Hektischer Hund

By Diana | Allgemeines über Hunde

Was kann man mit einem Hund üben, der 24 Stunden am Stück Hektik verbreitet?
Welche Kommandos geben, was trainieren, was fordern?
Es handelt sich um einen sehr großen Schäferhundrüden, knapp zwei Jahre alt. Er ist seit Anfang Mai bei uns, also gut drei Monate.
Vorher lebte er auf einem Bauernhof mit Pferdehaltung, also ähnlich wie bei uns, bis sein Herrchen starb. Er wurde für einige Monate bei einer Familie untergebracht, hat sich da aber nicht passend aufgeführt und die Leute hatten die Zeit nicht, die er gebraucht hätte.

Der Hund ist einfach wahnsinnig unruhig und steht unter Spannung.
Als wir ihn angeguckt haben, rannte er schon völlig planlos durchs Haus, bellte, wenn ihm was nicht passte und gab einfach keine Ruhe.
Da hatte ich mir gedacht, dass er einfach nicht ausgelastet ist und ihm im Reihenhaus mit winzigem Garten und kleinen Spaziergängen einfach die Bewegung fehlt.
Hier bei uns ist er fast immer draußen, kann rennen, hat Hunde- und Menschengesellschaft.
Aber er ist total ungeduldig und hektisch, dabei aber sehr aufmerksam. Er bekommt alles mit (ist sehr erwünscht.).
Aber immer in Bewegung, entweder rast er durch die Gegend oder im Kreis um irgendwas herum.
Wenn er irgendwo nicht hinkommt oder etwas nicht kann oder darf, fängt er an zu fiepen, zu jammern und laut und hell zu bellen. Und zwar langanhaltend. Stundenlang, um genau zu sein.
Kurz und gut – er nervt. Und zwar Menschen, Hunde und Pferde.
Die anderen Hunde kommen zu uns, gucken und setzen sich hin, er dreht im Affenzahn erstmal drei Runden um einen, flitzt dann kurz weg, um ebenso schnell wieder da zu sein und wieder Runden zu kreiseln. Wenn man losläuft, folgt er sofort – auch an Orte, wo er gar nicht hinsoll.
Den Pferden wuselt er ständig um die Hufe herum oder springt an den Boxenfenstern hoch, um schnell mal in die Boxen zu gucken.
Die anderen Hunde sind von seinem Hin- und Hergerenne und dem ständigen Gebell auch nicht angetan.

Ablegen, um ihn von den Füßen zu haben, geht nur unter Protestgejammer und es wird aufgestanden, sobald man einen Moment nicht hinguckt.
Der Hund bekommt oft Gemeckertes, aber das wirkt nur für Sekunden. Obwohl er inzwischen recht gut bei uns Bescheid weiß und die Anweisungen kennt und auch (meist) befolgt. Aber nur ganz kurz.

Was könnte ich mit ihm trainieren, um ihn “runterzuholen”?
Er muss etwas ruhiger werden, diese Hektik ist kaum auszuhalten.

Er liegt gerade hier im Raum, aber ich muss ihm etwa alle zwei Minuten sagen, dass er liegenbleiben soll.
Er guckt aufgeregt durch die Gegend, ändert ständig die Lage, schnüffelt und leckt um sich und an sich herum, ist am Fiepen und will nur eins :
Raus und gucken, was mein Mann da macht.
Kann man einem Hund beibringen, dass er sich langsamer bewegt und nicht nur rennt?
Körperliche Auslastung ist kein Problem, aber er rennt trotzdem weiter, auch wenn es heiß ist, die Zunge bis zum Boden hängt und er fast nicht mehr so schnell hecheln kann, wie er muss.

Ich kann das Verhalten nicht deuten, ich weiß nicht, warum der so unter Strom steht.
Vielleicht hat ja jemand hier eine Idee?

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