Die Nase geht und geht nicht vor..

By Münsti | Archiv: Ausbildung

Diese Seite bewerten

hallo forum,

bekomme derzeit unterricht auf einem wunderbaren, relativ jungen pferd (5 1/2).
der wallach hat ein hervorragendes exterieur, ist ganz leicht im genick und fleißig bei der arbeit (zieht ohne zu pullen).
leider tu ich mich so schwer, die nase nach vorne zu bekommen. ich versuche ihn an eine feine anlehnung zu reiten aber egal was ich mache, er bleibt hinter der senkrechte und zu tief.
wir arbeiten viel mit übergängen, er geht hervorragend rittig auf gebogenen linien, teilweise erfühlt man schon erste ansätze von schwung aber die nase geht und geht nicht vor. :denk:
trage die hand eher tief und halte nur feinen kontakt, keine ziehereien.
habt ihr tipps ?
DANKE

  • niphiem niphiem sagt:

    Ist die Hinterhand aktiv, tritt er ans Gebiss heran?

  • Avatar maurits sagt:

    was sagt der Ausbilder denn, der kann das vor Ort besser beurteilen.
    Die treibenden Hilfen, Hinterhandaktivität betreffend, müssen vorherrschen.
    Ist das gewährleistet, einfach weitermachen, irgendwann geht die Nase auch vor, das kommt von selbst.

  • Avatar Corradee sagt:

    Wie wurde er denn angeritten? Kommt ja leider doch recht häufig vor, dass von vorne nach hinten angeritten wird… Wenn da evtl. schon mal zu viel Hand im Spiel war, trauen sich viele Pferde nicht mehr nach vorne, weil da die Erinnerung an die begrenzende Hand im Spiel ist… Ist nur ein Gedanke, kenne das halt von diversen Pferden. Wenn ich persönlich so ein Pferd reite, dann zäume ich anders: leichter Kappzaum und Trense drunter, zwei Zügel, nur am Kappzaum „annehmen“, den Trensenzügel durchhängen lassen… Letztlich halt der klassische Weg, so wie das von (Alt)Klassikern gelehrt wird; solltest du halt mit einem entsprechenden Ausbilder einen Plan machen können…

  • Avatar waikiki sagt:

    sehr oft pause machen und zügel vollständig aus der hand kauen lassen.

    oft haben junge pferde noch nicht die kraft, die man vermutet.

    wenn sie dann einen gelenkigen hals haben und ansonsten eher nachgiebiege, feine typen sind weiche sie so der (zu großen) anforderung aus.

  • Avatar Landei sagt:

    Ich würde noch viele kleine Tempiwechsel innerhalb der Gangart hinzunehmen, um immer wieder hinten Aktivität zu fordern. Die Hände würde ich nicht zu tief tragen, sonst wirkt man schnell rückwärts aufs Maul. Und dehnen, dehnen, dehnen :ja: .

    Ich hab aber das Bild noch nicht so ganz, verkriecht er sich hinterm Zügel oder ist er an der Hand aber hinter der Senkrechten? In Fall 1 könnten auch schlichtweg noch Balance und Kraft fehlen. Wie gehst du denn bisher dagegen an?

  • Avatar Sommersprosse sagt:

    Das gleiche Problem hatten wir bei meinem Pferd auch, und auch jetzt aktuell wieder ein wenig, da er eine Zeit lang gelahmt hat, nicht gearbeitet wurde, starken Selenmangel hatte und daher stark an Muskulatur abgebaut hat.
    Wir lösen das wie schon weiter oben beschrieben. Viele Übergänge/Tempiwechsel und immer wieder Zügel aus der Hand kauen lassen. Kommt er vor mit der Nase, sofort loben. Und nicht zu lange arbeiten. Wenn die Kraft noch fehlt, reichen 20 Min oft völlig aus. Man braucht einfach ein bisschen Geduld, dann wird das schon 🙂

