Allergie – medizienische Lösung??? Achtung lang!!

By frau_shrimp | Ekzeme, Sommerekzem, Hautprobleme, Pilz, Fell, Mauke

Hallo Ihr Lieben!

Vor drei Jahren habe ich Anfang April meinen Hispano-Wallach in Berlin aus einer Offenstallhaltung gekauft und nach Hannover geholt (tags Paddock/Wiese, nachts Box). Damals hatte er eine lange, volle Mähne und einen dichten Schweif. Also keine Anzeichen von Sommerekzem (die Mähne war auch zu lang, als dass sie über den Winter in der Form hätte nachwachsen können).

Ende April, als es dann schon wärmer wurde, fing Novi an auf Putzen am Mähnenkamm und kraulen am Schweif stark zu reagieren und es sichtlich zu genießen. Zu dem Zeitpunkt stand er allerdings noch nicht auf der Wiese und auch beim Anweiden waren wir noch im Anfangsstadium. Als der Juckreiz dann im Laufe des Sommers immer stärker wurde, fing er immer mehr an, sich mit den Hinterhufen am Mähnenkamm zu kratzen, bzw. mit den Zähnen seine Schweifrübe zu bearbeiten. Resultat: die Haare fielen aus und die Haut wurde sehr schuppig, faltig und empfindlich. Blutig gekratzt hat er sich jedoch damals wie heute nicht. Ich habe ihn dann mit einer Exkzemerdecke eingedeckt, auf eiweißreduziertes Futter umgestellt und ihn nur zeitweise auf die Wiese gelassen. Eine Besserung trat dadurch nicht ein.

Als es ganz schlimm wurde, habe ich ihm auf anraten meines TA´s Cortison spitzen lassen, danach wurde es viel besser. Die Decke behielt er weiterhin drauf und im Laufe der Jahre habe ich weiter verschiedene Futterzusätze und Pflegemittel ausprobiert (Ballistol, Neebaumöl — nein nicht Teebaumöl! —, Kräutermischungen für Ekzemer, Wiemerskamper, diverse Sprays, die mir der TA empfohlen hat, Kanne Brottrunk, Green Guard, Schwedenemulsion und wie sie alle heißen). Genützt hat nicht eines davon 🙁 Die Mähne schneide ich nun immer raspelkurz und der Schweif sieht im Sommer aus wie gerupft.

Auch beim Futter habe ich schon verschiedenes probiert: Gerste, Hafer, Cobs, Müsli, Pellets, Heu, Silage. Auch die Streu habe ich variiert. Alles hatte keine Auswirkung auf den Juckreiz und das Kratzen.

Selbst die Ekzemerdecke hilft nicht wirklich, er kratzt und scheuert sich trotz Decke. Deshalb haben wir einen Verschleiß von ca. 2 Decken pro Saison, und min. 2x pro Woche ist nähen angesagt. Da er aber sehr kirre wird (Kopf-, Huf- und Schweifschlagen, zappeln, kein Ansprache mehr möglich, da Pferd komplett von der Rolle), wenn die Viecher um ihn rumschwirren oder auf ihm sitzen, lasse ich sie ihm drauf.

Im Laufe der Zeit habe ich also folgendes herausgefunden:
– er fängt schon vor der Weidesaison an sich zu kratzen
– die Decke scheint nicht wirklich zu helfen (außer dem “psychologischen” Effekt bei ihm und mir; selbst wenn ein Fliege auf ihm landet, wird er zappelig. Vielleicht kitzelt ihn das auf der juckenden Haut extrem???))
– an der Fütterung kann es nicht liegen
– an der Einstreu kann es nicht liegen
– eine Behandlung der juckenden Hautpartien schlägt nicht an
– einziges Mittel, das bislang wirklich den Juckreiz abstellen konnte ist Cortison mit Langzeitwirkung

