Hallo Ihr,

in meinem (noch unbewohnten) Stall gibt es bereits einen Brunnen, der aber neu gemacht werden muss. Es kommt nur wenig Wasser, das rostig ist und stinkt und wir suchen jemanden, der der Brunnen neu bohrt. Jetzt ist z.B. die Frage an welcher Stelle – da würde es mich interessieren welche Erfahrungen Ihr habt mit eigenen Brunnen, betrieben mit Tiefbrunnenpumpen. Eine Freundin hat seit Jahren einen gut funktionierenden Brunnen und füllt ihre 1000l Fässer mit einer fleißigen kleinen Membro 1800 Pumpe, die ich auch grade gekauft habe,- ein anderer Freund meinte aber, das sei was die Stelle betrifft Glücksache – wenn man Glück hat, ist sie gut,- wenn man Pech hat, versandet der Brunnen schnell wieder und alles war umsonst. Den Brunnen 8-10m tief neu zu machen kostet ein (für mich) kleines Vermögen – wenn er versanden würde, wär das doch schon eine kleine Katastrophe – deshalb interessieren mich Eure Erfahrungen. Wer hat einen eigenen Brunnen im Stall – wie viel hat das gekostet und hat seit dem alles funktioniert wie es soll?

Danke und liebe Grüße,
Jule

  • Geisterlicht sagt:

    Ich glaube, Deine Frage wird sich so pauschal nicht beantworten lassen. Im Zweifelsfall kann ein Bodengutachter eine bessere Aussage treffen.

  • M_N_ sagt:

    Ich denke das kann man, insbesondere das versanden / verstopfen etc. nicht verallgemeinern. Das kommt auf die Bodenbeschaffenheit der jeweiligen Gegend an. hast du schon mal in der Gegend nachgefragt bei Betreibern eines eigenen Brunnen?
    Hier in meiner Gegend gibt es so gut wie keine eigenen Brunnen, manch alte Bauernhöfe haben noch nen kleinen ‚Pütz‘ mit ner Handschwengelpumpe, aber das war es auch schon. Weiß jetzt aber nicht ob das daran liegt das wir hier im ‚Naturpark Nassau‘ sind das also evtl. nicht erlaubt ist (Windräder gibt es in den Gemeinden die in besagtem Naturpark liegen z.B. auch nicht) oder und vor allem an der Geographie, sprich das man recht tief bohren müßte um an ausreichend Wasser zu gelangen.

  • reiter sagt:

    Wir haben einen gebohrten Brunnen, funktioniert schon seit vielen Jahren einwandfrei. Ich glaube wir hatten irgendwas bei 15-20 m tief.

    Was es gekostet hat weiß ich nicht mehr ist schon Jahre her.

  • Frau Olsen sagt:

    Huhu,

    Dankeschön erst mal – also der Hof von einer Freundin liegt ca. 800m entfernt, sie hat sich einen Brunnen mit 8m Tiefe machen lassen, der funktioniert seit Jahren wies Lottchen. Der Boden in der ganzen Gegend ist sehr sandig, was ein großer Vorteil für z.B. den Reitplatz ist, Regenwasser verschwindet schnell auf geheimnisvolle Art, der Platz ist eigentlich immer trocken. Meine Frage wäre, ob die Bodenbeschaffenheit innerhalb einer kleinen Fläche (einzelne Meter) so unterschiedlich sein kann, dass der Brunnen zwei Meter weiter sehr gut platziert sein könnte, aber an dieser Stelle möglicherweise versanden wird? Ist es ein unvernünftiges Risiko, einfach zu bohren, ohne sowas wie ne Bodenprobe? Dass ein Brunnen 800m weite super funktioniert, heißt das, dass die Wahrscheinlichkeit recht hoch ist, dass auch meiner funktionieren wird?

