ADHS beim Sohnemann – befürchtet und nun diagnostiziert !

By Melanie B. | menschliche Leiden

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So, hier nun mal ich mit meinem „Problem“ – eigentlich erhoffe ich mir positive Erfahrungsberichte… :seufz:

Lange war es bei mir ein Verdacht – wenn auch sehr begründet – aber keiner wollte es mir glauben.
„Wieso, das Kind ist doch ganz normal, vielleicht gerade etwas aufgedreht… ?!“
Ich habe immer gesagt, daß mein Sohn NICHT NUR „klein“ bzw. verspielt ist, sondern da mehr hintersteckt und ich abends „tot“ bin, weil er einem keine Sekunde Ruhe läßt. Naja, OK, mal eine halbe Stunde, in der er in seinem Zimmer alleine spielt, aber dann braucht er input und/oder Aufsicht !

Heute waren wir nach dem HAWIK-Test (auf Intelligenz und ADHS ausgerichtet bei ihm mit Erweiterungstests) beim Auswertungsgespräch.
Fazit: mit 6 Jahren an der Grenze zur Hochbegabung bzw. in Teilbereichen deutlich düber und eine sehr deutliche Diagnose auf ADHS.
Haupttherapie soll sein die medikamentöse Behandlung (so gering dosiert, wie nötig), weil er sonst noch weiter in das „soziale Abseits“ rutscht – in der Schule hat er schon arge Probleme und die Lehrerin muß ca. 30 % der Zeit für ihn aufbringen mit Ermahnungen etc.
Begleitend kommt dann eine Verhaltenstherapie hinzu und weiterhin (wie schon lange von mir durchgeführt) nachmittags Vollzeit-Betreuung mit Aufgaben, die seinen Kopf richtig fordern und ständigem Input, da er sonst in der Schule ganz unausstehlich ist.
Schulisch ist er bisher von den tatsächlich gezeigten Leistung eher mies, kann aber ganz deutlich sehr viel mehr, ist halt gelangweilt (anscheinend) und gleichzeitig durch das ADHS ständig mit anderen Sachen beschäftigt.

Hat irgendjemand positive Erfahrung mit einer von einem wirklich verantwortungsvollen und sehr guten Arzt durchgeführte medikamentösen Therapie gemacht diesbezüglich ?
Gebt mir Hoffnung !!!

Grüße von einer müden Melanie

  • Avatar Rosewhisper sagt:

    Ach Melanie… :hug:

    Ich kann nicht direkt etwas zu Deiner Frage schreiben, habe aber erst letztens in einer Reportage gehört, dass ADHS besonders bei Jungs in den letzten Jahren häufig vorkommt und sich meist in ein paar Jahren von alleine „verwächst“. Außerdem soll es wie schon von Dir erwähnt Medikamentös oft sehr gut einstellbar sein. Kopf hoch! :friend:

  • Watson Watson sagt:

    Mein Bruder leidet an ADHS, mittlerweile ist er 17 Jahre und kommt gut damit klar. Muss halt seine Medikamente nehmen, aber das ist mittlerweile Routine.

    Bei ihm wars ganz schlimm. Morgens gings noch, aber je später der Tag um so schlimmer. Meine Mama war sogar beim Seelendoc, weil sie der Meinung war nicht in der Lage zu sein, ein Kind zu erziehen (versteh ich nicht, bei mir hats geklappt :nix: ). Bis ein vertrettender Kinderarzt sofort sagte, ADHS! Erst bekam er Ritalin, aber nach einiger Zeit was anderes. Ds hat total viel ausgemacht. Er ist in der Schule besser geworden, im Fußballverein wurde er geehrt als „Spieler mit überdurchschnittlichen sozialen Leistunge“ (oder so ähnlich). Der einzige Nachteil, er hat erst ziemlich abgenommen und dann total die Fressattaken bekommen. Da muss er jetzt total aufpassen. Aber von ADHS merkt man nichts mehr.
    Was hatten wir unsere Probleme, ich hatte permanent blaue Flecke von ihm, da er seine Kraft nicht einschätzen konnte und total überdreht war. Sogar gebrochene Rippen hat ich von ihm. Und der war da erst 4!!!

    Man lernt damit umzugehen und zu leben. Man gewöhnt sich daran. Ist nur ne Umstellung, dann gehts ganz normal weiter.

  • Watson Watson sagt:

    ADHS besonders bei Jungs in den letzten Jahren häufig vorkommt und sich meist in ein paar Jahren von alleine „verwächst“.

    Richtig. Es kann sein, dass sich das mit der Pupertäääät legt.

  • Avatar Strick sagt:

    Zum Glück habe ich „nur“ ADS ich nehme Bewusst keine Medis mehr. Ich habe mich damit irgendwie sehr ferngesteuert gefühlt. Ich war nicht mehr ich selber. Ob es anders ist, wenn man als Kind bereits eingestellt wird?
    Bei mir ist das ADS erst als Erwachsene diagnostiziert worden. Das hat mir und meiner Familie die Kindheit zur Hölle gemacht.
    Ich würde sagen, das wichtigste ist, das du deinem Sohn erklären kannst warum er „anders“ ist. Das man sich selber nicht verstehen kann, ist schon schwer genug. Das man bei seiner Umwelt mit seinem Verhalten ständig aneckt macht es nicht einfacher :no:
    Es ist darum wichtig, das er weiß was mit ihm los ist, ohne das er das Gefühl bekommt, er könne sich auf der Krankheit „ausruhen“ bzw. alles auf selbige schieben.
    Zu der Medikation kann ich dir leider nichts sagen. Vermutlich ist die Medikation bei ADHS ohne hin anders als bei ADS.
    Ich drücke dir die Daumen, das die erhoffte Veränderung für alle Seiten positiv ausfällt. :ja:

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Tja, das er „anders“ ist in vielerlei Hinsicht, weiß er ja. Ich rede mit ihm eigentlich auch immer Klartext, etwas auf sein Alter gemünzt halt.
    Durch meine bisher eher strenge Erziehung („Rabenmutter“, die dem Kind nichts gönnt – aus Sicht der SchwieMu… 😉 ) hält sich die Auffälligkeit halt im Großen und Ganzen sehr in Grenzen – nur in der Schule und in der Wirkung auf mich (und das Familienleben) ist der Umgang fatal.
    Ich habe nun eine 9jährige Remonte im Offenstall – Weil ich einfach mit dem Kind dermaßen ausgelastet war/bin, was aber keiner glauben oder verstehen wollte. Naja, besser eine 9jährige Remonte als ein 9jähriges Pferd, das „platt“ ist durch zu viel und zu frühe Arbeit – Oprimismus herrscht halt bei mir vor… 😀

    Die Medis sollen ja geringstmöglich dosiert werden – zumal unser Sohnemann in den letzten 2 Wochen schon gute Tendenzen in der Schule zeigt.

    Und: endlich müssen die „Klatschtanten“ hier im Dorf dann mal einsehen, daß ich nicht nur unfähig bin in der Beurteilung und im Umgang mit unserem Sohn – meine Schwiegermutter eingeschlossen !
    Jannik hat nämlich ein entscheidendes „Problem“: er sieht bis ins Detail aus wie der Papa als Kind, ist aber vom Interieur her genau das Gegenteil – und DAS kann SchwieMu nicht sehen oder will es nicht.

    Drückt mir mal die Daumen, daß ich dann in Zukunft mal Zeit und vor allem Ruhe für die Pferde habe – denn so angespannt wie momentan brauche ich mit meinem „Kleinen“ gar nicht anfangen, etwas zu tun – das ginge bei/mit ihm nach hinten los, alles schon erlebt !

    Und DANKE schon mal für die positiven Berichte ! :thumbsup:

  • Avatar Furstenberg sagt:

    Ich habe als angehende Förderlehrerin immer wieder mit Kindern mit ADHS zu tun. Meine Erfahrung ist, dass viele Grundschullehrer mit diesen Kindern überfordert sind und ihnen oft nichts anderes einfällt, als ein AOS-F einzuleiten. Ich hoffe, dein Sohn ist bei einer kompetenten Lehrperson gelandet, die an die Kompetenz deines Sohnes glaubt! Sehr wichtig für ADHS Kinder sind klare Strukturen, die helfen sich im sonstigen Wirrwarr zu orientieren und dass dem Kind Möglichkeiten aufgezeigt werden, sich selbst zu helfen. Das gilt für Schule und Zuhause.

    Ritalin kann für viele Kinder ein Wegbereiter sein, wieder an Orietierung uns Selbstwertgefühl zu gewinnen, indem sie merken, was sie imstande sind zu leisten. Lass dich nicht von den Horrorberichten einschüchtern. Niemand will ein zugedröhntes Kind und die Dosis wird normalerweise stets so gering gehalten wie nötig!

    Kinder mit ADHS suchen sich oft sehr starke Reize, um „sich zu spüren“, zu wissen „wo sie sind“. Das äußert sich dann in dem für uns oft umverständlichen „Bewegungssituationen“. Du kannst durch gezeilte Angebote wie Psychomotorik oder auch HPV helfen, deinem Sohn Reize zu bieten, die ihn sich selbst wahrzunehemn helfen!

    Ich habe allem Respekt vor dir – vor den Eltern, die den Alltag mit ihren Zappelkindern meistern. Ich weiß, wie viel Energie diese Kinder nehmen und muss ehrlich sagen, dass ich auch maches Mal froh bin, wenn sie den Heimweg antreten. Auch wenn sie allesamt etwas ganz besonderes an sich haben, dass in machen „magischen Momenten“ alles vergesen lässt. Ich wünsche dir viel Kraft, hoffe auf fähige Lehrer und Ärzte und vergiss bei aller Sorge um deinen Sohnemann nicht, dass du dir Zeit für dich nimmst!

  • Avatar knabbi sagt:

    Also mein Sohn hat auch ADHS…wir haben eine lange Odyssee hinter uns mit sehr vielen Tiefs.
    nachdem wir die homeopathischen Möglichkeiten ausgeschöpft haben und auch Ergo etc. sind wir jetzt bei Concerta angelangt. Er spricht darauf sehr gut an und es ist alles jetzt sehr viel angenehmer und besser geworden. Nicht immer und alles! Aber nix ist perfekt.
    Was Hochbegabung betrifft,da kenn ich mich nicht aus…da ist es sicherlich perfekt,wenn er die Möglichkeit hat,seine Intelligenz in gleichgesinnten Gruppen auszuleben,wie Schach-AG,Lesezirkel, etc….wichtig ist auch,daß er lernt im Team zu arbeiten und spielen,sprich Teamsportarten!!!
    Ich wünsche dir viel Kraft,Geduld und innere Ruhe!!!

  • Avatar Strick sagt:

    Ich kenne das. Diese Krankheit ist nach wie vor für viele Menschen nicht greifbar. Den Eltern versagen vorzuwerfen und die Kinder als misslungene kleine Monster abzustempeln ist da einfacher, als sich damit auseinander zu setzen das das Kind tatsächlich Krank ist.
    Ich kann mich heute sehr gut artikulieren und erklären, was ich fühle und was mit mir los ist. Trotzdem fällt es meinem Umfeld schwer zu akzeptieren, das ich nicht immer so kann, wie ich selber gerne möchte.
    Ich wünsch euch viel Kraft :ja:

  • GidranX GidranX sagt:

    Hallo Melanie,

    woher kommst Du denn? Mein Sohn – jetzt 19 – ist auch ADS´ler und ich habe eine ganze Odysee hinter uns gebracht…von Kleinkind an war ich auf der Suche nach DEM, was meinen Sohn so anders machte…Ich habe übrigens noch einen Sohn, 1Jahr älter, und kein ADS´ler.
    Mit der Diagnose ist immer etwas schwierig, weil eben sehr aufwändig – der Hawik ist da wohl nicht der geeignetste und sollte, soweit ich weiss auch nicht nur allein durchgeführt werden – um ADS zu diagnostizieren, gehören noch andere Komponenten dazu. Ich müsste in meinem Gutachten mal nachschauen, welche Tests durchgeführt wurden. Gaanz wichtig ist auch die allgemeine Entwicklung Deines Sohnes…von Baby an.

    Zu den Medikamenten habe ich so meine eigene Meinung. Mein Sohn hat allerdings erst mit 16 mit der Medikation begonnen – ich würde es wohl aus meiner Erfahrung heraus nicht mehr machen. Jason ist ebenfalls überdurchschnittlich begabt, in Teilbereichen ebenfalls hochbegabt – aber nutzt ja alles nix, wenn das Potential nicht ausgeschöpt werden kann – und das kann es bei ADS´lern niemals, wenn sie in einem herkömmlichen Klassenverband, mit i. d. Regel recht überforderten Lehrern und 29 anderen Kindern bleiben. Und hier ist meiner Meinung nach der Hund begraben.

    In unserer Gesellschaft scheint es einfacher zu sein, Medikamente zu geben um das Kind passend zu machen, statt umgekehrt.

    Als ich meinem Sohn die erste Tablette gegeben habe, war ich total geschockt…er wirkte wie unter Drogen…ich hatte und habe heute noch grosse Angst davor, dass man mal in 20Jahren sagt – oh Gott, was haben wir damit unseren Kindern angetan..Aber der Druck, das er in der Schule versagen könnte mit all den Konsequenzen für das weitere Leben war einfach zu groß. Er war kein schlechter Schüler, Durchschnitt mit ein paar Ausreissern nach oben wie auch unten…aber in der 8. Klasse hatte der Direktor der Realschule mir schon mitgeteilt, dass mein Sohn dort keinen Schulabschluss bekommen würde, er würde seiner Meinung nach mit ADS auf eine Sonderschule gehören! Ich hatte leider den Fehler gemacht, die Schule zu infomieren. – er war halt eine Nervensäge und natürlich hatten sich die Lehrer auch festgebissen…Dazu muss ich sagen, dass er weder agressiv noch gewalttätig war. Er müsste noch das erste Mal jemanden verletzten oder etwas zerstören!! Aber er ist und bleibt eben ungeschickt – was wohl auch mit seiner visuellen Wahrnehmungsstörung zusammenhängt – und dann braucht es eben sehr wohlwollende Lehrer, die ihm nicht jedesmal Absicht unterstellen..

    Naja, als der Direktor das halt so ankündigte bin ich sehr aktiv geworden auf der Suche nach einer anderen Schule. Aber es war keine Realschule oder Gesamtschule bereit, ihn aufzunehmen, mir wurde gesagt, Problemfälle hätte man selber genug, da wolle man sich nicht von außen noch welche ranziehen – es wäre lediglich eine Hauptschule in Frage gekommen – und da muss ich sagen, sträubte sich mir das Fell..Also habe ich begonnen mich schlau zu machen, habe nächtelang das Sozialgesetzbuch gewälzt. Jedes Kind hat das Recht gemäß seinen Fähigkeiten beschult zu werden!! Mein Sohn hatte also das gesetzlich verankerte Recht sogar ein Gymnasium zu besuchen! Also habe ich die Stadt aufgefordert, meinem Kind eine entsprechende SChule anzubieten. Konnten Sie damals nicht, da uns ja nachweislich niemand haben wollte! Also durfte ich selber suchen, und bin in Bonn, Bad Godesberg fündig geworden. Dort ist die HEBO Privatschule, die sich auf ADS´ler spezialisiert hat. Sie war damals in NRW die einzige dieser Art. Eigentlich eine normale Privatschule für die ganzen, damals noch dort wohnhaften Diplomatenkinder, die aber ein gewisses Kontingent den ADS´ler zur Verfügung stellt. Die Lehrer sind genau darauf spezialisert, Herr Biegert Fachmann auf diesem Gebiet (google mal) und einfach nur ein toller Mensch.
    Ich habe dann in Rekordzeit (hatte mir der Amtsleiter persönlich mitgeteilt.. 😀 ) durchgebracht, dass mein Sohn dort untergebracht wurde!! Und zwar so gut wie vom Jugendamt bezahlt!!! Denn wie gesagt, mein Sohn hat Rechte und der Staat entsprechende Pflichten..Ich hatte ein Gutachten erstellen lassen, in dem er ebenfalls (und das ist wichtig) dem §35a zugeordnet wurde! Das bedeutet, dass entweder eine seelische Behinderung vorhanden ist oder aber eine entstehen KÖNNTE, wenn das mit dem Kind so weiter geht und nicht eingegriffen wird! Das hat aber wiederum mit ADS nichts zu tun. War aber für sich genommen das Auschlaggebende, das die SChule übernommen wurde. Ausserdem MUSS das Jugendamt auf den Wunsch der Eltern eingehen! Sie dürfen nicht einfach vorschreiben, wie verfahren wird.

    Es war das beste, was meinem Sohn passieren konnte. Nach ein paar Wochen bekam er den Sozialpreis der Schule verliehen!! Das hätte ich gerne dem Direktor seiner alten Schule unter die Nase gerieben. Klassengrößen von 10-14 Kindern, nur wenige ADS´ler in der Klasse, ausgebildete Lehrer, wie sich die Lehrer einbringen ist schier unfassbar!! Ich bedaure oft, dass ich meinen beiden anderen Kindern das nicht bieten kann – ist einfach nicht zu bezahlen wenn man nur normal Geld verdient.
    Im April letzten Jahres haben wir dann 1/2 Jahr vor der Abschlussprüfung beschlossen, dass er keine Medikamente mehr nimmt! Er wollte nicht mehr und vertrug sie auch nicht besonders gut. Und er hat es auch super ohne geschafft – es sah zwar zu Beginn so aus, als würde es auf schief angehen, hat aber einen Durchschnitt von 2,8 geschafft!! Ich bedauere, dass wir die Medikamente nicht eher abgesetzt haben. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass allein die tolle Betreuung und das Coaching an dieser Schule sich das auf die Fahne schreiben darf!

    Ich muss sagen, ich habe (als ich es noch nicht besser wusste) geglaubt, wenn ein Kind auf eine Privatschule geht, hat es sich mit den Gebühren den Schulabschluss fast schon erkauft, vor allem wenn man sich mal die Versagerquoten dieser Schulen so anschaut. Das ist aber mitnichten so, denn die Prüfungen müssen alle extern, an anderen städtischen Schulen gemacht werden, vor einer Prüfungskommission ausgewählt vom Regierungspräsidenten. Dieser Prüfungsmarathon geht über mehrere Tage, schriftlich wie mündlich. Also auf keinen Fall ist so ein Abschluss erkauft!

    Diesen Sommer beginnt mein Sohn seine Ausbildung – wir schwimmen endlich, nach vielen Jahren, im ruhigeren Fahrwasser, soweit man das bei Kindern überhaupt sagen kann. Im übrigen, hat sich das hyperaktive in der Pupertät begonnen auszuschleichen!! Es ist kaum noch bemerkbar, natürlich wird er nie zu den Menschen gehören, denen man im gehen die Schuhe besohlen kann, er wird es selten schaffen bei Tisch nicht irgendwas umzustürzen oder nicht zu schlabbern, ich weiss das ich spasseshalber immer gesagt habe, dass er mit 18 noch ein Lätzchen brauchen wird – jetzt ist er 19 und bräuchte manchmal wohl tatsächlich noch eins.. 😀 und wenn sich jemand blaue Flecken holt, weil der Türrahmen niemals breit genug ist – dann ER!
    Was solls..Er ist kein Schläger, Trinker, Versager oder sonstwas,sieht gut aus, hat Manieren, einen guten Schulabschluss und beginnt seine Ausbildung – das Leben kann auch für einen ADS´ler noch was hergeben!! Wenn die Eltern sich stark machen,stark bleiben und immer hinter ihrem Kind stehen.

    Mach Dir nicht allzu große Sorgen, sei für ihn da und lass Ungerechtigkeiten nicht zu! Informiere Dich. Du hast eben ein besonderes Kind und zwar nicht nur im schlechten!
    Halt die Ohren steif. Bin ich etwa abgeschweift? :red:

  • Avatar Windspiel sagt:

    Sorry, ich habe zu dem Thema leider nicht viel zu sagen, ausser dass eine meiner Schwestern eine Tochter hat, die an ADS leidet. Deswegen habe ich hier gelesen.

    Schreiben möcchte ich nun aus folgendem Grund:

    Gidran, Du hast mich gerade schwer beeindruckt!! Wie Du Dich für Deinen Sohn hingegeben hast, gekämpft hast, offensichtlich an ihn geglaubt hast und ihm so ein tolles Leben ermöglich hast, meinen allergrößten :resp: dafür!

    Und den gebe ich nur seeeeeehr selten her… 😉

  • missredcat missredcat sagt:

    Toll geschrieben Gidran :thumbsup:!
    Ich kenne mich zwar mit ADHS nicht aus, finde es aber toll
    wieviel Liebe zu Deinem Kind man aus Deinen Zeilen herauslesen kann :love: .

    Hut ab vor allen Eltern, die so hinter ihren Kindern stehen!

