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Weil es mich interessiert hat, habe ich bei uns im Stall dieses Frühjahr die neuen Empfehlungen (siehe die letzten Beiträge hier: ENTWURMEN OHNE CHEMIE???
) ausprobiert.

Voraussetzungen:
26 Pferde unterschiedlichsten Typs und Alters
Im Winter tagsüber Paddocks (werden abgeäppelt) in 7 unterschiedlich großen Gruppen (2-6 Pferde), nachts Einzelboxen
Im Sommer tagsüber Weide in mehreren Gruppen, nachts Einzelboxen
Die Gruppen sind zum Teil seit Jahren konstant, in einigen sind auch Neuzugänge
Die Pferde, die zu dem Zeitpunkt im Stall waren, wurden zuletzt im Dezember 2010 mir Equimax entwurmt.
Meine Pferde, die alle in Paddock 2 stehen, wurden nach Brösels Tod zusätzlich im Dezember mit Panacur über 5 Tage , im Januar 2011 mit Equest und Ende Januar 2011 mit Ivomec entwurmt.

Leider ist es mir nicht gelungen, das gesamte „Programm“ VOR dem Weide-Auftrieb durchzuziehen, weil zu spät angefangen.

Legende: Anzahl Wurmeier ++++ – sehr viele/ +++ – viele/ ++ – einige/ + – vereinzelte/ 0 – keine

06.05.2011 (die Pferde waren noch NICHT auf der Weide)
Sammelkotproben jeweils pro Paddock
Paddock 1 ++++
Paddock 2 +++
Paddock 3 +
Paddock 4 +
Paddock 5 ++
Paddock 6 +++
Paddock 7 ++

Die hohe Anzahl an Wurmeiern in Paddock 2, in dem 3 von 5 Pferden meine sind (Intensiv-Entwurmung s.o.), hat mich etwas geschockt, so daß ich am nächsten Tag von diesem Paddock Einzelproben genommen habe:
Ludwig 0
Purzel 0
Beppo +(+)
Pferd 4 0
Pferd 5 ++++ (!!!)
In dieser Gruppe war der letzte Neuzugang Beppo im November 2010, die anderen 4 Pferde stehen seit Jahren zusammen in dieser Gruppe.
Es ist also möglich, wie man weiter unten auch noch sehen wird, daß in einer (fast) konstanten Gruppe einzelne Pferde stark verwurmt und andere komplett wurmfrei sind!!!! Das hat mich einigermaßen erstaunt.
Danach wurden in den Paddocks 1, 5, 6 und 7 ALLE Pferde unter meiner Aufsicht (Gewicht) mit Panacur entwurmt, weil leider die Besitzer der Pferd nicht von Einzelproben zu überzeugen waren. In Paddock 2 habe ich nur Beppo und Pferd 5 entwurmt

01.06.2011 (inzwischen sind die Pferde stundenweise auf der Weide)
Einzelproben von allen Pferden aus Paddock 1 und 2 (Untersuchung zum Selbstkostenpreis), die Besitzer der Pferde aus den anderen Paddocks waren leider nicht zu überzeugen.

Paddock 1:
Pferd 1 0
Pferd 2 0 (Neuzugang)
Pferd 3 0
Pferd 4 ++++
Pferd 5 +++
Pferd 6 0
Auch hier wieder einzelne Pferde!!!

Paddock 2:
Ludwig 0
Purzel 0
Beppo 0
Pferd 4 0
Pferd 5 ++++

Ich werde in den nächsten Tagen Pferd 4 und 5 aus Paddock 1 und Pferd 5 aus Paddock 2 mit Equest entwurmen und in 3 Wochen von diesen Pferden erneut Einzelproben nehmen. Bis auf Pferd 5 aus Paddock 1 sind auch alle Besitzer ohne Quengeln damit einverstanden, und der quengelnde wird nicht gefragt!!!
In weiteren 3 Wochen nach Equest werde ich von diesen Pferden nochmals Einzelproben nehmen….

Mein Fazit: Diese Vorgehensweise ist durchaus sinnvoll, um einzelne Ausscheider gezielt zu entwurmen, und eben nicht „alle über einen Kamm“ mit Wurmkuren zu bearbeiten, wo es gar nicht nötig ist. Es ist aber echt schwer, die Besitzer von der Notwendigkeit eines solchen Verfahrens zu überzeugen („Sowas hat man ja noch NIE gemacht!“), denn es ist für verwurmte Pferde natürlich teu(r)er, während die Besitzer der nicht oder kaum auscheidenden Pferde sich freuen können.

Fortsetzung folgt….

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