Geblsslos anreiten – Erfahrungen?

By La Jaca | Archiv: Ausbildung

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Es würde mich interessieren, ob wer Erfahrungen hat mit der anfänglich komplett gebisslosen Ausbildung? Also Anlongieren und erste Reiteinheiten, um die Balance etc zu finden.

Welche Zäumung bietet sich dafür am ehesten an? Wie sieht es aus mit Longierhilfen, welche Hilfszügel kann man da überhaupt anwenden?

  • Avatar kuwi sagt:

    Ich nahm zum Anlongieren meistens Kappzaum oder Knotenhalfter ohne HZ einfach nur um dem Pferd die allerersten Grundkommandos beizubringen.
    Die ersten Reitversuche dann meistens mit Sidepull, da dieses recht gut von den Pferden angenommen und verstanden wird.

    Sobald aber meine Jungpferde an der Longe und unterm Reiter in 3 Gangarten laufen konnten und bremsbar waren bzw die laterale Hilfengebung installiert war, habe ich immer auf einfache Trensen gewechselt ( je nach Pferd einfach oder doppelt gebrochen ) einfach weil man gewisse Sachen ohne Gebiss nur sehr schwer dem Pferd korrekt beibringen kann.
    Gebisslose Zäumungen bleiben aber bei mir in der grsamten Lebenszeit immer als Abwechslung oder für bestimmte Problemlösungen in Verwendung.

  • Avatar Quidam sagt:

    Ich habe zum longieren ebenfalls einen Kappzaum benutzt, zum spazieren gehen oder Handpferd reiten ein Knotenhalfter. Die erste Zeit bin ich auch mit Kappzaum geritten und dann auf den LG-Zaum umgestiegen mit dem ich immer noch reite – seit bald 2 Jahren jetzt. Kasimir ist aber auch ein spezieller Fall der nur gebisslos geritten werden kann.

    Longierhilfen/Hilfszügel habe ich nie benutzt bzw. benutze ich nicht.

  • Avatar Jasmin sagt:

    ich habe da auch sehr gute erfahrungen mit gemacht. anlongieren mit kappzaum, evtl zwischenduch mal ein gebiss reinhängen, aber ohne es zu benutzen, dann anreiten mit kappzaum/sidepull und auch da zwischendurch mal das gebiss rein.

    als dann auf gebiss umgestellt wurde gab es keine probleme.

    lg, j

  • Avatar Lojola sagt:

    Die ersten Reiteinheiten habe ich mit dem Knotenhalfter gemacht. Nun bekommt der kleine langsam ab und an mal eine Trense blind verschnallt ins Maul. Mit dem Knotenhalfter anreiten ist kein Problem.
    Ich longiere mit dem Kappzaum, Hilfszügel kommen bei mir nicht ans Pferd es sei denn ein ausgebildeter Trainer würde sie verwenden, aber selbst da bräuchte es einiges an Überzeugungskraft dass ich mich darauf einlassen würde.

  • Avatar Castellano sagt:

    Den letzten Schwung Jungpferde habe ich auch gebisslos angeritten (Kappzaum), unausgebunden longiert und bin dann über das 4Zuegelige Reiten mühsam zum reinen Gebiss gewechselt.
    Bei den jetzigen Jungpferden bin ich wieder die alte klassische Schiene gefahren. Die werden ganz normal mit Trense angeritten und auch ausgebunden longiert. Ich weiß nicht warum u weshalb, aber irgendwie bin ich von der „Alternativen“ Schiene wieder ab und fahre besser den erprobten und üblichen Weg des Anreitens. Getreu dem Motto „weniger Geschiss ist oftmals mehr“!

  • Avatar Mumpitz sagt:

    „weniger Geschiss ist oftmals mehr“!

    *unterschreib*

  • Avatar Lojola sagt:

    Mir persönlich gehts da gar nicht ums „Geschiss“ sondern darum dass ich später mit Gebiss und ohne reiten möchte, und deshalb bietet sich die beidseitige Ausbildung auch schon am anfang an.

  • GidranX GidranX sagt:

    Longieren nur über Kappzaum ohne Ausbinder, Trense blind zur Gewöhnung. Zum Anreiten 4zügelig mit Kappzaum und Trense (Trensenzügel durchhängend).. nach ein paar Mal dann auf nur Trense gewechselt..

  • Avatar Castellano sagt:

    Der Begriff „Geschiss“ bezog sich auch eher auf mich und meine letzten Jungpferde. Da hatte ich eine Phase, wo ich zumindest das Anreiten u die Vorbereitende Arbeit dazu „besser“ machen wollte, als die FN das lehrt.
    Da wurde dann ewig Fuehrtraining und Bodenarbeit gemacht, dann kam das Longieren u die Handarbeit dazu, alles erst Gebisslos und natuerlich ohne Ausbinder. Dann über die Doppellonge iiiirgendwann nach Monaten (um nicht zu sagen Jahren) zum eigentlichen Reiten.
    Geschadet hat’s nicht, aber übertrieben war es definitiv! Es klappt auch genau so gut der (schnellere) und geradlinigere Weg der FN 😉
    Gebisslos reiten lassen die sich so oder so, wenn man das denn möchte.

