Herzklappendefekt – der Anfang vom Ende?

By ines | Allgemein, sonstiges

Hallo.
Vor zwei Jahren wurde mehr oder weniger zufällig bei meinem Pferd (damal 8 Jährig) ein Herzklappen fehler entdeckt. Die genauere Untersuchung per Herultraschall ergab eine mittelgradige Aortenklappen insuff. und eine geringgradige Trikusspidalklappeninsuff.

Auf die nachuntersung habe ich verzichtet, da vermutet wurde, daß die herzklappeninsuff angeboren ist. Caballo zeigte keinerlei herzbedingten leistungseinbußen.

Im sommer 08 habe ich Caballo aus der dressurreiterei rausgenommen. er spulte die lektionen ab, aber ohne ausdruck, total lustlos. ich habe das auf seine behinderung geschoben. durch die period. augenentzündung hat er vermutlich im sommer das letzte bischen augenlicht auf dem rechten auge verloren. seitdem ging er ca 3x in der woche im reitunterricht mit. Da ist quasi „bewegungstherapie“, in seiner gruppe müssen die pferde körperlich nichts großartiges leisten.
seit ca acht wochen baut caballo deutlich ab. er frisst normal, ist im umgang normal, aber auf dem paddock spiel er mit seinem freund nicht mehr. er steht da nur blöd rum. beim reiten ist er nach zwei runden trab schon nass und außer atem. im schritt oder stand erholt er sich aber wieder erstaunlich schnell.
er hat keine ödeme. er hustet nicht.

was ist das nun? Doch eine bakterielle infektion im herzen? Was mach ich nun mit ihm? ganz stehen lassen? oder lieber reiten um das herz weiterhin irgendwie „fit“ zu halten?

mache mir sorgen um mein Pferdel.

vielleicht weiß jemand rat
Der tierarzt kommt am dienstag sowieso und schut sich caballo gleich mit an. aber ich wäre gerne vorbereitet.

gruß ines

  • Avatar maurits sagt:

    solange nicht abgeklärt ist, ob er eventuell eine Infektion hat, die das Herz geschädigt hat, auf keinen Fall belasten.

    Ich wünsche Dir viel Glück!

    lg
    maurits

  • caos constante caos constante sagt:

    Hallo Ines,

    es tut mir leid, dass es Caballo zur Zeit nicht gut geht. Man selbst leidet ja auch irgendwie mit. :hug: Da ich ein notorischer Optimist bin, würd ich nicht immer gleich das Schlimmste annehmen.
    Ich denke für sein Herz ist es besser, wenn er ein wenig Arbeit hat. Es ist bei Herzangelegenheiten of schwierig. Schonen ja, Ruhe meist nicht. Aber auch da findest Du tausend Meinungen.

    Mit dem Schwitzen nach zwei Runden Trab haben meine Pferde zur Zeit auch ein Problem. Ich denke, das liegt eher am Winterfell. Die Schimmel und Hellbraunen haaren jetzt auch schon ganz schön. Wird es Sommer?

    Ich drück Dir die Daumen und Kopf hoch

    Liebe Grüße

    Sabine

  • Avatar Hussar sagt:

    So schlimm das ist und ich hoffe, dass Dein noch recht junges Pferd auch mit diesem Herzfehler noch ein langes und erfülltes Leben hat, aber ein Pferd mit einem diagnostizierten Herzfehler stellt für den Reiter ein hohes Risiko dar. Bin jetzt etwas geschockt, hier zu lesen, dass das Tier im Reitunterricht eingesetzt wurde (auch wenn es leichte Arbeit war) oder habe ich da was missverstanden?

