Eindecken oder nicht eindecken… das ist hier die Frage : )

By Foppe | Haltung und Pflege

Diese Seite bewerten

Hallo zusammen,

ich habe meinen Friesen vor 10 Monaten gekauft. Er kam geschoren zu mir und musste daher eingedeckt werden.
Ich wollte ihn dieses Jahr eigentlich nicht scheren und auch nicht eindecken.

Leider ist es so, dass er als einziges Pferd im Stall immer noch kein Winterfell hat bzw. noch nicht mal Anzeichen von nem Schub hat. Da wächst überhaupt nix.
Könnte es sein, dass es daran liegt, dass er vorher immer geschoren und eingedeckt war und sich das alles erst mal wieder „einspielen“ muss. Oder ist ihm vielleicht noch nicht kalt? Das bekomme ich eher von anderen zu hören. „Ja dem ist eben nicht kalt, deshalb schiebt er nicht“. Oder „Ja das ist ein Friese, das ist so bei denen“… was ich allerdings für völligen Quatsch halte. Andere wiederum sagen das er evtl. noch ein Jahr braucht um sich da umzustellen!?

Die Haltung hat sich in dem Sinne geändert, dass er nun anstatt 24 Stunden Boxenhaltung bei mir tagsüber (jetzt nicht eingedeckt) auf der Weide ist und nachts im Stall. Er hatte bis August noch seine Ekzemerdecke auf. Aber selbst ein anderes Pferd das auch eine anhatte schiebt Fell. Daran kann es doch dann auch nicht liegen.
Haltet ihr es für sinnvoll ihn dann doch lieber in diesem Jahr noch einzudecken und einfach mal im nächsten Jahr zu schauen wie es dann aussieht? Oder sollte ich evtl. doch noch mal ein bisschen abwarten ob da nicht doch noch was wächst 🙂

Liebe Grüße

  • Avatar littlesheep sagt:

    Fellwachstum hat nichts mit der Decke zu tun, dieser Glaube hält sich zwar hartnäckig, deswegen decken auch Leute immer gern schon früh ein, um das zu bremsen (das täuscht aber, das Fell bleibt dann nur glatt anstatt sich aufzustellen, was aber nur die natürliche Temperaturregelung unterbindet, aber nicht das Wachstum). Das hängt nur mit der Lichtmenge (Tageslänge) und dem individuellen Tier zusammen. Wenn deiner also noch kein Fell schiebt, dann ist das einfach so. Muß aber nicht heißen, daß er nicht trotzdem dann frieren kann – wir haben Spanier im Stall, da kriegt der eine jetzt nach drei Jahren auch zum ersten Mal mehr Fell, die anderen zwei Winter war er als fast einziger auch nicht geschoren, weil komplett glatt.

    Ich würde abwarten und das Pferd beobachten, wenn Du nicht eindecken willst. Vorsichtshalber immer eine Decke bereit halten, falls man abends hinkommt und feststellt dem Pferd ist wirklich kalt, weil dann kann es auch schnell zu einer Art Krampfkolik kommen, weil sie sich dann im Rücken festmachen oder auch Blasen/Nierenprobleme kriegen. Muß aber nicht, es leben genug Pferde ohne Decke und kommen damit klar.

  • GidranX GidranX sagt:

    Der Friese an sich bekommt kein langes Winterfell, sondern kurz und dicht, dafür mit langen Grannenhaaren (diese langen, harten Haare) – damit das Wasser gut ablaufen kann. Manche Pferde bekommen ein Winterfell, dass die ganze Hand darin verschwinden kann, sehr plüschig und weich. Das ist bei Friesen im Vergleich eher nicht der Fall. Das Plüschfell ist übrigens besser für trockene Kälte geeignet, weil es sich bei stärkerer/längerer Nässe leichter vollsaugt, und diese Pferde dann frieren können.

  • GidranX GidranX sagt:

    Ich würde in dieser Form der Haltung eindecken, weil ich nichts schlimmer finde, als ein pläddernasses Pferd abends in die Box zu stellen und dort muss es zusehen wie es sich warmhält. Mit Bewegung ist ja nicht mehr. Es sei denn, Du hast die Möglichkeit ihn erst irgendwie trocken zu kriegen. Oder Du entscheidest nach Wetterlage, ob Decke oder nicht. Kommt ja auch immer auf die eigenen, zeitlichen Möglichkeiten an, das zu realisieren.

  • Tati Tati sagt:

    Ich hatte dieses Jahr dieselbe Entscheidung zu treffen (zwar nicht Friese, aber selber Sachverhalt und Bedingungen) und hab mich dazu entschieden, ihm eine Regendecke zu gönnen, weil unsere Herde keinen Unterstand hat und 12h Nieselregen echt unangenehm sind. Die ist aber ungefüttert und solange er darunter nicht heiß oder richtig kalt ist, bleibt das auch dabei.

  • Avatar Asterix sagt:

    Ich decke nicht ein, meiner steht aber im Offenstall und kann sich immer unterstellen. Ohne Unterstand würde ich wohl wie Tati auch zur Regendecke tendieren. Ich glaube aber auch, dass es Pferde gibt, denen es im Winter gut tut wenn sie eingedeckt werden. Ich würde beobachten und wenn mein Pferd offensichtlich friert oder beim Reiten verspannt ist, diese Verspannung aber weggeht sobald er mal einen Tag ne Decke trägt, eindecken.

  • Foppe Foppe sagt:

    Hallo Zusammen,

    danke für Eure Antworten.
    Ich habe mich jetzt dazu entschlossen nicht einzudecken, bzw. ihn dann einzudecken, wenn ich weiß das es regnen wird und die Pferde raus kommen. @ GidranX : Er hat jetzt in der Zeit endlich ein dichteres Fell bekommen. Zwar immer noch nicht so viel (soweit ich das beurteilen kann) aber immerhin hat sich was getan/geändert. 🙂

  • Avatar Gambassi sagt:

    Die Pferde sind auch einfach unterschiedlich. Meiner steht das erste Jahr im Offenstall (bei der Vorbesi Außenbox und dicke Winterdecke), ich hab ihn nicht eingedeckt. Er hat richtig dickes, flauschiges Winterfell geschoben und kommt gut zurecht. Die Pferde der Stallbesi, die schon lange im Offenstall (auch ohne Decke) stehen, haben kaum sichtbares Winterfell. Wenn man reinfasst, ist es dichter als Sommerfell, aber immer noch kurz und seidig. Sie meinte, die hätten nie mehr Fell, also scheinen sie wohl gut klarzukommen.