    Mein Pferd ist übrigens auch 5 1/2 🙂

  • Avatar JAusten sagt:

    Naja, wenn Du ohnehin Unterricht bekommst, wird dann nicht gleich vor Ort das Problem besprochen? Ansonsten kann man ferndiagnosetechnisch soviel dazu nicht schreiben. Pferde, die sich gerne hinter der Senkrechten verstecken, sollte man energisch nach vorne reiten. Möglichst v/a (Bughöhe) mit energisch abfußender HH, dabei mit Paraden abfangen, zeitgleich vorwärts, vorwärts, vorwärts. Mit diesem „freiwillig hinter der Senkrechten bleiben“ versucht sich das Pferd Deinen Hilfen zu entziehen, hält sich im Rücken fest, schlurrt mit der HH.

  • Avatar Cubano9 sagt:

    Wenn ich persönlich so ein Pferd reite, dann zäume ich anders: leichter Kappzaum und Trense drunter, zwei Zügel, nur am Kappzaum „annehmen“, den Trensenzügel durchhängen lassen… Letztlich halt der klassische Weg, so wie das von (Alt)Klassikern gelehrt wird; solltest du halt mit einem entsprechenden Ausbilder einen Plan machen können…

    Tja, habe ich auch mal versucht. Resultat: Null. Es nützt ja schlussendlich auch nix, solche Pferde müssen die begrenzende Hand akzeptieren, weil man sonst keinen Rahmen geben kann. Bei meinem heute 6jährigen war HdS auch eine extreme Baustelle. Wirklich geholfen hat bei dem tatsächlich nur eine sehr konstante Anlehnung, sprich deutliche Führung. So lange,bis er ans Gebiss trat. Und: Den konnte ich auch nicht von lang nach kurz reiten, bei dem führt der Weg auch heute noch über die Arbeitshaltung in die Dehnungshaltung. Viel zadHk ist dabei auch mein Mittel der Wahl, das Vorwärts wurde ja schon erwähnt…

  • Avatar Corradee sagt:

    @Cubano: ich arbeite solche Pferde halt ausschließlich von hinten… da ist vorne am/im Maul erst mal Pause… Begrenzung/Rahmengebung erfolgt über Kappzaum… Aber ich „gestehe“: bevor ich da auf’s Pferd steige, wird erst mal ausgibit an der Grundlagenarbeit von unten gearbeitet… über Doppellonge dann das Reiten (erneut, auch beim bereits weit „ausgebildeten“ Pferd) vorbereitet… Dann erst wieder der Reiter drauf, erst mal als bloßes Gewicht… Hilfengebung weiterhin von unten, so dass diese sich „passiv“ von oben „einstellen“, später „aktiv“ zum Einsatz kommen (nämlich dann, wenn die Hilfe von unten sich erübrigt, weil das Pferd „verstanden“ hat)… Hört sich nach langem Weg an, ist es bei konsequenten Beschreiten aber nicht, bzw. auch nicht länger, als wenn man das von oben gleich „direkt“ versucht… Schwierig insofern, dass es mitunter mehrere Leute am Pferd benötigt…

  • Avatar Samona sagt:

    leichter Kappzaum und Trense drunter, zwei Zügel, nur am Kappzaum „annehmen“, den Trensenzügel durchhängen lassen… Letztlich halt der klassische Weg, so wie das von (Alt)Klassikern gelehrt wird; solltest du halt mit einem entsprechenden Ausbilder einen Plan machen können…

    100 %ig zustimm, Allerdings geht das nicht von heute auf morgen. Meine Stute hat sich früher sehr gern eingerollt.
    Damals war ich noch FN mässig unterweg gewesen. Von meiner RL kam nur das übliche, Pferd vorwärts reiten, von hinten
    nach vorne usw. Das hat alles nichts geholfen, im Gegenteil, sie verkroch sich noch mehr, lief taktunrein usw-
    Vor knapp 2 Jahren habe ich umgestellt, meine RL gewechselt und meine Pferd ein halbes Jahr stur mit Kapp und Trense und
    zwei Zügeln geritten, Trensenzügel hing meist durch. Nach 3 Monaten kam das Näschen erst vor, es hat sehr lange gedauert.

