Halshaltung – alles falsch???

By July-Plankton | Archiv: Allgemeine (Pferde)Themen

Des öfteren schaue ich Western, oder Filme mit historischer Aufmachung, Beiträge über zigtausende zurückgelegte Kilometern per Pferd….. und sehe dabei immer wieder für mich unfassbare Hals- und Körperhaltungen der gezeigten Pferde. :flucht:
Weggedrückter Rücken, imposanter Unterhals, gänzlich fehlender Oberbehalsung, den Kopf gen Sonne gestreckt und fleissig gallopierend Richtung Süden….. 8|

Nun frage ich mich doch ernsthaft… ist all das Gezeigte gänzlich falsch, oder gibt es Rassen, Reitweisen, die dies auch mit der Gesundheit der Pferde vereinbaren? ?(
Das hieße ja im Umkehrschluss, falls nicht, das fast JEDES in Film-und-Fernsehen gezeigtes Pferd falsch geritten wird????? :denk:

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Möchte hier noch mal unterstreichen, dass es keineswegs um eine von mir angestrebte Reitweise geht, sondern einfach nur um die Frage „was ist da los“!

Auch die Pferde in meinem (Western-)Stall werden häufig in gruseliger, weggedrückter Halshaltung geritten. Kaum einer geht über den Rücken, geschweige denn in einer Dehnungshaltung. :huh:

Gibt es hier einen Westernreiter/Freizeitreiter, der dies für mich konkret in Worte fassen kann? ?(
Und was sagen die Dressurreiter unter uns, die evtl. die gleichen Filme sehen? ?(

Sitze jedesmal vor dem Fernseher und frage mich, ob es denn keine Pferde mehr gibt, die ordentlich geritten worden sind, und ob dies trauriger Alltag ist! :wacko:

  • nisenase sagt:

    anatomisch gesehen sollte man beim Pferd keine Ausnahme machen. WIE man dahin kommt und wie lange es dauert oder ob ein Reiter dafür Verständnis aufbringt oder eben es nicht besser weiß, ist die andere Seite…..So sehe ich das.
    Also, man wird immer schlecht gerittene Pferde sehen und Reiter, die es nicht besser wissen oder nicht besser können.
    Am besten sind die, die es gut machen wollen aber das Gegenteil von „gut“ ist bei denen dann eben „gut gemeint“. Also kommt das Pferd nie in eine Anlehnung weil es diese dort nicht findet, da die Zügel schlackern und ständig Rumpelparaden im Maul ankommen und die Menschen nicht vortreiben weil das Pferd eh schon rennt oder man es aber nicht abstumpfen will….es gibt so viele „Aussagen“ übers Feine Reiten von X Leuten. Ich kanns schon nimmer hören und/oder sehen…….

  • eike sagt:

    Hallo,

    also ich denke man muss Film und wirklichkeit unterscheiden. Je nachdem was du gesehen hast erklär das schon vieles.

    Im Film werden die meisten Pferde nicht erst warmgeritten bevor sie durchs Bild jagen. Die reiter könne gar nicht reiten etc.

    Habe kürzlich ein Buch gelesen, was das Filmgeschäft in den USA und das was die in den Filmen gemacht haben schön darstellt. Also es gibt und gab immer schon gute und teure Filmpferde, die wurden langsam und schonend Ausgebildet und dann gabs immer schon abschreibbare Verluste. Das sind dann die Pferde, die mit einem Fallseil zu Hauf stürzen, da wurden dann auch tote und verletzte Pferde und sogar Reiter in Kauf genommen. Erst in den ich glaube 60 Jahren wurde dort der Tierschutz eingeführt und das ganze wurde geändert.