    Wenn es allerdings keinen Unterstand gibt, würde ich auch eine ungefütterte Regendecke nutzen, wenn absehbar ist, dass es länger am Stück regnet. Irgendwann weicht jedes Pferd durch, und wenn es dann noch windig ist, wird das schon kalt.

  • Tati Tati sagt:

    Aber ist stelle fest, ein Problem gibt es bei den Regendecken. Jetzt mit der Kälte hat er dann natürlich nicht die Möglichkeit sich zu wärmen indem er das Fell aufstellt und ein Luftpolster aufbaut. Nun habe ich in den sauren Apfel gebissen und allen guten Vorsätzen zum Trotz eine 100gr. Regendecke gekauft. Damit ist er nun auch endlich wieder warm (bei 5° fühlte er sich deutlich kalt unter der Decke an, wo er vorher wenigstens Handwarm war) Aber die Regendecke mit Noppen damit sich das Fell aufstellen kann, kostet zuviel um ihn damit in die Herde zu lassen und die mir einer kaputt reißt. In meinem Fall muss erliegt er der Bequemlichkeit des Reiters, nur leider eben nicht anders händelbar für mich. Seit der 100gr. Decke ist er auch wieder locker beim Reiten :whistling:

    Attached files

  • Avatar littlesheep sagt:

    Das muß man wirklich immer ganz individuell vom Pferd abhängig machen. Mein altes Shetty hab ich z.B. vor drei oder vier Jahren im Juni auf der Sommerweide eingedeckt (die Großen auch), weil wir da um die 10 Grad und Dauernieselregen mit Wind hatten und alle geschlottert haben. Jetzt im August das gleiche wieder, da hatte sie auch die Decke drauf. Jetzt momentan (aktuell 4 bis 6 Grad unter Null), hat die Kleine keine Decke drauf – einfach weil sie einen Monsterpelz hat und es trocken ist und sie nicht friert und gut zugenommen hat. Meine Mixstute (Reitpony x Hannoveraner) hab ich letzten Donnerstag mit 300g eingedeckt (vorher 150g), weil sie da abends gelegen hat und leichte Koliksymptome zeigte, die aber eindeutig dem kalten Wind zuzuschreiben waren. Dafür steht wiederum mein Lewitzer (ebenfalls teilgeschoren – Rücken hat noch Fell) jetzt mit der 150g Decke ebenfalls draußen unterm Schleppdach und hat keinerlei Probleme.

    Eine andere Einstellerin, die ihr Pferd auch draußen unterm Dach in einer Gitterpanelbox hatte stand letzten Winter auch immer auf dem Standpunkt „ich will nicht eindecken“ (oder zumindest nicht dick) bis ihre Stute dann mehrfach richtige Koliken entwickelte – und zwar immer dann, wenn die Temperaturen gesunken sind zum Übergang hin – jetzt kriegt das Pferd auch sobald es ansatzweise kälter wird eine gut dicke Decke und seitdem ist nix mehr los.

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Guten Morgen,
    mal ein wenig Gedankenfutter in Sachen Decke oder nicht, gefunden heute morgen bei FB – Der Verfasser Wolfgang Göbel ist TA.
    „So erscheint sie wieder, die Mär vom optimal gehaltenem und ungeschorenen Pferd im Offenstall vor einem Berg Heu. Kein Ton von dem nicht trocknendem, dicken Fell, welches durch den Effekt der Verdunstungskälte dem Tier ordentlich Energie entzieht und Atemwegserkrankungen Tür und Tor öffnet. Kein Hinweis auf eine ausgewogene Bilanzierung der Energiezufuhr bei sinkenden Temperaturen, die mit nur Heu überhaupt nicht zu erreichen ist. Gerade ältere Pferde benötigen eine höhere Energiedichte ihrer Tagesration, da sie nicht in der Lage sind, genügend Heu aufzunehmen um den Bedarf zu decken. Angemessene und individuelle Futterrationsberechnungen mit mindestens 120 MJ Energie, gerade für konstitutionsschwache Tiere fehlen. Individuelle Haltungsanforderungen an Einzeltiere finden keine Berücksichtigung, stattdessen die ach so artgerechte Gruppenhaltung mit dem Berg Heu in der Mitte…… Das Idyll von Pferdemuttis Hotta, welches den ganzen Tag kauend vor dem Berg Heu steht. Meine lieben Damen Pferdebesitzer, wisst Ihr eigentlich warum die Pferde im Winter – für Eure Wahrnehmung so artgerecht und kuschelig – den ganzen Tag Heu kauen? Nicht weil die das so toll finden und so gerne nichts anderes machen. Nein, diese Tiere sind gezwungen dazu, um halbwegs durch ununterbrochene Aufnahme energiearmen Futters annähernd eine ausgewogene Energiebilanz zu erreichen. Was übrigens sehr selten gelingt und dazu führt, dass im Frühjahr diese Pferde meistens einen erheblichen Konstitutionsverlust aufweisen. Erstaunlich, wie häufig Menschen ihre Weltanschauungen an Pferden zelebrieren und nicht reflektieren können, was eigentlich mit den Tieren passiert. Wissenstransfer und vernünftige Informationen zum Besitzer der Pferde ist hier vonnöten und nicht das populistische Bedienen von Klischees durch Interessengruppen. Meine tägliche tierärztliche Arbeit lehrt mich das!“

  • Avatar littlesheep sagt:

    Super! Magst Du mir mal per PN notfalls schreiben, wo genau Du das gefunden hast? Das ist genial. Und stimmt hundertprozentig. Momentan grassiert da ja dieser Artikel mit der Thermoregulierung und das jeglicher Eingriff darin (sprich Scheren ebenso wie Eindecken) das ja völlig zerstört (was auch in gewisser Hinsicht ja durchaus stimmt), aber eben genau die älteren Pferde sind auf jeden Fall ein Problem. Unsere Rentner als sie noch lebten wurden auch frühzeitig eingedeckt und auch richtig dick (die standen auch durchgehend auf Winterweide mit 24 Stunden Heu), weil man da gar nicht hätte gegenan füttern können mit Heucobs und Rübenschnitzel und weiß ich was noch, um die einigermaßen auf Figur zu halten über Winter. Die sollten einfach nicht noch unnötig Energie in die „Thermoregulierung“ stecken müssen.