    Zweites Beispiel, ein 8 jähriger Wallach, total sauer, knirschte, hatte Schlauchgeräusche, war sehr nervös, seine Besitzerin
    hat er mehrmals abgeworfen, einmal so schlimm das sie 6 Monate ausser Gefecht war.
    Um hier nicht vom Thema abzukommen, auch dieser Wallach hat sich eingerollt, sich viel zu eng gemacht, hat sich nicht
    getragen, es war eine einzige Katastrophe. Seit 8 Monaten arbeite ich mit diesem Pferd, 3 x die Woche Bodenarbeit, 1 x
    reite ich ihn, 3 x die Besitzering die inzwischen ihre Reitweise auch auf klassich Barock umgestellt hat. Das Pferd wird nur
    mit Kapp longiert, geritten w. o. beschrieben, zweizüglig, der Kappzaum dominiert.
    Langsam, sehr langsam hat der Wallach angefangen das Gebiss wieder zu akzeptieren, er kaut, er knirscht nicht mehr
    die Schlachgeräusche sind weg und er macht seinen Hals endlich lang, die Nase kommt vor. Ausserdem hat er mächtig
    aufgemuskelt und ist sehr viel ruhiger geworden. Seine Besitzerin kann wieder lachen und ist überglücklich.

  • Avatar JAusten sagt:

    @Samona – Sollte ich Dich richtig verstehen, liegt das „Verkriechen, eng machen, Einrollen“ am FN-Reiten, oder zumindest zum großen Teil am FN-Gehoppele.

    Sorry, da widerspreche ich. Liegt es nicht – liegt es nie. Es liegt immer am Reiter, keine Reitweise dieser Welt schreibt vor, dass Pferde eingerollt, zu eng geritten werden sollen. Das erledigt immer noch der Reiter selbst. Der reitet zu eng, zu roh, zu schlecht. Der misshandelt Pferde, packt sie zu stark im Maul, dass sie knirschen, Zunge strecken oder ähnliches verstalten, aber nicht die REITWEISE.

    Ich finde, dass Du es Dir recht einfach machst. Schuld ist die Reitweise, nicht der Reiter.

  • Avatar Cubano9 sagt:

    @Cubano: ich arbeite solche Pferde halt ausschließlich von hinten… da ist vorne am/im Maul erst mal Pause…

    Jau. Mache ich auch. Grundsätzlich. Mir ist auch nicht klar,was mich daran hindern sollte, das Gebiss zu nutzen, und dennoch vernünftig von hinten nach vorn zu arbeiten. Das geschieht mit dem Kappzaum ja nun nicht zwangsläufig. Davon abgesehen, sehe ich den Sinn dieses Umwegs nicht ganz ein: Ich möchte, dass mein Pferd ans Gebiss herantritt, damit ich ihm einen Rahmen geben kann, der wiederum wichtig für den viel zitierten Spannungsbogen ist. Und ich kann da nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen: Dieses Gereit am Kappzaum verlagert für mich persönlich lediglich die Problematik zeitlich nach hinten. @Samona: Ehrlich? Dann stimmte wahrscheinlich bei Dir und Deinem Pferd das Zusammenspiel der treibenden Hilfen nicht…
    Ansonsten teile ich mal eben den „Verdachtsmoment“ von J.Austen 😀

  • Avatar Samona sagt:

    @ JAusten Ich habe mit keinem Wort geschrieben das dieses Problem an der FN Reitweise liegt. Ich will keinen angreifen der eine andere Reitweise betreibt solange er diese korrekt ausführt, was nun mal leider bei der FN oftmals falsch verstanden wird. Es gehören immer zwei dazu, der Reiter und die Reitweise, aber ändern kann es nur der Reiter. Ich habe lediglich zwei Beispiele aufgeführt die zur Lösung dieses Themas beigetragen haben und diese liegen nunmal der klassisch Barocken, oder der klassisch Akademischen Reitweise und der Anwendung von Kappzaum und Trense zu Grunde. Ich habe noch einen FN`ler mit Kapp und Trense reiten sehen.