    Danke und liebe Grüße 😉

  • littlesheep sagt:

    Wie tief man bohren muß, hängt einfach von der Tiefe der Wasseradern ab, die da laufen. Wenn Du in 8 m Tiefe oder höher eine findest ist das gut, wenn nicht muß man halt tiefer oder an anderer Stelle bohren. Wir haben zuhause vor vielen Jahren bohren lassen (keine Ahnung wie tief) und daran eine Pumpe – halt so zum Rasensprengen, Teich auffüllen etc. – und nie Probleme gehabt. Unser Nachbar direkt nebendran hatte auch bohren lassen, der mußte irgendwann neu bohren, weil das total schmutzig wurde oder so (weiß nicht mehr genau). Auf dem Hundeplatz bei unserer Weide ist auch gebohrt worden, da war in den letzten 10 Jahren auch nie was (da ist ne Handschwengelpumpe drauf).

    Analyse haben wir meine ich nicht machen lassen, da war so eine Art Wünschelrutengänger, halt einer der die Wasserader gesucht hat und dann muß man eben jemanden kommen lassen wegen bohren. Einige hundert Euro wird das schon kosten, wieviel das damals war weiß ich nicht mehr, ist schon zu lange her.

  • Red Setter sagt:

    Dankeschön erst mal – also der Hof von einer Freundin liegt ca. 800m entfernt,

    Das sagt nichts aus. Meine Eltern haben genauso wie ihre Nachbarn (~600m entfernt) einen eigenen Brunnen. Meine Eltern haben immer genug Wasser, während der Nachbar im Sommer schnell auf dem Trockenen sitzt.

    Die Brunnentiefe ist die dieselbe. Optisch liegen beide Höfe gleich hoch (ein kleiner Höhenunterschied könnte es geben). Ausschlaggebend ist aber wohl einfach wo wieviel Grundwasser ist.

  • Geisterlicht sagt:

    Meine Frage wäre, ob die Bodenbeschaffenheit innerhalb einer kleinen Fläche (einzelne Meter) so unterschiedlich sein kann, dass der Brunnen zwei Meter weiter sehr gut platziert sein könnte, aber an dieser Stelle möglicherweise versanden wird?

    Ja, das kann passieren. Genauso kann es Dir auch passieren, daß durch irgendwelche Arbeiten in der (weiteren) Nachbarschaft (Straßenbau, größere Gebäude, bei denen ständig die Grube abgepumpt wird, etc.) der Grundwasserspiegel so verändert wird, daß der Brunnen keine Leistung mehr hergibt.

  • M_N_ sagt:

    Ja, der Untergrund kann wirklich innerhalb weniger Meter total anders sein. Vor ~ 15 Jahren fingen die hier ja an mit Probebohrungen für die diversen Tunnel der ICE Strecke Köln – Frankfurt.
    Die haben im Abstand von x metern immer wieder gebohrt um zu schauen wie der Fels ist. Und trotzalledem kam es immer mal wieder zu unliebsamen Überraschungen das das Gestein schlagartig weicher wurde und es kam zu Problemen und Verzögerungen. Das waren dann Stellen, das die durch das Raster der Probebohrungen quasidurchgeschlüpft sind.

  • St. Lucia sagt:

    Mehrere Ex-Arbeitskollegen von mir, die im Raum Hannover wohnten und dort auch sehr sandigen Boden hatten, haben ihren Gartenbrunnen alle selber gebohrt. Wenn ich das richtig verstanden habe, konnte man sich die passenden Maschinen dort irgendwo leihen.