  • Avatar Gambassi sagt:

    Den Artikel finde ich aber auch ziemlich reißerisch und einseitig. Wenn man das liest, könnte man meinen, alle nicht eingedeckten Offenstallpferde werden im Winter klapperdürr und versuchen verzweifelt, gegen die Kälte anzufressen.

    Dabei bin ich der Meinung, dass es immer auf den Einzelfall ankommt. Unsere Offenstaller haben kein nicht trocknendes Fell – bei Regen gehen sie in den Stall und wenn sie beim Reiten geschwitzt haben, tragen sie so lange eine Abschwitzdecke, bis sie trocken sind. Wenn man einen totalen Frischluftfanatiker hat, der sich auch imer Winter klatschnass regnen lässt, hat man sicher ein Problem.
    Auch kauen unsere Pferde nicht 24h Heu – sie könnten, wenn sie wollten, sie stehen aber auch gerne einfach mal rum und dösen oder wandern über den Paddock. Ohne im Winter klapprig zu werden, im Gegenteil, mein über den Sommer sehr krankes und deshalb dünn gewordenes Pferd nimmt sogar zu, trotz nur geringfügiger Kraftfuttergabe. Auch die Oldies (24 und 28) kommen wunderbar zurecht.
    Zudem ist es auch noch ein Unterschied, wie viel Bewegungsmöglichkeiten ein Pferd hat. Sollten unsere wirklich mal frieren, können sie sich warmlaufen, wenn sie wollen. Ein Pferd, das bei Minusgraden in einer Außenbox steht, kann das nicht. So ein Pferd braucht m.E. eher eine Decke als ein Offenstaller.
    Wir haben übrigens alle Regendecken für unsere Pferde – und zwar fürs Frühjahr, wenn die Pferde endlich wieder aufs Gas dürfen. Dann sind sie nämlich so heiß darauf, dass sie wirklich auch bei Dauerregen nicht reingehen und dann frieren. Man muss einfach flexibel sein.

    Ich denke, extreme sind immer falsch – ob das nun der klatschnass geregnete, schlotternde Offenstaller ist (der meistens auch nur einen Verschlag hat, der das Wort ‚Stall‘ nicht verdient) oder ein Pferd, das im Oktober bei 15 Grad mit 200gr Decke mit Halsteil auf der Wiese schwitzt, weil Decke im Herbst halt sein muss. Man sollte einfach auf sein Pferd hören, anstatt eine Prinzipiendiskussion vom Zaun zu brechen…

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Gambassi – nicht aufregen, erst lesen 🙂
    Der Vet bezieht sich insbesondere auf ältere Pferde, die uneingedeckt den ganzen Winter im OS stehen. Das ist keinesfalls ein Plädoyer für Eindecken um jeden Preis oder Boxenhaltung. Wobei ich ehrlich sagen muss: Wir haben direkt neben unserem Hof einige Aufzuchtpferde eines Nachbarn, sprich 2jährige. Die haben in den vergangenen Tagen (hier ist so das typisch eklige Nord-Winter-Wetter mit Temperaturen um 0/-1 Grad, Nieselregen und leichtem Wind) offenbar tatsächlich gefroren…Und die haben sich eben NICHT warmgelaufen. Wie gesagt, 2-jährige.
    Darüber hinaus fand ich persönlich den Aspekt der Energiebilanz ziemlich spannend, den der Vet anbringt.Was mich betrifft: Yep, mein neunjähriger Spanier ist auch eingedeckt. Warum? Weil der bei nasskaltem Wetter total fest im Rücken wird und ich persönlich definitiv nicht glaube, dass es der Muskulatur beim Reiten besonders zuträglich ist, wenn ich mich da draufsetze. Aus genau diesem Grund hat das Tier übrigens auch eine BOT-Schabracke.
    Davon abgesehen: Nein, ich denke nicht, dass die Beobachtungen des Vet oben nur auf OS-Pferde zutreffen, die nur in der Matschepampe leben und lediglich einen Verschlag ihr eigenen nennen.
    @Littlesheep: Keine Ahnung, ich habe den Artikel heute bei Facebook gefunden.

  • Patsch Patsch sagt:

    Ich denke, extreme sind immer falsch – ob das nun der klatschnass geregnete, schlotternde Offenstaller ist (der meistens auch nur einen Verschlag hat, der das Wort ‚Stall‘ nicht verdient) oder ein Pferd, das im Oktober bei 15 Grad mit 200gr Decke mit Halsteil auf der Wiese schwitzt, weil Decke im Herbst halt sein muss. Man sollte einfach auf sein Pferd hören, anstatt eine Prinzipiendiskussion vom Zaun zu brechen…

    Hier unterschreibe ich mal!
    Jedes Jahr wieder die beliebte Prinzipienreiterei mit Übertreibungen und Halbwissen auf beiden Seiten. Am Ende zählt das Pferd und dessen Zustand und Wohlbefinden. Unsere Jungs haben alle eine Regendecke und eine Winterdecke, brauchen sie aber nicht. Die sind nur da für Notfälle, Krankheiten oder die seltenen Tage wenn wirklich Ekelwetter ist. Dafür können die Pferde bei uns selbst entscheiden ob sie im Auslauf toben wollen, sich in die offenen und frei zugänglichen Strohboxen legen oder ob sie lieber wind- und regengeschützt in der Scheune stehen möchten.
    Heuberge kennen unsere Pferde nicht, Heu und Kraftfutter wird zugeteilt entsprechend Alter, Gewicht, Leistung und allgemeines Aussehen. Da bekommt jeder seine individuelle Ration und genügend Zeit diese getrennt von den anderen zu fressen.