  • Avatar JAusten sagt:

    Ich hege keine „Verdachtsmomente“, ich kann die oftmals schlichte Betrachtungsweise der Leute nicht mehr hören. Immer ist es die Reitweise, weniger der schlechte Reiter. Hauptsache wir wechseln die Reitweise, bloß nicht den Reiter. Ich fühle mich auch nicht angegriffen oder blase hiermit zum Angriff. Ich reite meine Pferde alle bis zu den höheren Klassen mit normaler Trense und Ausbildungsgebiss. Hin und wieder kriegen die ’ne Kandare ins Maul, nur so. Auf diesem „Reiter-Durchschnitts-WEG“ reite ich bislang alle von mir bestiegenen Pferde in die Anlehnung.

    Die Lösungen Deiner Beispiele liegen auch nicht allein in der Reitweise begründet. Ein ordentlich reitender Reiter hätte das auch hinbekommen und zwar in jeder erdenklichen Reitweise. Zeit, Geduld und ein guter Reitersitz sind nötig.

  • Avatar Samona sagt:

    @ JAusten wer lesen kann ich klar im Vorteil. Sei mir bitte nicht böse aber nicht in diesem Ton. Ich habe kein schlichte Betrachtungsweise.

  • Avatar Diana sagt:

    Es wäre schön, wenn Ihr Euch darauf beschränken würdet, der TE die erbetenen Tips zu geben.

  • Avatar MerlijnCH sagt:

    Ein Pferd was sich dauerhaft immer wieder einroll twürde ich immer in dem Moment ein klein wenig in Aussenstellung vorwärtsreiten, nachtreiben, dann nachgeben und Hand vor.

    In Aussenstellung rollt es sich einfch nicht so leicht ein, das gibt sich dann ziemlich schnell.

    Einrollen ist oft auch ein Zeichen von mangelnder Kraft Kondition, also auch immer im richtigen Moment aufhören oder eine kleine Pause machen.

  • anchy anchy sagt:

    Ich hege keine „Verdachtsmomente“, ich kann die oftmals schlichte Betrachtungsweise der Leute nicht mehr hören. Immer ist es die Reitweise, weniger der schlechte Reiter.

    Nun, andere Reitweisen bieten manchmal auch andere Lösungsansätze für diverse Probleme, wie in diesem Fall. Das ist weder schlicht noch schlecht, sondern einfach komplexer gedacht.

  • Watson Watson sagt:

    Reitweise hin oder her, die Umsetzung muss stimmen.

    Nicht wieder einer der dröfzigtausend Reitweisendiskusionen. Ein Pferd lernt nie, egal bei welcher RW an den Zügel zu treten, Hals fallen lassen, v/a, wenn der Reiter das nicht richtig umsetzt. Egal welcher Weg gewählt wird, denn irgenwie führen etliche Wege nach Rom, nech.

    Simona meinte auch bestimmt nicht, dass alles besser ist, als FN… oder wie auch immer.

  • Avatar Samona sagt:

    sehr richtig Watson; es kommt immer auf die Umsetzung an , ob man nun FN, Klassisch oder Western oder was weiss ich nicht reitet, es ist jedem selber überlassen.

  • Avatar JAusten sagt:

    Ich hege keine „Verdachtsmomente“, ich kann die oftmals schlichte Betrachtungsweise der Leute nicht mehr hören. Immer ist es die Reitweise, weniger der schlechte Reiter.

