Unerklärliches Lahmen – Ich weiss nicht mehr weiter

By Hafimaus22 | Bewegungsapparat, Lahmheiten

Hallo.

Momenan macht uns unsere “Alte Lady” (18 Jährige ehemalige Elitestute, bis auf eine Rehe vor 16 Jahren nie auffällig gewesen) ganz große Sorgen, ich kümmere mich seit dem Frühjahr um sie – Sie ist sozusagen mein Pflegling.

Das Problem begann vor einigen Wochen:

Mir ist plötzlich eine minimale Unklarheit bein Traben in der Hinterhandauf der linken Hand aufgefallen, zuerst wirkte es als sei sie einfach “eingerostet” und müsse ganz vorsichtig wieder gerade gerichtet werden – Im Galopp hatte sie auf der anderen Hand Probleme. Ich sagte Besi bescheid und diese stimmte mir zu – Es wurde erst etwas besser, dann verschlimmerte es sich nach kurzer Zeit wieder. Die Stute wurde also ganz aus dem Training genommen und erhielt eine Behandlung mit Traumeel, nach 3 Tagen schauten wir uns das ganze nochmal an und es gab erneut keine Verbesserung :panik1: .

Der TA wurde sofort gerufen und schickte leider seine Vertretung:
Die Dame kam auf den Hof und liess sich die Stute auf verschiedenen Untergründen vorführen, an der Longe im tieferen Sand zeigte sie sehr deutlich ihr Lahmen. Sie tastete die Gelenke ab und meinte es wäre nichts heiss, dann machte sie eine Beugeprobe und riss ihr die Hinterbeine auf Anschlag hoch … da sagte sie noch “Ja also wäre das Arthrose, dann würde die jetzt schon unruhig werden”, wurde sie aber nicht – trotzdem schliff sie danach dann die Hinterbeine regelrecht hinterher !
Da wars dann für die TA klar, “die hat doch Arthrose im Knie oder im Sprunggelenk, lassen sie das röntgen … ich würde sie ihnen dann auch direkt einschläfern, da kann man in dem Alter eh nichts mehr machen” ;( wir waren alle total am Boden zerstört, alle auf dem Hof hatten Tränen in den Augen als die TA fuhr – Man muss wissen das mit dieser Stute die gesamte Zucht angefangen hat.

Besi versuchte mich zu trösten und meinte “Du kannst ab Sommer die YX reiten, die machen wir zusammen für dich fertig … die ist so toll, Staatsprämienanwärterin ist sie auch”, ich will aber keine XY sondern MEINE Maus. :no:

Dann ging es auf in die Klinik zum röntgen
Auch dort wurde die Stute wieder auf verschiedenen Böden laufen gelassen und von evrschiedenen TAs begutachtet, sie schaffte es diesmal sogar problemlos in ihren “Problemgalopp” auf der rechten Hand zu kommen, lahmen tat sie aber weiterhin etwas. Sie haben ihre Hinterbeine dann Beidseitig von oben bis unten geröngt – insgesamt 6 Bilder.

Ich hatte solche Angst vor dem Ergebniss … :daumen:

Die Bilder wurden vom Chefarzt begutachtet und er sagte klipp und klar das KEINE Arthrose vorliegt, die Stute habe ihres Alters entsprechend gute Gelenke. Er tippe auf Kreuzdarmbeinverrenkung, meinte aber das erstmal die Entzündung rausmüsse um eine Osteo dort ran zu lassen. Wir sollten mit Equipalazone oder einem ähnlichen Medikament behandeln und 14 Tage warten.

Wir sollten außerdem 10 Min. mit ihr auf gerader, fester Strecke spazieren gehen und sie 2x am Tag unter unsere Wärmelampe stellen. Das taten wir alles genau wie verordnet.

Gegen Ende dieser Zeit fiel mir auch das erste mal das Patzschen ihres rechten Vorderhufes auf… sie trat mit diesem richtig stark auf und mit dem linken nur leicht. Gut zu hören war das dank ihrer Eisen auf der Straße – KLONG ,knirsch ,

Die Osteo wurde gerufen
Sie untersuchte die Stute von Kiefergelenk bis zum letzten Schweifwirbel – Gefunden hat sie 3 Blockaden der Halswirbel, einen Beckenschiefstand, ein verrenktes Kreuzdarmbeingelenk und ein verkrampftes rechtes Vorderbein. Sie “richtete” alles so gut wie möglich und meinte sie könne noch einige Zeit lahmen, sie wolle in 4 Wochen nochmal wieder kommen.

