Jagd auf eigenem Land muß nicht geduldet werden

By Akascha | Archiv: Smalltalk

Diese Seite bewerten

Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte:
Jagd auf Privatgrundstücken gegen den Willen der Eigentümer
verstößt gegen Menschenrechte

Nach einem
Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) stellt
die Jagd auf Privatgrundstücken gegen den Willen der Eigentümer eine
Verletzung von Artikel 1 Protokoll Nr. 1 (Schutz des Eigentums) zur
Europäischen Menschenrechtskonvention dar. Grundstückseigentümer, die
die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, dürfen nicht verpflichtet
werden, die Jagdausübung auf ihrem Land zu dulden. Das Urteil ist
rechtskräftig.

Damit gab der Gerichtshof einem
Grundstückseigentümer aus Baden-Württemberg recht, der die Jagd aus
Gewissensgründen ablehnt, aber nach dem Bundesjagdgesetz automatisch
Mitglied einer Jagdgenossenschaft sein und die Jagd auf seinem
Grundstück hinnehmen muss. Nach der deutschen Jagdgesetzgebung sind alle
Eigentümer von nicht eingefriedeten Grundstücken unter einer Fläche von
75 Hektar hierzu verpflichtet, so auch der Kläger, der im Besitz von
zwei einzelnen Grundstücken unter 75 Hektar ist.

Der Gerichtshof gelangte jedoch zu der Auffassung, „dass
die Verpflichtung, die Jagd auf ihrem Land zu dulden, obwohl sie diese
aus Gewissensgründen ablehnen, Grundstückseigentümern eine
unverhältnismäßige Belastung auferlegt“
und folglich eine
Verletzung von Artikel 1 Protokoll Nr. 1 vorliegt. Dabei folgte er
früheren Urteilen, die die Situation in Frankreich und Luxemburg
betrafen.

„Mit diesem Urteil können sich Grundstücksbesitzer gegen das Töten von Tieren auf ihrem Land zur Wehr setzen“, freut sich Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher von TASSO über diese Entscheidung. „Der Gesetzgeber ist nun verpflichtet, die Jagdgesetzgebung umgehend dem Urteil des EGMR anzupassen.

  • Avatar Chavez sagt:

    Das ist super! Auch auf unserem Land war vor ein paar Jahren ein Jäger unterwegs. Der lief nicht nur auf dem Land sondern auf unserem Grundstück hinterm Pferdestall. Als ich ihn zur Rede stellte (mit seinen toten Fasanen am Gürtel baumelnd) wurde der auch noch pampig und war nicht davon zu überzeugen, das der auf unserem Grundstück (wohlgemerkt nicht auf dem Land!) nix zu suchen hat. Die Pferde waren auf der Weide und er meinte, da es ja so neblig (!) war und da ja Pferde liefen, müsste er eben über unser Grundstück :irre: . Wie ich da so schimpfend vor ihm stehe, sch…sst mir auch noch sein Jagdhund vor die Füße.

  • Avatar -Tanja- sagt:

    Cool!

  • Avatar Talimeth sagt:

    Vielen Dank.Ich möchte ich auch keine Jagd auf meinem Hof. Allerdings wird das der Gemeinde und der jagdgenossenschaft kaum vermittelbar sein und man ist auf dem Land ja so was von abhängig.

  • Patsch Patsch sagt:

    Danke! Hast du noch einen Link wo ich das nachlesen kann?
    Wir sind ja durch den Hofkauf auch Besitzer mehrerer Teilstücke Land und damit auch in der Jagdgenossenschaft (die Jagdpacht ist übrigens der Witz).
    Wäre immerhin schön, dass noch mal genau nachzulesen.

    Wobei…..auch ich mich nicht gegen den hiesigen Jäger stellen würde wollen, er verpachtet uns den Winterauslauf, das käm nicht gut.

  • Avatar Saro sagt:

    Es sind bei weitem nicht alle Jäger schlecht. Die haben durchaus eine Funktion die sinnvoll ist.
    Als bei uns einer über die Wiese latschte haben wir ihn darauf hingewiesen, dass er sich auf Privatgrund befindet und er hat sich entschuldigt (Jahrelang hat niemand da gewohnt wo wir jetzt sind) und ist zufrieden von Dannen gezogen. Wenn sie ihre Jagd korrekt auch in meinem Waldstück machen habe ich persönlich nichts dagegen.

  • Avatar Akascha sagt:

    Hast du noch einen Link wo ich das nachlesen kann?

    :nix: ich hab das mit dem Tasso newsletter bekommen, war kein gesonderter Link angegeben.