    Nun, andere Reitweisen bieten manchmal auch andere Lösungsansätze für diverse Probleme, wie in diesem Fall. Das ist weder schlicht noch schlecht, sondern einfach komplexer gedacht.

    Jawoll, meine Meinung. Ich werde auch nach barock-klassischen Grundsätzen unterrichtet, aber auch nach FN. Keine RW ist besser oder schlechter. Sitzen muss ich schon einigermaßen ordentlich im Sattel, RW hin oder her.

    In den ersten und zweiten Beiträgen von „Samona“ wird dennoch von ihr darauf verwiesen, dass sie nach monatelangen Korrekturen der klassischen RW Besserung erreicht hat. Das ist verständlich, nachvollziehbar und glaubhaft. Liegt aber nicht an der RW allein.

    Es ist schwer, ein sich einrollendes Pferd zu korrigieren. Noch schwerer ist es, richtige Ferndiagnosen zu stellen. Hilfe vor Ort wäre am sinnvollsten.

  • Avatar JAusten sagt:

    sehr richtig Watson; es kommt immer auf die Umsetzung an , ob man nun FN, Klassisch oder Western oder was weiss ich nicht reitet, es ist jedem selber überlassen.

    So meinte ich das auch, nur konnte ich das bei Deinen ersten Beiträgen nicht rauslesen.

  • Avatar Patti sagt:

    Also…
    bei meinem „Korrekturfall“, den ich seit Juni im Stall habe und der sich auch extremst aufrollt, hilft „ordentlich vorwärts an die Hand ran“ nicht. Da ist nämlich nix, wo man ranreiten kann, wenn so’n Tier die Nase gen Bug tackert und dann fleissig vor sich hin schaufelt. Der wird dann einfach nur schneller….

    Bei dem Tier hat man in der Ausbildung wohl den ein oder anderen Schritt nicht richtig gefestigt – sprich: übersprungen. Und er hat gelernt, sein „Heil“ im Verkriechen zu suchen.

    Ich arbeit seit Juni daran, den überhaupt an die Hand zu bekommen, den dazu zu bekommen, dass der mal den Hals fallen lässt.
    Hauptsächlich reite ich den draussen im Gelände, da hat er nämlich dies Problem nicht so extrem, da geht er fast normal. Meine Chiro-Fee hat mir geraten, den dann einfach viel draussen zu arbeiten, damit sich die Muskulatur entsprechend – ohne Krampf – umarbeitet/aufbaut. Alles andere kommt dann, wenn er die Muskulatur hat.
    Es ist schon deutlich besser geworden – dauert halt.

  • Avatar Corradee sagt:

    @Patti:sorry, OT, habe ähnlichen Fall, daher Neugierde (oder eher Tipp): reitest du den auch vorwärts im Gelände oder nur im Schritt? Habe auch so einen, der sich einrollt, und ich vermute, dass der bei Trab-/Galoppreprisen draußen „auf und davon“ wäre… auch bzw. wegen mangelnder Muslulatur (wenn der Tragen soll, entzieht er sich durch Schieben/Rennen)…

  • Avatar Isomer sagt:

    kurzes zackiges schließen und wieder öffnen der Hände und dann Vorwärts

  • Avatar Patti sagt:

    Corradee –

    ich reite hautpsächlich Schritt draussen, und dabei hat er langsam aber sicher nen richtig fleissigen, durch den ganzen Körper schwingenden Schritt gelernt. Der hat eh nen super-Schritt, aber anfangs „stakste“ der eher, der kam gar nicht wirklich von der Stelle im Schritt.. 😉
    Dazu traben und galoppieren wir auch – im Trab läuft der im Gelände klasse! Richtig schön! Da tritt er auch ans Gebiss und hat trotzdem die Nase vor. Da hat er was zu gucken und läuft halt richtig nett, kaut und fühlt sich wohl. Deswegen hab ich ja das Training erstmal auf draussen verlegt.
    Galopp ist noch ne Baustelle – der ist sehr „groß“ und noch sehr unausbalanciert – da fühle ICH mich dann nicht so wohl – und der Bremsweg ist da auch noch etwas länger…

  • Avatar Patti sagt:

    kurzes zackiges schließen und wieder öffnen der Hände und dann Vorwärts

    Isomer –

    kannst du mir erklären, wieso dies ein Pferd, was eh schon der Hand nach rückwärts ausweicht, dazu animieren soll, an selbige ranzutreten?