    Wir kennen jemanden, der seine Pferde für Filme zur Verfügung stellt, diese Pferde sind alle sehr hoch ausgebildet und werden ständig korrigiert. Sie beschrieb das so, da kommt wer der kann 0 Reiten, dann gibts ne kurze Unetrweisung und dann muss der jenige das hinbekommen, sie steht im Hintergrund und signalisiert dem Pferd was gerade gefragt ist. Sie wird auch gerne als Double eingesetzt. Habe neulich eine dieser Verfilmungen gesehen und habe mich scheckuig gelacht, denn der Schauspieler saß nicht mal ansatzweise im Schritt gerade und dann galoppierte er kerzengrade durch den Wald und über Stock und Stein. Da Filme nicht chronologisch gedreht werden, ist auch klar, dass manche Scenen zig mal wiederholt werden und nie so gedreht wird wie es im Film vorkommt, sondern so wie es am praktischsten oder günstigsten ist.

    Also bei Spielfilmen oder Westernfilmen ist alles getrickst und gemogelt.

    Wenn Du nu von einer Reportage sprichst kann ich auch nur sagen nix wurde da so gedreht wie es gesendet wurde. manche Szenen werden auch hier wiederholt und so gedreht wie es gerade passt. Da tut man dann so als wäre man die ganze Zeit dabei gewesen mit dem Filmteam, aber man war gerade mal an einem oder 2 Tagen da und dreht dann einfach an 2 Orten und schon ist die Illusion perfekt.

    Was haste denn genau gesehen?

    Klar gibt es unterschiedliche Rassespezifische aufrichtungstypen in der Selbsthaltung. Z.B. Friese, Isländer im Tölt gegen Westernpferd oder Warmblut sieht schon anders aus.

    Im Film ist alles getrickst! Bei uns waren sogar die Pferde auf der Wiese nicht echt 😀

    Grüßle

    Eike

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Tsja, ich und Filmnamen…. :denk: (Das ist wieder die Kehrseite der Medaille….. )
    Der eine Film hieß glaube ich „Der Adler der Legion“,
    dann habe ich eine 3-teilige-Dokureihe gesehen, wo ein (ich glaube) Australier 2000km (?) mit Pferd von A nach B ritt (irgendwo quer durch Russland, Mongolei, Ungarn etc.)
    Und gestern eine Reportage auf ? wo es um den (Bürger-)krieg, bzw. den Kolonien und den Buren in Süd(ost)afrika ging.

    Jedenfalls hatte ich langsam den Eindruck, dass alle dort wohnenden Pferde mehr Unterhals als Oberhals zur Geburt geschenkt bekommt haben. :tuete:
    Und es waren auch Pferde dabei, gerade bei „Der Adler der Legion“ die sichtlich mehr Geld gekostet haben, als der „dumme Westernzausel“ aus „Abrechnung-in-Vera-Cruz“.

    :flucht:

  • Castellano sagt:

    Ich dachte schon du hättest am WE Lucky Luke gesehen 😀

  • kuwi sagt:

    Andere Länder – andere Sitten … auch wenn es uns noch so gruselt.

    So gibt es einen Landstrich irgendwo in Afrika? ( sorry, meine grauen Zellen sind nicht mehr so fit wie früher ) da kann ein „richtig gutes Pferd“ seinem Reiter zumindest im Stand in die Augen blicken :flucht: was natürlich nur mit extrem rausgedrückten Unterhals und weit „über dem Zügel“ getragenen Kopf geht :seufz:
    Auch die Reiter in Indischen und Ostasiatischen Landen sehen ihre Pferde als Trinker der Lüfte, die mit hoch erhobenen Kopf (und weggedrücktem Rücken) in der Gegend herumknattern. Und diese Pferde werden TROTZDEM auch alt und bringen oft von 2 – 30 Jahren ihre volle Leistung – unvorstellbar hierzulande.

