Erfahrungen mit Heuanalyse?

By liesse87 | Fütterung

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Hat hier jmd. schonmal sein Heu analysieren lassen? Nicht auf Nährwertgehalt sondern auf Pilze, Keime und evtl. Pflanzen, die Pferde nicht gerne fressen. Unsere Pferde fressen bestimmte Heuballen nicht (andere Pferde fressen es angeblich normal). Das Heu soll jetzt analysiert werden, denn es muss ja einen Grund geben, warum unsere es durchwühlen, pinibel sortieren und den Großteil übrig lassen. Es wurde vom Labor vorweg gesagt, dass viele Pferdebsitzer Heu einschicken (wg. Schimmel, Pilze etc.) und meistens nichts gefunden wird. Sind die Analysen so ungenau? Kennt sich da jmd. aus, wie gut sich Heu analysieren lässt? Wenn die Pferde es nicht fressen, muss ja was nicht stimmen….

Die Pferde sind alle gesund, Zähne sind gemacht etc., daran sollte es nicht liegen….. Vll. sind unsere Pferde ja empfindlicher als andere, aber keines von ihnen ist in Sachen Heu verwöhnt, sie kennen leider durchaus auch verschimmelte Silage/Heulage und hatten das in den Ställen gefressen…..:(

  • Avatar Fintan sagt:

    Der einzige Platz wo du in Deutschland eine vernünftige Aussage zu der Mycotoxinbelastung in deinem Heu bekommst ist der hier http://www.biocheck-leipzig.de selbst die Lufa schickt die proben die du dahin schickst dorthin. Dort bekommst du auch Angaben im Detail.

  • Avatar koala sagt:

    Hallo Fintan,

    weißt Du auch, ob man da einzelne Gräser zu Bestimmung hinschicken kann, um zu erfahren um welche Pflanze es sich handelt?

    Oder weiß jemand, wo man Gräser/Pflanzen bestimmen lassen kann? :blinzel:

  • Avatar Fintan sagt:

    Gräser kannst du hier nachsehen: http://www.lwksh.de/cms/fileadmin/user_upload/Downloads/Pflanzenbau/Graeserbestimmung_Arbeitsblatt.pdf Wenn du dann den Gräsernamen hast, so kannst du gezielt nach Futterverwertbarkeit schauen. So stellt auch die Saatunion einiges an Info zur Verfügung. Die Biocheck sind in der Lage gezielt auf pferderelevante Mycotoxine zu prüfen, die Menge festzustellen und auch zu beraten auf welche man prüfen sollte. Die HP ist zwar nicht so wirklich toll, aber der Laden ist gut. Sie geben auch am Telefon Hinweise.

  • Avatar Annii sagt:

    Also hier in München gibt es vom Lehrstuhl für Tierernährung der LMU (Uni) das Angebot einer Futteranalyse, ich habe dort auch schon Heu untersuchen lassen. Da wurde dann genau angegeben, wieviele und welche Pilze, Hefen usw drin sind und auch eine allgemeinverständliche Aussage zur Qualität des Heus gegeben (in meinem Fall „Sehr mäßig und von schlechter hygienischer Qualität“). Ich wechsle eh den Stall, aber damit habe ich jetzt nochmal scharz auf weiß, dass das Heu ziemlich belastet ist, unter anderem mit diesen verderbanzeigenden Pilzen, die Mykotoxine oder so ähnlich bilden können…also ich fand die Analyse sehr hilfreich!

    LG Annii

  • Avatar liesse87 sagt:

    Ich danke euch für die Informationen! Das Heu ist eingeschickt und ich bin mal gespannt was sich ergibt. Ich weis nicht wohin, aber wir bekommen die Auswertung gezeigt und dann sehe ich es ja….

  • Avatar Fintan sagt:

    Ist der Auftrag erteilt worden auf gfesmat Keimzahl zu testen oder auch speziefisch auf relevante Toxine?

