hengstiger Wallach in gemischtem Aktivstall

By Sweety | Archiv: Haltung und Pflege

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Hallo Ihr Lieben!

War lange nicht mehr hier. Habe aber ein mittelschweres Problem!
Habe seit Februar ein neues Pferdchen. Er ist ein jetzt 4-jähriger Wallach, dänisches Warmblut. Er ist seit einem guten halben Jahr gelegt.
Habe ihn nun seit etwas mehr als zwei Monaten in unseren Aktivstall integriert, was relativ unkompliziert war, da er sehr selbsbewusst ist. Er hatte schnell die meisten Stuten auf seine Seite gezogen. Das Blöde ist nur, dass er die Stuten auch deckt. Nach Absprache mit den Stutenbesis, war das bis jetzt kein Problem. Allerdings benimmt er sich seit ca. 1 Woche im Umgang und unter dem Sattel auch wie ein Hengst. Das heißt er schreit, macht sich groß und stark und ist überhaupt nicht bei mir. Ich versuche das jetzt mit viel Bodenarbeit zu kompensieren, da hört er nach kürzester Zeit zu und ich habe seine Aufmerksamkeit. Ich denke auch, dass ich konsequent genug bin, um das in den Griff zu bekommen. Mein Hauptproblem ist nun folgendes:
Da unser Aktivstall momentan noch nicht voll ausgelastet ist werden jetzt nach und nach neue Pferde integriert.
Vor 3 Tagen kam das erste. Ein Quarter-Wallach, nicht sehr selbstbewußt.
Den sieht mein „Dark Fashion“ jetzt als hochgradige Konkurrenz und jagd ihn gnadenlos durchs Paddock und läßt ihn nicht auf die Weide. Die Quarterbesi ist jetzt ziemlich angefressen, da ihr Pferd nun auch schon ne Verletzung hat. (die hatte meiner in den ersten Wochen auch zur Genüge!) Bin darüber natürlich auch nicht erfreut. Vor allem, weil das Ganze für meinen „Macker“ auch ne Menge Stress bedeutet. Nun haben die Stallbetreiber mich schon angesprochen, dass sie es noch ein paar Tage versuchen wollen und wenn es nicht besser wird mein Pferd aus dem Aktivstall muss.
War erst mal geschockt aber nach ein bisschen Überlegen konnte ich mich mit dem Gedanken anfreunden ihn in die Wallachherde zu stellen. Das Problem dabei ist aber, dass er dann auch wieder in eine Box ziehen müsste, die er jetzt schon nicht mehr akzeptiert. (Nach der Arbeit steht er für ne halbe Stunde zum Fressen in einer Box und nimmt diese nach kurzer Zeit auseinander und schreit!) Außerdem steht in dieser Herde ein ebenfalls frisch gelegter und auch hengstiger Wallach. Ich befürchte da auch ziemliche Raufereien und Verletzungen. Dazu kommt noch, dass die Wallachkoppel genau neben dem Aktivstall liegt und er seine Stuten also immer sehen könnte und ich befürchte, dass er durch alle Zäune wieder zu seiner Herde läuft.
Es ist schwierig und ich bin mit der Situation ein wenig überfordert!
Wer hat Tipps für mich?????

Danke und LG Sonja

  • wurm wurm sagt:

    Nimm ihn raus und gut is. Meiner ist auch spät gelegt und deckte immer fleissig, war dann auch sehr hengstig im Umgang. Ich wollte das nicht, wenn ihr eine Wallachherde habt ists doch gut….

  • Avatar Corradee sagt:

    Als Stutenbesitzer würde ich nicht akzeptieren, dass ein deckender Wallach in der Herde lebt. Ist ein Unding für mich, dass das bei euch tolieriert wird. Seid ihr euch nicht darüber im Klaren, dass das über kurz oder lang zu Infektionskrankheiten kommen kann? Ist ein Spaß auf Kosten der Stutengesundheit.
    Das mal zum einen.
    Zum anderen ist es ja auch offensichtlich für deinen Wallach (der aber wie ein Hengst fühlt) der totale Stress…
    Wenn er sich wirklich nicht in der Box einkriegt (vielleicht gewöhnt er sich da ja auch wieder daran, wenn er kapiert, dass er nicht mehr auf die Stuten acht zu geben braucht…), dann mußt du letztlich einen anderen Offenstallplatz in einer Wallachherde für ihn suchen.
    Wichtig wäre halt, dass er für die Zeit der Umgewöhnung nicht allzu nah bei „seinen“ Stuten steht oder das wenigstens genug Vorkehrung getroffen ist, dass er da nicht hin kann (Strom). Wie verhält sich der Stallbesitzer? Sieht er das Problem, trifft er Vorkehrungen, dh. sind die Koppelzäune gut gesichert?
    Aber wie gesagt: m.E. muss der da unbegingt raus und zwar schnellstens!

