Diese Seite bewerten

Hallo,

ich habe mal eine Frage, zu der ich gerne sowohl die medizinische Sicht (Mumpitz 😉 ) als auch Erfahrungsberichte hören würde. 🙂

Wie sieht es bei einem Klopphengst mit Kastration aus?

– Sollte man nur den abgestiegenen Hoden entfernen und den anderen besser in Ruhe lassen? (wecke keine schlafenden Geister…?!)

ODER

– sollte man doch auf jeden Fall den nicht abgestiegenen Hoden entfernen lassen? (Kosten hier natürlich wesentlich höher als bei einer „normalen“ Kastration. Aber ich habe auch schon gehört, dass der nicht abgestiegene Hoden gesundheitliche Risiken bringen kann, wenn er nicht entfernt wird).

Man hört soviele verschiedene Meinungen und ich hoffe, dass dieser Thread etwas Klarheit in die Sache bringt.

Sweety

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Auf jeden Fall GERADE den oben gebliebenen Hoden entfernen, denn der ist stark Entartungs-gefährdet! Den abgestiegenen auch, schon damit ein solcher Hengst keine Fohlen zeugen kann, denn der Hoden-Hochstand kann erblich sein.
    Natürlich ist eine solche OP teurer, aber, besonders wenn der Hoden sich im Bauch befindet, auch wesentlich aufwendiger. Mit heutiger OP- und Narkose-Technik sind die Risiken relativ gering. Mein eigener Jetzt-Wallach hat die OP (Bauchhoden) hervorragend überstanden.

  • Avatar sweetdreams sagt:

    und bis zu welchem Alter kann man hoffen, dass der Hoden doch noch runterkommt?

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Da soll es ja schon Wunder gegeben haben (besonders, wenn der Hoden schon in der Leiste liegt), aber im Allgemeinen geht die Chance ab 12 Monaten stark gegen Null.

  • Avatar sweetdreams sagt:

    Danke 🙂

    Geht es eigentlich auch andersherum, dass ein schon abgestiegener Hoden dauerhaft wieder irgendwie „verschwindet“ (ausser bei einer Kastration 😀 ) …temporär können die Jungs die Dinger ja wohl schon irgendwie hochziehen – bei Stress oder so :flucht: :denk:

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Gelegentlich kann das wohl schon mal passieren, aber normalerweise passt ein einmal abgestiegener Hoden nicht zurück durch den Leistenkanal, ist im Hodensack auch „festgemacht“. Der Hoden-Hebemuskel hat auch nicht so sehr viel Kraft.
    MIR ist sowas noch nicht begegnet.

  • Avatar Ennah2 sagt:

    😀 OT: Klar, bei DIR ist sowas ja auch schlicht unmöglich – mangels Masse… :fies: (Sorry, aber das hat mir zu sehr in den Fingern gejuckt… 😀 :rolleyes: :whistling: )

  • Avatar Ennah2 sagt:

    … das“mir“ und „mich“ verwechsel… :whistling: :red: … das kommt vom Umformulieren…

  • Avatar carnacat sagt:

    Hm – also dass der Hoden nicht durch den Leistenkanal zurückkann wenn er einmal abgestiegen ist das leuchtet mir schon ein. Aber mein mit nicht gerade kleinen Hoden gesegneter Hengst kann die trotzdem so hochziehen, dass er aussieht wie ein Wallach.
    Besonders wenn ihm ein kalter Wind durch die Schenkel pfeift 😀

  • Avatar Caprichoso sagt:

    Hm – also dass der Hoden nicht durch den Leistenkanal zurückkann wenn er einmal abgestiegen ist das leuchtet mir schon ein. Aber mein mit nicht gerade kleinen Hoden gesegneter Hengst kann die trotzdem so hochziehen, dass er aussieht wie ein Wallach.
    Besonders wenn ihm ein kalter Wind durch die Schenkel pfeift 😀

    Oh ja, das kann die Pizza auch. :ja: Besonders wenn er sich als braver Wallach darstellen will, um dann PLÖTZLICH aus dem Hinterhalt zuzuschlagen.. :fies: Ne Quatscht… aber es hat mir in der Tat schonmal jemand nicht geglaubt, dass das en Hengst ist, weil er die Dinger so eingezogen hatte. Eine Stute enttarnte ihn dann. 😉

    :flucht: Was ist’n das bitte für ein geiler neuer Smiley??? 😀 😀

  • Avatar Caprichoso sagt:

    Ach so… das geilste ist, wenn ich ihn „bade“ um am Hintern nass mache, zieht er sofort alles ein und wenn ich nen Stuhl hinstellen würde, würde er sich hinsetzen! 😀 Ich weiß, das ist gemein, aber es ist sooo lustig!! 🙂 🙂

  • Avatar Liebe Frau sagt:

    moin :

    ist das Entfernen des verbliebenen Hodens aus dem Bauch mit
    einer Kolik OP und den damit verbundenen eventuellen
    Folgeschäden ( Verklebungen, Fibrinauflagerungen, Verwachsungen…)
    vergleichbar ?
    Stehe vor demselben Problem und fürchte natürlich die Nebenwirkungen
    solcher OP, etwa dass mein Pferdie hinterher kränkelt…..