    In den USA und Südamerika findet man haufenweise Videos von „ausgesprochen guten Reitern“ aller coleur und Reitweisen, wo es dem europäischen Reiter gelinde gesagt alle Haare im Nacken zu Berge stehen läßt.
    Genauso sehen diese Leute dort aber UNSERE Art, Pferde zu reiten und zu halten – und es würde uns vermutlich nicht anders gehen, wenn wir dort aufgewachsen wären…

    Zu den Filmpferden:

    Es gibt Agenturen, die fertig ausgebildete Film – Stuntpferde incl. Stuntman an die diversen Filmproduktionen vermieten.
    Diese kosten aber eine Menge Geld und werden nur von hochpreisigen Filmproduktionen angeheuert.
    In der Regel ist es aber für die Filmemacher billiger, wenn sie – vor allem für Massenszenen – Pferde auf Schlachtpferdeauktionen fürs billigste Geld kaufen, 2-4 Wochen von meistens nicht reitenden könnenden Stuntmen durch die Szenen jagen und dann wieder auf die Auktion werfen!
    Oder aber es wird auf lokale freiwillige Statisten zurückgegriffen, die sich für ein paar Tage eine Hetz machen und mit ihren mehr oder weniger gerittenen Pferden da am Filmset ein paar Groschen verdienen.

    So gesehen z.B. bei den Filmaufnahmen zum Herrn der Ringe:
    Die hatten eine Handvoll Pferdetrainier, die mußten in NZL eine Handvoll Pferde für die Hauptdarsteller finden, kaufen, im Schnelldurchlauf ausbilden und nach Beendigung der Dreharbeiten wurden die Pferde verkauft ( zum Teil angeblich an die Darsteller, wer´s glaubt 😀 )
    Die Pferde für die Massenszenen wurden von lokalen Reitern gestellt und später mittels Computer extrem vervielfacht.

    In den alten Western wurden großteils gangveranlagte Pferde ( Tennessee Walker, Missour Foxtrotter, Saddler usw ) aus dem damals noch existierenden hauseigenen Bestand der alten großen Filmstudios verwendet.
    Diese ( biligst zusammengesuchten ) Pferde hatten aber auch nur sehr rudimentäre reiterliche Grundausbildungen und bestachen mehr durch ihre weichen, sicheren Gänge, die es den Schauspielern ermöglichten, ein gutes Bild abzugeben.
    Interessant dabei auch: Wenn der Schauspieler am Pferd sitzt, trägt dieses IMMER ein nicht zu lange verschnalltes Tie down und eine heftig aussehende Kandare im Maul ( lange Anzüge schauen nunmal mehr nach Phallussymbol aus.. )
    Ist das selbe Pferd aber unterm Stuntman zu sehen, hat es keine Hilfszügel und oft ein andere Gebiss drinnen – wehrt sich auch oft nicht so gegen die Reiterhand 😉 Da seinerzeit die reitenden Stuntmen noch großteils Ranchcowboys waren, ist das auch kein Wunder…

    Den Australier habe ich auch schon mehrmals gesehen… vieles gefiel mir auch dort nicht, aber man kann die Haltung und die Muskulatur eines Langstrecken – Wanderreitpferdes keinesfalls mit einem normalen Reitpferd vergleichen.
    Und wenn Du Dir die Pferde auf der HP der http://www.thelongridersguild.com/ ansiehst, wirst Du feststellen, daß die dort alle so aussehen und trotzdem zigtausende km gesund und auch im hohen Alter gemeistert haben 😀

  • Willow sagt:

    Die meisten Filmreiter können eh nicht reiten und es ist schon fortschrittlich, wenn sie vor der Reitszene 1 -5 mal auf einem Pferd saßen.

    Ich erinnere mich an vorsintflutliche Zeiten in einem Land, dass es so heute nicht mehr gibt, da hat die DEFA regelmässig die Pferde vom Verein ausgeliehen für 1 – 2 Tage. Danach kamen die verritten und verwirrt zurück, einmal sogar mit auf Sprunggelenkhöhe gekürzten Schweifen.
    😀 :flucht:
    Damals war man aber in eben diesem Land auf solche Kooperationen angwiesen.