  • Avatar Isomer sagt:

    nö erklären kann ich nicht, aber ich war erstaunt wie gut das bei zwei Pferden geklappt hat :nix:

  • Avatar Talimeth sagt:

    Liebe leute, mal ein paar Dinge zum Themekreis Anlehnung/Hand An die hand Stellen Aufrollen und Co, wie es sich für mch als erfolgversprechend herauskristalisiert hat:

    Erstens: Wenn ich beginne ein Pferd zu arbeiten oder Anlehnugsproblome zu korrigieren, gehe ich davon aus, dass ein Pferd den Kopf ruhig hochnehmen darf und dass das wichtigste ist, dass das Pferd mit offenem Genick geht. Ein Schließen des Genicks erfolgt einzig und allein aus der Aktivität der Hinterhand. Das schadet auch nicht dem Rücken. Dann soll sich das Pferd in dieser Position des horizontalen Gleichgewichts an die Hand herandehnen. Das Dümmst, waa in dieser phase passieren kann, ist, dass das Pferd sich einrollt. In diesem Fall: Hand weg, in Kauf nehmen, wenn Zügel schlackert. Hauptsache das Pferd bleibt oben.

    Das bedeutet für den Reiter: Die Hand gibt deutlich nach: Im Schritt folgt sie deutlich der Nickbewegung, im Trab aber auch und im Galopp auch. Da das Körperzentrum sich so bewegt, dass die Hand autoatisch auch nach oben routiert. bekommt das Pferd automatisch auch einen Impuls nach oben. Das heitß natürlich auch, dass der Reiter seinen Körper insgesamt richtig einsetzt.

    Wenn das Pferd sich dehnt, Achtung Gefahr: Das Pferd muss die Gelegenheit haben, sich zu dehnen, soll aber sich nicht abwärts dehnen, oder andersrum, das Genick sollte möglichst offen bleiben. Dabei auf dn Takt achten: Ist der Takt zu schnell, kann das Pferd nciht mehr im Gleichgewicht gehen, kann nciht mehr über den Rücken gehen und kommt leicht auf die Hand. D.h. kein Vorwärts-Abwärts, sondern ein Vorwärts denken. Abwärts ist ja nur die Folge, dass das Pferd die relative Aufrichtung nicht beibehält, d.h. ist allerhöchstens angedeutet.

    Dann Übergänge, dabei auch nicht zu sehr mit der Hand einwirken, sondern die nierigere Gangart/Gangmaß aus dem Sitz reiten. Beim Übergang: Hand vor. Immer vor augen haben, dass das Pferd sein Gleichgewicht nicht verlieren soll.

    Gruß Talimeth

  • Avatar Patti sagt:

    nö erklären kann ich nicht, aber ich war erstaunt wie gut das bei zwei Pferden geklappt hat :nix:

    😀 😀 8)

    Erstens: Wenn ich beginne ein Pferd zu arbeiten oder Anlehnugsproblome zu korrigieren, gehe ich davon aus, dass ein Pferd den Kopf ruhig hochnehmen darf und dass das wichtigste ist, dass das Pferd mit offenem Genick geht. Ein Schließen des Genicks erfolgt einzig und allein aus der Aktivität der Hinterhand.

    Talimeth –

    kleine Zwischenfrage: ein Pferd, was sich ständig von sich aus (!) aufrollt, hinter’m Gebiss verkriecht – und das auch mit hohem Hals – geht doch schon mal per se NICHT mit offenem Genick. Oder habe ich dich jetzt missverstanden?

