangel feststellst, dann ist das Pferd schon halb ….. und es ist nach 12. Einen Eisenmangel stellst du fest wenn du dich im Bereich Anämie bewegst. Die will man ja nun nicht wirklich auch noch.

    Ein festgestellter Mangel ist so was von weit vom Optimum entfernt, das ist wie Tank leerfahren und ADAC anrufen.

    Wenn du dir Rappen anguckst, an und ab siehst du Schuppen im Fell. Das ist Zinkmangel, den siehst du auf dem Blutbild aber nicht. Du siehst einen Zinkmangel bei einem Hengst eher im Sperma als im Blut. Gut der Wallach ist hier benachteiligt.

    Viel aussagekräftiger beim Blutbild als diese sogenannten „Mangelwerte“ sind die Querschlüsse bestimmter Enzymwerte, Eiweiswerte, Glucosewerte, Muskelwerte, etc in Relation zur Fütterung, als die Suche nach dem Spurenelement.

    Vitaminmangel siehst du im Blutbild eh nicht, dafür musst du schon wieder andere Werte in Bezug auf die aktuelle Fütterung interpretieren können.

    @ Honeybär again

    Was das Eisen angeht, da ist grosse Stirnerunzeln. Die 275 sind Werte nach Gent. Tiho Hannover wirft hier gut 500 aus. Ich selbst arbeite was Eisen angeht eher im Bereich Tiho allerdings in einer bestimmten Relation zu Vit E.

    Was dein Eisen aus dem Heu angeht, so kannst du dich an sich entspannen. Das meiste im Heu sind schwer lösliche Verbindungen, mann schafft es teilweise sogar trotz der Werte im Heu bei einer reinen Heufütterung in den Mangel zu kommen. Ich habe schon Anämie bei Pferden gesehen die nach dem Heu eigentlich schon rosten müssten. Da passiert dir eher nichts.

    Wenn notwendig so gehe ich in Kommunikation mit einem behandelnden Veterinär um hier nochmals Input zu bekommen.

  • >