  • kuwi sagt:

    Ich habe jetzt ewig gesucht, bis ich die Videos wieder gefunden habe:

    Hier wird eine „Elitegruppe“ aus amerikanischen Schulen gezeigt, wo die besten Kinder alle auf ungesattelten Pferden in einer Monsterquadrille mitwirken. Diese Quadrille tritt bei allen möglichen großen Events als Show auf und ist darum ausgesprochen prestigeträchtig und wird daher logischerweise von den amerikanischen Schulkindern als höchst anstrebenswertes Ziel aufgefaßt.

    Die Leistung der Kinder ist auch unbestritten sehr beachtlich :thumbsup: und die 08/15 Amis finden diese Art der Reiterei als absolut ok!
    aber mit den Augen eines Europäers betrachtet, findet man mehr als zwei Handvoll „Auuuuuuuuuuuua-Stellen“ wo man nach Luft schnappt :seufz:

    Ich könnte mir aber gut vorstellen, daß z.B. Monty´s grandios reitende Kinder in den USA wohl in so einer Gruppe zu finden wären – und dann wohl auch nicht ganz so wunderschön reiten würden, als hier in Deutschland. Die Frage ist eben immer, wie man es gelernt hat….

    http://www.youtube.com/watch?v=Z7tLoW0HGnU

    http://www.youtube.com/watch?v=6YQmLJQUKAM&NR=1

    Die Kinder trainieren auch täglich mit ihren Pferden. Allerdings ist es dort üblich, sich das passende Pferd zur Disziplin zu kaufen – und das unpassende Pferd wird einfach wieder verkauft. Die Einstellung zum Pferd an sich ist eine gänzlich andere:
    Das Pferd dient als Arbeitstier und muß seinen Job errledingen. tut es das nicht, wird es ausgetauscht.
    Die Art der Pferdehaltung, daß man sich ein Pferd kauft und mit diesem über Jahrzehnte durch alle Höhen und Tiefen geht, ist in den USA eine Minderheit! Darum vermutlich auch die wenig „ds Pferd über lange Jahre gesunderhaltende“ Reitpraxis ?(

    edit: auch gefunden, das Bild von Yann Arthus Bertrand, das ein Fantasia-Pony in Kamerun zeigt, geritten vom Sohn eines hohen Würdenträgers

  • ines sagt:

    da bekommt der begriff zwangshaltung eine völlig neue dimension 8|

  • Aragon sagt:

    Unter „hinter der Senkrechten“ auch …

  • Vamos sagt:

    Ich erinnere mich an vorsintflutliche Zeiten in einem Land, dass es so heute nicht mehr gibt, da hat die DEFA regelmässig die Pferde vom Verein ausgeliehen für 1 – 2 Tage. Danach kamen die verritten und verwirrt zurück, einmal sogar mit auf Sprunggelenkhöhe gekürzt

    Bei uns kam sogar einer gar nicht zurück. Forrest-ein Pferderiese und seineszeichens das Pferd vom „Bauerngeneral“ alias Walter Plathe. Gedreht Anfang der Achtziger. Fast der gesamte Stall hat da mitgemacht und unsere Reitstunden fielen jedes Mal flach. Dafür hingen wir dann alle vor der Glotze um „unsere“ Pferde als Schauspieler zu sehen.

    Ich denke den meisten Machern von historischen Filmen und Dokumentationen ist richtiges Reiten im Sinne von Gesunderhaltung der Pferde völlig wurscht. Die wissen einfach nicht wie es geht, denn das ist völlig nebensächlich.

    Und den Leuten von damals war es sicherlich noch mehr egal . Doch pelle, wenn ein Gaul platt war. Dann war eben der nächste dran. So kann man doch auch Kilometer schrubben.

  • Carinoso sagt:

    Das Bild….AUTSCH…..ich kann da kaum hinsehen. Da tut mir schon vom ansehen der Nacken, Rücken und sonst was weh… ;(

  • kuwi sagt:

    Und den Leuten von damals war es sicherlich noch mehr egal . Doch pelle, wenn ein Gaul platt war. Dann war eben der nächste dran. So kann man doch auch Kilometer schrubben.