  • Avatar Talimeth sagt:

    Dann ist genau das, was du mit dem Pferd als erste Priorität erreichen solltest. Die Hand darf keine Gelegenheit zum Einrollen bieten- vor-vor-vor im Rythmus der Bewegung. Wenn das Pferd sich einrollt, ist es in der regel auch auf der Vorhand. Also: Gleichgewicht wiederherstellen-Genick öffnen. Wie das im konkreten Fall geht, kann ich nciht sagen, da ich das Paar nicht gesehen habe.

    Gruß Talimeth

  • Avatar JAusten sagt:

    Also…
    bei meinem „Korrekturfall“, den ich seit Juni im Stall habe und der sich auch extremst aufrollt, hilft „ordentlich vorwärts an die Hand ran“ nicht. Da ist nämlich nix, wo man ranreiten kann, wenn so’n Tier die Nase gen Bug tackert und dann fleissig vor sich hin schaufelt. Der wird dann einfach nur schneller….

    Bei dem Tier hat man in der Ausbildung wohl den ein oder anderen Schritt nicht richtig gefestigt – sprich: übersprungen. Und er hat gelernt, sein „Heil“ im Verkriechen zu suchen.

    Ich arbeit seit Juni daran, den überhaupt an die Hand zu bekommen, den dazu zu bekommen, dass der mal den Hals fallen lässt.
    Hauptsächlich reite ich den draussen im Gelände, da hat er nämlich dies Problem nicht so extrem, da geht er fast normal. Meine Chiro-Fee hat mir geraten, den dann einfach viel draussen zu arbeiten, damit sich die Muskulatur entsprechend – ohne Krampf – umarbeitet/aufbaut. Alles andere kommt dann, wenn er die Muskulatur hat.
    Es ist schon deutlich besser geworden – dauert halt.

    Ja, in/an die Hand reiten, eine Anlehnung herstellen, damit das Pferd sich am Gebiss abstoßen kann, um zu lernen irgendwann korrekt in der Selbsthaltung zu laufen. Jaaaa, das dauert, diese Pferde haben (oft) auch einen falschen Knick, evtl. Axthieb. Wegdrücken des Rückens, herausstellen der HH, keinerlei Lastaufnahme, vorderlastiges vorwärts – alles falsch inkl. Muskulatur. Zeit und Geduld ist hier immer an erster Stelle gefragt.

  • gitana gitana sagt:

    Mein erstes Pferd hab ich auch um´s Verrecken mit der Nase nicht vor bekommen. Ich hatte ein doppelt gebrochenes Ausbildungsgebiss drin, 18 mm, massiv, also recht schwer und aus Argentan. Dann hab ich irgendwann mal eine einfach gebrochene Wassertrense aus Edelstahl probiert, 21 mm (glaub ich :denk: , jedenfalls dicker als die andere) und hohl, also ganz leicht. Damit hatte sich das Problem schlagartig erledigt :hurra: .

  • Avatar Talimeth sagt:

    Danke Gitana, Du sprichst hier ein wichtiges Thema an: Das Einrollen ist nämlich im Grunde eine Schmerzreaktion. Das Pferd weicht einem unangenehmen Druck aus. Ich kann diese Beobachtung nur bestätigen.

    Deswegen: Das Pferd nicht in die Hand reinreiten, das Pferd nicht vom Gebiss abstossen lassen. Ist alles to much. Hand hat ganz leichte Verbindung zum Pferdemaul. Gibt immer nach, geht immer mit. Schleßt sich das Pferd hinten vermehrt, dann kommt das Schließen des Genicks von allein.

    Gruß Talimeth

  • Avatar horsman sagt:

    was passiert denn mit der Nase, wenn Du die Hand vorgibst bis zum „durchhängenden“ Zügel?

