Gestern auf 3-Sat, "Arena", Stierkampf und seine Tradition

By July-Plankton | Archiv: Smalltalk

Hat das zufällig jemand gesehen? :look:

Gestern lief auf 3Sat eine wirklich echt gute Reportage über Stierkampf.
Nicht nur so das übliche Blabla, sondern wirklich umfangreich recherchiert, inkl. Ausbildung der Toreros, bis hin zum Matador, alles super erklärt….
…. und das alles sehr bewegend verpackt… mit 9 jährigen Kindern, auf die Bullenkälber losgelassen werden, bis hin zu den Beweggründen der Eltern, dessen Tradition, Blicke vor und hinter die Bühne, wie so ein Kind oder Heranwachsener dabei fühlt und sich entwickelt, Niederlagen, Tod….
Aspekt Tierschutz wurde auch angesprochen.

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Ich gehöre zu der Sorte die Stierkämpfe wegen der Tierquälerei nicht besuchen/unterstützen, war aber von der Reportage wirklich sehr bewegt.
Da werden Kinder der Tradition wegen gedrillt und auf spezielle Schulen geschickt, um zu einem Top-Star Matador zu werden, was viel Geld und Ehre verspricht.
Matadore werden dort verehrt wie Götter.

Ein junger Mann (ich tippe auf 18-20J.) wurde von seinem Vater begleitet als dieser als Torero eine Show hinlegen sollte. Der Vater voller Hoffnung, der junge Mann voller Angst und Selbstkritik.
Der junge Mann wurde von dem Stier auf die Hörner genommen und am Oberschenkel verletzt. Hat seinen Kampf zwar noch zu Ende bestritten, wurde dann aber in einem Rettungswagen direkt vor Ort noch „operiert“.
Kommentar des Vaters: Ob er stolz sei? Nein, er wäre enttäuscht über diese Leistung! :huh:

Hat mich sehr bewegt auch mal hinter die Fassade zu blicken.
Habe die Angst, den Mut, die Verzweiflung, die Hoffnung, die Trauer direkt bei mir auf dem Sofa gespürt beim Zuschauen…..

Falls ihr die Chance habt es irgendwie in der Wiederholung anzuschauen, kann ich das nur empfehlen. War wirklich sehr fesselnd und bewegend! :ja:
Und dabei spielt es keine Rolle, ob man für oder gegen den Stierkampf ist.

😉

  • maurits sagt:

    ich finde solche Reportagen mit Sicherheit interessant kann aber diesem kranken Macho-Drill und falsch verstandenem Stolz nichts abgewinnen.
    Ich habe kein Mitleid mit diesen Menschen, wenn sie verletzt werden bei ihrem Tun, oder aufgrund nicht erbrachter „Leistung“ bitterlich enttäuscht sind. Sollen sich halt ein anderes Hobby aussuchen als Töten im Sinne von Kultur und Tradition auszuüben.
    ich bin einzig und allein bewegt und erschüttert über das Leid, das den Tieren dort angetan wird. Es werden ja nicht nur Stiere sondern auch Pferde massenhaft missbraucht und „verschlissen“, alles für die „Ehre“ dieser kranken Typen, nein danke.

    lg
    maurits

  • MerlijnCH sagt:

    …unterschreibe :thumbsup:

  • Legolas sagt:

    Unterschreibe ich auch…ich mag Spanien, ich fahre gerne ich Urlaub hin :ja: aber diese teilweise doch krankhafte Stolz dieser Menschen ist für mich nicht nachvollziehbar und wenn Tiere darunter leiden und geschuden werden schon dreimal nicht :no:

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Da unterschreibe ich auch mal flux.
    Ich fand es erschütternd, mit welchen Werten die Kinder dort heranwachsen. Dass weder ein Tier- noch ein Menschenleben viel Wert ist. Nicht mal in den Augen der Väter, die ihre Söhne rausschicken um Kälber zu hetzen.

    Ich kann es nur begrüssen, dass Teile von Spanien nun Portugal nachgezogen sind und wenigstens die Tötung der Stiere in den Arenen verbieten. Besser noch wäre es, es ganz abzuschaffen.

    Fande die Reportage trotzdem sehr informativ, weil vermittelt wurde wie solche Kinder aufwachsen und ihnen diese Denkensweise ja quasi in den Schädel gehämmert wird.
    „Geh jetzt, damit ein Star aus dir wird.“ :eye:
    :no:

  • schwarztier schwarztier sagt:

    Die Tötung der Stiere findet beim portugisischen Stierkampf schnell und billig hinter der Arena statt. Wurde mir von einem Stierkampfinteressierten Menschen berichtet.

    Ich selber habe mir in Andalusien mal einen Nachmittag in der Arena angetan.
    Im gefühlten Minutentakt wurden dort die Viecher lebend rein und tot wieder raus gezerrt. Wenn der Stier auch nur den Anflug einer Chance hatte, sich den Torero zu schnappen, wurde er sofort von den Helfern abgelenkt. Der „echte“ Zweikampf Stier-Mann fand nicht statt.

    Die Menge jubelt, familienweise sitzt man gemütlich am Sonntagnachmittag mit Picknick in der Arena und freut sich. Mir hat es den Appetit verschlagen und die Sprache sowieso.

  • gitana gitana sagt:

    Der „echte“ Zweikampf Stier-Mann fand nicht statt.

    Der Stierkampf war auch nie als fairer Zweikampf gedacht. Wer das glaubt, geht schon mit ganz falschen Vorstellungen an die Sache ran. Die deutsche Übersetzung „Kampf“ ist dabei einfach falsch. Im Original heißt es Corrida, also Lauf (der Stiere), sonst nichts.

    Daß das Baskenland den traditionellen spanischen Stierkampf nach den offiziellen Regeln verboten hat, ist der reinste Hohn, das hat nur den Grund, weil das eben typisch spanisch ist und man ja nicht spanisch sein will. Was dagegen nach wie vor erlaubt ist, ist diese grausame Stierhatz durch die Straßen, wo die Stiere von Unmengen Menschen gequält, mit Messern aufgeschlitzt, manchmal noch angezündet und zum Schluß meist noch von der Kaimauer ins Meer gejagt werden, weil das ist ja Landestradition und darf daher ruhig weiter gemacht werden :kowa: :kowa: :kowa: :kotz: Also nichts mit ehrenwertem Tierschutz.

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