So, jetzt gehts los mit Arjens Tagebuch, erst mal rückblickend.
Wie kam ich überhaupt zu den Friesen? Schon das ist eine lustige Geschichte 😀
Ich war 9 Jahre alt und durfte endlich regelmässig in die Reitstunde gehen. Der Reitstallbesitzer war ein befreundeter Bauer meines Vaters. Wir sind also hingefahren und durch den Stall gezottelt. In diesem Stall standen alles Ponies bis auf drei Grosspferde. Ponies kamen für mich schon nicht mehr in Frage also los zu den Grosspferden. Da stand eine gemütliche Freibergerstute, ein grosser schwarzer Warmblüter und ein Friese. Die RL fragte meinen Vater welches Pferd ich denn wohl reiten wolle. Er sagte ganz pragmatisch “ach wir nehmen mal den schwarzen da mit den Puscheln, der sieht aus wie die im Zirkus”. Gesagt getan, so kam ich zu meinem ersten Friesenritt. Der Bann war schnell gebrochen und es war klar, für mich sind Friesen DIE Pferde. Ich kam dann noch einige Male in den Genuss Friesen als Pflegepferde zu haben oder sonst reiten zu dürfen.
Der Traum einen eigenen Friesen zu haben, steckte immer tief in mir drin, scheiterte aber immer an dem Ersparten. Und so kam ich zu einem tollen Freibergerwallach. Ich liebe dieses Pferd bis heute über alles, absolute Faszination ist er für mich aber nicht.
Jedesmal wenn ich einem Friesen begegnete brach ich in Tränen aus, ich weiss bis heute nicht warum. Wenn ich auf Youtube Friesen gesehen habe, sass ich gebannt vor dem Bildschirm und sah mir die Videos immer und immer wieder an. Wenn ich tolle Lieder im Radio gehört habe, habe ich mir ausgemalt was für eine Show ich mit einem Friesen dazu zeigen könnte. Mit den Jahren wanderte der Gedanke jemals einen Friesen zu haben in den Hintergrund, zu weit weg war dieser Traum für mich und ich hatte ja den Freiberger dem ich keinesfalls meine Liebe entbehren wollte.
Vor 2.5 Jahren kam im Sommer mein Geburtstag, mein Vater mahnte mich den Tag freizuhalten er habe etwas mit mir vor. Durch meinen Freund habe ich herausbekommen dass es irgendetwas mit Reiten zu tun haben musste. Tja, dachte ich da mein Vater im Welschland wohnt werden wir wohl das Freibergergestüt in Avenches besuchen gehen. Ich wusste nicht ob ich mich darauf freuen sollte, hätte ich doch so gerne wieder einmal einen Friesen geritten.
Wir trafen uns in Murten vor einem Reitsportgeschäft. Mein Vater drückte mir einen Gutschein in die Finger, lächelte mich verschmitzt an und sagte “geh und kauf dir was schönes, du leistest dir ja sonst nie was”. Ich freute mich riesig, sogar so sehr dass mir im Laden nicht einmal die zahlreichen riesigen Friesenbilder aufgefallen waren. Ich genoss die Zeit im Laden und las mir neue Sachen für meinen Freiberger aus.
Die Geschichte mit dem Reiten hatte ich schon wieder vergessen, dachte wir gehen noch gemütlich etwas essen und fahren dann nach Hause. Nein, dem war nicht so. Wir fuhren auf einen Hof und ich schnallte echt gar nichts! Ich stieg aus und plötslich stand die nette Verkäuferin aus dem Laden vor mir “äh was geht den hier ab” dachte ich mir noch. Sie lächelte mich verschmitzt an und sagte “herzlich willkommen bei uns, geh dich umziehen du hast eine Reitstunde auf einem unserer Friesen”. Wäs? hä? was? wo? wer? iiiiiichhhhhh? Erst da sah ich mich genauer um und sah dass der Hof voller Friesen war, überall in jeder Ecke und auf jeder Weide sah ich die Schwarznasen mir freundlich entgegenblicken :ja:
Ich rannte also mehr in den Aufenthaltsraum als dass ich ging. Mit zittrigen Fingern schlüpfte ich in meine Reitsachen. Meinen die das Ernst? Meinen die wirklich mich??? Das ist doch eine Verarschung?
Nein! War es nicht! Als ich rauskam stand schon ein Friesenwallach bereit und wartete darauf von mir geputzt zu werden. Diese Mähne, dieses samtige Fell, dieser liebevoller Blick! Ich war sowas von vertieft das Pferd zu knuddeln und zu putzen dass die Stallbesitzerin schon kam und mir sagte wir sollten dann doch mal ein bisschen vorwärts machen 😀
Also ab aufs Viereck und rauf aufs Pferd. Was für ein Traum! Diese Bewegungen, dieser Sanftmut, diese wollige Mähne! Viel zu schnell ging die Stunde vorbei.
“Bist gar nicht mal so schlecht geritten, ich glaub ich zeig dir noch ein Pferd”, wäs? hä? NOCH EINER???????? JA IMMER HER DAMIT!!!!
Als nächstes kam der Fury-Traum pur, lackschwarz, elegant, seidige Mähne und mächtig Feuer. “Das ist ein Arabofriese” sagte sie mir “der ist aber erst 4-jährig den geb ich nicht jedem in die Finger”. Ähä und warum dann genau mir? Arabofriese??? hä? Naja egal, hauptsache Friese! Noch ein Traum zum reiten, die Chemie stimmte sofort, ich liebte dieses Pferd von der ersten Sekunde an.
Nach der Stunde zeuckelte mich die Stallbesitzerin Richtung Weide “komm schau, wir haben ein paar hübsche Arabofriesenfohlen da, da wär doch bestimmt was dabei für dich”. Ja klar für mich, eh ja logo, is ja klar, vergesst das Leute, ich hab schon ein Pferd und den Traum wirds niemals in echt geben.
Egal, wir gingen zu den Fohlen, drei vorwitzige halbstarke erwarteten uns. Alle kamen sofort um ihre Streicheleinheiten zu holen, doch einer kam immer und immer wieder, drängelte sich zu mir, liess sich kraulen und legte seinen Kopf in meine Arme. Eigentlich habe ich mich in diesem Moment in den Jungspund verliebt, verdrängte es aber, schliesslich wars nur ein Traum.
Mein Vater stellte mir allerdings immer und immer wieder solch komische Fragen. “Ja möchtest du denn immer noch einen Friesen”, “Ach gell du hast gesagt der Unterhalt wäre kein Problem, nur der Kaufpreis ist das Problem?”, “Ja hättest du denn Zeit für zwei PFerde?”. Hätte, wäre, wenn dachte ich nur…
Auf dem Heimweg träumte ich von dem Friesenfohlen namens Arjen. Er ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf. Aus lauter Witz kamen mein Freund und ich auf das Thema zwei Pferde haben. Aus dem Nichts sagte er zu mir “weisst du ich kann mir gut vorstellen Minord zu übernehmen damit du einen Friesen haben kannst. Minord ist mein Traumpferd und wir passen so gut zusammen, eigentlich möchte ich den gerne für mich haben” :denk: :denk:
Also hin und her diskutiert, die Fragen meines Vaters konnten eigentlich auch nur auf eins hinausführen…..

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