  • Avatar Quidam sagt:

    Kann mich nur anschließen – raus aus der Herde mit ihm! Ich würde es allerdings wichtig finden, das er in der Eingewöhnungszeit seiner „neuen“ Umgebung seine alte Herde nicht sieht!

    Wir hatten in unserer gemischten Herde auch zwei Wallache drin, die ständig die Stuten gedeckt haben. Die Physio war ständig bei den Pferden da. Irgendwann waren die derart durchgeknallt, dass sie sogar meinen alten Wallach gedeckt haben… :motz: Da es bei uns keine andere Möglichkeit gab musste sich die Besitzerin einen neuen Stall suchen.

    Hast Du schon mal mit einer THP darüber gesprochen? Natürlich zusätzlich, ist ja kein Zustand wenn er sich selbst so unter Stress setzt!

  • Avatar namibia sagt:

    Bei uns wurde auch ein deckender Wallach aus der gemischten Offenstallgruppe in die Wallachgruppe umgestellt. Da beide Offenställe nur durch einen Weg getrennt sind, stand der Möchtegern-Hengst 2-3 Wochen nur am Zaun und hat die restliche Gruppe auf Abstand gehalten, damit auch sonst keiner „seinen“ Stuten zu nahe kommen kann, leider hat er so auch die Liegehalle blockiert. Für ihn und die anderen war das Megastress. Inzwischen hat er sich gefügt und in die Wallachgruppe integriert. Ich würde somit auch eine räumliche Trennung empfehlen.

  • Avatar Sweety sagt:

    Auch wenn ich jetzt erschlagen werde muss ich dazu sagen, dass ich das mit den Stuten zwar auch nicht schön finde, diese Sache aber als kleineres Übel empfinde. Ich hatte selber lange meine alte Stute in grade diesem Aktivstall stehen und zu der Zeit hatten wir ebenfalls einen riesigen Warmblutwallach, der sie über Jahre gedeckt hat. Habe nie Rückenprobleme (trotz Kissing Spines) gehabt geschweige denn Infektionen der Scheide. Aber das ist jedem selber überlassen und ich kann es verstehen, wenn andere Stutenbesis das anders sehen. Das größere Problem für mich ist, dass dem neuen und meinem keine Zeit gelassen wird. Meine Stute hat damals 3 Monate gebraucht, bis sie integriert war. Die Zeit war für uns beide nicht schön, aber mir wurde immer wieder gesagt: halte durch, das wird schon.
    Und jetzt wird nach 3 Tagen gesagt, das geht so nicht. Dass meiner auch 3 Wochen nur gejagt wurde und zusammengetreten vom Herdenchef hat auch niemanden interessiert.
    Aber wahrscheinlich habt ihr Recht und ich nehme ihm und mir den Stress, wenn ich ihn zu den Wallachen stelle. Habe jetzt erst mal den TA gerufen. Der kommt morgen und untersucht die Kastrationsnarben und bestimmt den Testosteronspiegel.
    Ich danke euch für Eure Antworten und sehe jetzt ein wenig klarer!

  • Avatar Daiwana sagt:

    Nimm ihn da raus, es ist ja nicht nur für ihn Stress pur….
    Und was die Ungerechtigkeiten angeht, ich weiß nicht, ob man es so miteinander Vergleichen sollte,
    denn ein großer Wallach der zu einem stattlichen Hengst motiert, ist doch etwas mehr Respekteinflößend, oder?… :S

    Nächstes Jahr wird alles anders!
    Ansonsten kommst Du in den Stall der Vertriebenen… :bite:

  • Avatar Sweety sagt:

    Ein stattliche Friese kann auch ganz schön angsteinflössend wirken, wenn er auf meinen losgeht! Aua!!!!

