kastriert und trotzdem noch Bedenken..

By Frau Olsen | Archiv: Haltung und Pflege

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Ihr Lieben,

ich möchte Euch gerne mal unsere Situation schildern und nach Euren Erfahrungen fragen.

Noch vor kurzem hatten wir uns hier in einem Fred darüber ausgetauscht, inwieweit es möglich ist, Hengste zusammen im Offenstall zu halten. Es gab sehr verschiedene Meinungen und Erfahrungen dazu. Ich selbst gehörte zu der Fraktion, die aufgrund entsprechender Erfahrungen zutiefst davon überzeugt war, dass Hengste zu vergesellschaften sind, wenn sie im Offenstall mit viel Platz gehalten werden und durch die Bewegungsmöglichkeiten ein entsprechend ausgeglichenes Leben führen können. So hatte ich es erlebt – mein damaliger Hengst, zusammen mit Wallachen, bis heute nie ein Problem. Die Kombination mit einem anderen Hengst war mir dann allerdings auch zu gefährlich und ich habe der sehr netten Einstellerin 😉 abgesagt. Und statt dessen zum 1. Juli einen 11jährigen Freiberger Wallach einziehen lassen. Ein zweijähriger Mix war schon die ganze Zeit mit Ole zusammen (also seit beide am 1. April in den neuen Stall eingezogen sind) – die verstehen sch super, waren vom 1. Tag an zusammen, war von Anfang an sehr entspannt. Ole ist Anfang Mai 3 geworden, zum Zeitpunkt meines Berichtes noch Hengst.

Tja, und was dann geschah:

Wir haben den neuen erst mal 3 Tage auf der Koppel getrennt und am 4. Tag dachten wir – worauf sollen wir noch warten?
Es war ruhig und Stress war aus unserer Sicht nicht zu erwarten. Wir haben am frühen Morgen die große Wiese aufgemacht und dann wurde erst mal gerannt. Ole ist ab und an auf den Freiberger aufgesprungen, der sich kaum gewehrt hat. War nicht toll, aber auch nicht gefährlich und hörte nach ca einer dreiviertel Stunde ganz auf.
Den ganzen Tag saß ich da und habe alle beobachtet – alles war super entspannt, haben sogar alle drei meistens zusammen gestanden zum Grasen. Auch in den Stall sind sie mehrmals alle zusammen gegangen, auch da alles ruhig.

Am Abend dann ist Ole von einem Moment auf den anderen plötzlich ausgerastet.
Genau das, was ich schon oft gehört, aber noch nie erlebt hatte und auch nicht so recht glauben konnte, ist passiert:
Absolut unvorhersehbar, völlig unkalkulierbar und ohne jeden für uns erkennbaren Grund ist mein Pferd aggressiv geworden und hat den anderen richtig fertig gemacht. Bei einem verzweifelten Versuch sich zu wehren, ist der Freiberger mit einem Hinterbein irgendwie an Oles Wiederrist hängen geblieben und daraufhin gestürzt.
Er lag am Boden und starrte den aufgebrachten Ole an, der, anstatt endlich von ihm abzulassen, zum finalen Sprung auf den Wallach ansetzte. Das ging alles sehr schnell und dauerte genau so lange wie die Einstellerin brauchte um sich schnell eine Longierpeitsche zu schnappen und zu den beiden hin zu rennen. Als Ole grade auf den am Boden liegenden Wallach draufspringen wollte, war sie grade rechtzeitig da, um brüllend mit der Peitsche so dazwischen zu gehen, dass Ole ihn grade so nicht treffen konnte. In dem Moment kam ich dazu (musste mal kurz für eine halbe Stunde weg) und der Wallach nutzte seine Chance um aufzustehen und abzuhauen.

Wir haben beide natürlich sofort getrennt und waren ziemlich geschockt von dem für uns nach der entspannten Ruhe des ganzen Tages absolut unvorhersehbaren Ereignis.
Ich denke, so wie mein Pferd in dem Moment drauf war – wenn niemand dazwischen gegangen wäre, er hätte ihn sicherlich schwer verletzt oder sogar umgebracht.

Am nächsten Morgen habe ich den Wallach in einen anderen Stall gebracht und Ole wurde kastriert.

Ich hätte ihm die Eier gerne gelassen, weil er im Umgang (mit Menschen, auch Kindern) absolut brav und wohlerzogen ist, wusste aber immer, dass die Klöden kommen, wenn es Probleme gibt, auch mit der Gruppenhaltung.

