Allergietest sinnvoll?

By Wumba | Atemwegserkrankungen, Allergien

Bringt ein Allergietest (wegen Atemwegserkrankung) sinnvolle Ergenbnisse oder läuft es letztendlich doch lediglich auf eine Haltungsumstelleung (staubarm, Späne, Heulage) hinaus?

Ich stehe einem Allergietest und einer Desensibilisierung kritisch gegenüber. Alleine der Test soll schon ca. 200,- Eur kosten. Nach meinen letzten TA-Rechnungserfahrungen gehe ich sogar von ein bisschen mehr aus.
Was bringt es mir, zu wissen, auf was mein Pferd allergisch ist und ob es überhaupt allergisch ist, wenn ich die meisten Umweltfaktoren sowieso nicht ausschalten kann?

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Mich würde interessieren, ob es hier Erfahrungen gibt, bei denen sich der Test und ggf. eine Desensibilisierung tatsächlich gelohnt hat. Oder ist man nachher nur ärmer und eigentlich genau so schlau wie vorher. :denk:

Soweit mir bekannt, können sich Allergien auch ständig wandeln, der Test wäre dann eh nur eine Momentaufnahme. Ich bin gerade völlig überfragt, ob ich das machen lassen soll oder nicht. ?(

Ich tendiere zu „bringt nix“, TA ist da anderer Meinung. (Allerdings tappt man auch noch völlig um Dunkeln, was das Hüschi hat.) :wacko:

  • Gismor sagt:

    Also ein Allergietest auf Schimmelpilze ist laut meinem TA günstiger. So um die 50-70 Euronen meinte er. Ergebnis hat mich insofern weitergebracht, als das mein Pferd auf 2 von 5 getesteten Pilzarten allergisch reagiert. Das bedeutet, dass sie nur noch auf Späne stehen darf und nur noch Heulage und Heucops bekommen darf. Damit kann man als Pferdehalter leben… wenn Du sie Möglichkeit hast, eine staubarme Haltung auszuprobieren, also auf Späne zu stellen und mal nur Heulage zu füttern solltest Du auch schon eine Besserung bemerken, wenn es sich um die Schimmelpilze handelt.

    Wie das bei nem allgemeinen (also großem) Allergietest ausschaut, weiß ich nicht.

  • Andrea S. sagt:

    Wumba,
    ich bin gerade ein wenig angefasst, sorry! :wacko:

    Was bringt es mir, zu wissen, auf was mein Pferd allergisch ist und ob es überhaupt allergisch ist, wenn ich die meisten Umweltfaktoren sowieso nicht ausschalten kann?

    Selbst wenn Du einige Faktoren nicht ausschalten kannst, kannst Du durch die detaillierte Kenntnisse der Allergieauslöser doch eine Menge tun, um den Tier das Leben zuerleichtern!

    Bringt ein Allergietest (wegen Atemwegserkrankung) sinnvolle Ergenbnisse oder läuft es letztendlich doch lediglich auf eine Haltungsumstelleung (staubarm, Späne, Heulage) hinaus

    DAS kann dabei herauskommen! Und wenn genau DAS Deinem Pferd das leben erleichtert, dann bist Du es ihm schuldig, denn Du trägst die Verantwortung für die Haltung und damit unter Umständen für die Entstehung von Erkrankungen.

    Entschudlige bitte, für mich klingt das leider alles wie „was soll ich noch mein Geld dafür herauswerfen, wenn das Pferd eh schon krank ist und dann soll ich etwa auch noch die bequeme Haltung umstellen :irre: „. Sorry, aber genauso kommt das rüber!

    Aber um zum Punkt zurückzukommen, ein Allergietest bringt immer etwas, da man sich damit im Anschluss auseinandersetzen kann und dem Pferd das Leben u.U. erleichtern oder evtl. sogar komplett beschwerdefrei ermöglichen kann. Und dazu bedarf es nicht zwangsläufig einer Desensibilisierung!
    Eine Desensibilisierung ist nie von Dauer und muss nach einem mehr oder weniger langem Zeitraum in der Regel wiederholt werden!
    Und eine Desensibilisierung ist auch nur dann von Erfolg gekrönt – so sie wirkt – wenn man parallel dazu auch die Haltungsbedingungen an den Bedarf des Pferdes anpasst!

  • Sol sagt:

    Ein Allergietest ist doch wohl immer sinnvoll?? Besonders wenn du so im dukeln tapst, was dein Pferd haben könnte.

    Bei einem Pferd an unserem Stall hat man durch einen Test bestimmt lebengefährliche Kreuz-Allergien festgestellt. Wenn man dann mache auslösende Faktoren kennt und diese verringern oder ganz abschaffen kann ist das nur gut!!

  • Wumba sagt:

    DAS kann dabei herauskommen! Und wenn genau DAS Deinem Pferd das leben erleichtert, dann bist Du es ihm schuldig, denn Du trägst die Verantwortung für die Haltung und damit unter Umständen für die Entstehung von Erkrankungen.