    LG Babsy

  • GidranX GidranX sagt:

    Vielen Dank für Deinen Respekt – aber ich empfinde das garnicht als sowas besonderes..Ich kann einfach nicht anders und habe die gottgegebenen Möglichkeiten dazu, meinen Verstand einzuschalten, dafür kann ich nichts. Mir tut es bei vielen Kindern einfach Leid, dass die Eltern einfach nicht KÖNNEN! Sie wissen nicht wie sie sich und ihrem Kind helfen können – können die Möglichkeiten nicht ausschöpfen. Haben kein Internet (DAS hat mir sehr geholfen!), nehmen den Quatsch, den Behörden so gerne von sich geben, als Tatsache hin! Trauen sich nicht, aus Unwissenheit. Kommen garnicht auf die Idee, sich mit der Rechtsabteilung irgendwelcher Bezirksregierungen in Verbindung zu setzen und nehmen vieles einfach hin! Hätte ich das alles nicht getan – stünde mein Sohn heute ohne Schulabschluss, ohne irgendwelche Aussichten mit der Bierdose wahrcheinlich an irgendeiner Bushaltestelle. Ich war die ERSTE, die an dieser Schule Widerspruch gegen einen Lehrerkonferenzbeschluss eingelegt hat…Nachdem ich mir (kostenlosen) Rückenwind bei der Bezirksregierung geholt hatte!
    Das schlimme ist ja immer die zeitliche Verschleppung. Die Behörden und Ämter arbeiten – und das mit Methode – sehr langsam. Viele Ansprüche ergeben sich dann garnicht mehr, weil das Kind aus der Schulpflicht herausgewachsen ist. Es ist kaum zu glauben, aber wenige wissen, dass man denen durch Fristen Dampf unterm Hintern machen kann und soll! Bei uns lief auch die Uhr! Und ich bin nicht besonders gebildet – habe kein Studium, sondern auch nur Realschulabschluss samt Verkäuferinausbildung. Es ist also auch für „Normalos“ nicht unmöglich den Kampf aufzunehmen!! Unsere Kinder sind es IMMER wert.

  • Avatar carnacat sagt:

    In unserer Gesellschaft scheint es einfacher zu sein, Medikamente zu geben um das Kind passend zu machen, statt umgekehrt.

    🙁 🙁 🙁 das Gefühl hab ich auch.

    Ansonsten sind mir bei deinem Beitrag doch eben echt die Tränchen hochgekommen!
    Klasse was du bewegt hast!
    Ehrlich. Ich bin tief beeindruckt!

  • Avatar carnacat sagt:

    Unsere Kinder sind es IMMER wert.

    Das gehört ausgedruckt und als Aufkleber verbreitet. An jedes Auto an jedes Fenster und überhaupt überall hin!

  • Avatar Ilustre sagt:

    Dann kann ich leider noch mal in die negativ Kiste greifen ;(
    Mein Sohn ist jetzt 16 geworden. Er war bereits als Baby verhaltensauffällig und niemand hat sagen können, was da los ist..
    Ich möchte keine ellenlangen Romane schreiben. Wir haben alles durch ..Erziehungsberatung (HAWIK Test 130..), andere Tests miserabel..
    ambulante Betreuung, stationäre Betreuung (Medikamenteneinstellung), Sonderschule für Erziehungshilfe (da hat er dann das gelernt, was er vorher noch nicht gemacht hat..), Sonderpädagogische Einrichtung ( 2 Jahre), zurück nach Hause private Realschule (Oskar Kämmer Schule „lebenlernen“- super Schulkonzept- nach einem Jahr war er dort nicht mehr tragbar), örtliche Realschule (miserables Sozialverhalten, keine Hausaufgaben etc.), Wechsel zur Hauptschule (mieserables Sozialverhalten, keine Hausaufgaben.. schlechte Peergroup- rauchen, kiffen etc.), Schulverweis und Versetzung an eine andere Hauptschule. Dort geht er seit Anfang Januar hin.. nächste Woche dürfen wir zur Schule.. miserables Sozialverhalten, macht keine Aufgaben etc. ;(
    Wir haben im Laufe der Jahre alles mitgemacht was und nahegelegt wurde.. Elterntraining, ich bin zuhause geblieben etc.. So richtig geholfen hat nichts. Er nimmt seit fast einem Jahr keine Medies mehr weil sie ihm nicht wirklich etwas gebracht haben. Die Hyperaktivität hat sich durch die Pubertät gelegt aber das Chaos im Kopf ist leider geblieben. Unser Sohn hat 1000 PS im Kopf aber kann sie leider nicht „auf die Straße“ bringen..
    Trotz guter Auffassungsgabe und Intelligenz ist seine Bildung ausgesprochen mäßig.
    Ich weiß nicht wie es weitergeht. Ein 16 jähriger grenzt sich schon recht deutlich von den Eltern ab und unser Einfluss ist fast null. Ich habe angst, das er „vor die Hunde“ geht, weiß aber auch nicht, was wir noch machen sollen.
    Gott sei Dank habe ich mittlerweile verstanden, das ich keine „Rabenmutter“ oder unfähig ein Kind zu erziehen bin aber trotzdem frage ich mich immer wieder ob es hätte anders laufen können/ sollen.
    Ich wünsche mir oft, das ich mit dem Wissen was ich heute habe noch einmal von vorn anfangen dürfte.
    Ich wünsche deinem Sohn und euch gutes Durchhaltevermögen und viel Verständnis aus dem Umfeld…
    Grüßle
    Ina

  • Avatar Chaplin sagt:

    Man, wieviele Kinder doch so auffällig sind… :huh: Hut ab, vor den Eltern. Können solche Verhaltensauffälligkeiten nicht z.B. auch von Lebensmittelallergien /-unverträglichkeiten herrühren? … ich glaub, ich hab da mal so’n Bericht im Fernsehen gesehen…

  • Avatar träumel sagt:

    Ich habe vor kurzem einen Bericht gesehen, der war ganz gut.. schau mal hier.. glaube da gibts auch podcasts dazu und eine Info-Broschüre !! Wegen der Medikamentation…. schau dir wenn möglich den Bericht an.. glaube war der mit „was ist los mit dem Zappelphilipp“ http://www.wdr.de/tv/quarks/suche.jsp Grüße von einer Mutter, wo die Lehrerin,meinte unser Sohn (der jüngere) sei ein ADHS Kind.. lg träumel edit sehe grade das klappt so nicht.. gib bei SUche ADHS ein… da kommt eine Menge !!

  • Avatar knabbi sagt:

    Hallo Gidran,
    ich muß gestehen,daß ich deinen Beitrag mit geteilten Gefühlen gelesen habe. Einerseits finde ich es richtig toll,wie sehr du dich für dein Kind eingesetzt hast und was du alles bewegt hast,vorallem die Behördenkämpfe.
    ABER
    nicht immer ist eine Privatschule das Allheilmittel und bewahrt vor Medikamenten.
    Und man sollte beachten,daß es ADS gibt und auch ADHS,was einen deutlichen Unterschied ausmacht….
    Und nicht jeder hat eine privatschule in erreichbarer Nähe.
    Wir waren bei der neurophysiologischen Entwicklungsstörung,die durch gezielte Übungen Motorik und vieles anderes verbessern kann. Es war privat und kostete viel Geld. Es machte aber etliches nur noch schlimmer,sodaß wir abbrechen mußten. Wir waren wegen dem KIT-Syndrom bei einem Einrenker. Mit mäßigem Erfolg.Wir waren jahrelang zur Ergo. Bis auch die uns sagte,daß es ohne Medikation nicht weiterginge. Wir haben ihn eine Klasse zurückstufen lassen mit viel Mühe und Not.Das brachte uns ein wenig Entspannung kurzfristig. doch letztlich half uns nur die Medikation,leider! Auch jetzt ist nicht alles Friede,Freude,Eierkuchen. Das wird auch immer so bleiben vermutlich. Inbesondere morgens und abends…ABER ohne ginge leider gar nicht mehr.
    Auch ich habe aber Angst,daß es später Folgeschäden geben könnte!
    Auch ich habe Angst,daß ich vieles falsch mache und mich zu wenig bemühe!
    Und auch ich hoffe,daß es eines Tages ohne Medikamten geht und er seinen Weg macht.
    In der Schule jedenfalls klappt es jetzt recht gut,sowohl mit Lehrern als auch Schülern.
    Ich habe in der Schule auch von seiner ADHS berichtet,hab aber gute Erfahrungen mit den Lehrern gemacht.
    wobei wir halt in der Grundschule noch sind…der Ernst des Lebens beginnt erst im Sommer so richtig für ihn!
    Und meine Ängste werden immer da sein vermutlich!

  • Avatar SCHORSCH sagt:

    da habt Ihr mich mal wieder direkt erwischt: erst gestern hatten wir ein langes Gespräch bz. ADHS bei unserem Sohn. Da haben wir auch den Verdacht. Deshalb:

    DANKE für die aufbauenden Postings hier! :friend: Gidran mich hast Du auch beeindruckt :resp: (jetzt kann ich auch mal den Respektsmiliy benutzen!!)

    Weiß jemand was über die Vererblichkeit ? Die Patentante meiner Frau hats nämlich auch, sie behauptet, ihre Mutter (Klemens Urgroßmutter) hätte das auch gehabt….

    Gruß von einem nachdenklichen

    SCHORSCH

  • Avatar knabbi sagt:

    Man, wieviele Kinder doch so auffällig sind… :huh: Hut ab, vor den Eltern. Können solche Verhaltensauffälligkeiten nicht z.B. auch von Lebensmittelallergien /-unverträglichkeiten herrühren? … ich glaub, ich hab da mal so’n Bericht im Fernsehen gesehen…

    Ja,das haben wir auch probiert…Ergebnis war leider auch nicht mit Erfolg gekrönt…im Gegenteil,ihm fehlte Energie und er naschte heimlich… :rolleyes:

  • GidranX GidranX sagt:

    @ Illustre
    Ich habe die Zahlen nicht mehr im Kopf, aber wenn ich mich recht erinnere ist ab einem nachweisbaren durchschnittlichen IQ von 1(18?) Gymnasium angesagt! Und das per Gesetz!! Bei dem Lebenslauf Deines Jungen ist kann ich mir schwer vorstellen,dass da keine seelische Behinderung droht, wenn das so weiter geht. Bei bestehender oder drohender seelischer Behinderung besteht ein Rechtsanspruch auf die Gewährung von sogenannten Eingliederungshilfen. Der Fokus liegt heutzutage nicht mehr auf der Behinderung, sondern auf dem Status der individuellen Abweichung von dem für das Lebnensalter typischen Zustand. Dieser Zustand muss länger als 6 Monate währen.
    Die gesetzliche Grundlage ergibt sich aus dem Kinder – und Jugendhilfegesetzt (KJHG) §35a SGB VIII. Anspruchsinhaber sind die Kinder selbst. die Form der Hilfe richtet sich nach dem Bedarf des Einzelnen und kann in ambulanter Form, in Tageseinrichtungen für Kinder oder teilstationären Einrichtungen, durch geeignete Pflegepersonen und in Einrichtungen über Tag und Nacht sowie sonstige Wohnformen (zb. Gastfamilien).
    Nach §41 KJHG haben auch junge Volljährige Anspruch auf Hilfe und Nachbetreuung, meist bis zur Beendigung des 21. Lebensjahres.

    Mit 16 ist es zwar schwieriger – aber nicht unmöglich – die Weichen zu stellen! Natürlich ist es auch immer schwer zu Entscheiden, was gehört jetzt tatsächlich zu ADS und er kann einfach nichts dafür und was ist einfach nur ätzend pubertäres Verhalten. – Ich meine die sind ja nicht blöd – unsere Kleinen – das wissen wir ja. BITTE, BITTE – nicht aufgeben!

  • Avatar Ilustre sagt:

    @ Gidran
    schicke dir heute abend noch ne PN zu dem Thema.. muß jetzt erst mal Pferde und hinterher Familie füttern gehen..
    Grüßle
    Ina

  • Avatar Strick sagt:

    aber nutzt ja alles nix, wenn das Potential nicht ausgeschöpt werden kann – und das kann es bei ADS´lern niemals, wenn sie in einem herkömmlichen Klassenverband, mit i. d. Regel recht überforderten Lehrern und 29 anderen Kindern bleiben. Und hier ist meiner Meinung nach der Hund begraben.

    In unserer Gesellschaft scheint es einfacher zu sein, Medikamente zu geben um das Kind passend zu machen, statt umgekehrt.

    Gidran :resp: Ich hätte mir so eine Mutter gewünscht. Die wenigstens einmal hinterfragt hätte, anstatt sich von ihrem Umfeld auch noch bequatschen zu lassen, das ich eben nicht erziehbar bin. Schorsch ich glaube das es noch keine abschließende Studie gibt, die belegt, das ADHS erblich ist. Mein Arzt jedenfalls geht stark davon aus :nix: Guck mal hier http://www.qids-adhs.de/de/QIDS/home/ADHS-Wissen/fragen_und_Antworten/allgemeine_Fragen/index.php

  • Avatar knabbi sagt:

    Ilustre:
    Es muß wirklich schlimm für euch sein.Insbesondere diese Hilflosigkeit,wenn man alles versucht hat und doch nciht vorwärts kommt.
    In dem Fall finde ich auch,daß Gidrans Tips wahrlich die letzte Lösung sein können.

  • Avatar Saro sagt:

    Weiß jemand was über die Vererblichkeit ? Die Patentante meiner Frau hats nämlich auch, sie behauptet, ihre Mutter (Klemens Urgroßmutter) hätte das auch gehabt….

    Zwillingsstudien weisen darauf hin. 92 % der Homozygoten Zwillinge und 33% der Dizygoten Zwillige zeigen eine Uebereinstimmung.

    In Fall- und Familienbasierten Studen fand man Hinweise darauf, dass es verschiedene Gene gibt die einer Rolle spielen
    (z.B. Dopamin D2, D4 und D5 Rezeptor gen, Serotonin Transportgene, Serotonin 1B zerpetorgen….)

  • GidranX GidranX sagt:

    Hallo Gidran,
    ich muß gestehen,daß ich deinen Beitrag mit geteilten Gefühlen gelesen habe. Einerseits finde ich es richtig toll,wie sehr du dich für dein Kind eingesetzt hast und was du alles bewegt hast,vorallem die Behördenkämpfe.
    ABER
    nicht immer ist eine Privatschule das Allheilmittel und bewahrt vor Medikamenten.
    Das sehe ich genauso, aber lediglich Medikamente OHNE begleitende Therapie ist sinnlos! Ganz klar hatte ich auch die Hoffnung, dass das so eine Art „Alles-macht-gut-Pille“ ist, und wir alle Probleme und Sorgen los sind. Das stimmt aber eben nicht, und dann muss und sollte man wirklich, wirklich abwägen, ob es vielleicht auch nur mit der RICHTIGEN Therapie funktionert. Und das ist auch mühsam herauszufinden – aber wären die Probleme in der Schule nicht, würden viele immer noch ohne Diagnose sein.

    Bei uns hat allein die Änderung der Schule (Therapie) soviel gebracht, und ich glaube wenn unser Schulsystem grundsätzlich so aussehen würde – hätten wir viele Probleme nicht! Natürlich ist das Elternhaus genauso wichtig – ABER es kann doch nicht sein, dass die Regelschulen sich meiner Meinung nach so ziemlich aus der Verantwortung ziehen (und das müssen sie ja schon fast zwangsweise wg.Personal- und Geldmangel!) und auf das Elternhaus zeigen – wenn mein Kind doch den größten Teil des Tages dort verbringt!! Und gerade weil mein Kind täglich viele Stunden dort ist, ist deren Einfluss ja auch so unwahrscheinlich gross. Im guten wie im schlechten. Das denke ich, sollte man nicht unterschätzen. Damit hast Du sicherlich schon mehr als die Hälfte der Miete. Und viellleicht reicht das schon für ein ganz normales Leben? Ich denke man muss auch als Eltern in der Erwartungshaltung mal einen grossen SChritt zurück machen. Es kann und muss eben auch nicht jeder ein Überflieger sein, und wie gesagt, es ist auch wichtig seine Intelligenz nutzten zu können, sonst ist sie nichts wert…

    Und man sollte beachten,daß es ADS gibt und auch ADHS,was einen deutlichen Unterschied ausmacht….
    Ich war zu faul das H mitzuschreiben… :red: Mein Sohn hat ADHS.

    Und nicht jeder hat eine privatschule in erreichbarer Nähe.
    Haben wir auch nicht gehabt. Wir wohnen in der Nähe von Dortmund, das sind mit dem Auto 1 1/2 Stunden fahrt. Es war eine schwere Entscheidung, die uns leichter viel, weil die Lieblingsoma in der Nähe der Schule wohnt und ihn praktisch die Woche über aufgenommen hat. Ich habe mein Kind praktisch nur in ein anderes „Nest“ geschubst. Sie ist dann aber schwer erkrankt und wir mussten uns wiederum entscheiden. Jason hat dann das letzte Jahr ein dortiges Privatinternat besucht. Auch diese Kosten mussten wir nicht tragen. Das waren nunmehr im Monat 1000,– für die Schule und 2900,– für das Internat!! Wer kann das schon ;( und vor allem welches Jugendamt will das schon… 😀 DAS war nochmal harter Kampf..Aber allein der Internatsname war wohl bedeutend – Villa ARGO (abgeleitet von den Argonauten – und wie hiess der Argonautenführer? JASON! 😀 )

    Wir waren bei der neurophysiologischen Entwicklungsstörung,die durch gezielte Übungen Motorik und vieles anderes verbessern kann. Es war privat und kostete viel Geld. Es machte aber etliches nur noch schlimmer,sodaß wir abbrechen mußten. Wir waren wegen dem KIT-Syndrom bei einem Einrenker. Mit mäßigem Erfolg.Wir waren jahrelang zur Ergo.
    Haben wir so in der Art auch hinter uns – aber mal ehrlich, einmal wöchentlich 1 Stunde – was kann das tatsächlich bringen?? In etwa soviel, wie bei jemandem der 1mal die Woche im Schulunterricht mitreitet…

    Bis auch die uns sagte,daß es ohne Medikation nicht weiterginge. Wir haben ihn eine Klasse zurückstufen lassen mit viel Mühe und Not.Das brachte uns ein wenig Entspannung kurzfristig. doch letztlich half uns nur die Medikation,leider!
    Die Klassenwiederholung hat auch bei überhaupt nichts bei uns gebracht, in beiden Fällen nicht. Einmal in der dritten Klasse freiwillig – weil ich hoffte, dass er so noch etwas Zeit zum nachreifen bekommt in der GS. Und dann später durch den Wechsel musste er auch wiederholen, deswegen ist er nicht zum Überflieger mutiert, nur weil er den Stoff schon kannte. Durch die freiwillige Wiederholung wurde dann am Ende eher die Zeit knapp, weil das Ende der Schulpflicht nahte!! Und er ja erst in der 8 Klasse war…

    Auch jetzt ist nicht alles Friede,Freude,Eierkuchen. Das wird auch immer so bleiben vermutlich. Inbesondere morgens und abends…ABER ohne ginge leider gar nicht mehr.
    Auch ich habe aber Angst,daß es später Folgeschäden geben könnte!
    Auch ich habe Angst,daß ich vieles falsch mache und mich zu wenig bemühe!
    Und auch ich hoffe,daß es eines Tages ohne Medikamten geht und er seinen Weg macht.
    Ich kann das alles sehr gut nachvollziehen und ich bin auch überhaupt nicht gegen Medikamente – Aber wichtiger und als erstes sollte eben die Therapie in Ansatz gebracht werden und da ist für mich eben die richtige Schule! erste Mittel der Wahl..Aus meiner jetzigen Erfahrung heraus.

    In der Schule jedenfalls klappt es jetzt recht gut,sowohl mit Lehrern als auch Schülern.
    Und wenn es bei Euch zuhause auch hilft – ist es doch schon gut!

    Ich habe in der Schule auch von seiner ADHS berichtet,hab aber gute Erfahrungen mit den Lehrern gemacht.
    wobei wir halt in der Grundschule noch sind…der Ernst des Lebens beginnt erst im Sommer so richtig für ihn!
    Und meine Ängste werden immer da sein vermutlich!

    Ja, die Angst wird immer da sein.