Dann sagte sie etwas das ich nicht verstand:
Osteo: “Sie könnte auch Probleme mit Kurven haben, vll hat sie einen Wiederhaken im Gelenk”
Wir: “Aber wir haben doch alles in der Klinik röntgen lassen, ihre Gelenke sind Ok !”
Osteo: “Naja, es könnte aber übersehen worden sein, manche Pferde haben Proleme in engen Wendungen. Ich denke sie wird besser damit bedient sein, sie aus der Platzarbeit raus zu nehmen und nur noch im Schritt im Gelände zu reiten”

Könnte, hätte, sollte ? Ich dachte das Problem war das Kreuzdarmbeingelenk und das Lahmen wäre mit der Heilung weg ? Das ist ja wie wenn ich mit nem kaputten Zeh zum Arzt gehe und dieser sagt mir “Gute Frau sie humpeln, ihr Ellenbogen könnte kaputt sein, sie können nie mehr Tennis spielen” :nix:

Auch sie verordnete die 4 Wochen fleissig tägliche, ausgedehntere Spaziergänge. Auch diesmal ging ich jeden Tag mit der Stute wie verordnet … Das Gepatsche wurde etwas weniger, es trat nur noch Phasenweise alle paar Meter auf.

Ich erzählte Besi das das Gangbild ein bisschen besser wird, sie kam wieder mit “Ich freue mich auf XY im Sommer, die wird soooo toll…” :seufz:

Der Hufschmied kam letzen Montag, um ihre 2 Eisen zu wechseln und wie gewohnt die Hufe zu kürzen
Als er da so am ausschneiden war, sagte er plötzlich “Die hatte nen Schub !”. Wir liefen alle hin um zu gucken was er meinte, die Stute hatte eine winzigen roten Ring längs der weissen Linie, diese kam erst durchs ausschneiden ans Tageslicht … der zweite Reheschub seit 16 Jahren :seufz:. Er sagte es wäre nur ein leichter gewesen, man bemerkt so leichte Schübe nicht immer und es ist auch nicht immer mit den typischen Symptomen verbunden :panik:. Er hat ihr Eisen mit Gummiplatten verpasst, die Nägel hat er weiter nach hinten gesetzt – Dann tut ihr laut ihm das beschlagen nicht weh.

Danach war das “Patschen” des Vorderbeines ganz weg :bravo:
Die Erklärung von Seiten des Hufschmieds:
Die Stute hatte durch den Schub Schmerzen, daher kam warscheinlich auch
die Verspannung/Verrenkung des Kreuzdarmbeingelenks, das Lahmen der
Hinterhand und zuletzt das “Patschen” des weniger schmerzhaften Fußes um
den schlimmeren zu entlasten… deswegen blieb das Patschen auch so
lange nach der Osteobehandlung noch erhalten.

Er sagte ganz trocken “Den 3 Experten sollte man jedem einzelnd eine reinhauen”

Wir stellten den Futterplan radikal um und ich kühlte ihr täglich in Wassereimern die Füsse, laut Schmied solle das ganze keine 3 Wochen dauern bis sie schmerzfrei ist (Ihre erste Rehe vor 16 Jahren behandelte er auch). Wir stellten sie auf einen matschigeren Paddock damit sie dort “Dauerkühlung” hat, sie hat absolutes Spaziergehverbot.

Am Freitag kam die Osteo zu ihrem 4-Wochen-Termin
Da ich leider Fieber bekommen habe konnte ich nicht dabei sein ;(, ich rief also Besi an und fragte sie

Die Stute lahmt immernoch stark im Trab, laut der Osteo könnte das eine
Chronische Kreuzdarmbeinentzündung oder doch Kniegelenksartrose sein,
haben wir das nicht extra röntgen lassen ? Sag mal kommen die alle noch
klar ? Die Osteo meinte um eine Arthrose auf Röntgenbildern hätte sehen
zu können, hätte man ihr etwas injizieren müssen … ist ne Klinik so
doof und weiss das nicht ? Erzählt die Osteo Mist ?
Also so langsam
reicht es … ich weiss nicht mehr weiter, erst sagt man “Die muss getötet werden”, dann kommt “Die ist bedingt reitbar”, dann kommt “Die wird wieder geheillt”, dann kommt “Die ist Frührentner”

So langsam macht mich das Gaga :panik1:
, es geht mir nicht darum sie so schnell wie möglich wieder “betriebsfähig” zu machen, sondern darum mal eine konkrete, stimmige Diagnose zu bekommen damit man ihr RICHTIG helfen kann… wenn sie nicht mehr reitbar ist dann ist das eben so, aber welche Beweise gibt es ? Vll sind das da weiterhin Rückenschmerzen die von der Rehe ausstrahlen … dann wird das auch sowieso nicht weggehen bis die Hufschmerzen weg sind und sie sich entspannen kann?! Die Osteo meinte man solle ihr in der Klinik Gelenksspritzen gegen Arthrose geben…. aber warum ? es ist doch noch nichtmal bewiesen ? Warum also sinnlos an ihr rumrupfen ?

Ich weiss einfach nicht mehr was ich glauben soll und Besi hisst das Segel irgendwie immer mit dem Wind der gerade bläst, sie ist auch am Ende und es ist irgendwo verständlich …

Ich weiss das mir ein Forum nicht wirklich helfen kann, vll hat aber jemand eine Idee, vll ist jemandem sowas ähnliches passiert, vll ist jemand da mit einer TA oder Osteo-Ausbildung … was sollen wir denn jetzt tun ? :seufz:

Kommt mir das nur so vor oder wiedersprechen sich alle “Experten” gerade, stimmt es wirklich das man Arthrose ohne Flüssigkeitsinijektion nicht sehen kann ?

Das ist die kleine Maus:

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