  • Avatar ines sagt:

    Hallo

    mir wurde damals in der klinik ausdrücklich gesagt, daß caballo geritten werden soll. undzwar nicht nur im schritt, sondern in vernünftiger arbeit. von distanzritten wurde uns abgeraten, weil er da wohl an seine grenzen stoßen würde.
    bis zu dem zeitpunkt, als die diagnose gestellt wurde war er voll im einsatz als reit und „showpferd“ und ist tatsächlich ein oder zwei distanzen vor der kutsche gegangen.
    der herzfehler wurde zufällig entdeckt, er zeigte bis zu dem zeitpunkt keinerlei leistungseinbuße.

    ein angeborener herzfehler verändert sich nicht. erst im alter nimmt die schlagkraft des herzens ab.
    daher ist die gefahr, daß er tot unter dem reiter zusammenbricht bei normaler belastung ebenso groß wie bei einem gesunden pferd. :ja:

    Ich habe caballo mit gutem gewissen geritten und später aufgrund der verhaltensänderung (aufgrund der zunehmenden blindheit) mit noch besserem gewissen im reitunterricht eingesetzt.

    Der TA war da und hat keinerlei weitere veränderung am herzen festgestellt. Leichtes fieber und das seltsame wetter haben wohl zu der mattheit geführt.

    Der TA hat sein bewegungsprogramm eher bemängelt, da er zu wenig und zu selten arbeitet. deine brfürchtungen sind also unbegründet

    gruß ines

  • Avatar Andrea S. sagt:

    Bin jetzt etwas geschockt, hier zu lesen, dass das Tier im Reitunterricht eingesetzt wurde (auch wenn es leichte Arbeit war)

    Warum entsetzt Hussar?
    Man sollte sich immer vor Augen halten, dass das Herz ein Muskel ist! Und ein Muskel sollte trainiert sein um zu funktionieren!
    Ein immer gerittenes Pferd mit dieser Diagnose plötzlich wegzutsllen ist sogar eher schädlich als nützlich!
    Ich kann nur als Mensch mit ehemaligem Herzfehler sprechen, bei dem ich als Kind grad nochmal so von der schippe gehüpft bin.
    Hier wurde meinen Eltern immer gepredigt, das KJind ja zu schonen, keine Anstrengung etc. pp.!
    Pech für die Eltern, hatten sie doch ein extrem aktives Kind, das sogar so sportlich war, das Vereine es in den Leistungskader aufnehmen wollten!
    Die Eltern hörten aufs Kind, nicht auf die Ärzte!

    Glük für das Kind, wie irgendwann mal später ein Kardiologe äußerte, da das Herz sich zu einem topfiten Muskel entwickelt hatte, der er nicht geworden wäre, ghätte man das Kind im Schongang gehalten.

    Solange keine akute Infektion im Körper vorliegt, würde ich das Pferd weiter konstant arbeiten ohne es zu überfordern! Ruhe ist Gift und führt nur dazu, dass der Muskel weniger traniert und somit anfälliger wird!

  • Avatar Hussar sagt:

    Dann lasse mich das bitte nochmal zusammenfassen und erläutern.

    Das Pferd hat eine angeborene Herzklappeninsuffizienz.
    Dies kann z. B. bedeuten, dass die Herzklappe entweder keine gute Aufhängung hat, zu klein oder zu gross ist (also nicht richtig ausgebildet), usw.. Funktioniert eine Herzklappe nicht anständig, dann arbeitet der Herzmuskel stärker, um dies auszugleichen. Das Herz vergrössert sich unverhältnismässig.

    Das Pferd hat eine perodische Augenentzündung; nach heutiger Kenntnis und Annahme wird dies vor allem durch Leptospiren hervorgerufen, die das Immunsystem des Pferdes im Körper an sich wohl gut bekämpfen kann, aber nicht im Auge. Die dort ständig wiederkehrende Infektion ist ebenfalls eine Belastung für den Körper.

    Stand ist, dass das Pferd nun ziemlich merkbar abbaut (laut Eingangsthread sind Veränderungen wie Lustlosigkeit in den Lektionen seit Sommer 2008 zu beobachten; nun ein körperlicher Abbau).

