Pferd verweigert Hinterhandbelastung – was ist das?

By Tupfentier1 | Bewegungsapparat, Lahmheiten

Hallo Leute,

ich habe vor 4 Jahren ein 3-jähriges Pferd gekauft. Beim Probereiten war alles super, aber zu Hause beim Auspacken wurde schnell klar, dass sie ein Problem hat.

Am Anfang hatte sie überhaupt keine Balance. Wir sind im Schritt gestürzt, an der Longe war es ein wildes Rasen. Ohne Reiter lief sie deutlich (fast) nur auf der Vorhand. Abbiegen war beim Reiten auch nur nach rechts möglich.

Jetzt habe ich sie 4 Jahre lang mit allen Mühen (Handarbeit, Longe, Schrittreiten) ausgebildet. Und es wird immer deutlicher, dass eine Geraderichtung und Hinterhandbelastung schlichtweg nicht möglich ist. Sie windet sich wie ein Aal um wieder auf der Vorhand landen zu können.
Zur Zeit sieht auch der Rücken völlig verspannt aus, aber ich kann Stangen-Traben wie ich will und herumlongieren, es bringt nichts. Sie verweigert die Geraderichtung und den Hinterhandeinsatz, m.E. insbesondere auf dem linken Hinterbein. So kriegt man den Rücken natürlich nicht hoch…
Traben und Galopp finden so gut wie nie auf der Hinterhand statt und allzu oft verliert sie die Balance. D.h. ich gehe schon 4 Jahre größtenteils Schritt 🙁

Sie ist wirklich sehr brav, willig und aufmerksam. Ich glaube daher eher an nicht-Können als nicht-Wollen. Wie gesagt, es war ja nie besser….

Hatte jemand so etwas schon mal ? (Bitte nicht ins Blaue-Raten, ich habe schon eine ewige Ursachen-Liste, ich brauch mal einen Leidensgenossen :-(((

Was gegen vd. Ursachen spricht:

– Patella-Luxation / Kniegelenk – hatte sie schonmal, aber rechts – ist m.E. eher Wirkung als Ursache

– Kissing Spines – ja der Rücken sieht genau so aus, aber müsste sich mit Trabstangen und Longe bessern
außerdem passt es nicht zu der fehlenden Belastung des linken Hinterbeins – ist m.E. also auch eher Wirkung als Ursache

– PSSM – passt zum Rücken, aber nicht zur Verweigerung der Belastung des linken Beins

– Huf, Sprunggelenk, etc. – hätte ich in den 4 Jahren gemerkt, würde ich ausschließen, sie geht auch nicht lahm, sondern hat sich nach vorne verlagert, d.h. ich merke erst jetzt nach so viel Arbeit wo überhaupt das Problem ist.

– Kreuzdarmbeingelenk – mein Favorit, aber von außen sieht man nix (schiefer Schweif, schiefe Kruppe o.ä.)

Das deutlichste Symptom ist, dass sie versucht, mit dem linken Bein am Schwerpunkt vorbeizutreten und an der Longe auchmal damit wegbricht.
Schmerzen hat sie eher keine (außer mittlerweile wohl im Rücken) zumindest spricht sie auf Metacam kaum an.

Chiropraktikerin, Ostheopathin, Physio und TA haben bislang nix gebracht außer hohe Rechnungen…

Jemand eine Idee ? Wäre supertoll nett! Ich kann doch nicht die nächsten 20 Jahre Schrittreiten bzw. wies derzeit aussieht das Reiten ganz aufgeben.

Ist ja auch eine noch die Frage, was ich mit dem armen Pony mache, wenn es nicht besser wird. Sie ist gerade mal sieben. Zum Heulen ! Bin total durch den Wind.

Liebe Grüße
Christine

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