  • Avatar texel sagt:

    wer hat diagnose gestellt!? ich wär vorsichtig was der arzt therapeutin sagt! die stempeln schnell ein kind ab!
    medis würde ich persönlich keine geben! in den nabenwirunkungen steht drinn das kinder soizid gefährdet sind!
    ich persönlich geh mit meinem sohn zur gruppen ergotherapie, und das hilft gut!
    ansonsten hilft wohl gut schüsslersalze! und ich war mit meinem sohn beim SPZ und die haben mir bestätigt das mein sohn kein ADHS hat!
    also geh lieber mal zu anderen leuten und schau was sie sagen!
    viel erfolg
    silke

  • Avatar Akascha sagt:

    ADHS und Hochbegabt hängen sehr oft zusammen Schau mal unter http://www.klugekinder.at http://www.klugekinder.de

  • GidranX GidranX sagt:

    Wenn eine ADHS Diagnose schnell gestellt wird – ist man schon beim falschen Arzt! Die Diagnose ist langwierig und mühselig. Wie bereits erwähnt, spielen Verhaltensauffälligkeiten bereits im Babyalter eine Rolle. Im übrigen werden auch Fragebögen an Lehrer/KiGa/Großeltern weitergegeben, die das Kind ebenfalls mit einzuschätzen helfen. Denn nur weil man als Mutter vielleicht das eigene Kind als anstrengend und enervierend empfindet, heisst das überhaupt nichts! Schlimm ist nicht für jeden gleich Schlimm.
    Mein Sohn fiel als Baby schon als Schreikind auf. Dazu kam die Ungeschicklichkeit, die mir das erst Mal auffiel, als er unter dem Wohnzimmertisch herkrabbelte. Mein 1 jahr älterer Sohn hatte das ja nun ein Jahr zuvor auch das erst Mal gemacht – aber, als er unter dem Tisch war und sich natürlich den Kopf stieß – hatte er das gleich gepeilt, dass er besser den Kopf runternehmen sollte! Jason, dotzte in schönster Manier den ganzen Weg immer wieder unter die Tischplatte, bis er hinten wieder herauskam. Da dachte ich das erst Mal bewusst darüber nach, dass er anders ist. Es waren halt viele Kleinigkeiten, die für sich genommen erstmal nicht schwer wogen aber in Summe gesehen das Bild komplettieren.
    Als er 4 Jahre alt war, musste er wegen einer Blasengeschichte ins Krankenhaus. Als er dort in Narkose sollte, gab die Schwester ihm irgendein Schnapsgläschen voll Beruhigungsmittel und ging wieder. Mein Sohn wurde seltsamerweise garnicht müde, ich hatte das Gefühl eher wacher. Also rief ich die Schwester und die schob noch etwas nach! Ich dachte ich sehe nicht richtig, nach ein paar Minuten begann mein Sohn im Bett wie vom Affen gebissen zu turnen statt einzuschlafen – die Schwester musste noch ein drittes Mal geben, damit er endlich wie von der Axt gefällt umfiel.
    Heute weiss ich, dass Adhs´ler genau gegenteilig auf beruhigende Mittel oder eben aufputschende Dinge reagieren. Ritalin ist ja nichts anderes als Speed (also zählt bei euren 16jährigen mal besser die Tabletten! 😀 Fällt unter das BTM – Achtung bei Klassenfahrten, da brauchts eine BEscheinigung vom Gesundheitsamt, wenn einer die Dinger dabei hat…), also eine Aufputschdroge die bei unseren Kindern eben gegenteilig wirkt! Deshalb macht eine Begegnung auf Spielplatz heute für mcih auch Sinn – dort hat eine Mutter ihrem 2jährigen Cola in der Nuckelflasche gegeben, und erzählte, dies wäre das beste Schlafmittel für ihn…damals habe ich nur gedacht, die tickt doch nicht sauber und ist um keine Ausrede verlegen. *inGedankenentschuldige*
    ADHS geht so gut wie immer mit einer auditiven oder visuellen Wahrnehmungsstörung einher. (Auditiv=schlechter hören, bestimmte Töne schlechter wahrnehmen – visuell= Entfernungen schlecht einschätzen, anderes Sehen und erkennen von zb. Buchstaben u. Zahlen).
    Ein Zappelphilip muss nicht gleich ADS haben, vielleicht mal den Zuckerkonsum überprüfen!
    Jemand der sich schlecht konzentrieren kann hat nicht gleich ADS, vielleicht einfach nur eine Konzentrationsschwäche.
    Die Lebensumstände im eigenen Haushalt sollten ebenfalls sehr ehrlich überprüft werden. Nimmt man sich wirklich Zeit während der Hausaufgaben? Ist man selbst die Ruhe in Person oder neigt man eher dazu gleich auszuflippen, ungeduldig zu werden? Ist das Umfeld vielleicht doch zu störend für das Kind? Hängt man einfach nur die Messlatte zu hoch??

    Ich war VORHER mit meinem Kind in div. Kliniken (div. Neuropädiatrieen, und Chromosemuntersuchung in Bochum) unterwegs um abzuklären, was nicht stimmt. Ergebnislos – bis ich selbst das erst Mal von ADS gehört habe und gedacht habe: DAS IST MEIN KIND! Ich habe alles Material aufgesogen das ich finden konnte und wusste einfach das ich richtig lag. Ich habe den damaligen Prof. der Klinik angerufen und gefragt, warum nie auf ADS untersucht worden wäre – die Antwort war : Weil sie nicht danach gefragt haben…Ist doch der Hammer oder..

    Ach jeh, ich könnte Bände schreiben….

  • Avatar Ilustre sagt:

    Die GEschichte mit der Paradoxwirkung kenne ich gut. Jan kam im Alter von dreieinhalb Jahren ins Krankenhaus weil ihm Polypen entfernt werden mußten.
    Als er aus der Narkose aufwachte war mein Mann im Aufwachzimmer bei ihm. Außerdem waren noch einige andere frisch operierte Leute dort..
    Jan wurde wach, fing an zu brüllen und zu toben, wollte sich die Braunüle rausziehen usw. Mein Mann hat ihn festgehalten damit er sich nicht verletzt..
    eine Schwester hat meinem Mann zwischendurch immer wieder den Schweiß von der Stirn gewischt 😀

    Das er von Cola ruhig wird ist auch Fakt von daher habe ich ihm unterwegs das Colatrinken (in kleinen Mengen) immer gestattet (zuhause habe ich allerdings nie Cola).

    Grüßle
    Ina

  • Avatar Juni sagt:

    Ich hab keine Erfahrung mit ADS / ADHS (kenne nicht mal den Unterschied), aber dennoch macht mich das ganz schön betroffen, was ihr so schreibt… 🙁

    Meine Heilpraktikerin hat mal von Studien erzählt, in denen festgestellt wurde, dass man verhaltensauffälligen Kindern mit eben Verdacht auf ADS nur durch die Gabe von bestimmten Ölen (in Form von Kapseln) helfen konnte. Ich weiß leider nicht mehr, welches Öl das war (evt. Omega-3-Fettsäuren!?) und auch sonst nichts Näheres darüber, aber vielleicht ist jemand daran interessiert, das Thema weiter zu verfolgen.
    Sie hatte das angesprochen, als es generell um das Thema Ernährung ging und wie unheimlich wichtig es sei (gerade für das Gehirn!), die richtigen Fette zu sich zu nehmen.

    Ich wünsche euch und euren Kindern alle Kraft der Welt!!!!

    P.S. Falls wer an der Tel.Nr. der HP interessiert ist, um evt. nochmal nachfragen zu können, gerne per PN.

  • GidranX GidranX sagt:

    Guten Morgen, das Öl das Du meinst ist eye Q und besteht aus hochwertigem Fisch- und Nachtkerzenöl… http://www.cenaverde.com/beratung/lernstoerungen/lernstoerungen.html Habe ich eine Reportage auf BBC drüber gesehen und gleich bestellt – mein Sohn wollte es aber nicht nehmen und reinzwingen ging ja nicht mehr, dafür war er schon zu alt…

  • Avatar Strick sagt:

    Habe ich eine Reportage auf BBC drüber gesehen und gleich bestellt

    😀 Ich auch. Ich habe es genommen, aber mit nullinger Erfolg :nix:
    Ich mache aber zZ eine Therapie, schimpft sich Biophotone und ich mache das eigentlich wegen meiner Schilddrüsensache.
    Was soll ich sagen, vielleicht bilde ich mir das ja auch nur ein :denk: Aber ich bin seit einiger Zeit viel konzentrierter. Kann mich besser auf einzelnes focusieren ohne abzuschweifen und ich bin nicht mehr so impulsiv :nix:
    Wenn es für die Schilddrüse nichts bringt, aber für mein ADS wäre das Geld wenigstens nicht rausgeschmissen 😀

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Guten Morgen !

    Erst einmal DANKE für die vielen Antworten.
    Die Diagnose ist nicht vorschnell bei unserem Sohnemann erfolgt und auch die Therapie nicht vorgeschlagen, um die Eltern (also uns) zu entlasten.
    Es geht hier vorrangig um das Kind, das bereits teilweise aus der Gemeinschaft ausgegrenzt wird wegen seines Verhaltens – was er auch den Psychologen von sich aus „nebenbei“ erzählt hat.
    Ich selber habe jahrelang an mir als Mutter und an meinem Nervenkostüm gezweifelt, habe darüber nachgedacht, wegzuziehen, weil ich dachte, dass ICH nur unfähig bin, mit dem Kind klar zu kommen. Von anderen gab es ja kaum Hilfe, zumindest hier im direkten Umkreis. Da kam höchstens „ach, der ist doch ganz normal, nur etwas aufgeweckter und mit mehr Elan. Sei froh, dass er nicht so ein lahmes Kind ist, dass nur in der Ecke oder in seinem Zimmer hockt“. (Danke, sie haben mir sehr geholfen…) 🙁

    Naturheilkunde (Bachblüten, Schüsslersalze etc.) wird bei ihm schon seit Jahren begleitend eingesetzt – Bachblüten werden in regelmäßigen Abständen neu „abgefragt“. Für diesen Bereich haben wir hier sehr kompetente Hilfe, aber es ist bei ihm nur unterstützend im Ergebnis.

    Lebensmittelallergien – Fehlanzeige
    Zuckerkonsum – schon lange extrem eingeschränkt, er wird vollwertig ernährt, kein
    Raffinierter, weißer Zucker etc.
    Fernsehen – in der Woche gar nicht, am WE stark eingeschränkt

    Gestern war noch Eltern-Stammtisch von „unserer“ Klasse. Hier haben sich noch Bestätigungen ergeben.
    Ein Beispiel: Jannik´s Lieblingslehrerin ist eine Lehrerin, vor der fast alle Kinder richtig Angst haben, da sie super streng ist und die Kinder wohl auch regelmäßig „runterputzt“.
    Vor einigen Wochen bekam ich einen Anruf von der Elternsprecherin (die schon viele Gespräche mit dieser Lehrerin wegen Schülern geführt hatte, die nicht mehr zur Schule wollten, wenn ihr Fach angesetzt war), weil Jannik von der besagten Lehrerin welche auf die Finger bekommen hatte.
    Jannik wusste das gar nicht ! Für ihn hatte diese Information, dieser Reiz, anscheinend den gleichen Stellenwert wie ein Blatt, das vom Baum auf dem Schulhof fällt.
    Und genau DAS ist das Problem.
    Er weiß, was nicht in Ordnung ist, weiß aber auch nicht, warum er es tut und bemerkt es nicht. Er gibt sich alle Mühe und ist leider mittlerweile soweit, dass er sich selber sagt dass er „doof“ ist, weil er es nicht schafft, sich nicht ablenken zu lassen. :seufz: ;(
    Wenn ich mit ihm rede, Auge in Auge mit ihm, muß ich aufpassen, dass er mir auch wirklich tief in die Augen schaut, ohne eine minimale Abweichung. Und trotzdem fängt er mit einem Mal mittendrin an, ein anderes Problem oder eine Frage, die ihm gerade einfällt (und ihm fallen ständig und überall seeehr viele Fragen ein… ) anzusprechen. In diesem Fall kommt der ablenkende Reiz dann aus seinem Kopf.

    Über das Thema ADHS habe ich mich schon seit Jahren sehr gut informiert, weil innerhalb der entfernteren Verwandtschaft („Stief-Verwandschaft“) und des Bekanntenkreises solche Fälle aufgetreten sind. „Klassische“ Fälle, die im Babyalter erkannt wurden mit motorischen Störung, aber auch Fälle, in denen die Eltern durch eine Medikamentengabe ihr eigenes Leben erleichtern wollten.

    Gerade Jannik´s Patentante kenne ich als Gegnerin der Medikamente – aber genau diese Frau hat mir gestern nach meinem Bericht folgendes gesagt:
    „Wenn Du jetzt erwartet hast, dass ich bei der Erwähnung der medikativen Therapie aufschreie, muß ich Dich enttäuschen. Ich weiß, dass Du die letzte bist, die ihr Kind leichtfertig durch Medikament ruhigstellen würde, wie Du mit Jannik umgehst und was Du alles mit ihm und für ihn probiert hast. In seinem Fall geht es darum, seine soziale Ausgrenzung innerhalb der Altersgruppe zu verhindern, unter der er bereits leidet.“

    Zur Schule: Jannik hat mit die beste Lehrerin als Klassenlehrerin, die ich mir für ihn vorstellen kann. Die ist sehr bemüht und kümmert sich ganz toll um seine Belange und bei einer anderen Lehrerin wäre er vermutlich schon im Schulkindergarten („er ist ja noch so klein und verspielt“) oder auf der Sonderschule.
    Es ist nur so, dass sie 30% der Zeit für ihn aufwenden muß. Sie muß ihn ständig ermahnen und die eigentlich normalen, alltäglichen Abläufe kontrollieren und abfragen. „Jannik, nimm JETZT bitte dein Heft heraus, nimm JETZT den Stift in die Hand…“
    Sie selber hat sich aufgrund anderer Schüler auch schon sehr gut informiert wir stehen im ständigen engen Kontakt.
    Meine Berufstätigkeit (Freiberufler) habe ich seit langem extrem eingeschränkt auf die Zeit, wenn er in der Schule (vorher im Kindergarten) ist oder abends, wobei ich abends nur ganz selten noch die Kraft habe, mich an den PC zu setzen und irgendwelche Abwasser- oder Heizungsnetze zu planen – Akku leer !

    Zu der Medikation: der Psychologe hat selber gesagt, dass eine Therapie mit Medikamenten für ihn nur eine vorübergehende Lösung sein soll mit geringstmöglicher Dosierung, um ihm auf dem richtigen Weg zu helfen.
    Und es ist auch die Aussage getroffen worden, dass in der Pubertät eine Medikation extrem schwierig ist.

    So, alleine schon das Reden oder Schreiben tut extrem gut und hilft mir und meinen Nerven !
    Ihr seid super, egal welche Meinung oder Erfahrung der einzelne vertritt. Denn auch ich weiß, daß es immer 2 Seiten gibt !

    So, ich habe fertig… 😉 Danke für die Geduld an alle, die diesen Aufsatz ganz lesen – ich hoffe, ich habe einigermaßen verständlich geschrieben… :S

  • Avatar carnacat sagt:

    Melanie, dein Kind klingt genau wie mein Kind – nur das mein Sohn ein bisschen jünger ist.
    Wir sind auch am Ball.
    Nächste Woche ist Termin beim Gesundheitsamt für die Überweisung in die sozialpädiatrische Fachklinik, von der ich in der PN schon gesprochen hatte.
    Ich verspreche mir sehr viel davon. Und glücklicherweise zieht das Umfeld meines Kindes total mit.
    Es ist eine Integrationsmaßnahme im Waldkindergarten – wo er hingeht – beantragt und die Kindergärtnerin ist eine ganz superengagierte und liebe Frau, die sich freinimmt um mit zum Gesundheitsamt zu kommen.
    Weil was soll der Arzt da in einer halben Stunde beurteilen? Nichts. Also kommt sie mit, weil sie am besten sagen kann wie das Kind in der Gruppe auffällt etc.
    Wenn die Integrationsmaßnahme durch ist – und das ist dank des energischen Nachhakens der Kindergärtnerin gottseidank sehr wahrscheinlich, wird ein oder zwei mal die Woche eine Heilpädagogin in den Kiga kommen und Holger unterstützen.

    @ Gidran
    Ich muss mich an dieser Stelle mal ganz dolle bei dir bedanken. Ich bewege mich leider oft am Rande der Mutlosigkeit.
    Aber deine Berichte haben mich total aufgebaut. Danke danke danke!!! :friend:

  • Avatar FriesenRottiPRE sagt:

    Man, wieviele Kinder doch so auffällig sind… :huh: Hut ab, vor den Eltern. Können solche Verhaltensauffälligkeiten nicht z.B. auch von Lebensmittelallergien /-unverträglichkeiten herrühren? … ich glaub, ich hab da mal so’n Bericht im Fernsehen gesehen…

    Meine jüngste Nichte hat sowas…
    Darf NICHTS mit Nüssen essen (und noch 1-2 Dinge mehr) – wenn nun doch irendwo mal was nüssiges Drin war – dann wird sie unerträglich >> Agressiv…sie ist 4 :nix:

    Melanie B :hug:

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Bei uns ist der Kindergarten eher kontraproduktiv gewesen – leider ! :motz:
    Ich habe immer darauf hingewiesen, daß Jannik leicht ablenkbar ist und unkonzentriert usw. Als Antwort kam immer nur „der ist ja noch klein, der will nur spielen…“ und er wurde auch nicht bzw. kaum zum basteln etc. herangezogen, weil er „arbeitsintensiv“ war, wenn er am Ball bleiben sollte !
    Kurz vor der Einschulung kam dann mit einem Mal „Wir müssen mal miteinander reden, Jannik ist so unkonzentriert und paßt nicht auf, im Stuhlkreis müssen wir ihne häufig vor die Tür schicken, weil er nur stört und zappelt…!“ :doh:
    „Danke, DAS hatte ich Euch schon seit 2 Jahren gesagt, und wenn ihr ihn mal wirklich beachtet hättet, wäre Euch das vielleicht schon früher eingefallen… !“

    Hier sind immer alle nur darauf „herumgeritten“, daß er „noch sooo klein ist“. Naja, er hat große blaue Augen, blonde Haare und eine absolut freundlichen Ausstrahlung mit seinem Engelsgesicht – da hat nie jemand versucht, hinter die Fassade zu schauen.
    Er ist ja auch ein sehr offenes fröhliches Kind, daß auf alle Menschen zugeht – NOCH, und das gilt es, zu bewahren.
    Nach dem letzten Testabschnitt:
    „Schade, daß ich sie (die Psychilogin, die die Tests durchgeführt hat) wohl nie mehr wiedersehe. Naja, vielleicht ruft sie mich ja mal an, ich habe ihr ja meine Nummer gegeben… !“
    Da bin sogar ich fast umgefallen – und ich bin schon einiges gewöhnt von unserem Sohn ! :love:

  • Avatar chicuelo sagt:

    mein ältester Sohn (Jahrgang 1984) hatte von Anfang an massive Probleme in der Schule. Die Lehrerin gab mir die Schuld, da ich ihn(NUR SPRACHLICH, nich schriftlich) zweisprachig erzog. Als die Probleme größer wurden, war ich beim Kinderarzt, da wurde von ADHS gesprochen, er galt aber nach Test nicht als hyperaktiv- wlso ein Erzehungsproblem- wieder meine Schuld… :thumbdown:
    Ich war neu hier in Deutschland, war sprachlich unsicher, kannte das Schulsystem gar nicht, hatte niemend, mit dem ich sprechen konnte. ( Mein Mann machte sich gerade selbsttändig, wobei ich voll mitarbeiten mußte, überließ mir die Schulprobleme, da ist es immer leicht nachher zu sagen, er hätte es aber anders gemacht, ich hätte alles falsch gemacht :cursing: ) Ich war in angelsächsischem System zur Schule gegangen, hatte keine Ahnung, wie anders alles hier ist. Hatte zu viel Vertrauen im System. :doh:
    Es gab ein Odysee durch verschiedenen Schulen. Er shaffte es bis Fachoberschule, soff dort komplett ab- falsche Freunde, Kiffen,die ganze Palette. Wenn die 18 sind, kommt nichtmal Feedback von der Schule. Es ist erstaunlich was alles vertuscht wrden kan (der Junge ist auch intelligent.. :kowa: ) Dazu massive Streß mit dem Vater – ich hatte Angst die beide zusammen in einem Zimmer haben, daß sich sich gegenseitig was antun. Er hat ein absolutes Gehör, ist musikalisch hochbegabt, schmiß seine Geige aber, da er damit dem Papa am meisten verletzen konnte.
    Meine Eltern starben beide 2003. Als ich dort alles abwickelte, entschied ich mich, das Bargeld auf deren Konto für Eugen einzusetzen, da er immer ein besonderes Verhältnis zu den Beiden hatte, und zu der Zeit war er in Not. Er ging nach Dublin auf eine Oberstufenschule, wohnte bei einer Familie zur Miete. Innerhalb von 2 Monaten war er wie ausgewechselt. Kam auf der Schule mit, fühlte sich angenommen. Die Schule hatte klare, einfache Regeln. Anwesenheitspflicht- die Schüler mussten sich bis 09:00 ins Buch eingetragen haben. Sonst wurde – bei fehlender telefonischer Abmeldung- zuhause ( in unserem Fall hier in D) angerufen. Das gleiche, jedesmal daß eine Hausaufgabe nicht gemacht wurde ❗ . Das war keine kleine Privatschule mit ein 10 Kids in der Klasse, es war eine Schule mit 1000 Kids verteilt über 2 Schuljahre! Das haben sie trotzdem hinbekommen. Anwesenheitspflicht bis 16:15, Freistunden im Silenciumsraum zu verbringen. Dort gab es immer 1-2 Lehrer, die auch bereitwillig Fragen zu den HA oder was auch immer antworteten. Alle Lehrer waren, trotz Massen, immer Bereit, nach der Unterricht Fragen zu beantworten, es herrschte ein respektvoller Umgang auf beiden Seiten.
    Er schaffte sein Abschluß, studiert jetzt in Dublin, hat angefangen wieder zu musizieren. Er und sein Vater respektieren und lieben sich gegenseitig. Er kämpft noch mit seinem Wesen, findet eigene Lösungen. Mit dem, was ich jetzt weiß, war und ist er ADS Kind. Es hätte uns Allen viel erspart werden können- auch finanziell. Die Jahren in Irland haben meinen Ersparnissen gefressen, die sind dann für die anderen Konder nicht verfügbar. Er war aber in Not, und ich weiß ehrlich nicht, wo er sonst jetzt wäre…
    Er ist eine überaus sensibler, künstlerischer und feinfühliger Mensch, der sich jahrelang hinter einem stacheligen aggresiven Panzer verkrochen hatte, al einzig mögliche Überlebenstrategie, da er auch sich selbst nicht mehr mochte.
    Zwei weitere Kinder hatten LRS, die jüngste- viel später geborene- ähnelte dem Ältesten schon als Baby- Unruhe, wenig Schlaf, später sehr schnell Tobanfälle, labil, etc. Ich stieß in der Grundschule auf Unverständis. Ich war wieder die Böse, hatte ich sie ja zu früh eingeschult (am 12.07 geboren ❗ ). Die gleichen Problemen mit Hausaufgaben (1 1/2-2 Stunden im 2 Schuljahr, die Hälfte fertig, Mutter und Tochter in Tränen aufgelöst). Morgens schreikrämpfe weil das Brot anders geschnitten war als gestern. In der Schule von einem Jungen ausgelacht weil sie so „doof“ sei, bakam ja nichts mit. Da mußte ich sie abholen, weil sie ihn angegriffen hatte…Anruf im SPZ, wg. Beratung/ Untersuchung, Termin in 8 Monaten :kowa: . Also privat zum Kinderpsychiater, testen lassen. Ergebnis- starker ADS Problematik mit erhblicher LRS als Begleitsymptom. In der Schule weiterhin unverständnis und fehlende Unterstützung, da das Kind nicht hyperaktiv sei :no:
    Naja. Im 4 Schuljahr mit Ritalin angefangen. Das Kind wie ausgewechslt. Ist jetzt in de 6 Klasse auf einer Ganztagsrealschule. Keine Überfliegerin, wir müssen noch viel kämpfen, aber es ist zu schaffen. Sie wird von den Lehrern gemocht, ist sozial eingestellt, sportlich und musisch begabt. Sie reitet für ihr leben gerne, spielt zwei Instrumente. Ihre mündliche Mitarbeit in den meisten Stunden ist sehr gut, schriftlich noch verbesserungswürdig. Leider ist sie sehr emotional und hat große Probleme, wenn sie eine Lehrerin nicht mag.
    Das tägliche Tabletten schlucken nervt sie, sie weiß aber selbst, dasß sie die Dinger braucht. In den Schulferien bestimmt sie selber, ob sie die nimmt ider nicht, oft läßt sie die dann ein Paar Tage weg. Ich denke, noch ein Jahr oder so, dann können wir schauen, in wie weit man abbauen kann.