    Eher das Gegenteil:

    Pferde waren zu der Zeit, als es außer Ochsenkarren noch keine alternativen Reisemittel gab, ausgesprochen kostbar und auch heute geht in den Gegenden, wo das Pferd noch wirklich Über-Lebens-wichtig ist, die Gesundheit des Pferdes oft überr die Gesundheit des Menschen.
    Aber gerade in diesen Gegenden wird einem Menschen nichts geschenkt und einem Tier schon gar nicht.
    Das kann man hier im übersättigten Europa nicht nachvollziehen…..
    und die USA mit ihrer von Kind auf indoktrinierten Wegwerf-Mentalität erst recht nicht :no:

    Aber Fakt ist, daß die Pferde in der Filmindustrie damals wie heute reines Mittel zum Zweck waren/sind – und die reittechnischen Aspekte legen mehr Wert auf spektakuläre Bilder und gesunderhaltene (teure) Schauspieler, als auf korrekt gerittene, gezäumte, ausgebildete Pferde :seufz:

  • Perle1 sagt:

    da bekommt der begriff zwangshaltung eine völlig neue dimension 8|

    Unter „hinter der Senkrechten“ auch ..

    Oh ja ;( !!!

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Wohl eher 3 Meter vor der Senkrechten, oder habe ich gerade die Poente verpaßt? :tuete:

  • Windspiel sagt:

    Naja, rückwärts oder nach oben hinter der Senkrechten geht ja -offensichtlich- auch :wacko:

  • Liebe Frau sagt:

    Gab und gibt es nicht auch sogenannte Aufsatzzügel, die Pferde zu unnatürlich hoher Kopfhaltung zwingen ?
    Und was war nochmal der Spanische Reiter ? Ich glaube, der ist auch dafür ?
    Gibt es von dem auch Bilder ?

  • kuwi sagt:

    Du meinst den hölzernen Jockey – in Kombination mit einem Aufsatzzügel?

    Diese Methode wurde früher gerne genutzt um die Pferde im Stand ohne Reiter künstlich zu einer dem Reiter angenehme Kopfhaltung zu konditionieren.
    Heutzutage ist dieser Jockey nach wie vor im Einsatz, um z.B. bei Islandpferden den Tölt an der Hand zu erarbeiten. Da der Tölt eine höhere Handhaltung erfordert, als mit gewöhnlichen Longegurten möglich ist, wird dort gerne mit dem Holzkreuz – allerdings ohne Aufsatzzügel – gearbeitet.

  • Liebe Frau sagt:

    ja, ich glaub das Isser

    Danke für Bild und die gute Erklärung.

    ( und was ist daran so Spanisch ? ;( :blinzel: )

  • fichtefucht sagt:

    Oh, mein Gott ;(

    Theo weiss gar nicht, wie gut er es hat :seufz:

  • kuwi sagt:

    K.a. warum der spanischer Jockey heißt?
    Ich könnte mir es nur daher erklären, daß der von spanischen „Ausbildern“ seinerzeit in die nördlichen Lande eingeführt wurde – zusammen mit den spanischen Barockpferden und der spanischen Reiterei? :nix: :denk:

    Ich kenne die Anwendung den Missbrauch des hölzernen Jockeys vornehmlich aus den Erzählungen von Anna Sewell, die mit ihren Romanen von Black Beauty & Black Ebony und Co. einen ziemlich authentischen Augenzeugenbericht aus der Art der Pferdehaltung und Ausbildung des England um 1850 abgeliefert hat.

    Und heutzutage kenne ich ihn eben aus der Islandpferdeausbildung, wo ihn anerkannte Ausbildner wie Walter Feldmann verwenden…

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Ich fall gerade vom Glauben ab…. :doh:
    Was es nicht alles gibt… 8|

  • Kathi=) sagt:

    Und heutzutage kenne ich ihn eben aus der Islandpferdeausbildung, wo ihn anerkannte Ausbildner wie Walter Feldmann verwenden…

    Um Gottes Willen!! Wozu das denn??! 8| :no:

  • kuwi sagt:

    Um zu Deiner Anfangsfrage „Filme in historischer Aufmachung“ zurückzukommen 😀

    Da mußt Du bei den Filmen mal genau gucken, wie historisch die Reiter tatsächlich daherkommen.
    da haben sowohl die ollen Römer als auch die sattellos reitenden Indianer unter den Walledecken komischerweise Steigbügel von alten Bocksätteln drunter 😀
    Sperriemen gab es auch schon beim alten Alexander im Kombination mit recht modern aufgemachten englischen oder mexikanischen Reithalftern :ostern: und auch der alte Ben Hur hatte schon gute alte hannoveransche Sperriemen bei seinen Wagenpferden schön tief und eng und mit einer abenteuerlichen Verschnallung nach Achenbach :outlaugh:

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Gibt es dieses Bild irgendwo in gross???
    Auweia… wie peinlich… :outlaugh:

  • kuwi sagt:

    Und heutzutage kenne ich ihn eben aus der Islandpferdeausbildung, wo ihn anerkannte Ausbildner wie Walter Feldmann verwenden…

    Um Gottes Willen!! Wozu das denn??! 8| :no:

    siehe oben:

    Heutzutage ist dieser Jockey nach wie vor im Einsatz, um z.B. bei Islandpferden den Tölt an der Hand zu erarbeiten. Da der Tölt eine höhere Handhaltung erfordert, als mit gewöhnlichen Longegurten möglich ist, wird dort gerne mit dem Holzkreuz – allerdings ohne Aufsatzzügel – gearbeitet.

    Gerade beim Eintölten ist es für das Islandpferd ( oder andere Gangpferd ) von Vorteil, wenn es mit relativ hoher Hand und hoch erhobener Kopf/ Halspartie sozusagen den richtigen Spannungsbogen für das Sortieren der Beine zum Tölt erlernt. Es gibt eben Pferde, die sich unterm Reiter schwer tun, und dann wird an der Hand versucht, dem Pferd die 4. Gangart beizubringen. Ich weiß, daß der hölzerne Jockey dabei verwendet wird, allerdings nur von einigen wenigen Ausbildnern für „Spezialfälle im hochpreisigen Sportsegment“ und nicht von der breiten Masse 😉

  • kuwi sagt:

    Gibt es dieses Bild irgendwo in gross???
    Auweia… wie peinlich… :outlaugh:

    ich habe auf die schnell bei google gesucht und dieses gefunden :bravo:
    Aber man kann sich da ganz toll quer durch alle Kostümschinken suchen und mit wenig Aufwand viele großartige Schnitzer im Filmwesen finden 😀

  • Kathi=) sagt:

    Ah, danke!! :friend:
    Na dann bin ich ja mal etwas beruhigt!
    Meiner Meinung nach gehört so ein Ding wennschon in die Hände von Profis!! :ja:

  • kuwi sagt:

    Weil ich gerade so vor mich hingoogelte…. und nach Fotos aus alten Pferdefilmen suchte, da stieß ich auf dieses DEFA – Schnäppchen:

    Der Scout 1982 mit Gojko Mitic
    Die Weißen ziehen immer weiter nach Westen über die Rocky Mountains. Der Stamm der Nez-Percés-Indianer wird von einer Kavallerietruppe in die Reservation getrieben. Um Flucht und Widerstand der Indianer unmöglich zu machen, werden die Pferde requiriert. Unterhäuptling Weiße Feder beschließt, die Pferde zurückzuholen. Er tarnt sich als harmloser Fischer und lässt sich von der Armee verhaften. Den Weißen ist er als Scout sehr willkommen und man steckt ihn zu der Pferdeherde, die nach Fort Lapwei getrieben werden soll – von nur sieben Soldaten. Doch unter ihnen befindet sich ein cleverer Sergant, der zum starken Widersacher wird. Mit List gelingt es Weiße Feder, der durch andere Kämpfe geschwächten Armee die Pferde zu entreißen.