    Entschudlige bitte, für mich klingt das leider alles wie „was soll ich noch mein Geld dafür herauswerfen, wenn das Pferd eh schon krank ist und dann soll ich etwa auch noch die bequeme Haltung umstellen :irre: „. Sorry, aber genauso kommt das rüber!

    Da hast Du wohl was falsch verstanden. :ja:
    Selbstverständlich werden die Haltungsbedingungen (die durchaus nicht schlecht sind) noch weiter optimiert, das steht völlig außer Frage und ist eben unabhängig von dem möglichen Test.

    Meine Frage ist:
    Was an „mehr“ kann mir ganz explizit ein Allergietest bringen? Bzw. was an mehr kann ich mit dem Ergebnis dann tatsächlich anfangen?
    Wenn ich danach weiß, es ist Schimmelpilz xy (nur mal als Beispiel), was kann ich dann mit dem Ergebnis tatsächlich anfangen (an mehr als der Haltungsumstellung/-anpassung und selbstverständlich weiteren tierärtzlichen Behandlung)?

    Genau das was Sol sagt „ein Allergietest ist immer sinnvoll“, das frage ich mich gerade.
    Und zwar frage ich mich das, weil ich schon völlig erfolglose Desensibilierungsversuche an Pferden von Freunden miterlebt habe. :no:
    Für mich klingt das in meinem Fall so, das TA mal nach und nach das Programm abspult, vor allem ohne eine konkrete Antwort auf meine Frage, wo ganz genau der Nutzen liegt. Wenn eine Allergie gegen Umweltallergene bei rauskommt z.B., was nutzt mir das Wissen, wenn die Haltung bereits optimiert ist? Was fange ich dann damit an? Darauf bekam ich die Antwort: Natürlich ist ein Allergietest nur eine Momentaufnahme und natürlich weiß man nicht, ob das Ergebnis tatsächlich Ursache für die Erkrankung ist, aber das könnte man dann eben mal als nächstes anfassen. Aha.
    Tja, ist das so? Spule ich jetzt alles ab, was man so machen kann, nur weil man es machen kann?

    Wird das jetzt klarer, was ich meine? ?( :red:

    Ich weiß, dass Allergietests inzwischen sehr gerne gemacht werden. Meine Frage ist, wird das gerne gemacht, weil man es einfach machen kann und auch bei Menschen vermehrt ein Thema und damit „nachvollziehbar“ ist. Oder wird es gemacht, weil man tatsächlich dauerhaft was mit dem Ergebnis anfangen kann?
    Ich weiß, dass ein anderer TA am Hof dem Test kritisch gegenübersteht. Und jetzt frage ich mich einfach, auf welche Seite ich mich da stellen soll. :nix:

    Wäre schön, wenn man da ohne Angriff gegen mich auskommen würde, denn natürlich geht es in erster Linie darum, was dem Pferd tatsächlich hilft. Deswegen frag ich ja hier nach. 🙂
    Das Pferd wird entsprechend betreut, vom TA behandelt, bekommt Medis, Bronchoskopie ist gemacht, also es wird sicher nicht „vernachlässigt“.
    Es geht darum, wie es jetzt weitergehen soll, TA scheint ein bisschen ratlos. Und das macht mich auch unsicher.
    Und natürlich geht es auch um Kosten, Sinn und Unsinn.
    Dann machen wir den Allergietest, dann die Blutgasanalyse, dann…
    … muss das eine Spirale sein, frage ich mich da einfach.

    Ich weiß doch, dass ich das Pferd enstsprechend angepasst belasten muss, was weiß ich nach der Blutgasanalyse mehr?
    Ich versuche das Tier noch weniger Staub usw. auszusetzen, was kann ich nach dem Allergietest mehr machen?

    Ich hab so ein bisschen den Verdacht, dass Haltungsanpassung, Umsicht und ggf. einem Antiallergikum (für nicht ausschaltbare Umweltfaktoren, von TA schon so vorgeschlagen) + TA-Kontrollen genaus so viel bringen wie das alles plus eben der 200,- Euro +X für einen Allergietest + „was man eben noch so machen kann“

    Ist das so völlig abwegig, sich kritisch diese Fragen zu stellen? :nix:

  • Pipilotta sagt:

    Eigentlich kenne ich mich mit dem Tema nicht aus ,aber ich kann mir vorstellen das man ,wenn man weiß wogegen ein Pferd Allergisch ist sinnvoller optimieren kann.

  • Binchen sagt:

    Hallo, ja ein Allergietest ist sogar sehr sinnvoll.

    Wir haben unseren Wallach testen lassen. neben den bereits vermuteten Allergien, kamen auch viel andere zu Tage. Auch welche die man Eindämmen kann. Es wird bei uns keine Birke und kein Hasel oder Ahirn gepflanzt. Ausserdem ist er Allergisch gegen Mücken, also hat er eine Decke mit Bauchlatz und Halsteil bekommen und daruch geht es ihm schon besser.