    Ich bin sicher, daß diese Sache vererbbar ist- ich bin auch selber getroffen, denke ich, und zwei der Kinder. Meine Mutter paßt auch in diese Schablone rein.
    Es ist bewegend und beruhigend zu sehen wie viele Leute betroffen sind, es macht auch Mut. Danke für eure Beiträgen!

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Ach, chicuelo, ich kann das so gut nachvollziehen ! :hug:
    Ich habe unseren Sohn von Anfang an absolut streng im Bezug auf Regeln etc. erzogen – und mußte mir immer anhören, was ich dem „armen Kind“ antue, er sei doch soooo lieb und klein und und und… (Engelsgesicht mit soooo lieber Ausstrahlung halt…)
    Ich habe immer gesagt und die Meinung vertreten (und es auf durchgeführt), daß er sofort beim Anflug von z.B. herumalbern am Tisch o.ä. abgefangen werden muß, weil er sonst auf dem Tisch tanzt – und stand mit der Meinung nahezu alleine da und wurde von allen mit bitterbösen Blicken bedacht.
    Das große Problem ist halt auch diese extreme Intelligenz dabei – der kleine Mann kann mit seinen 6 Jahren (und konnte es eigentlich schon immer…) alle von SEINER Ansicht oder Absicht überzeugen und so gut schauspielern, daß sogar ich es manchmal nicht erkenne.
    Er wäre DER Politiker mit seiner Überzeugungskraft und Redegewandheit, nur dabei viel zu lieb und gutmütig… 😉
    Mein LG (der Vater) hat lange gebraucht, bis er dahinter kam, wie der Junior ist. Aber als er vor 1,5 Jahren mal 3 Wochen krankgeschrieben war, hat er es tatsächlich mitbekommen.
    Trotz allem hat er mich Ende letzten Jahres, als ich ihm von der Anmeldung zum Test erzählt habe, angeguckt wie ein Auto: „wieso DAS denn ?“
    Nun kapiert er langsam, daß ich vielleicht nicht einfach zickig und faul bin (Haushalt leidet teilweise ganz schön), sondern einfach ausgepowert.
    Meine nerven liegen fast blank, zu Feiern o.ä. gehe ich kaum, weil ich den Geräuschpegel nicht ertrage.
    Ich weiß noch gar nicht, wie ich den eigenen 40. Geburtstag demnächst durchhalten soll…
    GsD haben wie unseren Nachbarn, mit dem ich zusammen feiere, so daß die Planung schon aufgeteilt werden kann… 😉

  • GidranX GidranX sagt:

    Das ist an der HEBO ebenso – klare Regeln, mit VORHER festgelegten, ANGEMESSENEN Konsequenzen, die dann auch durchgezogen werden!! Kein aufweichen möglich!!! Motivation ist dort das Schlagwort!! Unter den Zeugnissen, egal wie schlecht sie sind, stand immer was nettes! – Hey, Jason – was ist los? Du kannst mehr, dass wissen wir doch! oder Na, Jason – die Aufregung wegen der Klassenfahrt ist vorbei – also, Gas geben!!
    Einfach nur toll – mein Sohn hat das aufgesogen wie ein Schwamm – und ich auch!!
    Hausaufgaben können während des Silencium gemacht werden, im Internat war von 16.00-18.00 Uhr gemeinsam Hausaufgaben und Lernen angesagt! Wurde eine Note schlechter als 4 geschrieben – sofort war Förderunterricht am nächsten Tag angesagt..

  • Avatar knabbi sagt:

    Ach, chicuelo, ich kann das so gut nachvollziehen ! :hug:
    Ich habe unseren Sohn von Anfang an absolut streng im Bezug auf Regeln etc. erzogen – und mußte mir immer anhören, was ich dem „armen Kind“ antue, er sei doch soooo lieb und klein und und und… (Engelsgesicht mit soooo lieber Ausstrahlung halt…)
    Ich habe immer gesagt und die Meinung vertreten (und es auf durchgeführt), daß er sofort beim Anflug von z.B. herumalbern am Tisch o.ä. abgefangen werden muß, weil er sonst auf dem Tisch tanzt – und stand mit der Meinung nahezu alleine da und wurde von allen mit bitterbösen Blicken bedacht.
    Das große Problem ist halt auch diese extreme Intelligenz dabei – der kleine Mann kann mit seinen 6 Jahren (und konnte es eigentlich schon immer…) alle von SEINER Ansicht oder Absicht überzeugen und so gut schauspielern, daß sogar ich es manchmal nicht erkenne.
    Er wäre DER Politiker mit seiner Überzeugungskraft und Redegewandheit, nur dabei viel zu lieb und gutmütig… 😉
    Mein LG (der Vater) hat lange gebraucht, bis er dahinter kam, wie der Junior ist. Aber als er vor 1,5 Jahren mal 3 Wochen krankgeschrieben war, hat er es tatsächlich mitbekommen.
    Trotz allem hat er mich Ende letzten Jahres, als ich ihm von der Anmeldung zum Test erzählt habe, angeguckt wie ein Auto: „wieso DAS denn ?“
    Nun kapiert er langsam, daß ich vielleicht nicht einfach zickig und faul bin (Haushalt leidet teilweise ganz schön), sondern einfach ausgepowert.
    Meine nerven liegen fast blank, zu Feiern o.ä. gehe ich kaum, weil ich den Geräuschpegel nicht ertrage.
    Ich weiß noch gar nicht, wie ich den eigenen 40. Geburtstag demnächst durchhalten soll…
    GsD haben wie unseren Nachbarn, mit dem ich zusammen feiere, so daß die Planung schon aufgeteilt werden kann… 😉

    Das ist,wie aus meinem Leben geschrieben….!!!!! Wahnsinn!
    Früher hab ich mich kaum getraut zuzugeben,daß Leon ADHS hat…und selbst wenn,erntete ich oft noch blöde Sprüche…frei nach dem Motto…meine Probleme auf ihn schieben,weils einfacher ist… ;(
    Naja,so langsam funktioniert es einigermaßen bei uns. Ich hab mich aber auch für 2 Jahre freistellen lassen für ihn! Mal sehen,wies nächstes Jahr aussieht,wenn ich wieder arbeiten muß… :rolleyes:

  • Avatar rubia sagt:

    Tag.

    Wenn ich das hier lese – ihr seid echt beeindruckend!!!

    Ich habe beruflich immer mal wieder mit ADS/ADHD-Kindern zu tun. Die Mütter kommen, um zu fragen, welche Möglichkeiten es gibt, durch Ernährungsumstellung /-optimierung das VErhalten/die Konzentration positiv zu beeinflussen.
    Kurz zu unserer Erfahrung: Jedes Kind ist anders. Bei einigen hilft eine entsprechende Ernährung (Verzicth auf Allergene, Zucker Phosphat usw.) oder die zusätzliche Gabe von Nährstoffen (Omega-3-Fettsäuren, bestimmte Aminosäuren, Magnesium, Zink usw.), bei andern bringt es nichts oder nicht viel. Bei den Kindern, die jetzt einen guten Weg gehen, hat die Kombination verschiedener Maßnahmen geholfen (Verhaltensregeln, Alltagsgestaltung, ERnährung etc.). Es sind auch welche dabei, die im Endeffekt nicht ohne Medikamente auskommen (möglicherweise dann die „echten“ ADHD-Kinder). Aber die Eltern haben es geschafft, die Gabe so lange wie möglich herauszuzögern bzw. die Dosierung so gering wie möglich zu halten. Das ist ja auch ein Erfolg. (

    Was ich noch sagen will: Alle die Kinder, die ich kennen gelernt habe während die Mütter sich beraten ließen, waren super!
    Sie hatten/haben alle außergewöhnliche Fähigkeiten, waren wissbegierig und stellten Fragen ohne Ende. (Bis auf den ADS-ler, der mit seinen 7-8 Jahren mitgebrachte Radios reparierte. Er sagte kaum etwas – und ich war ehrlich gesagt sprachlos.)
    Aber eines ist klar: Wie die Kinder in unserem Schulsystem vernünftig untergebracht werden sollen, ist mir völlig schleierhaft.
    Dass es ein Muss ist, sie adäquat zu fördern, steht außer Frage! (s.u.)

    Liebe Mütter, da ich keine Kinder habe und noch nie längere Zeit ein ADHD-Kind live erlebt habe, kann ich mir nur ansatzweise vorstellen, was es bedeutet, solche Kinder rund um die Uhr um sich zu haben UND sich noch Gedanken über die richtige Entwicklung zu machen. Aber ich finde es großartig, dass ihr das tut und wie ihr es tut.

    Meine persönliche Meinung: ADHD-ler… Da muss man seinen Kopf einschalten, um mitzukommen. Denkfaul, Ausflüchte („Da denke ich nicht drüber nach, wieso das so ist.“), Manipulationsversuche? Fehlanzeige. Die sind bereits kilometerweit voraus. (Mir macht es Spaß, die hüpfen nämlich auch gerne schnell von Thema zu Thema wie ich. Bin aber kein ADHD-Kind 😀 )
    Das sind keine Schafe und auch keine Galeerenruderer. Versteht ihr was ich meine? :fies: (Kirche: Herde mit Schäfer und Schäfchen, Politik: Das Staatsschiff, der Kapitän – und die Bootsleute…) Ich finde das ehrlich gesagt nicht verkehrt. Wenn sie in die richtige Bahn gelenkt werden, können sie enorme Dinge bewegen, weil sie eben NICHT angepasst sind und nur die ausgetretenen Pfade entlang latschen. Das gibt doch Hoffnung in diesen Zeiten, oder? 😉

    LG und alles Gute!

  • Avatar Melanie B. sagt:

    …auf jeden Fall hat meine keine Chance, geistig vorzeitig zu altern, wenn man sich der täglichen Herausforderung stellt ! 😀
    Ich bin hier im Dorf mittlerweile der „Erklär-Bär“… 😉

    Auch beim Test hat der Junior versucht, jeden einzelnen Teilschritt zu ergründen: „wieso holst Du jetzt dieses Blatt ? Warum soll ich das genau SO lösen ? wieso fragst Du mich genau das ? Das ist doch baby-eier-leicht… !“ Das war der Testerin so sehr aufgefallen, daß sie es genauestens erwähnt hat.
    Und: daß wir einen ganz tollenJungen haben – sehr freundlich, fröhlich, offen usw.
    Naja, diesem Charme kann man ja auch kaum entgehen – wenn mal nach dem ersten Termin schon innig und liebevoll umarmt wird vom kleinen „Romeo“… :red: 8)

  • Avatar rubia sagt:

    @Melanie B. Na sieh mal… Gestern noch las ich einen Artikel, indem ein 24-jähriger Finanzjongleur dem Interviewer erklärte, dass ein Kumpel von ihm als Praktikant bei einer amerikanischen Investmentbank nach D geschickt wurde, um Sparkassen irgendwelche Schuldenzertifikate zu verkaufen. Weder der Kumpel noch die Sparkassen-Leute haben genau verstanden, worum es sich dabei handelte – aber kam ja alles aus dem Zentrum der Finanzmärkte, da MUSS das ja gut sein…. guckst Du hier Nur EIN ADHD-ler wie Dein Sohn in der Runde – und sie hätten es nicht gekauft 😉 Vielleicht ermutigt Dich das (v.a. die ersten beiden Abschnitte). Natürlich löst es nicht Deine jetzigen Probleme – aber dieses sich nie zufrieden geben, etwas bis ins kleinste verstehen wollen, dieses ständige „online“ sein, nicht alles nachplappern – das ist wichtig! Deshalb finde ich es toll, wie ihr Mütter zu Euren Kindern steht, sie verteidigt und aufbaut. LG

  • Avatar Sky0202 sagt:

    Hallo Melanie,
    wenn du Interesse hast, dann können wir gerne mal telefonieren.
    Ich bin Grundschullehrerin und erlebe diese Situationen jeden Tag. Mittlerweile ist es „normal“, dass bei einer Klassengröße von 23-28 Schülern etwa 2-3 AD(H)S-Kinder dabei sind. Das ist nichts Besonderes. Jedes Kind sollte die gleiche Chance habe.

    Leider scheitert es hier oft an der Umsetzung.
    1. ) In der Ausbildung (Studium+Referendariat) wird überhaupt nicht darauf eingegangen.
    2.) Alles Wissen muss man sich selbst aneignen (sollte nicht so das Problem sein).
    3.) Die Klassengröße von 23-28 Schülern ist normal (Grundschule). Weiterführende über 30!
    4.) Die Raumgröße…die Schüler sind zusammengeschoben auf wenigen Quadratmetern…tödlich für viele AD(H)S-Kinder da sie vorallem Ruhe und ihren eingenen Platz mit bestimmten Ritualen brauchen.
    5.) Überforderte „Beratungszentren“, welche sich manchmal nach 6!!! Monaten zu einem Termin bereiterklären!!! Dies ist nicht absichtlich, sondern es fehlt das Geld, damit mehr Lehrer eingestellt werden. Ein Förderschullehrer berät mehrer Schulen in seinem Umkreis mit 10-16 Wochenstunden. Das heißt…bei etwa 6 Schulen à 250-300 Schülern und man davon ausgeht, dass man im „Schnitt“ 2-5 „verhaltensausfällige“ Schüler hat …kann man sich ausrechnen wie viel „Beratung“ man als „Einzelperson“ dort bekommt.
    6.) Andere Eltern sprechen und schreiben die Lehrperson ständig an und „hetzen“ teilweise ihre eigenen Kinder gegen Mitschüler auf. Man muss sich solche Fragen stellen lassen…“ Mein Kind ist vollkommen über-oder unterfordert, weil sie auf andere Kinder Rücksicht nehmen…etc.“ „Das Kind…stört mein Kind bei seiner Entwicklung“ etc. Ich könnte hier ewig weit ausholen und ich würdet staunen, wie „´menschnverachtend“ viele Personen sind.
    7.) Förderpläene etc. welche vond en Lehrpersonen für jedes Kind geschrieben werden müssen etc. der Papierkram ist fürchterlich.

    Ich glaube, das dies einfach mal langt, um einen Eindruck zu vermitteln.

    Persönlich vertrete ich die Meinung, dass die Gabe von Medikamenten sehr individuel erfolgen muss und auch durch äußere Faktoren bestimmt wird. Alles hat Vor- und Nachteile. Beginnt jedoch die soziale Ausgrenzung (Kinder sind sehr grausam) würde ich über die Gabe nachdenken. Es dauert oft sehr lange, bis die richtige Dosis für das Kind gefunden wurde.

    Ich habe Situationen erlebt, wo ein Schüler, welcher nicht lesen und schreiben konnte (Ende des 1.Schuljahres) innerhalb von 3 Wochen (in Kombination mit Medikamenten) alles nachholen konnte.

    Hochbegabung ist keine Last, sondern eine Chance. Ich kann dir gerne Tipps für Aufgaben geben. Ich habe hier einen ganzen Ordner voller Knobelkartein etc. Ich habe in der Ausbildung auf Hochbegabung etc. speziallisiert und im hessischen Programm mitgearbeitet.

    Persönlich bin ich kein Freund von Förderschulen (ist jedoch ein anderes Thema) sondern vertrete den „GU“ gemeinsamen Unterricht. Studien haben gezeigt, dass Kinder, welche „einen besonderen Förderbedarf“ haben an Regelschulen (oh…der Name ist doch einfach toll, oder? :kotz: ) wesentlich weiter in ihrer Entwicklung kamen, als vergleichbare Kinder an der Förderschule. Ich arbeite an einer Schule, an welcher wir 2 GU-Klassen haben. In den Hauptfächern findet eine Doppelbesetzung durch eine Förderschullehrerin statt. Diese betreut die 2-3 GU-Kinder. Sie arbeiten in unterschiedlichen Geschwindigkeiten und haben eine extra Lehrplan. Manchmal geht sie auch in einen anderen Klassenraum …etc. Zudem ist die Klassengröße von GU-Klassen auf maximal 18-20 Schüler begrenzt. Die Kinder sind jedoch in den Klassenverband eingegliedert.

    Schlimm ist es, wenn Schüler mit „besonderen“ Merkmalen erken und feststellen, dass sie „anders“ sind und dieses nicht möchten. Wie soll man mit dieser Situation umgehen? Kinder merken es ganz schnell, ob sie z.B. beliebt sind oder eben nicht. Liegt es daran, dass ich anders bin? Ich glaube einfach, dass das Leben für viele Kinder einfach schwerer und steiniger ist, als für andere….doch es gibt immer Menschen oder Mitschüler, welche dann helfen.
    Lieber offen und ehrlich in der Klasse darüber sprechen, als es zu verheimlichen.

    Ich habe derzeit eine Klasse mit 3 ADHS-Kindern (2 ohne Medikamente/ eines der Kinder ist sehr gewalttäig) und zusätzlich 5 anderen „verhaltensauffälligen“ Kindern. Wir haben uns zusammengerauft. Regeln, Rituale und viele Gespräche über „Besonderheiten“ haben uns geholfen mit der Situation klarzukommen. Natürlich treten täglich Unmengen von Konflikten auf, doch da die Mitschüler über „Besonderheiten mancher Mitschüler“ bescheid wissen, bemühen sie sich zu helfen und grenzen keine Mitschüler aus. Bei mir in der Klasse hat es so geklappt.

    Ich kann nur von mir sprechen, dass es am wichtigsten ist, dass die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrer stimmen muss. Es bringt nichts sich Vorwürfe zu machen, sondern man muss zusammenarbeiten. Wöchentliche Gespräche/ Rückmeldungen etc. sollten normal sein. Zudem gibt es Unmengen von individuellen Trainings-Übungs-Belohnungsmöglichkeiten…einfach eine Frage der Zusammenarbeit. 😉

    Vielleicht kann ich dir auf den Weg geben, dass Unmengen von anderen Eltern vor den gleichen „Aufgaben“ stehen und genauso verzweifelt etc. sind. ADHS muss keine Last bleiben, sondern kann einfach in eine „Besonderheit“ deines Kindes wechseln. Ich glaube auch fest daran, dass ihr das zusammen schafft. :hug:
    Auch Kinder mit ADHS sind in der Schule nichts Besonders. Machen die Lehrer daraus etwas Besonderes, dann frage sie doch einfach auf den Kopf zu, was daran besonders ist? Müsste ich alle meine Schüler ausgrenzen, welche Lernschwierigkeiten, Auffälligkeiten oder Besonderheiten haben, dann blieben noch etwa 5-7 Schüler meiner Klasse übring….doch was wäre das für ein Unterricht? Mir würde richtig was fehlen. Ich freue mich darüber, wenn mein einer Schüler (Namen darf ich nicht nennen) laut sich freut, wenn er etwas verstanden hat oder er eine ganze Seite z.B. geschafft hat. Natürlich könnte ich ihn jedes Mal deshalb ermahnen etc. , doch warum? Er kann es nicht abstellen (ist schin wesentlich besser geworden) und ist nach 3 Sek. damit fertig. Die Mitschüler kennen ihn nur so und wissen, dass er einfach nicht anders kann.
    Also…leben und leben lassen 🙂
    LG Karin

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Hallo Karin !

    Ich habe hier einen ganzen Ordner voller Knobelkartein etc.

    Ich nehme ihn – den ganzen Ordner ! …mit geht nämlich immer schnell der „Stoff“ aus… 😉

    Problem ist momentan bei Jannik wirklich die beginnende soziale Ausgrenzung – deshalb auch vor allem die durch den Psychologen angestrebte der Behandlung mit Medikamenten.
    Die Lehrerin ist wirklich klasse – ein ebenfalls hochbegabter Mitschüler bekommt schon immer andere Aufgaben und Texte etc., der hat nur den Vorteil, daß er im sozialen Verhalten „normal“ ist, wenn er sich nicht langeweilt.
    Als sie vor 5 Jahren an unsere Schule gekommen ist, hatte sie wohl sehr große Probleme, ihre „neumodischen“ Lernmethoden anzubringen. Mittlerweile ist sie dann doch ein anerkanntes Mitglied des Kollegiums geworden. Ach ja, wir haben eine kleine Dorfschule als Nebenstation einer anderen Grundschule mit jeweils 1 Klasse (selten 2Klassen) pro Klassenstufe.
    Bei Jannik ist im Unterricht halt kaum festzustellen, daß er sehr schlau ist – weil er durch das ADHS viel länger braucht oder teilweise gar nicht anfängt, Aufgaben zu erledigen. Troztdem hat die Lehrerin bemerkt, daß er viel mehr kann als die meisten anderen – wenn er denn etwas tut.
    Negativ ist in der Umgebung, die bisher davon weiß (gestern war Eltern-Stammtisch…) noch nichts erwähnt worden außer halt die Zweifel, ob er wirklich Medikamente nehmen soll/muß.
    Förderunterricht steht nicht zur Debatte, ist auch nicht nötig, da er trotz Stören und nicht Aufpassen vom Können her (wenn er es denn zeigt) weit über dem Durchschnitt liegt – was er leider durch die ständige Abgelenktheit nicht tut… :seufz:
    Wie schon erwähnt: er hat die für ihn beste Lehrerin bekommen, die es an dieser Schule gibt – glücklicher Zufall, weil ich trotz entsetzter Erzieherinnen und anderer Mütter auf eine frühzeitige Einschulung bestanden habe, weil er sonst vor Langeweile aus dem Ruder laufen würde. Das „andere“ Problem (ADHS) war letztes Jahr ja „nur“ als mein Problem (Mutter, die mit einem ganz normalen, etwas lebhafterem Kind schon überfordert ist… ) bekannt.