    Ich selbst bin auch nicht dafür, ein Pferd, welches einen Herzfehler hat (und hier ist es egal, ob bereits ein Verdacht darauf vorlag oder ob dies zufällig diagnostiziert wurde) aufs Altenteil zu schicken und zum Nichtstun zu verdammen. Eine leichte Aufgabe ist immer förderlich und erhält auch geistig gesund, was wiederum förderlich ist für die körperliche Verfassung.
    Aber ein Pferd mit einem Herzfehler stellt auch immer ein Risiko für den Reiter dar. Wenn ich also vorsätzlich solch ein Pferd im Unterricht einsetze, ist das dann 100%ig verantwortungsbewusst gegenüber dem Schüler?

    Es war nicht meine Intention, irgendjemanden hier anzugreifen. Ich habe etwas hinterfragt, weil ich mir durchaus bewusst bin, dass sich manchmal Prioritäten unbemerkt verschieben können.

  • Avatar ines sagt:

    Ich lasse mein Pferd mit ABSICHT und mit absprache unseres tierarztes im unterricht arbeiten, da da ja stress bekanntlich infektionen schürt d.h. schübe auslösen bzw verstärken kann. Caballo hätte deutlich mehr stress, wenn er ständig auf dem Paddock vor sich hin oxidieren würde und nix machen dürfte.
    Das Herz von Caballo ist NICHT vergrößert. aber das weißt du ja sicher, da du dich der vollständigheit halber und um deine kritik zu untermauern in der klinik erkundigt hast. Oder etwa nicht?
    Es ist deshalb nicht vergrößert, da der Muskel ausreichend stark ist für die körperliche belastung, der das pferd ausgesetzt ist.
    Der Abbau scheint begründet zu sein in mangelnder körperlicher beanspruchung. ich hatte ihn erst aus unwissenheit komplett aus der reiterei rausgenommen um ihn dann langsam wieder aufzubauen. für das wetter können weder er noch ich was.

    Ich gebe (reit)unterricht für schwer erziehbare jugendliche und kinder, die eben den vernünftigen umgang mit pferden lernen sollen. Rücksichtnahme auf eventuelle „gebrechen“ gehören selbstverständlich dazu. Ich habe eine stute mit einem schweren lungenschaden („schwerererster“ lungenschaden) übernommen. sie soll bewegt werden, also läuft sie im unterricht mit. So wie sie kann. Im sommer bei fiesem wetter auch mal nur eine kurze weile schritt, bei gutem wetter auch mal durchaus „normal“. das ist okay. sie wird so eingesetzt wie sie kann. wenn wir das nicht tun kommt sie in die wurst, da sich die lunge komplett zusetzen würde. würden wir sie auf eine rennbahn schicken würde auch sie sicherlich irgendwann tot unter dem reiter zusammenbrechen. ist es deshalb verantwortungslos sie zu reiten?
    Wir hatten (leider verstorben) eine komplett blinde ponystute. 38 Jahre alt. die kinder haben mit ihr gelernt sie durch einen Hindernis parcour zu lotsen. (stangensalat, jedes bein einzeln „bedienen“ usw.) Die stute hätte alleine aufgrund ihres alters jederzeit sterben können. war es verantwortungslos der stute eine sinnvolle beschäftigung zu geben und den Kindern zu zeigen, wie man liebevolle führung übernimmt? (wenn sie jemandem nicht traute blieb sie entspannt oder trotzig stehen)

    Andrea: da war dir dein dickkopf ja mal zu etwas gute 😀

    gruß ines

  • Avatar Hussar sagt:

    Ines, warum Du Dich nun so persönlich angegriffen fühlst, verstehe ich nicht. Nein, ich habe nicht geäussert, dass bei Deinem Pferd ein vergrössertes Herz diagnostiziert worden ist. Kann ich auch gar nicht, weil ich zum Einen Dein Pferd gar nicht kenne, zum Anderen dieser Befund nicht von Dir genannt wurde. Auch war die Ausführung und schriftlich formulierte Darstellung meiner Meinung nicht im Mindesten im Fehlton oder ein Angriff. Falls jemanden das Thema generell bzgl. Aortenklappen-Insuffizienz beim Pferd interessiert, so gibt es hier einen recht aufschlussreichen Bericht (zwar auch schon etwas älter, aber dennoch aktuell): http://www.tierklinik-hochmoor.de/tkh/equitana-tagung/tagung-2003/vortraege-140303/schmitz-r.html?L=0%20class%3Dl (und ja, den habe ich eben erst ergoogelt, da ich irgendwie den Verdacht habe, dass meiner vorangegangenen Schilderung nicht so ganz Glauben geschenkt wird; vielleicht ist es also glaubwürdiger, wenn man die Ausführungen eines TA’s zu diesem Thema liest).