  • Avatar Gambassi sagt:

    Gambassi – nicht aufregen, erst lesen 🙂
    .

    Ich habe den Text durchaus gelesen und finde ihn sehr verallgemeinernd. 😉 Auf die älteren Pferde wird erst im zweiten Abschnitt Bezug genommmen – vorher wird erstmal generell „von dem nicht trocknendem, dicken Fell“ und „Atemwegserkrankungen“ gesprochen.
    Und wenn eine Aussage wie: „Individuelle Haltungsanforderungen an Einzeltiere finden keine Berücksichtigung“, wie es wohl bei den „Pferdemuttis“ mit „ach so artgerechte[r] Gruppenhaltung“ üblich ist, keine Verallgemeinerung darstellt, weiß ich auch nicht.
    Und auch die folgenden Äußerungen gegenüber den „lieben Damen Pferdebesitzer[n]“ zum nicht zur Fütterung ausreichenden Heu, das „meistens einen erheblichen Konstitutionsverlust“ mit sich bringt, war nicht ausdrücklich nur auf alte Pferde bezogen.

    Der Artikel wäre ja gar nicht schlecht, wenn er eben nicht so reißerisch geschrieben wäre, sondern sachlich auf die Probleme hinweisen würde. So, wie der Herr sich ausdrückt, ist das aber ein bloßes „Öko-Offenstall-Bashing“, das kein Stück besser ist als umgekehrt über die „Reithallen-Flauschedecken-Tussis“ herzuziehen und dient nur dazu, zu provozieren. Das ärgert mich, nicht die Meinung des Herrn an sich. Nur weil innerhalb der Reitergruppen so ein Ton herrscht, muss man sich als Veterinär, dessen Meinung ja eigentlich von besonderer Fachkunde zeugen sollte, nicht auch zu sowas herablassen. Das hat auch nichts damit zu tun, sich einen bestimmten Schuh anzuziehen oder nicht – es ist einfach nicht zielführend.

    Mein Wallach hatte übrigens auch im Sommer, als er im alten Stall 24h ohne Unterstand draußen stand, eine Regendecke, weil er sonst fest im Rücken wurde. Jetzt im Offenstall besteht das Problem nicht mehr. Ich würde generell auch keine Weidehaltung ohne Unterstand mehr wollen, ich finde Nässe nämlich viel problematischer als trockene Kälte.
    Ein anderer Oldie trägt bei uns auch eine Decke; der ist nämlich geschoren, weil er sonst im Winterfell Hautprobleme bekommt. Der Gute ist einfach nicht mehr so fit. Jedem Pferd das, was es braucht.

  • wurm wurm sagt:

    Das ist halt das schöne, wenn man sie am Haus hat. Ich decke generell nicht ein, aber es kam eben auch schon vor, bei viel Regen und kalt, dass sie frohren, dann gibts eine Decke. Aber ich bin mal ehrlich, wenn das Wetter echt nur sch…. ist, lasse ich sie auch nicht so lange raus. Sehr kalt macht denen eigentlich nichts, nur wenn dann noch Ostwind hinzu kommt, vorletztes Jahr hatten wir ja Wochen mit über -17 grad, dass war immer noch für die im grünen Bereich.

  • casper109 casper109 sagt:

    Meine werden nicht eingedeckt und die frieren auch nicht aber sie haben zu Hause wie auf der Weide die Möglichkeit sich ins geschützte Trockene zu stellen.
    Meine Pferde stehen aber oft draußen auch bei Regen, jedoch haben sie die Wahl und dazu genügend Platz.

    Und ein nicht trocknendes Pferd habe ich auch nicht, mein Pferd war gestern auf der Weide am toben bis er schweißgebadet war, als ich hin kam stellte ich dies fest, warum keine Ahnung, ich habe dann Pina longiert, als ich fertig war war der Große auch wieder trocken.

    Übrigens waren meine Pferde trotz solcher Aktionen und uneingedeckte Trocknung noch nie krank und ich hoffe das bleibt auch so.

    Ich hatte es einmal das ich dachte, am nächsten Tag hat er den dicken Rotz, ich war im November mit ihm auf einem Seminar, nach der Nachhausefahrt, war er wirklich dermaßen nass geschwitzt das ich diese Befürchtung hatten.
    Ich deckte ihn mit einer Abschwitzdecke ein nach Ankunft, die die er unterwegs auf hatte war klatschnass. Die 2. half kaum, es war bitterkalt und Ostwind.
    Nach 2 Stunden hatte sich immer noch nicht viel getan, trocken führen war nicht möglich, ich habe ihn dann nach fast 3 Stunden mit einem tierisch schlechten Gewissen in den Offenstall entlassen.
    Mein Pferd wurde natürlich wieder trocken und zum Glück nicht krank.

    Pferde sind robuster als die meisten meinen, aber natürlich gibt es auch Pferde die das nicht so wegstecken, jedes Pferd ist da einzeln zu betrachten, man kann nicht verallgemeinern, ganau wie bei uns, aber man sollte vermeiden sie zu vermenschlichen.

  • Patsch Patsch sagt:

    Zum Thema nass:

    Bis auf den Senior bekommen unsere Pferde auch wenn sie klatschnass werden nicht sofort eine Decke drauf. Bei den Ponys kann man das tropfnasse Deckfell vorsichtig anheben und darunter sind die trocken. Wenn sie also bei Schneeregen mal klatschnass werden machen wir uns noch keinen Stress. Decke gibt es dann nur drauf wenn sie trocknen sollen vor dem Reiten. Erst wenn es tagelang Schneeregen hat und das Fell nichts mehr abhält werden die Ponys mal eingedeckt und gehen für zwei Stunden mal in den Stall. Noch lieber stelle ich sie dann aber mal eine halbe Stunde unter unser selbst gebasteltes „Solarium“ (ein paar Rotlichtlampen). Da trocknen sie fix und der Rücken wird warm. Danach geht es wieder raus.