So im Nachhinein kommen mir aber nun Zweifel daran, ob wirklich die Hormone für sein Sozialverhalten verantwortlich sind.
Weil ich mich an verschiedene andere Situationen aus der Vergangenheit erinnere:

Bei unserer ersten Begegnung war er vier oder 5 Monate alt und es war eher witzig, dass er öfter mal versucht hat, Vater, Mutter und die anderen in seiner kleinen Familienherde zu besteigen. Heute frage ich mich, ob das vielleicht sowas wie angeborene Dominanz ist, übermäßiges Selbstbewusstsein schon von Kindesbeinen an sein kann, hormonunabhängig..

Mit 7 Monaten kam er zu mir und lebte im Offenstall einer Freundin mit einem gleichaltrigen Kumpel und zwei Großen.
Nach einem halben Jahr zog ein drittes Fohlen ein. Den wollte er vom ersten Moment an wirklich umbringen.
Ich war damals sehr entsetzt über sein aggressives Verhalten, was er eben schon damals im Umgang mit Menschen so gar nicht hatte. Es war nicht mal möglich, die drei Fohlen getrennt zu halten.
Nach drei Tagen habe ich meinen kleinen Hengst zur Aufzucht in eine große Herde gebracht. Er war noch kein Jahr alt und sollte lernen, sich anderen Pferden unter zu ordnen.
Dort hatte er die letzten zwei Jahre ein paradiesisches Pferdeleben – zusammen mit 20 anderen Pferden, auch alten, die die jungen erziehen.
Ich konnte ihn nur ein mal im Monat besuchen – es war recht weit weg, aber er wurde sehr gut versorgt und der Platz war toll.
Leider hat sich aber meine Befürchtung bestätigt, dass er sich hochgearbeitet hat.

Abgeholt habe ich ihn am 1. April nach zwei Jahren als unangefochtenen Chef der ganzen Herde.

Meine Überlegung bzw. Befürchtung ist, dass die Kastration sein Verhalten vielleicht nicht ändert, dass das hormununabhängig ist.
Die Kastration ist zwar erst zwei Wochen her, aber noch rastet er aus, wenn sich andere Pferde (z.B. Geländereiter) nähern. Die Tierärztin meinte nach ca 8 Wochen sind die Hormone weg. Verschwindet im Normalfall dann auch solches Verhalten oder dauert das eher länger?

Hat von Euch jemand vielleicht sein Pferd aus ähnlichen Gründen kastriert und hat das die Probleme gelöst?
Mein kleiner Stall braucht eine harmonische Gruppe von 3-4 Pferden. Noch sind wir zu zweit, aber ich brauche dringend noch einen Einsteller.
Und habe keinen Schimmer, wann ich einen nächsten Versuch wagen könnte. Nach 8 Wochen, drei Monaten, einem halben Jahr, oder noch später…?
:nix: :nix: :nix:

  • Avatar Tibatong sagt:

    Und habe keinen Schimmer, wann ich einen nächsten Versuch wagen könnte. Nach 8 Wochen, drei Monaten, einem halben Jahr, oder noch später…?

    Drei Monate finde ich realistisch für einen (natürlich gut überwachten) neuen Versuch. Wenn das auch noch schief geht, würde ich dann wirklich lang warten.

    Und ich würde bei so einem dominanten Pferd immer auf eine gerade Anzahl von Pferden Wert legen, Bei ungerader Anzahl hast du immer ein potentielles, rangniedriges „Opfer“ für Ole was er meint, vertreiben zu müssen, weil er befürchtet, dass der Neue ihm seinen Kumpel abspenstig machen könnte. Bei zweien verteilt sich das und die zwei Neuen haben Chance, sich gegenseitig „beizustehen“ bzw. erst mal eine „eigene“ Gruppe zu bilden und sich fernzuhalten, wenn genügend Platz ist… Wir hatten zwei „Eingemeindungen“ bei uns, wo zwei neue Pferde zusammen kamen, die waren mit Abstand die unspektakulärsten.

