PRE- Professor Ceceño

By Aza | Pferde ab 4 Jahre

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so ihr Lieben, ich freue mich gerade ganz dolle, und finde, dieses tolle weisse Pferd soll nun auch einen eigenen Thread bekommen.
(das Geschreibe wird laenger, wer nicht lesen mag, guckt halt nur Bildchen ..)

(und , nur um den ueblichen Verdaechtigen zuvorzukommen: dieses Pferd gibt es weder frisch noch gekuehlt noch als Eis 😉 )

Es geht um unseren Professor, der uns alle ueberrascht hat und gegen alle Erwartungen wieder gesund ist! Ich habe das nicht mehr geglaubt, wirklich nicht. Und es sah auch lange Zeit nicht so aus.
Aber seit ein paar Tagen laeuft er wieder wie ein Junger, ich kann es noch gar nicht fassen

Ihn habe ich in etwa so gekauft wie man nie ein Pferd kaufen sollte:
mehr oder weniger im Vorbeifahren stand er auf einem Stueck Wiese, auf sich dem neben dem Pferd nur noch drei Wasserbottiche und ein Stapel alter Paletten befanden. Dreckig, duenn, Maehne und Schweif zauselig, Kletten hingen auch noch darin.
Aber mit einem Feuer im Auge, dem trotz des Wiesendrecks silbrig -perlmuttartig glaenzenden Fell, und trotz des bescheidenen Zustands mit einer Ausstrahlung, die mich einfach fesselte.
Herzerl machte dadoing dadoing …
Da standen wir in einer fremden Gegend mitten in Spanien, mein bester Mann von Welt und ich, und beschlossen, herauszufinden, wem denn dieses Pferd gehoert.
Genauergesagt wollte ich das herausfinden, mein weltbester Mann gab zaehneknirschend seine Zustimmung, schon genau wissend, wie das enden wuerde.
Die Suche gestaltete sich dann gar nicht so schwierig , da der Besitzer ein paar Minuten spaeter angefahren kam, um dem Hengst seine Wassertroege aufzufuellen 😀

Wir betraten die Wiese, der Gute hielt sich etwas skeptisch in ein paar Metern Entfernung von uns, nachdem sein Besitzer aber auf typisch spanische Art beruhigend pfiff (das funktioniert uebrigens bei fast jedem Pferd, also wenn jemand ein spanisches Pferd zu beruhigen hat, sollte er einfach mal versuchen zu pfeifen . 🙂 ) , kam er sogar ein paar Schritte auf uns zu.
Der Besitzer erzaehlte, dass er den Hengst vor 3 Jahren gekauft hatte, als Deckhengst fuer seine Stuten.
Ich betrachtete ihn derweil aus der Naehe, er hatte ein bisschen Senkruecken, war aber auch gaenzlich unbemuskelt, die Beine gefielen mir ausnehmend gut, mit auffallend starken Roehren und Gelenken, und dann dieses beinahe schon unwirklich schoene Gesicht .
Die Hufe waren eine Katastrophe. Die hatten seit 2 Jahren nur weichen Wiesenboden, aber keinen Schmied gesehen. Dementsprechend sahen sie eher aus wie Entenflossen. Erstaunlich, wie ein Pferd mit so etwas ueberhaupt laufen kann.
Und dann liess dieser noble Pferdeherr mich fremde Frau mitten auf der Wiese frei ohne Halfter alle 4 Beine hochheben (mein Rayo waere in der gleichen Situation bei einem Fremden einfach wegmarschiert, todsicher…) . Schaute zwar etwas verwundert, oder vielleicht auch unsicher, aber stand bombenfest und liess mich machen.
Das war fuer mich eigentlich der Moment, in dem mir klar wurde: den will ich haben.

Der Besitzer erzaehlte weiter, da er nun umgestiegen sei von PRE auf Hispano-Araber und sich einen Araberhengst fuer seine PRE-Stuten zugelegt hatte, sei dieser nun quasi ausrangiert und stuende nun seit fast 2 Jahren hier auf der Wiese. Er kaeme immer nur alle paar Tage vorbei und fuelle das Wasser auf.
Wenn wir also wollten …
Wir wollten. Und wurden uns auch schnell einig.
Irgendwann zwischendrin erwaehnte er noch, dass das Pferd erstens eine sehr gute Abstammung habe, sehr weit ausgebildet sei , Piaffe sowie Einer-Galoppwechsel beherrsche – sprich, wir also gerade ein riesiges Schnaeppchen machten. Ersteres war ja leicht zu ueberpruefen, zweiteres glaubte ich ihm nicht so recht, behielt aber im Hinterkopf, dass er ja evtl. Lehrpferd fuer fortgeschrittene Reitgaeste werden koennte..In Anbetracht des Zustands des Pferdes verwarf ich auch den Gedanken an einen Proberitt und beliess es bei einem kurzen “Probesitzen” beim naechsten Besuch.
Was ich nicht verwarf, denn ganz so bekloppt bin ich dann doch nicht, nicht bei einem 16-jaehrigen Pferd, war ein Vetcheck, fuer die Beine sowie Herz/ Lunge.
der war voellig ok, also zog der Schimmel ein paar Wochen spaeter bei uns ein.

Das hiess fuer ihn, er zog von seiner Wiese in eine Box mit taeglich Auslauf auf dem Paddock, er musste also hin- und hergefuehrt werden. Dabei stellte sich schon gleich heraus: Ceceño ist eines der spanischen Pferde, die beim Oeffnen der Box erst einmal in die hinterste Ecke springen.
Und es bedeutete, dass er gewaschen und gebuerstet wurde, sowie dass 3 Tage spaeter der Schmied kam.
Bei all diesen kleinen Handlungen, dem Fuehren, dem Putzen, dem Duschen, und sogar dem Schmied, habe ich etwas beobachtet, das ich in dieser Form noch nie gesehen habe:
Es war, als fiele dem Hengst wie Schuppen von den Augen, sein Blick sagte, das kenne ich, das habe ich schonmal erlebt.
In den ersten 14 Tagen fingen seine Augen taeglich mehr an zu leuchten, mir kam es so vor, als wuerde er sich erinnern an eine Zeit, in der es ihm gutging. Es waren kleine Dinge, wie das Hufe auskratzen, oder das Kaemmen der Maehne, wo ich solche Blicke von ihm auffing, mit spielenden Ohren, ganz aufmerksam, und einem Leuchten in den Augen, mit etwas darin wie Begeisterung, oder Hoffnung, aber auch Skepsis. Sehr grosse Skepsis.

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