  • Avatar Hijara sagt:

    Der TA war da und hat keinerlei weitere veränderung am herzen festgestellt. Leichtes fieber und das seltsame wetter haben wohl zu der mattheit geführt.

    Mich würde interessieren wie er das festgestellt hat.
    Ist ein Ultraschall des Herzens am Stall möglich?
    Und reicht Ultraschall überhaupt zur Diagnose aus?

  • Avatar ines sagt:

    Hallo

    Ein herzklappenfehler bedeutet, daß die herzklappe löchrig ist, nicht korrekt schließt oder wieder zurückklappt. das bedeutet, daß ein teil des blutes, das das herz in den blutkreislauf pumpt wieder zurückfließt. Das hez muss also für die selbe menge blut öfter pumpen als ein gesundes herz. Da die blutversorgung durch herzfequenz (anzahl der schläge) und blutdruck gesteuert wird kann es also noch u.u. kompensiert, dh ausgeglichen werden.
    die Herzfrequenz eines pferdes in ruhe beträgt 30 – 50, bei einem rennpferd ca 240 und mehr. keine frage, der einnsatz als rennpferd wäre caballos sicherer tod, aber da es sich um eine leichte trikuspitalklappen und eine mittelgradige aortenklappen insuffizienz handelt wäre es fahrlässig das herz nicht zu trainieren. nicht solange bis er an seine leistungsgrenze kommt, aber schon ein ganzes stück weit über 10 min schritt am tag heraus.

    Mann kann einen herzklappendefekt hören (rauschen vom rückfluss des blutes. je höher die insuffizienz desto lauter das rauschen.)
    Dann wird in einer klinik per ultraschall sichtbar gemacht wie die herzklappen aussehen, wie groß der rückfluss tatsächlich ist. Das erlaubt rückschlüsse auf die belastbarkeit.
    Bleibt das geräusch über einen längeren zeitraum gleich verändert sich die herzklappe nicht, der herzklappenfehler ist also angeboren. bei einer infektion wäre eine deutlichere verschlechterung zu hören.

    symptome einerdekompensierten herzinsuffizienz sind z.b. dicke beine, wasseransammlungen am, bauch, lungenödeme (wasser in der lunge)
    bei fragen gerne melden

    gruß ines

  • Avatar Hijara sagt:

    Der TA war da und hat keinerlei weitere veränderung am herzen festgestellt. Leichtes fieber und das seltsame wetter haben wohl zu der mattheit geführt.

    Meine Frage war wie der TA das am Stall feststellen konnte.
    Nur mit abhorchen?
    Gehts Ihm denn besser? Ist der Infekt überstanden?
    Alles Gute!

  • Avatar dat ninalein sagt:

    hallo,

    na da du durch abhorchen ja hören kannst, dass ein defekt da ist, und wenn sich dieser immer noch genauso anhört wir am anfang, wird es wohl kaum eine verschlechterunggegeben haben, oder verstehe ich da jetzt was falsch?

    einen lieben gruß

    nina

  • Avatar ines sagt:

    Dat ninalein… so lange nix mehr von dir gehört!! bin begeistert von deinen döner-bildern!

    außerdem: korrekt ausgedrückt. das geräusch hat sich nicht verändert, also ist ein weiterer herz-ultraschall ist unnötig.

    gruß ines

  • Avatar dat ninalein sagt:

    huhu,

    ja ines viel viel zu tun, sorry

    jo, dachte ich es mir, so las es sich ja auch in deinem beitrag, wenn nicht *mehr* zu hören, dann nicht schlimmer.

    lg nina

  • >