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Mir persönlich gehts da gar nicht ums „Geschiss“ sondern darum dass ich später mit Gebiss und ohne reiten möchte, und deshalb bietet sich die beidseitige Ausbildung auch schon am anfang an.

    Ich denke, das könnte für ein junges Pferd auch mal zu viel „Durcheinander“ werden und halte es für besser, wenn das Pferd erstmal EINE Sache ordentlich lernt, dann kann man später andere Dinge leichter hinzu bringen.
    Ich fange junge Pferde an der Longe mit Kappzaum und/oder Knotenhalfter an, lasse sie dann an der Longe das Gebiss nur tragen, mache dann die Zügel dran und hänge die beim Longieren nur hinter die Steigbügel des Sattels, so daß die Pferde erstmal nur das Gewicht und ggfs. das „Schlackern“ am Hals mitbekommen. Fast parallel mache ich mit dem „Anfassen“ des Zügels in der Arbeit an der Hand vertraut, weil ich meine, daß nichts so gefühlvoll sein kann/sollte, wie die menschliche Hand. Erst wenn auf diese Weise das Gebiss vom Pferd angenommen wird, beginne ich, an der Longe auszubinden. Je nachdem, was mein „Gefühl“ mir sagt, beginne ich das Reiten entweder vierzügelig mit Kappzaum + Trense, oder nur auf Trense.
    Gänzlich gebisslos (Bosal, Halsring) habe ich meine Pferde erst (aus „Jux“, und weil ich wissen wollte, ob das geht) geritten, als sie auf Trense schon ordentlich gingen, was mir auch sicherer schien. Dabei habe ich festgestellt, daß die Pferde das gebisslose Reiten unterschiedlich annehmen: Mein Holsteiner findet es toll und reagiert sehr gut, der Quarter kann damit überhaupt nichts anfangen und ignoriert das Bosal komplett.
    Stellung und Biegung gebisslos korrekt erarbeiten zu wollen, halte ich für ziemlich unmöglich.

  • Avatar Lojola sagt:

    Mir persönlich gehts da gar nicht ums „Geschiss“ sondern darum dass ich später mit Gebiss und ohne reiten möchte, und deshalb bietet sich die beidseitige Ausbildung auch schon am anfang an.

    Ich denke, das könnte für ein junges Pferd auch mal zu viel „Durcheinander“ werden und halte es für besser, wenn das Pferd erstmal EINE Sache ordentlich lernt, dann kann man später andere Dinge leichter hinzu bringen.
    Ich fange junge Pferde an der Longe mit Kappzaum und/oder Knotenhalfter an, lasse sie dann an der Longe das Gebiss nur tragen, mache dann die Zügel dran und hänge die beim Longieren nur hinter die Steigbügel des Sattels, so daß die Pferde erstmal nur das Gewicht und ggfs. das „Schlackern“ am Hals mitbekommen. Fast parallel mache ich mit dem „Anfassen“ des Zügels in der Arbeit an der Hand vertraut, weil ich meine, daß nichts so gefühlvoll sein kann/sollte, wie die menschliche Hand. Erst wenn auf diese Weise das Gebiss vom Pferd angenommen wird, beginne ich, an der Longe auszubinden. Je nachdem, was mein „Gefühl“ mir sagt, beginne ich das Reiten entweder vierzügelig mit Kappzaum + Trense, oder nur auf Trense.
    Gänzlich gebisslos (Bosal, Halsring) habe ich meine Pferde erst (aus „Jux“, und weil ich wissen wollte, ob das geht) geritten, als sie auf Trense schon ordentlich gingen, was mir auch sicherer schien. Dabei habe ich festgestellt, daß die Pferde das gebisslose Reiten unterschiedlich annehmen: Mein Holsteiner findet es toll und reagiert sehr gut, der Quarter kann damit überhaupt nichts anfangen und ignoriert das Bosal komplett.
    Stellung und Biegung gebisslos korrekt erarbeiten zu wollen, halte ich für ziemlich unmöglich.

    Ich sehe wir machen es sehr ähnlich 😉
    Meiner ist jetzt ein Jahr zuhause und wurde nun ein Jahr lang vom Boden und erste Übungen vom Sattel aus übers Knotenhalfter ausgebildet. Die Trense kommt erst jetzt „blind“ hinzu und geritten wird er vornherein erstmal noch mit dem Knotenhalfter bis er sich genug an die Trense gewöhnt hat. Ich meinte damit auch nicht gleich beides auf einmal sondern Schrittweise hintereinander. Beim Einreiten mit dem Knotenhalfter hatte ich natürlich den Vorteil dass die Handhabung sich erstmal nicht änderte. Die Hilfen vom Knotenhalfter kannte er bereits und so war das „einzig“ neue erstmal ich obendrauf.