  • Avatar Graheba sagt:

    Hallo Frau Olsen,

    ich kann auch nur berichten daß bei uns im Stall ein nunmehr Wallach steht, der dieses Jahr im Februar mit 4,5 Jahren gelegt wurde. Zu Menschen ist er nett, zu seinen Stall und Weidekumpels nicht. Auch wir haben erstmal 8 Wochen gewartet bis der erste Versuch gestartet wurde ihn zu den anderen 3 Wallachen dazuzustellen, auch weil da dann schon Weidesaison war, er stand jedoch schon den ganzen Herbst und Winter neben ihnen auf dem Paddock und nachts mit ihnen im Stall (Boxen). Eine Zeitlang geht es gut, dann aber nach ein paar Stunden rastet er aus und greift die anderen an. Nach mehreren gescheiterten Versuchen steht er nun wieder nur nebenan da es für die anderen zu gefährlich ist.

    Ich selbst hatte einen Hengst der sein Leben lang mit anderen Wallachen die Koppel geteilt hat und es gab nie Probleme! Er war immer umgänglich und hat die anderen in Ruhe gelassen, spielen ja, kämpfen nein.

    Ich denke es liegt einfach am Charakter eines Pferdes und wenn dieser dann noch spät gelegt wird macht es die Sache evtl. schlimmer.

    Sorry daß ich keine positiveren Erfahrungen zu berichten habe. :nix:

  • Avatar Frau Olsen sagt:

    oh mann, Danke Euch beiden schon mal..

    Zwei dazu statt nur einem leuchtet mir ein, das werde ich auf jeden Fall anstreben.

    Ich hab wirklich Angst davor, dass er so wie bei Dir, Graheba, alleine bleiben müsste.
    Zumal das in meinem Stall gar nicht wirklich durchführbar ist. Und mir ist auch nicht so recht klar wie so ein Versuch, wann auch immer, aussehen sollte. Soll ich den potentiellen Einstellern sagen – kündigt mal noch nicht im alten Stall – kann sein, dass mein Pferd eure platt macht und ihr wieder gehen müsst..?
    :nix:

  • casper109 casper109 sagt:

    Du wirst entweder eine Möglichkeit finden müssen die Pferde trennen zu können oder deinen Vorschlag unterbreiten müssen :nix: Ob die jenigen dann bei dir einziehen :nix:

    Aber ich denke das ist dann alles eine Sache der Absprache und einen Versuch wert, besser als nachher das Problem wohin mit den Pferden.

    Warum brauchst du denn unbedingt noch einen Einsteller, wenn ich fragen darf.

    Meine stehen ja im Winter zu Zweit und im Sommer kommt immer der Kleine einer Bekannten dazu, jedoch wenn es sie jetzt beruflich weiter weg verschlägt kommt er dann im nächsten Jahr auch nicht mehr ;( Bei unseren 3en klappt das so gut, auch wenn der Kleine und meine Stute sich mal prügeln…. :motz:

  • Avatar Nubi sagt:

    Hallo Frau Olsen,

    wir haben mit unserem gar nicht mehr so neuen Wallach ein ähnliches Problem. Der junge Mann wurde im letzten Herbst 4.5-jährig kastriert, da ich ihm ein Leben ohne Herde nicht zumuten wollte und man als Einsteller in einem Pensionsstall nur schwer jemanden findet, der den Versuch wagt sein Pferd mit einem Hengst zu vergesellschaften. Er ist bis wir ihn 4-jährig gekauft haben in einer Junghengstgruppe großgeworden. Menschen gegenüber ist er sehr lieb. Ich hätte keine Sozialisierungsprobleme erwartet.

    8 Wochen nach der Kastration hatte er seine Hengstallüren fast vollständig abgelegt und wir wollten wir ihn in eine Gruppe mit 6 Wallachen integrieren, neben denen er bereits einige Wochen durch einen Zaun getrennt friedlich stand. Zunächst lief alles ruhig, er hat sich dem sehr dominanten Herdenchef auch gleich untergeordnet. Aber nach einigen Stunden hat er sich einer der Wallache mit ihm angelegt und danach gab es kein Halten mehr. Er hat ihn über die große Koppel gehetzt und total zerbissen, bis wir die beiden trennen konnten.

    Da wir vermutet haben, es könnte zu früh nach der Kastration gewesen sein, haben wir ihn den Winter über separat gestellt. Er war im Frühjahr überhaupt nicht mehr hengstig, und hat zu den Pferden auf der Nachbarkoppel über den Zaun hinweg ein gutes Verhältnis.

