Tuitys Vista – Die Tussi

By Aza | Pferde ab 4 Jahre

So jetzt soll auch mal meine Traummaus ihren Thread bekommen.
Rayo und Ceceño haben ihre ja schon, im Zuge der Gleichberechtigung ist Tuitys nun auch mal an der Reihe.

Ausserdem ist es draussen jetzt schon so heiss, dass man keinen Finger krumm machen möchte. 😀

Also, dies ist die Geschichte von Tuitys. Die wird , wie immer, etwas länger, weil jedes Pferd bei uns seine Geschichte hat , die auch unbedingt zum Pferd gehört. Wer nicht lesen mag, wird ja nicht dazu gezwungen sondern kann nur Bilder gucken. 🙂
Im Falle von Tuitys ist diese Geschichte vor allem die, wie ich denn zu “meiner” Zuchtstute gelangt bin ..

(dieses Foro, eins meiner Lieblingsbilder, stammt von Cara, so wie noch ein, zwei später folgende, ich hoffe, das ist ok, Cara? 🙂 )

Ich hatte ja schon sehr lange den Gedenken gefasst, eine eigene Zuchtstute zu haben. Ist ja kein Problem, sollte man meinen, ich sitze ja förmlich an der Quelle.
Aber insgesamt hat die Suche gute 4 Jahre gedauert, mal mehr , mal weniger intensiv.

In dieser Zeit wohnte ich in direkter Nachbarschaft eines der erfolgreichsten PRE-Gestüte, der yeguada Señorio de Bariain. Hengste aus dieser Zucht begründeten oder ergänzten namhafte Zuchten wie Solera Bravo oder Cubas, der Hengst Gaucho III, dort gezogen, brachte es sogar bis ins Dressur- Olympiateam der USA.
Dessen Mutter durfte ich mit 24 jahren kennenlernen, eine tolle Stute.

Kurz, die Pferde aus dieser Zucht haben mich immer begeistert und sprangen ausserdem sofort ins Auge durch ihren besonderen, etwas herben Typ und durch ihre Qualität.
So auch der Braune Deseado XXIX , einer der Stammväter der yeguada Cubas, der dieser Zucht für einige Jahre an die Spitze der spanischen Gestüte verhelfen sollte.
Deseado war ein Phänomen.
Er war hässlich. Überbaut, sein Hals viel zu kurz und quadratisch, ein sehr herbes Gesicht, “fuera e la raza” wie man hier in Spanien sagt. Ausserhalb des Rassetyps.

Aber wie sich später herausstellen sollte, waren seine Vererberqualitäten ganz ausserordentlich. Er brachte hochprämierte Fohlen , war der Stammvater einer ganzen Zuchtära der Yeguada Cubas.
Die aktuelle campeona de España de mejores movimientos, die Braune Salsera III, ist übrigens auch eine Tochter von Deseado.
Vor diesem züchterischen Gespür kann man nur den allergrössten Respekt haben, eine ganze Zucht auf einen auf den ersten Blick derart unharmonischen Hengst aufzubauen und einen Volltreffer zu landen …

Deseado war wiederum ein Sohn des Panadero VII.

diesen Namen dürften hier einige kennen, ist er doch ein Onkel von Invasor, dem bereits genannten Gaucho III, oder auch dem Invasor-Bruder Flamenco XXX, allesamt Söhne seines Bruders Panadero VIII.
diese beiden Brüder, Panadero VII und Panadero VIII, gingen seinerzeit zur Ausbildung zu Kottas an die Wiener Hofreitschule.
Panadero VIII ging nach seiner Rückkehr nach Spanien nach Jerez, Panadero VII ging zum Deckeinsatz u.a. zu Bariain und zeugte einige wichtige Vererber, unter ihnen Deseado XXIX.
Der wiederum über eine weitere positive Eigenschaft verfügte: über eine Bewegungsqualität, die bei einem PRE bis dahin ungesehen war – und die er auch weiter vererbt.

diese Pferde, Deseado- Nachkommen oder auch Brüder und Schwestern von ihm, hatten mich, wie bereits erwähnt, immer schwer begeistert.

Un noch mehr begeistert war ich von einem anderen Pferd.
Zufall(?) , dass auch sie ein Tier der yeguada Cubas war..
die Stute Cahoba. Leider sehr früh verstorben, so dass sie nur 4 Nachkommen hinterliess.
eine Erscheinung an Pferd , der man sich nicht entziehen konnte. Neben ihr verblasste jeder Hengst, sie war quasi wie Marlene Dietrich als Pferd 😀 , einfach nur atemberaubend, eine echte und wahre Diva.
Auch sie hatte als Campeona de España wesentlich zum Erfolg ihres Besitzers beigetragen.
Und ich – tja, hätte mir niemals auch nur träumen lassen, dass jemals ein Nachkomme dieser Stute in meinem Stall seinen Hafer futtert. 🙂

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