Bewegungsgefühl und Reitersitz

By Cubano9 | Archiv: Ausbildung

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Ich habe mal die Beiträge, die sich um Sitzfehler durch muskuläre Probleme drehen, hierhin verschoben und zum besseren Verständnis Mau´s Eingangstext zu diesem Thread an den Anfang zitiert.

könnten wir dazu nicht, abgeleitet aus dem „Schwungentfaltungsfred“ eine eigene Diskussion dazu eröffnen? Und ich möchte einen Mod bitten, die dazugehörigen Beiträge, besonders von Cubano, Merlijn und Diana vielleicht hier hineinzukopieren?

Ich bin ja auch jemand, der jahrelang mit chronischen Rückenschmerzen herumgelaufen ist, welche sich auch auf die Reiterei auswirkten, und ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht wie MerlijnCH, dass nachhaltige Besserung nur durch die Beseitigung muskulärer Ursachen dauerhaft möglich ist. Und das ging bei mir auch nicht durch Muskelaufbautraining und sonstige Therapien, die auf herkömmlichem Wege empfohlen werden, sondern nur durch eine Behandlung, die die muskulären Problemzonen dauerhaft auflösen konnte. Interessant dabei ist, dass die Schmerzen oft weit entfernt von der eigentlichen Ursache aufzufinden waren, und auch, dass sich jahrelang zurückliegende Probleme wie Unfälle, Überlastungen und auch Stress bei mir in chronischen Veränderungen der Muskulatur manifestiert hatten. Da kann man noch so viel an der Wirbelsäule herummanipulieren, und Krankengymnastik und sonst was machen, an den eigentlichen Ort des Geschehens kommt man so nie heran.

Der Physiotherapeut, den ich zufällig fand, nachdem ich 8 Jahre von Arzt zu Therapeuten rannte ohne dass mir dauerhaft geholfen wurde, hat eine sehr viel andere Betrachtung der Dinge, und ich glaube dass er recht hat. Weiterhin glaube ich, dass die herkömmliche Behandlung von Rückenschmerzpatienten in Deutschland weitestgehend nicht ausreichend ist, aktuell noch unterstützt durch die Berichte eines Freundes, der wegen des Rückens noch in einer speziellen Rehaklinik war, in der sämtliche Patienten eigentlich so schlecht entlassen wurden wie sie kamen. 40 jährige, die wegen eines einzigen Bandscheibenvorfalls jahrelang krankfeiern und jetzt berentet wurden, und so weiter.

Was hat das jetzt mit der Reiterei zu tun: Ich sitze besser „im Pferd“, kann in der Bewegung mitschwingen, und mir ist sehr viel bewusster geworden, auf dem Pferd wirklich zu „fühlen“.
Weiterhin mache ich regelmässig Bewegungs- und Dehnungsübungen für den BWS-LWS und ISG-Bereich, und auch Dehnungsübungen für die Oberschenkelmuskulatur und den Arm-und Schulterbereich.

Von sturen Anweisungen a la „Absatz tief“, oder „Bein mehr nach hinten“ halte ich nichts,da der Körper das ohne grundlegende Veränderung nicht halten kann und nur noch mehr verkrampft.

lg
maurits

Wobei ich mittlerweile aus eigener Erfahrung weiß: Oftmals liegt es nicht daran, dass der RL seinen Unterricht nicht umstellen WILL, sondern daran, dass er nicht KANN. Ist mir mit dem Schimmel auf Teneriffa so gegangen. Das war prima Lektionenreiterei, aber je weiter wir kamen, desto mehr musste ich ackern. Mir ist dann relativ bald die weise Erkenntnis gekommen, dass ich nur deshalb so ackern muss, weil Sitz und Einwirkung nicht so doll waren und ich einiges an diesen Defiziten mit der Hand „ausgleichen“ musste. Ich hab die RL mehrfach gebeten, nur noch an Sitz und Einwirkung mit mir zu arbeiten – ging nicht, konnte sie schlicht nicht. Die hatte halt ausschließlich Unterricht in den Lektionen drauf…
Generell war und bin ich aber der Meinung: Wenn Pferd immer zäher wird, je weiter man kommt und wenn man immer mehr in der Hand hat, als weniger (zwischendurch Ausnahmen mal außen vor), läuft ganz generell was schief – normalerweise gilt immer noch: Je weiter das Pferd ausgebildet, desto leichter am Bein und an der Hand…

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