    Ich wollte für meinen 1000 qm Gemüsegarten auch einen Brunnen. Bei uns ist aber Kalkabbau Gebiet gewesen, d.h. vermutlich unter der Oberfläche sehr felsig. Und da hätte mich das Ganze ein Vermögen gekostet. Unser Reitstall war einige km entfernt, da war ein Brunnen der immer Wasser hatte, und wohl auch nicht soooo tief :nix:

  • Frau Olsen sagt:

    vielen Dank für Eure Antworten – das ist alles total interessant für mich. So wie ich Euch verstehe, bleibt es ein bisschen eine Glücksache ob die Stelle gut ist oder nicht. Ja, einige hundert Euro kostet das – man sagt hier über den Daumen gepeilt 100€ pro Meter (aua). Damit rechne ich, wenn auch mühsam :S was nur wirklich gruselig wäre, wär wenn das irgendwie nicht funktioniert und das Gleiche an anderer Stelle für gleiches Geld noch mal sein müsste :panik:
    Auf die Gefahr hin, dass ich nerve, diese eine Frage noch bezüglich der Überlegung den bereits vorhandenen Brunnen (Schwengelpumpe dran) nach zu bohren (strategisch günstiger Platz) oder eine andere Stelle zu wählen: Kann man eine Aussage darüber treffen, ob es ein Vorteil ist, dass da schon ein Brunnen ist (zu kleiner Durchmesser, Wasser kommt, aber wenig und stinkend und bräunlich :kotz: ) also sollte man besser gleich eine andere Stelle wählen, oder macht es mehr Sinn das vorhandene Loch zu nutzen und ggf. tiefer zu bohren?
    Danke und liebe Grüße!

  • pfema sagt:

    Mal so ein paar Gedanken (in unserem Betrieb gab es drei Brunnen, alle mit unterschiedlichen Problemen)…

    Oberflächensod: Ein großes Loch in der Erde, umringt, in der Mitte ein Kieselfilter. Oberflächenwasser hat meist die beste Qualität, wenn nicht nebenan Gülle gefahren wird. Ist meist weich und schmeckt meist am besten. Fällt jedoch im Sommer leicht trocken. Tiefe meist kleiner 5m.

    Spülbrunnen: Der Standardbrunnen, geht rasend schnell zu Bohren. Dazu wird eigentlich nur Wasser durch ein Bohrgestänge gedrückt, welches das Erdreich einfach nach oben spült. Man sagt diesen Brunnen eine kurze Standzeit nach. Bei uns waren es bei einem 70m-Brunnen nur 10 Jahre. Danach hatten wir Schluff (feinste Mineralpartikel) im Wasser, die alle Filter dichtsetzten. Dies ist bei Spülbrunnen häufiger der Fall, als bei…

    gepumpten Brunnen: Dazu benötigt man ein anderes Bohrfahrzeug. Hier wird im Gegensatz zum Spülen das Erdreich durch ein speziellen „Bohrkopf“ aus der Erde gefördert. Ich kenne viele Brunnen in unserer Umgebung, die nach diesem Verfahren hergestellt wurde und schon deutlich älter als 50 Jahre sind (auch unser dritter Brunnen). Das Verfahren ist deutlich zeitaufwändiger, als das Spülen, daher auch teurer (Königsklasse).

    Egal, für welches Verfahren ihr euch entscheidet. Wichtig ist, einen erfahrenen Brunnenbauer aus eurer Umgebung zu befragen. Selbst wenn er die Gegend kennt, wird er eine Probebohrung machen, um die geeigneten, wasserführenden Schichten, eindeutig zu bestimmen. Liegt der Filter in der falschen Schicht, werdet ihr am Brunnen keine Freude haben !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    Mit Blick auf den Nachbarn etc… vergesst es, Wasser geht die seltsamsten Wege. 10m weiter kann es sein, daß ihr glaubt, in der Sahara zu suchen.

    Bei uns ist es so, daß die tieferen, sicheren und wasserreichen Wasseradern leider neben einem hohen Kalkgehalt (etwa 14 – 20 °dH) auch einen sehr hohen Eisengehalt aufzeigen. Deshalb ist es oft erforderlich, mit braunen Toiletten oder einer Enteisenung zu leben… Dazu mehr bei Bedarf…

    Ergo: Ein Brunnen ist eine komplexe Geschichte. Unterschätzt nicht die Tücken, die so ein „Loch in der Erde“ mit sich bringt. Bevor ihr einen Haufen Geld in so ein Loch versenkt, fragt mal bei den Gemeinden nach, welche Brunnenbohrer für sie die Hydranten bohren. Dabei handelt es sich eigentlich um die Besten.