  • Avatar Mumpitz sagt:

    @ Liebe Frau

    Da bei der Kastration des hochstehenden Hodens nicht der ganze Bauch aufgeschnitten und nicht groß in den Eingeweiden „herumgewühlt“ wird, sind diese Risiken sehr sehr sehr gering im Vergleich zu einer Kolik-OP.
    Bei der Kryptorchiden-Kastration geht der Chirurg durch den Leistenkanal in die Bauch – oder besser: Beckenhöhle ein und tastet sich ohne Sichtkontrolle an dem Band entlang, das zum Hoden zieht (an dem der Hoden normalerweise hätte in den Hodensack „wandern“ sollen), bis er den Hoden gefunden hat. Der Schnitt muss also nur so groß sein (und liegt auch nicht mittig, sondern in der Leistenfalte), daß die Hand/der Arm des Operateurs hinein- und mit Hoden wieder hinaus passt. In dem Bereich, wo er mit der Hand eingeht (Beckenbereich), liegt eigentlich nicht mehr viel an Eingeweiden, nur noch Enddarm und Blase, und die werden bei einem geübten Operateur nicht berührt und auch nicht der Außenluft ausgesetzt, weshalb das Verklebungs-Risiko praktisch gleich Null ist. Auch ist die Bauchdecken-Naht ja eben nicht in der Mittellinie, und es liegen/drücken keine Eingeweide darauf.

    Mein eigener (Ex)Klopp-Hengst hat die Kastration genauso gut überstanden (habe ihn nach 3 Tagen aus der Klinik holen können), wie mein anderer normal kastrierter.

  • Avatar Anskeline sagt:

    Ich habe gerade letzte Woche meinen knapp 3-jährigen kastrieren lassen. Ein Hoden saß noch im Leistenkanal. Der TA meinte, da würde eine ganz normale Kastrations-OP ausreichen, dürfte also auch nicht wesentlich mehr kosten als eine normale Kastration denke ich mal. Sehe ich ja dann, wenn die Rechnung kommt. :S

    Auf jeden Fall verlief alles problemlos, er war 4,5 Tage in der Klinik und muss jetzt noch insgesamt 10 Tage in einer Art Paddockbox stehen, bevor er wieder herumtoben darf. Steht auch alles unter seiner Fotobox „Snoepje vom Hiekenhof“.

    LG,

    Anskeline

  • Avatar Liebe Frau sagt:

    also, bei meinem Pferdchen ( es lebt in Spanien )
    wurde ein sehr grosser Hoden aus dem Hodensack entfernt,
    deswegen hat der TA dort auch gar nicht geahnt, dass das nur einer ist,
    soll ausgesehen haben wie 2.
    Mir wurde geraten abzuwarten, es gibt angeblich geringe Chancen, dass der 2te sich
    noch zeigt oder „abstirbt “ :red:
    was ich persönlich mir nicht recht vorstellen kann.
    Das Pferd ist 5 Jahre jung.
    Wird wohl nur der Weg in die Klinik bleiben, fürchte ich 🙁

  • Beso Beso sagt:

    Hallo,
    mein damals selbstgezogener Trakki wurde das erste mal mit 1,5 kastriert.(blieb beim Versuch, da man den Hoden nicht ertasten konnte…)
    Gesagt wurde: Glückwunsch zum Reithengst.Kosten: 600.- Euro
    Gut 3 jährig tickte er von einem auf den anderen Tag total aus (Erklärung vom TA: durch die Wärme im Bauchraum kann es zu einer Überproduktion
    von Testosteron kommen)
    Flugs machte ich (diesmal in einer großen Klinik) einen 2. Termin.
    Diesmal wurde ganze Sache gemacht. Der Hoden lag sehr weit oben im Bauchraum. Dann hatte es endlich geklappt 👿
    Kosten 1100.- Euro plus 300.- Euro da er danach ne leichte Kolik hatte…
    Lohnt sich auf alle Fälle. Nach einem halben Jahr waren die restlichen Hormone aus dem Körper und er wurde wieder händelbar 8)
    Na dann 4 jährig noch ne Ton-OP und das Pferd war „sarniert“ 8o
    und ich pleite :S
    VG Beso

  • Avatar Mumpitz sagt:

    @ Liebe Frau

    Es ist mit ganz großer Sicherheit auszuschließen, daß der Hoden noch kommt und noch viel sicherer ist, daß er nicht abstirbt.
    Hoffentlich ist genau bekannt, auf welcher Seite der „ordentliche“ Hoden kastriert wurde, damit man weiß, wo der andere (ist oft sehr klein, was aber nichts über seine Hormonproduktion aussagt) zu suchen ist. Evtl. kann man vorab mal mit Ultraschall (Rektal) versuchen, ihn zu lokalisieren.

    @ Beso
    Pferdezucht war schon immer teuer… 😉

  • Avatar Liebe Frau sagt:

    🙁
    danke Mumpitz !
    habe mir das auch nicht so vorstellen können, was die mir erzählt haben.
    leider kann ich ja schlecht unseren Doc einfliegen
    aber mir ist so gar nicht wohl dabei 🙁

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Ich kenne mich ja in Spanien nicht so aus, aber wenn ich an Dunikowskys Kastrationsgeschichte denke, wird mir bei Klopphengst in Spanien auch etwas unwohl… Mir gefällt schon nicht, daß die den abgestiegenen Hoden kastriert haben – den lässt man normalerweise dran bis man den Bauch-Hoden hat…

  • >