Einseitiger Nasenausfluss und mögliche Ursache

By testadmin | Zähne, Kopf

Diese Seite bewerten

Zum Thema einseitiger Nasenausfluss beim Pferd kann ich über meine eigene Erfahrung berichten.
Mein Pferd hatte Anfang letzten Jahres schon seit einiger Zeit einen leichten, oftmals nur tröpfchenweise, Ausfluss einseitig. Dieser Ausfluss bestand aus einer klaren, nicht riechenden Flüssigkeit, mit leicht klebriger Eigenschaft. Alle befragten Tierärzte waren der einhelligen Meinung, solange die Flüssigkeit nicht eitrig und / oder übel riechend ist, müsse man sich keine allzu große Sorgen machen.
Nun stand unser alljährlicher Zahnarzttermin an. Da wir bei der Terminvereinbarung diesen Nasenausfluss angesprochen hatten, empfahl unser Zahnarzt einen seiner Kollegen, der untersuchungstechnisch besser ausgestattet ist. Dort wurde ein Termin vereinbart.
Zwischenzeitlich hatten wir dann auch noch bei meinem Pferd den Verdacht auf eine Nierenkolik, die sich aber als Infekt herausstellte, der möglicherweise im Zusammenhang mit dem Nasenausfluss stand. Durch die Behandlung mit Antibiotika veränderte sich der Nasenausfluss in gelblich schleimig klebrig, ohne aber zu riechen.
Dann folgte die Untersuchung. Zunächst wurde die Mundhöhle begutachtet, danach Endoskopie der Nasengänge. Dabei konnte nichts Außergewöhnliches festgestellt werden. Auch beim Röntgen war keine Ursache zu erkennen.
Der Tierarzt empfahl mir ein schleimlösendes Mittel zu geben und abzuwarten. Damit war ich aber nicht zufrieden, denn mein Pferd hatte die Wochen zuvor offensichtlich unter Schmerzen gelitten und deutlich abgebaut. Der Tierarzt schlug mir daraufhin vor eine CT zu machen. Normalerweise werden die Pferde dazu vollnarkotisiert. Diese Klinik hatte seit zwei Wochen eine neue Anlage, die eine CT des Pferdekopfs beim stehenden Pferd, nur unter Sedierung ermöglicht (sofern das Pferd die Sache mitmacht). Dies ist bislang die einzige Anlage in Deutschland, bei der das möglich ist.
Das Ergebnis der CT war für alle eine böse Überraschung (siehe Bild, rechte Seite).

Die Schleimhäute in der rechten Stirn / Nasenhöhle zeigten eine deutliche Verdickung bzw. Entzündung. Als Ursache konnte die entzündete Zahnwurzel eines Backenzahns lokalisiert werden. Klar war dann, wird die Ursache nicht behoben, besteht die Gefahr der Zerstörung des Knochens, also letztendlich eine lebensbedrohliche Geschichte. Also musste der Zahn raus. Die Zahn-OP konnte glücklicherweise am stehenden Pferd gemacht werden, und verlief ohne Komplikationen. Alles in allem und rundherum eine sehr professionelle Arbeit!
Bereits am Tag nach der OP zeigte das Pferd einen ganz anderen Gesichtsausdruck und erstaunlichen Appetit. Nach insgesamt zwei Wochen in der Klinik konnten wir ihn wieder nach Hause holen, auch sehr zur Freude seines Kumpels.

Mein Fazit:
Auch wenn es nicht unbedingt stinkt, sollten bei einseitigem Nasenausfluss alle Alarmglocken läuten!
Und manchmal ist die Ursache eben doch nur mit modernster Technik zu erkennen.

  • Avatar Chaplin sagt:

    Das ist ja interessant! Danke für diesen Erfahrungsbericht, Agente! 🙂

  • >