Auch Helden müssen sterben. Kevin, ein Leben, das mich sehr geprägt hat!!!

By Kevin | ... in Memoriam ...

Auch Helden müssen sterben. Kevin, ein Leben, das mich sehr geprägt hat!!!
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Heute Mittag um 11.50 Uhr hat Kevin mich für immer im realen Leben verlassen. Voller Dankbarkeit und Liebe und mit serh viel Trauer musste ich ihn gehen lassen. Er hatte ja seit 2010 die Menisken kaputt. Das erste mal war 2010 am linken Knie. 2013 kam dann das rechte Knie im Frühjahr und kurz hinterher das linke wieder von der Überbelastung. Und dann war noch mal im Frühjahr 2015 das rechte Knie dran. Und jetzt, Anfang Dezember, am ersten Wochenende, als ich unterwegs war, kam noch mal das rechte Knie. Bisher waren wir immer in der Klinik und nach einer Spritze mit Cortison und Hyaluron war dann recht zügig die Welt wieder in Ordnung. Bis auf dieses mal. O. K., beim letzten Mal brauchte er auch noch eine Flasche Hippopalazon, aber nach 14 Tagen war er wieder flott. Dieses mal hab ich mich auch darauf eingestellt, dass ich noch was nachschießen muss. Die ersten 2 Wochen war auch eine deutliche Besserung fest zu stellen. Aber leider war dann auch wieder Ende. An Heilig Abend war er wohl nachmittags schon nicht mehr so gut dabei. Am ersten Feiertag, ich war nicht am Stall, da wollte und konnte er wohl kaum aufstehen. Die waren schon drauf und dran, mich anzurufen. Da er dann nach zwei mal wieder um kippen doch auf die Füße kam, haben sie mal nicht alarmiert.

Gestern, am 2. Feiertag, hatte er dann auch keine richtige Idee, wie das aufstehen geht. Er konnte auch nicht. Deshalb hab ich dann den TA angerufen, damit der ihm noch mal eine Schmerzspritze gibt, in der Hoffnung, dass er dann hoch kommt. Davon allein klappte es aber nicht. Dann hat er mit dem Stromgerät ein paar mal drauf gedrückt und dann hat er es geschafft, hoch zu kommen. Als er auf war ging es als erstes ans Futter. DAS hat immer noch gut geklappt.

Heute morgen war dasselbe Bild wie gestern. Und nachdem ich mir gestern gesagt hatte, dass es entweder zügig besser wird oder das dann das Ende ist, war mir leider klar, was kommen musste. Wenn er lag, dann hat er flach gelegen. Und wenn man dann in seine Augen gesehen hat, dann konnte man darin lesen, dass er „leer“ war. Deshalb hab ich dann auch nicht mehr lange gefackelt und bei aller Trauer war ich ihm das schuldig.

Gestern Abend war ich schon völlig fertig, weil mir ganz innen schon klar war, dass es eigentlich keine Zeit mehr gab. Und heute Morgen, als er da lag, es ging mir wieder bis tief in die Seele. So was hat er nicht verdient. Er war immer ein Kämpfer und hat sich nie hängen lassen. Wenn er was gezeigt hat, dann war „Holland in Not“…

Als der TA kam haben wir ihn dann noch mal hoch „geschossen“. Ging etwas einfacher als gestern. Aber wenn ein Pferd nicht mehr allein aufstehen kann, das geht nicht. Dann durft er noch mal sein Frühstück zu sich nehmen und dann sind wir den kurzen Weg in die Longierhalle gegangen. Wenn er auf war, das mit dem gehen war nicht wirklich ein Problem. Die Longierhalle ist das „Sterbezimmer“ bei uns am Stall. Dann ging es rasend schnell, nach 5 Minuten war er tot. Die Stallbesitzer ware mit dabei und da war ich auch ganz froh drum.

Daran denken kann ich, aber darüber reden geht noch nicht. Da bricht sofort alles wieder zusammen.

Nachdem ich dann noch allein mit ihm in der Halle war, da ist so ein Film abgelaufen. Wer Winnetou Teil 3 kennt, der kann sich vielleicht daran erinnern, wie bei Old Shatterhand dann auch ein Film mit den Szenen des gemeinsamen Lebens abliefen. Und genau so ging es mir, vom kennen lernen 4-jährig auf Baltrum über die Jahre, wo er immer wieder hoch mußte zur Saison bis er mir dann endgültig gehört hat. Und jedes mal hat er mich immer wieder abgefragt, ob ich denn nicht noch mehr auf Lager habe oder ob das schon alle wär.

Ohne ihn wär ich nicht der geworden, der ich bin. Er hat aktiv mein Leben mit gestaltet. Und er hat das über die Dauer von 22 Jahren gemacht,mehr als ein Drittel meines Lebens. Ich hab ihn kennen und schätzen gelernt, da war ich gerade 38 Jahre. Es war die Hochzeitsreise mit meinem 1998 verstorbenen Lebensgefährten und er war, nachdem 2012 unser damals gemeinsamer Hund gestorben war, die letzte lebende Verbindung in diesen Teil meines Lebens.

Und danach ging es richtig los mit unserem Aufstieg. Er hatte 1 M- und 4 S-Platzierungen in Barockprüfungen. Dazu kamen sehr viele Auftritte bei allen mögichen Veranstaltungen und er fand das einfach super. Er hat auch nie „nein“ gesagt, er war immer für mich da. Nachdem er seit Frühjahr 2013 nicht mehr geritten wurde, konnte ich ein bischen zurück geben. Er war bei uns am Stall eine Institution, auch bei der „Turnierfraktion“.

Danke, dass du ein großes Stück des Weges mein Begleiter warst!!! Auch wenn der Schmerz geringer werden wird, du wirst bei mir bleiben. Der Schmerz wechselt zu mehr Dankbarkeit und ein liebevolles Gedenken.

Wenn es mir besser geht, werde ich noch mal Bilder aus unserer Zeit einstellen.

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