    Trotzdem weiß ich genau was im Artikel gemeint ist. Letzten Winter standen die Kalten vom Züchter bis weit in den Januar draußen auf den Weiden. Die Flächen sind riesig, Futter ist auch augenscheinlich ausreichend vorhanden, aber es gibt keinen Unterstand wo sie trocknen können und das müde Wintergras enthält kaum Energie. Wenn es dann tagelang feucht war standen die Pferde schon manchmal offensichtlich frierend rum. Und ich denke wenn sie dann in diesem runterreduzierten Zustand sind, dann toben sie auch nicht mehr um warm zu werden, weil sie dazu die Energie gar nicht mehr aufbringen können. Dennoch waren die Pferde nicht offensichtlich krank, sahen nur sehr bedauernswert aus.
    So möchte ich meine Pferde nicht stehen haben, trotzdem finde ich diese Haltung artgerechter als so manch anderes.

  • Tanni Tanni sagt:

    Meine Stute ist erst seit letztem Jahr ein OffenstallPferd. Auch ist sie ein kleiner Frostködel. Beobachtet habe ich, dass sie oft ihren Stall aufsucht. Gerade bei Wind und Regen steht die manchmal stundenlang im Stall und nicht an der Heuraufe. So bekommt sie dann auch eine entsprechende Decke aufgelegt. Nicht das sie ne Kolik bekommt. Trotzdem lasse ich sie nach dem Reiten noch etwas ausschwitzen, bevor ich ihr eine Abschwitzdecke auflege. Lieber führe ich sie noch eine Weile in der Halle herum. Ein 24-Stunden- Haltung ohne Unterstand, gerade in den Wintermonaten, ist für mich ein NoGo und überhaupt nicht artgerecht.

    Was man auch immer im Blick haben sollte, Pferde sind Fluchttiere und bei Gewitter und Sturm stellen sich die wenigsten Exemplare irgendwo unter.

  • GidranX GidranX sagt:

    Wir stehen dieses Jahr das erste Mal im Offenstall. Und es widerstrebt mir völlig, mein Pferd noch feucht wieder in die Gruppe zu schubsen. Habe ich jetzt einmal gemacht (und da war es noch gar nicht soo kalt wie jetzt), kommt aber mein Gewissen nicht gut drauf klar. Und die Möglichkeiten, sie in moderater Zeit ganz trocken zu bekommen habe ich nicht. Vorher (Paddockbox, Reithalle, beheiztes Stübchen) war das überhaupt kein Thema. Nach dem Reiten hatte ich alle Zeit der Welt mit Dach über dem Kopf einigermaßen trocken zu reiten/führen, sie in die Box zu stellen mit Abschschwitzdecke, mich selbst ins Stübchen zu verziehen und noch mal die Decke zu wechseln, bzw. einen Stallkollegen zu bitten, das zu übernehmen. Diese Möglichkeiten habe ich jetzt alle nicht mehr. Zumal ich selbst ja auch verschwitzt bin. Boxen gibt es keine mehr in die ich sie längere Zeit zwischenparken könnte (wir haben zwar Krankenboxen, die werden aber nur zum putzen genutzt), wenn es regnet kann ich sie auch nicht mit Abschwitzdecke rausstellen. Auf dem Reitplatz trockenreiten/führen ist je nach Wetterlage dann auch nicht so der Brüller. Vor allem wenn man selbst beginnt zu frieren. Also werde ich jetzt der Einfachheit halber und meines schlechten Gewissens wegen eindecken. Letzten Endes überlege ich immer, womit ich wohl den größeren Fehler machen kann. Und ich glaube einfach, das ich meinem Reitpferd im Zweifel mehr schaden kann, wenn ich die Decke weg lasse. Zumindest wenn es kontinuierlich so kalt ist. Da ich Tjitske allerdings bisher auch noch nicht geschoren habe, sehe ich allerdings auch überhaupt kein Problem darin, sobald die Temperaturen ansteigen, die Decke auch einfach wieder weg zu lassen zu können.

  • wurm wurm sagt:

    Patch, dass ist bei unserem Nachbarn so, die sind nur draussen, ohne Unterstand, er sagt immer die Bäume reichen,….Heu gibts auch, aber ich denke einfach, die müssen mal durchtrocknen. Wenns dann ganz schlimm ist ( so nach mehreren Monaten,) lässt er sie mal hoch. Ein Stall ist dass auch nicht ,aber immerhin ein Schleppdach, ok, Wind hälts auch nicht ab.Im Frühjahr hatte dann die eine Stute eine schwere Lungenentzündung,…..die ist halt schon alt, ich meine ca. 30 Jahre, aber ich denke gerade da brauchts schon extra „Pflege“.

  • Christiane Christiane sagt:

    Hallo,
    Ich bin kein großer Freund von (übermässigen) eindecken, aber was ich gar nicht leiten kann ist Freilandhaltung ohne Unterstand 🙁
    Wir haben keine Wildpferde mehr .
    Es muss ja kein warmer Stall sein,aber wenigstens eine offene Hütte damit sie die Möglichkeit haben bei Regen trocken zu stehen und vor allem einen trockenen Schlafplatz zu haben.

  • Avatar Fah sagt:

    Meine ältere Norwegerstute mit Teilschur (Hals, Brust, Bauch) wird bei dem aktuellen feucht-kalten Wetter eingedeckt. Ich hab’s ohne Decke probiert einige Tage und musste prompt eine Verschlechterung am Rücken und bei der Arthroseschulter feststellen. Trockene Kälte machte ihr aber noch nie was aus.
    Mein TA empfiehlt aber auch unabhängig von Rücken und Arthrose das Eindecken, gerade weil ältere Pferde oft Mühe haben, ihren Energiebedarf zu decken. Die müssen dann soviel Heu in sich reinschaufeln, dass die Gefahr besteht, dass sich die Zähne schneller als nötig abnutzen. Man kann dem Pferd also so auch das „Leben verlängern“, wie er sich ausdrückte.