    Da zur Zeit Erdwärme ein Massenschlager ist, kaufen sich viele „Anlagenbauer“ ein Bohrfahrzeug, setzen da irgendeinen Halbwilden drauf, der mal gelernt hat, Löcher zu bohren, und bieten dann zu Dumpingpreisen mit an. Ich habe gerade so einen Fall in HH miterlebt. Der Brunnen fördert alles, nur kein Wasser (hat aber 6.000,- € extra kosten sollen :flucht: ). Wenn ihr also Geld dafür in die Hand nehmen wollt, passt auf… bitte 😉

    Die Billiglösung könnt ihr selber machen. Kauft euch im Baumarkt eine sogenannte Rammspitze. Die haben dafür auch das Geschirr, was ihr benötigt, das Ding in die Erde zu bekommen, im Verleih. Da schließt ihr dann ein herkömmliches Hauswasserwerk an, und gut is… kost ein Bruchteil und reicht meist aus, sofern ihr eine gute Wasserader erwischt…

  • Frau Olsen sagt:

    buoah – vielen, vielen Dank pfema und alle anderen!

    großartig – so viele wertvolle Tips! Ich weiß das sehr zu schätzen und werde Euer Wissen so gut ich kann anwenden… 😉
    Danke, Danke, Danke!

  • Pipilotta sagt:

    Hallo
    Frag am besten mal im geologischen Landesamt nach, die haben dort alle Daten Bohrungen samt Auswertung Dokumentiert und wissen in der Regel auch alles was über die Grundwasser führenden Schichten bekannt ist und auch wer noch aus dem Reservat fördert .
    Die im Landesamt können dir bestimmt sagen wo und wie tief bei dir gebohrt werden sollte.

  • July-Plankton July-Plankton sagt:

    100€ pro laufenden Meter Brunnen ist in meinen Augen zu teuer! 8|
    Ich kenne hier Preise von 50€ pro Meter (inkl. Material) und da habe ich in meiner Region gleich 2 Angebote die für dieses Geld bohren würden.
    Habe mich mit diesem Thema auch schon beschäftigt, da ich gerne einen Brunnen in meinem Garten haben würde.
    Mit den 8 Metern bist du noch echt gut bedient, bei mir lagen die Schätzungen bei rund 40! :motz:
    Der Brunnen fällt bei mir damit aus, da die Kosten in keinem Verhältnis mehr stehen würden.

  • Frau Olsen sagt:

    40 Meter!!
    Da müsste ich allerdings auch erst mal passen, was eine große Katastrophe wäre, weil anderes Wasser gibt es nicht….
    Nächste Woche will ein Brunnen-Mensch kommen, bin gespannt auf seine Einschätzung und hoffe, dass das Ding über die Bühne ist, bevor es richtig kalt wird..

    Danke und Grüßle 🙂

  • Frau Olsen sagt:

    Hallöchen,
    wollte noch freudig berichten, dass mein Brunnen inzwischen gebohrt ist und super funktioniert. Hab ein 100er KG Rohr, ca. 15m tief mit einer Tiefbrunnenpumpe drin und der Brunnenhat 600€ gekostet. Gebohrt hat ihn ein Mensch, der schon seit Jahren alle Brunnen auf den umliegenden Höfen gebohrt hat, die alle noch gut funktionieren. Ist aber wohl auch eine günstige Gegend (Ried, ganz früher mal Sumpf, da ist das Wasser überall und es nicht so eine große Glücksfrage, ob und wann man nun auf Wasser trifft)
    Danke für Eure Tips und Grüßlein von

    Julia

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