  • lindaglinda sagt:

    wenn man mich fragt (und ich hab dazu einiges gelesen und von TÄs gehört), kann man die allergie-sache vergessen. es ist völlig wurscht, WARUM ein pferd RAO bekommen hat – es ist da und es MUSS die haltung optimiert werden, wenn überhaupt eine therapie „erfolg“ haben soll.

    ob zuerst das huhn oder das ei da war, ist dabei völlig wumpe.

    Allergietest

    Die meisten tiermedizinischen Labors bieten inzwischen die Möglichkeit an, Allergietests auf der Basis von eingeschickten Blutproben durchzuführen. Der in der Humanmedizin häufig angewandte Hauttest ist generell auch beim Pferd möglich aber nicht praktikabel. Beide Untersuchungsmethoden bringen aber bei der RAO des Pferdes letztlich recht wenig, da die unspezifische Komponente der Erkrankung sehr groß ist und eine Desensibilisierung gegen ein spezifisches Allergen meist bei dieser Erkrankung nicht funktioniert.

    Kosten und Aufwand: mittel

    Nutzen: gering Quelle

  • Ritz sagt:

    Hallo Wumba,

    ich kann deine Überlegungen gut verstehen. Ich stehe aus den selben Gründen einem Allergietest auch nicht ganz unvoreingenommen gegenüber. Bin selber hochgradiger Allergiker (mir persönlich haben diverse Allergietest nicht viel gebracht) hatte auch ein COPD-Pferd. Der Allergietest kann ein Hinweis sein, auf was dein Pferd reagiert. Aber nur weil dein Pferd z.B. auf bestimmte Graspollen positiv ist, heißt es noch lang nicht, dass es darauf auch allergisch reagiert.

    Ich bin aus leidvoller Erfahrung mit meinem ersten Pferd einfach dazu übergegangen, die Haltung so optimal wie möglich allergiker-/huster-gemäß zu gestalten, und die Unwägbarkeiten, z.B. bei Futter, durch Versuch und Irrtum auszuschließen. Im Allergietest war mein Pferd z.B. auf Hafer positiv. Also von Hafer langsam auf Gerste umgestellt. Ergebnis: Pusteln am ganzen Körper (obwohl im Allergietest Gerste negativ war). Wieder auf Hafer umgestellt: alles war ok. Diese „Versuch- und Irrtumtherapie“ kann ich allerdings auch ohne Allergietest machen.

    Und die absolute Haltungsoptimierung ist sowieso unumgänglich, da die Staubbelastung an sich schon der Lunge Untergang ist. Ob noch dazu eine Allergie auf bestimmten „Staub“ (Schimmelpilze, Heu…) besteht, ist dann oft eh schon egal.

    Habe jetzt auch wieder ein Hustenpferd und versuche gerade Schlimmeres zu verhindern. Ein Allergietest ist für mich aber derzeit keine Option. Jetzt wird erstmal das Geld in eine weitere Bronchioskopie mit Lavage investiert, um ein vernünftiges Laborergebnis zu bekommen, damit wir die weitere Therapie bestimmen können.

    Lies mal die komplette Abhandlung über Husten in Lindaglinda´s Quelle (falls Du sie nicht schon kennst). Da steht so ziemlich alles drin, was man wissen muss …

  • Savannah72 sagt:

    Hallo Wumba.

    Es gibt auch eine Möglichkeit Allergien auszulöschen. Also, ich meine keine Desensibilisierung. Konnte selber gute Erfahrungen damit machen, bei Pferden und bei Menschen, meine Allergien sind alle weg und bezahlbar ist es auch. Wenn Du mehr darüber wissen möchtest, schicke mir eine PN. In einem Forum möchte ich mich nicht mehr dazu äußern.

    Liebe Grüße, Silke

  • Ragnarök sagt:

    Durch den Allergietest haben wir festgestellt, dass Lenny hochgradig allergisch auf Spitzwegerich reagiert. Der befindet sich in ganz vielen Kräutermischungen und auch im Hustensaft. Ist schon schlecht, wenn man versucht dem Pferd zu helfen und es noch schlimmer macht.

  • Jette sagt:

    Hallöchen,

    ich denke auch, dass es sehr sinnvoll sein kann einen Allergietest durchführen zu lassen. Unter Umständen ist es möglich dem Allergen aus dem Weg zu gehen (z.B.bei einer Allergie auf auf bestimmte Pollen).
    Die Stute einer Freundin war hochallergisch auf Birkenpollen. Als sie dann nur noch auf Koppeln weiter entfernt von Birken stand, verschwand der Husten komplett. 🙂
    Wenn das Ergebnis hingegen zeigt, dass es sich um Gräserpollen (oder Schimmelpilz…) handelt ist eine Umstellung der Haltung dringend notwendig.
    Ich denke um zu vermeiden, dass man zu viele oder auch zuwenige Maßnahmen ergreift, ist so ein Test sehr sinnvoll. Im Zweifelsfall spart man sich so ja auch viele Kosten, die bei der Haltung auf Spänen und mit Heulagefütterung anfallen.

    Viele Grüße Jette

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