  • Louisa9601 Louisa9601 sagt:

    Mein Friesenmix sieht schon wieder aus wie Plüschi , ca. 1,5 cm dichtes weiches Fell.
    Ich entscheide nach Wetterlage ob eine Decke drauf kommt. Im Moment ( bei 5Grad) ist es dann bei Regen eine ungefütterte Decke , bei uns ziehts nämlich wie Hulle .
    Falls es weit unter Null geht ( ab minus 5 Grad) würde ich eine leicht gefütterte Decke während der Paddockzeit drauf ziehen. Ansonsten eher nein.
    Vor 2 Jahren war er geschoren , was für ein Theater…Stalldecke Nachts ( also mindestens 2 Stück ) Gefütterte Decke für den Paddock( also auch 2 ) und noch eine ganz dicke für die minus 10Grad Temperaturen. Fazit: Nasse , dreckige Decken im Wochenwechsel zum waschen u. imprägnieren. Wenn man nicht gerade einen schönen trockenen Dachboden hat , wo die Decken aufgehängt werden können , echt Stressig.

  • Avatar littlesheep sagt:

    Mein TA empfiehlt aber auch unabhängig von Rücken und Arthrose das Eindecken, gerade weil ältere Pferde oft Mühe haben, ihren Energiebedarf zu decken. Die müssen dann soviel Heu in sich reinschaufeln, dass die Gefahr besteht, dass sich die Zähne schneller als nötig abnutzen. Man kann dem Pferd also so auch das „Leben verlängern“, wie er sich ausdrückte.

    Gar nicht mal Zähne abnutzen, aber die können gar nicht soviel Heu fressen, wie sie Energie brauchen, deswegen nehmen grad ältere Pferde im Winter ja auch oft ab (hatte ich bei meinen Oldies auch immer).

    Soviel Deckentheater ist doch gar nicht nötig, verstehe ich nicht ganz. Meine bekommen eine dünne/mittlere Decke auf wenn’s kälter wird, irgendwann (so wie jetzt wo’s halt Richtung Null und drunter geht) eine wärmere und gut ist. Die bleibt dann aber auch durchgehend drauf, da wird nicht zwischendurch gewechselt und schon gar nicht mehrmals am Tag, die Decken haben ja schließlich eine gewisse Temperaturbreite, die sie abdecken (klar, daß man bei +10 Grad nicht mehr 300g drauf hat). Gewaschen wird einmal Ende des Winters wenn sie nicht mehr gebraucht werden und für den Sommer in Säcke in den Keller kommen, imprägniert schon mal gar nicht – damit zerstört man die Atmungsaktivität (weil das Imprägnierzeug auch auf die Innenseite kommt). Outdoordecken sind wasserdicht durch ihr Material und ihre Webart, die brauchen nicht mit Chemie behandelt werden (ja, die Hersteller der Mittelchen werden was anderes erzählen). Habe z.B. eine bestimmt 10 Jahre alte Bucas Smartex Rain, die jeden Winter auf Winterweide (also ohne Stall) verbracht hat – die ist mehrmals gewaschen und nie imprägniert worden und immer noch wasserdicht.

  • sweltsje sweltsje sagt:

    Im ersten Jahr als der Seppi aus „kultivierter Haltung“ 😀 zu mir in den rauhen Taunus in den Offenstall kam, hab ich auch eingedeckt, weil der gefroren hat und das Fell wirklich nicht sehr dicht war. Eine passende Decke zu finden war schwierig, wegen Monsterhals und so… wir hatten dann eine Druckstelle am Widerrist 🙁 deshalb habe ich im zweiten Jahr nur noch bei wirklich fiesem, eiskalten Wetter eingedeckt. Und im dritten Jahr hatte der einen solchen Pelz, und ich keinen Bock mehr auf Decke, so dass er seitdem „nackisch“ geht. Unsere Pferde haben einen trockenen, windgeschützten Stall mit befestigtem Paddock und im Winter tagsüber Zugang zur Weide. Sie bekommen mehrere Portionen Heu täglich und eine kleine Portion Kraftfutter. Beide frieren nicht. Die gehen in den Stall wenn es ganz fies wird und sind dann auch immer zwischendurch wieder trocken, vielmehr ist Regen- oder Schnee-Nässe nur oberflächlich. Wenn man das Fell gegen den Strich streicht, kann man auf trockene Haut sehen. Die haben so viel Talg im Fell, da läuft alles oberflächlich ab. Wir putzen und Waschen da im Winter auch nicht akribisch dran rum. Wenn die nach dem Reiten schwitzen, kriegen die ne Fleece-Decke auf und Heu unters Dach, dann bleiben die da drin und sind nach ne Stunde wieder trocken. Ich habe verschiedene Decken, für Notfälle. Doch nach dem Umzug in die Eifel hab ich die nicht mehr gebraucht. Allerdings habe ich auch seitdem keinen richtigen RU mit Hängerfahren und so gehabt. Danach musste ich früher schon auch manchmal zwei Abschwitzdecken nacheinander auflegen. Da ich aber direkt neben meinem Pferd wohne, macht mir das nix aus. Ich kann in Pantoffeln raus und Decke-Wechseln… so what.

  • Avatar littlesheep sagt:

    Das ist natürlich optimal, wenn man direkt dabei wohnt. Frieren würde mein Lewitzer auch nicht (meine Stute schon – wobei nicht frieren, die macht einfach im Rücken zu von der Muskulatur her), da wir aber auch im Winter durcharbeiten (netter Nebeneffekt einer Reithalle) und er voll im Training ist (Dressur mit Ambitionen zu höherem sowie darauf ausgerichtete Longenarbeit inkl. Doppellonge) ist er geschoren und eingedeckt. Ohne ginge gar nicht, dann bräuchten wir nicht arbeiten. Da ich zwar nach dem Reiten (oder was auch immer) noch ziemlich lange da bin zum Stall saubermachen, Heunetze füllen etc., wäre Abschwitzdecke auch kein Thema, bei dem Fell allerdings nicht möglich (alles getestet) und außerdem kommen meine während der „Reinigungsarbeiten“ ins (Matsch)Paddock und das u.U. auch im Regen und das ist daher bei uns einfach praktischer so. Funktioniert aber gut und ich hab halt auch kein Deckenchaos, alles ganz einfach und den Pferden geht’s gut. Abschwitzdecke kommt evtl. vorher noch drauf, falls doch mal mehr geschwitzt trotz geschoren, dann bleiben sie solange in der Stallgasse und ich äppel die Halle ab, bring schon mal die Sachen zurück in die Sattelkammer etc. und dann paßt das schon 🙂