    Witzigerweise hatten die Indianer damals scheinbar Jakutsen-, Gotland- oder Mongolenponies? Sogar praktischerweise mit Nummer auf der Kruppe einrasiert :na:


  • Diana sagt:

    Noch ein Bild zum „Spanischen Reiter“,
    Aus Paalmanns „Springreiten“
    das-spanische-pferd.de/pferdeforum/Attachment/48190/

  • casper109 casper109 sagt:

    :kotz:

    was sich Menschen doch so alles einfallen lassen haben und noch einfallen lassen.

    Wat haben unsere Pferde es doch gut :daumen:

  • Vamos sagt:

    Und den Leuten von damals war es sicherlich noch mehr egal . Doch pelle, wenn ein Gaul platt war. Dann war eben der nächste dran. So kann man doch auch Kilometer schrubben.

    Eher das Gegenteil:

    Pferde waren zu der Zeit, als es außer Ochsenkarren noch keine alternativen Reisemittel gab, ausgesprochen kostbar und auch heute geht in den Gegenden, wo das Pferd noch wirklich Über-Lebens-wichtig ist, die Gesundheit des Pferdes oft überr die Gesundheit des Menschen.

    Ja, da pflichte ich dir bei. Aber die haben bestimmt nicht auf anatomisch sinnvolles und richtiges Reiten und Fahren geachtet. Und es hat sich bestimmt niemand darüber ´ nen Kopp gemacht, wenn das Pferd beim Laufen die Omme hochgerissen hat-siehe z.B. die Fantasia-Pferde in Nordafrika. Gruselig!!! Aber: Andere Länder -andere Sitten. :nix:

    Oh…der Gojko…der Winnetou des Ostens. :thumbsup: Zu uns in den Reitstall kam immer Dean Reed -ostdeutscher Amerikaimport. Über seine Reitkünste kann ich leider nichts sagen. War damals noch zu klein, das beurteilen zu können. Uff jeden Fall sah er immer toll aus…und alle Reitermädchen schmachteten dahin :love:

  • gitana gitana sagt:

    Gerade beim Eintölten ist es für das Islandpferd ( oder andere Gangpferd ) von Vorteil, wenn es mit relativ hoher Hand und hoch erhobener Kopf/ Halspartie sozusagen den richtigen Spannungsbogen für das Sortieren der Beine zum Tölt erlernt.

    Ich meine aber gelesen zu haben, daß gute Gangpferdeausbilder das heutzutage so auch nicht mehr machen, sondern den Tölt tatsächlich über Gymnastizierung und einen zumindest gewissen Grad von Versammlung erarbeiten und den dann auch mehr durch´s Genick und über den Rücken reiten, weil die Nachteile der o.g. Methode ja auch nicht von der Hand zu weisen sind.

  • Reikja sagt:

    Ich muss da etwas Einspruch erheben: heutzutage wird überwiegend _nicht_ mehr mit dem „smart jock“ eingetöltet und wenn, spricht man nicht (mehr) drüber.
    Genauso wie es keine Gummiexpander mehr an den Vorderbeinen gibt, was in den 80iger Jahren durchaus noch passierte, um dem Isländer mehr Aktion einzubläuen.

    Es ist seit einiger Zeit bei den Islandpferdereitern „in“ korekt über den Rücken zu tölten oder zu reiten und alles mit viel Gymnastik einzuüben, auch wenn es (wie bei allen Pferdesparten) nicht jedem Reiter gelingt über den Rücken zu reiten, Muskeln an den richtigen Stellen aufzubauen und den Sattel korrekt hinzulegen, weil es an Wissen fehlt oder es falsch gelernt wurde.

    Unterhälse und Maulwinkel bis hinters Auge werden inzwischen auf Islandpferdeturnieren ausgepfiffen.
    Das Bewusstsein war vor einigen Jahren noch nicht da, also tut sich was.