  • Avatar La Jaca sagt:

    Na gut, das klingt ja nicht so verkehrt. Ich nutze im Moment auch einen Kappzaum, aktuell leider noch einen schweren „deutschen“ Kappzaum den ich aber irgendwann noch durch was leichteres austauschen will. Wir fangen gerade erst an mit dem longieren. Mir wurde jedoch angeraten, erstmal ein wenig Muskelaufbau im Rückenbereich zu betreiben, eben mit einem leichten Hilfszügel wie Chambon, Cavalettis etc. bevor ich mich mal raufsetzen werde. Sei wohl beim Anreiten für sie wesentlich angenehmer, wenn diese Muskulatur vorhanden ist

    Ich hatte auch die Idee, dass man erstmal Kappzaum, dann Kappzaum plus Trense und letztendlich nur Trense nutzt.

  • Avatar Alba sagt:

    Wir haben gute Erfahrungen mit einem Chavecon (Schreibt man das so – und wie zur Hölle spricht man es nun korrekt aus?) gemacht, also mit einer Art Kappzaum, der eine ummantelte Metallkette anstelle eines Naseneisens hat. Die Kette passt sich besser als das Eisen im Kappzaum der Kopfform an, man muss bei der Anschaffung nicht so pingelig genau auf die Passform achten.

    Die ersten Longier-Übungen haben wir am Knotenhalfter gemacht, sind dann schnell auf das Chavecon umgestiegen und haben dann auch damit das Reiten angefangen, zuerst wie von der Longe gewohnt, dann mit blind eingeschnalltem Gebiss. Nun, nach ca. einem knappen halben Jahr Ausbildung unter dem Sattel – wobei wir auch recht viele Unterbrechungen hatten – haben wir diese Woche zum ersten Mal getrenst und am Zügel geritten. Das hat gut geklappt und Jay hat davon profitiert, schon etwas balancierter zu sein und sich nun erst mit sanften Zügelhilfen im Maul beschäftigen zu müssen. Uns hetzt allerdings auch nichts und niemand und wir nehmen uns für die Ausbildung soviel Zeit, wie wir möchten. Schließlich ist es wohl in unserer Lebenszeit das letzte Mal, dass wir ein junges Pferd in Händen haben. 😀

  • Avatar waikiki sagt:

    genau wie alba benutzen wir ein cavecon. das passt sich schön der nase an und sitzt auch unter der trense oder kandare wie ein sperrhalfterschön angeschmiegsam.

    auch die kombinationsmöglichkeiten mit gebiss(trense oder stannge) zu reiten oder durch die ringe mal einen dreiecker einschnallen zu können bieten vorteile.

    die wirkung ist sanft und präzise,aber deutlich und nachdrücklich genug, wenn nötig.

    die pferde mögen es.

  • Avatar Lojola sagt:

    @Alba
    Ich arbeite mit beidem.
    Das Caveçon (ausgesprochen Gavesson ist französisch 😉 ) nutze ich für den älteren Herr und den schweren Kappzaum von Solibel für den jüngeren.
    Meiner Erfahrung nach eignet sich das Caveçon eher für die Arbeit auf kurze Distanz und bei Pferden die auf der Nase eher unempfindlich sind. Empfindliche Pferde mögen lieber die schweren Kappzäume mit festem Eisen. Da das Caveçon kein festes Eisen hat, muss es stärker fixiert werden damit es nicht rutscht, gerade bei der Arbeit auf längere Distanz rutscht es aber dennoch minim und die Einwirkung wird unpräzise. Da hilft dann der schwere Kappzaum da der an Ort und Stelle bleibt.
    Die Frage ist halt nach welcher Methode du longierst und womit du und dein Pferd sich wohler fühlen.
    Meine Arbeit beinhaltet beim longieren jeweils auch gleich die Handarbeit, so dass ein stetiger Wechsel zwischen Handarbeit und Longieren über den gesamten Platz entsteht, ich laufe also genau so viel wie mein Pferd *keuch 😛

  • Avatar JAusten sagt:

    Mir persönlich gehts da gar nicht ums „Geschiss“ sondern darum dass ich später mit Gebiss und ohne reiten möchte, und deshalb bietet sich die beidseitige Ausbildung auch schon am anfang an.

    Meine Pferde wurde alle ganz „normal“ eingeritten und trotzdem werden/wurden sie immer von mir gebisslos geritten. Ich würde auch die klassische Schiene fahren. Gebiss und ausgebunden longiert, nicht zu lange im Kreis und später einfach gebisslos und fertig. Habe damit gute Erfahrungen gemacht.

  • Avatar Alba sagt:

    @Lojola: Danke für die Aussprech-Hilfe! 🙂

    Ich hätte mir schlicht nicht zugetraut, einen passenden Kappzaum zu kaufen bzw. einen nicht ganz passend gekauften „zurecht zu biegen“ – wobei das wohl auch nicht immer möglich ist. Auf der Pferd & Hund letztes Jahr fiel mir dann der Cavecon in die Hände und ich war direkt überzeugt. Allerdings ist Madame Zimtschnecke auch eher unempfindlich und leicht grobmotorisch veranlagt – da schlägt sie nach Frauchen :whistling: – und wir kommen super mit dem C. zurecht.

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