  • Nina XIX Nina XIX sagt:

    Ich stehe diesen Winter zum ersten Mal vor der Frage, ob ich eindecken soll oder nicht: Meine PRE-Stute ist im Schwarzwald geboren und aufgewachsen und war bisher nie in einer Box. Sie hat ein Plüsch-Winterfell und ich kam so lange ich sie im Offenstall halten konnte, nie auf die Idee, eine Decke drauf zu tun und hatte damit keine Probleme. Da ich beim Reiten mein Pferd seltenst zum Schwitzen bringe, gab es auch das Thema mit den Abschwitzdecken nicht. Nun musste ich sie leider aus der Herde rausnehmen und in eine große 60 m² Laufbox umstellen. Aus meinem ehemals sehr entspannten Pferd ist nun eine hypernervöse Hibbelstute geworden. Im Sommer wars noch ok, mit Koppelgang und so. Aber jetzt wird es zunehmend schlimmer. Klar, zum einen fehlt natürlich die ständige Bewegung, aber die andere Überlegung ist jetzt, ob ihr einfach durch die mangelnde Bewegung auch kalt ist??? Es ist auffällig, dass die Stute ein deutlich besseres Nervenkostüm hat, wenn das 5 Grad plus und mehr hat. Hat jemand auch so eine Erfahrung gemacht? Wurde es evtl. durch Eindecken besser?

  • Avatar Gambassi sagt:

    Also meiner wird auch rappeliger, je kälter es wird, trotz Offenstall. Auch früher, als er noch eingedecktes Boxenpferd war. Trockene Kälte, das ist sein Wetter, da ist er richtig gut drauf. Ich denke deshalb nicht, dass das unbedingt bedeuten muss, dass deine Stute friert. Du sagst es gab nur im Sommer Koppelgang; kommt sie denn jetzt den Tag über aufs Paddock oder so? Vielleicht ist sie jetzt, wenn sie aus der Herde heraus ist, auch einfach vom Kopf her unausgelastet, weil der direkte Kontakt zu anderen Pferden fehlt.

  • casper109 casper109 sagt:

    Steht sie allein in der Box, ist es wenn andere dort mitstehen evtl. zu eng und es gibt Rangordnungsprobleme.

    Für mich hört es sich nicht so an als ob das ein Eindeckproblem ist, ehrer ein Problem mit der neuen Situation ❗

  • Nina XIX Nina XIX sagt:

    @Gambassi Die Stute kommt ca 2-3 Stunden zusammen mit anderen Pferden in einen Auslauf. Aber das ersetzt halt leider keine Koppel und sie bewegt sich natürlich nicht annähernd so viel wie auf der Koppel oder gar früher im Offenstall. Mein Problem wäre auch gar nicht so sehr der Übermut, sondern dass sie mit der Kälte furchtbar schreckhaft und ängstlich und vor allem geräuschempfindlich (?) geworden ist. Ich habe eben leider nicht den Eindruck, dass sie gut drauf ist, eher gestresst 🙁 @casper109 Sie steht allein in ihrer 60 m² Box, hat aber direkten Kontakt mit ihren Boxennachbarn und kommt eben für 2-3 h täglich auf den Auslauf. Die Stute steht seit letzten Februar dort und nach anfänglichen Eingewöhnungsthemen wurde es über den Sommer mit ihr kontinuierlich besser. Wir haben viel Bodenarbeit gemacht, bis sie sich an die neue Umgebung gewöhnt hatte. Seit es jetzt eben bei uns so um die Null grad und weniger hat, ist sie aber völlig durch den Wind, daher meine Überlegung, ob sie vielleicht friert. Ich habe jetzt mal von einer Stallkollegin eine Decke geliehen bekommen und versuche mal, ob es was bringt. Ich werde berichten!

  • wurm wurm sagt:

    Ich muss sagen, da kann auch die Haltung mit rein spielen, 2-3 Stunden? Wenn sie langeweile haben, lassen sie sich auch mal was einfallen. Wenn ein Pferd friert, merkt man das schon,….meine zittern dann richtig, was sehr selten ist und bisher nur bei Dauerfrost von über -17 grad und Ostwind war. ich würde bei dem Pferd eher auf die Nerven tippen,…..

  • Nina XIX Nina XIX sagt:

    Ja ich weiß, 2-3 Stunden Auslauf sind mir auch zu wenig, aber mehr bietet der Stall nicht. Und das war schon weit und breit der einzige Stall, der die Pferde wirklich jeden Tag rausbringt, auch wenn das Wetter mal schlechter ist. Und die Box hat 60 m², 20 davon überdacht und eingestreut, der Rest draußen, so dass sie wenigstens Licht und Luft und ein wenig Bewegung hat.
    Die Nerven allein können es m. E. nicht sein, weil sie ja früher überhaupt nicht so war. Guckig und umweltinteressiert schon, aber nicht so schreckhaft und ängstlich.

    Heute war Tag 2 mit Decke und ich hatte trotz 2 Grad und Dauerregen + Wind ein sehr entspanntes Pferd. Mal weiter beobachten.

  • Avatar Gambassi sagt:

    Bei meinem kommt mit dem ‚gut drauf‘ bei Kälte auch etwas Glotzigkeit, einfach weil er überschüssige Energie hat und sich dann ‚Quatsch‘ ausdenkt.
    Aber wenn deiner die Decke hilft, ist es doch gut.