    Tölten lernen die Pferde heutzutage anders. Natürlich muss eine gewisse Spannung im Pferd sein, allerdings sind die Pferde heutzutage allein von den Genen viel gefestigter im Tölt.
    Die eher schwer zu reitenden „3,5 Gänger“ gibt es kaum noch, sie wurden weggezüchtet, weil ein von alleine töltendes Pferd viel mehr Spaß macht, daher braucht man eigentlich kaum noch die Brechstange zum Eintölten.
    Ich hatte einen 3,5 Gänger als Reitbeteiligung, der ist noch mit zentrifugieren (extremes longieren mit wild machen) eingetöltet worden, er ließ sich auch im ganz gesetzten Alter von 19 nicht entspannt longieren, sondern rannte erhobenen Hauptes in Panik im Kreis, ich habe es dann gelassen, eigentlich sollte er entspannt im VA im Kreis laufen, ging nicht.
    Habe ich ihn reitend getöltet, dann durfte mir selber nicht ein Pups quer sitzen, weil er dann in den Trab fiel. Er war nur unter extremer Spannung zu tölten und er konnte erst in den letzten Monaten unserer Zusammen“arbeit“ ohne Unterhals und weggedrücktem Rücken laufen. Zu beachten ist: das Pferd war 2007 um die 19 Jahre alt, da kann man zurückrechnen, zu welcher Zeit noch mit hochgerissenen Köpfen eingetöltet wurde…

    Inzwischen wird viel Gewicht auf die Bemuskelung gelegt, auch wenn es im gehobenen Turniersport weiterhin sperrende, kleinkruppige, dafür mega behalste Ponys gibt, die ein Stück zu weit hinten gesattelt werden- aber schon lange nicht mehr so viele wie „früher“.

    Reikja

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    @Reikja: Was sind denn Gummi-Expander an den Vorderbeinen? :flucht:
    Sowas habe ich (Gottseidank) noch nie gesehen… :huh:
    Der Einfallsreichtum der Menschheit ist schon echt enorm. Manchmal hat man das Gefühl, das Pferd wäre so eben eingepackt worden, um demnächst per DHL verschickt zu werden. :tuete: Furchtbar… :daumen:

  • Reikja sagt:

    Die besagten Gummiexpander an den Vorderbeinen gab es in den 80iger Jahren, als ich gerade junges Voltigier- und Reitlernmädchen war…

    Es handelte sich um dicke Gummibänder, die am Huf und am Hals/Widerrist/Rücken befestigt wurden und des Pferd nur unter Mühe gestatteten das Bein wieder auf der Erde abzustellen, weil ein ständiger Zug nach oben war. Ging das Pferd einen Schritt, schnellte das Expanderbein hoch. Absetzen kostete mehr Kraft als ohne Gummiband…

    Ziel war es eine höhere Vorderbeinaktion anzutrainieren. Ein Pferd geht ja auch so richtig bescheuert mit Storchengang, wenn man zu dolle am Bein manipuliert und diese Expander sollten den „Storchengang“ festigen.

    Man kann es ein wenig nachstellen, wenn man einem ganz stinknormalen Pferd an die Hinterbeine schwere Gewichtsringe schnallt: die ersten Meter wird ausgeschlagen oder im Storchengang gegangen, fast als würde das Pferd sich bei jedem Schritt unter den Bauch treten wollen. Das hat der Gummiexpander auf seine Art an den Vorderbeinen bewirkt.

    Ach und zu diesem Quälkram gehört dann auch noch ein Lederlätzchen, was man dem Pferd direkt hinter die Vorderbeine schnallen kann, was den Körper des Pferdes gegen die Tritte schützt, die durch diese groteske Vorderhandbewegung entstehen können.

    Und lässt man dem Pony lange Stelzenhufe wachsen, strampelt es vorne auch mehr und man kann mehr Silikon mit Bleifüllung im Huf unterbringen. In Amerika gibt es für die Saddler schwere Holzschuhe, damit sie vorne strampeln wie wild…

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Kann mir das ähnlich vorstellen, wie bei denn Tennessy-Walkern. :panik:
    Und ich Idiot hole alle 6 Wochen den Hufschmied, wo ich doch so viel mehr Beinaktion rausholen könnte. :doh:

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