    Zum Anweiden im Mai haben wir es dann, ein halbes Jahr nach der Kastration wieder versucht. Und es war ein ähnliches Bild. Nachdem er satt war hat er sich einen Wallach ausgesucht (der Kontrahent vom Herbst war nicht mehr dabei) und diesen von der Herde getrennt. Dabei war ihm egal, ob der andere sich unterordnete und gleich wegging, er attackierte aus 300 m Entfernung plötzlich und ohne ersichtlichen Grund. Daher steht er jetzt wieder allein, es findet sich verständlicherweise zur Zeit niemand, der sein Pferd dazustellen möchte.

    Ich möchte Dich nicht entmutigen, aber die Kastration allein löst die Probleme nicht in jedem Fall. Totzdem drücke ich Dir die Daumen, dass sich ein passender Weidekumpel findet. Ich habe die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben.

  • Avatar Hannes sagt:

    Meine Erfahrungen

    Hannes war bis zu seinem dritten Jahr in der Herde problemlos. Bei den „alten“ Friesen hatte er keine Schnitte und ich habe ihn nie prügeln gesehen. Danach fing er an auch im Umgang viel Konsequenz zu fordern. Aus verschiedenen Gründen mußte ich ihn dann mit 4,5 Jahre legen lassen. Das hat er psychisch nicht gut verkraftet, war – wenn man das so nennen kann – lange Zeit depressiv, ;( hat aber keinem Pferd körperlich etwas getan. Er nutzte jedoch sein Selbstbewußtsein, als es darum ging einem anderen Wallach den Kumpel auszuspannen. Den Friesen hat er auf einer externen Weide konditionell verhungern lassen. :tuete: Sein Hormonhaushalt hat allerdings fast ein Jahr gebraucht, bis er sich eingespielt hatte. 🙁

    Im Mai 2011 ging er dann zum Einfahren. Nach zwei Wochen dort stellte ihn die Besitzerin in ihre Herde mit 5 Warmblütern. Die Gruppe hat sich gekloppt wie die Kesselflicker. :pinch: Alle sahen aus wie die Flickenteppiche und nach zwei Tagen mußte er wieder raus aus der Herde. 🙁 Da sah ich ihn schon den Rest seines Lebens als „Charakterschwein“ in Einzelhaft verbringen. :panik1:
    Zwei Wochen später stellte sie ihn zu den Ponys. Der Ponychef ließ sich nicht die Butter vom Brot nehmen und nach zwei Tagen war – ohne nennenswerte Verletzungen – die Rangordnung geklärt. Er war kein Chef und der Ponychef war sein bester Kumpel. :hurra:

    Seitdem ist Ruhe. Er ist in seiner Herde sehr selbstbewußt und geht zielgerichtet auf die Position des Herdenchefs, aber auf eine sehr souveräne und saubere Art, ohne seine Artgenossen anzugreifen und zu verletzen. Mittlerweile bin ich schon sehr stolz auf ihn, weil ich oft beobachten konnte, wie er Probleme zwischen zwei anderen Pferden ganz in Ruhe löste und jeden Neuankömmling freudig begrüßte.
    In Bezug auf Menschen ist er ein Kasper, sehr verschmust und mit viel Blödsinn im Kopf und niemals bösartig. :love:

    Ich glaube nicht, das Pferde so einen schlechten Charakter haben, dass sie nur böse gegenüber ihren Artgenossen sind. Wie bei Menschen gibt es das bestimmt auch, das man jemanden auf Anhieb „nicht riechen“ kann und eigentlich nicht weiß, warum. Nur, dass man als Mensch den anderen ja deswegen nicht gleich umhauen kann :irre:

    Ich würde ihm bzw. seinem Hormonhaushalt viel Zeit geben. Drei Monate finde ich zu wenig, obwohl – jedes Pferd reagiert anders. Und dann gibts nur eine Möglichkeit – versuchen ob es klappt. :ja:

    Wünsche Dir viel Erfolg und drücke Dir die Daumen!

  • Avatar Aragon sagt:

    Ach, Mist!

    Wie die anderen sagten, pauschal kann man das nicht beurteilen. Atavio ist 5-jährig kastriert worden und kann bis heute nur mit einem oder maximal zwei Wallachen zusammen stehen (Stuten hasst er), wenn er diesen mag. Dann ist er absolut nett, zwar immer Chef, aber null Schikane. Stellt man ihn mit mehreren Pferden zusammen, bleibt er so weit wie möglich auf Abstand – wenn das nicht geht, wird er eklig (er ist heute 20). Und der war als Hengst keineswegs dominant! Ein etwas starker Wallach konnte ihn problemlos in seine Schranken weisen.