  • Avatar geestprinzessin sagt:

    Ich möchte mich da auch Saro 😉 anschließen: Wir werden „unseren“ Jägern nicht verbieten, auf unserem Land zu jagen. Bei uns kommt es auch nicht so häufig vor, dass sich Jäger hier tummeln. Einmal im Jahr, zwischen Weihnachten und Neujahr, kommt ein ganzer Schwung an Jägern. Sie rufen ein paar Tage vorher an, so dass ich die Pferde dann für die Zeit im Stall lasse. Meinen Hund lasse ich vorher noch einmal übers Land laufen, damit er „unseren“ Fasan kurzfristig in die Flucht schlägt, so dass der den Jägern nicht vor die Flinte rennt (hat die ganzen Jahre auch immer geklappt :hurra: ). Danach kommt der Hund eben ins Haus, weil die Jäger nach der Jagd immer noch kurz zu uns reinkommen und wir ein bisschen schnacken.

    Wir haben hier ein gutes Verhältnis zu den Jägern. Viele von denen sind ja auch Landwirte und mehr oder weniger Nachbarn. Da nimmt jeder Rücksicht auf den anderen. Keiner von denen würde so bei uns übers Land rennen und schießen, wenn meine Tiere draußen sind.

    Ich zum Beispiel brauche jetzt auch die Jäger, weil ich von Kaninchen ohne Ende umgeben bin und die unsere Weide und den Garten mit allen Kräften umgraben. Und ehrlich gesagt, bin ich dann auch froh, wenn sie auf unserem Grundstück schießen 🙂 .

    LG
    Britta

  • Avatar Patti sagt:

    Ich kann mich da Saro und Geestprinzessin nur anschließen.

    Unsere sehr weitläufige Vereinsanlage wurde vor einiger Zeit von mehreren Kaninchenfamilien bewohnt – ja herzlichen Dank auch…
    Löcher ohne Ende – auf der Weide, auf der Rennbahn, auf der Grünbrache, wo man eigentlich reiten kann – da waren wir sehr froh, dass die ansässigen Jäger sich um dies Problem gekümmert haben. Denn – Pferde sollten nach Möglichkeit NICHT in Karnickellöcher treten…

    Genauso Thema Wildschweine.
    Wir haben hier sehr viele davon und gerade wir Reiter sind eigentlich durch die Bank dankbar, dass die Jäger die auch vermehrt schiessen müssen. Wer im Gelände mit Pferd schonmal eine Begegnung mit einer Wildschweinrotte gehabt hat, wird verstehen warum.

  • Avatar Patrizia sagt:

    Bei uns sollen jetzt wohl diese Marderhunde sehr arg auf dem Vormarsch sein. Die müssen auch geschossen werden, sonst nehmen sie überhand. Find ich auch nicht schön, auch Fallenstellen nicht, aber verstehen kann ich es trotzdem… :nix:

    Ich kenne einige sehr vernünftige Jäger. Die essen z. B. nur noch ihr selbst geschossenes Wild, kein „Industrie“-Fleisch mehr. Das kann ich absolut nachvollziehen.

  • Avatar Patrizia sagt:

    er im Gelände mit Pferd schonmal eine Begegnung mit einer Wildschweinrotte gehabt hat

    Mir reicht schon ein einziges Schwein…hier und da seh ich mal eins im Winter. Rehe, Hasen, Füchse, Flattertiere aller Art, nichts ist ein Problem für die Pferde, solange es nicht gerade vor ihren Hufen aus dem Busch springt, aber vor den Schweinen haben sie richtig Panik. Dabei wohnt eins in einem Gebüsch in unmittelbarer Nähe der Weide… trotzdem.

  • Avatar AndalusierHaller sagt:

    Hallo zusammen,

    ich komme gerade vom Zaunmachen und habe mich sehr angeregt mit unserem Jäger unterhalten. Ein netter Kerl ist das, sehr höflich mit einem hervorragend folgenden Hund. Wir sind uns einig, dass er unsere Rösser nicht totschießt 😀 und am WE stellt er neben der Koppel einen mobilen Jägerstand auf, um die Wildschweine zu dezimieren. Ein Jagdverbot halte ich für zu kurz gedacht. Wo kämen wir denn hin, wenn keiner mehr jagen dürfte? Ich möchte die (reitenden) Jagdgegener sehen, wenn wir zur Wildregulation wieder Luchs, Bär und Wolf auswildern würden. Denn das wäre die Konsequenz.

  • Avatar Patti sagt:

    Tja…..wasch mich, aber mach mich nicht nass 8)

  • Patsch Patsch sagt:

    Hab ja nichts gegen die Jäger oder die Jagd an sich. Finde besonders die Jagd eher sinnvoll. Wir wohnen direkt neben dem Großtrappenschutzgebiet, haben auf der anderen Seite ein riesiges Militärsperrgebiet und können uns dadurch vor Wild kaum retten.

    Dennoch sinnvoll sowas mal genauer nachzulesen, einfach damit man weiß worum es geht wenn die Diskussion aufkommt.

    Und wie geschrieben unser hiesiger Jäger verpachtet uns den Winterauslauf und geht sogar netterweise einmal im Jahr mit Gerät über den Auslauf um nachwachsendes Unterholz zu beseitigen.

  • >