    Geht die nase dann nach vorne /vorne unten? Wenn ja, dann ist wohl oder übel die von Dir gewählte „leichte“ Anlehnung zu stramm, denn dann ist es deine Hand, die die Nase zurück hält. Da beißt die Maus keinen Faden ab.

  • Avatar horsman sagt:

    hab noch was vergessen: da die Themenstellerin schrieb, dass das Pferd schon schön an die Hand „zieht“, gehe ich davon aus, dass es sich nicht einrollt, denn dann tät es nicht an die hand „ziehen“.

  • Avatar Falun sagt:

    hab noch was vergessen: da die Themenstellerin schrieb, dass das Pferd schon schön an die Hand „zieht“, gehe ich davon aus, dass es sich nicht einrollt, denn dann tät es nicht an die hand „ziehen“.

    Tja, wo er recht hat, hat er recht. Beides zusammen geht nicht. Aber ich gehe davon aus, dass das Pferd nicht an die Hand zieht, sondern auf die Hand brummt. Ein kleiner feiner Unterschied mit langwierigen und unschönen Folgen.
    Pauschal gesagt: wenn ein Pferd sich aufrollt und konsequent hinter der Senkrechten läuft, ist der Rücken nicht in Ordnung. Und der Rücken ist nicht in Ordnung, wenn die Hinterhand nicht in Ordnung ist. Die Behebung des Problems fängt jedenfalls hinten an. Aber mit Tipps aus dem Internet ist das nicht zu bewältigen. Da muss jemand dabei sein und „live“ die angebrachten Korrekturen bringen.

  • Avatar wednesday sagt:

    Danke Falun. Treffender, schöner & diplomatischer hätte man es nicht ausdrücken können :friend:

  • Avatar nisenase sagt:

    wenn mein Lusi hinter die Senkrechte kommt und sich festhält nehm ich beide Hände vor und schicke (Schenkel ran und vorwärts) ihn auf ne gebogene Linie und dann spann ich ihn im Genick an und ab zusammen mit dem inneren Schenkel (wenn er hier dann nachgibt, gebe ich sofort nach) dann fang ich das Ganze aussen wieder ab und erreiche meist so wieder eine Anlehnung. Wichtig hierbei ist auch der Sitz. Genug Körperspannung um das Pferd am Sitz zu halten ABER auch genug lockeres Mitschwingen und ganz wichtig lockere nach hinten fallende Schultern. Dann Übergänge übern Sitz, versuchen wirklich nix mit der Hand zu machen.
    Viele gebogene Linien und immer wieder rauskauen lassen. Aber hierbei die Verbindung nicht komplett aufgeben.
    Was auch hilft ist in Volten innen wirklich mal überzustreichen und auch mal den inneren Hinterfuss mit Gerte im Takt touchieren. Wenn Pferde vorab an der Hand bereits so gearbeitet wurden, fussen sie weiter unter und kommen vermehrt auf die Hinterhand. Man muss hierbei aussen begrenzen, damit sie nicht über die Schulter weglaufen.
    Aber aus der Ferne kann man es nicht beurteilen was für ein Typ Dein Pferd ist……..

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Für mich als Reitlegastheniker ist der Thread super und lehrreich! :thumbsup:

    Wundere mich dennoch, dass man so ausgiebig philosophiert, ohne auch nur EINE Antwort der TE zu erhalten. :ostern: :whistling:

  • Avatar maurits sagt:

    Münsti ist glaube ich nicht so oft hier.

    Alternativ liest sie heimlich mit und probiert jetzt alles zu Hause aus um dann abschliessend zu resümieren was denn geholfen hat. 😀

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    Alternativ liest sie heimlich mit und probiert jetzt alles zu Hause aus um dann abschliessend zu resümieren was denn geholfen hat. 😀

    Wenn ja, werden wir wohl erst in ein paar Wochen von ihr hören. :ostern:

  • >