    Der Corazon von Zarina wurde bereits 2-jährig kastriert und stand dann bis 4-jährig (problemlos!) in einer Wallach/Junghengstherde bis zum Kauf. Er ist bis heute (6 Jahre) nur sehr schwer mit anderen zu vergesellschaften, er attackiert auch gern mal sinnlos Pferde, die ihm null entgegenzusetzen haben. Auch bei dem geht es nur mit einem sehr sorgfältig ausgewählten Wallach.

  • Avatar Frau Olsen sagt:

    oh mein Gott… ;(
    Vielen Dank für Eure Berichte!
    Das ist in der Tat genau die Horrorvorstellung, vor der es mich so gewaltig gruselt…

    Zum Glück hat der Ole bisher noch den kleinen Zweijährigen, den er in Ruhe lässt. Aber der zieht in absehbarer Zeit um und ich brauche Einsteller, mit denen ich auch die Arbeit teilen kann, sonst bricht mein System in absehbarer Zeit zusammen..

  • Avatar Aragon sagt:

    Mit dem Zweijährigen geht es vermutlich auch nur deshalb, weil der noch „Welpenschutz“ hat. Nächstes Jahr kann das schon ganz anders aussehen ..

    Eine Möglichkeit ist noch, einen wesentlich kleineren Wallach als Beisteller zu nehmen und diesem an verschiedenen Stellen des Zauns „Durchschlüpfe“ zu bauen, durch die er flüchten kann, Ole aber nicht. Dazu braucht´s aber schon mindestens 20 cm Größenunterschied und eine gewisse praktische Intelligenz beim kleineren Wallach. Das wäre aber die einzige Variante, bei der ich ruhig schlafen könnte …

    Das mit den 8 Wochen, bis die Hormone abgebaut sind, kann man so auch nicht sagen. Eigentlich würde ich da eher mal ein Jahr ansetzen, bis das Ganze auch im Kopf des Pferdes angekommen ist.

  • Avatar Bohnchen sagt:

    Klingt echt scheiße!
    Mein Lütter war ja auch Chef und hat jetzt aber in der Isi Herde absolut gar nichts mehr zu sagen. Bin froh darüber.
    Wie sind denn die Erfahrungen bei den anderen mit Stuten? Das wäre ja auch noch eine Option, oder?

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Hi, ich habe ja auch so einen schwierigen „Fall“. 😀

    Es geht zwar nicht um Weide o. ä., aber seine Boxennachbarn wollen sorgfältig gewählt sein. Über die Dauer von 2 Jahren habe ich nun festgestellt, dass es mit Pferden recht gut klappt, die selbstbewusst sind und sich nicht unterbuttern lassen. Friesen klappen im Allgemeinen gut. Aber da, wo ich dachte, das neue Pferd wird keine Führungsansprüche stellen, weil sehr jung oder rangniedrig, mit denen ging es am allerwenigsten.

    Vielleicht kannst du da ansetzen. :nix: Viel Glück wünsch ich deinem Ole.

  • Wattreiter Wattreiter sagt:

    Mein Wallach ist zwar mit 3,5 Jahren gelegt worden, hat sein agressives und hengstiges Verhalten gegenüber anderen Pferden aber sehr lange behalten. Sein langjähriger Kumpel hat sich völlig untergeordnet, ein drittes Pferd wurde gnadenlos weggebissen.
    Hinzu kommt noch, daß er heftig eifersüchtig ist (was mich betrifft) und als Herdenchef seine Gruppe gegen fremde Pferde massiv verteidigt
    Was allerdings zwei Mal sehr gut geklappt hat, war das „Zusammenführen“ durch gemeinsames Hängerfahren.
    Die Pferde lernten sich quasi auf dem Hänger kennen, dann wurde 1-2 Stunden gefahren, ausgeritten, und anschließend konnte man beide zusammenstellen (solange genügend Platz war!).
    Generell spielt aber auch Sympathie eine Rolle, es gibt leider Pferde, die einfach nicht miteinander können…

    Wahrscheinlich wird dein Pferd mit einem deutlich jüngeren Neuankömmling besser klarkommen, als mit einem gleichaltrigen Konkurrenten.

