Milben/Mikrosporie/Nesselfieber oder was ganz anderes?

By Geisterlicht | Ekzeme, Sommerekzem, Hautprobleme, Pilz, Fell, Mauke

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Wir haben gerade ein ganz akutes Problem mit unserem 17-jährigen Westfalen und sind ziemlich ratlos, was er denn jetzt eigentlich hat.

Am Montag abend fing plötzlich an, sich ziemlich heftig am gesamten Hals zu scheuern. Sehen konnte man nichts, abwaschen mit kaltem, klaren Wasser schien Linderung zu bringen. Ich dachte zunächst an Insektenstiche, weil es bei uns am Montag nach Tagen wieder sehr warm war. Gabe von Apis mellifica brachte aber überhaupt nichts.

Am Dienstag schien es besser zu sein. Zumindest in der Zeit, wo ich ihn gesehen habe, scheuerte er sich nicht wirklich. Dennoch habe ich noch mal Apis gegeben.

Am Mittwoch abend hatte er sich dann am Unterhals eine Stelle von ca. 10 cm Länge und 4 cm Breite freigescheuert. Haustierarzt war leider nicht zu erreichen, weil in Urlaub. So konnte ich erst für Donnerstag vormittag einen Ersatztierarzt herbeischaffen.

Am Donnerstag vormittag hatte er sich dann auch am Kopf Fell weggescheuert und am Hals noch ein weiteres Stück. Der Tierarzt tippte auf Milben, gab ein Antiparasitikum, ein Antihistaminikum und ließ mir Sebacil zum Waschen da, was ich dann auch gleich brav angewendet habe. Bis zum nächsten Tag müsse der Juckreiz deutlich besser sein. War aber leider nicht.

Freitag nachmittag hatte er sich noch mehr Fell vom Körper gerubbelt, hatte ein angelaufenes Vorderbein und an der Schlauchtasche fühl-, aber nicht sichtbare Pusteln. Offensichtlich keine Milben, dann wohl Pilz. Diesmal gab es noch mal ein Antihistaminikum und ein Antibiotikum und Imaverol zum Waschen. Juckreiz müsse heute deutlich besser sein.

Heute vormittag hatte ich dann eh einen Termin mit unserem Haustierarzt. Der sah sich den Großen auch noch mal an und war schockiert. Mähnenkamm, Kopf, Brust blutig gescheuert oder gebissen, Pusteln am ganzen Körper (Das Fell liegt stecknadelkopfgroß in weiten Teilen höher, sieht ein bißchen aus wie bei Masern nur halt im Fell). Er meinte, das seien definitiv keine Milben und wahrscheinlich auch keine allergische Reaktion, weil dann die Antihistaminika Besserung hätten bringen müssen. Er tippt auf Mikrosporie und hat Insol Dermatophyton gegeben. Wenn der Juckreiz nicht besser werden würde, würde er noch zusätzlich, aber zeitversetzt, Kortison geben. Das war um 11. Anschließend habe ich mit Zustimmung des Tierarztes das Pferd wieder auf die Weide gebracht. Um 14 Uhr hatten sich die Pusteln auch auf die Innenseite der Schweifrübe ausgedehnt und schienen auch am Körper verstärkt aufzutreteten. Um 17 Uhr bekam ich einen Anruf von einer Miteinstellerin, das Pferd würde sich nach wie vor wie wahnsinnig scheuern, wenn er nicht gerade fressen würde. Um viertel nach 6 war der TA noch mal da und hat Kortison gegeben. Um 21 Uhr habe ich noch mal nach ihm gesehen. Da stand er ziemlich lurig in der Ecke, völlig fertig. Der Juckreiz scheint immer noch da zu sein, aber nicht mehr ganz so stark. Weil er sich in Teilen warm anfühlte, habe ich Temperatur gemessen: 38,6 °C

Ich habe mittlerweile keine Ahnung mehr, was das wirklich sein könnte. Bilder von Nesselfieber, die ich finden konnte, sehen eher quaddelig aus. Das ist bei ihm nicht so. Die Pickel sind recht klein, erhaben und haben in Teilen oben eine Borke drauf. Kontaktallergie? Wir haben nichts geändert. Er steht auf Sägespänen und bekommt nasses Heu. Auf die Wiese geht er seit Anfang Mai, gewechselt wurde die Wiese nicht. Nebenan ist ein mittlerweile abgeerntetes Rapsfeld, an das die Pferde aber nicht drankommen. Ende Mai sind 3 neue Pferde in den Stall gekommen. Einer davon scheuert sich, aber nicht exessiv. Kraftfutter ist seit über einem Jahr das Gleiche.

Für morgen haben wir beschlossen, daß er nicht auf die Weide gehen wird und wir mit ihm stattdessen spazierengehen werden. Damit reduzieren wir den Einfluß der Weide. Dennoch bleibt die Frage, was die Ursache ist. Hat einer von Euch schon mal was ähnliches gesehen. Diese typischen kreisrunden kahlen Stellen, die man sonst von Pilzerkrankungen kennt, hat er nicht.

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