    Also, her mit dem Ordner, nehme ich sofort, mal sehen, wie lange der „hält“… :blinzel: 😀
    …denn ohne extreme Kopfarbeit am Nachmittag oder WE läuft er noch mehr aus dem Ruder… :seufz:

  • GidranX GidranX sagt:

    Toller Beitrag Sky…
    Jaja, die liebe Zusammenarbeit mit den Lehrern. Bei uns war es nicht möglich, dass die Lehrer auf der weiterführenden SChule kontrolliert haben, ob Jason seine Hausaufgaben komplett eingetragen hatte UND wenn keine HA aufgegeben waren, dies auch expliziet notiert war!! Jason sollte selbständig zum Lehrer, statt gleich nach Unterricht rauszurennen, das schaffte er natürlich nur äusserst selten…Also ging fast jeden Nachmittag das Theater los, wer hat sich die HA vollständig aufgeschrieben, wer war überhaupt erreichbar…Als ich versucht habe, der Klassenlehrerin Tipps zu geben, wie sie die Aufmerksamkeit (z.b. im vorbeigehen, die Hand auf die Schulter legen…) meines Sohnes zurückholen könne – wurde mir geantwortet, dass mit dem anfassen sei so eine Sache und könnte ja falsch aufgefasst werden… ?( Als ich ihr vorschlug, wenn er mal wieder mit Papierkügelchen wirft, dass er sie doch auch gleich wegfegen könne, schaute sie mich erstaunt an und meinte – macht er das denn dann auch? 8| Öhm, also bei mir schon…

    Als wir mit der Medikation begonnen haben, war mir das zeitnahe Gespräch mit den Lehrern super wichtig. Durch die Bank weg, wurde uns in Gesprächen bescheinigt – wenn es so nun bliebe, dann wäre das völlig in Ordnung. Jason habe sich stark verbessert in allem, garkein Vergleich mehr. Auf dem darauffolgenden Zeugnis waren dann die Noten durch die Bank weg schlechter geworden – samt Sozialverhalten, Arbeitshaltung etc. pp!! Auf eine Stellungnahme warte ich bis heute..Mein anderer Sohn ist hochbegabt, und besuchte ein Klasse höher die gleiche Schule..als die Lehrerkonferenze gelaufen war, in der Jason von der Schule verwiesen werden sollte – wurde er von seiner Klassenlehrerin angesprochen ob schon gehört habe, die Konferenz sei für seinen Bruder wohl nicht so toll gelaufen. Aber er müsse sich keine Sorgen machen (er ist ein reiner 1er Schüler gewesen), dass das auf ihn abfärben könne! Es sei denn wir (also die Eltern) würden Widerspruch einlegen – ja dann sähe die Sache aber anders aus, dann hätten wir das gesamte Lehrerkollegium gegen uns und DAS könnte dann auch auf ihn Auswirkungen haben.. :cursing: Das war der schnellste Widerspruch, den ich je in meinem Leben formuliert und abgegeben hatte…Er musste übrigens 1 Jahr lang keine Hausaufgaben in Mathe machen, da er sowieso immer 2-3 Kapitel weiter als die Klasse war – da fällt einem doch echt nichts mehr ein!! Im guten wie im schlechten – einfach nur unfähig!! Das ist die Erfahrung die ich gemacht habe. Und zwar mit insgesamt 3 Regelschulen.

    Und soll ich was sagen – schlussletzendlich ist mir die Situation der Schulen völlig Piepenhagen! (Was ja nicht heisst, das ich kein Verständnis für die Lehrer habe, die können da genausowenig was für wie unsere Kinder) Es gibt eine Schulpflicht hier in Deutschland, dann soll der Staat genauso seine verdammte Pflicht erfüllen und auch solchen Kindern einen adäquaten Schulbesuch ermöglichen. Ich kriege da echt zur Zeit Kreise in den Augen, wenn Hunderte von Millionen Euronen für unfähige Banken plötzlich wie Kasper aus der Kiste parat stehen können – und für unsere Kinder gibbet nix ?( Zumindest nicht erwähnenswert…Und meine Kinder haben keine ZEIT auf die nächsten Wahlen zu hoffen!! Der Zug ist für die dann abgefahren.

    Der Junge mit den Radios hört sich eher so an, als hätter er das Asperger-Syndrom. Die Kinder sind sich in vielen, vielen Dingen ähnlich.

    Ich glaube mal die Zahl bei uns gehört zu haben, dass der für uns zuständige Förderlehrer für über 2000 Kinder zuständig ist… :kotz:
    Unsere Stadt ist übrigens pleite wegen schiefgelaufener Derivatgeschäften!! :kotz: :kotz: Ging auch ziemlich gross durch die Presse.

  • Avatar Sky0202 sagt:

    Hallo,
    …manchmal verstehe ich viele der Beweggründe meiner Kollegen nicht. Muss ich ganz ehrlich sagen. Ich bekomme jeden Schultag (am Ende des Tages) das Hausaufgabenheft von 7 Schülern gezeigt. Wenn alles vollständig ist, dann unterschreibe ich. Zu Hause müssen sie die HA erledigen und die Eltern zeichnen ab, wenn alles gemacht wurde. Dabei ist die Vollstädnigkeit wichtig und nicht die Richtigkeit. So kann der Schüler nie! HA vergessen. Eigentlich ganz einfach und kostet mich ca. 5min am Tag. Diese 5 min bewirken aber, dass ich am nächsten Tag 10min spare, bis ich alle „vergessenen“ HA aufgeschrieben habe und wichtige Elemente erklärt habe :rolleyes: . Leider ist hier (gerade in Hessen) ein sehr großer Unterschied zwischen der Grundschule und weiterführenden Schulen. Es wird mit einem vollkommen anderem Schulprinzip gearbeitet.
    An der Grundschule ist es normal, dass jedes Kind in seinem Tempo arbeiten kann. Es werden Angebote geschaffen, die leistungsstarke Schüler zusätzlich fordern (siehe Knobelsachen) und leistungsschwächere Schüler müssen teilweise weniger oder andere vergleichbare Aufgaben lösen( welche weniger „schreiben“ benötigen). Dies nennt man Differenzierung.
    Natürlich ist dies nicht immer möglich. Ich bin z.B. ein Vertreter von Tagesplan bzw. Wochenplanarbeit. Jedes Kind erhält einen eignene Arbeitsplan, welcher in Pflicht und Sternchenstationen untergliedert sind. Pflichtaufgaben müssen gemacht werden. Die Reihenfolge und der Zeitpunkt ist den Kindern selbst überlassen. Die Ergebnisse müssen von den SuS (Schülern und Schülerinnen) selbstständig kontrolliert und verbessert werden. Ich mache die Endkorrektur.

    Dadurch, dass ich keinen Frontalunterricht halte, habe ich Zeit mich zu einzelnen SuS zu setzen und Aufgaben und Probleme zu klären.
    Zusätzlich stehen in jedem Raum zusätzliche Angebote, wo sich der Schüler Informationen holen kann oder weitere Aufgaben lösen darf (Sternchenstationen).
    Ich könnte mich immer amüsieren, wenn meine SuS über Grammatik (zB. die 4 Fälle) schimpfen, aber am liebsten zu Grammatikspielen greifen, wenn sie bereits fertig sind. 😀 Man muss ja nicht alles verraten 😉 .

    Um mal am Rande zu erzählen…solche Materialien bekommt man nicht gestellt! Die bezahlt man alle schön selbst. Ebenso die stundenlangen Bastelarbeiten (gerade für solche Spiele) übernimmt man selbst. Ich habe eine „Homeausstattung“ an Laminiergerät, Folien, Plakate, Heftern etc…ich kann jedem Schreibwarengeschäft Konkurrenz machen. Nunja…aber was soll ich sagen, ich liebe meinen Beruf und möchte niemlas etwas anders machen. Wo sonst bekommt man so ehrlich gesagt, ob die Arbeit okay ist oder nicht? Wo sonst bekommt man so tolle fröhliche Gesichter mit einem umwerfenden Lächeln jeden Tag? Wo sonst bekommt man gesagt, dass man die beste Lehrerin der Welt ist und wo sonst kann man jeden Tag nach Hause gehen und weiß, dass der andere heute etwas mehr weiß, wie noch am gleichen Morgen? …dann vergisst man die verbrannten Fingern vom Laminiergerät oder den 3 Laserdrucker den man kaufen musste. 😉

    Melanie du bekommst eine PN.
    LG Karin

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Danke schon mal – lese ich nachher in Ruhe… :friend:

    Und: Tolle Lehrerin bist Du :bravo: – und ich muß zu Deiner Beruhigung sagen, daß Jannik´s Klassenlehrerin Dir in ihrer „Berufung“ und Bemühung sehr ähnlich ist ! 8)

    LG Melanie

  • Avatar Phoenix sagt:

    Menschmensch. Nun habe ich mich eben durch den Thread gewühlt – :resp: . Dabei habe ich mich dann auch an den Struwwelpeter erinnert – dort ist das Krankheitsbild ja schon im „Zappelphillip“ und im „Hans-guck-in-die-Luft“ beschrieben.

    Ich möchte nur eins anbringen: Melanie, du schreibst ja, wie sehr dich das belastet – und ich denke, anderen betroffenen Müttern gehts genauso. Denkst du daran, dass du gelegentlich auch mal eine Pause brauchst? Grundsätzlich ist ganz oft ein Problem (auch wenn man z.B. Angehörige pflegt), dass man sich im Zweifel auspowert, übernimmt, solange, bis gar nichts mehr geht.

    Es gibt die Möglichkeit der Mutter-Kind-Kur. Nur als Hinweis – ich habe gute Erfahrungen damit gemacht.

    viele Grüße vom Phoenix, der allen Müttern ganz viel Kraft wünscht! :friend:

  • Avatar Briana sagt:

    Bei meinem Bruder wurde in der Grundschule ADS diagnostiziert. Meine Mutter forderte die Lehrer gleich auf das bei den Noten zu berücksichtigen und Rechtschreibfehler nicht mehr mit bei der Notenplanung einzubeziehen (super beim Diktat oder? :doh: ).

    Auf jeden Fall war das von da an die Erklärung für alles. Er räumt nicht auf – ADS, schlechte Noten – ADS, …..

    Interessanterweise konnte er wenn wir mal 2 Wochen alleine zu Hause waren weil die Eltern im Urlaub plötzlich ganz alleine aufräumen, die Kaninchen füttern, etc :fies: ich brauchte ihm noch nicht mal nen Zettel hinlegen. Ging alles von ihm alleine aus…

    Fand ich schon recht merkwürdig :whistling:

    Seit er 18 ist, nimmt er seine Tabletten nicht mehr und beschäftigt sich auch nicht mehr mit dem Thema und ehrlich gesagt hat sich bei ihm auch nichts geändert. Weder im Verhalten noch an den Noten seitdem. :ja:

    Für mich wurde er einfach nur verhätschelt aufgrund von 3 Buchstaben :panik1: Und über das Ergebnis wird sich jetzt beschwert. Klingt vielleicht anmaßend von mir, aber wenn man mal die Fakten sieht und zusammenzählt 😉

    Wenn ich manche eurer „Lebensläufe“ bzw die der Kinder lese denke ich mir nur „Respekt!“ Positiv!

  • Avatar Strick sagt:

    Auf jeden Fall war das von da an die Erklärung für alles. Er räumt nicht auf – ADS, schlechte Noten – ADS, …..

    Das ist der Denkbar schlechteste Umgang mit einem ADSler :doh:

    ür mich wurde er einfach nur verhätschelt aufgrund von 3 Buchstaben :panik1: Und über das Ergebnis wird sich jetzt beschwert. Klingt vielleicht anmaßend von mir, aber wenn man mal die Fakten sieht und zusammenzählt 😉

    Kann ich mir vorstellen Briana. Ich als ADSler benötige ganz klare Ansagen und Strukturen. Wenn ich die nicht habe bin ich nicht Lebensfähig (überspitzt formuliert).
    Verhätschelte Kinder finde ich per se schlimm, mit ADS dürfte das noch schlimmer sein :panik: :panik1:

  • Avatar Phoenix sagt:

    Wobei die Neigung zum „Verhätscheln“ oder „alles erklären mit der Krankheit“ kein exklusives oder typisches Phänomen bei ADS ist. Das findet man bei anderen Erkrankungen und Handicaps auch. Wobei ich…naja…ein bißchen kann ich das nachvollziehen. Eine Mitmama in der Kita hat ein Zwillingspärchen, das Mädelchen ist sehr zart und ihre Beine sind nicht so, wie sie sein sollten. Dass man als Mutter dann dazu neigt, bei so einem Kind überfürsorglich zu werden…ich kanns verstehen. Da gehört glaube ich viel Selbstdisziplin und Bewußtsein zu, bewußt gegenzusteuern und nicht in so ein Muster zu verfallen.

    viele grüße vom Phoenix

  • Avatar Briana sagt:

    Vielleicht ist das der Grund, warum es bei ihm und mir so gut klappt :denk: Bei mir bekommt er klare Ansagen und handelt er nicht danach folgt ne Konsequenz :maul:

    Bestes Beispiel: Ich mußte bei der EX RB im Winter die Boxen misten aber der Hof lag immer schon im Dunkeln und keiner außer mir mehr da :S Also hatten wir eine Abmachung. Er kommt mit und hilft und dafür hab ich ihm dann bei anderen Dingen geholfen. War er unzuverläßig war ich es auch 😉

    Ja, Phoenix, da stimme ich dir zu, aber bei 90% der Kinder kommt dann nichts gutes bei raus. :no:

    Wir haben eine MA, die ist superselbstständig. Arbeitet wie jeder andere, geht zum DLRG, gibt Schwimmstunden, Zeltlager weiß der Geier was noch – und die sagt auch, ihre Eltern haben sie genauso behandelt wie ihre Geschwister, so schwer es ihnen auch fiel :thumbsup:

  • Avatar Sky0202 sagt:

    Hallo,
    danke…für das Kompliment. Deine Materialien kommen nächste Woche 🙂 .

    Leider wird AD(H)S hin und wieder als „Ausrede“ genutzt. Sei es von den Schülern oder manchen Eltern. Hier muss man gerade den Kindern klar machen, dass es mit ihrer Aufgabe ist dafür zu sorgen, dass z.B. Ordnung herrscht. Wichtig ist, dass die Wichtigkeit der Krankheit genommen wird. Annehmen und damit umgehen, anstatt es als zu wichtig zu nehmen. Schwer…sicherlich, gerade für Eltern. Sie wollen ja nur das beste für ihr Kind.
    Es ist ein schweres und sehr unterschiedliches Krankheitsbild. Genau darin liegt die Problematik.
    Ich mache allen Eltern klar, dass ihr Kind einfach mit manchen Dingen mehr Schwierigkeiten hat (hier Unterstützung benötigt) aber trotzdem die gleichen Rechte und Pflichten in der Schule hat.

    Fehler in Diktaten haben nichts mit ADS oder ADHS zu tun. Sondern wenn mit einer Lese- oder Rechtschreibschwäche. Hier gelten andere Verordnungen b.Z die VOLRR.
    Häufig ist es jedoch so, dass verschiedene Krankheitsbilder mit einer anderen Teilleistungsschwäche oder extremen Stärke zusammentreffen. Man kann dies nicht verallgemeinern.
    AD(H)S wird auch in der Schule nur anerkannt, wenn ein Gutachten von einem Facharzt vorliegt.

    Kleiner Tipp für zu Hause, wenn nicht schon passiert.
    1. Der Schreibtisch muss immer super aufgeräumt sein. Nichts darf an einem fremden Platz liegen. Am besten eine kleine Übersicht für das Kind, dass das Mäppchen immer an der gleichen Stelle liegt etc. Mache ich so in der Schule. Führt dazu, dass nicht ewige Zeiten gesucht wird und das das Mäppchen 12455x vom Tisch fliegt. Es bietet sich auch hier an, dass das Kind in der Schule an einem Einzeltisch sitzt. So kann ihn niemand stören oder ablenken. Viele der SuS mit ADHS lassen sich extrem schnell von äußeren Einflüssen und Veränderungen ablenken.
    2. Alles, was ablenken kann aus dem Zimmer vebannen..Außnahme sind Tiere. Diese bitte am besten imm beim Hausaufgaben machen/lernen dazu legen :ja: Wirkt Wunder.
    3. Klare Zeiten einhalten. Die Hausaufgaben werden an jedem Tag direkt an dem Mittagessen gemacht. (Rituale erleichtern den Kinder ungemein das Leben).
    4. Klare Absprachen treffen und diese immer einhalten…auch wenns schwer fällt.
    5. Wenn man die Zeit hat, dann bitte sich neben das Kind setzen, wenn es lernt und Hausaufgaben macht. Im nicht bei den Hausaufgaben helfen, sondern ihn, sollte er sich „wegträumen“ oder von unwichtigen Dingen erzählen etc. (alle Eltern von ADHS-Kindern wissen jetzt was ich meine 🙂 ) einfach ihn darauf hinweisen weiterzuarbeiten. Es hilft auch, wenn man sich ein Kärtchen mit einem roten Ausrufezeichen bastelt und dieses dem Kind in der Situation zeigt. Zuvor muss natürlich besprochen werden, was das Zeichen bedeutet.
    6. Spaß beim Lernen haben. Verständniss dafür haben, dass sich das Kind nur Minuten konzentrieren kann…sie machen das nicht absichtlich. Es frustriert sie selbst, wenn sie es beginnen zu merken. Viele Pausen machen und durch ein Bewegungsspiel die Energie kurz rauslassen oder Ruheübungen machen…kommt auf die Situation an.
    7. Das Kind immer loben, wenn es eine Aufgabe in einer gesetzen Zeit geschafft hat. Manchen Kinder hilft es, wenn sie eine Stoppuhr bekommen und sehen wie viel Zeit sie noch für diese Aufgabe haben. Kleiner Tipp: Hausaufgaben in der erst und zweiten Klasse dürfen nicht länger wie 30min sein. Dritte und vierte bis zu 45min. Dauert es wesentlich länger, dann Kontakt zu den Lehrern aufnehmen und Lösung suchen.
    8. In extrem schwierigen Situationen, wo man ds Kind…naja, ihr wisst schon was ich meine…an positive Eigenschaften denken und dem Kind das sagen. Wirkt 1000 besser, als ihn das 14x zu ermahnen, dass er endlich damit aufhören soll. Die Situation wird so entschärft.
    9. Timeout-Karten sind oft eine gute Lösung. Das Kind bekommt jede Woche z.B. 5 Timeoutkarten von mir. Timeoutkarte bedeutet, dass das Kind über den Schulhof rennen darf. Merk eines meiner ADHS-Kinder, dass es sich (und zwar sofort) bewegen muss, weil sonst etwas passiert, so darf es die Timeoutkarte ausspielen (legt es mir auf den Pult) und darf einfach nach draußen gehen und flitzen. Ist natürlich alles abhängig von den Begebenheiten. Es ist jedoch klar, dass das Kind den versäumten Unterricht nachholen muss.
    10. Ich binde AHDS Kinder in Klassenaufgaben und Pflichten ein. Vorallem der Blumendienst ist sinnvoll. Kümmern sie sich nicht um die Pflanzen, so sterben diese. Zur Erinnerung klebt auf dem Tisch des Kindes das jeweilige Zeichen des Dienstes. Meist bleibt dieser Dienst auch nur bei diesem Kind, da es meist längere Zeit benötigt sich darauf und vorallem auf die Regelmäßigkeit einzustellen.