    Warum musste deine denn eigentlich aus dem Offenstall raus? Nicht falsch verstehen, so eine große Freiluft-Laufbox können sich viele Pferde nur wünschen, aber es hat ja immerhin eine negative Verhaltensänderung mit sich gebracht 😉

  • Nina XIX Nina XIX sagt:

    Ich bin dort aus zwei Gründen weg: Es war eine gemischte Herde, und irgendwann hatte sich meine Stute einen Wallach angelacht, der sie immer wieder gedeckt hat. Das führte dann zu Unruhe in der Herde, die Wallache haben angefangen zu streiten, meine Stute war ständig rossig und der Teufelskreis ging immer weiter.
    Die zweite Sache war, dass sie sich einfach mit der Zeit einen sehr schlechten Ruf eingehadelt hatte. Sie ist flott mit der Hinterhand und wurde relativ schnell sehr dominant trotz ihrer jungen Jahre und wehe, wenn ein Herdenmitglied nicht schnell genug abhaute, wenn meine kam … Sie hatte sich schlussendlich ein paar Mal mit anderen Pferden ziemlich angelegt und die übrigen Einsteller hatten mich bzw. mein Pferd dann einfach dick. Kann ich aus deren Sicht auch verstehen. Und so schwer es mir fiel, hab ich sie aus der Herde raus, obwohl ich eigentlich absolut überzeugter Offenstall-Fan bin. Aber irgendwann war ich es auch einfach leid, immer der Buhmann und für alle Verletzungen angeblich verantwortlich zu sein.
    Wenn ich einen Stall mit einer reinen Stutenherde finden würde, würde ich es nochmal versuchen, aber bei uns um München rum ist da nix zu finden leider. Ich bin aber langfristig auf der Suche nach einem Stall, wo sie mehr Auslauf bekommt. Schade eigentlich, weil die Box unschlagbar ist und die Stallbetreiber sehr nett. Aber mehr Platzangebot ist einfach nicht da leider.

  • Avatar Gambassi sagt:

    Das kann ich absolut verstehen, eine blöde Situation.

  • Louisa9601 Louisa9601 sagt:

    Ich würde auf die fehlende Herdensicherheit tippen…. das Wetter ist garstig , Sturm , Regen..usw…. da tun sich die Hü`s in der Herde zusammen und alle ist gut. Jetzt ist sie so ein bisschen auf sich selbst gestellt und nimmt alles anders auf.
    Keiner mehr da der ihr klar macht…Hey Püppi lass es stürmen , wir sind bei Dir .
    Das könnte auch ängstlich machen ….. denn auch der fehlende Schutz der Herde gegen alle Wetterlagen vermittelt evtl. subjektiv das Gefühl das es zu kalt ist.

  • Nina XIX Nina XIX sagt:

    Also nun ist meine Stute seit einigen Tagen mit Decke versehen. Tja und ich bilde mir ein, dass sie ruhiger geworden ist. Guckig immer noch, aber sie ist nicht mehr so unter Dampf und ich hab nicht mehr das Gefühl, dass sie dauernd nur rennen möchte und kurz vor dem Explodieren ist.

    Unser spanischer Boxennachbar zeigt das gleiche Verhalten. Wir decken jetzt zu, sobald es ca. 5 Grad und weniger hat.

    Und das, obwohl ich eigentlich dieses Eindecken immer HÖCHST merkwürdig fand 😉

  • Nina XIX Nina XIX sagt:

    So nun tragen „wir“ ja schon seit einer Weile Decke und ich kann mal ein Fazit ziehen. Die Stute ist definitiv ruhiger seitdem. Wenn ich sie in den Roundpen lasse, geht sie erstmal gemütlich ihre Runden im Schritt, während sie davor sofort losgetrabt ist und nicht zu bremsen war. Beim Reiten ist sie immer noch schreckhaft, aber sie beruhigt sich schneller wieder und startet nicht mehr gleich durch – und ich kann wieder im Schritt warmreiten, ohne dass ich das Gefühl habe, sie würde eigentlich nach dem Aufsitzen am liebsten gleich losrennen … fühlt sich also summa summarum entspannter an.

  • Avatar Fehred sagt:

    Ich stand letztes Jahr auch vor der Deckenfrage für unsere Westfalendame. Dieser Artikel hat mir sehr geholfen: http://www.amofela.de/eindecken-oder-nicht.html Meine Mädels sind bein NICHT eingedeckt und keine ist erkältet, friert oder hat sonstige Probleme, solang man wie geschildert, verfährt. Aber beide stehen schon seit April im Offenstall und hatten ausreichend Gelegenheit sich auf den Winter vorzubereiten. Und wie auch dort erwähnt, Ausnahmen – wie beispielsweise Oldies – bestätigen die Regel.

  • Avatar Fah sagt:

    Wie dick deckst Du nun ein?

    Du bist übrigens nicht die Erste, welche diese Beobachtung macht. Das Extrembeispiel war das Pferd einer Miteinstellerin, welcher seine massiven Buckel- und Durchstart-Attacken im Winter auf ein Minimum beschränkte, sobald er bei (feuch)kalter Witterung eingedeckt war.

  • Christiane Christiane sagt:

    Hallo,
    Ich bin ja eigentlich nicht so fürs Eindecken, im Hebst sagte ich noch aus tiefster Überzeugung: „meiner wird nicht Eingedeckt! “
    Je kälter es wurde desto wilder wurde er. Ich musste ablongieren, er war schreckhaft was ich im Sommer gar nicht von ihm kenne. Plötzlich hatten wir ohne erdenklichen Grund Angstecken in der Halle, er war steif und ich brauchte ziemlich lange um ihn zu lösen.
    Ich habe es aufgrund dieses Themas nochmal überdacht und jetzt hat er ne Bucas turnout 300 drauf.

    Schon am nächsten Tag war er wie ausgewechselt, jetzt ist er wieder meine coole Socke 😀 Angstecken haben sich in Luft aufgelöst und ich kann wieder am langen Zügel im Schritt warmreiten, was echt nicht mehr gefahrlos möglich war.
    Ich werde die Decke noch drauf lassen bis es wenigstens + 5 C hat.
    Er steht in einer Padockbox, da ist es schon kalt wenn der Wind pfeift.

  • Avatar JAusten sagt:

    Sehe ich ähnlich. Auch mein WB hat nur wenig Fell, egal welche Kälte gerade herrscht. Jedes Jahr denken alle, dass der eingedeckt wird, weil der so wenig Fell schiebt. Der ist auch alt und dennoch wenig Fell. Ich habe noch nie eines meiner Pferde eingedeckt und damit keine negativen Erfahrungen gemacht. Nur weil der Reiter friert, friert so ein Pferd noch lange nicht. Soll/darf/muss natürlich jeder selbst wissen/entscheiden.

  • >