  • Avatar Frau Olsen sagt:

    Danke für die Tips! Das Hängerfahren ist auch ne interessante Idee! Und ja, das glaub ich auch – je jünger der andere, desto besser. Aber nu isser ja auch selbst erst drei und das schränkt in der Hinsicht die Auswahl doch ziemlich ein.
    Was mich auch mal wirklich interessieren würde ist, wie wäre eine Kombination mit Stuten? Natürlich nicht in absehbarer Zeit, aber ob das wohl was anderes wäre?
    Jetzt hoffe ich, dass erst mal alles so bleibt wie es ist und mir nicht der kleine Zweijährige noch flöten geht. Die Besitzerin ist grade ihrer neuen Liebe hinterher gezogen und hat mir das Pferd erst mal da gelassen, zum Glück. Wenn der jetzt noch gehen würde, wäre ich ziemlich aufgeschmissen..

    Ansonsten ist der Ole ein so spezielles und lustiges und gelehriges Pferdchen. Gestern hat er weil der Rasenmäher kaputt ist meinen Vorgarten im Stall abgrasen dürfen. Ich hab irgendwas in der Sattelkammer gewurschtelt und da stand der plötzlich in der Tür! Da hat er zum ersten mal im Leben einen Spiegel gesehen :eye: (seeeeehr spannend) und kam glaube ich zu dem Schluss, dass er, in der Tat, der schönste im ganzen Land ist 😀

  • Honeybear Honeybear sagt:

    Tolles Bild. :thumbsup:

    Die Idee mit dem Hängerfahren finde ich auch nicht schlecht.

    Mit Stuten wäre vielleicht die Sache, ob er sie deckt. Viele Stutenbesitzer finden das gar nicht toll. Vom Wesen her könnte ich mir schon vorstellen, dass es mit denen klappen wird. Aber ausprobieren wirst du es halt müssen. Vorraussagen kann man da gar nichts. :nix:

  • casper109 casper109 sagt:

    Ich hab ja letztes Jahr meine Stute dazugekauft…. :panik:

    Gleich von Anfang an mit der Option, das ich erst mal sehen will wie das mit den Beiden Jungs klappt, Casper ist ja kein Problem, aber der Kleine lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen.

    Es gab nach ca. 3 Wochen erst nebeneinander im Unterstand, mittig halbhoch geteilt und auch Ausgang auf die Weide geteilt, die erste Zusammenführung. Ich wollte das erst mal eine Sicherheit dazwischen ist und so keine ernsthaften Prügeleien stattfinden.

    Bei der ersten Zusammenführung wurde erst ein wenig geguckt und dann ging es los :panik: Der Kleine und Sie prügelten sich das die Hufe flogen, das ist bis heute nicht ganz vorbei und die ein oder andere Macke gibt es dann schon noch mal, aber es hat sich sehr beruhigt. Wäre das nicht gegangen, hätte ich sie nicht gekauft.

    Am Anfang dachte ich das wird nie was, da beide sehr dominant, Casper ist da der Sanfte, der lieber weggeht als sich prügelt.

    Deswegen würde ich mal behaupten, das es sogar schwieriger ist unterschiedlich geschlechtliche zusammen zu stellen.
    Denn mit Wallachen hatte ich noch nie Probleme, mit Pina ist jetzt immer eiine gewisse Unruhe da. Aber es hält sich in Grenzen.

    Aber es kann auch anders sein, ich denke das ist auch bei den Pferden eine Sache der Chemie :nix:

  • Avatar Hannes sagt:

    Was mich auch mal wirklich interessieren würde ist, wie wäre eine Kombination mit Stuten?

    Das würde ich mir ernsthaft überlegen. Auch da gibt es Unterschiede. Die Herdenkonstellation die wir uns im „zukünftigen alten Stall“ gewünscht hatten ging nicht, weil eine Stute Hannes so lange und penetrant angebaggert hat, :blinzel: bis er nicht mehr konnte und aufgestiegen ist. Merkel konnte es auch nicht schnell genug erwarten, bis er sie begattet hat. Die Stutenbesitzerin hat das ganz geschmeidig hingenommen, da sie ja sah, wie ihre Stute „ackerte“ 😉 .
    Ich fand das überhaupt nicht gut und da gabs dann auch kein wenn und aber. Es ist für den Wallach nur Streß, wenn er immer wieder ne rossige Stute vor der Nase hat und für die Stuten ist es auch nicht gut, die Verletzungsgefahr ist nicht zu unterschätzen!
    Eine andere junge Dame hat Hannes nicht rangelassen – nix zu machen und er hat es auch nicht erzwungen, sondern die Signale gedeutet und sie sofort in Ruhe gelassen.
    Vielleicht eher eine ältere Stute, die garnicht mehr rosst. :denk:

  • Avatar ines sagt:

    ich habe es aufgegeben die männer verstehen zu wollen 8|

    puschkin hat 2 jährig leider einmal gedeckt, steht nach der kastration mit stuten (auch mit der stute) und wallachen zusammen. egal welche konstellation, gibt keine probleme, er springt nicht auf. hat nur einen erzfeind… nämlich:

    dingdong, 2 jährig kastriert definitiv ohne gedeckt zu haben springt auch 1 jahr später noch auf stuten auf (wenn man ihn lassen würde :fies: ) außer mit puschkin absolut verträglich mit anderen wallachen. (wird von puschkin platt gemacht)

    Günni, ich glaube der war 7 oder 8 als wir den kastriert haben. absolut unverträglich, hat versucht einen großen schwarzen wallach umzubringen (wie von dir beschrieben). ist auch am zaun streife gelaufen wenn der andere in sichtweite war. Günni war murgese, die sind alle groß und schwarz, vielleicht gabs da mal einen vorfall in der halbwilden jugend?

    ibo, 14 jahre lang hengst stand nur mit einer stute zusammen und hat gedeckt ohne dass ein fohlen kam. attakierte nach der kastration andere deutlich größere wallache (er minishetty- opfer shire wallach :kowa: ) decken hörte aber augenblicklich auf. steht 3 jahre nach der kastration mit „seiner“ stute und einem anderen minishettywallach friedlich zusammen.

    alle anderen wallache sind früh oder spät kastriert worden ohne zu decken und sind in der herde oder alleine mit einer stute unauffällig.

    kann kein system erkennen. :rolleyes:

  • gitana gitana sagt:

    kann kein system erkennen. :rolleyes:

    Das geht mir genauso. Ich habe ja auch schon so diverse Erfahrungen mit Hengsten und Wallachen gemeinsam und ich kann auch nur sagen, es ist offensichtlich alles möglich von ganz negativ bis ganz positiv.

    Es hilft also wohl nur ausprobieren, wie es mit den eigenen klappt und auch das kann ja bekanntlich von jetzt auf nachher umschlagen, selbst wenn alles bestens angefangen hat. Echt schwieriges Thema. :nix:

  • Avatar jaara2008 sagt:

    Wir haben hier seit ewigen Jahren eine Stutenherde (naturgemäß über die Zeit in wechselnder Besetzung – vom „alten Stamm“ ist nur noch meine alte Stute übrig). Unsere Erfahrung ist: Stuten untereinander – von den üblichen Zickereien abgesehen kein Problem. EIN Wallach dazu ist ebenfalls kein Problem. Schwierig wird es ab dem zweiten Wallach: Da geht es dann schnell um Konkurrenz, es kommt sehr viel Unruhe herein, es wird sich gekloppt um die Stuten und je nach dem auch mit oder gegen die Stuten. Unser Fazit lautet: Stuten untereinander – gerne. Wallache untereinander – ebenfalls. Gemischt wird es schwierig, wenn mehr als ein Wallach in die Gruppe soll.

    Im Nachbarstall steht allerdings eine sehr große gemischte Herde auf relativ großen Flächen. Hier bilden sich je nach Sympathie Untergruppen. Wen man nicht mag, dem geht man aus dem Weg. Das klappt sehr sehr gut. Wie es allerdings im kommenden Winter wird, wenn die Herde auf engerem Raum und bei weniger Futterangebot (die Wiesen sind dann geschlossen) zusammensteht, bleibt abzuwarten.

  • Avatar Harmona sagt:

    bei meinem stall sind heut nacht die pferde ausgebüxt
    von 2 getrennten koppeln auf die große (die war aufgeteilt, pferdis konnte also net weg)
    das waren 2 stuten und 2 wallache, die stute mit dem fohlen (nummer 5 und 6) waren noch auf der kleinen
    die 4 haben sich super verstanden, stuten haben sich geputzt und selbst wenn ein wallach sich dazwischen geträngelt hat gabs keinen zoff
    aber eben mama und das fohlen haben nen großen bogen gemacht, die ist bzw war leitstute und meine ist auch gerne chef

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