    Vielleicht konnten euch einige der Tipps helfen.
    LG Karin

  • Avatar Sky0202 sagt:

    Ohje…wenn man schnell schreibt, dann haut man ganz schön viele Fehler rein. Sonst habe ich immer mein schönes Rechtschreibprogramm, wenn ich mal wieder Buchstaben vertauscht habe oder einen vergessen habe. Ich muss das Schreiben am Rechner einfach noch ein bissel üben 😀 . Das Deutschexamen habe ich jedoch mit sehr gut bestanden…da durfte ich auch mit der Hand schreiben. 😉

  • Avatar Strick sagt:

    Fehler in Diktaten haben nichts mit ADS oder ADHS zu tun. Sondern wenn mit einer Lese- oder Rechtschreibschwäche

    Nö, sehe ich anders. Die Aussage ist mir zu pauschal 😉 😀 .
    Ich selber habe meine Lehrer zur Weißglut gebracht weil sie nie wussten wie sie mich benoten sollten 8o .
    Rechtschreibung und Orthographie 5-6 :S :red: . Meine Aufsätze waren aber dafür sprachlich und vom Niveau her immer überdurchschnittlich gut. Lesewettbewerbe habe ich gewonnen :nix: .
    Mathe 5-6 Physik 2 usw. Damals wusste keiner von meinem ADS. Ich durfte mir immer anhören ich würde die Lehrer verarschen :irre: . Denn es könne nicht sein das ich so viel Lese, mich für mein Alter so eloquent ausdrücken kann aber dafür so eine grottige Rechtschreibung habe :seufz: .
    Wie oft musste ich mir anhören das ich meine Talente vergeude, mit diesem Verhalten würde ich nur mir selber schaden…….
    Ich bin sehr Sprachbegabt lerne das nur durchs hören. Aber wehe ich soll die Grammatik lernen. No Way. Das ist auch heute noch so.
    Ich würde nichts lieber als Spanisch lernen. Ich war Jahre dort im Urlaub hatte Spanische Freunde. Irgendwann saß ich am Tisch und konnte verstehen was die sagten, ohne je in ein Buch geguckt zu haben. Ich habe aber schon 6 Anläufe gemacht, die Sprache zu lernen. ICH WILL DAS.
    Aber es geht einfach nicht. Ich kann mich darauf ums verrecken nicht konzentrieren.

    AD(H)S wird auch in der Schule nur anerkannt, wenn ein Gutachten von einem Facharzt vorliegt.

    Was ich absolut verstehen kann. ADHS darf keine Ausrede sein. Aber alle Schüler, Eltern und Lehrer sollten wissen woran sie mit so einem Kind wirklich sind.

  • Avatar Phoenix sagt:

    Sky, toller Beitrag.

    Wobei ich bei manchen Punkten – „klare Regeln“, „Absprachen“, „Rituale“, „in Aufgaben einbeziehen“ – so bei mir gedacht habe, dass das alle Kinder brauchen. Weils halt Sicherheit gibt :-). Wobei – klar, für ADS-Kids ist das vermutlich NOCH wichtiger.

    viele Grüße vom Phoenix

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Wobei die Neigung zum „Verhätscheln“ oder „alles erklären mit der Krankheit“ kein exklusives oder typisches Phänomen bei ADS ist. Das findet man bei anderen Erkrankungen und Handicaps auch.

    So IST es! Mein Erstgeborener hatte sehr früh (erster Anfall im Alter von 10 Wochen, nach Klumpfuss-OP) Asthma, gelegentlich lebensbedrohlich. Da er auch ein Schlauer ist, war mir (ich bin ja auch schlau) sehr schnell klar, wie leicht man als liebende und besorgte Mutter zum willenlosen Spielball eines solchen Kindes wird, und ich habe beizeiten mein Verhalten danach gerichtet, wenn es auch oft sehr schwer fiel.

    Was mich heute noch ärgert: Man ist/wird mit einer solchen oder auch anderen Diagnose so schrecklich allein gelassen! Das Medizinische wird alles gemacht, aber das Menschliche und vor allem die Beratung betreffs Erziehung bleibt komplett auf der Strecke!
    Bei den AD(H)S-Kindern scheint das ja heutzutage Gott sei Dank anders zu sein, wenn denn die Diagnose endlich steht – funktioniert ja auch nicht ohne eine „Mit-Therapie“ der Eltern. Dafür tun sich aber eben Abgründe auf, wenn es darum geht, solche Kinder vernünftig in Schule und Kindergarten zu betreuen….. Von den „lieben“, ach so schlauen Mitmenschen mal ganz abgesehen. *grummel*

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Das Programm mit Hausaufgaben etc. kenne ich zur Genüge.
    Ich sitze mit dabei – sein Schreibtisch steht mit in meinem Büro, das minimiert auch gleichzeitig das „vermüllen“ von wichtigen Utensilien und „zumüllen“ des Schreibtisches durch hochwichtige Bastel- oder Malarbeiten (*seufz*) und ich kann ihn nebenbei gut im Blick behalten – und eben dann ansprechen, wenn er anfängt vor sich hin zu starren und zu träumen oder ähnliches.
    Generell hatte unser Junior von Anfang an sehr strenge Regeln, weil er sonst ohne rechtzeitiges Abfangen total aufgedreht hat – was mir natürlich wieder keiner glauben wollte, denn es konnte ja so nicht passieren :doh:
    In der Klasse hat der Junior einen Einzeltisch – mit tollem Ausblick auf die Wand, wenn sie nicht auf die Tafel oder zur Lehrerin schauen müssen. Das funktioniert wohl ganz gut, da er es schon einigermaßen (!) im Griff hat, sich nicht durch Punkte auf der Wand ablenken zu lassen. :whistling:

    Rein theoretisch hätte ich ja sogar 2 Ausreden, mich „auf die faule Haut“ zu legen: ADHS UND Hochbegabung. 😉
    Wird ja immer beliebter „tja, mein Sohn ist hochbegabt, da komme ich nicht an ihn heran, wenn er das macht !“…
    Und gerade wegen dieser Leute (und denen, die ihr Kind schlau haben wollen – ohne die tatsächlichen Konsequenzen und Probleme dadurch zu kennen…) habe mich lange mit mir gehadert, Jannik testen zu lassen. Lediglich die begründete Befürchtung, daß es Probleme in der Schule geben kann und er dann in den Schulkindergarten kommt (absolutes NoGo meiner Meinung nach für ihn – auch nach Meinung des Psychologen) hat mich dann doch den „Antrag“ stellen lassen.
    Hat auch nur ein halbes Jahr gedauert… Wir lagen im Zeitfaktor noch ganz gut… Zumal die Praxis sehr gute „Kritiken“ hat…
    Und die Auswertung und das Gespräch war tatsächlich schon nach 3 Wochen – da hat eine Bekannte von mir nochmal ein halbes Jahr drauf warten müssen ! :wacko:

  • Avatar Phoenix sagt:

    Was mich heute noch ärgert: Man ist/wird mit einer solchen oder auch anderen Diagnose so schrecklich allein gelassen! Das Medizinische wird alles gemacht, aber das Menschliche und vor allem die Beratung betreffs Erziehung bleibt komplett auf der Strecke!

    Mumpel, ich lehn mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster. Aber gelegentlich finde ich, dass man als Mutter generell die A…karte gezogen hat. Krankheit? Mama-Thema. Erziehungsprobleme? Mama machts falsch. Schule? Mama ist als Hilfslehrer fest eingeplant.

    Egal, worum es geht: Mama ist voll verantwortlich, zuständig und eigentlich auch immer schuld.

    – Warum? Weil der Rest der Gesellschaft nichts mehr mit Kindern zu tun hat?

    In Afrika heißt es: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Wenn da die Lütten über die Stränge schlagen, fühlt sich jeder Erwachsene, der in Reichweite ist, angesprochen – und greift ein.

    Ist bei uns…ganz anders.

    Ist jetzt vielleicht etwas unreflektiert. Aber gelegentlich empfinde ich das so. Und ich glaube, dass es für Mütter, die ein Kind mit Handicap haben, auch darum doppelt schwierig ist.

    Viele grüße vom Phoenix

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Ich selber habe meine Lehrer zur Weißglut gebracht weil sie nie wussten wie sie mich benoten sollten .
    Rechtschreibung und Orthographie 5-6 . Meine Aufsätze waren aber dafür sprachlich und vom Niveau her immer überdurchschnittlich gut. Lesewettbewerbe habe ich gewonnen .
    Mathe 5-6 Physik 2 usw. Damals wusste keiner von meinem ADS. Ich durfte mir immer anhören ich würde die Lehrer verarschen . Denn es könne nicht sein das ich so viel Lese, mich für mein Alter so eloquent ausdrücken kann aber dafür so eine grottige Rechtschreibung habe .
    Wie oft musste ich mir anhören das ich meine Talente vergeude, mit diesem Verhalten würde ich nur mir selber schaden…….

    Du beschreibst hier sehr treffend meinen jüngeren Sohn! 8o Ich habe ihn allerdings nie zur Untersuchung auf ADS gebracht, denke aber, daß er zumindest sehr nah dran war/ist. Anfang Gymnasium bis fast 10. Klasse war seine Rechtschreibung eine Katastrophe, seine Schrift ist heute noch absolut unleserlich – ich bewundere seine Lehrer, daß sie sich immer die Mühe gemacht haben, diesen Fliegenschiss zu entziffern und glaube, die haben eine Party veranstaltet, als es mit Beginn der Oberstufe für die Schüler an den PC ging (Hausaufgaben, z.T. auch Klausuren)! Das Kind hat heute Leistungsfach Deutsch! Er hat eine enorme „Denke“ (Lieblingsfach Philosophie) und einen gewaltigen Wortschatz, die Orthografie geht so, aber LESEN kann man nicht, was er schreibt. Er hat in der Grundschule und Grundstufe Gymnasium hunderte von Seiten „Schönschrift“ machen müssen – außer daß es ihn unendlich gequält hat und reine Malerei war, hat es nichts gebracht.
    Auch Mathe immer haarscharf 5 oder gerade so 4-, Physik eine 2, heute Leistungsfach, aber LESEN kann man nicht, was er schreibt….

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Phoenix – ich gebe Dir (ausnahmsweise mal) vollumfänglich Recht!!!

  • Avatar Phoenix sagt:

    Phoenix – ich gebe Dir (ausnahmsweise mal) vollumfänglich Recht!!!

    Na sowas!

    Das mit der Handschrift braucht dich – glaub ich – nicht so bekümmern. Ich hatte auch seit jeher eine Klaue. In der Grundschule hab ich unter Tränen zuhaus gehockt, weil ich ein und den selben Text immer wieder abschreiben sollte, solange, bis er lesbar ist. Ich habe das als entsetzliche Schikane empfunden.

    Meine Handschrift ist bis heute entsetzlich. Warum? Weil ich seit jeher erheblich schneller denke, als ich schreiben kann.

    Meine Rettung war die Erlernung des 10-Finger-Systems an der Schreibmaschine. Seitdem gehts auch für mich schnell genug.

    Einen Schreibmaschinenkurs kann ich übrigens generell empfehlen. Das ist eine der besten Investitionen, die man machen kann. 🙂

    Viele Grüße vom Phoenix

  • Avatar Phoenix sagt:

    PS: Melanie, für deinen kleinen Kopfhungrigen fällt mir noch der Nintendo DS ein. Hat er sowas? Es gibt zB ein saugutes, sehr kniffliges Rätselspiel, Prof. Layton und das geheimnisvolle Dorf (oder so ähnlich) – es würde mich sehr wundern, wenn ihn das NICHT beschäftigt.

    viele Grüße vom Phoenix

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Mal zu dem Thema „Mütter sind von der Umgebung allein gelassen“…

    DAS kann auch ein Vorteil sein – wenn ich mir meine Umgebung so anschaue. Sonst wäre der Junior wohl schon durchgedreht bei den ganzen „ach, laß ihn doch, der ist doch nur gerade etwas aufgeregt“ und „sei doch nicht so streng mit dem armen Kind – der ist doch so lieb !“ :panik: :kowa:
    Naja, Engelchen-Gesicht mit großen blauen Augen halt – ich kann ihm (einigermaßen mit viel Übung und Selbstbeherrschung) widerstehen… 😀

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Phoenix – ich gebe Dir (ausnahmsweise mal) vollumfänglich Recht!!!

    Nachsatz: Ich sehe aber auch oft die andere Seite: Viele Mütter/Väter sind schon mit relativ kleinen Maleschen ihrer Kinder ganz schnell überfordert (manchmal auch, weil ihnen ihre „Selbstverwirklichung“ wichtig(er) ist) und treten die Verantwortung dann ganz leicht an das Jugendamt, die Familienberatung, den Psychologen, die Kindergärtnerin, die Lehrer oder sonstwen ab, um nur ja nicht Schuld zu sein, oder gar etwas opfern zu müssen…

  • Avatar Mumpitz sagt:

    Mal zu dem Thema „Mütter sind von der Umgebung allein gelassen“…

    Da hast Du sicher Recht. Ich meinte das aber eher so, daß einen eben gerade die Profis, wie z.B. Ärzte, allein lassen…

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Hi Phoenix !

    Nintendo habe ich für ihn erstmal bis auf weiteres nach hinten verschoben – genau wie fernsehen in der Woche.
    Regt zu sehr an und auf… Ist momentan auch mit dieser Begründung auch akzeptiert von ihm – er ist ja halt auch nicht doof und versteht solche Argumente schon, wenn er nicht gerade den kindlichen Trotzkopf herauskehrt. :rolleyes:
    Er hat Lernspiele, die er auf meinem PC spielen kann unter Aufsicht und stark beschränkt von der Zeit her.
    Das klappt ganz gut, aber am sinnvollsten ist noch die gute alte Beschäftigung mit Aufgaben mit Papier und Stift (Sudoku o.ä.) oder LÜK-Kasten – denn da muß er sich gleichzeitig noch noch auf das „nicht ablenken lassen“ konzentrieren als Übung für die Schule etc. :thumbsup:

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Stimmt schon, Mumpitz – wenn man nicht durch Glück die richtigen trifft oder sich aussucht.
    Wir hatten anscheind bei der Lehrerin und bei den Ärzten bisher großes Glück.
    Habe aber in einer der Zeitschrift auch gerade gelesen, daß eine starke Unterversorgung mit Kinderpsychologen herrscht bei vermehrt auftretenden Kindern mit Problemen wie ADS/ADHS, Hochbegabung (kann ja auch zum Problem werden im Umgang…) und anderen psychischen Sachen.

  • Avatar Phoenix sagt:

    Phoenix – ich gebe Dir (ausnahmsweise mal) vollumfänglich Recht!!!

    Nachsatz: Ich sehe aber auch oft die andere Seite: Viele Mütter/Väter sind schon mit relativ kleinen Maleschen ihrer Kinder ganz schnell überfordert (manchmal auch, weil ihnen ihre „Selbstverwirklichung“ wichtig(er) ist) und treten die Verantwortung dann ganz leicht an das Jugendamt, die Familienberatung, den Psychologen, die Kindergärtnerin, die Lehrer oder sonstwen ab, um nur ja nicht Schuld zu sein, oder gar etwas opfern zu müssen…

    Stimmt. Das gibts genauso.

    Melanie: In Sachen Nintendo: Ah, ok. Ist halt immer die Frage, wie ein Kind darauf reagiert. Meine Lütte (5) darf sich am Rechner mit den Spielen bei der HP der „Sendung mit der Maus“ befassen, das findet sie immer ganz toll. Da guckt sie auch gern die Erklärungsfilme (ist unser Samstagsritual, ich koche, sie guckt zum x-ten Mal, warum ein Milchzahn ausfällt). Sie nutzt auch gern das Malprogramm. Das Sandmännchen hat auch eine ganz nette Seite, finde ich.

    Natürlich weiß ich nicht, inwieweit das was für deinen Sohn ist – meine Kleine ist halt „stino“ (=stinknormal).

    Viele Grüße vom Phoenix

  • Helios Helios sagt:

    Wobei ich bei manchen Punkten – „klare Regeln“, „Absprachen“, „Rituale“, „in Aufgaben einbeziehen“ – so bei mir gedacht habe, dass das alle Kinder brauchen. Weils halt Sicherheit gibt :-). Wobei – klar, für ADS-Kids ist das vermutlich NOCH wichtiger.

    Klar sollte das für alle Kinder gelten, es macht das Zusammenleben mit den Zwergen um einiges leichter :rolleyes: Aber grade für ADS/ADHS Kinder ist das quasi lebensnotwendig.

    Ich kenne leider einen Fall in der Verwandtschaft, das Patenkind meines Mannes hat ADS. Wird mit Ritalin behandelt, aber statt die Dosis zu reduzieren, wird sie bei dem Bub immer weiter raufgeschraubt. Half morgens noch die Medi, wurd’s zum Nachmittag schlechter, also gibt man mehr :doh: Er bekommt keine Therapie, ist ständig der Buhmann daheim, die Mutter geht lieber arbeiten, als sich zu kümmern (die müßte definitiv nicht wegen dem Geld in die Arbeit) und nimmt sich so gut wie nie Zeit für den Jungen. Klar hat er jetzt bessere Noten aber läuft rum wie ein Roboter.

    Deswegen meinen großen Respekt an alle Mütter, die sich wie Gabriela, Melanie und alle anderen so mit Hingabe und Herzblut für ihre Kinder einsetzen und, auch wenn’s oft mehr als schwer fällt und anstrengend ist, Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um ihren Kindern zu helfen.

    Resignieren hilft weder Mutter noch Kind, deswegen wünsch ich Dir, Melanie und allen anderen Betroffenen hier die nötige Kraft, einen guten Weg zu finden, mit der Krankheit umzugehen und das Beste daraus mitzunehmen :hug: Druckt GidranX Geschichte aus, legt sie unters Kopfkissen und lest sie, wenn ihr ausgelaugt seid

  • Avatar Spatzl sagt:

    Hallo Melanie,
    habe mit großem Interesse diesen Thread gelesen.Meine Tochter (11) hat auch ADHS.So wie du deinen Sohn beschreibst in Punlto Schule usw erkenne ich komplett meine Tochter wieder.
    Wir sind auch in psychotherapeutischer Betreuung und meine Tochter nimmt „Medicinet“.Anfangs Morgens und Mittags eine geringe Dosis,jetzt haben wir umgestellt und sie nimmt nur noch morgens eine Kapsel, höher dosiert und mit Langzeitwirkung.
    Leider ist ihr Klassenlehrer der Meinung ADHS sei ein reiner Erziehungsfehler und Medikamente helfen nichts.Somit haben wir auch kein hilfreiches Feedback von der schulischen Seite her.Aber Dank der Mittagsbetreuung weiß ich jetzt daß die Konzentration auch noch nach 14 Uhr anhält,also dürfte während des Unterrichts alles oK sein.wir werden im nächten Jahreszeugnis sehen ob es nun bergauf geht.
    Den Nintendo habe ich unter der Woche auch weggesperrt,denn wie du schon sagst er regt zu sehr an und auf.
    Wir haben es schon nicht einfach *seufz* Das mit der Hochbegabung stimmt auch (leider),nur wird sie bei Sachen sichtbar wo eigentlich momentan nicht wichtig sind.
    Es tut auf jeden Fall gut wenn man weiß daß man nicht der einzige mit diesem Problem ist.
    Ich werde diesen Thread auf jeden Fall weiterverfolgen.

    Liebe Grüße Claudia

  • Avatar Phoenix sagt:

    Ich kenne leider einen Fall in der Verwandtschaft, das Patenkind meines Mannes hat ADS. Wird mit Ritalin behandelt, aber statt die Dosis zu reduzieren, wird sie bei dem Bub immer weiter raufgeschraubt. Half morgens noch die Medi, wurd’s zum Nachmittag schlechter, also gibt man mehr :doh: Er bekommt keine Therapie, ist ständig der Buhmann daheim, die Mutter geht lieber arbeiten, als sich zu kümmern (die müßte definitiv nicht wegen dem Geld in die Arbeit) und nimmt sich so gut wie nie Zeit für den Jungen. Klar hat er jetzt bessere Noten aber läuft rum wie ein Roboter.

    Sorry, OT, fällt mir nur gerade in dem Zusammenhang ein: Hab ich vor einer Weile bei der Kita erlebt, da war meine Tochter noch 4. Mutter kommt mit mir am Zaun an. Mit ihrem 4jährigen. Schickt den allein durchs Tor aufs Gelände. Der arme kleine Kerl hat nicht mal ein Küßchen bekommen oder eine Umarmung. Mutterseelenallein ist der in die Kita gewackelt, hat sich (da waren wir auch schon drin) ganz allein seine Jacke ausgezogen und seine Hausschuhe an, hat seine Brotdose genommen und ist hochgegangen.

    Mit 4.

    Ich fand das derart herzlos…das Kind hat mir richtig leidgetan. Sorry, aber mir ist das echt hängengeblieben.

    Viele Grüße vom Phoenix

  • Avatar Saro sagt:

    Ha Strick das kenn ich. In der Primarschule musste ich in die Legastheniestunde. War furchtbar. Meine Schrift kann man nur lesen wenn ich mir wirklich Mühe gebe, ich sehe bis Heute verdrehte Buchstaben nicht wenn ich in Eile oder gestresst oder müde bin, mein Deutschlehrer hatte um meine Frustration nicht ins unermessliche steigen zu lassen für mich ein Notensystem eingeführt, indem es eine inhaltliche Note gab und dann für jeden Fehler einen klar definierten Abzug. Somit konnte ich die schlechte Note akzeptieren und der Frust verschwand. Es gibt sie auch die guten Lehrer.
    Mütter sind an allem Schuld und sie fühlen sich vorallem oft schuldig. Auch bei mir war das lange ein Thema. Berufstätig und Mutter ein no go…ich wäre aber eine furchtbar schlechte Vollzeitmami gewesen. Somit bin ich mittlerweilen eine bekennende Rabenmutter.
    Aerzte sind ausserdem recht naturwissentschaftlich ausgebildet. Die psychologische Betreuung der Patienten und deren Angehörigen muss man sich durch Versuch und Irrtum aneignen…..was eben nicht immer so einfach ist.