Mittlerweile habe ich die Nase voll, ständig soviel Geld für Dinge auszugeben, die anscheinend nicht helfen. Außerdem geht es ziemlich an die Nerven, das Pferd leiden zu sehen, während ich ihm nicht helfen kann (und mit Cortison will ich ihn auch nicht ständig zudröhnen)!!! Deshalb hab ich mich jetzt von meinem TA wegen einer medizienischen Lösung beraten lassen. Er erklärte mir, dass das Blut im Labor erst einmal in einem Vortest untersucht würde. Dabei geht es wohl darum, die “Ursprung” der Allergie weiter einzugrenzen in saisonale Alergene (Pollen, Sonne…), ganzjährige Allergene (Schadstoffe, Luftverschmutzung…) oder Insektenallergie. Dieser Vortest sollte laut TA ca. 40 Euro kosten. Der Hauptest wird dann durchgeführt, wenn in einem Bereich des Vortests ein positiver Befund vorliegt. Dann wird nach dem genauen Auslöser gesucht (z. B. bestimmte Pollen, bestimmte Insekten oder bestimmte Schadstoffe). Dieser Haupttest sollte dann ca. 90 Euro kosten.

Da dies schon allein fast günstiger ist, als eine neue Ekzemerdecke und ich endgültig etwas für mein Pferd tun möchte habe ich mich dazu entschlossen. Denn wenn ich genau weiß, auf was Novi allergisch reagiert, kann ich ihn entweder davor schützen oder ihn desensibillisiern lassen. Laut TA hat dies eine Erfolgsquote von etwa 50%.

Da dies wenigstens ein bißchen Hoffnung in sich birgt, habe ich mich dazu entschieden, dies zu probieren. Denn wenn ich weiterhin nähen und teure Decken kaufen muss, werde ich irre und pleite. Und mein Pferd ist im Sommer eh irre ;(

Das Blut wurde also zum Labor geschickt und nun erhalte ich eine Rechnung von 325 Euro. Ich bin fast hintenrüber gefallen!!!! Wie kann das sein, wo mein TA mir doch was von insg. 130 Euro erzählt hat!!! Auf meine telefonische Nachfrage bei ihm heute morgen, war er auch sehr überrascht ob dieses Preises! Desweiteren hat er mir gesagt, dass er auch das Ergebnis vom Labor hat (ich hab nur die Rechnung gekriegt!). Novi hat eine Pollenallergie, allerdings konnte er mir nicht genau sagen, gegen welche Pollen, da er den Schrieb zuhause hat und gerade unterwegs war. Eine mögliche Behandlung würde so aussehen, dass Novi über die nächsten 1-2 Jahre wöchentlich gespritzt wird um ihn zu desinsibillisieren. Auf eine ungefähre Aufstellung der Kosten dafür wollte er sich so spontan am Telefon allerdings nicht festlegen (was ich auch verstehen kann). Heute abend soll ich ihn nochmal anrufen, wenn er wieder in der Praxis ist und seine Unterlagen vorliegen hat.

So dass war jetzt eine sehr lange Geschichte, aber ich mußte sie mir einfach mal vom Herzen schreiben. Und ich habe auch noch 2 Fragen an Euch:
– was kann ich gegen diese teure Rechung tun?
– würdet Ihr mir zu einer Desensibillisierung raten (hat vielleicht schon jemand positive oder negative Erfahrungen damit gemacht und was kostet sie? Im Moment tendiere ich ja dazu, weil ich nicht weiß was ich sonst noch tun soll!

Meine Fragen und die gesamte Geschichte zielen jedoch nicht darauf aus, noch weitere Wunder-/Pflegemittel empfohlen zu bekommen. Ich möchte nun ein für alle mal die Ursache bekämpfen und nicht die Wirkung!!! Mein Wunsch ist es irgendwann Ruhe zu haben!

Vielen Dank (auch fürs gesamte durchlesen dieses Romans 😉 )
Sabine

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