  • Avatar liesse87 sagt:

    Das weis ich leider nicht. Wir haben es nicht persönlich organisiert…..das macht der Stallbesitzer. Er hat die Telefonate geführt und da wurde dann gesagt, dass meistens nichts negatives rauskommt (was mich stutzig gemacht hat). Er hat denen vom Labor das Problem genannt und sich informieren lassen (Pferde fressen es nicht, was könnte sein etc.), weshalb ich eigtl. gedacht hätte, sie prüfen dass dann automatisch auf Toxine, bestimmte Pflanzen etc.

    Wenn das Ergebnis da ist bekommen wir es gezeigt, insofern hoffe ich mal, dass da alles detailliert draufsteht und ich somit sehen kann auf was geprüft wurde….

  • Avatar Fintan sagt:

    Und genau das ist die Krux. Die meisten Stall Besi wollen nicht das was rauskommt, da sie dann das gesamte Heu entsorgen müssten.

    Und wenn er an Biocheck geschickt hätte, dann hätte er jedes Toxin bei Namen und Menge.

  • Avatar liesse87 sagt:

    Genau wegen dieser einen Aussage zweifel ich an der Professionailtät des Labors. Ich habe eh die Befürchtung, dass nichts gefunden wird und das Geld unsinnigerweise ausgegeben wurde. Deshalb interessierte es mich ja, ob die Labore da allgemein „gut“ (Beratung etc.) sind….

    Je nach Ergebnis, schicke ich dann nochmal was ein…..

  • Avatar liesse87 sagt:

    Habe gerade noch mal beim Biocheck geguckt, dass ist recht kostenaufwändig so etwas zu bestimmen? Für jedes einzelne Toxin ca. 60€? Dann ist das der Test definitiv nicht……

    So einen Aufwand (Kosten) machen ja dann sicherlich nur die absolut verantwortungsbewussten Bauern…..und die kenne ich nicht 🙁

  • Avatar Fintan sagt:

    Deshalb legt man ja auch innerhalb eines Stalles zusammen, macht den Test und brummt dem Bauern das Ganze bei Befund auf, denn er ist seiner Fürsorgepflicht und Treuhandpflicht nicht nachgekommen.

    Die kleinen Plagegeister können dich leicht pro Pferd ein vielfaches der Analysekosten kosten. Wenn man züchtet, ein Abort…. und der Rest eben auch.

  • Avatar liesse87 sagt:

    Dass die Schäden, die das Pferd davon bekommen kann viel kostenaufwändiger sind, ist mir bewusst. Es handelt sich bei uns nicht um einen großen Stall, es ist eher privat. Dass der Bauer überhaupt das Heu eingeschickt hat finde ich sehr positiv. Nur leider scheint es, dass er falsch beraten wurde. Es wird dann sicher so sein, dass dieses spezielle Labor nichts herausfindet und dann ist das Heu generell in Ordnung (weil das Labor es ja bestätigt und andere pferde es ja auch fressen). Ich gehe mal davon aus, dass er das nicht in Frage stellen wird und es an den Pferden liegen wird (ich glaube so denken die Bauern dann). Wir werden dann eh anderes besorgen müssen, gott sei dank kommt er uns da noch entgegen.

    Was mich aber noch interessieren würde: gibt es Erfahrungen/Forschungberichte ab wann Pferde „vergiftetes“ Heu nicht mehr fressen? Ich weis, dass es auch immer vom Pferd abhängig ist, aber vll. wurde da ja mal was getestet. Ich kenne Ställe da wird/wurde sehr viel verschimmeltes gefüttert. Die Pferde haben das leider immer gefressen…. Gibt es da auch den Aspekt Gewohnheit? Grundsätzlich wird ja gesagt, dass Pferde (extrem) belastetes Heu nicht fressen, aber die meisten fressen doch alles…. 🙁

  • Avatar Fintan sagt:

    Nein gibt es nicht.

    Es gibt nur Bereichte darüber wie es sich auswirkt (nachträglich den Grund gefunden). Vom Tod grösserer Pferdebestände bis zu Unbrauchbarkeit alles möglich.

    Aktuell ist es so, dass kürzlich der größte Geflügelerzeuger der Welt (Pilgrims) konkurs gegangen ist weil seine gesamten Bestände inkl Gelege vergiftet waren, durch Futtermittel.

    56.000 Jobs verloren. auf einen Schlag.

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