  • Helios Helios sagt:

    Phoenix, wenn ich Göga’s Patenkind seh und wie er teilweise behandelt wird, gehts mir genauso. Ich kenn den Zwerg von Klein auf und der hat geradezu nach ner konsequenten Hand aber auch eben liebevoller Zuwendung gebettelt, da war ich noch keine Mama und sogar ich hab das bemerkt. Nur war Frau Mama zu bequem, um dem Kind klare Grenzen aufzuzeigen, heut so, morgen so und auch viel Gewalt im Spiel :cursing: Der Spaß geht am Kind aus und da könnt ich :kowa: und :kotz:

    Wir haben in der Nachbarschaft einen Jungen (wurde letzten Juli 6), der kommt im Sommer, wenn wir draußen sind und grillen und fragt, ob er mit essen kann, daheim hat er bis dato nix bekommen. Nach elf kommt die Mutter angewackelt und sucht ihr Kind. Sie ist auf der Couch eingeschlafen und als sie ins Bett wollte, fiel ihr auf, das was fehlt :kowa: Sorry für OT, aber da kann ich nur sagen, armes Deutschland und noch viel schlimmer, arme Kinder in Deutschland und darum umsomehr :resp: für unsere starken, kämpferischen und mutigen Mamis, die sich diesem Thema stellen müssen.

  • Avatar Saro sagt:

    Ja Phönix es gibt vierjährige die können das und es gibt solche die machen das nicht. Meiner hatte überhaupt kein Problem damit solche Sachen alleine zu miestern. Mein Gatte war absolut schmerzfrei. Der hatte meinen Jungen vierjährig vor dem Krankenhaus (ein achtstöckiger Moloch) abgeladen, er soll die Mama suchen. (Ich war stocke sauer und es gab einen riesen Krach zu Hause) Was hat der Zwerg gemacht? Er hat sich vor den Lift gestellt und offenbar zu einem Passanten gesagt er müsse zum 7. Stock. Dort ist er aus dem Lift, hat sich ins Zimmer der Krankenschwestern begeben und gemeint er suche seine Mama. Er wusste wie ich heisse und in welcher Funktion ich dort arbeite. Als ich 10 Minuten später im Stationsbüro auftauchte sass da ein Kind mit einem Schoggi-verschmierten Gesicht und winkte mir lässig zu.
    Er ist mit 7 Mutterseelen alleine Bus und Strassenbahn gefahren, er ist mit Neun mutterseelen alleine durch die Ganze Schweiz mit dem Zug um seine Nonni zu besuchen (4.5 Stunden) Mit 12 hätte er aus dem Tessin mit dem Zug nach Luzern gesollt. Da war eine Panne, und der Zug furh in Arth Goldau anstatt nach Luzern nach Zürich. Junior merkte, dass er die Landschaft nicht kannte. Nächster Halt, er stiegt aus, sucht sich selber einen Zug nach Luzern, nimmt das Handy und informiert meine Eltern, er sei falsch gefahren und komme etwas später in Luzern an, ob sie netterweise auf ihn warten können. Er hat noch so viele Dinge gemacht und ich war die Rabenmutter….aber er wollte das. Mit einem anderen Kind wäre das alles nicht gegangen. Man kann und darf aber nicht von der eigenen Situation auf andere schliessen.

  • Avatar Phoenix sagt:

    Saro, unbenommen. Der Kleine an der Kita sah dabei aber nicht glücklich aus. Ich kenne von meiner Tochter auch, dass sie in bestimmten Situationen – wenn sie sich kompetent fühlt – sagt: „Das mach ich jetzt allein. Tschüs“. So war das aber nicht. Das war einfach die Nummer: Schubs-tschüs.

    🙁 Phoenix

  • Avatar Sky0202 sagt:

    @Strick: Aber da denken wir doch das Gleiche. Ich habe gesagt, dass nicht ADHS/ADS unbedingt mit Rechtschreibfehlern einhergehen muss, aber oft Teilleistungsschwächen ( damit sind Beeinträchtigungen alle Sinneswahrnehmungen, Lernschwierigkeiten auf speziellen Gebieten und und und gemeint) zum Krankheitsbild von ADHS/ADS gehören….muss aber nicht zwingend sein. Die Merkspanne (wie lange kann ich Informationen behalten, verarbeiten etc. ist häufig sehr kurz), ebenso die Konzentrationsspanne. Wie verhalten sich eure Kinder im Sportverein? ich damit sehr wechselhafte Erfahrungen gemacht. Es hat sich teils positiv (Mannschaftsgefühl, Steigerung des Selbstwertgefühles) aber auch teils negativ (auf Grund sozialer Ausgrenzung) ausgewirkt. Habt ihr im Umkreis Selbsthilfegruppen für die Kinder? Es gibt manchmal die Möglichkeit, dass Kinder mit anderen Kinder über ihre Schwierigkeiten sprechen können und so Anregungen bekommen. Klingt etwas eigenartig, kann aber helfen. Gerade bei hochbegabten Kindern sehr sinnvoll, da ihr soziale Entwicklung nicht ihren kognitiven entspricht…ein ganz schwieriges Thema :huh: . Für gestresste und ausgepowerte Eltern (kann ich absolut nachvollziehen :rolleyes: ) von hochbegaten Kindern kann ich empfehlen: 1.) http://www.schulaemter-bw.de/servlet/PB/-s/1lcdt0m1xg2meoiaqlfagdvyty16dz7tf/show/1241849/Material_Hochbegabte%20Kontner.pdf sinnvolle Aufgaben 2.) Fragt gezielt bei eueren zuständigen Kultusministerien nach bzw. guckt auf deren Internetseiten. Dort wird die Förderung von hochbegabten Kindern thematisiert. Ihr bekommt auch dort weitere Adressen für spezielle Kurse und Kinder-Akademien. Sehr sinnvoll und das Kind wird entsprechend seiner Begabung gefördert. Zum Verständnis für Außenstehende: Nur ein Teil der Kinder hat eine Begabung auf allen „Ebenen“. Meist ist es so, dass ein Kind in einem Bereich hochbegagt ist und in anderen absolut mangelhaft. Allerdings ist die Rechtsgrundlage in Hessen so, dass diese Kinder keinen „besonderen“ Förderplan bekommen können. Noch nicht…sie sind aber dran. So dürfen Lehrer noch mehr und individueller arbeiten und differenzierte Arbeiten etc, schreiben. Leider gibt es diese Möglichkeit bislang nur bei Schwächen. 3.) Infos: http://www.hochbegabtenhilfe.de/ 4.) Hier Infos zu jedem Bundesland: http://www.hochbegabungs-links.de/regional.shtml LG Karin

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Hallo Claudia (Spatzl) !

    Schade, daß wir so weit auseinander wohnen -scheint ja etliche parallelen zu geben. 😉
    Durch Jannik´s Hochgegabung hat er es bis vor kurzem „geschafft“, die ganz deutlichen ADHS-Symptome zu überspielen – bis Schuleintritt halt, wo es dann die Lehrerin gab, die die gleichen bzw. situationsbedingt größere Probeme hatte wie ich.

    Unseren Sohnemann schicke ich mittlerweile immerhin zum Bäcker (ca. 400m), zur Schule geht er natürlich alleine und im Umkreis von etwa 400m zu den Freunden.
    Das Problem ist halt die für ihn vorhandene Reizüberflutung. Für etwa 200m Schulweg braucht man da schon mal 45 Minuten ! :doh:

    Das größte Problem ist immer gewesen, daß alle der Meinung waren, ich hätte ihn zu früh (mit Noch 5 Jahren, er wurde einen Monat später 6) zur SChule geschickt hätte und er nur zu klein bzw. jung wäre, um in einer größeren Gruppe klarzukommen. Naja, DAS Thema sollte sich nun geklärt haben…

    Nun steht uns noch die allgemein Klärung des Themas mit der Familie bevor.
    Die Schwiegermutter ist hier das größte Problem – sie ist allerdings gerade im Krankenhaus. Ich habe den Umgang schon auf ein Minimum reduziert in den letzten 1,5 Jahren, weil es einfach nicht ging – wir wohnen in einem Haus, allerdings getrennt – aber doch halt zusammen…
    Länger als mal 2 Stunden bei Oma, und ich habe 2 Tage Probleme, weil sie ihn immer noch wie ein Kleinkind behandelt. :maul:
    Allerdings haut er ihr in der letzten Zeit Sprüche an den Kopf (weil es ihn auch langsam in gewissen Situationen anstinkt), da klappt ihr der Unterkiefer runter – aber natürlich habe ICH ihm das eingetrichtert und das kommt alles von MIR ! :irre: :kowa:
    Nur-Mami konnte ich mir ja auch nicht vorstellen, deshalb habe ich mich als Freiberufler selbständig gemacht. Das kommt dem Junior natürlich zugute, daß ich mir die Zeit und Arbeit einigermaßen einteilen kann und so nachmittags für ihn freihalten 8)

  • Avatar Strick sagt:

    Nachsatz: Ich sehe aber auch oft die andere Seite: Viele Mütter/Väter sind schon mit relativ kleinen Maleschen ihrer Kinder ganz schnell überfordert (manchmal auch, weil ihnen ihre „Selbstverwirklichung“ wichtig(er) ist) und treten die Verantwortung dann ganz leicht an das Jugendamt, die Familienberatung, den Psychologen, die Kindergärtnerin, die Lehrer oder sonstwen ab, um nur ja nicht Schuld zu sein, oder gar etwas opfern zu müssen…

    Das sehe ich auch häufiger :ja: Ich kenne genug junge Mütter, die Kinder nicht um der Kinder willen haben, sondern weil sie damit Beziehungen festigen wollen, O-Ton kein Bock auf Arbeiten haben, oder weil man das Kindergeld benötigt :irre: ….

    @Strick: Aber da denken wir doch das Gleiche. Ich habe gesagt, dass nicht ADHS/ADS unbedingt mit Rechtschreibfehlern einhergehen muss, aber oft Teilleistungsschwächen ( damit sind Beeinträchtigungen alle Sinneswahrnehmungen, Lernschwierigkeiten auf speziellen Gebieten und und und gemeint) zum Krankheitsbild von ADHS/ADS gehören….muss aber nicht zwingend sein. Die Merkspanne (wie lange kann ich Informationen behalten, verarbeiten etc. ist häufig sehr kurz), ebenso die Konzentrationsspanne.

    Danke Sky nun habe ich das auch geschnallt :doh: Genau so ist es :ja:

    Wie verhalten sich eure Kinder im Sportverein? ich damit sehr wechselhafte Erfahrungen gemacht. Es hat sich teils positiv (Mannschaftsgefühl, Steigerung des Selbstwertgefühles) aber auch teils negativ (auf Grund sozialer Ausgrenzung) ausgewirkt.

    Für mich waren alle Manschaftssportarten ein Horror :panik: . Zwischenmenschlich höchst anstrengend :seufz: . Das ist bis heute so geblieben.
    Genau wie das in Gruppen auf Dauer funktionieren müssen. :nix: Da sind eben die Kleinigkeiten sehr auffällig. Zuverlässigkeit, konstante Leistungsfähigkeit, seine Impulsivität im Griff haben, zwischen den Zeilen lesen zu können, etc. pp.

  • Avatar Spatzl sagt:

    ja schade daß wir so weit auseinanderwohnen.
    Konsequenz und Rituale bzw ein fester Tagesablauf ist bei ADHS-Kinder sehr wichtig.Denn schlau sind diese Kinder ohne Ende und wissen gleich wen sie um den Finger wickeln können :rolleyes:
    Tja, und manche Dinge dauern einfach länger oder passieren gar nicht wenn man nicht permanent dahinter bleibt.Als Eltern darf man aber niemals den Fehler machen und das Kind als „krank“ zu behandeln oder zu sehr in Schutz nehmen.Ich behandle mein Kind ganz normal,manchmal Vielleicht sogar etwas strenger aber ich denke es ist gut so.
    Wir werden unsere „Sprossen“ schon groß bekommen :hug:

    Liebe Grüße Claudia

  • Avatar smilla1 sagt:

    Oh Sky, das klingt SUPER, was du schreibst!! Ich hätte große Lust, mich mal mit dir auszutauschen, denn du bist da einen Meilensprung weiter als ich (habe gerade mit dem Ref in BW für GHS angefangen). Ich habe riesiges Interesse an Literaturtipps und an deinem Ordner natürlich auch. *lechz*

  • Avatar Anouk sagt:

    Ich lese mich gerade durch die vielen Antworten.

    Als mittlerweile alleinerziehende Mutter eines Kindes mit Hochbegabung und eines Kindes mit einem ausgeprägten ADHS kann ich vieles unterschreiben, manches nicht und vor allem kann ich aus einem tiefgehenden Erfahrungsschatz einiges beisteuern.

    Du kannst mir gerne eine PM schicken.

    LG. Karina

  • Avatar Sky0202 sagt:

    Oh Sky, das klingt SUPER, was du schreibst!! Ich hätte große Lust, mich mal mit dir auszutauschen, denn du bist da einen Meilensprung weiter als ich (habe gerade mit dem Ref in BW für GHS angefangen). Ich habe riesiges Interesse an Literaturtipps und an deinem Ordner natürlich auch. *lechz*

    Hallo,
    dann wünsche dir erst einmal viel Spaß, Kraft und Durchhaltevermögen für die restliche Ausbildung :-).
    Ich werde die kopierten Sachen an Melanie schicken. Frage sie dann doch bitte, ob sie es dir kopieren kann etc. Ich schaffe es leider nicht…so könnt ihr gerne eine Kette oder so bilden. 🙂
    LG Karin

  • Avatar chicuelo sagt:

    Leider ist ihr Klassenlehrer der Meinung ADHS sei ein reiner Erziehungsfehler und Medikamente helfen nichts.Somit haben wir auch kein hilfreiches Feedback von der schulischen Seite her.Aber Dank der Mittagsbetreuung weiß ich jetzt daß die Konzentration auch noch nach 14 Uhr anhält,also dürfte während des Unterrichts alles oK sein.wir werden im nächten Jahreszeugnis sehen ob es nun bergauf geht.

    Diesen Ansicht habe ich auch mitbekommen, besonders von der OGS bzw. Der Rektorin. 9 Monate später, beim Abschlußfest gab die Leiterin der OGS zu, sie war drauf und dran, zum erstenmal in Ihrem Berufsleben, das Handtuch zu schmeißen und die Hausaufgabenbetreuung bei Hannah dran zu geben. Sie schaffte es einfach nicht (was soll ich, als Pädagogische Laeie sagen, die Jahrelang alleine kämpfen mußte? ?( ). Da kam sie nach den Herbstferien mit ihren Tablettchen an- bisher hatte diese Frau allen Eltern strengstens ( und unqualifiziert) von den Teufelszeugs abgeraten 8o. Siehe da- neues Kind, es fluppte alles. Lieb, kooperativ, beigeistert. Meines Töchterchens Noten waren um 2 höher geworden- trotzem haben sie „verpennt“ und eine Empfehlung für die Hauptschle geschrieben. Nach meinem Protest und Verweigerung zu unterschreiben kam die einmalige Ausrede- Unsere Klasse sei im Lehrerkonferenz als letzte dran gewesen, da waren sie wohl ein Bißchen müde :kowa: . Ich hatte gedacht, es läge in der Interesse Aller, für jedes Kind zu kämpfen, eine für das Kind optimale Empfehlung zu geben Wenn mein Mann Sprechstunde bis abends um 9 hat ( ist auch häufig) kann er nicht irgendwelche Fehler in der Diagnose oder das Verschreiben einer falschen Brille mit der Ausrede- “ es war spät “ :doh: ) Das Zeugnis wurde daraufhin auf einer qualifizierten Empfehlung für die Realschule….

  • Avatar Sky0202 sagt:

    Hallo,
    ich denke noch an die Kopien…habe es nur die Woche nicht geschafft.
    LG Karin

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Immer ruhig bleiben, Karin… 8)

    Der Junior ist ja noch länger schlau – ich werde immer wieder „Futter“ brauchen ! :na:
    Ein bißchen was habe ich ja noch – Sudokus aus dem I-Net, neue LÜK-Hefte für Gehirn-Jogging etc.

    Donnerstag ist nächstes Gespräch mit dem Psychologen – wir hoffen, daß es dann schnell geht mit der Medi-Einstellung.
    Habe mich im Netz und bei diversen Leuten schlau gemacht. Ist auf jeden Fall erstmal zu empfehlen mit der Medikation habe ich mittlerweile von vielen Betroffenen erfahren. Es gibt nur relativ wenige Fälle, wo es nicht gut ging – und da werden wir ja genauestens drauf achten. :ja:

  • Avatar elpaso sagt:

    @all :hug:
    @Melanie B.
    Ich hab ein wenig über Deine Situation nachgedacht und kann mich vielleicht ein wenig in Deine Situation hineinversetzen- wenn auch nur aus ähnlichen Gründen. Mein Bruder hat u.a. APS.
    Ich glaube es ist wichtig, dass Du und Dein Mann Deine Schwiegermutter mit ins Boot holt. Für Euer Kind- und für DICH :hug: . Meine Schwiegermutter hat gestern den Hof verlassen- wir haben nicht zusammengewohnt, aber ich weiß, wie das ist, wenn man -mehr oder weniger auf engem Raum- doch immer wieder aneinander vorbeischrammt. Es macht nicht unbedingt glücklicher.
    Das „Anders-Sein“ Deines Sohnes ist gewiß eine Aufgabe. Für ALLE im Haus. Wenn Ihr Euch beraten laßt- was ich super gut finde- würde ich Dir/Euch wünschen, dass Ihr eine Möglichkeit findet, sie mit einzubinden. Vielleicht nimmt sie Dein Mann mal mit? Dann würde sie von deiner Anwesenheit auch nicht so „abgelenkt“….Ich meine, Deine Schwiegermutter muß von „neutralen“ Personen- also nicht von Dir!- erklärt bekommen, was Ihr Enkel hat- warum er sich anders verhält und Du trotzdem nicht die Ursache bist :hug: & wie man ihn unterstützt. Es wäre doch eine Chance für Euch alle, wenn Ihr an einem Strick ziehen könntet. Sie kann Dich ja weiterhin „doof“ finden, wenn sie Eurem Sohn mit richtigen Verhalten ihrerseits hilft, oder?! Und ich glaube, das könnte Dir gut tun.

  • Avatar Melanie B. sagt:

    N´Abend !

    Da hast Du schon recht – erstmal muß der Holger mit ihr sprechen… Der kleine Feigling der… 😉
    Sie mit zum Psychologen zu nehmen – keine Ahnung, ob das Sinn macht… Sie ist von der ganz einfachen Sorte in Richtung „ich weiß, was ich weiß“ !
    Und leider hat hier im Haus mal ein Junge mit ADHS gewohnt – nur, daß der von Anfang an motorische Probleme hatte.
    Von daher habe ich den Verdacht, daß sie es gar nicht glauben will, daß Jannik auch ADHS hat – aber da lasse ich mich gerne überraschen… !

    Ich habe heute nur nochmal eindringlich zu Holger gesagt, daß er mit ihr reden muß, auch hinsichtlich des Umganges mit mir (z.B. in unsere Wohnung kommen, mich ignorieren und nach dem Junior rufen… :motz: ) – weil ich sonst über kurz oder lang mal laut (und dann wohl auch ungewollt unfair) werden könnte, oder ein Magengeschwür bekomme – oder mit dem Junior ausziehe, weil es nicht geht…
    Hat er -hoffe ich- einigermaßen verstanden nach Schilderung einiger Vorkommnisse…

  • Avatar elpaso sagt:

    N´Abend !

    Da hast Du schon recht – erstmal muß der Holger mit ihr sprechen… Der kleine Feigling der… 😉
    Sie mit zum Psychologen zu nehmen – keine Ahnung, ob das Sinn macht… Sie ist von der ganz einfachen Sorte in Richtung „ich weiß, was ich weiß“ !
    Und leider hat hier im Haus mal ein Junge mit ADHS gewohnt – nur, daß der von Anfang an motorische Probleme hatte.
    Von daher habe ich den Verdacht, daß sie es gar nicht glauben will, daß Jannik auch ADHS hat – aber da lasse ich mich gerne überraschen… !

    Ich habe heute nur nochmal eindringlich zu Holger gesagt, daß er mit ihr reden muß, auch hinsichtlich des Umganges mit mir (z.B. in unsere Wohnung kommen, mich ignorieren und nach dem Junior rufen… :motz: ) – weil ich sonst über kurz oder lang mal laut (und dann wohl auch ungewollt unfair) werden könnte, oder ein Magengeschwür bekomme – oder mit dem Junior ausziehe, weil es nicht geht…
    Hat er -hoffe ich- einigermaßen verstanden nach Schilderung einiger Vorkommnisse…

    …ich kann`s mir vorstellen und fühl Dich einfach mal unbekannterweise umarmt. Männer und Mütter im Kriesengespräch :seufz: Zum Schluß kommt es dann wahrscheinlich bei Dir an. Ich glaube auch nicht, dass aus Euch Freundinenn werden könnten :no: -ohne Euch zu kennen. Aber das wäre doch eigentlich total egal, wenn man respektvoll miteinander umgehen kann.
    Ich hoffe, Holger nimmt Dich ernst und erkennt Deine Not. Ich habe mich letzten Sommer ins Auto geschwungen und bin zum Arzt gefahren und habe ihm gesagt, „entweder spritzt er mich jetzt, hier & sofort ruhig oder ich erleide in den nächsten 24Stunden einen Herzinfakt“. Ich hatte schon Anzeichen vom Hörsturz, mein Blutdruck :thumbdown: …. Lass es soweit nicht kommen :hug:

  • Avatar Melanie B. sagt:

    So, kurzer Zwischenbericht…

    Junior bekommt Medikament seit 2 Wochen. 1. Woche geringste mögliche Dosis ohne positiven Effekt, nun seit knapp einer Woche etwas höhere Dosis – immer noch sehr gering dosiert.
    Ergebnis: Er ist eindeutig immer noch er selbst (redet von morgens bis abends, stellt Fragen ohne Ende etc. … 😀 ), kann aber von sich aus länger bei einer Sache bleiben, ist nicht ständig am „herumhibbeln“, liest auch mal von sich aus laut. Wir konnten vorgestern sogar 1 Stunde am Stück Federball „spielen“ (so weit es mit einem 6-jährigen geht… 😉 ) – abgebrochen habe ich, weil ich nicht mehr konnte… :red:
    Vorher war an eine „sinnvolle“ Beschäftigung über längere Zeit (und ich rede hier von 15-30 Minuten, nicht Stunden !) gar nicht zu denken, weil er ständig von allem abgelenkt wurde – deshalb auch die großen Probleme in der Schule !