  • Avatar Merlin-Adair-of-Kingsholm sagt:

    Ich würde ihn auch sofort aus der Herde nehmen, das kann auch mal schief gehen und dann bist du diejenige die den Schaden zahlen muss.
    Hat er denn das hengstige Verhalten jetzt abgelegt nachdem du Bodenarbeit mit ihm gemacht hast?
    Bekommt er eine Strafe für sein Verhalten? Ich würde bei sowas nicht lange fackeln, wenn mein Wallach meinen würde sich in meiner Anwesenheit so aufführen zu müssen, hätte der anständig was auf die Ohren bekommen und zwar sofort. :maul:

  • Avatar anavag sagt:

    Auch wenn ich jetzt erschlagen werde muss ich dazu sagen, dass ich das mit den Stuten zwar auch nicht schön finde, diese Sache aber als kleineres Übel empfinde. Ich hatte selber lange meine alte Stute in grade diesem Aktivstall stehen und zu der Zeit hatten wir ebenfalls einen riesigen Warmblutwallach, der sie über Jahre gedeckt hat. Habe nie Rückenprobleme (trotz Kissing Spines) gehabt geschweige denn Infektionen der Scheide. Aber das ist jedem selber überlassen und ich kann es verstehen, wenn andere Stutenbesis das anders sehen. Das größere Problem für mich ist, dass dem neuen und meinem keine Zeit gelassen wird. Meine Stute hat damals 3 Monate gebraucht, bis sie integriert war. Die Zeit war für uns beide nicht schön, aber mir wurde immer wieder gesagt: halte durch, das wird schon.
    Und jetzt wird nach 3 Tagen gesagt, das geht so nicht. Dass meiner auch 3 Wochen nur gejagt wurde und zusammengetreten vom Herdenchef hat auch niemanden interessiert.
    Aber wahrscheinlich habt ihr Recht und ich nehme ihm und mir den Stress, wenn ich ihn zu den Wallachen stelle. Habe jetzt erst mal den TA gerufen. Der kommt morgen und untersucht die Kastrationsnarben und bestimmt den Testosteronspiegel.
    Ich danke euch für Eure Antworten und sehe jetzt ein wenig klarer!

    Hallo,

    wie ist es denn bei dir weitergegangen?

    Einen deckenden Wallach würde ich bei meinen Stuten auch nicht akzeptieren und dann wäre es mir als Besi auch völlig egal, ob du das damals geduldet hast oder nicht…. Ich würde es nicht dulden, die Gefahr der infektion ist schon groß, zumal er ggf. auch verschiedene Stuten nacheinander deckt und somit die Gefahr steigt, dass es langfristig zu Problemen kommen könnte… :tuete: :tuete:

    Aber für deinen Wallach war es doch auch nur Stress oder? Unsere Nachbarweide hat auch einen hengstigen Wallach, da gibt es immer mal wieder stunk, ein absoluter Stress für alle Pferde… :wacko: :wacko:

  • Avatar Cubano9 sagt:

    denn ein großer Wallach der zu einem stattlichen Hengst motiert, ist doch etwas mehr Respekteinflößend, oder?… :S

    Als was? Als eine Stute, die ihren „Romeo“ nicht von der Koppel lassen will? Eher nicht 😀
    Den Fall haben wir hier nämlich: Der Herr Cubano hat seit seinem Einzug hier eine Freundin. Luna, ihres Zeichens Keine-Ahnung-WB-Stute mit dem Kaliber eines großen Kaltbluts. Und die Dame hat einen Mörder-Aufstand veranstaltet, wenn man den Schimmel allein von der Koppel holen wollte. Gottlob hat sich das mittlerweile gelegt – die ist nämlich ein Mordskaliber von Pferd 😀
    Übrigens hat Cubano die Dame anfänglich auch gedeckt (was aber nicht zu Problemen zwischen der Stuten-Besi und uns führte, weil wir vorher über dieses Riskiko gesprochen und entsprechende Vereinbarungen getroffen haben; zudem wird die Stute nicht geritten). Witzigerweise hat das Interesse des Schimmels an seiner Herzdame deutlich nachgelassen, seitdem die beiden täglich zusammenstehen. Selbst wenn sie rossig ist, spielt sich da außer Imponiergehabe und Fellpflege nix mehr ab – dem Herrn ist fressen selbst dann wichtiger 😀

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