    Es ist im allgemeinen für die Zeit von etwa 8-14 Uhr mehr Normalität und Ruhe eingekehrt, was auch für die Schule das Ziel ist.
    Ich bin schon wesentlich entspannter und nicht nur dauer-gestreßt und kann mit dem „normalen“ Jannik am Nachmittag viel ruhiger und souveräner umgehen, weil ich auch mal etwas Ruhe habe.

    @Bille: Die Medikamenten-Therapie sollte ohnehin nicht autark durchgeführt werden. Nur: ohne das Medikament sind diese Kinder nicht in der Lage, überhaupt eine Verhaltenstherapie in Angriff zu nehmen – zumindest wäre es bei Jannik nicht möglich, da er sie gar nicht annehmen KÖNNTE !
    Verhaltenstherapie läuft nach Abschluss der Einstellung parallel, ebenso Elterngespräche.
    Außerdem sollte das Medikament immer mal nach einiger Zeit „ausgesetzt“ werden, um festzustellen, ob es wirklich noch nötig ist.
    Ich kenne auch mittlerweile einige Leute, deren Kinder Methylphenidat in Form verschiedener Medikament bekommen bzw. bekamen, u.a. auch einige, die nach einiger Zeit mit der Kombination Medikation-Verhaltenstherapie nun ohne Medis auskommen.
    Aber trotzdem Danke für den Hinweis – ich habe in der letzten Zeit schon soooo viel über das Thema gelesen und ergoogelt…

  • Avatar Saro sagt:

    Es freut mich, dass es Janik besser geht, ich halte dir die Daumen dass die eingekehrte Ruhe anhält, und früchte trägt

  • Bille21 Bille21 sagt:

    Melanie, ich hab mich mit dem Thema gar nicht beschäftigt, bin aber gestern beim Surfen drüber gestolpert. Und ich kenne mich: wenn ich an einem Thema dran bin, dann will ich alles dazu lesen. Deshalb dachte ich, ich setz hier den Link rein…

    Ich drück Dir die Daumen, dass Ihr das in Zukunft über die verschiedenen Therapieformen in Griff bekommt. Die momentane Situation hört sich ja schon viel besser an :thumbsup:

  • Avatar chicuelo sagt:

    Melanie, ich kann es so gut nachvollziehen. Meine Tochter bekommt nun das Medikament seit fast 2 Jahren, ohne wäre sie auf der Hauptschule und ich wahrscheinlich in der Klapse…
    Es ist immer noch ein Kampf, aber läßt sich machen. Die schlimmste Zeit ist immer die erste 2 Wochen nach den Schulferien ( egal, wie lang die Ferien waren). Schlafstörungen, kommt in der Schule nicht mit, bockig, Hausaufgabenstreß, mindestens 14 Tage lang.
    Sonst klappt alles gut. Einerseits nervt es sie (wird 12) die Tabletten nehmen zu müssen, andererseits merkt sie selbst ganz genau, wie ihr damit geholfen wird. In den Ferien lassen wir die Dinger mal weg, bzw. nehemn sie nach Bedarf.
    Begleitet wird das Ganze durch regelmäßigen Besuchen bei einer Pychologin mit Wiegen/ Messen/ Blutdruck, Ärztlichen Kontrollen mit Blutbild, EKG/EEG Jährlich.
    Eine Lehrerin, die bis Dato immer Eltern von den schlimmen Drogen mit gefährlichen Nebenwirkungen ( wie kann man nur einem KIND sowas geben :panik: ) sagte mir, nachdem Sie meine Tochter als vorher/ nachher Beispiel erlebt hatte, sie werde NIE mehr so dogmatisch sein und anderen ihre (rein theoretisch erworbene) Meinung aufdrängen… ❗
    Zum Focus Artikel: normalerweise wird ab dem dritten Jahr ausgeschlichen- das Medikament wird meist nicht länger gegeben. So habe ich von unserer Jungendpsychiaterin gelernt. Es gibt Ausnahmefälle, wo Ritalin auch im Erwachsenen Alter genommen wird, es sind aber eben…. Ausnahmen.

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Ach ja, die Klapse hatte ich auch schon für mich fast in Aussicht… 😉
    Zumal mir ja immer jeder gesagt hat, daß Sohnemann ja nur noch sooo klein ist und noch Zeit hat und und und… Da fängt man ja gezwungenermaßen an, an sich selbst zu zweifeln – oder halt an der Fähigkeit als Mutter. :thumbdown:
    Und ohne Medis wäre Junior wohl über kurz oder lang auf der Sonderschule gelandet (in der 1. Klasse…) – vor allem, wenn wir bei der Klassenlehrerin nicht den 6er im Lotte MIT ZUSATZZAHL (!) bekommen hätten !!! :thumbsup:

    Nebeneffekt bei unserem Junior ist jetzt anscheinend, daß er auch am späten Nachmittag, wenn die Medis „aufgebraucht“ sind, in sich ausgeglichener ist (bis auf mal eine Bockphase gegen 17 Uhr…) – haben wir gestern sehr deutlich feststellen können.
    Ein Haufen Jungs, 6-10 Jahre, auf einem großen Trampolin am toben und „kämpfen“ – und kein Mal ist unser Junior ausgerastet, hat nur etwas gemeckert, wenn ihm mal einer weh getan hat aus Versehen. DAS wäre sonst in ein Gemetzel ausgeartet !!!
    Und wenn ich etwas gesagt habe, kam eine prompte Reaktion ! :bravo:
    Damit hatten wir nun nicht gerechnet bzw. das nicht zu hoffen gewagt… ❗ :love:

    Dann habe ich nun wohl wirklich mal endlich die Chance, mit meinem 9jährigen „Remonten-Jungspund“ weiter zu machen… Trotz Junior dabei. :bravo:
    DAS war vorher absolut unmöglich !

  • Avatar elpaso sagt:

    :thumbsup: :hug: schön, dass das so gut klappt!

  • Avatar Nesaya sagt:

    Hy Melanie, ich habe erst jetzt deinen Thread gelesen, sonst hätte ich schon eher geschrieben. Hab jetzt nicht alles gelesen, also falls ich hier irgendwie Wiederholungen schreibe, sorry. ADHS hatte, jawohl die Betonung liegt auf hatte die Tochter meiner Freundin. Es war zum verzweifeln. Keiner wollte mit ihr spielen, Außenseiterdasein, etc. du kennst das ja. Erschwerend kamen noch Migeräneanfälle dazu, die dieses arme Kind fast jeden 2ten, 3ten Tag erdulden musste. Das ging Jahre lang so, das Mädchen war natürlich bei ner Menge Ärzte, einschließlich der Röhre. Brachte null Ergebnisse. Mit Medikamenten konnte und wollte meine Freundin nicht „arbeiten“ da sie auf der Homöopathiewelle schwimmt. Lange Rede…. sie machte sich im Internet schlau….fand diese Therapie….sie fuhren über 600km mit der ganzer Familie dort hin….blieben 1 Woche lang….und ADHS incl. der Migeräne ist weg. Kuckst du hier: http://www.tfgm.de/ganzheitliche_medizin.html Kurz erklärt: Dieser Mann hat festgestell, dass ADHS, und noch vieles andere, an Nahrungsmittelunverträglichkeiten liegt. Ganz „schlicht“ und einfach gesagt, dein Kind verträgt ein bestimmtes Nahrungsmittel nicht, dass ist zu einer hohen Prozentzahl die Milch, und darum wird er so hibbelig. Bei diesem Mädchen war es die Milch, sie machte das Kind so überdreht und die Migräne war der Weizen. Dieser Mann kann aber noch viel mehr, er „löscht“ diese Unverträglichkeiten, d. h. dein Kind kann wieder alles essen und bleibt trotzdem ruhig. Und das Beste an dieser Therapie ist, niemand braucht Medikament, es ist „nur“ eine Laserakupunktur. Es gibt auch ein Forum, in dem sich seine Patienten austauschen: http://pfet.carookee.de/ Puhhh, das war jetzt lang. Glaub daran, es wirkt. Ruf dort an und lasst euch beraten. Die kleine Tochter meiner Freudin ist das beste Beispiel, jetzt hat sie mehrere Freundinnen und die besten Noten in der Schule. Gruß Nesaya

  • Avatar chicuelo sagt:

    Das Hyperaktivität ein Resultat von Unverträglichkeit bzw. Allergie auf besimmten Lebensmitteln ist alter Hut. Darauf hat mein Enlischer Kinderarzt vor 22 Jahren aufmerksam gemacht. Gleichfalls mit Migräne.
    Dann war es in diesem Fall aber nicht eine „echte“ AD(H)S, sondern ein Symptom von etwas anderes (eben Allergie o.Ä.)- nicht ausreichend diagnostiziert (was auch extrem schwierig sein kann…) Deshalb ist eine vernünftige Diagnostik mit Ausschluß von Allergien/ Unverträglichkeiten vonnöten, besonders heutztage, da AD(H)S eine Modediagnose geworden ist.

    Ich habe, ehrlich gesagt, ein Problem mit Leuten, die Therapie bei Krebs oder MS anbieten, es ist ein Problem mit falschen Hoffnung. Komplementäre Heilmethoden können auf jedem Fall helfen, bei diesen Krankheiten Symptomen und Begleiterscheinungen zu lindern, aber nicht zu heilen…
    Akupunktur ist lange bekannt als gutes Mittel bei Allergien und besonders bei Kopfschmerzen und Migräne. Mein Hausarzt behandelt beide damit mit gutem Erfolg, da brauche ich keine 600 Km fahren, und kann es mir danach leisten, mit meinen Liebsten einen Kurzurlaub zu machen…

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Jep, genau SO ist es !

    „Echtes“ ADHS ist ein Problem mit der Reizverarbeitung im Gehirn und der Einlagerung (bzw. fehlenden Einlagerung) des Botenstoffes Dopamin, so daß alle von außen einwirkenden Reize gleich stark ankommen und durch die fehlende Dopamin-Einlagerung die neuen Informationen nicht gespeichert werden.
    Das Thema Nahrungsumstellung bzw. genaue Kontrolle von Zucker etc. ist auch wichtig und kann die Symptome zusätzlich mildern, aber diese Stoffe sind nicht Auslöser der Krankheit !

    …ich hoffe, ich habe mein angeeignetes „Wissen“ jetzt richtig wiedergegeben… :red:
    Und: alternative Behandlungsmethoden habe ich schon reichlich durch, da ich auch an so etwas (Nahrungsmittelunverträglichkeit o.ä.) geglaubt bzw. daraur gehofft hatte zuerst – nach Ergebnislosigkeit kam dann die schlußendliche ärztliche Diagnostik !

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Ach ja, eine Freundin ist übrigens genau DORT mit ihrem Sohn in Behandlung wegen einer schier unendlichen Zahl an Allergien.
    Bei Jonas schlägt die Therapie auch momentan ganz gut an – aber das ist halt eine andere Problematik !
    Und ich habe auf den entsprechenden Seiten im Inet auch noch keinen Bericht über eine erfolgreiche Behandlung von „echtem“ ADHS dort gelesen – eigentlich geht es dort immer um Allergien un dadurch entstandene Krankheiten.

  • Avatar Nesaya sagt:

    @ Melanie,

    naja, wenn ich bedenke dass zu meiner Freundin das Gleiche gesagt wurde was du mir jetzt erklärst….

    Die Kleine ist 9 Jahre alt, sie hatte nicht nur diese 2 Unverträglichkeiten auf Milch und Weizen. Das war eine Palette von über 20 Röhrchen auf ihrem Bauch ( du weist was ich meine?). Von Nahrungmitteln, Schwermetallen bis zu Pestizieden…. und das wurde fast alles in einer Woche gelöscht. Es blieb noch ein wenig Weizen und Milch zurück, weil das die harnäckigsten Unverträglichkeiten waren. D.h. die Familie fährt auf alle Fälle nochmals hin.

    Ich war mit meinem Sohn wegen einer Fructoseunverträglichkeit und hatten ein Mädchen (18 J alt) dabei, die hatte diese Fischschuppenkrankheit (Ichthyose), die Betroffenen haben eine regelrechte Echsenhaut. Da hieß es bei den Ärzten, bei denen sie 16 Jahre lang aus und ein ging, da wär nix zu machen….alles Quatsch….das Mädchen war am Anfang der Behandlung fast komplett schwarz. Sie ist blond und hat blaue Augen. Heute, nach 8 Monaten, ist sie nur noch „grau“ Tendenz immer heller werdend, ihre alten Hautschuppen lösen sich jetzt doch nach und nach, das schaffte sie noch nie. Und das nach über 16 Jahren Odysee.

    Was du aus meinen Erfahrungen herausziehen möchtest :nix: ….es wäre auf alle Fälle ein Versuch wert.

    Gruß

  • Avatar Friesenstern sagt:

    Melanie

    Ich kann Dir nachfühlen !!!

    Mein Sohn wird 14 und es war zum Teil die Hölle.

    Aussenstehende haben keine Ahnung was zu Hause *abgeht* und doofe Komis waren an der Tagesordnung.

    Ich hatte erst kürzlich eine Auseinandersetzung mit einem Lehrer in unserer Schule, wo ich als Hausmeister arbeite,

    weil er mich angelassen hatte ich sei zu streng mit meinem Bub….

    Hatte ich klar meine Meinung gegeigt von wegen konsequenz, gerade Regeln, wenn möglich immer gleichen Tagesablauf

    und ich könnte mein Kind nach der Schule nicht einfach nach Hause schicken wie er. :kowa: Seit diesem Gespräch habe ich ruhe.

    Bei meinem ist auch Zucker ganz klein geschrieben, da kann man zu sehen wie er *Hochfährt*…..

    Da er bei mir kaum Fernsehen oder Pc schauen darf, ist es unter der Woche recht erträglich, aber wehe wenn er vom Vater zurück kommt…. nach zig Stunden Konsum flippt er dann auch regelrecht aus….. :panik: :panik: :panik:

    Heute kann er auch Verstehen was in seinem Kopf abgeht…

    Weiterhin viel Kraft für dich !!!!!

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Hallo friesenstern – und alle anderen, die sich für unseren „Werdegang“ interessieren !

    Fernsehen ist bei uns auch nur am WE und stark kontrolliert. PC natürlich ebenfalls, aber das ist in der 1. Klasse ja noch nicht so sehr das Problem… 😉
    Eher das ständige Gerede vom Junior, wer denn alles schon ein Nintendo DS hat und was er alles tun kann („lernen kann man damit ganz toll !“ O-Ton Jannik) wenn er denn bald mal eins hat… :wacko: Aber da ist er auch noch vertröstet und kann es auch einigermaßen nachvollziehen – NOCH !
    Mit der Medi haben wir jetzt aber GsD ein „normales“ Familienleben – zumindest nach dem täglichen Kampf mit Frühstück, Zähne putzen und anziehen, da dann erst die Medi wirkt…
    Ich entspanne mich immer mehr, Junior ist auch am Nachmittag, wenn die Wirkung vorbei ist, wesentlich ausgeglichener – bis auf wenige Ausnahmen, die uns aber immer mal wieder daran erinnern, wie angenehm unser Alltag jetzt ist ! :na:
    Die Lehrerin ist absolut begeistert – er tut endlich was und hampelt nicht nur rum oder rennt durch die Klasse.
    Und er hat endlich keinen Einzelplatz mehr, ist mit zunehmder Häufigkeit verabredet und halt innerhalb der Klasse endlich akzeptiert und nicht mehr nur der Kasper – was ja auch das Wichtigste war, denn er wurde schon stark sozial ausgegrenzt !

    Und: endlich bringt mir mit ihm Radfahren, schwimmen gehen etc. mir auch Spaß ! :hurra:
    Vorher war das ein notwendiges Übel und ging immer mit extremem Streß einher, denn ein Kind, daß von allem abgelenkt ist, ist doch ziemlich gefährdet… Unser Dorf kannte mich eigentlich nur brüllenderweise hinter dem Junior hinterherfahren… :red: :S
    Am Vatertag sind wir sogar mit einem Haufen anderer Frauen insgesamt 32 km Fahrrad gefahren mit Aufenthalt von 3 Stunden an der Elbe, wo er sich mit „Ganzkörper-Buddeln“ und „Frauen unterhalten“ sehr gut beschäftigt hat. Er war auf dem Rückweg noch absolut fit – aber körperlich war er ja noch nie „tot zu kriegen“.
    Ich hatte allerdings nicht gedacht, daß er solange mental durchhält, hätte vorher mit Genörgel gerechnet und schon vorher verschiedene Rückwege auserwählt.
    Und das Beste… ICH WAR AM ENDE DIESES TAGES PSYCHISCH NICHT TOTAL ALLE ! Im Gegenteil, eher „stolz wie Oskar“, weil alle Mädels meinen Junior so gelobt haben, wie super er es mitgemacht hat und gehört hat etc.

    Fazit: Durch die Medi kann er die Reize tatsächlich gut filtern und ruht mehr in sich, ist aber ansonsten immer noch ganz unser Sohn – Schlau-Meyer in Person und ständig am Reden und Fragen über Gott und die Welt stellen… :love:

  • Avatar Friesenstern sagt:

    Ohhh wie sehr mir das Bekannt vorkommt !!!!

    Wenn er ausgeglichen ist , mutiert er zu einem richtigen Frauenschwarm :ja: :ja: :ja:

  • Avatar Melanie B. sagt:

    Ohhh wie sehr mir das Bekannt vorkommt !!!!

    Wenn er ausgeglichen ist , mutiert er zu einem richtigen Frauenschwarm :ja: :ja: :ja:

  • Avatar Melanie B. sagt:

    So, falls es jemanden interessiert, hier nun nochmal ein Bericht nach längerer Medikation des Juniors:

    Zeugnis war dafür, daß er bis April quasi nicht am Unterricht teilgenommen hat, super: so 2-3er-Schnitt mit Aufwärtstendenz.
    …und Versetzung in die 2. Klasse ohne irgendwelche Einwände…
    Er hat jetzt ständig Verabredungen mit Klassenkameraden und einem Jungen aus der höheren Klasse und wurde im Zeugnis in allen Bereichen von der Klassenlehrerin sehr gelobt angesichts der Fortschritte und der noch fortdauernden Bemühungen seinerseits, die Lernsituationen noch besser in Griff zu bekommen.
    Das Zeugnis liest sich sehr nett – 2 Seiten lang und genauestens differenziert nach „vorher“ und „nachher“, wobei die Lehrerin immer „ab April“ geschrieben hat. Und nach wie vor haben wir mit dieser Lehrerin Glück gehabt. Nach und nach zeigt sich immer mehr, daß sie die „beste“ Lehrerin für unseren Sohn ist, die es an unserer kleinen Schule gibt, da sie zwar streng, aber dabei absolut nett und verständnisvoll ist.

    Von den Sommerferien -vor denen ich fast schon Panik hatte „früher“- sind jetzt schon 4,5 Wochen vergangen und ich habe festgestellt, daß die Zeit verdammt kurz ist. Naja, ich arbeite ja vormittags trotzdem im Büro zu Hause, und auch hier verhält sich der Junior absolut klasse.
    In dieser Zeit spielt er alleine, oder liest in seinen Büchern, malt, bastelt, knetet…
    Die ständige Fragerei ist natürlich immer noch da und anstrengend, zumal er ja ziemlich komplizierte Fragen stellt meistens, aber das wird ja angesichts des IQ nicht weniger werden – und das ist auch auszuhalten, da die ständige Zappelei und Unkonzentriertheit im Großen und Ganzen weg sind. 8)
    Nach den Ferien wird dann begleitend mit einer Verhaltenstherapie angefangen.

    Ich selber komme nun langsam, aber sicher auch zur Ruhe, so daß ich ganz allmählich mit den Pferden wieder etwas zu tun anfange – nach einem doppelten Hufgeschwür des Trakehners… :wacko:
    Meine eigene innere Entspanntheit kann man am Verhalten meines „Kleinen“ merken, der ja immer sehr anfällig für meine Stimmungen ist.
    Im Streß, unter Zeitdruck oder in gereizter Stimmung brauchte ich nie auch nur auf die Idee kommen, mit ihm etwas zu arbeiten, denn das wäre nur in einem K(r)ampf ausgeartet.
    Nun steht er da und wartet auf seinen Einsatz.
    …als ich vor dem Weidegang beim Trakehner letzt den Huf verarztet habe, kam er schon mal mit dem an der Seite abgelegten Halfter im Maul an… :love:

    Also: danke für die Berichte von Euch anderen „Betroffenen“ – egal, ob für oder wider Medikation.
    Unsere Entscheidung dafür war für unseren Sohn auf jeden Fall die richtige, das stelle ich jeden Tag erneut fest – vor allem, wenn er mit strahlenden Augen ganz ungeduldig auf die Zeit für seine Verabredung wartet, denn die Ausgrenzung durch die anderen Kinder war das größte
    Problem !

  • Avatar Jeanette sagt:

    Melanie, ich hab immer still mitgelesen, nachdem wir uns beim WS unterhalten hatten, mitreden konnte ich nicht mangels Erfahrung. Und ich freue mich sehr, daß es jetzt so gut läuft für Euch. Vor allen Dingen ist Dein offener Bericht bestimmt eine Hilfe für andere Betroffene.

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